Times Square Impressions


Am und um den Times Square bin ich bis auf eine Ausnahme jeden Morgen angekommen… und auch ohne im Dunkeln strahlende Leuchtreklame hat es was atemberaubendes.

I arrived at and around Times Square every morning (except one)… and even in daylight it is quite breathtaking.

Der Times Square ist in Teilen seit einigen Jahren verkehrsberuhigt, mit breiten Fahrradwegen, Straßencafés etc. Dazu gibt es hier einen guten Artikel mit weiteren Fotos.

For some years now, parts of Times Square have been a pedestrian only area with broad bicycle lanes, street cafés etc.

(Quelle/Source)

Der M&M Store hat mich fasziniert – zwei Stockwerke voller T-Shirts, Tassen, irrer Installationen und hyperaktiver Angestellter. Nachdem ich den Scanner benutzt hatte, weiß ich nun, dass ich der „Teal-Typ“ bin… aber das werde ich mangels M&Ms dieser Farbe in Deutschland nicht ausleben können.

I was fascinated by the M&M Store – two floors full of t-shirts, mugs, crazy installations and hyperactive employees. After I had been „scanned“ I now know that I am a „teal type“… which I won’t be able to live for lack of teal M&Ms in Germany…

Und interessante Typen gab es an jeder Ecke…

And there were interesting guys on every corner…

Bis bald!

See you soon!

Barbara

Harlem


Feuerleitern können auch zwischen Gebäuden versteckt sein und müssen nicht die Fassade verschandeln, wie dieses Foto beweist. Besonders gut gefällt mir, dass die drei Apartmenthäuser trotzdem verbunden sind. Wir sind in Harlem und ziemlich bald stand für mich fest, dass ich ein während meiner Abwesenheit evtl. per Euro-Jackpot gemachtes Vermögen hier investieren würde.

Fire escapes can be hidden and don’t necessarily have to ruin a facade as this picture proves. I particularly like how these three apartment buildings are joined together at the top. We are in Harlem and pretty soon I was sure where to buy property should I have amassed millions in the Euro Jackpot while I was travelling.

Ich kann euch quasi aufstöhnen hören und denken, dass ich nun vollkommen den Verstand verloren habe – aber das Foto hier oben bringt es doch klar zum Ausdruck, oder? Harlem besteht zu großen Teilen aus fantastischer Bausubstanz und man fragt sich, wieso es ausgerechnet hier so abwärts ging, dass der Stadtteil in den 1960er und 1970er Jahren zum Inbegriff städtischen Elends werden konnte.

I can practically hear you moan and think that I’ve now finally lost it – but the picture above does say it all, doesn’t it? In most parts, Harlem consists of upscale buildings and one can’t help but wonder how this neighborhood could reach such an enormous slump that in the 1960s and 1970s Harlem was the epitome of urban misery.

Wenn man dann näher rangeht, sieht man, dass noch nicht alles eitel Sonnenschein ist – wir sind in einem Stadtteil, der seit einigen Jahren verstärkt eine Gentrifizierung durchläuft, also eine Aufwertung. Es wird auch manchmal als zweite Harlem Renaissance bezeichnet. Einige Häuser sind schon wieder renoviert, andere liegen noch sozusagen in Trümmern. Direkt genüber sieht es so aus:

When you look up close you realize that it’s not all sunshine and roses yet – we are in a neighborhood that is being gentrified. Sometimes this period is called the second Harlem Renaissance. Some houeses have been rehabbed, others still lie in ruins. This is what it looks like right across the street:

Harlem wurde ursprünglich 1658 von Niederländern besiedelt. 1873 kam es zur Eingemeindung in den Stadtbereich New York. Kurz darauf kam es durch den Bau der Hochbahn und den dadurch entstandenen Anschluss an Manhattan zu einem Bauboom – es war eine Art Suburbanisierung, im Rahmen derer schicke Apartment- und Ein- bis Zweifamilienhäuser (sog. brownstones) für die weiße Mittel- und Oberschicht errichtet wurden. Anfang des 20. Jahrhunderts kam es dann sozusagen zu einem Crash auf dem Immobilienmarkt. (Hier aber erstmal ein weiteres Bespiel: die beiden Gebäude liegen sich an einer Kreuzung gegenüber).

Harlem was first settled by Dutch colonists in 1658 and was incorporated into New York City in 1873. Soon after it experienced rapid development due to the construction of a raillink to Manhattan. It was basically a suburb where fancy apartment buildings and brownstones where built for the white middle and upper class. Soon thereafter, at the start of the 20th century, there was a crash in the real estate market (but before we get into this, here’s another example: these buildings are facing each other at an intersection).

Anfang des 20. Jahrhunderts also traten zwei Dinge ein: erstens kam es zu einem Überangebot an Wohnraum in Harlem, wodurch die Preise in den Keller fielen. Fast gleichzeitig kam es bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts zur ersten signifikanten Zuwanderung schwarzer Bevölkerung aus den Südstaaten. Diese Entwicklung wusste ein gewisser Phil Payton bestens für sich zu nutzen: er pachtete Häuser billig und vermietete sie mit Profit weiter an die schwarzen Zuwanderer, die man sonst nirgendwo gerne sah. So bildete sich in Harlem ein Ghetto, dass durch immer beengtere Wohnverhältnisse und letztlich durch die Depression entstandene Arbeitslosigkeit und Armut zu einem Slum wurde – in hochklassiger Baustruktur. (Unten ein Foto von zwei Hauseingängen – direkt nebeneinander).

There were two things happening at the turn of the century: first of all there was an abundance of apartments in Harlem so the prices crashed. Then almost simultaneously (starting at the end of the 19th century already) there was a significant migration of African-American people to NYC from the South. A certain Phil Payton took advantage of this situation: he rented houses for little money to rent them out with a profit to African-Americans who weren’t really welcome anywhere else. So it was a ghetto in the making which later developed into a slum due to ever increasing population density and the results of the Great Depression (unemployment and poverty) – all that in an architecturally high class environment. (Below, there’s a picture of two doorways – right next to each other).

Diese Gegensätze sind wirklich faszinierend… Einerseits eine ganze Reihe an Häusern verrammelt…

As you can tell, I was fascinated by these opposites… On the one hand a whole row of houses boarded up and banned…

… andererseits daneben ein eher besseres Restaurant, in dem wir gemütlich draußen zu Mittag gegessen haben. Es besteht, in sich stetig wandelnder Form, seit 10 Jahren – im Besitz einer Äthiopierin, bedient wurden wir von einem Einwanderer aus Malmö…

… on the other hand a rather fancy restaurant right next to that stretch where we were sitting outside having a wonderful lunch. It’s been there – though changed over time – for 10 years. The owner is Ethiopian and we were served by a guy who had immigrated from Malmö in Sweden…

Dann noch ein kurzer Blick in einen von vielen Community Gardens in Harlem. Diese wurden auf brachliegenden Flächen angelegt – aus der Not heraus. Wir haben auch andere gesehen in Midtown, direkt im heftigsten Getümmel bei einem Supermarkt.

Then let me add a view of one of many community gardens in Harlem. They were started on vacant lots to meet the most basic needs. We have seen others in Midtown as well, in a really busy and hectic area right next to a supermarket.

Aber nun: auf bald!

But with this I will let you go!

Barbara

Safety and security


Es hat mich nicht überrascht, am Ground Zero viel und zum großen Teil bis an die Zähne bewaffnete Polizei zu sehen. Aber die Polizei ist überall, in den verschiedensten Fahrzeugen und in verschiedenster Dichte. Gelungen finde ich das auf allen Fahrzeugen zu sehende Motto:

C ourtesy
P rofessionalism
R espect

Also Höflichkeit, Professionalität, Respekt. Das Wortspiel finde ich gut, denn CPR ist meines Wissens auch die Abkürzung für für die Herz-Lungen-Wiederbelebung (cardiopulmonary resuscitation) im Fall der Ersten Hilfe…

I was not surprised to see huge numbers of police around Ground Zero, in parts looking as if they were in a war zone. But there’s police everywhere, in all kinds of vehicles and with varying density. I like their motto quoted above which is painted on all vehicles… CPR interpreted differently but somehow in the same line of thought.

New York galt lange als Hauptstadt der Kriminalität, aber das änderte sich mit der Amtszeit des Bürgermeisters Guiliani, der eine Politik der Null-Toleranz durchsetzte und die Stadt mittlerweile zur sichersten Großstadt der USA avanciert ist. Aber manchmal kann man schon den Eindruck gewinnen, dass man gar nichts mehr darf. Hupen kostet 350$… ich stelle mir die Durchsetzung dieser Regelung in Rom oder Paris vor… Mit Strafen bis zu 200$ für tierische Hinterlassenschaften kann ich mich allerdings voll und ganz identifizieren.

NYC had long been the American capital of crime but that was changed radically during the legislation of mayor Guiliani who established a zero tolerance policy. By now, NYC has become the safest metropolis in the US. Sometimes it does feel as though nothing was allowed anymore. Be caught honking and you have to pay $350…I’m just imagining what the enforcement of this rule would be like in Rome or Paris… I can totally identify with fines up to $200 if people don’t clean up after their dogs, though.

Manchmal ist es aber auch ein reiner Schilderwald und man muss sich erstmal einlesen, bevor man sein Auto parkt oder besser weiterfährt. In einem Teil Brooklyns war das Parken an jedem Wochentag zwischen 8 und 18 Uhr in einer anderen Straße erlaubt… Tauben mag man auch hier nicht und welche Box nicht blockiert werden soll, habe ich nicht genau herausgefunden. Jedenfalls gibt es dafür neben einer Strafe auch Punkte (wohl weniger Payback). Wo das amerikanische Flensburg liegt, weiß ich allerdings auch nicht.

Sometimes it’s just the sheer mass of instructions that require some reading before you can park your car or decide you’d rather not. In a part of Brooklyn that we walked through, parking was allowed only between 8am and 6pm – and on a different street every day… Piegeons aren’t really welcome here, either. And which box is not to be blocked I haven’t quite understood. But I assume the points do not go towards any store disount system…

In der Zwischenzeit wurde mir allerdings zugetragen, dass über eine Stromleitung geworfene Turnschuhe ein Hinweis darauf sind, dass in dieser Gegend Drogen zu haben sind (zumindest in Kanada). Ob nun hier eine gehörlose Person auch gleichzeitig der Dealer ist, weiß ich nicht.

In the meantime I was informed that sneakers thrown across a power line indicate that there are drugs on sale in these parts (at least that’s what it’s supposedly like in Canada). Don’t ask me if this particular arrangement means that you need sign language to negotiate the prices.

Und damit erstmal Schluss für heute!

That’s it for today!

Barbara

Bryant Park

Ich habe einen Lieblingspark gefunden. Es ist NICHT Central Park (obwohl auch der auf seine Art faszinierend ist, aber dazu später mehr) – aber New York hat auch noch einige andere zu bieten. An vielen und teilweise den unmöglichsten Ecken gibt es kleinere und größere Grünflächen, entstanden aus den verschiedensten Gründen. Mein neuer Liebling ist Bryant Park, an der 6th Avenue, zwischen der 40. und 42. Straße.

I’ve found a new favorite park. It is NOT Central Park (though that one is fascinating in its own way but I’ll talk more about that later) – but New York has a few more to offer. There are many smaller and larger green spaces all over the place, sometimes in really surprising locations and created because of various reasons. My new favorite is Bryant Park, located on 6th Avenue, between 40th and 42nd streets.

An einem „halben“ Exkursionstag habe ich dort eher zufällig zwei Stunden verbracht, weil mein Expressbus dort abfährt. Es gibt unendlich viele Sitzgelegenheiten, Kiosks, an denen man sich Kleinigkeiten zu essen besorgen kann, Bereiche, in denen Schach u.ä. gespielt werden kann, es gibt Statuen zu bewundern (u.a. von Goethe und Gertrude Stein), schöne Gebäude an den Seiten und vieles mehr. Mein Herz hat allerdings der Reading Room gewonnen. Kein Gequatsche, kein Handys. Ruhe. Und alle lesen. Und im Frühjahr sollen im Efeu rund um den Park 100.000 Narzissen blühen…

It was on a „half“ day of the field trip that I spent two hours there, quite accidentally really because my express bus leaves from there. There are countless chairs and benches, kiosks to get sandwiches and ice-cream, areas where you can play chess etc., there are statues to check out (of Goethe and Gertrude Stein, among others), beautiful buildings to admire and much more. But what really won my heart is the Reading Room. No talking, no mobile phones. Silence. And everybody is reading. And in spring there are supposedly 100,000 daffodils in bloom peeking out of the ivy surrounding the park…

Umso erfreuter war ich, dass der morgendliche Treffpunkt genau an einer Ecke des Parks sein sollte. Da ich bekanntermaßen ein Pünktlichkeitsfreak bin, habe ich ziemlich lange gewartet. Aber was gab es nicht alles zu sehen und zu hören. Die Fensterputzer waren unterwegs am Bank of America Gebäude gegenüber. Ob diese Körbe da fest installiert sind? Es wäre ja wohl ein ziemlicher Aufwand, wenn die bei jedem Fensterputzen neu da hoch müssten… In der rush hour wurde per Leiterwagen an der Straßenlaterne etwas repariert – jedenfalls wurde lautstark und langanhaltend gehämmert.

Imagine my excitement when I heard that yesterday’s early morning meeting point was going to be on a corner of that park! As is known by many of you, I’m a very punctual person so I ended up waiting for a while. But there were tons of things to look at and listen to. The window cleaners were working their way down the Bank of America Building. Do you think these… baskets are permanently installed on the roof? I mean, it’s hard to imagine they’re newly installed by the cleaning firm every time they need to be used? And in all that hubbub, a streetlight was being repaired – that’s at least what all the hammering was apparently about.

Trucks, Busse, Unmengen Taxis, Rettungswagen fahren vorbei. Ein Polizist mit Trillerpfeife unterstützt die Ampel. Jogger. Menschen auf dem Weg zur Arbeit. Orientierungslose Touristen mit schweren Koffern. Obdachlose. Spatzen. Verteiler von Gratis-Zeitungen. Dutzende Kommunikationsverweigerer mit Stöpseln in den Ohren. Frauen in Schuhen, die nicht für das Leben gemacht wurden. Geschäftsleute mit Kipas. Hortensien-tragende Rapper-Typen. Pflastergießende Parkangestellte…

Trucks, busses, oodles of taxis, ambulances drive by. A policeman with a whistle enforces the traffic lights. Joggers. People on their way to work. Tourists looking lost, pulling heavy suitcases. Homeless people. Sparrows. People handing out free newspapers. Dozens of communication evaders with headphones in their ears. Women in shoes that were not made for life. Businessmen wearing kipas. Hydrangea-carrying rapper types. Cobble stone watering park employees…

Freitag Nachmittag vielleicht nochmal, auf ein Buch und eine Limonade!

Maybe Friday afternoon again, for a little read and a lemonade!

Barbara

Chinatown and Historic Little Italy

Bei der Fülle an Informationen, die hier täglich auf mich einprasseln, habe ich mich für einen anderen Weg der Berichterstattung entschieden. Ich werde einzelne Themen rauspicken. Nicht, dass die Tage nicht schon an sich thematisch geordnet wären… Aber mal sehen. Mit diesem Themenansatz kann ich wahrscheinlich noch bis mindestens Oktober täglich durchbloggen!

Due to the wealth of information that I’m confronted with every day I’ve decided on another way of reporting about it. I will choose separate subjects. I mean, it’s not as if our schedule hadn’t been made along the lines of certain subjects to begin with… But we’ll see. Doing it this way I have a feeling I could be blogging daily until at least October and still haven’t said all there is to say!

Es war schwierig, auf den engen Bürgersteigen Chinatowns ein nicht-asiatisches Gesicht auszumachen. Dafür schien jeder Mann eine Zigarette in der Hand zu haben und Chinesisch war die einzige Sprache, die bei mir ankam. Neben unseren deutschen Kommentaren so ungewöhnlichen Auslagen wie lebenden Kröten oder Beuteln voller Innereien (Vermutung). Chinesen wandern seit ca. 1850 in die USA ein und siedelten sich in New York im sog. Und berühmt-berüchtigten Mulberry Bend an. Um 1880 war ihre Zahl auf etwa 1.000 angewachsen und ab 1882 eine extreme Ghettobildung zu beobachten.

It was difficult to make out a non-Asian face on the narrow sidewalks of Chinatown. But every men seemed to be smoking and Chinese was the only language I heard. Other than our own German comments on displays of unusual groceries like living toads or bags filled with innards (that’s a guess). There has been Chinese immigration to the US since 1850 and people settled in the notorious Mulberry Bend. Their numbers had reached about 1,000 by 1880 and by 1882 the ghettoization was getting extreme.

Wenn ich mir das Foto angucke frage ich mich ja immer noch, ob die Kröten unter Drogen stehen oder warum sie nicht einfach abhauen?? Wie auch immer, mit dem Chinese Exclusion Act folgte eine rigide Einwanderungsbeschränkung, die erst im zweiten Weltkrieg vor dem Hintergrund der Allianz zwischen den USA und China gegen Japan gelockert wurde. Es handelte sich im New Yorker Chinatown lange Zeit um eine extreme Männergesellschaft. Die Jahreszahl ist mir entfallen, in der auf 7.000 Männer 150 Frauen kamen…

When I take a look at that picture I wonder again whether these toads are drugged or why wouldn’t the y just hop off and avoid the wok?? Anyhow, the Chinese Exclusion Act put an end to immigration that was lifted only during World War II when the US formed alliance with China against Japan. For a long time, NYC’s Chinatown was a society of men. I have forgot the year that these numbers relate to but there was a ratio of 7,000 men to 150 women…

Wir nutzten auch die Gelegenheit, uns einen buddhistischen Tempel anzusehen, was in diesem Fall von außen auch als eine esoterische Massagepraxis oder Ramschladen hätte durchgehen können. Es gab mehrere, für meine Augen furchtbar kitschige Altare, an denen gegen Spende Räucherstaebchen angezündet und/oder Schalen mit Obst und Süßigkeiten abgestellt wurden. Gegen Spende konnte man außerdem den Inhalt eines Glückskeks erwerben. Das hätte ich besser sein gelassen, denn meine Aussicht auf Erfolg wurde als schlecht bis mäßig eingestuft:

We also used the opportunity to have a look at a Buddhist temple which in this particular case reminded of some sort of esoteric massage place from the outside (and dear Hninn, of course I remember other places of Buddhist worship!). There were a number of altars that were incredibly kitschy to my eyes where you could light an incense stick and/or leave a bowl with fruits and candy. Upon donating a dollar I got to have a look at my future fortune cookie style which I should have passed on as my probability of success was rated poor to fair:

Probability of success: poor to fair.
A tiny pin gets lost in the sea.
You cannot tell where at last it’ll be.
To determine your own destiny,
Do work hard to the utmost degree.

Historic Little Italy besteht eigentlich nur noch als geschichtlicher Hinweis, dass es da mal was gab. Die Haupteinwanderungsphase war zwischen 1850 und 1880 und auch, wenn man anfänglich auf sie herabschaute, so waren sie doch vergleichsweise schnell assimiliert und sind mittlerweile aus der ursprünglichen „Nachbarschaft“ weggezogen. Nach der letzten Volkszählung geben nur noch 5% der Einwohner an, italienischstämmig zu sein und von denen wurde kein einziger mehr in Italien geboren. Es bleibt ein Straßenzug, in dem es viele Cafés und Pizzerias für Touristen gibt und in dem der eine oder andere Hydrant grün-weiß-rot gestrichen ist.

Historic Little Italy is nothing more than that: a hint of its historic meaning. Italians‘ immigration climaxed between 1850 and 1880 and even if they were scoffed at at the beginning they were assimilated rather quickly (by comparison) and have now moved on to other neighborhoods. According to the last census only 5% of inhabitants in the area consider themselves Italian Americans and none of them was born in Italy. What is left is a street with Italian restaurants and cafés that cater to tourists and the odd hydrant painted in green, white and red.

Und nun komme ich doch von meinem Vorhaben ab, wenn auch kurz. An diesem Tag waren wir nämlich auch im sog. Tenement Museum. Ein Tenement ist eigentlich ein Mietshaus, aber durch die zu Hochzeiten der Einwanderung extrem schlechten Lebensbedingungen durch Großfamilien in Zweizimmerwohnungen ohne Wasser, Toiletten oder (anfänglich) Licht, ist es eher eine verslumte Mietskaserne. Ein solches Haus wurde 1988 im Originalzustand von 1935 vorgefunden und erhalten – einerseits recherchiert, wer wo wie gelebt hat und die Wohnungen entsprechend „renoviert“, andererseits auch Wohnungen im Zustand der Verwahrlosung gelassen. Unsere Führung hatte die deutsche Familie von Julius Gumpertz zum Thema und wie so oft in amerikanischen Museen dieser Art war die Leitung absolut lebendig und mitreißend.

And now I do add something that isn’t direclty related to the chosen subject. We also went to the Tenement Museum that day. A tenement is actually an apartment building but in the heydays of immigration they were characterized by extremely bad living conditions of extended families in two-room apartments without water, toilets or (in the beginning) even light – it was more of a slum really. Such a house was found in 1988 in its original 1935 condition and preserved. On the one hand the former inhabitants were researched, who lived where and when and the apartments were rehabbed accordingly. On the other hand, apartments were left in their state of ruin and decay. Our tour was about the German Gumpertz family and as so often is the case in American museums of this kind it was all very vivid and the guide was incredibly engaging. A must see.

Doch nun: adieu!

But now: bye-bye!

Barbara

Lower Manhattan and Ellis Island

Irgendwie gefällt mir dieser Hüftenschuss-Header mit den japanischen Marinesoldaten und der Freiheitsstatue im Hintergrund. Hier in New York ist Fleet Week, zu der Marine aus aller Welt angereist ist für Paraden – und dann auch für Landgänge. Die Stadt ist voller Menschen in entsprechenden Uniformen, die sich auf den touristischen Pfaden bewegen.

Somehow I like this header showing the Japanese navy soldiers and the Statue of Liberty in the background. It’s Fleet Week in NYC and navy from all over the world has come to visit and participate in parades – and then get to go on land as well. The city is full of people in respective uniforms who tread the touristy paths.

Auch wenn das obere Foto erstens das letzte des Tages war und außerdem wettermäßig böses ahnen ließ, war der erste Exkursionstag von der Sonne verwöhnt, aber es war auch unglaublich schwül. Meine Sonnencreme habe ich in Boston vergessen und war nicht bereit, hier 14 USD für eine Tube zu bezahlen. Das Rauchen kann einem bei 13 USD pro Päckchen auch vergehen, nehme ich an. Wie auch immer, wir waren in Downtown und auf Ellis Island unterwegs, gehen Manhattan von der Südspitze aus an und arbeiten uns langsam nordwärts – entlang der Entwicklungsachsen der Stadt.

Even thought this first picture is misleading insofar it as it was the last one that I took and also because it looks like the weather was less than optimal, that first day of the field trip was basked in sunshine but it was also very muggy. I forgot my sunscreen lotion in Boston and was not willing to pay 14 USD for a substitute. And I guess you definitely consider to quit smoking at 13 USD per pack. Anyway, we were discovering Downtown and Ellis Island, tackling Manhattan from its Southernmost tip and make our way to the north – basically following the axes of development of the city.

Am Bowling Green, einer kleinen Parkanlage vor dem ehemaligen Custom House und heutigen Museum of the American Indian, wurde uns neben einigen geschichtlichen Eckdaten ab der ersten Entdeckung durch Verazano 1524 vermittelt, dass ein Teil Manhattans aufgeschüttet wurde, was die Frage aufbrachte, wie dann solche riesigen Wolkenkratzer auf so scheinbar nicht wirklich festem Untergrund stehen können. Jedoch keine Sorge: bald darunter finden sich Granite und Gneise, auf denen sich sicher stehen lässt.

Close to Bowling Green, a little park in front of the former Customs House which today houses the Museum of the American Indian, we got som einformation about the early days of the city, starting right from when Verazano first set eyes on the area in 1524. It was interesting to hear that this part used to be the Southernmost tip of the island until landfills expanded the acreage. And soon the question arose how skyscrapers of the size we were seeing could stand firmly on ground like this. We were assured that we needn’t worry one bit as there was reliable bedrock of granites and gneiss not too far beneath.

Nachdem Manhattan der ansässigen indianischen Bevölkerung 1626 von dem aus Wesel stammenden Peter Minuit für einigen Glasperlentand geringen Werts abgekauft wurde, konnte es dann losgehen mit dem Wachstum der Stadt. Um uns einen Eindruck über verschiedene Aspekte der Einwanderung (Herkunft, Zeiträume, Abläufe etc.) zu machen, brachen wir dann nach Ellis Island auf, wo bis 1954 alle Einwanderer durchgeschleust wurden.

In 1626 German-born Peter Minuit made a deal with the local Indian population, buying Manhattan from them for a bunch of glass pearls and other such precious things and the growth of the city took off for good. In order to get an idea about different aspects of the immigration (origin, time periods, procedures etc.) we went to Ellis Island which was where all immigrants passed through right until 1954.

Wichtige Entdeckung: der Baum der eingewanderten Worte wurde erneuert. Den hatte ich schon 1995 gesehen und mir war besonders das Wort „coffeeklatsch“ aufgefallen. Das war nicht mehr dabei. Dafür weiß ich erfreulicherweise nun, dass „moose“ (Elch) ein Algonquin Wort ist. Aber kann mir jemand sagen, von welchem deutschen Wort sich „bum“ ableiten soll?

Important discovery: the tree of immigrated words was renewed. I had already had a look at it in 1995 and at the time especially liked the word „coffeeklatsch“. It wasn’t there anymore. But now I’m happy to know that „moose“ is an Algonquin Indian word.

Zurück in Manhattan ging es weiter entlang der Promenade an der Battery Park City, die auf dem Gebiet ehemaliger Docklands als sog. Waterfront Development gebaut wurde. Durch den Palmengarten in die Tiefen des verwaist wirkenden World Financial Center gelangt, bekamen wir einen guten Ausblick auf Ground Zero, wo der neue WTC 1 Tower schon Richtfest hatte und auch das Memorial mit den zwei Wasserpools bereits besteht (in den Fundamenten der ehemaligen WTC 1 und 2 Türme sozusagen). Das haben wir uns nicht aus der Nähe angesehen – wegen des Memorial Day Weekends war alles viel zu überlaufen. Evtl. mache ich das im Laufe der Woche noch, an einem der freien Nachmittage.

After our return to Manhattan we followed the waterfront along Battery Park City to the World Financial Center. This is where the docklands used to be and, as one of the participants mused, where the Titanic was supposed to land. We were led past the palmtree garden of the World Financial Center into the deserted depths of it and got a great view of Ground Zero. The new WTC 1 Tower has already undergone a roofing ceremony of sorts. The memorial mainly consits of two pools where the former WTC 1 and 2 towers used to stand. We decided against a close-up visit as it was extremely crowded due to the Memorial Day Weekend. I might do it during the course of the week on one of our free afternoons.

Von dort aus weiter lernten wir erstmal was über die zoning laws, die entstanden, nachdem das Equitable Building (siehe unten) 1915 fertiggestellt wurde. Unter anderem wurde dadurch festgelegt, dass hohe Gebäude nicht in der gesamten Höhe quasi direkt am Bürgersteig gebaut werden dürfen, sondern quasi einen umgekehrten „Stufenschnitt“ zu bekommen haben, auch wedding cake style genannt. Sie werden also durch das Zurücksetzen oberer Stockwerke nach oben hin immer schmaler, so dass sie nicht so ganz erdrückend wirken und außerdem deutlich mehr Licht die Straße erreicht.

Moving on from there we learned a bit about zoning laws that were put into place after the construction of the Equitable Building in 1915 (see picture below). Among other things it was decided that buildings of a certain height were to withdraw progressively so as to allow more sun light to reach the streets (aka wedding cake architecture).

Entlang der Wall Street, deren Name tatsächlich auf den ehemals dort verlaufenden Schutzwall zwischen dem jungen New York und dem feindlichen Umland zurückgeht, ging es vorbei an der New Yorker Börse. Direkt gegenüber steht die 1842 fertiggestellte Federal Hall, wo George Washington seinen Amtseid ablegte. Noch heute steht er auf den Stufen davor…

We proceeded along Wall Street, which was in fact where a wall once protected New York from its surroundings, to the New York Stock Exchange. It’s located right across from the Federal Hall (completed in 1842), Where George Washington once took the oath of office. And he’s still standing guard on the stairs leading up to it…

Und nach diesem aktiven Tag ging es uns im Park vor dem Woolworth Building ungefähr so, wie diesen beiden Damen… Ich freue mich schon auf die nächste Runde!

After this positively active day I felt like joining these two young ladies in the park in front of the Woolworth Building, where that first day ended… Am looking forward to the next one!

Barbara

Zurück in Neuengland / Back in New England

Mir war nicht bewusst, dass auch der Großraum Boston ein Mega-Rhododendron-Gebiet ist… das muss ich bei den gezählten 7 vorherigen Besuchen (kann das sein??) irgendwie verpennt haben. Oder aber es lag daran, dass ich nicht zur richtigen Jahreszeit da war?

I hadn’t realized that the Boston Metro Region is one mega rhododendron area… I must have missed out on that during my 7 prior visits ( is that possible??). Or maybe it was because I wasn’t here at the right time of year?.

Bei strahlendem Sonnenschein auf dem Weg zur noch bestehenden Poststelle im Vorort Milton, wo ich immer unterkomme, konnte ich neben Straßenbauarbeiten auch interessante Installationen begutachten und ein Chipmunk, ein Streifenhörnchen, beim Sammeln von Blättern beobachten. Die sind einfach ZU niedlich. Und ZU schnell für die Kamera.

I took a nice walk in the sunshine to the still existing post office in the suburb of Milton where I usually find shelter while I’m here (Milton that is, not the post office). On my way down there I observed that road construction was going on and people had thought of interesting installations. The chipmunk I watched collecting leaves was TOO cute. And TOO fast for my camera.

Am ersten Tag habe ich auch gleich meine, man kann wohl mittlerweile sagen „langjährige Freundin“ Helga getroffen, die sich bald selbst in den Urlaub verabschiedet. Wir kennen uns seit 1994 und wie das so ist mit Leuten, die mit mir in Kontakt kommen: wenn sie nicht aktiv versuchen, den Kontakt abzubrechen, bleibt er bestehen. Wir hatten einen wunderschönen Nachmittag an der Marina Bay in Quincy und haben gequatscht und gequatscht und gequatscht, darüber vergessen, ihren jüngeren Sohn von der Arbeit abzuholen und plötzlich festgestellt dass es schon nach 23 Uhr war. Und wir hätten noch lange weiter quatschen können.

Right on my first day I also went to see my… I guess by now you can say „long-time friend“ Helga who will be off on her own exciting vacation shortly. We met in 1994 and as it usually happens when people don’t actively try to hide from me, I make sure we stay in touch. We had a gorgeous afternoon at Marina Bay in Quincy and talked and talked and talked, meanwhile forgetting to pick up her younger son after work and suddenly realized it was past 11 pm already. And I’m positive we could have continued for hours on end.

Geht es nur mir so oder reicht der Anblick von Wasser und das Gekreische von Möwen, um in den Urlaubsmodus zu geraten? Während ich das hier schreibe, sitze ich bereits im Bus nach New York, wo es morgen endlich losgeht mit der lange erwarteten Stadtexkursion. Ich habe mich brav eingelesen und bin schon sehr gespannt. Bis dann!

Is it just me or can you relate to the fact that just seeing the ocean and hearing the seagulls cry is sufficient to set me into „vacation mode“? While I’m writing this I’m already on the bus to New York where I’ll finally start my long awaited urban geographer’s field trip. I did all the studying and can hardly contain the excitement! See you later!

Barbara

P.S.: Und um das jetzt zu veröffentlichen, sitze ich – wie so oft – in einem Starbucks… wo ich zufällig meine Gruppe beim Frühstück getroffen habe.

P.S.: And now that I’m finally publishing this in a Startbucks (as so often)… where I coincidentally met my group having breakfast…