A Day in… VÄXJÖ!


Auf dem Weg zur legendären „Hütte am See“ haben wir einen Tag in Växjö verbracht. Da kann ich ja aufgrund meiner jahrzehntelangen Mats Wilander-Affinität immer wieder hinfahren – aber dieses Mal hat es sich gleich mehrfach gelohnt. Doch kurz vorher haben wir noch einen Stopp in Dädesjö gemacht, um die mittelalterliche Kirche mit den wunderbaren Deckengemälden zu bewundern. Auch ein Erlebnis, wenn man im Gästebuch den Eintrag vom letzten Mal wiederfindet!

On our way to the legendary „Cottage by the lake“ we spent a day in Växjö. Seeing as I’m such a Mats Wilander fan, that’s a place I can return to often – but this time it was special. But before we got there we made a stop in Dädesjö to have a look at the medieval church with its wonderful ceiling paintings. Quite something when you find your own entry in the guest book from the last visit!


Weil wir uns verquatscht und die Ausfahrt verpasst hatten
Der erste Anlaufpunkt in bzw. bei Växjö war die Burgruine Kronoberg. Malerisch im See gelegen, Seerosen noch malerischer davor – es war ja ehrlich gesagt vollkommen egal, was es zu sehen gab bei dem Träumchen von Wetter. So haben wir dann auch noch ein Köttbullar Smörgas im Café daneben genossen bevor es weiterging.

As we had chatted away and missed the exit Our first stop in (or near) Växjö was the ruin of Kronoberg Castle. Situated in a lake it looked like a painting, water lilies pushing the picturesque almost beyond bearable – it didn’t really matter what there was to see at all in this breathtakingly gorgeous weather. So we decided to have a meatball sandwich right there and then, too.

Aber dann ging es auch noch in die Stadt, denn den Dom kann man ja keinem vorenthalten. Vertreter der schwedischen Kirche hatten so einen komischen Stand davor aufgebaut, wo gelbe T-Shirts und Wasser verkauft wurden – so richtig kriegten wir das allerdings zu dem Zeitpunkt noch nicht übereinander und haben erstmal den schönen „Glasbaum“ in Innern bewundert. Den kenne ich in diesem Jahr auch schon 20 Jahre… so lange ist das Austauschjahr schon her, wie mir per soziale Medien vermittelt wurde. Hatte ich ganz vergessen.

But then we hit the city as the cathedral is a must-see. Some people from the Church of Sweden were selling yellow t-shirts and water bottles in front of it – but we couldn’t really wrap our heads around that at the time. So we went inside instead to have a look at the wonderful „glass tree“. I’ve known that for 20 years this year… that’s how long ago the exchange year started – as I was told by friends on a social media website.

Wieder draußen wuchs die Zahl der Menschen in gelb, die hier und da mit Kühltaschen und Klappstühlen ausgerüstet am Dom entlang hasteten – und der Groschen fiel: hier war ein Public Viewing des Achtelfinales Schweden gegen die Schweiz zu erwarten. Unsere weitere Planung änderte sich kurzfristig… meine Mitreisende verlor jegliches Mitbestimmungsrecht.

Outside again there was a marked increase in the number of people in yellow, many of which carried coolers and folding chairs while rushing along the side of the cathedral. I finally made the connection: they were going to attend a Public Viewing of the last sixteen game between Sweden and Switzerland. The planning for the remainder of the day was adjusted promptly as my friend lost any right to determine her own fate.

Wie wir jetzt alle wissen, ging das seht gut aus – aber dann im Viertelfinale nicht mehr. Es könnte darauf zurückzuführen sein, dass wir einen taktischen Fehler begangen haben. Zu diesem Spiel war ich bei einer Freundin eingeladen, die diverse Test-Kuchen vorbereitet hatte. Nicht nur stellten wir übereinstimmend fest, dass der Kuchen mit der England-Fahne der leckerste war – das hätte vielleicht noch keine Folgen gehabt. Aber wir haben die englischen Kuchen nicht platt gemacht! Das konnte ja nicht gut gehen!!! So waren sie dann mittwochs noch Helden und Sonntag sprach man nicht mehr von ihnen. Oder, wie es Ingemar, der Vermieter der Hütte am See zusammenfasste: „Die Engländer waren von Anfang an besser und haben verdient gewonnen. Da danken wir für die gute Unterhaltung bis dahin und genießen nun den Rest des Turniers ohne sie.“

As we all know now, this ended very well for Sweden – though not so much in the quarter finals. Maybe that was due to the fact that we didn’t give a thought to tactics. I was invited at a friends‘ place for that game and she had prepared a few experimental cakes. We tried them all and not only did we all feel that the one decorated with the English flag was the best – we also didn’t finish it off! It just couldn’t end well after that!! And that’s how they were heroes on Wednesday and all but forgotten by Sunday. Or, as Ingemar, our landlord in the cottage put it: „The English team was better from the start and deserved to win. So we thank our team for the entertainment we had and now enjoy the rest of the tournament without them.“

Bis die Tage

See you later

Barbara

A day on… TÄRNÖ


Wahlweise der Schärengarten vor Karlshamn oder Karlskrona war mir bei meinem Besuch 2016 von einer Freundin ans Herz gelegt worden – klitzeklein im Vergleich zu dem vor Stockholm beispielsweise, aber fein. Dazu kam es dann leider nicht mehr wirklich, aber dieses Mal war es soweit. Wir hatten uns für Karlshamn bzw. Matvik als Ausgangspunkt entschieden und für Tärnö, die am weitesten im Meer gelegene Insel. Mein Navi fand den Hafen nicht, so dass wir quasi mit qietschenden Reifen um 10:04 Uhr (Abfahrt 10:05 Uhr) an der Fähre ankamen. Ein hektischer Auftakt also, aber wie immer, wenn ich auf dem Wasser bin, setzte sofort Urlaubsgefühl ein.

Last time I was in Sweden, a friend recommended a tour of the archipelago either off Kalrshamn or Karlskrona – tiny ones when compared to the one off Stockholm for example, but nice. I didn’t get to it back then but this time I made it happen. We chose Karlshamn or Matvik, rather, as the starting point, to go to Tärnö, the island farthest out. My GPS wouldn’t find the harbor so we finally reached it with squealing tires at about 10:04 (the ferry was suppoed to leave 10:05). It was a hectic start but as usual when a boat ride is involved, I instantly relaxed and was back in vacation mode.

Tärnö hatte es mir dann auch direkt angetan… die Insel hat keine dauerhaften Bewohner mehr, es sind nur noch Sommerhäuser. Geteerte Straßen: Fehlanzeige. Autos: Fehlanzeige. Geschäfte und Restaurants: Fehlanzeige. Ein kleiner Kiosk am Hafen, wo ich das in der beschriebenen Hektik vergessene Wasser aufstocken konnte, und kleine Kieswege in die lockere Bebauung mit malerischen „Schwedenhäuschen“. Hatte schon was von Saltkrokan. Vielleicht war auch die Form der Insel gleich überzeugend: sieht sie nicht aus wie ein Elchkopf mit Geweih?

I fell in love with Tärnö instantly… the island has no permanent residents anymore, all the houses are summer cottages. Asphalt roads: none. Cars: none. Shops and restaurants: none. There was a small kiosk at the harbor where luckily I could stock up on water which I had forgotten in the car during our hectic arrival/departure act. Small gravel paths and red and white cottages dotting the landscape. It did feel a bit like Seacrow Island. Maybe I subconsciously found the shape of the island endearing: doesn’t it look like a moose head with antlers and all?

Es war ein gemütlicher Spaziergang durch den bebauten Teil der Insel und ich wäre in so gut wie jedes Haus auf unserem Weg sofort eingezogen… auch ganzjährig, so lange Post kommt 😉 Es herrschte eine wunderbare Stille und nur ganz selten begegnete man mal einem der anderen etwa 20 Passagiere, die mit uns angekommen waren. Und das in der Hochsaison.

It was an easy stroll through the built-up part of the island and I could have moved into just about any of the houses we passed, no questions asked… even year-round, as long as there was mail delivery 😉 it was so wonderfully quiet and only a few times did we meet any of the other about 20 people who had arrived with us. And this is peak season.

Das erste Ziel war die alte und mittlerweile ziemlich tote und hohle Eiche, die über viele Jahr(hundert)e als Orientierungspunkt für Seefahrer diente. Immer noch ziemlich beeindruckend.

The first destination was the centuries old and by now rather dead and hollow oak tree which served as a landmark for seamen for a long time. Still quite impressive.

Weiter ging es vom roten auf den blauen Pfad, zum Leuchtturm. Wobei ich „Turm“ hier fast vermessen finde. Ich nenne ihn nur den kleinen Dicken, gerade mal hoch genug für eine Eingangstür! Ein bisschen weiter erreichten wir den höchsten Punkt, mit Blick auf einige der anderen Inseln.

We continued from the red to the blue path which brought us to the lighthouse. Though „house“ is a bit presumptuous, I think. I’ve come to call him the little chubby one, just about large enough for a front door! I little further down the path we got to the island’s highest point, with view of the archipelago.

Auch auf Tärnö blieben wir unserer Devise treu: viel Ruhe, viel lesen, viel Strand. Aber der Strand ließ zu wünschen übrig. Nicht, weil er eher klein bemessen war (im Zweifelsfall hätte auch die Wiese dahinter noch Liegefläche geboten), sondern weil man nicht ins Wasser kam. Ich habe keinen Weg über die Steine/Felsen in einen schwimmbaren Teil gefunden, alles von Algen überwachsen, so dass das „Überklettern“ ziemlich gewagt schien. Es hat auch sonst keiner geschafft. Ein kleiner Steg mit Treppe ins Wasser wäre vielleicht alles, was es braucht. Eine dringender Hinweis also an die Verantwortlichen in Blekinge!

We stuck to our motto on Tärnö as well: lots of downtime, lots of reading, lots of beach time. But the beach left a lot to be desired. Not because it was small (had it been crowded, the lawn in its back would have offered excellent room as well) but because you couldn’t get into the water. I did not manage to find a way past the rocks to reach a swimmable part – all coverd in slippery algae so that climbing over them was rather risky. Nobody else managed, either. A tiny little landing with a ladder would probabaly do the job. So: an urgent request to the authorities in Blekinge!

Das war’s vorläufig vom Meer – es geht nun auf nach Småland!

This was our Good-bye to the sea, we will now move on to Småland!

Barbara

A few days in… ÖSTERLEN


Schweden hat mich wieder! Nach einer Nacht auf der Fähre machten wir uns gut ausgeruht gleich auf den Weg nach Höllviken, wo ein Wikingermuseum auf dem Plan stand. Was wir nicht wussten: es fand auch ein Wikingermarkt statt und Wikinger-Fans aus ganz Europa und darüber hinaus hatten sich auf den Weg gemacht, um daran teilzunehmen. Es schien, als würden einige den ganzen Sommer lang nur von einem Festival zum anderen ziehen. Bei dem Wetter kann ich mir das auch ganz schön vorstellen in den einfachen Zelten am Lagerfeuer und so weiter… aber bei klassischem Festivalwetter in Matsch und Regen…?

Back in Sweden! After a night on the ferry we reached Trelleborg well rested and moved right on to Höllviken to see the Viking Museum there. What we didn’t realize: they also hosted a Viking Market that weekend and Viking fans (reenacting Viking life) from all over Europe and beyond had come to be a part of it. Apparently, some spend their summers moving from one such place to the next. Seeing as the weather was gorgeous I could have imagined joining them for a while, living in simple tents, cooking on open fires etc… but once it all turned to classic festival weather with mud and rain…?

Das Museum an sich war eine kleine, dunkle und überhitzte Angelegenheit, so dass wir uns schnell aufmachten in den Open Air-Teil, der auch viel interessanter war. Am erstaunlichsten war, wie viele Schoßhündchen der Wikinger an sich so durchfütterte… Aber es gab auch jene, die eindrücklich dabei waren irgendwelche Jagdbeute zu häuten (wenn da mal kein Schoßhündchen darunter war) oder mit tatsächlich einfachsten Mitteln ein Mittagessen zuzubereiten. In der Summe ein schöner Start für diese Reise, die mit Bezug auf die Route sehr der von 2016 ähnelt, aber doch ein paar Neuentdeckungen aufzuweisen hat.

The museum as such was a small, dark and overheated affair so that we quickly made our way to the open air part of it – which was much more interesting anyway. It was amazing to see how many lap dogs the old Vikings kept around… But others were skinning their kill (I hope it wasn’t one of the lap dogs) or preparing their lunches in the simplest possible way. Anyhow, this place was a great start for our trip which is pretty similar to the one in 2016.

Das Wetter war und ist fantastisch – für uns Touristen. Wie wir immer wieder hörten, ist hier seit zwei Monaten kein nennenswerter Regen gefallen und Skåne sieht auch mehr oder weniger aus wie Südfrankreich Ende August. Wer hätte gedacht, dass einem beim Schwedenurlaub mal Sätze wie „Da! Schnell! Da ist noch ein Parkplatz im Schatten!“ oder „Oh, die Hütte hat sogar Klimaanlage!“ entfleuchen. Unsere Unterkünfte waren bislang übrigens alle schön, einmal gab’s Frühstück quasi im Kornfeld.

The weather has been gorgeous – for us tourists. We are told over and over again that (this part of Sweden at least) hasn’t seen any rain worth mentioning in more than two months and Skåne looks pretty much like Southern France at the end of August. Who would have thought that we would ever utter sentences like „Over there! Quick, there’s a parking spot in the shade!“ or „Oh, this cabin has A/C!“ while vacationing in Sweden? The places we stayed at have all been very nice so far. At Björn and Maria’s in Gnalöv we basically had breakfast in a wheat field (okay, next to):

Ein Muss für ein Schweden-Greenhorn wie meine Mitreisende ist meines Erachtens Ales Stenar in Kåseberga – an der Steilküste den Wind um die Nase wehen lassen, Blick auf’s Meer, die Paraglider vorbeihuschend, steinalte Schiffssetzung im Rücken und mit leckerem geräucherten Lachs zur Mittagspause. Zum Abschluss ein Eis am Hafen…

For my travel companion, a greenhorn to Sweden, Ales Stenar in Kåseberga was a must-do, I think – sitting in the breeze at the edge of the cliff, looking out to sea, the paragliders… well, gliding by, the centuries old megalithic monument in our backs and with yummy smoked salmon for lunch. And then an ice-cream for dessert down by the harbor…

Und dann die Strände. Nicht gerade Badewannentemperatur, aber besonders in Sandhammaren (mittlere Fotos) war es wunderbar. Im Stenshuvud Nationalpark war es eine größere Überwindung (unten), aber einmal drin war auch das gut 🙂

And then the beaches. Not exactly bathtub temperature water but Sandhammaren in particular (small pictures in the middle) was just wonderful. It took a bit more to get in at Stenshuvud National Park (bottom picture) but once in it was a pleasure, too 🙂

Apropos Stenshuvud: ich glaube, ich habe Teile gesehen, wo ich vorher noch nie war… oder sollte ich den Leuchtturm und das „Tor des Riesen“ vergessen haben??

Talking about Stenshuvud: I think I got to see parts I’ve never been to before… or could I have forgotten the lighthouse and the „Giant’s Gate“??

Das waren sie, die drei Tage in Österlen… doch es geht noch weiter. Bleibt dran!

Three days in Österlen… but there’s more to come. Stay tuned!

Barbara

Absurdistan

Hat euch eure Mutter / Großmutter / Tante auch immer gewarnt: „Kind, achte auf deine Unterwäsche. Wer weiß, wann man mal per Notarzt ins Krankenhaus kommt und dann wird es sonst peinlich!“? Nun, den Test dieser Theorie habe ich noch nicht durchgezogen, aber drei Polizisten spontan in der Wohnung zu haben, die vor einer Weile mal aufgeräumt und geputzt wurde, steht dem wahrscheinlich in nicht viel nach. Ich glaube die 2m² große Deutschlandfahne, die aus aktuellem Anlass an der Wand hängt, hat da das schlimmste abgefedert.

Were you also warned by your mother / grandmother / aunt: „Child, always take good care of your undergarments. Who knows, maybe one day you’re taken to the hospital by ambulance and then it can be very embarrassing if they are not in good shape!“? Well, I haven’t run that test yet but to have three police(wo)men in your not really recently cleaned apartment on a spontaneous visit probably comes pretty close. I think the fact that a 2m² German flag adorns one wall due to the World Cup helped to distract them.

Aber zurück auf Start. Ich komme halbwegs guter Dinge und halbwegs früh nach Hause (eine Kombination, an die ich mich nicht mehr wirklich erinnere), stecke den Schlüssel ins Schloss – und stelle fest, dass der Schlüssel nicht passt. Das Schloss ist ausgetauscht. DAS SCHLOSS IST AUSGETAUSCHT?! Vermieter angerufen, der weiß von nichts. Was ist hier passiert? Wie sieht die Wohnung aus? Zum Schlüsseldienst geschlappt – der gut bekannte Herr guckt mich an, als hätte ich einen neben mir stehen. Verschiebt aber, verlässlich, wie er ist, einen Termin, um sich erstmal die Lage bei mir anzusehen. Meinen Wohnungsschlüssel muss er gar nicht testen, dem Profi ist per Blick klar: dieser Schlüssel gehört nicht zu diesem Schloss. Die Tür wird aufgebrochen. Im Flur dahinter liegen die Teile des alten Schlosses.

But back to zero. I come home, for once somewhat relaxed and somewhat early (a combination not known in living memory, it seems), put the key in the lock – and notice that the key does not fit. The lock has been changed. THE LOCK HAS BEEN CHANGED?! Called the landlord, who didn’t have a clue. What happened here? What state is the aparmtent in? Trotted over to the locksmith – the gentleman who has been of help a couple of times before looks at me like I’ve lost it. But reliable as he is, he postpones an appointment to check out the situation. Upon arriving, he doesn’t need to test my key, the professional sees at first glance: that key doesn’t go with this lock. He breaks the lock. The pieces of the old lock are scattered on the floor in the hall.

Was zum Teufel ist hier abgegangen? Die Wohnung scheint unberührt. Auf den ersten Blick fehlt nichts, alle (eh nicht aktuelle) Elektronik noch da, Geld liegt auf dem Tisch (okay, waren auch nur schwedische Kronen)… Weil das Schloss professionall entfernt wurde, vermutet der Mensch vom Schlüsseldienst, dass sich jemand aus dem Haus im Stock vertan hat, merkt, dass er nicht reinkommt, und hat den Schlüsseldienst gerufen, die Wohnung ist auf, man bemerkt den Fehler, setzt ein neues Schloss ein und hält verschämt den Mund. Ich rufe die Polizei.

What the f… has happened here? The apartment looks untouched. At first sight, nothing seems to be missing, the electronics are all still there (far from being state of the art anyway), money is on the table (okay, only Swedish krona)… As the lock had apparently been removed professionally, the locksmith thinks someone from the house may have mistaken my apartment for theirs, realized he can’t get in, calls a locksmith, the apartment is open, they realize the mistake, a new lock is put in and they are too embarrassed to admit it all. I call the police.

Die Polizei rückt an, gleich drei BeamtInnen, und können sich auf die Sache erstmal auch keinen Reim machen. Man beginnt eine Befragung im Haus und so langsam beginnt sich das ganze aufzuklären. Ein Herr ein Stockwerk weiter oben fand auf seiner Tür heute einen Brief vom Finanzamt – wegen einer fehlenden Steuererklärung von 2014 versuchte man seiner habhaft zu werden, habe die Tür aufgebrochen und die Schlüssel könne er sich abholen. Nur leider war der Brief zwar an seiner Tür – nur war meine aufgebrochen. Was haben die da verbaselt? Offensichtlich war ja klar, dass die Tür die falsche war… ist es zuviel verlangt, (auch) da eine Nachricht zu hinterlassen? Am Ende kann ich ja froh sein, dass es kein Einbruch war oder sonst irgendwas abstruses – hier läuft ja ansonsten genug abstruses, aber das braucht echt niemand… Also, wenn bei euch mal ein Schloss ausgewechselt ist: am besten beim Finanzamt anrufen! Gute Nacht!

The police come, three officers even, and at first also find this just bizarre. They start questioning the neighbors and slowly some light gets shed on this. A guy from one floor up found a letter from the fiscal authorities on his door today – because of a missing tax declaration from 2014 they were trying to get a hold of him, had broken the lock and told him where to get the keys for the new lock. Unfortunately, the letter was on HIS door – but MINE had been broken. What were they doing? Once open, it was obvious they had chosen the wrong place… is it really too much to ask to leave a message there (,too)? In the end I can be happy it wasn’t a real break-in or something else entirely – there are many strange things going on here but really: nobody needs this kind of excitement… Anyhow, should you ever come home to find a changed lock: better call the fiscal authorities! Good night!

Barbara

Das Sockenstrickerimperium / The Empire of Sock Knitters

Der aufmerksame Leser wird bemerken, dass hier am 1. Juni der traditionelle Beitrag zur Plastikvermeidung ausgeblieben ist. Es war im Mai einfach zu viel los und ich bin so fertig wie das Waldhuhn im Titel dieses Blogs. Aber das liegt nicht nur am Mai, das wäre unfair, denn da war auch ganz schön viel schönes los… mehr so an zwei ausgefallenen Urlauben im letzten Jahr… aber der nächste kommt. 20 Tage noch. Wäre doch gelacht! Irgendwie jedoch ist mir danach, über etwas zu bloggen, was einen den Glauben an die Menschheit wiedergewinnen lassen kann: mein Sockenstrickerimperium!

The attentive reader will have noticed that the traditional post on reducing plastic waste was missing this June. But there was just too much going on in May and I am about as knackered as the title of this blog suggests. It’s not only May to blame, though, that would be hugely unfair, because there were so many wonderful things happening, too… it’s more about two vacations that I didn’t get to go on over the past year… but finally, one is coming up. 20 days to go. Piece of cake. But I’ve felt I needed to blog about something that makes you believe in the good of mankind again: my sock knitter empire!

Nein, ich habe noch nicht vollkommen den Verstand verloren. Die Sache ist die: anlässlich meines jährlichen Hospizbasars werde ich immer gefragt, ob ich nicht auch handgestrickte Socken im Angebot hätte. Hatte ich bislang nie, denn ich hatte keine Sockenstricker „an der Hand“. Das hat sich geändert: im Kollegenkreis fanden sich zwei, so auch in meinem Heimatdorf. Aber ich brauchte mehr. So kam ich auf den Gedanken, auf nebenan.de zu inserieren… „SockenstrickerInnen gesucht!“ Und es meldete sich jemand, B. aus der Südstadt. B. hat auch schon geliefert (siehe oben) und eine weitere Freundin rekrutiert.

No, I haven’t completely lost my mind quite yet. The thing is: each year when I do my fundraiser for the hospice people ask me, why I don’t have handknit socks. Well, easy: because there was nobody to knit them. That has changed: two colleagues have joined the team and another two knitters from my „home village“. But I needed more. So I posted on nebenan.de (a platform restricted to your actual real-life neighborhood): „Sock knitters wanted!“ And someone replied, B. from down the road. B. already delivered, too (see above), and also got a friend on board.

Dann meldete sich D. von der Poppelsdorfer Allee. Die strickt nun nicht nur, sie hat mich auch mit Tauschmaterialien für die Börse ausgestattet, wo ich die Wolle eintausche gegen alles mögliche andere… hauptsächlich Bücher, aber eben auch die Stoffe, die D. mir geschenkt hat. Und nun konnte ich sogar farblich passend zur Geburtsanzeige eine Kleinigkeit beilegen (und die ersten Euros in die Kasse geben). Schließlich war da aber auch noch M., der meinte, seine Mutter aus Siegen stricke am allerliebsten für den guten Zweck und brachte uns in Kontakt. Ich finde das einfach nur fantastisch, dass wildfremde Menschen da so einsteigen. Und Wolle ist auch noch da:

Then I got a message from D. She doesn’t only knit, she also gave me materials to trade in on the platform where I get the wool. I usually trade books but she gave me wonderful materials which have already yielded the wool for three more pairs. I happened to even have a pair of baby socks that matched the color palette of the birth announcement… a nice little something to add to my card (and the first euros in this years fundraiser were raised). But then there was also M. who messaged that his mother was a passionate sock knitter and preferred doing it for a good cause – and got us in touch. This whole thing absolutely blows my mind, total strangers teaming up for this. And there’s more wool:

An dieser Stelle schon jetzt ganz lieben Dank… an die Strickerinnen sowieso, aber auch an die Kollegen in der Poststelle, die diese Knäuel Umschlag für Umschlag entgegennehmen. Es sei schon lange nichts mehr gekommen, meinte einer gestern. „Nur eine Frage der Zeit!“ war meine Antwort, denn drei weitere Ladungen sind unterwegs… Schönes Wochenende euch allen!

I’m already so grateful and would like to thank… the knitters, of course, but also the colleagues in our mail room who receive these wool balls envelope by envelope. „It’s been a while since the last one came,“ one of them said yesterday. „It’s only a matter of time!“ I said, because three more are on their way… Have a great weekend everybody!

Barbara

Tee mit Aussicht / Tea with a View

Am letzten Abend in Dohuk, nach einer vertrackt anstrengenden, aber auch wunderbaren zweiwöchigen Dienstreise, bin ich mit zwei Kollegen noch schnell auf „den“ Berg (als gäbe es hier nur den einen…), um den Tag bei einer Tasse Tee im Sonnenuntergang ausklingen zu lassen.

On my last night in Dohuk, after a very challenging but also truly wonderful two-week mission, I went to „the“ mountain (as if there were only that one…) with two colleagues to enjoy the sunset over a cup of tea – to chill!

Es ist ein beliebter Platz für alle, aber richtig voll war es nicht – wahrscheinlich in Erwartung des beginnenden Ramadans. Den Weg nach oben hätte ich lieber zu Fuß gemacht. Einerseits, um endlich mal etwas Bewegung zu haben (ich freue mich schon sehr auf mein Fahrrad), andererseits, um alle paar Meter stehen bleiben und schon wieder was fotografieren zu können. Zum Beispiel den Blick auf den Stausee des Mosul Damm (der eigentlich noch besser wurde – aber man will ja nicht ständig wieder anhalten… schließlich wartete der Sonnenuntergang ja nicht auf uns).

It is a very popular place but it wasn’t crowded – maybe because it was the night when ramadan started. I would have preferred to walk up there, even if it had taken me all afternoon. On the one hand, I was longing for some exercise (I’m really looking forward to having a bike at my disposal again), and on the other hand so that I could stop stop and linger every few meters, taking in the landscape and taking pictures. The view of the lake created by the Mosul Dam for example (which got to be better than this – but I didn’t want to stop and get out all the time … the sunset was not waiting for us to arrive after all).

Das Licht war wirklich ausgefallen: erstens die untergehende Sonne, dann Staub in der Luft – und der Berg war quasi die Wetterscheide zwischen Sonne und Gewitterwolken. Über den Bergen auf der anderen Seite von Dohuk, oder auch dahinter, ging viel Regen nieder und wir konnten die Blitze beobachten.

The light was really unsual: first of all the setting sun, and then lots of dust in the air – and it seemed like the mountain was like a meteorological divide between sun and a thunderstorm. Looking at the mountains on the other side of Dohuk – or maybe even beyond – we saw lots of rain coming down and watched the lightning.

Oben angekommen war die Auswahl an bunten Sitzmöglichkeiten aus Plastik, die auf dem Berg verteilt waren, schier unendlich und Tee gab es zur Genüge. Im Angebot für den schnellen Hunger: Bohneneintopf. Aber den haben wir uns für das nächste Mal aufgehoben. Und was ist ein geruhsamer Abend ohne eine Shisha?

When we reached the top, there were red and green plastic chairs all over the place, ready to welcome us. And of course there was lots of tea! If you are in need of a snack: have some of the bean soup on offer. We skipped it and decided to try that next time. And it wouldn’t be a perfect night without a shisha, would it?

So eine „Luftaufnahme“ könnte ich immer stundenlang begutachten – und in Ermangelung einer Drohne ist so ein netter Ort mit Tee und Gesprächen doch Gold wert. Eigentlich… es muss beides geben – die Gemütlichkeit kann eine Drohne ja gar nicht bieten! Langsam wurde es auch dunkel und die Verkehrsströme deutlicher sichtbar – wie auch das beleuchtete Riesenrad im Mazi Vergnügungspark.

Aerial views are the best, I could spend hours taking in the details – and still not in possession of a drone a nice place like this with tea and talk is the perfect alternative. Actually… it would have to be both: there’s no way a drone could create this kind of „gemutlichkeit“. It slowly got dark and the traffic arteries became clearly visible – as did the brightly lit ferris wheel at the Mazi amusement park.

Direkt gegenüber der goldenen Moscheekuppel liegt übrigens das Büro. Die Moskitos begannen, uns aufzufressen und ein bisschen frisch wurde es auch, und so ging es dann quasi mehrfach gechillt wieder nach Hause.

Our office, by the way, is located right across from that mosque with the golden cupola. The mosquitoes were eating us alive and it got a bit nippy, too, so that we went back home, „chilled“ in more than one meaning of the word.

Barbara

Grünes Kurdistan / Green Kurdistan

Zurück im irakischen Kurdistan – und gerade noch rechtzeitig, um die Gegend mal grün und nicht total ausgetrocknet zu erleben. Dieser Wunsch muss den Wettergott bewegt haben, Mitte Mai noch mit Temperaturen zwischen 20 und 23 Grad daherzukommen, wo hier eigentlich 40 Grad und Klimaanlagen angesagt sind. Einerseits schön, leider geht das aber auch mit täglichem Regen einher, teilweise in solchen Massen, dass dabei auch Leute umgekommen sind. Aber alles mögliche ist hier erntereif oder kurz davor: Zwiebeln, Kartoffeln, Rhabarber… das Getreide scheint auch nicht mehr allzu lange zu brauchen. Ob die Kirschen, die ich gegessen habe, tatsächlich von hier waren, konnte ich nicht ergründen – aber sie waren lecker.

Back in Iraqi Kurdistan – and just in time to see it in green and not totally parched. This wish on my part must have inspired the weather Gods to wreak a little havoc with the weather here: mid May at 20 to 23 degrees C is unheard of when it should be 40 with ACs running 24/7. On the one hand, that’s pretty comfortable, but on the other hand, this comes with lots of rain, sometimes causing flash floods with fatalities. But all kinds of vegetables are (just about) ready for harvesting: onions, potatoes, rhubarb… cereals may need a little longer still. I don’t know whether the cherries I had were from here but they were very good.

Neben der Arbeit spielt wie gesagt das Wetter auch nicht mit (vorzugsweise schüttet es am späten Nachmittag und Abend), so dass ich einen ziemlich kleinen Bewegungsradius habe. Aber selbst auf dem morgendlichen Spaziergang zum Büro kommt man an diversen, oft liebevoll gepflegten Gärten vorbei. Schade nur, dass mein Kurdisch noch nicht für ein Schwätzchen reicht… Am Donnerstagabend, vor dem Wochenende also, war ich auch ein bisschen an, sagen wir mal: Stuttgart erinnert. Vor ausnahmslos jedem Haus wurde gekehrt, die Rinne gesäubert und aufgeräumt. Kein Pardon.

In addition to having to work, the rains, which usually come in the late afternoon and evening, rather limit my excursions. But the morning walk to the office takes me past a few often lovingly looked after gardens. Such a shame that my non-existent Kurdish keeps me from chatting with the owners who are sometimes there as well. On Thursday evening, which is right before the weekend, I was somewhat reminded of, say… Stuttgart [which is known for rigid cleaning traditions]. There was street sweeping and gutter cleaning going on in front of literally every house.

Die Strecke von Erbil nach Dohuk haben wir übrigens auf einem anderen Weg zurückgelegt als noch vor knapp zwei Jahren – da ist mittlerweile eine Brücke rehabilitiert worden. Oder sagen wir so: soweit zusammengeflickt worden, dass man darüber fahren kann. Sie lädt auf jeden Fall zur sogenannten „Brückenpause“ ein, denn auf der einen Fahrbahn sind Stände aufgebaut: Fischverkäufer, Teehäuser und anderes mehr. Die Kollegin warnte mich glücklicherweise früh genug: „Bloß nicht umrühren, sonst kann man den gar nicht mehr trinken!!“ Geschätzte zwei Esslöffel Zucker auf einen großen Schluck Tee.

We went from Erbil to Dohuk on another road than when I was here last almost two years ago – in the meantime, a bridge has been rehabilitated. Or let’s put it this way: patched together to make it somewhat passable. Anyhow, it is a welcome stop for what has come to be called the „bridge break“, as one lane serves as a service area with tea houses, a fish shop and others. My colleague luckily wanred me in time: „Do not – under no circumstances! – stir or you really can’t drink that tea!“ It must have been about two table spoons of sugar in not much more than one large sip of tea.

Nun haltet einen Moment inne und stellt euch noch vor, dass euch – nicht hier, aber an anderer Stelle – zu diesem Tee noch folgendes Dessert-Buffet präsentiert wird. Ich höre meine Zähne quasi schreien – bzw. die Bauchspeicheldrüse „Insulin! Insulin! Mehr Insulin!“ japsen.

Now pause for a moment and imagine that you will be offered – not here, but other places – a dessert buffet like the following to go with that tea. I can practically hear my teeth scream – or the pancreas gasping „Insulin! Insulin! More insulin!“

Aber vielleicht wird es auch gerade ein bisschen spät… Gute Nacht und bis bald aus Kurdistan!

But maybe it is just getting a little late… Good night and bye for now from Kurdistan!

Barbara