Von Blumen und Insekten / Of Flowers and Bugs


„Da fehlt nur noch der Kaugummiautomat daneben…“ dachte ich, als ich an dieser Bank bei Kottenborn vorbeikam, noch ganz am Anfang meiner Wanderung. Aber ich hätte ja eh keinen Groschen gehabt. Ich war unterwegs auf der Müllenwirft Schleife. Der innere Schweinehund hat sich heute Morgen erst noch eins ins Fäustchen gelacht, aber einmal unterwegs war er bald still. Dafür hatte die Kamera keine ruhige Minute – es wird ein fotolastiger Beitrag.

The look of this bench together with the bin took me right back to my childhood – the only thing missing was a gumball machine right next to it. But then I wouldn’t have had a „Groschen“ (a 10-Pfennig coin) with me anyway… that’s what you got a gumball for back in the day. I was on Müllenwirft Loop. It took me a while to get going this morning but once I was out there, I had a grand time and the camera was put to good use – this is going to be a picture-heavy post.

Irgendwie war ich der irrigen Vorstellung, dass die Wiesen entweder alle schon den Mähmaschinen zum Opfer gefallen seien oder die Blumen so langsam schon wieder weniger werden. Mit meinem Zeitgefühl stimmt irgendwas nicht… ich bin schier ausgeflippt.

For some reason beyond me I was under the impression that most of the meadows had been mown by now or the flowers as such were slowly calling it a day for this season. Something is off with my internal clock, I don’t know… anyhow, I almost lost it.

Die Fingerhüte hatten es mir besonders angetan und waren überall, gefühlt. Wahrscheinlich haben sie mich ein bisschen an Schweden erinnert, wo ich heute genauso gut auf Linnés Råshult hätte rumwandern können.

I couldn’t stop taking pictures of the foxglove in particular and they were everywhere, or so it seemed. They may have reminded me of Sweden where I could have strolled at Linné’s Råshult today…

Ich sollte euch die Insekten und Spinnen auf diesen Fotos zählen lassen, es war die Hölle los. Hier und da auch einige fiese Bremsen (weswegen der Besuch bei den Kühen extrem hektisch ausfiel), aber auch kein Wunder nach den wolkenbruchartigen Regenfällen von gestern Abend.

I should have you count the insects and spiders on these pictures, it was busy. In a few spots I was eaten alive by nasty horseflies (which cut my visit with the cows REALLY short), but not all that surprising after last night’s torrential rains.

Okay, einmal Blüten noch. Ich hätte auch allein von den diversen Rosen und rosenähnlichen Gewächsen 100 Fotos machen können. Insofern habe ich mich insgesamt ja ziemlich zurückgehalten. Alles eine Frage der Perspektive.

Okay, one more collage of blossoms. I could have easily taken 100 pictures of roses and rose-like plants alone. Looking at it that way, I think I was really moderate. It’s all a matter of perspective.

Hätte ich mich nicht gerade mit einer Borreliose rumgeschlagen, hätte ich diese Schaukel ausprobiert. Aber ich war dann heute schon etwas vorsichtiger. Das trifft auch auf den eher ungewöhnlichen Hochsitz zu… aber da habe ich der Brücke nicht so richtig getraut.

If I hadn’t just dealt with Lyme disease, I would have given this swing a try. But I have to say I was a bit more careful than usual today. That’s also true for this unusual perch… but that was more a matter of (not) trusting the bridge.

Ich fand die Strecke ziemlich abwechslungsreich: der Weg führt durch Weiden, (wenig) durch Ortschaften, bietet wunderschöne Aussichten, entlang Bachläufen, im schattigen Wald, in praller Sonne…

I thought it was quite a varied hike: through meadows, (rarely) through villages, it offered gorgeous views, went along little streams, in the shadowy woods, in bright sunshine…

… und ich bin auf den ganzen ca. 15 km keiner einzigen anderen Person begegnet – bis auf die Dame, die mit dem Auto zur Kapelle in der Müllenwirft gebracht wurde, wo ich meine Mittagspause gemacht habe. Apropos: endlich mal eine Kapelle/Kirche, die geöffnet ist. Da steht man auf den Wanderrouten hier in der Gegend leider ja meist vor verschlossenen Türen.

… and I didn’t meet a single soul on all of the 15 km – only the lady who was taken to the little Müllenwirft chapel, where I had my lunch, by car. Apropos: finally a chapel/church that is open. The first one on all the routes I have hiked so far.

Noch gar kein Foto vom Wald – das Problem lässt sich schnell lösen! Schade, dass gerade der Farbtupfer durch einen toten Baum ins Bild kommt… davon abesehen war sehr viel Holz geschlagen und bereits der Rinde entledigt. Der Borkenkäfer lässt grüßen. Die Rinde lag allerdings in großen Haufen weiter im Wald rum – verschmäht der Borkenkäfer die Borke ohne den Baum? Es sieht so aus: eine kurze Orientierung hat ergeben, dass die Männchen der polygamen Art Kammern in den gesunden Baum fressen, um dann Weibchen zur Paarung in diese sog. Rammelkammer locken. Sorry, ich schmeiß mich gerade weg. Es ist spät…

I haven’t even posted a picture from the woods yet – let me fix that. Such a shame that the colorful eyecatcher here is actually a dead tree… Which brings me to another observation: there were quite literally tons of very recently felled trees, I assume all the spruce that didn’t survive the drought and are now prone to bark beetle invasion.

Damit muss ich schließen! Wann sehen wir uns hier mal zu einer Wanderung??

I have to go! When will I welcome you on a hike here?

Barbara

Frühlingsfotos / Pictures of Spring

Am vergangenen Freitag hatte mich die Dörferblickschleife zum zweiten Mal in kurzer Folge wieder… und es war, als wär’s das erste Mal, weil sich im Moment selbst innerhalb kürzester Zeit alles rasant verändert. Ein paar fotografische Impressionen.

Last Friday saw me back on the „Village View Loop“ for the second time within only… a week? Ten days? And it felt as if it was the first time because nature changes so much so rapidly these days. A little photo post.

~ Barbara

Frühling… so richtig / Spring… for real

Heute Morgen habe ich mich kurzentschlossen vom Frühstückstisch erhoben und mich auf eine leicht verkürzte Fassung der Dörferschleife begeben, über Wirft und Kirmutscheid nach Pomster und zurück nach Barweiler. Es waren geschätzt wohl 12 km und in drei Stunden war es schon wieder vorbei. Und nicht ein Mensch ist mir begegenet. Dafür habe ich mindestens fünf Spechte gehört, aber keinen bei der Arbeit ausmachen können.

By the time I had finished breakfast it was decided: I would go on a slightly altered walk along the so-called Dörferblickschleife, first to Wirft and Kirmutscheid before reaching Pomster and then back to Barweiler. I think it must have been 12 km and I was back home in time for lunch after 3 hours. And not a soul was out there with me on the trail. I did hear at least five woodpeckers, though, but unfortunately couldn’t spot a single one.

Noch hält sich die Natur etwas zurück, aber mit der vorliegenden Wettervorhersage wird wohl spätestens zu Ostern jeder Baum in hellgrün erstrahlen. Bis dahin muss man sich mit einigen Frühblühern und deren Besuchern begnügen (wer findet das Insekt??).

Nature is still a little low-key but the weather forecast for the upcoming days will make sure that by Easter at the latest every tree will be shining in light green. Until then we have to make do with a few early bloomers and their visitors (who can spot the insect??).

Es scheint ein Jahr der Veilchen zu sein, denn auch der ehemalige Rasen vor dem Haus ist ein Meer in lila und ich werde den Teufel tun und da mit dem Rasenmäher drüberjagen – das war heute eine wahre Weide für diverse Wildbienen. Aber im Wald war es auch schön und so wunderbar ruhig.

It seems to be a year for violets, as also the former lawn in front of the house is a purple ocean and I will not destroy that with a premature use of the lawnmower – it was a real meadow for numerous wild bees today. But I loved to be in the woods as well, it was wonderfully quiet.

Am geplanten Pausenstandort fehlte zu meiner Enttäuschung die überdimensionierte Aussichtsliege, aber auch die Treppenstufen zur Aussichtsplattform eigneten sich als Sitzgelegenheit.

I had planned to take a break on the huge lawn chair with a view but to my disappointment that had been removed. But the steps to the viewing platform did the job.

So also heute mal nichts neues aus der Kreativsparte, doch das wird nicht mehr lange dauern! Habt eine gute Woche und bis bald!

Nothing new from the creative nook today but fear not – there will be soon! Have a good week, take care!

Barbara

 

Wandern im Frühling / Hiking in spring

Die Wettervorhersage war vielversprechend, aber es bedurfte heute Morgen wirklich aller Mittel, um diese knapp 20km-Wanderung zu starten. 5°C, Wolken und starker Wind. So bin ich dann zum Start der „Schleife ohne Namen“ am anderen Ende des Dorfes mit dem Auto gefahren… Aber einmal gestartet, war alles gut und schon bald wurde es ansehnlicher.

The forecast had been promising but it needed a lot of pep talk this morning to start on my 20km hike. 5°C, clouds and a strong wind. So I actually took the car to the start of this „Hike with No Name“, which was only at the other end of the village… But once I got going I was fine and soon things got more agreeable.

Der Weg führte von Barweiler Richtung Wimbach bis zur Brücke(nbaustelle) und von dort entlang des Wirftbach auf einen Höhenrücken zwischen Wimbach und Honerath, unterwegs Richtung Adenau. Ortschaften hat man auf der ganzen Wanderung nur gestreift und manche Abschnitte machten schon den Eindruck, als sei hier lange keiner mehr langgekommen.

The route took me from Barweiler in the direction of Wimbach up until the bridge (under construction) and on along the Wirft creek onto a ridge between Wimbach and Honerath, continuing to Adenau. This hike leaves all villages to be seen from afar and some parts of it did leave the impression of a road less traveled.

Oberhalb von Adenau kam ich zu einem Gedenkstein für Clemens de Lassaulx, der von 1844 bis 1886 Kreisförster in Adenau war und ordentlich aufgeräumt hat: es gab noch nicht mal genügend Brennholz in der Gegend (heute schwer zu glauben), auch zurückzuführen auf extensive Vieh- und Schafhaltung auf Heideflächen. Es kam zu einer Aufforstung mit Kiefern und Fichten im großen Stil.

A little above Adenau I passed this memorial to Clemens de Lassaulx who was the head ranger in Adenau from 1844 to 1886 and really got things back on track: there wasn’t even enough firewood around (hard to believe today), which was also due to extensive cattle and sheep operations on the heaths. He initiated large-scale reforestation projects, mainly with spruce and pine trees.

Der anschließende Eulenweg endet in einem Steilhang im Nichts – ist nicht gepflegt. Ich kam nur mit Hilfe eines anderen Wanderers querfeldein auf den darüberliegenden Wanderweg. Den sollte man besser nicht verlassen. Aber nicht nur wenige Wanderer liefen mir über den Weg:

The „Owl Path“ that followed ended suddenly on a really steep slope – it is not well maintained… or not at all? I needed the help of a fellow hiker to reach the path above that one – which I shouldn’t have left in the first place, as I now know. But not only fellow hikers crossed my path:

Der Zustand der Wanderwege war zumeist okay, aber wenn die Wegbeschreibung sagt, man solle nach 1,4 km rechts auf den Grasweg abbiegen, fragt man sich doch, ob es die richtige Stelle ist:

The paths were usually okay but when the guide says to turn right after 1.4 km onto a grass path which maybe or maybe not looks like this you do wonder whether it’s the right spot after all:

Ganz schön viele Windschäden waren auch zu finden, aktuell und eher ältere Fälle.

There were quite a few places with wind damage, recent and older.

Von Adenau jedenfalls ging es erst etwas Richtung Leimbach, um dann wieder nach Honerath umzuschwenken, wo es u.a. durch ein offenes Tal ging mit einer Pferdekoppel an der anderen. Überhaupt gab es auch viele schöne Aussichten.

From Adenau I continued in the direction of Leimbach, to turn towards Honerath again, where I came through a valley full of meadows. There were quite a few gorgeous views along the whole hike.

Über das Sellbachtal ging es zur Barweiler Mühle und wieder zurück an den Ausgangspunkt in Barweiler. Es waren knapp 20 km, für die ich 5 Stunden gebraucht habe, ohne größere Pausen (dafür war es dann doch zu kalt und windig). Und an der Barweiler Mühle hat die Gaststätte, die letztes Jahr so vielversprechend aufgemacht hat, leider zu.

By way of the Sellbach valley I reached Barweiler Mill and later the starting point in Barweiler. I needed almost exactly 5 hours for the not quite 20 km, without any major breaks (it was a tad too cold and windy for that). And the restaurant that had opened last year at Barweiler Mill was closed again.

Nun chille ich mit Larry und bin gespannt, was die kommende Woche bringt. Habt eine gute Woche und lasst euch nicht aus der Ruhe bringen.

Now I’ll go chill with Larry and wonder what the coming week has in store for us. Have a good week and keep calm.

Barbara

 

Winter, 36 h


In der Saison 2019/2020 waren uns offenbar zum guten Schluss (?) 36 Stunden Winter vergönnt. Und fast, um alles wieder gut zu machen, war das einfach nur ein wunderbares Winterwunderland. Viele Fotos, wenig Text.

The 2019/2020 season finally afforded us a 36-hour winter. And almost as if the weather gods tried to appease us (or me at least), it was a fantastic winter wonderland. Lots of pictures, little text.

Die Dörfer Hoffeld und Reifferscheid in der Ferne, beeindruckende Bäume ganz nah.

The villages of Hoffeld and Reifferscheid in the distance, impressive trees close to the touch.

Früh entschied ich mich, dass man für Schnee-Engel nie zu alt ist.

Early on I decided that you are never too old to make a snow angel.

Wahrscheinlich kann ich es zu jeder Jahreszeit, aber hier konnte ich mich gerade noch zurückhalten, mit verzücktem Geschrei auf diesen Baum zuzulaufen.

I’m probably ready to do that in any season, but I just about managed not to run towards that tree screming ecstaticly.

Gibt’s noch wen, den dieser Anblick in vollkommene innere Ruhe versetzt?

Anybody else out there feeling the calm this view produces?

Wild habe ich keins gesehen, nur viele Spuren – und fast noch mehr Hochsitze.

I didn’t see any deer other other non-flying inhabitants of the woods, but lots of tracks – and maybe even more perches.

Es war kalt, man sieht Eis, viel Schnee… und ich fühle einfach nur Wärme:

It was cold, you see ice, lots of snow… and all I feel is warmth:

Das war gestern. Heute ist alles KOMPLETT weg, als sei es nie dagewesen und nur ein schöner Traum… Habt ein schönes Wochenende!

That was yesterday. Today it is ALL gone as if it had never been there in the first place and just a wonderful dream… Have a great weekend!

Barbara

Dörferblickschleife / Village View Loop


Während ich gestern am ersten lauen Sommerabend des Jahres auf der Terrasse saß und die Fledermäuse über mir in einem Affenzahn kreisten, dachte ich, es sei mal an der Zeit, euch wieder mal zu berichten. Der Mai hatte ja schon ansteigende Tendenz, was die Zahl der Blogbeiträge angeht und für den Juni habe ich große Ziele.

I was sitting on the terrace last night, enjoying the first warm summer night with a bunch of bats circling overhead at lightning speed when I thought it was high time I updated you again. I was on the upward slope already in May (talking about the number of blog posts) and I have quite a plan for June.

Gute Freunde aus Bonn waren am 26. Mai hier, um ein bisschen zu wandern und sie hatten sich ganz konkret die Dörferblickschleife ausgesucht. Die führt direkt an unserem Haus vorbei, so dass es der ideale Ausgangspunkt war. Das Wetter war perfekt, sonnig, aber nicht zu warm. Erstmal geht es lange abwärts zur Kirmutscheider Kirche. Die war leider verschlossen – ein Blick hinein hätte sich gelohnt.

Good friends from Bonn came to see me May 26 and were ready for a hike. They had decided on Dörferblickschleife („Village View Loop“). It goes right by our house so it was the ideal starting point. The weather wad perfect, sunny but not too warm. At the start, it was downhill all the way to the church in Kirmutscheid. Unfortunately, the church was locked – I’m sure a peek inside would have been worth it.

Wenn ihr euch die Infos zur Wanderung unter dem Link oben anseht, lasst euch nicht abschrecken von „14 km“, „mittelschwer“ oder dem Profil, das hochalpin aussieht. Wir sind die Strecke in netto dreieinhalb Stunden gelaufen, die eine oder andere Steigung war dabei, aber nichts, was uns an den Rand der Leistungsfähigkeit gebracht hätte.

If you have a look at the description of this hike at the (German language) link above, don’t get put off by „14 km“, „medium hard“ or the elevation profile which looks like it might be alpine. We did it in three and a half hours (plus lunch break), the inclines were moderate and nothing that pushed us anywhere near our limits.

Viel in Laubwäldern und an Trier- und Wenigbach entlang ist es zumeist beschaulich, in Teilen (Barweiler bis Kirmutscheid) hört man allerdings die B258 ziemlich deutlich. Schmetterlinge gab es zu sehen, Ameisenhügel, wenige Insekten und ich bin mir nicht sicher, ob wir überhaupt eine Biene zu Gesicht bekommen haben… aber man kann mit Sicherheit sagen, dass die Mistkäfer-Population im Kommen ist.

Mostly through light deciduous forest and along the brooks Trierbach and Wenigbach, it’s quite a tranquil path. Only between Barweiler and Kirmutscheid you can hear the traffic from route B258. We saw butterflies, ant hills, few insects and I can’t remember seeing a single bee… but I think it’s safe to say that the dung beetle population is up and coming.

Vor Pomster gibt es eine Aussichtsplattform mit Panoramablick. Die ist schon wettergegerbt, aber die Liegebank war ein gelunger Ort für unsere mitgebrachte Mittagspause. Allein, der Blick auf zwei Schutthügel ist verbesserungsbedürftig – aber vielleicht ist das ja auch nur vorrübergehend.

Before reaching Pomster, we came past some sort of observation deck from where to see all the villages (and have them explained by way of photogrpahs, too). The sunbed was a good spot for our picnic lunch. Alas, the view from the sunbed is obstructed by two piles of gravel – but maybe that’s a temporary arrangement.

Auf dem Weg in den Ort konnten wir noch die Flug-Show eines Roten Milan bewundern. Der wirkte fast wie bestellt und wir mussten uns quasi losreißen. Vor vielen Jahren führte mich der Weg des Schulbusses immer durch Pomster; viel verbunden habe ich damit nicht. Ziemlich sicher bin ich mir allerdings, dass diese wunderschön restaurierten Häuser ihren Glanz erst in den letzten Jahren erhalten haben.

On our way into the village we were treated to the aerial show of a red kite. We felt almost as if he did it just for us and we had a hard time continuing on our way. Many years ago the school bus would take me through Pomster twice a day but nothing in particular ever sprang to mind when thinking of it. I am quite certain, though, that the beautifully redone old farm houses have been back to their former glory for a few years only.

Zur Kaffeezeit waren wir zurück in Barweiler und vielleicht ist es auch für den Wanderer ohne Familienanschluss der bessere Startpunkt, weil man hier im Restaurant noch eine abschließende Kuchenpause einlegen und die sanitären Anlagen nutzen könnte? Dafür könnte man den Parkplatz in der Ortsmitte wählen (nahe der Kirche und den Restaurants), an dem man auch auf der eigentlichen Route vorbeikommt. Wie auch immer: ein gelungener Tag im Frühsommer! Und wer kommt nun mit auf die Wirftbachschleife?!

We were back in Barweiler in good time for a coffee and I wonder whether it isn’t also the better starting point for the hiker without family connections, as you could have a closing coffee and cake at the restaurant here (and bathrooms, too)? You would use the parking lot at the village center (close to the church and the restaurants) that you pass on the actual route as well. Anyhow, a very nice day in early summer came to an end! Now who will join me for the Wirftbachschleife?!

Barbara

Auf der Suche nach Ruhe? / Looking for tranquility?


Der wunderbaren Ruhe im Schwarzwald musste ich leider viel zu früh wieder den Rücken kehren – und wie das dann so ist, dauert es seine Zeit bis man zu den Dingen kommt… Ich wollte euch ja noch mehr erzählen zum Kailash Guesthouse in St. Georgen, das im September 2018 seine Tore geöffnet hat. Die Reise dorthin war ein spontaner Entschluss, nachdem ich einen Flyer dazu in der Post hatte. Daniela, die Miteigentümerin, ist eine, tja… „verloren gegangene Bekanntschaft“- wir hatten sicher 10 Jahre keinen Kontakt, aber sie hatte sich an mich erinnert und recherchiert, wo ich dieser Tage anzutreffen bin.

The day I had to leave the peaceful Black Forest again of course came much too soon – and as often happens, the daily grind kept me from writing the promised post about the Kailash Guesthouse in St. Georgen, that opened in September 2018. Traveling there was a very spontaneous decision after I had received a flyer in the mail. Daniela, co-owner of the guesthouse, is a long-lost acquaintance – we had lost touch at least 10 years ago but she was thinking of me and found out how to get in touch.

Bei meiner Ankunft war es bereits dunkel, aber trotzdem fühlte ich mich gleich gut aufgehoben – durch das herzliche Willkommen und einige Dinge, die mir direkt ins Auge fielen: die Kaminecke (ich liebe Kaminfeuer), die Farbe des Mobiliars in der Lounge (oooohhhh… petrol!), die nicht von einem amerikanischen Großkonzern hergestellte Getränkeauswahl, das Gebäck in der Kühlung… und die kurzfristig noch servierte Kürbissuppe mit Käseauswahl!

It was already dark when I got there but I felt I had come to the right place immediately. It was a very warm welcome and then there were a few things that met my eye even after I had been on the road for 5 hours: the fireplace (I love fireplaces), the color of the furniture in the lounge (ooooohhh… teal!), the choice of sodas from a regional producer, the pastries in the glass refrigerator… and the yummy pumpkin soup with a selection of cheeses that I was offered!

Am folgenden Morgen war selbst bei bedecktem Himmel nicht zu verkennen, wie absolut lichtdurchflutet das Erdgeschoss mit Lounge, Frühstücksraum und Meditationssaal ist. Das Problem: man will gar nicht mehr weg. Erst das Licht, dann noch das Essen. Und das Konzept des Frühstücks hat mir gefallen. Man wählt quasi classic, vegetarisch oder vegan und dazu gibt es täglich wechselnde Frühstücksbreis und Kuchen, frischen Apfel- und Orangensaft, Eier und sehr gute Brötchen und Croissants. Sollte es noch besondere Bedürfnisse geben: einfach Bescheid sagen. Und das gefällt weiter: der Schwerpunkt liegt auf regionalen, saisonalen und möglichst aus ökologisch kontrolliertem Anbau stammenden Produkten.

On the first morning, although it was foggy, another feature couldn’t be missed: the ground floor with the lounge, the breakfast room and the meditation hall are just bathed in light. That causes a serious problem: you don’t want to leave. First the light, then also the food. I liked the concept of the breakfast, too – it caters to all needs. You first choose classic, vegetarian or vegan and then there’s side dishes (porridges and pastries) that change daily (and are all vegan, yet – and this comes from a guilt-ridden carnivore – almost 🙂 all delicious). Add fresh apple and orange juices, boiled eggs and very good buns and croissants. If there are even more specific needs to meet: just ask. There’s more to like: they try to focus on regional, seasonal and organic products.

Und wenn wir dann gerade beim Essen sind: man kann ein Lunch-Paket buchen. Auch das entspricht den genannten Kriterien und noch weiteren, um Nachhaltigkeit bemühten Ansätzen: kein Einmalplastik, keine Kleinstverpackungen. Das sieht dann allen Ernstes so aus (und nein, ich konnte abends nicht schon wieder essen):

Now that we’re talking about food: you can also order a packed lunch. That, too, goes along the criteria mentioned above and adds a few more aspects in the sustainability section: no single-use plastics, no micro packages. It seriously looks like this (and no, I couldn’t order dinner that night):

… und dann so:

… and then like this:

Ich hatte ein Einzelzimmer gebucht, das eine gute Größe hatte und sympathisch eingerichtet war. Erst war ich unsicher, ob es eine gute Idee war, sich auf ein Zimmer ohne (Schreib-) Tisch einzulassen, konnte mich dann aber nicht nur ungehindert, sondern willkommen in der Lounge mit meinen Vorhaben ausbreiten. Es war eine sehr familiäre Atmosphäre: während ich vor mich hinbastelte oder -schrieb, quatschten andere beim prasselnden Kaminfeuer, und eine dritte Gruppe unterhielt sich in der lieblingsfarbenen Sitzgruppe. Das Wlan war fantastisch und für wen das relevant ist: der Fernseher im Zimmer hat Netflix. Ich würde mal dreist vermuten, dass man sich auch noch für ein Brettspiel im Frühstücksraum hätte einfinden können.

I booked a single room of a decent size and that I felt was cozy. Before I got there I was wondering whether it had been a good choice to go for a room without a desk but it was no problem at all to „do my thing“ in the lounge. It was a family-like atmosphere: while I was crafting or typing away, others chatted by the fire and another group were talking in the seating area of my favorite color. The Wifi was fantastic and for those to whom that is relevant: there’s Netflix on the TVs in the rooms. I dare say that if you felt you wanted to play a boardgame in the breakfast room, that wouldn’t be off-limits either.

Was man bei allen Unterkünften im „Ferienland“ gegen eine geringe tägliche Gebühr bekommt, ist eine Karte, die für den gesamten Aufenthalt die kostenlose Nutzung des ÖPNV in der Region ermöglicht (sogar bis Freiburg). Damit ist auch die kostenlose Nutzung des Hallenbads in St. Georgen möglich (5 Gehminuten entfernt) und einige andere touristische Ziele sind vergünstigt zu haben. Die Lage, abgesehen vom Schwimmbad: in gut 5 Gehminuten ist man auch im Zentrum St. Georgens und in 10 am Wald und gleich an gut ausgeschilderten Wanderwegen. Ich hatte für die Anreise zwar das Auto gewählt, aber in St. Georgen hält auch ein IC und man kann sich vom Bahnhof abholen lassen. Das sollte man auch – das ist ein ziemlich langer Weg verteufelt steil den Berg hoch.

You have to pay a small daily fee wherever you stay in the „Ferienland“ region but you get a card in return that entitles you to free use of the public transport system (even down to Freiburg). It also gives you access to the pool in St. Georgen free of charge (a 5-minute walk from the guesthouse) and a few other sights have reduced prices for cardholders. The location, apart from the pool: a 5-minute walk in another direction will take you to the center of St. Georgen and 10 minutes in the direction and past the pool will get you to the forest and to the trail system. I had chosen to come by car but St. Georgen is also a stop for IC trains and you can ask to be picked up from the train station – which I would recommend because it’s quite a hike, and a steep one at that.

In der Summe: ich fand das Preis-Leistungsverhältnis vollkommen in Ordnung und komme gerne wieder. Man kann sicher kostengünstiger unterkommen (wenn man z.B. mit mehreren Personen ein Häuschen mietet oder so), aber wenn einem an den diversen Vorzügen dieses Guesthouse liegt (bio, nachhaltiger Ansatz usw.), dann ist es das allemal wert. Und da ich dies gerade aus einem vollkommen seelenlosen und dabei hochgradig überteuerten Hotel in Bern, Schweiz, schreibe, macht es mir gleich noch mehr Sinn…

In a nutshell: I found this to be good value for money and am looking forward to coming again. There are certainly places where you can stay for a lower price (for example when you rent a cottage with a group of people) but if you appreciate the approach of this guesthouse (organic food, sustainability etc.) it’s totally worth it. As I’m writing this from a soul-less hugely overpriced hotel in Bern, Switzerland, it somehow seems to make even more sense…

Barbara

P.S.: All pictures in this post are either by myself or taken from the official website of the Kailash Guesthouse – with the express consent of the owners.

A Day on the Way to and in… TRIBERG!


Zweiter Tag im Schwarzwald: Zeit für eine ordentliche Wanderung. Auch das Wetter sollte halbwegs mitspielen – zwar keine Sonne, aber auch kein Regen. Der Plan: von St. Georgen nach Triberg und dort zu den höchsten Wasserfällen Deutschlands. So prahlt auf jeden Fall der Flyer. Der erste Teil brachte mich auf den gleichen Weg wie am Vortag – und ich schwöre, über Nacht sind neue Pilze gewachsen.

Second day in the Black Forest: time for a real hike. And the weather was not going to spoil it, either – no sunshine but also no rain. The plan: walk from St. Georgen to Triberg and see Germany’s highest waterfall there (or so the flyer boasts). I had already walked the very first part the day before – and I swear, new mushrooms had grown over night.

Sollte das überhaupt möglich sein, war der größte Teil der Wanderung noch einsamer. Nach einem wieder einmal sehr ausgiebigen Frühstück hatte ich auch ein Lunch Paket dabei, das ich im Guesthouse bestellt hatte. Die Neugier brachte mich bald dazu, mir das mal genauer anzusehen, aber es war derart umfangreich, dass die letzten Brote erst auf der Zugfahrt zurück verputzt werden konnten (okay, ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte kam noch dazwischen).

If at all possible, there were even fewer people around this time, at least for most of the hike. After another grand breakfast I got a packed lunch prepared by the guesthouse. I was soon curious to see what it all was – and it was so huge that I had the last sandwiches on the train back at the end of the day (okay, I also had to try a slice of Black Forest cake in the afternoon).

Dieses Mal gab es neben Wald auch weite Ausblicke mit oft wunderbarem Farbenspiel des Herbstlaubs.

This time there wasn’t only forest but also wonderful vistas and lots of beautiful fall foliage:

Die eifrigen Eichhörnchen waren zu fix, um sich fotografieren zu lassen, aber neben dem Tannenhäher gab es noch andere interessierte Typen am Wegesrand:

The busy squirrels were too quick to be photographed but in addition to the spotted nutcracker (sounds more fun in English than in German…) there were a few more interested characters along the way:

In Triberg angekommen ist es noch ein gutes Stück entlang der Hauptverkehrsstraße den Berg hoch – und es wird sehr touristisch. Für den Zugang zu den Wasserfällen muss man Eintritt zahlen, aber der weiter steil den Berg hochgehende Pfad entlang der ca. 160m Höhenunterschied, die die Fälle über sieben Stufen überwinden, ist gut ausgebaut und mit Infotafeln gespickt. Für einen Wochentag im November bei mäßigem Wetter war ziemlich was los – ich möchte mir das nicht im Sommer vorstellen.

When I reached Triberg I had to walk along the main road into the center of town – quite a steep affair already. You need to get a ticket to get access to the falls but at least the path along the falls (an incline of 160m) is well maintained and offers quite a few info posts. Considering that it was a week day in November with not exactly nice weather there was a sizeable crowd – I don’t want to imagine what it’s like in the summer.

Der Ort Triberg ist nicht so malerisch, wie er sein könnte – trotz der interessanten alten (?) Schilder:

Triberg itself is not as picturesque as it could be – despite the interesting old (?) signs:

Es ist nicht verwunderlich, aber es gibt eine Menge Souvenirläden – mal mehr, mal weniger hochwertig. Die Schnitzkunst steht in der Gegend hoch im Kurs und es gibt wirklich schöne Objekte, die allerdings auch ihren Preis haben. In einem Geschäft war ein Schild „Wir sind kein Museum, wir möchten Ihnen etwas schönes verkaufen.“ Es könnte also offenbar besser laufen, das Geschäft. Die berühmten Kuckucksuhren sind im Überfluss vorhanden. Ich würde zwar nie auf den Gedanken kommen, mir eine zu kaufen, war aber dann doch fasziniert von den verschiedenen „Szenen“, die da kreiert werden. Und wenn ich schon lange mit dem Gedanken spiele, mir eine Weihnachtspyramide zuzulegen – wieso dann keine Kuckucksuhr? So rein prinzipiell? Es bleibt bei „auf keinen Fall“, aber einen kleinen Eindruck möchte ich euch doch geben – vielleicht ist es ja was für euch?

It’s not surprising that there are a number of souvenir shops – sometimes more, sometimes less high quality. Carpentry is a craft traditionally practised here and there are really marvellous objects to be had but they are quite expensive. One store had a sign up „We are not a museum, we would like to sell you something nice.“ It seems business could be better. The famous cuckoo clocks can be found in abundance. I would never consider getting one but was still fascinated by all the „scenes“ that were created. And as I’ve been thinking about getting a Christmas pyramid for years already – why not a cuckoo clock? In general, I mean? I rest with my „no way!“, but I would like to show you a few. Maybe you fall in love?

Es gibt auch, hm, zeitgenössischere Ausführungen:

There are also more contemporary designs:

Schon im Dunkeln wieder in St. Georgen angekommen, konnte ich den Kunsthandwerk-Markt natürlich nicht links liegen lassen, aber ich habe mich am Riemen gerissen. Rechtschaffen müde bin ich dann auch recht bald ins Bett gefallen…

It was already dark when I got back to St. Georgen but of course I couldn’t skip the crafts show they had that night. But relax, I was a good girl. Soon after reaching the guesthouse I crashed and had a good night’s sleep…

Barbara

A Day in… ST. GEORGEN!


Schwarzwald, ich bin im Schwarzwald! Es war ein vages Gefühl von „ich muss hier raus“ kombiniert mit dem Flyer des neuen Kailash Guesthouse in St. Georgen, der mir in den Briefkasten flatterte, komplett mit einem Anschreiben unterzeichnet mit „Herzliche Grüße nach so langer Zeit, Daniela und Peter.“ Wer?! Das fand ich bald heraus – es war so ungefähr 15 Jahre her… jedenfalls bin ich jetzt hier.

Black Forest, I’m in the Black Forest! It was this opaque feeling of „I need to get away“ combined with a flyer advertizing the new Kailash Guesthouse in St. Georgen that found its way to my mailbox, complete with an accompanying letter signed „Best regards after such a long time, Daniela and Peter.“ Who?! I found out soon enough – it’s been about 15 years… anyhow, now I’m here.

Wie spontan das war zeigte sich schon gestern bei der Anreise. Es war mir nur vage klar, dass ich nach Süden Richtung Schweiz fahren würde und noch während ich mich fragte, ob ich von dem Megastau wegen umgekippten Schwertransports auf der A Hab ich vergessen betroffen wäre, stieß ich auf das Schild „France 1000m.“ Was jetzt? Ich war also noch kurz in Frankreich und konnte dann, im Gegenverkehr, erleben, wie sich die feierabendliche rush hour von Deutschland Richtung Frankreich gestaltet. Wahnsinn. Und je näher ich dem Ziel kam, umso alpiner wurde die Straßenführung und ich überlegte, ob der Schwarzwald wohl seinen Namen daher hat, dass es hier nach Sonnenuntergang dunkel ist wie in einem Affenarsch. Pardon, aber das genau habe ich gedacht. So gut wie keine Straßenbeleuchtungen. Ich habe noch nie so viele Menschen mit Stirnlampen rumlaufen sehen.

Let me tell you a bit about getting here so you get an idea of how spontaneous that trip is. I was only vaguely aware of the routing (South towards Switzerland) and listening to the traffic advisory started wondering whether I would be affected by the mega traffic jam on route whatever when I passed a sign „France 1000m.“ What? I was on a little detour through France and when getting towards Germany again got an idea, by way of the oncoming traffic, of what the rush hour between the countries is like here. Crazy. The closer I got to my destination, the more Alpine the roads got and I thought that the Black Forest may have gotten its name because it’s as dark as a monkey’s bum, as we so nicely put it in German, after the sun has set. Sorry, but that was my thought verbatim. Next to no street lighting. I’ve never seen so many people walking around with head lamps.

Der Morgen danach begann mit einem gemütlichen Frühstück und einer Erkundung St. Georgens. Ich war auch nicht darauf vorbereitet, dass es hier so viele Backsteinhäuser unterschiedlichster Facon gibt. Der Ursprung der Stadt geht wohl auf ein Benediktinerkloster zurück, dessen Reste vor einigen Jahren im wahrsten Sinne des Wortes zubetoniert wurden – der Marktplatz ist ein Schandfleck erster Güte. Aber dann guckt man halt da hin, wo es schön ist oder es interessantes zu sehen gibt.

My first morning started with a cozy breakfast and a stroll through central St. Georgen. I was also not prepared to see that there is a lot of brick architecture in the Black Forest. The first settlement St. Georgen was a Benedictine monastery the remains of which were literally covered in concrete a few decades ago – the central square is a major eyesore. But then don’t linger, go where it’s nice or interesting.

Bei bestem Wetter (und wegen Feiertags geschlossener Geschäfte) zog es mich aber raus in den Wald. Vom Guesthouse aus hat man den in zehn Minuten Fußweg erreicht. Trotz des Feiertags und trotz fantastischen Wetters war ich so gut wie allein unterwegs. Wenn da mal alle halbe Stunde ein Jogger oder Mountainbiker vorbeikam oder ein Wanderer in Gegenrichtung. Diese wunderbare Ruhe. Wind in den Tannenwipfeln, Vogelgezwitscher – und womöglich ein vorbeihuschender Elch. Oder ein vornübergebeugter Jogger im braunen Dress. Ich tendiere zum Elch.

As the weather was absolutely gorgeous (and the stores closed due to a public holiday) I was drawn to the woods, where you get within a ten-minute walk from the guesthouse. And despite it being a holiday with gorgeous weather, there was hardly anyone around. I met a few joggers and the odd mountain biker, a few hikers. This wonderful silence. Wind in the tree tops, birds chirping – and possibly even a moose scurrying by in the distance. Or a stooped over jogger in a brown suit. I tend to believe it was a moose.

Muße, ungefähr 57 Fotos von Pilzen zu schießen. Der eine sah aus, als ob Alice (die aus dem Wunderland) dran geknabbert hätte, aber die Wasserpfeife schmauchende Raupe war weit und breit nicht zu sehen.

Being at leisure to take about 57 pictures of mushrooms. One looked as if Alice (of Wonderland fame) had taken a bite – but the hookah smoking caterpillar was nowhere to be seen.

Ich war ohne Karte unterwegs und bin etwas orientierungslos durch die Gegend gestolpert, aber wirklich verlaufen kann man sich eigentlich nicht, denn alles ist gut ausgeschildert. Man muss halt nur mit einem Mindestmaß an Konzentration bei der Sache sein 🙂 Die Wege sind nicht nur im Wald, einen leichten Sonnenbrand kann man sich auch einfangen, wenn man sich für ein Kapitel mit einem guten Buch auf einer Bank im Sonnenschein niederlässt.

I was out and about without a map and didn’t really know where I was going. But then you can’t really get lost as there are tons of signs. It’s just a matter of mustering a minimum of concentration 🙂 Also, the paths are not all deep in the not so dark forest – I think I got a little sunburnt while sitting on a sunny bench with a good book.

Es war ein sehr guter Auftakt – mal sehen, was die kommenden Tage noch in petto haben.

It was a great start into my stay – let’s see what the next days have in store for me.

Barbara

A Day on the Way to… VETLANDA!


Hin und wieder bekam man den Eindruck, man sei in Indien unterwegs… was so den Fokus auf die Kuh angeht. Nicht viel exotischer war offenbar unser Vorhaben, zwei Nächte in Vetlanda zu verbringen. „Vet-LAN-da?!“ fragte uns jeder, der es hörte – „was um alles in der Welt macht ihr denn in Vetlanda?“ Naja, wir wären nie hingekommen, wenn wir nicht eigentlich einen Freund und seine Familie in der Nähe hätten besuchen wollen – der aber, als Flüchtling, mal kurzfristig 500km „umgezogen“ wurde. Ich rätsele immer noch ob der Frage, warum ein anerkannter Flüchtling innerhalb ziemlich kurzer „Warnung“ wieder umgezogen wird (in das vierte mir bekannte Umfeld) und wie die Leute dann irgendwann mal Fuß fassen sollen, aber das steht auf einem anderen Blatt. In Vetlanda haben wir tatsächlich nichts unternommen. Auch dem Hinweis, dass dort vor ca. 65 Jahren leckere Soldaten stationiert waren, die von der Schulausbildung ablenkten, sind wir nicht weiter nachgegangen.

Every now and then it felt a little bit as if we were traveling in India… as far as the focus on cows is concerned. Apparently, our two-night stay in Vetlanda was no less exotic. „Vet-LAN-da?!“ everybody gasped when we mentioned it – „what on earth do you want to do in Vetlanda?“ Well, we would never have considered it, hadn’t it been for a friend and his family we wanted to see who lived close by – but who, as refugees, had been moved 500km north at short notice. I still wonder what the rationale behind this is, to move people who have all the papers they need yet again (to the fourth place I know of) and how they are supposed to ever manage to actually settle. Anyhow – we did not do anything worth mentioning in Vetlanda. We also didn’t follow up on the cue that about 65 years ago there were handsome soldiers stationed there who distracted our source from her studies.

Stattdessen fuhren wir zum Skullaryd Älgpark – ein Schweden-Aufenthalt ohne Besuch bei den Elchen ist für mich nicht mehr möglich! Zuerst sahen wir jedoch das Rotwild – ca. 70 Tiere, die recht zügig angetrabt kamen und so ein bisschen Serengeti-Feeling aufkommen ließen. Und der Chef der Truppe, Albin, kam etwas ruhig, aber dennoch geschäftig, hinterher – und benahm sich genauso, wie er auf dem Foto (oben rechts) den Eindruck macht: leicht genervt, aber die Sache voll im Griff. Trotzdem ging es mir ja so wirklich nur um die Elche, die wesentlich ruhiger waren und sich gaaaaaanz langsam von ihren Schattenplätzen erhoben und mal rübergeschlenkert kamen, um zu sehen, was denn so Sache sei.

Instead, we went to Skullaryd Älgpark – a visit in Sweden without seeing moose seems impossible! We first got to see a huge group of red deer – about 70 animals who came trotting towards us at quite a pace and gave us a little stampede feeling. And the boss of them, Albin, approached us a little later, a calm authoritiy, somehow still bustling – and behaved just what it looks like on the picture (top right): just a tad annoyed, but everything under control. But really, all I wanted to see was the moose who were a lot calmer and ever so slowly decided to get up from their spot in the shade and sort of swing over to see what the hype was all about.

Den Specht haben wir auf einer Wanderung am Nachmittag gesehen. Gehört haben wir ihn schnell, ihn zu sehen dauerte eine Weile. Und das Foto, gegen einen bedeckten Himmel fotografiert, musste ich etwas bearbeiten, damit man sein Federkleid erkennen kann. Die Wanderung an sich brachte uns zur Skurugata, einer Schlucht, und weiter zum Skuruhatt, dem mit 337m höchsten Punkt in Småland.

We saw that woodpecker on a hike in the afternoon. We had heard him long before we could locate him. And the photo, taken against a cloudy sky, needed a little manipulation for the plumage to show. The hike brought us to Skurugata, a ravine, and on to Skuruhatt, at 337m / 1105 ft. the highest elevation in Småland.

So einige natürliche Formationen haben mich an die Serie Jordskott denken lassen – „die Rache des Waldes.“ Vielleicht hätte ich die doch nicht gucken sollen, denn hier und da kam mir schon der Gedanke, dass da aus dem komischen Hohlraum ja jetzt die Mörderwurzeln kommen und mich runterziehen wollen oder so… Die Schlucht jedoch brachte mich auf ganz andere und viel schönere Gedanken. Besonders an der Stelle mit der Geröllhalde sah das für mich eindeutig aus wie die Wolfsschlucht in der Mattisburg bei Ronja Räubertochter.

Some of the formations in nature that we came across did remind me a bit of the TV show Jordskott (in German somewhat aptly subtitled „Revenge of the Woods“). Maybe I shouldn’t have watched it after all as every now and then I did feel that some sort of murderous root was going to shoot out of some weird cavity to drag me underneath… The ravine, however, triggered quite different and much nicer thoughts (especially the part with the scree): to me, it looked a lot like the chasm cutting through Matt’s Fort in Ronja, the Robber’s Daughter.

Auf dem Skuruhatt angekommen, war für mich eigentlich klar, dass das der Ort für Ronjas Frühlingsschrei gewesen sein muss. Ich konnte mich mit meinem Sommerschrei noch gerade so im Zaum halten:

Upon reaching Skuruhatt, it was obvious to me that this must have been the place for Ronja’s spring howl. I did manage to refrain from a summer howl myself:

Meine Kamera mit diesem Megazoom macht mich noch zum Vogelliebhaber. Wenn ich das richtig recherchiert habe, handelt es sich bei diesem Exemplar um einen männlichen Buchfink… Wir mussten uns quasi zwingen, den Rückweg anzutreten – gerne wäre ich bis zum Sonnenuntergang geblieben, aber das hätte noch einige Stunden gedauert.

My camera with its megazoom will convert me into a bird watcher one of these days. If I researched this correctly, the bird is a common chaffinch (male)… we practically had to force ourselves to head back again – I would have loved to stay until the sun set but that was still hours to go.

Und dann gab es ja noch einen Tag, den wir nicht in Vetlanda verbracht haben…

And then there was another day that we didn’t spent in Vetlanda…

Barbara