Two Weeks looking for… Fall Foliage


Schon beim Anflug auf den Logan Airport in Boston ging mir auf einmal auf: ich war seit 23 Jahren nicht mehr im Oktober hier! Es ist schon dunkel! Man kann Cape Cod ja kaum erkennen! Ich bin noch nie im Dunkeln hier gelandet! Da ist ja der Mond! Ihr versteht. Oder vielleicht auch nicht. Jedenfalls freute ich mich auch auf wunderschön bunte Herbstbelaubung, aber dafür war ich dann wohl doch zu früh dran.

It was already when the plane was approaching Logan Airport in Boston that I suddenly realized: it’s been 23 years since I was last here in October! It’s already dark! I can hardly make out Cape Cod! I’ve never landed here in October! That’s the moon over there! You get the picture. Or maybe not. Anyhow, I was also very much looking forward to seeing the fall foliage but as it turned out, I was about two weeks too early for that.

Aber Herbststimmung gab’s genug – bei teilweise sommerlichen Temperaturen. Hier gab’s im Oktober Abende, die lauer waren, als ungefähr 90% aller Abende des diesjährigen deutschen Sommers. Schon ein kleiner Spaziergang in der Nachbarschaft brachte einiges an wunderschönen Motiven zutage.

And yet there was plenty of fall atmosphere around – though with temperatures that felt more like summer. There were evenings here this October, that felt a lot more balmy than about 90% of all summer nights in Germany this year. And only a little stroll in the neighborhood yielded quite a few beautiful motifs.

Und das eine oder andere Statement.

And one or the other statement.

Ein ganz kleines bisschen weiter war das Laub schon am Hudson River. Dorthin hatten wir im Rahmen des New Haven-Wochenendes einen Ausflug unternommen und sind ein bisschen gewandert, auf der Suche nach dem Ausblick auf der Webseite des Hudson Highlands State Park. Wir haben uns wohl nicht für den richtigen Trail entschieden – schön war es trotzdem.

There’s already a little more fall foliage along the Hudson River. We went there on a day trip as part of that New Haven weekend and did a little hiking, looking for the view that heads the website of Hudson Highlands State Park. Apparently, we did not choose the right trail – but it was beautiful nevertheless.

Sieht nicht gerade bunt aus? Moment…

It doesn’t exactly look very colorful? Hold on…

Besser? Ich denke ja! Und ich denke, ich sollte mal eine mehrtägige Wanderung irgendwo mit wunderbarem Herbstlaub planen… Aber erstmal: bis bald!

Better? I think so! I also think that I should make a plan for a multi-day hike somewhere with beautiful fall foliage… but for now: see you soon!

Barbara

Auf in die Berge! / On to the Mountains!


Meine Oma vor Bergpanoroma – ohne Fernglas! [Inwiefern das relevant ist, kann man hier nachlesen.] Sie wurde am 19. März 1914 geboren und wäre somit heute 103 Jahre alt geworden. Damit ist dieser Beitrag eine Art Geburtstagsgruß. Sie hieß übrigens Josefine, genannt Finchen. Dass es meine Großeltern in die Berge zog, war mir bekannt. Südtirol, Berchtesgaden, Schellenberg, Meran – davon haben wir immer Erzählungen gehört. Von strafrechtlichen Verfolgungen wegen Dienstahls war allerdings nie die Rede! Einen Zeugen gab es ja – der wirkt in der Ferne auch irgendwie, als würde er gleich laut schreiend darauf aufmerksam machen:

My Grandma and the mountains – without binoculars! [Check out here in how far this is relevant.] She was born on March 19, 1914 and thus would have been 103 years old today. So I guess this post can be considered a sort of birthday greeting. Her name was Josefine, by the way, also called Finchen. I’ve always known that my grandparents were drawn to the mountains. South Tyrol, Berchtesgaden, Schellenberg, Meran – all places that we heard of all the time. I wonder whether she was ever prosecuted for theft while abroad? There was a witness after all – and from a distance he seems to be making up his mind whether he should let the world know:

Wer da Mittäter ist – schwer zu sagen. Was auch immer irgendwie vermittelt wurde (jedenfalls ist es so angekommen), war, dass man in den Bergen wandert, also so auf die sportliche Art. Und das eine oder andere Foto sieht auch ein bisschen so aus, als wären sie auf einer richtigen Tour unterwegs. Obwohl, besagte Zigarre sollte einem eigentlich jegliche Illusion nehmen.

I have no clue, as so often, who the co-perpetrator there was. Somehow, I had always perceived these vacations as focused on nature and real hiking. And a couple of photos here and there can lead you to believe that they were roughing it. But then, the omnipresent cigar should be enough to disillusion the intent observer.

Mein Onkel, der das folgende Foto vorab sah (in der Hoffnung, die Identität der Dame ganz links klären zu können – konnte er aber nicht), kommentierte so in etwa „Der Club Städter in Schuhen mit Absatz kraxelt auf dem Gletscher rum!“ …den, welchen auch immer, es heute wahrscheinlich gar nicht mehr gibt. Jedenfalls bestimmt nicht in dieser Form.

My uncle, who saw the following picture earlier (hoping that he might know the lady on the left which he didn’t), said something to the extent of „A group of city slickers with high heels scrambling across the glacier!“ …which, come to think of it, is probably no longer there to be scrambled upon. At least not as it was back then.

Dabei stimmt das mit den Großstädtern ja nicht so ganz. Meine Oma kommt aus der Eifel und hat nach Düsseldorf geheiratet; ihre Schwester Irmgard (genannt Mimi; vorne im Bild) war nach Frankfurt verheiratet. Eine weitere Schwester, Maria, nach Neuss. Holla die Landflucht. Aber sie waren alle ihr Leben lang mit „dem Land“ verbunden. Ich halte es nicht für unmöglich, dass hier eine der beiden mit im Heu war – aber das kann man nicht wirklich erkennen.

But then they are not real city slickers, not all of them. My Grandma comes from a small village in the Eifel (not the one I come from, though) and married in Düsseldorf, her sister Irmgard (called Mimi; squatting in front) in Frankfurt. A third sister, Maria, in Neuss. Talk about urbanisation. But they all kept a connection to „the countryside.“ I even think it’s possible that one of them helped making hay – but you really can’t tell.

Wenn man im Urlaub also nicht unpassend ausgestattet Gletscher malträtiert, Äpfel geklaut oder Rehe bestaunt hat, dann hat man sich Einblicke in lokales Brauchtum verschafft…

And when they didn’t tackle glaciers ill-equipped, steal apples or admire deer, then they got immersed in local traditions…

… nahm die Seilbahn zur Bergstation, draußen nur Kännchen…

… took the cable car to the mountain station…

… oder hielt sich auf aktuellem Stand die Weltpolitik betreffend (oder auch die Bundesliga – ab wann gab es den „Kicker“?):

… or kept abreast of global developments (or possibly the Bundesliga):

Und zum guten Schluss ist mir dann doch tatsächlich auch noch ein Foto vom Urlaub AM MEER untergekommen. Dass hier alles anders ist, wird noch dadurch unterstrichen, dass die Zigarre fehlt. Und wo starrt er hin, mein Opa Karl? Ich starre gewöhnlich in die Ferne, hier sieht es vom Winkel her eher so aus, als sei es die belgische Küste und irgendwelche hohen Hotelbunker.

And there was actually one picture of a vacation BY THE SEA. And there, everything is different, which you can tell by the mere fact that the cigar is missing. And what is he staring at, my Grandpa karl? I usually stare at the horizon… this angle looks like this might be the Belgian coast and he’s staring at some incredibly high and ugly monstrosity that go for hotels there.

Wie auch immer: die Liebe für (hoch)alpine Bereiche hat sich nicht vererbt. Ich ziehe so ziemlich jede andere Landschaft vor. Und wenn Meer dabei ist, ist es immer gut. Mal sehen, was ich im Rahmen der Nostalgie-Tour demnächst zu berichten habe…

Anyhow, I did not inherit that love of alpine environments. Actually, I prefer just about every other landscape. And when an ocean is a part of it, it’s always a plus. This nostalgic tour will continue. At some point…

Barbara

Hiking in… CINQUE TERRE | Day Four

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Kurz hatte ich überlegt, zu diesem vierten Tag nur ein einziges Foto kommentarlos einzustellen. Aber ein, zwei vorher spiegeln vielleicht wenigstens so ein bisschen wieder, wie es zu dem größten „Wow-Moment“ dieser Reise kam. Es war unbestritten die Königsetappe. Die längste. Die abwechslungsreichste. Die gefährlichst nahe am Abgrund verlaufende.

For a brief moment I considered to post only a single picture portraying that fourth day, without any comments. But a couple of pictures leading to that one might give you at least an inkling of an idea as to how „wow“ this day was. It was without any doubt the queens stage. The longest. The most diverse. The most perilously close to the abyss.

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Das Feld zog sich ziemlich auseinander, jeder ging sein Tempo, und so kam dieser „Wow-Moment“ vollkommen schweigsam auf mich zu.

Our group had disintegrated, everybody walking at their own pace, so this „wow moment“ hit me silently:

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Und erst als wir auf dem Rückweg von Porto Venere nach Riomaggiore von der Fähre auf diese Steilküste geguckt haben, wurde mir zum ersten Mal so richtig klar, was neben der körperlichen Herausforderung der Reiz am Bergsteigen ist: der Blick. Der Blick von der Fähre, hätte ich keinen anderen gehabt, wäre schön und durchaus befriedigend gewesen, nettes Urlaubsfeeling. Aber durch den Vergleich war das absolut für den Arsch zum Vergessen. Ein vollkommen andere Liga. Der Blick von hoch oben wird noch lange in meinem Kopf rumgeistern.

It was only on the boat back to Riomaggiore from Porto Venere, when I was looking at the cliffs from below that I realized for the first time ever what draws people to mountain climbing (in addition to the physical challenge of course): the view. The view from the boat, if I hadn’t had a different one, would have been beautiful and certainly satisfactory, leaving you with a nice vacation feeling. But because I could now compare it to the other one it was reduced to nothingness. A different league altogether. The view from up above will be on my mind for a while to come.

Barbara

Hiking in… CINQUE TERRE | Day Three

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Tag drei und der Wettergott blieb uns hold. So auch der Ablauf: erstmal ordentlich den Berg hoch, dieses Mal ohne Anfahrt, direkt von Riomaggiore Richtung Norden. Im Gegensatz zum gestrigen Tag war es ein vergleichsweise wenig frequentierter Wanderweg. Es scheint sich die Spreu vom Weizen zu trennen und die Aussage meiner Vermieterin bestätigt sich: es sind die Deutschen und die Franzosen die hierher kommen, um zu wandern. Die ungefähre Verteilung von 7 Amerikanern, 5 Deutschen, 3 Chinesen, 3 Franzosen und 2 anderen auf einen 1 Italiener in den Gastronomiebetrieben und Souvenirläden an der Küste hat sich gewandelt.

Day Three and Saint Peter continued to be on our side, sun still shining. And the course of things remained unchanged as well: up a steep hill first thing in the morning, this time from Riomaggiore, direction North. There were not half as many people about as yesterday – it seems the wheat is separated from the chaff on this trail. So what my landlady said is true: it’s the Germans and the French who come here to hike. The approximate distribution to be found in restaurants and souvenir shops at the coast (7 Americans, 5 Germans, 3 Chinese, 3 Frenchmen and 2 others per Italian) has changed.

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Auf dem Höhenrücken angekommen, ging’s nicht gleich wieder runter nach Manarola auf der anderen Seite, sondern wir blieben erstmal auf einem etwas erholsameren Pfad durch die Weinterrassen und meine Gesichtsfarbe durfte sich kurzzeitig mal wieder normaliseren.

When we reached the ridge we didn’t descend to Manarola on the other side but stayed on an easy path through the wine terraces for a while, so the color of my face was slowly returning to normal. For a moment.

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Das Ziel der Mittagspause war das Örtchen Volastra, etwas im Hinterland auf einem Berg gelegen… einmal eine gewisse Höhe erreicht, tut es mir dann um jeden Schritt leid, den es wieder bergrunter geht, besagtes Ziel vor Augen:

We were going to have our lunch break in the village of Volastra, a little further inland, of course on a hill… once we had reached a certain elevation I regretted every step that was going downhill again, the aforementioned destination in clear sight:

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Ein ruhiger, offenbar eher wohlhabenderer Ort mit einer Art Picknickbereich nahe der Kirche, aber auch ein Restaurant und zwei, drei kleine Geschäfte – da konnte man wunderbar Pause machen, bevor es dann weiter ging, erneut nach Corniglia.

A quiet, apparently well-off village with a kind of picknick area close to the church but also a restaurant and two or three little shops – perfect for our little break. We then continued on our way to Corniglia.

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Trotz oder gerade wegen der ungewohnt intensiven körperlichen Betätigung stehe ich staunend und irgendwie beschwingt an jeder Wegbiegung, der Blick auf das glitzernde Blau des Meeres oder leicht gedopt vom Duft der Kiefern, an denen wir vielleicht gerade vorbeikommen.

Despite or because of the unusual and intense exercise I stand marvelling and somehow exhilarated at every turn of the path, with a view of the sparkling blue of the sea and a little dazed from the scent of the pine trees which we pass every here and there.

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Bin ganz schön platt nach diesem Tag… und morgen steht noch die wohl herausfordenste Etappe an. Bin gespannt!

I truly am knackered after this day… and tomorrow we’ll be on the most challenging leg, I hear. I’m looking forward to it!

Barbara

Hiking in… CINQUE TERRE | Day Two

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Was den Fußballnachwuchs an der ligurischen Küste angeht, dachte ich schon, es gäbe außer dem Kirchenvorplatz doch noch eine Trainingsstätte in Riomaggiore, aber nein: Fußballspielen explizit verboten. Ich bin morgens schon vor der anstehenden Wanderung unterwegs… bin einfach zu früh wach. Das muss sich dringend wieder ändern. Die Post liegt auf dem Weg und macht um 8:20 Uhr auf (ja, nicht 8:15, nicht 8:30!), die Stadtreinigung ist unterwegs und auch sonst lassen sich hier und da interessante Dinge finden.

I briefly thought I had found a second spot for training (in addition to the square in front of the church) and that there was hope for the junior soccer players along the Ligurian coast but no: soccer play explicitly prohibited. I’m out and about rather long before the actual hike… I just wake up way too early. That has to change again soon. The post office is on my way to practically anywhere and opens at 8:20 (yes, not 8:15, not 8:30!), street cleaning is going on and there are always a few interesting things to see.

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Die Smartphone-Besitzer unter uns brachten die Statistik des Vortags mit: 22.490 Schritte bei 161 Stockwerken. Heute ging es zum Start wieder nach Monterosso, allerdings mit dem Zug. Von dort dann nach Vernazza und nach der Mittagspause weiter nach Corniglia. Wie es nicht anders sein kann, startete auch diese Wanderung mit einem heftigen Anstieg – das ist morgens wirklich nochmal eine besondere Herausforderung, hoch in die Weinberge.

We were informed about yesterday’s statistics by the smartphone users amongst us: 22,490 footsteps and 161 floors climbed. This morning brought us back to Monterosso but this time by train. Destination Vernazza for lunch break and then on to Corniglia. And again the day started with an intense ascent – it really is a special challenge first thing in the morning. This time it was through vineyards.

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Der Wein kann nicht teuer genug bezahlt werden, soviel ist nach der Plackerei klar! Aber soviel gibt es auch gar nicht mehr. Offenbar wurde allein in den letzten 15 Jahren mehr als die Hälfte der Weinberge aufgegeben. Die Bewirtschaftung im Cinque Terre Nationalpark (ob nun als Weinberge, Olivenhaine oder was auch immer), im Rahmen derer die Terrassierung inkl. der über 6.700 km Trockenmauern gepflegt wird, ist aber eigentlich die Voraussetzung dafür, dass dieses Weltkulturerbe als solches erhalten werden kann. Sonst wird alles einfach überwuchert. Schon jetzt ist an vielen Stellen von der Terrassierung nicht mehr viel zu erkennen. Touristen können Weinberge für 20 Jahre „adoptieren“ und entweder unter Anleitung selbst entsprechend bewirtschaften oder gegen Bares von einer Kooperative pflegen lassen.

You can’t really pay too much for the wine, that’s what we felt walking up the mountain. But there isn’t all that much any more anyway. I understand that more than half of all areas used for wine or rather grape cultivation has been abandoned over the past 15 years alone. The agricultural cultivation in Cinque Terre National Park (be it vineyards, olive groves or others) is essential to ensure that this Cultural Heritage can be saved: the terraces and more than 6,700 km of dry stone walls need to be taken care of on a regular basis or else will quickly be overgrown and disintegrate. There are large tracts already where you can only guess at the terracing. Tourists can now „adopt“ a vineyard and either be taught to cultivate it themselves or pay a cooperative to have it taken care of.

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Diese Wanderung wurde auch dadurch anstrengend, dass sie einer Autobahn im Ferienverkehr glich. Relative Menschenmassen, mal mehr, mal weniger gut auf eine Wanderung vorbereitet, schoben sich durch die Berge. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Tatsache, dass diese Route quasi als „Küstenpfad“ geführt wird mit dazu beiträgt, dass Leute sich darauf einlassen und in Flipflops und Bikini unterwegs sind.

This hike was also challenging because it felt like being on a major highway at the start of summer vacation. Quite a crowd out there on the paths, some more, some less well prepared for it. I’m pretty sure that the fact that this section is basically called a „coastal trail“ has something to do with people thinking it’s a nice stroll to do in flipflops and a bikini.

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Allerdings hat mich auch das nicht auf den Wahnsinn in Vernazza vorbereitet. Dieser Ort ist absolut überrannt von Touristen, die von den Fähren einfallen wie die wilden Horden. Und dabei ist die Hochsaison vorbei. Ich bin wirklich jemand, der gerne durch Städtchen streift (und mir ist vollkommen klar, dass ich auch ein Tourist bin), den Markt besucht, in so ziemlich jedes einzelne Geschäft guckt – das war zuviel hier. Ich habe mich nur noch auf eine halbwegs ruhige Kaimauer gerettet. Linkerhand eine deutsches Ehepaar, er: „Das ist viel zu viel Trubel hier.“ Rechterhand eine amerikanische Familie, der etwa 40-jährige Sohn, der vielleicht als Austauschstudent Italien bereist hatte und der Familie nun all die schönen Orte zeigen will, sagt nur erschüttert: „Das kann man kaum glauben, dass das ein richtig verschlafener Ort war, als ich hier war…“ Nach dieser Erfahrung bin ich soweit zu sagen: ja, zumeist wunderbares Wandern mit fantastischen Aussichten – aber spart euch das. Das ist vollkommen irre.

Nothing prepared me for the insantiy of Vernazza, though. This little town is in the iron grip of the tourist hordes who invade by the hundreds from the ferries. And it’s not even high season anymore. I truly enjoy exploring little towns like this (and full well realize that I am a tourist, too), checking out the farmer’s market and just about every single little boutique – but this was just too much. I found a somewhat quiet spot out on the breakwater. A German couple was sitting to my left, he said: „The hustle and bustle here ist too much.“ To the right an American family, the maybe 40-year old son, who may have brought his parents to finally see all the beautiful spots he’d experienced as an exchanged student many moons ago, shaking his head in disbelief saying: „Seeing this you can’t believe that this was a sleepy little village when I was here, can you?“ After Vernazza I’m inclined to say: yes, very nice hiking with spectacular views – but pass on it. It’s insane.

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Auf nach Corniglia, dem einzigen der fünf Orte, der nicht in dem Sinne am Wasser liegt:

On to Corniglia, the only of the five towns that isn’t exactly by the sea:

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Und Corniglia hat es ein bisschen wieder rausgerissen. Vielleicht war die letzte Fähre schon weg, als wir ankamen, jedenfalls konnte man den Ort in manchen Teilen ungestört erkunden und so u.a. auf das beste Pistazieneis überhaupt stoßen (bei Alberto… da waren sogar ganze Pistazien drin) oder ein Kaltgetränk auf einer Terrasse hoch über dem Meer einnehmen.

Corniglia made up for it a little bit. Maybe the last boat had already left when we arrived? I was almost by myself exploring parts of the town and among other things discovered the best pistachio ice-cream ever (at Alberto’s… whole pistacios even!) or cold drinks on a terrace with a breathtaking view high above the ocean.

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Allein der Weg zum Bahnhof ist den Besuch wert: der liegt nämlich im Gegensatz zum Ort mehr oder weniger auf Meeresniveau und man erreicht ihn über eine nicht enden wollende Zickzack-Treppe. Ich bin ja eigentlich ein obsessiver Treppenstufenzähler, aber ich konnte mich nicht mehr konzentrieren. Man ist minutenlang nur mit dem Treppenabstieg beschäftigt. Frag mich nicht nach barrierefrei… auf mich wartete „daheim“ in Riomaggiore noch der Turm des Kölner Doms – wohin eigentlich, zumindest vom Level der Kirche aus, ein Aufzug geht. Aber das scheint mir eine Bauruine zu sein, bzw. an der TÜV-Abnahme gescheitert oder so. Doch nun: buona notte!

Experiencing the descent to the train station alone is worth the visit: it’s basically on sea level and you reach it via a never-ending zig-zagging staircase. I’m usually a bit obsessive about counting steps but somehow I couldn’t concentrate anymore. Getting down takes minutes. „Easy access“ is not exactly a buzz word here… and „at home“ the ascent of Cologne cathedral was waiting for me. I discovered that there is actually an elevator, at least for the distance between the church and the level my apartment is on. But it looks like it is unfinished or possibly didn’t pass the final inspection? Ah, well… buona notte!

Barbara

Hiking in… CINQUE TERRE | Day One

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Eine Woche Bildungsurlaub zum Thema „Cinque Terre – Ökologie und Naturschutz in einer Kulturlandschaft an der ligurischen Küste“ und wie die Vorstellungsrunde zeigte, ging es mir wie einigen anderen Teilnehmern auch: Bildungsurlaub auf jeden Fall, aber wenn ich drinnen auf eine Power Point Präsentation nach der anderen starren muss, werde ich verrückt. Mein Geografenherz meldete sich auch mal wieder, der Termin war zwischen alles mögliche andere zu quetschen – und so wurde es Cinque Terre.

One week educational leave, learning all about „Cinque Terre – Ecology and nature conservation in a cultural landscape on the Ligurian coast,“ and as the round of introductions showed, my motivation was that of some of the other participants as well: a clear yes to make use of my educational leave but if that meant sitting indoors and staring at one uninspired Power Point presentation after the other, I’d go crazy. Also, my „geographer’s heart“ was in need of attention again, the timing fit the schedule – and so I went to Cinque Terre.

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Ich hatte mir nur im Netz schnell Fotos angeguckt, entschieden: schön, und fertig. Untergekommen bin ich in Riomaggiore, dem südlichsten der fünf Orte. Mit der Auswahl der Unterkunft an sich kann ich zufrieden sein, aber ich habe mir zielgenau eine ausgesucht, die am oberen Ortsrand liegt. Das heißt im Detail: nach einem langen Tag Wanderung erklimme ich zum Abschluss, den Rucksack voller Lebensmittel, noch mal kurz den Kölner Dom. Im Ernst: es sind allein so um die 250 Treppenstufen und dann noch ein gutes Stück ohne Stufen aber steil bergan. Nach der Dusche zieht mich nichts mehr ins Zentrum, soviel ist sicher.

I had only very quickly looked at a few photos online and made up my mind: beautiful, so I booked. I found a place to stay in Riomaggiore, the southernmost of the five towns. I’m satisfied with the accommodation as such but I went for one right at the uppermost edge of the town. That means: after a long day of hiking, the backpack full of recently purchased groceries, I get to climb the bell tower of Cologne Cathedral. Seriously: It’s about 250 steps and then another chunk that’s just a steep road. One thing’s for sure: once I’ve had that shower, nothing will make me walk down to the center again.

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Es gibt nur wenige Straßen, die diesen Namen verdienen – die Bebauung ist sehr eng, schmal und hoch, durchdrungen von kleinen Gassen. Wunderbar malerisch, wenn man hier mal ein paar Tage verbringt. Die eigentliche Bevölkerung hier zu halten ist nicht so einfach, denn die Wohnungen sind entsprechend klein und dunkel. Ich sitze zwar auf einer schönen Terrasse, aber das Schlafzimmer ist wie ein Bunker im Berg, ohne Fenster. Aber da habe ich ja eh die Augen zu. Es heißt, der Platz vor der Kirche oben ist der einzige, wo sich die Kinder zum Fußballspielen treffen können.

There are only few streets worthy to be called that – the architecture is narrow, both the houses themselves and the distance between them, and high, with little alleyways. Very picturesque if you spend a few days here. But it’s pretty hard to keep the locals here as the apartments are small and dark. Just now, I’m sitting on a nice terrace but my bedroom is like a bunker inside the mountain, lacking windows. But then I usually have my eyes closed in there anyway. As I understand, the little square in front of the church on the photo above is the only one where kids can come to play soccer.

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Der erste Tag begann mit der Entspannung: Bootstour von Riomaggiore nach Monterosso, dem nördlichsten Ort. Da konnte man einen wunderbaren Blick auf die Steilküste werfen, auf die kleinen Orte, die wir drangeklebt aussehen – und man fragt sich, warum um alles in der Welt irgendwer auf den Gedanken kam, sich hier niederzulassen. Und dann auf diesen Wahnsinnshängen auch noch Landwirtschaft betreiben zu wollen. Sie müssen vom heftigst gefalteten Sedimentgestein bezirzt gewesen sein:

The first day started out relaxing: a boat ride to Monterosso, the northernmost place. It offered great views of the steep coast, of the little towns that look like they were glued in place there – and you can’t stop wondering why anyone would have decided to settle her. And then not make a living from fishing but from agriculture?? They must have been bewitched by the heavily folded sedimentary rock:

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Aber da sag ich’s: Steilküste. Da reicht der Blick auf eine Postkarte, dafür muss man keine topografischen Karten studieren. Wer hier irgendwas zu Fuß machen will, muss bergauf. Es war von Anfang an klar: das wird ’ne ganz harte Nummer. Und wenn man dann auch noch mit einem Diplom-Geologen unterwegs ist… einem Diplom-Geo-was-auch-immer, dann ist auch klar: die Geschwindigkeit wird hoch. Und die erste Etappe begann mit verteufelt steilen 311 Höhenmetern. In praller Sonne. Und die Tatsache, dass die Aleppo-Kiefer ein immer wieder erwähnter wichtiger Bestandteil der mediterranen immergrünen Macchia-Vegetation ist, hat nicht dazu beigretragen, dass ich so sonderlich gut abschalten konnte.

There, I said it: steep coast. Having a look at a postcard is enough to know what you’re in for, no need to study topographic maps. Whatever you want to do on foot, it will be an uphill battle, quite literally. I knew it was going to be tough. And I also knew that our guide was going to be a geologist… and when you’re out and about with a geo-whatever, the speed can be assumed to be of the breakneck variety. The first stage started out with an incredibly steep ascent from 0 to 311 above sea level. In scorching sun. And the fact that the Aleppo pine is an important part of the indecidious mediterranean Macchia vegetation and was frequently mentioned didn’t help one bit to make my thoughts move away from „business“.

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Der vollkommen geschmacklosen Frucht des Erdbeerbaums (die Kugeln in gelb-orange-rot oben) konnte ich nicht widerstehen – wahrscheinlich tatsächlich eher als Likör zu genießen… „Mit Alkohol schmeckt halt alles,“ wie der Guide meinte. Das mittägliche Picknick nach der Anstrengung schmeckte umso besser und der Ausblick machte die Anstrengung vergessen.

I couldn’t resist trying the 100% tasteless fruits of the strawberry tree (arbutus), the yellow-orange-red balls above – probably much better when taken in the form of a liqueur… „Everything is tasty with alcohol,“ as our guide observed. The picknick lunch tasted so much the better after the great effort and the view let us forget the exhaustion for while.

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Der Ausblick, eigentlich fast egal von wo, war immer atemberaubend. An vielen Stellen musste man aber definitiv auf den Weg und nicht den Ausblick fokussieren – wie man auch nur annähernd auf den Gedanken kommen kann, sich hier mit Flipflops zu bewegen, ist mir ein Rätsel. Kam aber immer wieder vor.

The view, no matter from where, come to think of it, was always breathtaking. For much of the hike, though, it was important to focus on the path and not on the view – I just do not understand how people decide to hike anywhere in flipflops. We saw it a number of times.

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Und hier ist der Weg mal für ein kurzes Stück ein Spaziergang… die Herausforderung liegt mehr darin, nicht einfach nur auf das glitzernde blaue etwas zuzusteuern und die 311 Höhenmeter rasant zu reduzieren.

This is one of the few instances when the path was a walk in the park… the challenge being not to be drawn to the sparkling blue something and reduce those 311 m above sea level much too rapidly.

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Am Ende des Tages stand ein Bad am Strand von Levanto und/oder ein Eis und die Zugfahrt zurück nach Riomaggiore. Leider gab es auch den ersten Ausfall mit Knieproblemen, aber vielleicht wird das ja wieder für den Rest der Woche. Auf bald!

Upon reaching Levanto it was beach time and/or the ice-cream parlor and later the train ride back to Riomaggiore. Unfortunately, one participant got a knee problem and was out… but maybe she can join us again later in the week. Take care!

Barbara

Wandern mit dem Bürgermeister / Hiking with the Mayor

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In der Verbandsgemeinde Brohltal gibt es seit vielen Jahren die Tradition, an drei Tagen im Sommer mit dem Bürgermeister wandern zu gehen. Zu dieser Ehre kam ich dadurch, dass eine Freundin dort wohnt und das Event vorschlug. Und so waren wir gestern dort unterwegs.

It’s been a longstanding tradition in the Brohltal municipality to go hiking with the mayor on three days in the summer. I heard of it from a friend who lives there and who suggested we participate. And so we did yesterday.

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Zuerst ging es ab Oberzissen vorbei an Kornfeldern, über Wiesen und Weiden und durch Waldstücke mit der Brohltalbahn nach Engeln. Dann bei ziemlicher Hitze auf die ca. 13km lange geführte Tour.

We boarded the Brohltal train at Oberzissen and passed grainfields, meadows and woodland on our way to Engeln. From there we started our hike of appr. 13km in scorching heat.

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Burg Olbrück hatten wir dabei zumeist im Blick.

Olbrück Castle was usually in sight.

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Teil der Wanderung war eine gesponsorte Rast bei einem nicht mehr bewohnten Einsiedlerhof. Die Getränke waren sehr gefragt, die rustikalen Brötchen ebenfalls. Eine glänzende Idee fand ich auch, dass „Emilio“ mit seinem Eisauto vor Ort war.

The mayor extended an invitation for a break with sandwiches and beverages near an abandoned isolated farm. It was brilliant to have „Emilio“ there as well, with his well-stocked Italian ice-cream truck.

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Das alte Fachwerkhaus mit separater Scheune und Stallungen sowie einem überwucherten Bauerngarten wäre genau das, was ich mir so als Traumhaus vorstelle… und nach langen Jahrzehnten (Jahrhunderten) des Darbens ist nun wohl auch die Wasser- und Stromversorgung gesichert.

The old timber frame house with its separate stable and barn and the overgrown „farmer’s garden“ pretty much looked like my dream property… And after decades (centuries) of dire need the water and power supply have been in a place for a while now.

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Kurz vor dem Ende der Wanderung kam mit Blitz und Donner dann der lang ersehnte große Regen. Auf spontane Initiative des Bürgermeisters fanden wir schnell Unterschlupf in einem fest installierten Partyzelt, wo der Eigentümer kurz entschlossen den Wirt gab und gekühlte Getränke unter’s Volk brachte. Es war ein, hauptsächlich durch die Hitze, anstrengender Tag – aber nach körperlicher Anstrengung ist das immer so eine süße Müdigkeit… jetzt genieße ich die Kühle!

Only a couple of kilometers before we reached the finishing line the longed for rains finally came, with thunder and lightning. The mayor knew his way around, though, and within moments secured shelter for our group in a party tent. The owner was not unhappy to find we all gratefully made use of his sheer endless stock of ice cold beverages. It was an exhausting day – mainly due to the heat… but it’s that sweet kind of tiredness after physical strain. I now enjoy the cool!

Barbara