A Day on the Way to and in… TRIBERG!


Zweiter Tag im Schwarzwald: Zeit für eine ordentliche Wanderung. Auch das Wetter sollte halbwegs mitspielen – zwar keine Sonne, aber auch kein Regen. Der Plan: von St. Georgen nach Triberg und dort zu den höchsten Wasserfällen Deutschlands. So prahlt auf jeden Fall der Flyer. Der erste Teil brachte mich auf den gleichen Weg wie am Vortag – und ich schwöre, über Nacht sind neue Pilze gewachsen.

Second day in the Black Forest: time for a real hike. And the weather was not going to spoil it, either – no sunshine but also no rain. The plan: walk from St. Georgen to Triberg and see Germany’s highest waterfall there (or so the flyer boasts). I had already walked the very first part the day before – and I swear, new mushrooms had grown over night.

Sollte das überhaupt möglich sein, war der größte Teil der Wanderung noch einsamer. Nach einem wieder einmal sehr ausgiebigen Frühstück hatte ich auch ein Lunch Paket dabei, das ich im Guesthouse bestellt hatte. Die Neugier brachte mich bald dazu, mir das mal genauer anzusehen, aber es war derart umfangreich, dass die letzten Brote erst auf der Zugfahrt zurück verputzt werden konnten (okay, ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte kam noch dazwischen).

If at all possible, there were even fewer people around this time, at least for most of the hike. After another grand breakfast I got a packed lunch prepared by the guesthouse. I was soon curious to see what it all was – and it was so huge that I had the last sandwiches on the train back at the end of the day (okay, I also had to try a slice of Black Forest cake in the afternoon).

Dieses Mal gab es neben Wald auch weite Ausblicke mit oft wunderbarem Farbenspiel des Herbstlaubs.

This time there wasn’t only forest but also wonderful vistas and lots of beautiful fall foliage:

Die eifrigen Eichhörnchen waren zu fix, um sich fotografieren zu lassen, aber neben dem Tannenhäher gab es noch andere interessierte Typen am Wegesrand:

The busy squirrels were too quick to be photographed but in addition to the spotted nutcracker (sounds more fun in English than in German…) there were a few more interested characters along the way:

In Triberg angekommen ist es noch ein gutes Stück entlang der Hauptverkehrsstraße den Berg hoch – und es wird sehr touristisch. Für den Zugang zu den Wasserfällen muss man Eintritt zahlen, aber der weiter steil den Berg hochgehende Pfad entlang der ca. 160m Höhenunterschied, die die Fälle über sieben Stufen überwinden, ist gut ausgebaut und mit Infotafeln gespickt. Für einen Wochentag im November bei mäßigem Wetter war ziemlich was los – ich möchte mir das nicht im Sommer vorstellen.

When I reached Triberg I had to walk along the main road into the center of town – quite a steep affair already. You need to get a ticket to get access to the falls but at least the path along the falls (an incline of 160m) is well maintained and offers quite a few info posts. Considering that it was a week day in November with not exactly nice weather there was a sizeable crowd – I don’t want to imagine what it’s like in the summer.

Der Ort Triberg ist nicht so malerisch, wie er sein könnte – trotz der interessanten alten (?) Schilder:

Triberg itself is not as picturesque as it could be – despite the interesting old (?) signs:

Es ist nicht verwunderlich, aber es gibt eine Menge Souvenirläden – mal mehr, mal weniger hochwertig. Die Schnitzkunst steht in der Gegend hoch im Kurs und es gibt wirklich schöne Objekte, die allerdings auch ihren Preis haben. In einem Geschäft war ein Schild „Wir sind kein Museum, wir möchten Ihnen etwas schönes verkaufen.“ Es könnte also offenbar besser laufen, das Geschäft. Die berühmten Kuckucksuhren sind im Überfluss vorhanden. Ich würde zwar nie auf den Gedanken kommen, mir eine zu kaufen, war aber dann doch fasziniert von den verschiedenen „Szenen“, die da kreiert werden. Und wenn ich schon lange mit dem Gedanken spiele, mir eine Weihnachtspyramide zuzulegen – wieso dann keine Kuckucksuhr? So rein prinzipiell? Es bleibt bei „auf keinen Fall“, aber einen kleinen Eindruck möchte ich euch doch geben – vielleicht ist es ja was für euch?

It’s not surprising that there are a number of souvenir shops – sometimes more, sometimes less high quality. Carpentry is a craft traditionally practised here and there are really marvellous objects to be had but they are quite expensive. One store had a sign up „We are not a museum, we would like to sell you something nice.“ It seems business could be better. The famous cuckoo clocks can be found in abundance. I would never consider getting one but was still fascinated by all the „scenes“ that were created. And as I’ve been thinking about getting a Christmas pyramid for years already – why not a cuckoo clock? In general, I mean? I rest with my „no way!“, but I would like to show you a few. Maybe you fall in love?

Es gibt auch, hm, zeitgenössischere Ausführungen:

There are also more contemporary designs:

Schon im Dunkeln wieder in St. Georgen angekommen, konnte ich den Kunsthandwerk-Markt natürlich nicht links liegen lassen, aber ich habe mich am Riemen gerissen. Rechtschaffen müde bin ich dann auch recht bald ins Bett gefallen…

It was already dark when I got back to St. Georgen but of course I couldn’t skip the crafts show they had that night. But relax, I was a good girl. Soon after reaching the guesthouse I crashed and had a good night’s sleep…

Barbara

A Day in… ST. GEORGEN!


Schwarzwald, ich bin im Schwarzwald! Es war ein vages Gefühl von „ich muss hier raus“ kombiniert mit dem Flyer des neuen Kailash Guesthouse in St. Georgen, der mir in den Briefkasten flatterte, komplett mit einem Anschreiben unterzeichnet mit „Herzliche Grüße nach so langer Zeit, Daniela und Peter.“ Wer?! Das fand ich bald heraus – es war so ungefähr 15 Jahre her… jedenfalls bin ich jetzt hier.

Black Forest, I’m in the Black Forest! It was this opaque feeling of „I need to get away“ combined with a flyer advertizing the new Kailash Guesthouse in St. Georgen that found its way to my mailbox, complete with an accompanying letter signed „Best regards after such a long time, Daniela and Peter.“ Who?! I found out soon enough – it’s been about 15 years… anyhow, now I’m here.

Wie spontan das war zeigte sich schon gestern bei der Anreise. Es war mir nur vage klar, dass ich nach Süden Richtung Schweiz fahren würde und noch während ich mich fragte, ob ich von dem Megastau wegen umgekippten Schwertransports auf der A Hab ich vergessen betroffen wäre, stieß ich auf das Schild „France 1000m.“ Was jetzt? Ich war also noch kurz in Frankreich und konnte dann, im Gegenverkehr, erleben, wie sich die feierabendliche rush hour von Deutschland Richtung Frankreich gestaltet. Wahnsinn. Und je näher ich dem Ziel kam, umso alpiner wurde die Straßenführung und ich überlegte, ob der Schwarzwald wohl seinen Namen daher hat, dass es hier nach Sonnenuntergang dunkel ist wie in einem Affenarsch. Pardon, aber das genau habe ich gedacht. So gut wie keine Straßenbeleuchtungen. Ich habe noch nie so viele Menschen mit Stirnlampen rumlaufen sehen.

Let me tell you a bit about getting here so you get an idea of how spontaneous that trip is. I was only vaguely aware of the routing (South towards Switzerland) and listening to the traffic advisory started wondering whether I would be affected by the mega traffic jam on route whatever when I passed a sign „France 1000m.“ What? I was on a little detour through France and when getting towards Germany again got an idea, by way of the oncoming traffic, of what the rush hour between the countries is like here. Crazy. The closer I got to my destination, the more Alpine the roads got and I thought that the Black Forest may have gotten its name because it’s as dark as a monkey’s bum, as we so nicely put it in German, after the sun has set. Sorry, but that was my thought verbatim. Next to no street lighting. I’ve never seen so many people walking around with head lamps.

Der Morgen danach begann mit einem gemütlichen Frühstück und einer Erkundung St. Georgens. Ich war auch nicht darauf vorbereitet, dass es hier so viele Backsteinhäuser unterschiedlichster Facon gibt. Der Ursprung der Stadt geht wohl auf ein Benediktinerkloster zurück, dessen Reste vor einigen Jahren im wahrsten Sinne des Wortes zubetoniert wurden – der Marktplatz ist ein Schandfleck erster Güte. Aber dann guckt man halt da hin, wo es schön ist oder es interessantes zu sehen gibt.

My first morning started with a cozy breakfast and a stroll through central St. Georgen. I was also not prepared to see that there is a lot of brick architecture in the Black Forest. The first settlement St. Georgen was a Benedictine monastery the remains of which were literally covered in concrete a few decades ago – the central square is a major eyesore. But then don’t linger, go where it’s nice or interesting.

Bei bestem Wetter (und wegen Feiertags geschlossener Geschäfte) zog es mich aber raus in den Wald. Vom Guesthouse aus hat man den in zehn Minuten Fußweg erreicht. Trotz des Feiertags und trotz fantastischen Wetters war ich so gut wie allein unterwegs. Wenn da mal alle halbe Stunde ein Jogger oder Mountainbiker vorbeikam oder ein Wanderer in Gegenrichtung. Diese wunderbare Ruhe. Wind in den Tannenwipfeln, Vogelgezwitscher – und womöglich ein vorbeihuschender Elch. Oder ein vornübergebeugter Jogger im braunen Dress. Ich tendiere zum Elch.

As the weather was absolutely gorgeous (and the stores closed due to a public holiday) I was drawn to the woods, where you get within a ten-minute walk from the guesthouse. And despite it being a holiday with gorgeous weather, there was hardly anyone around. I met a few joggers and the odd mountain biker, a few hikers. This wonderful silence. Wind in the tree tops, birds chirping – and possibly even a moose scurrying by in the distance. Or a stooped over jogger in a brown suit. I tend to believe it was a moose.

Muße, ungefähr 57 Fotos von Pilzen zu schießen. Der eine sah aus, als ob Alice (die aus dem Wunderland) dran geknabbert hätte, aber die Wasserpfeife schmauchende Raupe war weit und breit nicht zu sehen.

Being at leisure to take about 57 pictures of mushrooms. One looked as if Alice (of Wonderland fame) had taken a bite – but the hookah smoking caterpillar was nowhere to be seen.

Ich war ohne Karte unterwegs und bin etwas orientierungslos durch die Gegend gestolpert, aber wirklich verlaufen kann man sich eigentlich nicht, denn alles ist gut ausgeschildert. Man muss halt nur mit einem Mindestmaß an Konzentration bei der Sache sein 🙂 Die Wege sind nicht nur im Wald, einen leichten Sonnenbrand kann man sich auch einfangen, wenn man sich für ein Kapitel mit einem guten Buch auf einer Bank im Sonnenschein niederlässt.

I was out and about without a map and didn’t really know where I was going. But then you can’t really get lost as there are tons of signs. It’s just a matter of mustering a minimum of concentration 🙂 Also, the paths are not all deep in the not so dark forest – I think I got a little sunburnt while sitting on a sunny bench with a good book.

Es war ein sehr guter Auftakt – mal sehen, was die kommenden Tage noch in petto haben.

It was a great start into my stay – let’s see what the next days have in store for me.

Barbara

An afternoon in… EKSJÖ!


An der Chronologie doktore ich hier ein bisschen rum… Eksjö haben wir nämlich eigentlich am gleichen Tag gemacht wie die Elche und Skurugata – aber das kann man ja gar nicht alles in einen Beitrag fassen. Wir haben uns hier sogar eine Stadtführung gegönnt, als die einzigen daran interessierten Touristen. Wir waren kurz davor, die Fliege zu machen, als die Stadtführerin noch auftauchte und uns eine kurzweilge Stunde lang viel über Geschichte und Architektur Eksjös nahegebracht hat.

I have doctored the chronology a bit here… in fact, we did Eksjö on the same day as the moose and Skurugata – but it’s just too much for one post (and one day?!). We treated ourselves to a guided tour here – the only tourists who were interested as it turned out. We were just about to make a quick exit when the guide showed up and did a very interesting one-hour tour of the old town, filling us in on Eksjö’s history and architecture.

Eksjö bezeichnet sich selbst als die „Holzstadt“: die weiterhin den mittelalterlichen Stadtplan wiederspiegelnde nördliche Altstadt steht komplett unter Denkmalschutz und ist wirklich malerisch. Eine große Lücke besteht im Zentrum, wo erst im August 2015 das größte Gebäude niedergebrannt ist. Glücklicherweise konnte ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude verhindert werden.

Eksjö calls itself the „wooden city“: the Northern part of the old city is still set up along the medieval plan, is listed as a whole and really quite picturesque. There is one huge gap in the center, though, where the largest building burned down as recently as August 2015. Luckily, the fore department managed to keep the flames away from the neigboring houses.

Besonders interessant sind die diversen „gård“ – was übersetzt so ziemlich alles sein kann von Hof über Anwesen bis Innenhof: es sind an vier Seiten umbaute Grundstücke, die durch mindestens eine Hofeinfahrt erreichbar sind. Das können Bauernhöfe sein, aber auch Geschäfte bzw. Handelsplätze oder Handwerksbetriebe. Ein solcher ist der Krusagården, wo im Laufe der Jahrhunderte so unterschiedliche Dinge wie eine Gerberei und eine Schnappsbrennrei untergebracht waren. 1946 sollte er abgerissen werden und es formierte sich Widerstand dagegen – er wurde erhalten und insgesamt wurde man sich der Einzigartigkeit der Bebauung bewusster. Krusagården jedenfalls ist nun im Besitz der Stadt und ist eine Art Kulturzentrum. Wir wurden allerdings hauptsächlich deshalb darauf aufmerksam, weil draußen ein Schild „LOPPIS“ stand 🙂 Dazu gab es aber auch frische Waffeln mit Erdbeermarmelade und Sahne, Live-Musik und gemütliche Atmosphäre. Was die Hummel zum Absturz brachte, blieb unerforscht.

There are a number of „gård“ who are of special interest – the word can mean just about anything from estate to courtyard: they are properties with walls on all four sides, accessible via one or more gate(s). They can be farms but also stores or trading posts – or a crafts enterprise. One such place is Krusagården which hosted all kinds of enterprises over the centuries, including a tannery and a distillery. In 1946 it was decided to tear it down but that decision met unexpected resistance – the plans were scrapped and the inhabitants of Eksjö became in general more aware of their unique architectural heritage. Krusagården is now owned by the city and a cultural center. We were attracted to it by a sign outside, though, saying „LOPPIS“ 🙂 But we also had a fresh waffle with strawberry jam and whipped cream, live music and great „gemutlichkeit“. The reason for the crash of the bumblebee remained a mystery.

Am Marktplatz, der die Grenze zwischen der nördlichen und südlichen Altstadt darstellt, steht die im 19. Jahrhundert gebaute Kirche. Die ersetzt eine alte, damals als zu dunkel empfundene Holzkirche… aber Altar und Kanzel wurden (neben so einigen anderen Stücken) in die neue Kirche integriert.

The market square marks the border between the Northern and the Southern part of the old town. At its Eastern side is Eksjö church which was built in the late 19th century, replacing a medieval wooden church that people at the time found too dark, apparently… But the altar and the pulpit (among quite a few other objects) were integrated in the new building.

Ohne unsere Stadtführerin wären uns neben den Informationen zur Geschichte auch so kleine Details wie die Schutzvorrichtungen an Hausecken, die Schäden durch die Kurve zu eng nehmende Kutschen vermeiden sollten, gar nicht aufgefallen. Oder später hinzugefügte zweite Stockwerke, die aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen über den ersten Stock hinausragen.

Only thanks to our guide did we learn so much about the history in general and the tiny little details in particular: like these protective measures on the corner of houses that were put in place to make sure that carriages trying to round the corner wouldn’t damage it in the process. Or the second stories of buildings that were added later and for some irreproducible reason were larger than the first floor.

In der Summe hätte ich vielleicht auch einfach kommentarlos die Sammlung an Türen aus Eksjö posten können – eine schöner als die andere… wobei die mit dem beidseitigen Treppenaufgang (die einzige solche) und das dazugehörige Haus wohl mein Favorit ist:

I guess I could have just posted my collection of Eksjö doors as a comment-free synopsis of our visit, one more beautiful than the next… I particularly like the one with the two-sided stairwell (the only of its kind) and the house that goes with it:

Auf bald!

Take care!

Barbara

A Day on the Way to… VETLANDA!


Hin und wieder bekam man den Eindruck, man sei in Indien unterwegs… was so den Fokus auf die Kuh angeht. Nicht viel exotischer war offenbar unser Vorhaben, zwei Nächte in Vetlanda zu verbringen. „Vet-LAN-da?!“ fragte uns jeder, der es hörte – „was um alles in der Welt macht ihr denn in Vetlanda?“ Naja, wir wären nie hingekommen, wenn wir nicht eigentlich einen Freund und seine Familie in der Nähe hätten besuchen wollen – der aber, als Flüchtling, mal kurzfristig 500km „umgezogen“ wurde. Ich rätsele immer noch ob der Frage, warum ein anerkannter Flüchtling innerhalb ziemlich kurzer „Warnung“ wieder umgezogen wird (in das vierte mir bekannte Umfeld) und wie die Leute dann irgendwann mal Fuß fassen sollen, aber das steht auf einem anderen Blatt. In Vetlanda haben wir tatsächlich nichts unternommen. Auch dem Hinweis, dass dort vor ca. 65 Jahren leckere Soldaten stationiert waren, die von der Schulausbildung ablenkten, sind wir nicht weiter nachgegangen.

Every now and then it felt a little bit as if we were traveling in India… as far as the focus on cows is concerned. Apparently, our two-night stay in Vetlanda was no less exotic. „Vet-LAN-da?!“ everybody gasped when we mentioned it – „what on earth do you want to do in Vetlanda?“ Well, we would never have considered it, hadn’t it been for a friend and his family we wanted to see who lived close by – but who, as refugees, had been moved 500km north at short notice. I still wonder what the rationale behind this is, to move people who have all the papers they need yet again (to the fourth place I know of) and how they are supposed to ever manage to actually settle. Anyhow – we did not do anything worth mentioning in Vetlanda. We also didn’t follow up on the cue that about 65 years ago there were handsome soldiers stationed there who distracted our source from her studies.

Stattdessen fuhren wir zum Skullaryd Älgpark – ein Schweden-Aufenthalt ohne Besuch bei den Elchen ist für mich nicht mehr möglich! Zuerst sahen wir jedoch das Rotwild – ca. 70 Tiere, die recht zügig angetrabt kamen und so ein bisschen Serengeti-Feeling aufkommen ließen. Und der Chef der Truppe, Albin, kam etwas ruhig, aber dennoch geschäftig, hinterher – und benahm sich genauso, wie er auf dem Foto (oben rechts) den Eindruck macht: leicht genervt, aber die Sache voll im Griff. Trotzdem ging es mir ja so wirklich nur um die Elche, die wesentlich ruhiger waren und sich gaaaaaanz langsam von ihren Schattenplätzen erhoben und mal rübergeschlenkert kamen, um zu sehen, was denn so Sache sei.

Instead, we went to Skullaryd Älgpark – a visit in Sweden without seeing moose seems impossible! We first got to see a huge group of red deer – about 70 animals who came trotting towards us at quite a pace and gave us a little stampede feeling. And the boss of them, Albin, approached us a little later, a calm authoritiy, somehow still bustling – and behaved just what it looks like on the picture (top right): just a tad annoyed, but everything under control. But really, all I wanted to see was the moose who were a lot calmer and ever so slowly decided to get up from their spot in the shade and sort of swing over to see what the hype was all about.

Den Specht haben wir auf einer Wanderung am Nachmittag gesehen. Gehört haben wir ihn schnell, ihn zu sehen dauerte eine Weile. Und das Foto, gegen einen bedeckten Himmel fotografiert, musste ich etwas bearbeiten, damit man sein Federkleid erkennen kann. Die Wanderung an sich brachte uns zur Skurugata, einer Schlucht, und weiter zum Skuruhatt, dem mit 337m höchsten Punkt in Småland.

We saw that woodpecker on a hike in the afternoon. We had heard him long before we could locate him. And the photo, taken against a cloudy sky, needed a little manipulation for the plumage to show. The hike brought us to Skurugata, a ravine, and on to Skuruhatt, at 337m / 1105 ft. the highest elevation in Småland.

So einige natürliche Formationen haben mich an die Serie Jordskott denken lassen – „die Rache des Waldes.“ Vielleicht hätte ich die doch nicht gucken sollen, denn hier und da kam mir schon der Gedanke, dass da aus dem komischen Hohlraum ja jetzt die Mörderwurzeln kommen und mich runterziehen wollen oder so… Die Schlucht jedoch brachte mich auf ganz andere und viel schönere Gedanken. Besonders an der Stelle mit der Geröllhalde sah das für mich eindeutig aus wie die Wolfsschlucht in der Mattisburg bei Ronja Räubertochter.

Some of the formations in nature that we came across did remind me a bit of the TV show Jordskott (in German somewhat aptly subtitled „Revenge of the Woods“). Maybe I shouldn’t have watched it after all as every now and then I did feel that some sort of murderous root was going to shoot out of some weird cavity to drag me underneath… The ravine, however, triggered quite different and much nicer thoughts (especially the part with the scree): to me, it looked a lot like the chasm cutting through Matt’s Fort in Ronja, the Robber’s Daughter.

Auf dem Skuruhatt angekommen, war für mich eigentlich klar, dass das der Ort für Ronjas Frühlingsschrei gewesen sein muss. Ich konnte mich mit meinem Sommerschrei noch gerade so im Zaum halten:

Upon reaching Skuruhatt, it was obvious to me that this must have been the place for Ronja’s spring howl. I did manage to refrain from a summer howl myself:

Meine Kamera mit diesem Megazoom macht mich noch zum Vogelliebhaber. Wenn ich das richtig recherchiert habe, handelt es sich bei diesem Exemplar um einen männlichen Buchfink… Wir mussten uns quasi zwingen, den Rückweg anzutreten – gerne wäre ich bis zum Sonnenuntergang geblieben, aber das hätte noch einige Stunden gedauert.

My camera with its megazoom will convert me into a bird watcher one of these days. If I researched this correctly, the bird is a common chaffinch (male)… we practically had to force ourselves to head back again – I would have loved to stay until the sun set but that was still hours to go.

Und dann gab es ja noch einen Tag, den wir nicht in Vetlanda verbracht haben…

And then there was another day that we didn’t spent in Vetlanda…

Barbara

Hours Upon Hours Spent at… LOPPIS


Loppis ist kein Ort in Schweden – aber jeder Ort kann Loppis sein. Ein Loppis (loppmarknad) ist ein Flohmarkt. Aber anders als hier ist das meistens keine großartig angekündigte Sache gigantischen Ausmaßes, sondern ein Sammler, der sonntags seine Garage öffnet, ein Besitzer eines alten Hofs in der småländischen Einsamkeit, der die Scheune umfunktioniert hat und wann immer er da ist, das Schild „LOPPIS – öppet“ an die Straße hängt. Die Fotos hier sind allerdings alle vom kommerziellen Loppis in Moheda, der jeden Samstagnachmittag stattfindet.

Loppis is not the name of a Swedish town – but every town can potentially have a Loppis. A Loppis (loppmarknad) is a flea market. But often it’s not a huge official thing that’s been published in the papers but maybe a collector opening his garage on Sunday afternoons, the owner of an old farm in the solitude of Småland who has found a new use for the large barn and puts up the sign „LOPPIS – öppet“ by the main road whenever he’s available. The pictures here, though, are all from a larger commercial loppis in Moheda who is open every Saturday afternoon.

Es gibt so ziemlich alles – und es ist die Hölle los. Ein Café gab es dort auch und eine Würstchenbude. Aber die kleineren waren mir lieber, da kommt man mit den Verkäufern ins Gespräch und kann auch noch was zur Gegend in Erfahrung bringen und überhaupt einfach quatschen. Einer der letzten, den wir aufgetan haben, war auch ein größerer Akt, der nur für drei Wochen, aber täglich geöffnet war und von der örtlichen Kirchengemeinde organisiert war. Wahnsinn, das Angebot – und es warteten noch Wagenladungen voller Kisten auf’s Auspacken.

There’s nothing you can’t get – and it’s crowded. They even had a café and a hot dog stall. But I much preferred the smaller ones where you can chat with the sellers and find out about the region and whatever else. One of the last ones we found was also a larger event that was only going on for three weeks but open daily, organized from the local church community. The range of items was incredible – and there were still truckloads of boxes waiting to be unpacked.

Sagen wir mal so: es war ein Segen und ein Fluch, dass ich ein Auto zur Verfügung hatte…

Let’s put it this way: it was a blessing and a curse that I had a car at my disposal…

… und solltet ihr hören, dass ich beim nächsten Mal mit Anhänger fahre, schreitet ein!

… and should you hear that I plan to take a trailer next time, please do intervene!

Barbara

Another Week in… ÄLMHULT!


Falls das Foto allein die Aussage nicht rüberbringt: es blieb weiter sonnig… und warum ich basierend auf der Erfahrung des letzten Aufenthalts nicht gleich zwei Wochen in die Hütte am See gezogen bin, wird mir für immer ein Rätsel bleiben. Unverändert hat mich eigentlich nichts weggezogen vom See, gemütlichen Frühstücks auf der Terrasse, Sonnenuntergang auf der Hollywood-Schaukel…

Just in case the picture above doesn’t get the idea across: it continued to be sunny! And why exactly I came for only one week again (well knowing from my last stay how absolutely wonderful it would be), will forever remain a mystery. And again, I had a hard time parting with the lake, cozy breakfasts on the terrace, sunsets seen from the porch swing…

Es passt so unglaublich gut, dass ich mich selbst morgens schon zum schwimmen aufraffen kann… Aber dann könnte es nach Frühstück und/oder Mittagessen mit viel frischem Obst auch einfach in einem Nachmittag lesen am Strand enden!

It is just so wonderful that even I can get motivated for a swim in the morning already… But after a breakfast and/or lunch with lots of fresh fruit I could just call it a day and retire to the beach to spend the rest of the day reading!

Aber mit Aussicht auf ein leckeres Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee im Garten-Café konnte ich auch dazu bewogen werden, mir (erneut) Linnés Råshult anzusehen… Und nur einen Monat später im Jahr sah es doch sehr anders aus – was sicher auch am lange ausgebliebenen Regen lag.

But with the prospect of having a yummy piece of cake and a coffee in the garden café I could be persuaded to see Linné’s Råshult (again)… And only one month later than last time, things looked decidedly different – maybe that was exacerbated by the drought this year.

Im Gegensatz zum letzten Mal habe ich auch die große Runde kennengelernt, die unter anderem auch solch postkartenkitschige Aussichten bereithielt:

This time I also managed to do the „large loop“ which offered views like this one – if you saw it on a postcard you’d think it’s unreal or this exceptional place… but we saw them over and over again:

Ein weiteres Ziel war das IKEA Museum in Älmhult, das ich gut gemacht und in großen Teilen auch sehr interessant fand. In Sachen Geschäftskarriere bin ich offenbar auf dem richtigen Weg: IKEA-Gründer Ingvar Kamprad fing mit Streichhölzern und… Weihnachtskarten an. Das kann also was werden 😉 Die teilweise jahrzehntealten Beispielzimmer waren faszinierend – im folgenden Bild oben ist eine aus dem Katalog von 1962, darunter in klein von 1999 (links) und 1976 (rechts).

On another day we made it to the IKEA Museum in Älmhult, which I found to be very well made and for the most part very interesting, too. As for entrepreneurship I seem to be on the right way: IKEA founder Ingvar Kmaprad started out with matches and… Christmas cards. I’m getting there 😉 The sample rooms from different decades were fascinating – the picture below shows one from the 1962 catalogue on top (followed by 1999 and 1976, left to right).

Zuletzt gab es eine Ausstellung unter anderem zu IKEAHacks – Gegenständen (oder Kunstwerken), die aus IKEA-Möbelsätzen gefertigt, aber abgewandelt wurden. Oder auch die schwedische Tracht aus den blauen und gelben IKEA-Tüten.

The last part was dedicated to IKEAHacks – items (or pieces of art) that were made by modifying the original purpose of a certain IKEA product. Or the traditional Swedish dress made from IKEA’s blue and yellow bags.

Also, nächstes Mal zwei Wochen, mindestens. Und für den Fall, dass sich einer fragt: wir hatten nicht einen einzigen Tag ein echtes Mückenproblem, das Mückenspray wurde nicht gebraucht. Vielleicht auch ein Ausnahmezustand, aber egal… es war ein Fakt! Doch nun auf bald!

Alright then: two weeks next time, minimum. And just in case you were wondering: there was not a single day that we were really plagued by mosquitos, I brought the repellent in vain. Maybe that is exceptional, too but anyhow: it was a fact! Take care!

Barbara

A Day in… VÄXJÖ!


Auf dem Weg zur legendären „Hütte am See“ haben wir einen Tag in Växjö verbracht. Da kann ich ja aufgrund meiner jahrzehntelangen Mats Wilander-Affinität immer wieder hinfahren – aber dieses Mal hat es sich gleich mehrfach gelohnt. Doch kurz vorher haben wir noch einen Stopp in Dädesjö gemacht, um die mittelalterliche Kirche mit den wunderbaren Deckengemälden zu bewundern. Auch ein Erlebnis, wenn man im Gästebuch den Eintrag vom letzten Mal wiederfindet!

On our way to the legendary „Cottage by the lake“ we spent a day in Växjö. Seeing as I’m such a Mats Wilander fan, that’s a place I can return to often – but this time it was special. But before we got there we made a stop in Dädesjö to have a look at the medieval church with its wonderful ceiling paintings. Quite something when you find your own entry in the guest book from the last visit!


Weil wir uns verquatscht und die Ausfahrt verpasst hatten
Der erste Anlaufpunkt in bzw. bei Växjö war die Burgruine Kronoberg. Malerisch im See gelegen, Seerosen noch malerischer davor – es war ja ehrlich gesagt vollkommen egal, was es zu sehen gab bei dem Träumchen von Wetter. So haben wir dann auch noch ein Köttbullar Smörgas im Café daneben genossen bevor es weiterging.

As we had chatted away and missed the exit Our first stop in (or near) Växjö was the ruin of Kronoberg Castle. Situated in a lake it looked like a painting, water lilies pushing the picturesque almost beyond bearable – it didn’t really matter what there was to see at all in this breathtakingly gorgeous weather. So we decided to have a meatball sandwich right there and then, too.

Aber dann ging es auch noch in die Stadt, denn den Dom kann man ja keinem vorenthalten. Vertreter der schwedischen Kirche hatten so einen komischen Stand davor aufgebaut, wo gelbe T-Shirts und Wasser verkauft wurden – so richtig kriegten wir das allerdings zu dem Zeitpunkt noch nicht übereinander und haben erstmal den schönen „Glasbaum“ in Innern bewundert. Den kenne ich in diesem Jahr auch schon 20 Jahre… so lange ist das Austauschjahr schon her, wie mir per soziale Medien vermittelt wurde. Hatte ich ganz vergessen.

But then we hit the city as the cathedral is a must-see. Some people from the Church of Sweden were selling yellow t-shirts and water bottles in front of it – but we couldn’t really wrap our heads around that at the time. So we went inside instead to have a look at the wonderful „glass tree“. I’ve known that for 20 years this year… that’s how long ago the exchange year started – as I was told by friends on a social media website.

Wieder draußen wuchs die Zahl der Menschen in gelb, die hier und da mit Kühltaschen und Klappstühlen ausgerüstet am Dom entlang hasteten – und der Groschen fiel: hier war ein Public Viewing des Achtelfinales Schweden gegen die Schweiz zu erwarten. Unsere weitere Planung änderte sich kurzfristig… meine Mitreisende verlor jegliches Mitbestimmungsrecht.

Outside again there was a marked increase in the number of people in yellow, many of which carried coolers and folding chairs while rushing along the side of the cathedral. I finally made the connection: they were going to attend a Public Viewing of the last sixteen game between Sweden and Switzerland. The planning for the remainder of the day was adjusted promptly as my friend lost any right to determine her own fate.

Wie wir jetzt alle wissen, ging das seht gut aus – aber dann im Viertelfinale nicht mehr. Es könnte darauf zurückzuführen sein, dass wir einen taktischen Fehler begangen haben. Zu diesem Spiel war ich bei einer Freundin eingeladen, die diverse Test-Kuchen vorbereitet hatte. Nicht nur stellten wir übereinstimmend fest, dass der Kuchen mit der England-Fahne der leckerste war – das hätte vielleicht noch keine Folgen gehabt. Aber wir haben die englischen Kuchen nicht platt gemacht! Das konnte ja nicht gut gehen!!! So waren sie dann mittwochs noch Helden und Sonntag sprach man nicht mehr von ihnen. Oder, wie es Ingemar, der Vermieter der Hütte am See zusammenfasste: „Die Engländer waren von Anfang an besser und haben verdient gewonnen. Da danken wir für die gute Unterhaltung bis dahin und genießen nun den Rest des Turniers ohne sie.“

As we all know now, this ended very well for Sweden – though not so much in the quarter finals. Maybe that was due to the fact that we didn’t give a thought to tactics. I was invited at a friends‘ place for that game and she had prepared a few experimental cakes. We tried them all and not only did we all feel that the one decorated with the English flag was the best – we also didn’t finish it off! It just couldn’t end well after that!! And that’s how they were heroes on Wednesday and all but forgotten by Sunday. Or, as Ingemar, our landlord in the cottage put it: „The English team was better from the start and deserved to win. So we thank our team for the entertainment we had and now enjoy the rest of the tournament without them.“

Bis die Tage

See you later

Barbara