Madagascar | Sainte Marie


Von Sainte Marie habe ich nicht viel gesehen, denn ich habe hauptsächlich geschlafen und gelesen. Und unglaublich gut gegessen. In einem wunderbaren Hotel, der EcoLodge Ravoraha – in einem Baumhaus.

Sainte Marie… I didn’t see much of because I mainly slept and read books. And had incredibly good food. All this in the wonderful EcoLodge Ravoraha – in a treehouse.

Da habe ich mich eigentlich zwei Tage nicht wegbewegt. Noch nicht mal an den Strand. Zu anstrengend. Außerdem schlabberten die Wellen ja fast bis unter den Baumhausbalkon. Ich habe Geckos beim Revierkampf beobachtet. Oder beim Vorspiel?

I basically didn’t move from that treehouse for two days. Not even to the beach. Too much. And then the waves come up until right under the balcony. I watched geckos fighting. Or at foreplay?

Und dann die Sonnenuntergänge über Madagaskar…

And then the sunsets over Madagascar…

Dann doch noch Spaziergänge am Strand:

But then finally there were strolls on the beach:

Habe den Nachbarinnen beim Fischen zugeguckt:

Watched the neighbors fishing:

Zu einem klitzekleinen Ausflug konnte ich mich dann doch noch aufraffen, zum Piratenfriedhof:

And then I did rally for at least one little excursion, to the pirates‘ cemetery:

Und das war’s 🙂

And that was about it 🙂

Barbara

Madagascar | On the road


Nun doch noch ein kurzer Blick zurück auf Farafanga und die Stätte der Nahrungszufuhr… Egal, wie ich es versucht habe, kein Foto kam ohne Reflektion zustande, aber ich denke, man kann die Herren, die hier gemeinsam für löslichen Kaffee werben, erkennen?

One last look back at Farafanga after all, at the place where we had lunch… No matter how hard I tried, I couldn’t take a picture without reflection but I think you can still recognize this foursome advertizing instant coffee?

Den dienstlichen Teil der Reise vorerst beendet, habe ich mich auf den Weg in den Urlaub gemacht, auf die Insel Sainte Marie, die östlich von Madagaskar im Indischen Ozean zu finden ist. Es war eine zweitägige Anreise per Minibus und Fähre. Und das mit dem Urlaubsfeeling war schwierig, denn zur Abreise des Minibus musste man bereits um 6:15 Uhr anwesend sein. Aber es lief dann wie geschmiert. Für umgerechnet gerade mal 6 Euro ging es auf die achtstündige Fahrt nach Tamatave. Wie sich das in einem relativ neuen und offenbar gut gewarteten Sprinter mit Wifi an Bord rechnet, kann ich nicht sagen. Besonders nicht, wenn man bedenkt, dass die 15-minütige Taxifahrt innerhalb Antananarivos das gleiche gekostet hat.

The business-related part of the trip had ended for the time being and I took off for a brief break on the island of Sainte Marie, in the Indian Ocean off Madagascar’s East Coast. During the two-day trip with minibus and boat I kept repeating Granma’s mantra: half the fun is getting there. It was hard to believe it was actually a vacation as the last check-in on the first day was at 6:15 a.m. already. But all went very smoothly. For about 6 Euros I was safely brought to Tamatave, 8 hours away. I have no idea how you can make any profit comes off of this, traveling in a rather new Sprinter, wifi on board and all. Especially, when I had to pay the exact same amount for the 15-minute taxi ride in Antananarivo already.

Zweifel kamen nur kurz noch mal auf, als die Dame mit dem Helm einstieg… aber das war dann wohl doch eher ein modisches Accessoire. Vorbei am Skandal Buffet (was daran so skandalös ist, muss ich ein anderes Mal herausfinden) und zu den Klängen von „Akropolis Adieu“ (ganz im Ernst…) ging es dann los Richtung Nordosten.

I doubted my decision for only a brief moment when a lady wearing a helmet boarded the bus… but it was obviously a fashion accessory rather than protective gear. We passed the Skandal Buffet (what exactly the scandalous part of that is I will have to find out another time) and listened to Mireille Matthieu’s „Akropolis Adieu“ on the roads to the Northeast.

Die Straße nach Tamatave hatte was von der A61, was den LKW-Verkehr angeht. Nur, dass es eine kurvige Landstraße in oft bergigem Terrain ist, von Schlaglöchern durchsiebt. Ein wahnsinniger Warenverkehr, Unmengen an Tanklastern und ich dachte irgendwie amüsiert, dass man ja den Eindruck bekäme, als würde ganz Madagaskar nur über Tamatave mit Sprit versorgt. Das ist allerdings tatsächlich so, wie ich später erfuhr.

The road to Tamatave is a very busy trade route, lots and lots of trucks. Only that it’s not a highway but a small winding country road in the hills, full of potholes. A crazy amount of traffice, unbelievable numbers of road tankers so that I got to thinking that fuels all over Madagascar must come via this route. Which, it turned out, really is the case.

Tamatave hat einen großen Industriehafen und wir kamen durch das entsprechende Industriegebiet in die Stadt: eine Raffinerie mit sechs oder sieben gigantischen Öltanks (ob noch in Betrieb, weiß ich allerdings nicht). Viel gesehen habe ich von der Stadt sonst leider nicht, denn es war die Weiterreise am Folgetag zu organisieren (nochmal 4 Stunden mit einem Minibus nach Soanierana-Ivongo, Abfahrt 5:30 Uhr, und von dort weiter mit der Fähre nach Sainte Marie). Aber für einen Gang zum Strand am Hotel hat es natürlich noch gereicht!

Tamatave has a large industrial port and we entered the city coming through an industrial area featuring a refinery with six or seven humongeous oil tanks (don’t know whether it’s still funtioning or not). I didn’t get to see all that much of the city, though, as I had to arrange for the second part of the trip: another 4 hours in a mini bus to Soanierana-Ivongo (starting at 5:30…) and then the boat ride to Sainte Marie from there). But of course I checked out the beach right near the hotel where I was staying.

In Soanierana-Ivongo angekommen, ging’s aus dem Minibus direkt in die nächstgelene Bretterbude, wo die Reederei ihren Check-in machte. Von dort wurde man zur Polizei geschickt, die Bretterbude direkt nebendran. Ein jovialer Offizieller nahm meine Daten in einem Schulheft auf, dessen aufgeschlagene Seite er künstlerisch wertvoll mit dem Tagesdatum versehen hatte. „Zuerst einmal: ist es denn Mademoiselle oder Madame?“ Er war so ehrgeizig, als Herkunftsland „Deutschland“ einzutragen… gab aber nach drei Versuchen auf und schlug es im Pass nach. Die Bootsfahrt machte mir wieder bewusst, dass ich seekrank werde… Die See war rauh und die Betreiber waren auf’s schlimmste vorbereitet (siehe unten). Ich kann nicht sagen, wie lange die Überfahrt dauerte, da ich mich ausschließlich auf einen festen Punkt am Horizont konzentriert und gehofft habe, nicht der erste zu sein, der hektisch nach einem Eimer greifen muss. Hat geklappt.

When we reached Soanierana-Ivongo, the check-in for the boat trip was in a shack right next to the bus. They then asked us to register with the police one shack down. A jovial official wrote down my data in an exercise book. The page in use had been artfully adorned with today’s date. „First of all: is it Mademoiselle or Madame?“ He was ambitious enough to try and write „Deutschland“ as current residence… but gave up after three tries and decided to copy it from the passport. The boat ride reminded me that I get seasick – the sea was rough and the crew was prepared for the worst (see below). I can’t tell you how long the ride was because I spent every second of it focusing on a fixed point on the horizon, hoping I wouldn’t be the first to frantically grab one of the buckets. Worked.

Dann war es noch eine 11km lange tuk-tuk-Fahrt zum Hotel und die Erholung konnte beginnen!

All that was needed after that was an 11km tuk-tuk ride to the hotel and… beach time!

Barbara

Madagascar | Pepper


Endlich: ich weiß jetzt, wie es da aussieht, wo der Pfeffer wächst! Könnte schlimmer sein 🙂 Ich hatte vorher nicht darüber nachgedacht, ob Pfeffer an Büschen oder Bäumen wächst, ggf. sogar unter der Erde… alles nicht richtig: er wächst an so einer Art Lianen, die sich an Bäumen hochranken. Deswegen muss man für eine Pfefferplantage erstmal Bäume pflanzen und die dann im weiteren Verlauf auch ordentlich pflegen, ständig beschneiden usw., damit der Pfeffer auch genug Platz hat.

In German you can tell people to „go where the pepper grows!“ if you want them to go and get lost. And I went to find out what it looks like there – not that bad, really 🙂 I have to admit that I hadn’t given it a thought before how pepper grows… on bushes, on trees, maybe even in the ground… all wrong: it grows on some sort of liana that climb up trees. That’s why a pepper plantation starts out growing trees which then need to be well maintained because you need to make sure that the pepper is what grows, the trees not so much.

Man hört auch sonst eine Menge interessanter Dinge: Pfeffer ist umso besser, je schwerer er ist. Richtig guter schwarzer Pfeffer in ein 1-Liter-Gefäß gefüllt wiegt mehr als 600g. Kaufen kann man auch solchen, der vielleicht gerade mal 300g wiegt. Roter Pfeffer ist gar kein Pfeffer (jedenfalls nicht im Zusammenhang mit Madagaskar – vielleicht gibt es ihn irgendwo anders). Alle Versuche, den „wilden Pfeffer“ zu domestizieren, sind bislang fehlgeschlagen. Auf meine Frage, ob man es dann nicht vielleicht einfach lassen soll, guckte mich der Mensch, der in „fragrances and flavors“ macht, etwas ungläubig an. „Aber die Nachfrage! Die Sterneköche sind auf den Geschmack gekommen!“

It was day filled with interesting facts and trivia concerning pepper and other spices: the heavier the pepper, the better. A 1-liter container of real good black pepper will weigh more than 600g. You can get pepper of a quality of less than 300g. Red pepper is not really pepper (at least not what goes for red pepper in Madagascar – maybe there is elsewhere). All attempts at domesticating „wild pepper“ have so far been unsuccessful. My question whether one should simply stop trying was met with a gaze by the guy who is „in fragrances and flavors“ that left no doubt: that’s stupid! „But the demand! All the chefs in Europe and elsewhere are hooked on the taste now!“

Dass Pfeffer ein ziemliches Geschäft ist, zeigt wohl auch eine gigantische Versuchsfläche eines Investors, der es mal ohne Bäume ausprobieren möchte. Mein erster Gedanke bei dem Anblick dieses… Werks blieb unausgesprochen, bis ihn die russische Kollegin formulierte: „Das erinnert mich an das Holocaust-Denkmal in Berlin!“ Die Meinungen der Fachleute sind eher skeptisch. Zwar weniger Arbeit – „aber die Steine werden sich aufheizen, das wird nicht funktionieren!“ Es dauert drei Jahre, bis man den ersten Pfeffer ernten kann. Ich hoffe, dass ich irgendwie erfahren werde, was aus dieser Plantage wird.

One look at this giant test of a new growing method without trees that some investor thought up leaves us in no doubt: pepper is quite a business. I left my first thought unspoken but then our colleague from Russia said it: „That reminds me of the Holocaust memorial in Berlin!“ The experts we were traveling with (and more who we showed pictures to later) were all very skeptical about it. Yes, less work with the trees – „but the rocks will heat up and ruin the plants!“ It takes three years before you have the first harvest. I hope there will be a way to find out about this.

Von wegen Geschäft: der Preis für Vanille ist explodiert und unbezahlbar. Vor 2 Jahren haben wir, wenn ich mich recht erinnere, das Kilo für 80 Euro gekauft. Der Preis liegt derzeit bei 600 Euro. Und die Qualität ist unterirdisch. Der Zusammenhang war mir erst nicht klar, aber weil der Preis so wahnwitzig ist, ernten einerseits die Bauern vor der Reife und andererseits wird überall unreife Vanille geklaut (was die Bauern nur wieder bestärkt, selbst unreif zu ernten, damit sie wenigstens selbst was davon haben). Im Detail erfasst habe ich die Preis-Dynamik aber nicht, wenn ich ehrlich bin. Aber ich verstehe auch keine Aktienkurse, insofern…

Talking about business: the price for vanilla just exploded. Two years ago, we bought vanilla at 80 Euros per kg, if I remember correctly. The current rate is 600 Euros. And on top of that, the quality is really bad. I didn’t see the connection first but because the price is so crazy, the farmers harvest too soon to be sure to get the price. And also, vanilla is being stolen off the plants like crazy which in turn motivates farmers to harvest even sooner so that at least they get the money. I have to say that the details of this dynamic are still beyond me. But then I don’t understand the stock exchange, either, so…

Was auf dem Bild oben ein bisschen an ein Gräberfeld erinnert, ist eine Nelkenplantage. In diesem Fall noch ziemlich kleine Büsche, die durch eine Box aus Palmenblättern vor Wind und Sonne geschützt werden. Ingwer hätte mich noch interessiert – vor allem seit ich weiß, dass Ingweröl ein sehr nachgefragter Stoff ist. In der Parfumindustrie. Für die Zahlenfreaks unter den Lesern: für 1 Liter Öl braucht man 250 kg frische Ingwerwurzeln. Aber weg von Gewürzen und Düften zu der Frage, die am ersten Reisetag wieder aufkam: wo hier alles grün ist und so viel wächst, alles mögliche zum Kauf angeboten wird… warum (und wo) gibt es hier Menschen, die hungern?

Looking at the picture above, I’m reminded of a cemetery but it is in fact a clove plantation. In this case, the bushes are still very small, sitting in these boxes made of palm leaves, protecting them from the wind and the sun. I would have loved to see a place where ginger is grown, too – especially since I got to know that ginger oil is very much in demand. In the perfume industry. Some more numbers: to get 1 liter of ginger oil, you need 250 kg of fresh ginger roots. But let’s move on from spices and fragrances to the questions that we had from day 1 of this trip: with all the lush vegetation where all kinds of things not only grow but are offered on the markets as well… why (and where) are there people who suffer from hunger?

Wenn ein Reisfeld ca. 2 Wochen vor der Ernte so aussieht, wie oben, dann ist das übel. Wir haben den Leiter der Mission Catholique getroffen, der bereits versucht hat, die Regierung auf die Lage in seiner Gemeinde aufmerksam zu machen. Es gibt halt keine Bilder von apathischen Kindern, von verendetem Vieh oder von Boden, der vor Trockenheit aufplatzt. Und die Ernte wird auch nicht gleich 0 ausfallen. Aber je nach Feld nur zwischen 15 und 50% des normalen Ertrags bringen. Das reicht nicht weit und schon gar nicht, um in der nächsten Saison noch was zum Anpflanzen zu haben.

When a rice paddy about two weeks away from harvest time looks like the one above, that’s not good. We have met the head of Mission Catholique who has already tried to raise the government’s attention to the plight of the people in his community. There are no pictures of lethargic children, of dead cattle or of fields that pop open because they are so dry. And it will not be a 0 harvest. But depending on the paddy, it will only yield between 15 to 50% of the normal yield. That won’t take anyone far and let alone leave anything to plant in the next season.

Und wie kommt es dazu? Das passiert, wenn es zu trocken ist, wenn du das erste Mal startest… und das geht vor die Hunde. Dann startest du einen neuen Versuch und den zerhaut dir dann der Zyklon, so dass nicht viel übrig bleibt. Und die Zyklone kommen jedes Jahr – wie die Hurricanes in der Karibik oder die Taifune auf den Philippinen. Schon die Häuser hier sind darauf ausgerichtet: keine standfesten Bauten aus Ziegel und Holz wie im Hochland, sondern einfache Hütten aus Palmblättern oder ähnlichem. Die hat man schnell wieder aufgebaut, wenn sie weggeweht werden. Und weggeweht werden sie mit ziemlicher Regelmäßigkeit.

So how does this happen? It happens, if it’s too dry when you have to start planting for the first time… and that harvest goes down the drain. So you start again, hoping for the second harvest, and then a cyclone hits and doesn’t leave much to speak of. And the cyclones come every year – as the hurricanes in the Caribbean or the typhoons on the Philippines do. The dwellings here tell the tale: no steadfast houses made from brick and wood as in the highlands but very simple huts made from palm leaves or similar materials. They are easily rebuilt when they’re blown away. And blown away they are on a regular basis.

In einem anderen Ort waren wir bei einer Zusammenkunft mit zwischen 20 und 30 Vertretern einzelner Kommunen, für die ein Frühwarnsystem eingerichtet wurde. Das Treffen fand in einem Schulgebäude statt, in dem die Vertreter und wir im wahrsten Sinne des Wortes die Schulbank gedrückt haben, denn für erwachsene Menschen ist das schon eher eine Quetscherei. Wie auch immer: als der erste sprach (auf Madagassisch), dachte ich „Uh-oh, der liest uns die Leviten!“ – so hörte sich zumindest der Tonfall an. War aber dann gar nicht der Fall: er äußerte sich höchst zufrieden, war doch in der letzten Zyklonsaison zum ersten Mal niemand körperlich zu Schaden gekommen. Es wurde noch das eine oder andere hinzugefügt, dann meldete sich ein Herr und meinte, wir könnten hier noch den halben Tag sitzen, aber eigentlich sei alles gesagt. Offensichtlich kein Typ für Bullshit Bingo.

In another village we joined a meeting of about 20 to 30 community representatives where an early warning system for cyclones was put in place. The meeting took place in a school building where we were all sitting squashed into school benches… a little too small for grown-ups! Anyhow, when the first gentleman started to speak (in Malagasy) I thought: „Oh no, that’s bad news!“ – at least that’s what it sounded like. But it wasn’t the case at all: he was highly satisfied as it was the first cyclone season where no-one suffered bodily harm. A few other things were added and then another gentleman said that really, we might as well end it here because everything was said but of course if we wanted to go on and on until night fell… Not a bullshit-bingo type of guy, I guess.

Und mit all dem gesagten habe ich noch kein Wort zu Farafangana verloren… Aber da waren es auch nur stundenlange Meetings in den eigenen Büroräumen und ein bisschen Nightlife: nach einem späten Abendessen im ganze 5 Zimmer umfassenden Hotel „Concombre masquée“ haben wir die neue Beach Bar des Ortes getestet (gemütlich – es wurde mir allerdings vom Sand sammeln an Ort und Stelle strikt abgeraten) und danach noch einen Blick in den „Club“ des Ortes geworfen… oioioi… einfach nicht meins und das fing schon bei der Musik an. Aber man muss ja alles mal erlebt haben. Auch das hier und jetzt anstehende Abendessen, deswegen: auf bald!

So much said already but not a word on Farafangana… but those were only hours and hours of meetings in our own offices and then a little nightlife: after a late dinner at our 5-room hotel „Concombre masquée“ we tested the new beach bar (very nice – but I was told not to collect any sand there) and then we had a brief look at the only dance club in town… oioioi… not my cup of tea at all and that started with the music. But I can say: been there, done that. Things are starting to get hectic in the kitchen so I guess I’d better sit down at the table, so: take care!

Barbara

Madagascar | Manakara


Auf dieser Dienstreise kommt es am laufenden Band zu Planänderungen und man muss einfach flexibel bleiben. Das ist allerdings meiner Herangehensweise auch angepasst, denn ich habe keinen Plan vorab entwickelt, wie ich wo was mit wem besprechen möchte. Schon allein, weil mir der konkrete Bedarf der Kollegen wichtig war – dafür muss Zeit sein. Wie auch immer. Die letzte Planänderung führte auf dem Weg nach Farafangana zu einer Übernachtung in Manakara am Indischen Ozean.

This mission is characterized by constant changes to the schedule and all you can do is stay flexible. I have to say that this serves my own approach to this trip as I have not developed a time table for what to do with whom where. I first wanted to hear what the colleagues had on their minds and adjust my program accordingly. Anyhow. The last change of plan on the way to Farafangana led to an overnight stay in Manakara on the Indian Ocean.

Was für ein Ort! Eine koloniale Gesamtanlage im Verfall, sozusagen. Heftig. Und ich sitze halt im Auto, gucke in der Gegen rum und bin in dem Film, der hier das blühende Leben zeigt. Kolonialismus hin oder her – was für ein perfekt angelegter Ort. Ein Überseehafen, der lange als wichtiger Umschlagplatz gedient hat. Ein richtig großer Kanal (siehe oben), der sich die Ostküste entlang, als Verbindung vieler Seen, nach Norden zieht. Dann die Uferstraße:

What a place! A comprehensive colonial development in decay so to speak. Wow. And I sit in the car, look around and it’s like I’m watching a movie that is set in the heyday of this town. It’s good that colonial times are over but… what a perfectly designed place. I’m in awe, have to say it. A large harbor that for a long time was an important trading spot. A very large canal (see above) that not so much winds its way up the East coast but is more like a straight line connecting lake after lake. And then the waterfront:

Ich habe keine Fotos davon, aber es ist eine Perlenkette an Villenruinen, teilweise bewohnt bzw. besetzt, nehme ich an. Das Haus am Meer. Ja, das Meer. Ich habe es kaum irgendwo so kraftvoll erlebt, an einem Tag, an dem man nicht von Sturm sprechen kann. Trotzdem knallt die Brandung lautstark auf den Strand und die Luft ist voller Salznebel. Der ist überall. Vor allem auf meiner Brille. Schwimmen ist hier nicht angesagt – sogar im Hotelzimmer wird darauf hingewiesen, dass die Strömung mörderisch ist und das Schwimmen deswegen absolut untersagt ist. Das ändert für mich nichts an der Faszination, denn ich bin ja eh der Typ Standspaziergänger.

I do not have any pictures of them but there are numerous, once spectacular villas now lying in ruins, some of them inhabited – I would take a guess and say the families are squatters. The house by the sea. Yes, the sea. I have a hard time remembering a place where I have felt it was so powerful – on a day when you can’t really say it’s windy even. And still the waves noisily crash onto the beach, and the air is full of a salty mist. It’s everywhere. Mainly on my glasses, though. Swimming is not the thing to do here – even in the hotel room there are signs letting you know that the current is no less than murderous and that swimming is therefore strictly forbidden. No problem for me, I’m more the „walk-on-the-beach”-type anyway.

Nach Manakara läuft außerdem die einzige funktionierende Zugverbindung in ganz Madagaskar, aus Fianarantsoa kommend. Also – theoretisch. Praktisch ist auch diese so gut wie eingestellt, da die Lok nicht mehr wirklich will. Zuletzt noch eine Touristenattraktion, die dafür sorgte, dass sich eben jene auch hierhin verliefen, ist die fehlende Planbarkeit jetzt zu abschreckend. Es kann einen Tag dauern oder vier und man kann auch gar nicht ankommen. Die Hotelbetreiberin (eine wunderbare 6-Bungalow-Anlage direkt am Strand) scheint entsprechend vollkommen entschleunigt zu haben. Bereitwillig stimmt sie zu, uns noch ein spätes Mittagesse zu machen. Wir fragen, was sie denn so hat und sie meint: „Garnelen.“ Wir so: „Auch noch was anderes?“ Sie wieder: „Ja, man könnte auch was mit Nudeln machen, vielleicht auch Langusten – aber die Garnelen sind am einfachsten.“ Entwaffnend ehrlich. Wir nehmen die Garnelen.

Manakara is the last stop of the only still functioning train connection in Madagascar, coming from Fianarantsoa. Theoretically, that is. The last engine still in service does not function smoothly anymore. This train used to be a tourist attraction and made sure that at least a few would make it to Manakara but now the lack of security in planning keeps them away. It can take one day or four or maybe you don’t reach your destination at all. The lady who runs our hotel (a charming 6-bungalow garden just behind the beach) has learned to take things slowly. She gladly agrees to prepare a late lunch for us. We wonder what is on offer and she says: „Shrimps.“ And we wonder more: „Anything else?“ And she again: „We could make something involving pasta, maybe crawfish – but the shrimps are easiest, really.“ It doesn’t get any more honest than that, does it? We take the shrimps.

Natürlich gibt es auch eine Art Prachtboulevard, auch wenn selbst die Palmen teilweise nicht mehr prächtig sind. Keine Gegend mit französischen Einfluss ohne gute Croissants und Baguettes – auch hier lässt’s sich in dieser Hinsicht leben. Von den öffentlichen Gebäuden am besten in Schuss ist, wie sollte es anders sein, noch die Kirche. Wie so oft fehlt mir dafür jegliches Verständnis. Ich hoffe mal, dass das ein verlassenes Fabrikgebäude ist und keine Schule:

And of course there’s a wonderful boulevard, even if some of the palm trees are only a shadow of their former selves. And no place under French influence that doesn’t have fantastic croissants and baguettes – so, too, does Manakara! The one public building that is at least somehow in good shape is, take a wild guess, the church. And as usual I lack understanding. Let’s hope the building below is a run down factory building and not the school:

Zum Abschluss noch eine absolute Seltenheit auf diesem Blog – ein Sonnenaufgang! Das erlebe ich ja nur ausgesprochen selten, aber es ist wahr! Ich bin an der Ostküste, die Sonne geht auf! Und um diese Uhrzeit war schon ein kleiner Jogger unterwegs (der ist wirklich gejoggt, hin und her):

Before I let you go, I have a rare thing to share (on this blog that is) – sunrise! That’s just not my time of day usually but it’s true! I’m on the East coast, the sun rises! And there was even this little guy jogging on the beach (seriously: he was running back and forth – just for the exercise):

Doch nun: adieu und auf bald!

Gotta get some sleep! Take care!

Barbara

Madagascar | Deforestation


Die Zeit fliegt und ich habe mich lange nicht gemeldet! Nach dem ersten langen, aber wunderbaren Tag Autofahrt im Hochland waren wir in Ranomafana angekommen, wo auch der Nationalpark gleichen Namens zu finden ist. Da ist Regenwald angesagt und davon gibt es viele Fotos in meinem Beitrag zum Besuch in 2015.

Time is flying and it’s been a while since I last blogged! After that first long but wonderful day driving through the highlands we had reached Ranomafana, on the edges of the national park of the same name. This is rainforest and one of the last stretches of primeval forest in Madagascar. You can have a look at pictures from there in the post I wrote in 2015.

Der neue Tag sollte uns bis Manakara am Indischen Ozean bringen. Auf den Weg geschickt wurden wir mit der telefonischen Ansage des Landesdirektors „Guckt euch mal an, was Abholzung heißt.“ Und dann erwischt man sich dabei, wie man anfängt, die Dinge zu relativieren. „Ja guuuut… Kein Regenwald. Aber das ist doch immer noch total bewachsen und so…“

The next day we were scheduled to go to Manakara on the Indian Ocean. We were sent on the way with a foreboding remark by the country director: „You’ll get a good look at what deforestation means.“ And along the way you catch yourself trying to put things in a weird perspective, like: „Okayyyyy… no rain forest. But there’s still a ton of vegetation…?“

Und es geht weiter: „Ja guuuut… vielleicht nicht mehr 300 oder was verschiedene Schmetterlingsarten, aber eine kurze Pinkelpause reicht schon, um 5 verschiedene zu sehen…“ Wann habe ich in Deutschland zuletzt einen Zitronenfalter gesehen? Ich kann mich nicht erinnern. Wahrscheinlich als Kind. Aber wie verdreht ist das, zu versuchen, diese Tatsache hier als Argument einzubauen?

And I go on: „Okayyyyy… maybe there aren’t 300+ different kinds of butterflies anymore, but just during this short pee break I saw 5 different ones…“ When was the last time I saw a brimstone butterfly in Germany? I do not remember. Probably when I was a kid. But how twisted a try is that to argument sort of in favor of deforestation?

Schließlich gibt man sich vielleicht doch voll zu, wie übel das alles ist – und fragt sich dann, mit welchem Recht man aber Menschen in einem anderen Land erzählen will, dass der Regenwald ein Schatz ist, dass man den erhalten muss, dass da vielleicht finanziell viel mehr rauszuholen ist, wenn der bestehen bleibt – während der Bauer sich nur fragt, wie er die Kinder bis zur nächsten Ernte durchbringen soll. Wie seine Frau kochen soll, ohne Holz. Und das soll man noch glaubhaft rüberbringen, wenn in Deutschland der letzte Rest von sowas wie Primärwald im Hambacher Forst kurz vor dem Aus steht – im Prinzip aus dem gleichen dämlichen Grund?? Oder noch unendlich viel blöder: weil wir noch viel mehr als Holz zum kochen brauchen in riesigen, hell erleuchteten Häusern mit unzähligem und oft sinnlosem elektrischen und elektronischen Schnickschnack? Sagt die Frau mit dem Weihnachtsbaum, der 400 Lichter hat.

And then finally you do admit that this really is a disaster – only to move on to asking yourself how you can go about telling people in other countries that the rainforest is a treasure, something so precious you need to make sure it survives, that maybe there’s a lot of money in it even if you keep it wild – while a farmer is only wondering how to feed his children until the next harvest. How his wife should cook, without wood. And you want to keep a straight face arguing this point while back at home the very last bit of something reminding of primeval forest (Hambacher Forst) is being under threat for basically the exact same reason. Or for a reason exponentially more stupid even: because we need so incredibly more than „wood“ for cooking in our huge, brightly lit houses with countless and often useless electric and electronic gadgets? Says the woman with the Christmas tree that features 400 lights.

Wir können uns noch nicht mal darauf zurückziehen zu sagen: „Das ist alles so gekommen, Bevölkerungswachstum, erst mehr landwirtschaftliche Flächen, dann Industrialisierung, die angetrieben werden musste – aber jetzt haben wir ja dazugelernt und können euch sagen, dass man das besser machen kann.“ Aber dann erreichst du die Gegend, wo du nichts mehr schönreden kannst – weil nichts mehr da ist. Eine Mondlandschaft, oft runter auf den blanken Fels. Ganz kurz dachte ich „Ein bisschen wie Lanzarote (wobei das natürlich viel extremer ist)… und da kriegst du gesagt, dass du bloß nicht von den Pfaden abweichen sollst, denn diese nur millimetergroßen Flechten haben 300 Jahre gebraucht um so weit zu kommen.“

We can’t even put it down to this widely spread line of thought: „This all just happened, you know, population increase, first more area was cleared for agriculture, then industrialization that needed to be powered – but you know, we have learned from that and can tell you how to be better.“ But then you reach the part where you can’t sugarcoat anything anymore – because nothing is left. A moonscape, down to bare rock in places. For a brief moment I thought: „A little like Lanzarote (though that is more extreme)… and when hiking there you are told not to set even one foot off the trail because those millimeter-size lichens took 300 years to grow already.“

Die Frage, ob diese Landschaft überhaupt nochmal auch nur landwirtschaftlich nutzbar gemacht werden kann, wurde bejaht. Es würde wohl so zehn Jahre dauern, den verbliebenen Boden „wiederzubeleben“ usw. – aber wozu? Landwirtschaftliche Flächen gibt es eigentlich genug, es ist der Regenwald, der fehlt. Und deswegen ist es trotz allem gut, dass es auch hier Leute gibt, die das aufhalten wollen. Punkt.

We wondered whether it was at all possible to put these stretches to some use again and were told that yes, in theory. It would probably take about ten years to get the remaining soil into a shape that allowed for agriculture – but what for? There’s plenty of fields around, it’s the rain forest that’s gone. And that’s why, even if in the big context it could be considered hypocritical, it is good that there are people who care, who want to stop it. Period.

Nun zu was ganz anderem: ich habe herausgefunden, was die Frauen, die ich im letzte Beitrag erwähnt habe, in dem Reisfeld gemacht haben: sie haben gefischt. Offenbar gibt es in Reisfeldern ganz kleine Fische, aber der Kollege, den ich gefragt habe meinte, dass es ziemlich unwahrscheinlich ist, dass sie Erfolg hatten. Und wenn doch (das Ding war ja, dass sie überhaupt kein Behältnis dabei hatten), dann würden sie die wohl einfach in ihre Rocktaschen stopfen.

On another note: I did find out what those women I mentioned in the last post were doing in the rice paddies: they were fishing. Apparently, sometimes there are tiny fish in the rice paddies but the colleague I asked said that he doesn’t think they caught any. And if they did (the issue of them not having any container with them) they would probably put them in their skirt pockets.

Auf bald!

Take care!

Barbara

Madagascar | Back again!


Gut zwei Jahre nach meinem Urlaub in Madagaskar in 2015 bin ich nun wieder auf der Insel im Indischen Ozean – dieses Mal dienstlich. Nach einigen ziemlich intensiven Tagen im Landesbüro ging es dann jedoch, „wie immer“ früh morgens los auf eine zweitägige Anfahrt zu einem der Projektstandorte: Farafangana an der Ostküste.

About two years after I had first come to Madagascar on vacation, I have returned to the island in the Indian Ocean – this time on a business mission. After a few intense days at the country office in Antananarivo, we left early one morning to go on a two-day trip (meaning: two days on the road to get there) to one of the sub offices, located in Farafangana on the East coast.

Der erste, elfstündige Tag war durch bekanntes Gebiet, das wir auch 2015 durchfahren hatten… wenn auch mit mehr Zeit für die Menschen und Sehenswürdigkeiten entlang der Straße. Alle Fotos in diesem Beitrag sind aus einem fahrenden Auto gemacht, teilweise bis zu 80 km/h schnell – und manchmal ein bisschen unscharf. Alles war gleich und doch so anders, dass ich aus dem fotografieren nicht herausgekommen bin. Ich war immer noch so fasziniert wie bei der ersten Reise.

The first, 11-hour day of travel took us through known territory – we had been down that stretch in 2015, too… but of course with a little more time on our hands to appreciate the people and sights along the road. All pictures in the post are made from a car on the move, sometimes at up to 80 km/h – so maybe a bit blurry here and there. I recognized so many things but it was still so different that I couldn’t stop taking pictures. I remain about as fascinated as I was during the first trip.

Für diesen Teil der Reise bin ich mit einem Kollegen unterwegs, der den gleichen Eindruck formuliert hat wie ich damals: wo ist der Hunger, den wir hier bekämpfen? Überall waren die Ergebnisse diverser Ernten zu bewundern, von Kürbissen, über Berge von Möhren, Maniokwurzeln und alles mögliche andere. Und auch auf dem Land gehen die Kinder zur Schule, und zwar haufenweise:

I am joined by a colleague for this part of the mission and he had about the same impression I had two years ago: where do we find the hunger that we are fighting? We saw harvested vegetables and grains everywhere: pumpkins, carrots, manioc and much more. And children go to school in droves, also in the countryside:

Mittagspause machten wir in einem Restaurant in Ambositra, von wo aus wir einen Blick über die Reisfelder hatten (ha, nicht aus dem Auto fotografiert!). Wir haben die ganze Zeit gerätselt, womit sich die beiden Damen beschäftigen – es hatte was von Gold waschen: Tuch ins Wasser, rausheben, sortieren, weg. Aber nichts dabei, um ggf. aussortiertes zu sammeln. Meine Interpretation ist: Ungeziefer raussammeln, mit den Fingern platt machen und als Dünger zurückführen. Aber ich könnte extrem danebenliegen.

We had a lunch break in a restaurant in Ambositra where we had a view of the rice paddies (ha, pictures not taken out of a moving car!). We kept wondering what these two ladies were busy with – it looked a bit like panning for gold: they put the sheet in the water, lifted it up, looked at the content, dumped it. But they didn’t carry any containers to collect stuff. My final interpretation: finding insects that could damage the crop, crush them and return as fertilizer. But I could be way off.

Viel Autoverkehr gibt es auch jetzt nicht (und manchmal ist es richtiggehend einsam), aber es kann trotzdem ganz schön haarig werden, besonders wenn man LKWs begegnet – und das womöglich noch in der Umfahrung eines gigantischen Schlaglochs begriffen. Manchmal hilft Beschilderung weiter.

There still isn’t that much motorized traffic (and sometimes it’s rightdown deserted) but still you can get into hairy encounters with trucks – while you are at the same time trying to navigate a pothole of gigantic proportions. At other times, there are plenty of road signs to warn you:

Wollt ihr noch ein paar Eindrücke der Landschaft? Es sind immerhin 43 brauchbare Fotos rausgekommen… die Entscheidung fiel wie immer schwer:

Do you care for some more views of the landscape? I ended up with 43 decent pictures… and as usual I had a hard time making up my mind:

Wir waren wirklich bis Einbruch der Dunkelheit unterwegs – und das Licht wurde eigentlich immer schöner:

We were on the road until sunset – and the closer we got, the nicer the light:

Nach einem einfachen Abendessen haben wir uns dann auch bald auf die Zimmer verzogen – gespannt, was am nächsten Tag folgen würde! Bis dahin!

We had a bite to eat and then soon retired to our rooms – looking forward to what the next day would bring. See you soon!

Barbara