A Day in… VÄXJÖ!


Auf dem Weg zur legendären „Hütte am See“ haben wir einen Tag in Växjö verbracht. Da kann ich ja aufgrund meiner jahrzehntelangen Mats Wilander-Affinität immer wieder hinfahren – aber dieses Mal hat es sich gleich mehrfach gelohnt. Doch kurz vorher haben wir noch einen Stopp in Dädesjö gemacht, um die mittelalterliche Kirche mit den wunderbaren Deckengemälden zu bewundern. Auch ein Erlebnis, wenn man im Gästebuch den Eintrag vom letzten Mal wiederfindet!

On our way to the legendary „Cottage by the lake“ we spent a day in Växjö. Seeing as I’m such a Mats Wilander fan, that’s a place I can return to often – but this time it was special. But before we got there we made a stop in Dädesjö to have a look at the medieval church with its wonderful ceiling paintings. Quite something when you find your own entry in the guest book from the last visit!


Weil wir uns verquatscht und die Ausfahrt verpasst hatten
Der erste Anlaufpunkt in bzw. bei Växjö war die Burgruine Kronoberg. Malerisch im See gelegen, Seerosen noch malerischer davor – es war ja ehrlich gesagt vollkommen egal, was es zu sehen gab bei dem Träumchen von Wetter. So haben wir dann auch noch ein Köttbullar Smörgas im Café daneben genossen bevor es weiterging.

As we had chatted away and missed the exit Our first stop in (or near) Växjö was the ruin of Kronoberg Castle. Situated in a lake it looked like a painting, water lilies pushing the picturesque almost beyond bearable – it didn’t really matter what there was to see at all in this breathtakingly gorgeous weather. So we decided to have a meatball sandwich right there and then, too.

Aber dann ging es auch noch in die Stadt, denn den Dom kann man ja keinem vorenthalten. Vertreter der schwedischen Kirche hatten so einen komischen Stand davor aufgebaut, wo gelbe T-Shirts und Wasser verkauft wurden – so richtig kriegten wir das allerdings zu dem Zeitpunkt noch nicht übereinander und haben erstmal den schönen „Glasbaum“ in Innern bewundert. Den kenne ich in diesem Jahr auch schon 20 Jahre… so lange ist das Austauschjahr schon her, wie mir per soziale Medien vermittelt wurde. Hatte ich ganz vergessen.

But then we hit the city as the cathedral is a must-see. Some people from the Church of Sweden were selling yellow t-shirts and water bottles in front of it – but we couldn’t really wrap our heads around that at the time. So we went inside instead to have a look at the wonderful „glass tree“. I’ve known that for 20 years this year… that’s how long ago the exchange year started – as I was told by friends on a social media website.

Wieder draußen wuchs die Zahl der Menschen in gelb, die hier und da mit Kühltaschen und Klappstühlen ausgerüstet am Dom entlang hasteten – und der Groschen fiel: hier war ein Public Viewing des Achtelfinales Schweden gegen die Schweiz zu erwarten. Unsere weitere Planung änderte sich kurzfristig… meine Mitreisende verlor jegliches Mitbestimmungsrecht.

Outside again there was a marked increase in the number of people in yellow, many of which carried coolers and folding chairs while rushing along the side of the cathedral. I finally made the connection: they were going to attend a Public Viewing of the last sixteen game between Sweden and Switzerland. The planning for the remainder of the day was adjusted promptly as my friend lost any right to determine her own fate.

Wie wir jetzt alle wissen, ging das seht gut aus – aber dann im Viertelfinale nicht mehr. Es könnte darauf zurückzuführen sein, dass wir einen taktischen Fehler begangen haben. Zu diesem Spiel war ich bei einer Freundin eingeladen, die diverse Test-Kuchen vorbereitet hatte. Nicht nur stellten wir übereinstimmend fest, dass der Kuchen mit der England-Fahne der leckerste war – das hätte vielleicht noch keine Folgen gehabt. Aber wir haben die englischen Kuchen nicht platt gemacht! Das konnte ja nicht gut gehen!!! So waren sie dann mittwochs noch Helden und Sonntag sprach man nicht mehr von ihnen. Oder, wie es Ingemar, der Vermieter der Hütte am See zusammenfasste: „Die Engländer waren von Anfang an besser und haben verdient gewonnen. Da danken wir für die gute Unterhaltung bis dahin und genießen nun den Rest des Turniers ohne sie.“

As we all know now, this ended very well for Sweden – though not so much in the quarter finals. Maybe that was due to the fact that we didn’t give a thought to tactics. I was invited at a friends‘ place for that game and she had prepared a few experimental cakes. We tried them all and not only did we all feel that the one decorated with the English flag was the best – we also didn’t finish it off! It just couldn’t end well after that!! And that’s how they were heroes on Wednesday and all but forgotten by Sunday. Or, as Ingemar, our landlord in the cottage put it: „The English team was better from the start and deserved to win. So we thank our team for the entertainment we had and now enjoy the rest of the tournament without them.“

Bis die Tage

See you later

Barbara

A day on… TÄRNÖ


Wahlweise der Schärengarten vor Karlshamn oder Karlskrona war mir bei meinem Besuch 2016 von einer Freundin ans Herz gelegt worden – klitzeklein im Vergleich zu dem vor Stockholm beispielsweise, aber fein. Dazu kam es dann leider nicht mehr wirklich, aber dieses Mal war es soweit. Wir hatten uns für Karlshamn bzw. Matvik als Ausgangspunkt entschieden und für Tärnö, die am weitesten im Meer gelegene Insel. Mein Navi fand den Hafen nicht, so dass wir quasi mit qietschenden Reifen um 10:04 Uhr (Abfahrt 10:05 Uhr) an der Fähre ankamen. Ein hektischer Auftakt also, aber wie immer, wenn ich auf dem Wasser bin, setzte sofort Urlaubsgefühl ein.

Last time I was in Sweden, a friend recommended a tour of the archipelago either off Kalrshamn or Karlskrona – tiny ones when compared to the one off Stockholm for example, but nice. I didn’t get to it back then but this time I made it happen. We chose Karlshamn or Matvik, rather, as the starting point, to go to Tärnö, the island farthest out. My GPS wouldn’t find the harbor so we finally reached it with squealing tires at about 10:04 (the ferry was suppoed to leave 10:05). It was a hectic start but as usual when a boat ride is involved, I instantly relaxed and was back in vacation mode.

Tärnö hatte es mir dann auch direkt angetan… die Insel hat keine dauerhaften Bewohner mehr, es sind nur noch Sommerhäuser. Geteerte Straßen: Fehlanzeige. Autos: Fehlanzeige. Geschäfte und Restaurants: Fehlanzeige. Ein kleiner Kiosk am Hafen, wo ich das in der beschriebenen Hektik vergessene Wasser aufstocken konnte, und kleine Kieswege in die lockere Bebauung mit malerischen „Schwedenhäuschen“. Hatte schon was von Saltkrokan. Vielleicht war auch die Form der Insel gleich überzeugend: sieht sie nicht aus wie ein Elchkopf mit Geweih?

I fell in love with Tärnö instantly… the island has no permanent residents anymore, all the houses are summer cottages. Asphalt roads: none. Cars: none. Shops and restaurants: none. There was a small kiosk at the harbor where luckily I could stock up on water which I had forgotten in the car during our hectic arrival/departure act. Small gravel paths and red and white cottages dotting the landscape. It did feel a bit like Seacrow Island. Maybe I subconsciously found the shape of the island endearing: doesn’t it look like a moose head with antlers and all?

Es war ein gemütlicher Spaziergang durch den bebauten Teil der Insel und ich wäre in so gut wie jedes Haus auf unserem Weg sofort eingezogen… auch ganzjährig, so lange Post kommt 😉 Es herrschte eine wunderbare Stille und nur ganz selten begegnete man mal einem der anderen etwa 20 Passagiere, die mit uns angekommen waren. Und das in der Hochsaison.

It was an easy stroll through the built-up part of the island and I could have moved into just about any of the houses we passed, no questions asked… even year-round, as long as there was mail delivery 😉 it was so wonderfully quiet and only a few times did we meet any of the other about 20 people who had arrived with us. And this is peak season.

Das erste Ziel war die alte und mittlerweile ziemlich tote und hohle Eiche, die über viele Jahr(hundert)e als Orientierungspunkt für Seefahrer diente. Immer noch ziemlich beeindruckend.

The first destination was the centuries old and by now rather dead and hollow oak tree which served as a landmark for seamen for a long time. Still quite impressive.

Weiter ging es vom roten auf den blauen Pfad, zum Leuchtturm. Wobei ich „Turm“ hier fast vermessen finde. Ich nenne ihn nur den kleinen Dicken, gerade mal hoch genug für eine Eingangstür! Ein bisschen weiter erreichten wir den höchsten Punkt, mit Blick auf einige der anderen Inseln.

We continued from the red to the blue path which brought us to the lighthouse. Though „house“ is a bit presumptuous, I think. I’ve come to call him the little chubby one, just about large enough for a front door! I little further down the path we got to the island’s highest point, with view of the archipelago.

Auch auf Tärnö blieben wir unserer Devise treu: viel Ruhe, viel lesen, viel Strand. Aber der Strand ließ zu wünschen übrig. Nicht, weil er eher klein bemessen war (im Zweifelsfall hätte auch die Wiese dahinter noch Liegefläche geboten), sondern weil man nicht ins Wasser kam. Ich habe keinen Weg über die Steine/Felsen in einen schwimmbaren Teil gefunden, alles von Algen überwachsen, so dass das „Überklettern“ ziemlich gewagt schien. Es hat auch sonst keiner geschafft. Ein kleiner Steg mit Treppe ins Wasser wäre vielleicht alles, was es braucht. Eine dringender Hinweis also an die Verantwortlichen in Blekinge!

We stuck to our motto on Tärnö as well: lots of downtime, lots of reading, lots of beach time. But the beach left a lot to be desired. Not because it was small (had it been crowded, the lawn in its back would have offered excellent room as well) but because you couldn’t get into the water. I did not manage to find a way past the rocks to reach a swimmable part – all coverd in slippery algae so that climbing over them was rather risky. Nobody else managed, either. A tiny little landing with a ladder would probabaly do the job. So: an urgent request to the authorities in Blekinge!

Das war’s vorläufig vom Meer – es geht nun auf nach Småland!

This was our Good-bye to the sea, we will now move on to Småland!

Barbara

A few days in… ÖSTERLEN


Schweden hat mich wieder! Nach einer Nacht auf der Fähre machten wir uns gut ausgeruht gleich auf den Weg nach Höllviken, wo ein Wikingermuseum auf dem Plan stand. Was wir nicht wussten: es fand auch ein Wikingermarkt statt und Wikinger-Fans aus ganz Europa und darüber hinaus hatten sich auf den Weg gemacht, um daran teilzunehmen. Es schien, als würden einige den ganzen Sommer lang nur von einem Festival zum anderen ziehen. Bei dem Wetter kann ich mir das auch ganz schön vorstellen in den einfachen Zelten am Lagerfeuer und so weiter… aber bei klassischem Festivalwetter in Matsch und Regen…?

Back in Sweden! After a night on the ferry we reached Trelleborg well rested and moved right on to Höllviken to see the Viking Museum there. What we didn’t realize: they also hosted a Viking Market that weekend and Viking fans (reenacting Viking life) from all over Europe and beyond had come to be a part of it. Apparently, some spend their summers moving from one such place to the next. Seeing as the weather was gorgeous I could have imagined joining them for a while, living in simple tents, cooking on open fires etc… but once it all turned to classic festival weather with mud and rain…?

Das Museum an sich war eine kleine, dunkle und überhitzte Angelegenheit, so dass wir uns schnell aufmachten in den Open Air-Teil, der auch viel interessanter war. Am erstaunlichsten war, wie viele Schoßhündchen der Wikinger an sich so durchfütterte… Aber es gab auch jene, die eindrücklich dabei waren irgendwelche Jagdbeute zu häuten (wenn da mal kein Schoßhündchen darunter war) oder mit tatsächlich einfachsten Mitteln ein Mittagessen zuzubereiten. In der Summe ein schöner Start für diese Reise, die mit Bezug auf die Route sehr der von 2016 ähnelt, aber doch ein paar Neuentdeckungen aufzuweisen hat.

The museum as such was a small, dark and overheated affair so that we quickly made our way to the open air part of it – which was much more interesting anyway. It was amazing to see how many lap dogs the old Vikings kept around… But others were skinning their kill (I hope it wasn’t one of the lap dogs) or preparing their lunches in the simplest possible way. Anyhow, this place was a great start for our trip which is pretty similar to the one in 2016.

Das Wetter war und ist fantastisch – für uns Touristen. Wie wir immer wieder hörten, ist hier seit zwei Monaten kein nennenswerter Regen gefallen und Skåne sieht auch mehr oder weniger aus wie Südfrankreich Ende August. Wer hätte gedacht, dass einem beim Schwedenurlaub mal Sätze wie „Da! Schnell! Da ist noch ein Parkplatz im Schatten!“ oder „Oh, die Hütte hat sogar Klimaanlage!“ entfleuchen. Unsere Unterkünfte waren bislang übrigens alle schön, einmal gab’s Frühstück quasi im Kornfeld.

The weather has been gorgeous – for us tourists. We are told over and over again that (this part of Sweden at least) hasn’t seen any rain worth mentioning in more than two months and Skåne looks pretty much like Southern France at the end of August. Who would have thought that we would ever utter sentences like „Over there! Quick, there’s a parking spot in the shade!“ or „Oh, this cabin has A/C!“ while vacationing in Sweden? The places we stayed at have all been very nice so far. At Björn and Maria’s in Gnalöv we basically had breakfast in a wheat field (okay, next to):

Ein Muss für ein Schweden-Greenhorn wie meine Mitreisende ist meines Erachtens Ales Stenar in Kåseberga – an der Steilküste den Wind um die Nase wehen lassen, Blick auf’s Meer, die Paraglider vorbeihuschend, steinalte Schiffssetzung im Rücken und mit leckerem geräucherten Lachs zur Mittagspause. Zum Abschluss ein Eis am Hafen…

For my travel companion, a greenhorn to Sweden, Ales Stenar in Kåseberga was a must-do, I think – sitting in the breeze at the edge of the cliff, looking out to sea, the paragliders… well, gliding by, the centuries old megalithic monument in our backs and with yummy smoked salmon for lunch. And then an ice-cream for dessert down by the harbor…

Und dann die Strände. Nicht gerade Badewannentemperatur, aber besonders in Sandhammaren (mittlere Fotos) war es wunderbar. Im Stenshuvud Nationalpark war es eine größere Überwindung (unten), aber einmal drin war auch das gut 🙂

And then the beaches. Not exactly bathtub temperature water but Sandhammaren in particular (small pictures in the middle) was just wonderful. It took a bit more to get in at Stenshuvud National Park (bottom picture) but once in it was a pleasure, too 🙂

Apropos Stenshuvud: ich glaube, ich habe Teile gesehen, wo ich vorher noch nie war… oder sollte ich den Leuchtturm und das „Tor des Riesen“ vergessen haben??

Talking about Stenshuvud: I think I got to see parts I’ve never been to before… or could I have forgotten the lighthouse and the „Giant’s Gate“??

Das waren sie, die drei Tage in Österlen… doch es geht noch weiter. Bleibt dran!

Three days in Österlen… but there’s more to come. Stay tuned!

Barbara

Tee mit Aussicht / Tea with a View

Am letzten Abend in Dohuk, nach einer vertrackt anstrengenden, aber auch wunderbaren zweiwöchigen Dienstreise, bin ich mit zwei Kollegen noch schnell auf „den“ Berg (als gäbe es hier nur den einen…), um den Tag bei einer Tasse Tee im Sonnenuntergang ausklingen zu lassen.

On my last night in Dohuk, after a very challenging but also truly wonderful two-week mission, I went to „the“ mountain (as if there were only that one…) with two colleagues to enjoy the sunset over a cup of tea – to chill!

Es ist ein beliebter Platz für alle, aber richtig voll war es nicht – wahrscheinlich in Erwartung des beginnenden Ramadans. Den Weg nach oben hätte ich lieber zu Fuß gemacht. Einerseits, um endlich mal etwas Bewegung zu haben (ich freue mich schon sehr auf mein Fahrrad), andererseits, um alle paar Meter stehen bleiben und schon wieder was fotografieren zu können. Zum Beispiel den Blick auf den Stausee des Mosul Damm (der eigentlich noch besser wurde – aber man will ja nicht ständig wieder anhalten… schließlich wartete der Sonnenuntergang ja nicht auf uns).

It is a very popular place but it wasn’t crowded – maybe because it was the night when ramadan started. I would have preferred to walk up there, even if it had taken me all afternoon. On the one hand, I was longing for some exercise (I’m really looking forward to having a bike at my disposal again), and on the other hand so that I could stop stop and linger every few meters, taking in the landscape and taking pictures. The view of the lake created by the Mosul Dam for example (which got to be better than this – but I didn’t want to stop and get out all the time … the sunset was not waiting for us to arrive after all).

Das Licht war wirklich ausgefallen: erstens die untergehende Sonne, dann Staub in der Luft – und der Berg war quasi die Wetterscheide zwischen Sonne und Gewitterwolken. Über den Bergen auf der anderen Seite von Dohuk, oder auch dahinter, ging viel Regen nieder und wir konnten die Blitze beobachten.

The light was really unsual: first of all the setting sun, and then lots of dust in the air – and it seemed like the mountain was like a meteorological divide between sun and a thunderstorm. Looking at the mountains on the other side of Dohuk – or maybe even beyond – we saw lots of rain coming down and watched the lightning.

Oben angekommen war die Auswahl an bunten Sitzmöglichkeiten aus Plastik, die auf dem Berg verteilt waren, schier unendlich und Tee gab es zur Genüge. Im Angebot für den schnellen Hunger: Bohneneintopf. Aber den haben wir uns für das nächste Mal aufgehoben. Und was ist ein geruhsamer Abend ohne eine Shisha?

When we reached the top, there were red and green plastic chairs all over the place, ready to welcome us. And of course there was lots of tea! If you are in need of a snack: have some of the bean soup on offer. We skipped it and decided to try that next time. And it wouldn’t be a perfect night without a shisha, would it?

So eine „Luftaufnahme“ könnte ich immer stundenlang begutachten – und in Ermangelung einer Drohne ist so ein netter Ort mit Tee und Gesprächen doch Gold wert. Eigentlich… es muss beides geben – die Gemütlichkeit kann eine Drohne ja gar nicht bieten! Langsam wurde es auch dunkel und die Verkehrsströme deutlicher sichtbar – wie auch das beleuchtete Riesenrad im Mazi Vergnügungspark.

Aerial views are the best, I could spend hours taking in the details – and still not in possession of a drone a nice place like this with tea and talk is the perfect alternative. Actually… it would have to be both: there’s no way a drone could create this kind of „gemutlichkeit“. It slowly got dark and the traffic arteries became clearly visible – as did the brightly lit ferris wheel at the Mazi amusement park.

Direkt gegenüber der goldenen Moscheekuppel liegt übrigens das Büro. Die Moskitos begannen, uns aufzufressen und ein bisschen frisch wurde es auch, und so ging es dann quasi mehrfach gechillt wieder nach Hause.

Our office, by the way, is located right across from that mosque with the golden cupola. The mosquitoes were eating us alive and it got a bit nippy, too, so that we went back home, „chilled“ in more than one meaning of the word.

Barbara

Grünes Kurdistan / Green Kurdistan

Zurück im irakischen Kurdistan – und gerade noch rechtzeitig, um die Gegend mal grün und nicht total ausgetrocknet zu erleben. Dieser Wunsch muss den Wettergott bewegt haben, Mitte Mai noch mit Temperaturen zwischen 20 und 23 Grad daherzukommen, wo hier eigentlich 40 Grad und Klimaanlagen angesagt sind. Einerseits schön, leider geht das aber auch mit täglichem Regen einher, teilweise in solchen Massen, dass dabei auch Leute umgekommen sind. Aber alles mögliche ist hier erntereif oder kurz davor: Zwiebeln, Kartoffeln, Rhabarber… das Getreide scheint auch nicht mehr allzu lange zu brauchen. Ob die Kirschen, die ich gegessen habe, tatsächlich von hier waren, konnte ich nicht ergründen – aber sie waren lecker.

Back in Iraqi Kurdistan – and just in time to see it in green and not totally parched. This wish on my part must have inspired the weather Gods to wreak a little havoc with the weather here: mid May at 20 to 23 degrees C is unheard of when it should be 40 with ACs running 24/7. On the one hand, that’s pretty comfortable, but on the other hand, this comes with lots of rain, sometimes causing flash floods with fatalities. But all kinds of vegetables are (just about) ready for harvesting: onions, potatoes, rhubarb… cereals may need a little longer still. I don’t know whether the cherries I had were from here but they were very good.

Neben der Arbeit spielt wie gesagt das Wetter auch nicht mit (vorzugsweise schüttet es am späten Nachmittag und Abend), so dass ich einen ziemlich kleinen Bewegungsradius habe. Aber selbst auf dem morgendlichen Spaziergang zum Büro kommt man an diversen, oft liebevoll gepflegten Gärten vorbei. Schade nur, dass mein Kurdisch noch nicht für ein Schwätzchen reicht… Am Donnerstagabend, vor dem Wochenende also, war ich auch ein bisschen an, sagen wir mal: Stuttgart erinnert. Vor ausnahmslos jedem Haus wurde gekehrt, die Rinne gesäubert und aufgeräumt. Kein Pardon.

In addition to having to work, the rains, which usually come in the late afternoon and evening, rather limit my excursions. But the morning walk to the office takes me past a few often lovingly looked after gardens. Such a shame that my non-existent Kurdish keeps me from chatting with the owners who are sometimes there as well. On Thursday evening, which is right before the weekend, I was somewhat reminded of, say… Stuttgart [which is known for rigid cleaning traditions]. There was street sweeping and gutter cleaning going on in front of literally every house.

Die Strecke von Erbil nach Dohuk haben wir übrigens auf einem anderen Weg zurückgelegt als noch vor knapp zwei Jahren – da ist mittlerweile eine Brücke rehabilitiert worden. Oder sagen wir so: soweit zusammengeflickt worden, dass man darüber fahren kann. Sie lädt auf jeden Fall zur sogenannten „Brückenpause“ ein, denn auf der einen Fahrbahn sind Stände aufgebaut: Fischverkäufer, Teehäuser und anderes mehr. Die Kollegin warnte mich glücklicherweise früh genug: „Bloß nicht umrühren, sonst kann man den gar nicht mehr trinken!!“ Geschätzte zwei Esslöffel Zucker auf einen großen Schluck Tee.

We went from Erbil to Dohuk on another road than when I was here last almost two years ago – in the meantime, a bridge has been rehabilitated. Or let’s put it this way: patched together to make it somewhat passable. Anyhow, it is a welcome stop for what has come to be called the „bridge break“, as one lane serves as a service area with tea houses, a fish shop and others. My colleague luckily wanred me in time: „Do not – under no circumstances! – stir or you really can’t drink that tea!“ It must have been about two table spoons of sugar in not much more than one large sip of tea.

Nun haltet einen Moment inne und stellt euch noch vor, dass euch – nicht hier, aber an anderer Stelle – zu diesem Tee noch folgendes Dessert-Buffet präsentiert wird. Ich höre meine Zähne quasi schreien – bzw. die Bauchspeicheldrüse „Insulin! Insulin! Mehr Insulin!“ japsen.

Now pause for a moment and imagine that you will be offered – not here, but other places – a dessert buffet like the following to go with that tea. I can practically hear my teeth scream – or the pancreas gasping „Insulin! Insulin! More insulin!“

Aber vielleicht wird es auch gerade ein bisschen spät… Gute Nacht und bis bald aus Kurdistan!

But maybe it is just getting a little late… Good night and bye for now from Kurdistan!

Barbara

A Day in… the Watersheds of Zerafshon Basin


In Sarvoda, einer ehemals modernen Bergbausiedlung mit Wohnblöcken, Heizkraftwerk und Kino, biegen wir von der M34 ab und machen uns auf in das erste von insgesamt sieben Wassereinzugsgebieten, die im Rahmen eines ehrgeizigen Projekts von fünf Hilfsorganisationen betreut werden: Pasrud. Es geht dabei um nachhaltige Bewirtschaftung und Schutz natürlicher Ressourcen und Wasservorkommen in den oberen Einzugsgebieten des Zerafshon. Das soll – ganz grundsätzlich gesagt – passieren durch eine Sicherung der Lebensgrundlage für die Bevölkerung in diesen Gebieten (etwa 70.000 Menschen): nachhaltige Armutsreduzierung durch bewussten Umgang mit den Ressourcen bei verbesserter Ernährungssituation.

We take a turn off M34 in Sarvoda, a formerly modern mining settlement with housing blocks, heating plant and movie theater, towards one of a total of seven water catchments which are managed as part of an ambitious project of a consortium of five non-governmental organizations: Pasrud. It’s all about protection and sustainable management of water and natural resources in the upper catchments of the Zerafshon basin. This is supposed to happen – to sum it up – via a stabilization of livelihoods of the population (about 70,000) through sustainable poverty reduction via conservative utilization of the resources for an improved food and nutrition security.

Bergbau? fragt man sich… Unter anderem Steinkohle, die Flöze liegen teilweise direkt an der Oberfläche. Fotografisch festgehalten habe ich nur kleinere Anlagen, die teilweise unglaublich an steile Felswände „geklatscht“ scheinen. Aber es gibt auch Abbau im großen Stil, was auf dem Weg nach Dushanbe, auf dem sich ein Kohle-beladener LKW an den anderen reiht, nicht zu übersehen ist.

Mining? one wonders… Hard coal, among others, with the beds to been seen protruding from the mountains in places. I managed to take pictures only of the smaller enterprises which were often precariously situated, seemingly „glued“ to steep mountain sides. But there is large-scale mining, too, which you can’t miss going back to Dushanbe where all you seem to be doing is pass one coal truck after the next.

Doch zurück zum Thema… aber eigentlich ist es Teil des Themas, wenn du bei der Trinkwasserversorgung einer Ortschaft feststellen musst, dass der eigentlich vorgesehene Fluss dafür nicht in Frage kommt, da schwerst belastet durch Einleitungen einer Goldmine. Und auch wenn sich alles ums Wasser dreht, geht es in diesem ersten besuchten Einzugsgebiet erstmal nur indirekt um Wasser: Testfelder anhand derer man rausfinden möchte, wie sich die Qualität der Weideflächen verbessern lässt. Mehr Gras und variantenreicheres, so dass man größere und gesündere Herden halten kann. Von der Maßzahl „Großvieheinheit pro Hektar“ sollte man sich nicht verwirren lassen: hier oben (wir kamen bis etwa 2.300 m) sind wohl eher Schafe das Vieh der Wahl. Außerdem gibt es Testflächen, die mit Terrassierungen, dem Anbau trockenresistenter Büsche und Scheibenpflugtechniken experimentieren. Der Weg war ziemlich belebt mit bepackten Eseln, die natürlichen Dünger aus den Orten zu den Feldern transportiert haben. Wie so ziemlich alles hier eine langwierge Arbeit.

But let’s return to the subject… but actually, the mining is also part of it if you’re trying to figure out how to set up a drinking water supply for a village and find out that you can’t use the river you thought to use because it’s polluted by the gold mine upstream. Even if all is about water here, I get to see activities in this catchment that are at first sight only indirectly related to water: demo plots on which tests are being run to find out how to improve pasture quality. The goal is to find a way to grow more grass and more varied pasture in order to be able to have larger and healthier herds. If you want to phrase it more academically, you speak about „livestock units per hectare“. We reached about 2,300 m and not that far below there were more demo plots experimenting with banking, cultivation of drought resistant bushes and low-tillage techniques. The „road“ was pretty busy with donkeys carrying sacks of natural fertilizer from the village to the fields. A time-consuming and tiring work, like so many here.

Ja, ich konnte mich mit den Fotos nur ganz schwer entscheiden! Neben vielen anderen Dingen kann einen die Landschaft hier, in mehrfacher Hinsicht und im positiven Sinn, fertig machen: Hochgebirge an sich, mit atemberaubenden Felsformationen, die nach jeder Kurve wieder komplett anders aussehen und an mancher Stelle ein wahnsinniges Farbspektakel bieten. Hier kann man, wenn man mit der Höhe umgehen kann, wunderbar wandern. Die kleinen Orte sind auch, in bescheidenem Maße, auf Touristen eingestellt und bieten Homestays an. Eine Wanderkarte gibt es auch. Lust?

Yes, I had a hard time deciding which pictures to include. This landscape can really be too much (in a positive sense) on many levels: high mountains, breathtaking rock formations and a completely different look every time you turn a corner and sometimes the colors are almost too much to take in. If you can handle the altitude, this is a hiker’s heaven. You can get a map with hiking trails. The villages are prepared for tourists, too, and offer home stays. Wanna try?

Weiter geht’s zum Madm-Tal, wo es riesige Aprikosenhaine gibt, kurz vor der Blüte. Ich bin vielleicht zwei Wochen zu früh dran – es muss ganz wunderbar aussehen. Alles, was da so rot wirkt an den Bäumen, sind die Knospen. Hier gibt’s wieder ein Testfeld zu begutachten: Anbau von Obstbäumen mit Wasserversorgung. Ein Tank oberhalb des Testsfelds wird durch eine solarbetriebene Pumpe versorgt, so dass auch in den Sommermonaten, nach der Ernte, gegossen werden kann. Die Wasserversorgung dann ist wichtig, damit die Bäume quasi in der Vorbereitung auf die nächste Saison nicht in Stress geraten. Dazu gibt es Trainings im Pflanzen und Obstbaumschnitt, damit auch in dieser Hinsicht das beste rausgeholt werden kann. Dazu kommt, dass die bestehenden Aprikosenbäume schon viel Totholz aufweisen und dann gelegentlich auch mal ersetzt werden sollten.

On we go to the Madm valley, to large apricot groves, about to bloom. I’m maybe two weeks early – it must be an amazing sight. Everything that looks red on the trees are buds getting ready to bloom. There’s another demo plot here: cultivation of fruit trees with water management. A tank higher up on the hill is filled with the help of solar-powered pumps so that the trees can be watered in the summer months, too, after the harvest. It’s important to have water around then as well so that the trees don’t get stressed in preparation for the next season. Add to that training in planting and pruning and things look good for a higher yield. The old apricot trees feature a lot of deadwood already and should be replaced at some point in the not too far future.

Im langsam weniger werdenden Tageslicht war Kum der letzte Anlaufpunkt, wo wir uns die Uferbefestigung des Kum mit Gabionen (diese steingefüllten „Käfige“) angeguckt haben. Als Gartenbauelement finde ich die immer ziemlich fragwürdig bis geschmacklos, aber hier sind sie offenbar am richtigen Platz. Die Dorfgemeinschaft wies außerdem darauf hin, dass eine neue Brücke vielleicht auch mal eine Maßnahme wäre. Könnte man drüber nachdenken, aber da sollte erstmal geklärt werden, ob sie die notwendige Eigenbeteiligung stemmen können.

In the fading daylight we reached Kum where we had a quick look at the bank reinforcement by way of gabions (those „cages“ filled with rocks). I always find them a spectacularly bad choice in landscape gardening but here they seem to be in the right spot. The community took the opportunity to mention that a new bridge could be a helpful measure as well. That could be taken into consideration but the community would need to discuss how to make sure they can offer the financial contribution that would be expected of them.

Das war nur ein kleiner Einblick in einen sehr vielfältigen Korb an Maßnahmen und Aktivitäten. Da wären u.a. noch Latrinen-/Toilettenbau, Kanalrehabilitation, die Unterstützung von Frauengruppen, Saatzuschüsse, die Bildung von Gesellschaften zur Organisation der Wassernutzung, Vermarktung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Trainings, Trainings, Trainings. Aber damit muss hier Schluss sein – Glückwunsch an alle, die bis hierher gekommen sind!

This was just a glimpse into a very varied „basket“ of measures and activities. Add to that the construction of latrines/toilets, canal rehabilitation, the support of women’s groups, grants for seed purchases, the formation of water user associations, marketing of agricultural produce and trainings, trainings, trainings. But this just has to be the end of it – congrats to all who made it this far!

Barbara

On the Road in… TAJIKISTAN


Bei meinem Besuch bin ich auch ein bisschen aus der Hauptstadt rausgekommen: bis Ayni, ca. zweieinhalb Autostunden nördlich von Dushanbe. Es wird dann schnell gebirgig und am Vorabend gab es eine Lawinenwarnung. Morgens jedoch konnten wir los, es gab keine weiteren Meldungen. Die erreichte uns dann aber nach etwa 45 Minuten: Straße gesperrt wegen eines Lawinenabgangs einige Kilometer weiter. Die Gerüchteküche reichte von 10 bis 100 Meter Schneemassen. Also erstmal Pause in einer Art „Raststättenort“ beim Nationalgericht Ploff (oder wie immer man das schreibt) und Schwarztee mit Zitrone. Und einmal angehalten, wurden auch die gut geführten Örtlichkeiten in Anspruch genommen.

My visit to Tajikistan finally brought me out of the capital, too: to Ayni, about two and a half hours north of Dushanbe. Very soon the landscape becomes really mountainous and on the eve of our departure we received warning messages about possible avalanches. But in the morning, there were no more bad news so we started on our way. We were on the road for only about 45 minutes when we were stopped abruptly: the road was closed… due to an avalanche quite a few kilometers further up the road. Rumor had it it was 10 meters. Or 100 meters, depending on who you talked to. So we decided to have a very early lunch of ploff (or however you would spell that) and black tea with lemon in a little village that catered to travelers. It also offered a well-run public restroom.

Das Restaurant war sehr gut besucht – alle mussten ja warten. Aber plötzlich waren wir als einzige übrig. Irgendwer hatte offenbar die Nachricht erhalten, dass die Straße wieder auf sei und schwupps waren die ganzen Trucker wieder unterwegs. Und wir dann auch.

The restaurant was almost full – everybody had to wait somewhere after all. But all of a sudden we were the only ones left. Somebody had recived the message that the road was open again and just like that everybody was behind their steering wheels again. And so were we.

Die Fahrt brachte uns auch durch den 5km langen „Tunnel des Todes“, eine bis vor kurzem vollkommen unbeleuchtete, unbelüftete, dafür nasse Angelegenheit mit Schlaglöchern. Nun gibt es Licht, aber auch nicht immer, wie ich auf der Rückfahrt feststellen konnte… was allerdings einen Fahrer trotz nicht vorhandenen Lichts auch an seinem Auto nicht davon abhalten konnte, trotzdem durch zu fahren, sozusagen auf Gefühl, meist mittig und immerhin mit Warnblinklicht. Die Belüftung fehlt weiter – dagegen wirkt so manches Feinstaubproblem irgendwie fimschig.

As part of the trip we also had to pass the „Tunnel of Death“, a rather wet, unlit, unventilated and pothole-pocked affair. Now there’s light but then not always, either, as I noticed on the way back… minor detail for a driver whose head- and taillights were broken to happily drive right into it, literally feeling his way around, mostly in the center of the tunnel, trusting the hazard lights would take him through it. The ventilation is still missing – and discussion in our parts about particulate matters seem almost ridiculous in comparison.

Eine überraschende Entdeckung war, dass der Opel der Toyota Tajikistans ist – es muss das Land mit der höchsten Opel-Dichte weltweit sein, wie auch immer es dazu kommen konnte. Neben den Autos wurde gleich das Motto mitgeliefert: „Opel fahrn is‘ wie wennze fliechs“… es gab die abenteuerlichsten Manöver. Und Opel-Witze gibt es auch: Fragt ein Mädchen seinen Freund: „Hast du ein Auto?“ – „Nein,“ antwortet der. Das Mädchen ist sichtlich enttäuscht, gibt aber nicht auf und fragt: „Hast du denn vielleicht einen Opel?“

I was very surprised to see that apparently Opel is the Toyota of Tajikistan – it must be the country with the highest Opel density worldwide. I wonder how that could have happened. Anyhow, the cars came equipped with the motto for which they are known in Germany: „Driving Opel feels like flying“ – I witnessed quite a few hair-raising maneuvers. And there are Opel jokes, too: A girl asked her boyfriend: „Do you have a car?“ – „No,“ he answers and the girl has a hard time hiding her disappointment but continues: „Then do you maybe have an Opel?“

Immer auf der Suche nach neuen Methoden bin ich mehrfach auf einen Recycling-Ansatz im Brückenbau gestoßen:

Always on the look-out for new methods I came across a recycling approach in bridge construction:

Es gibt immer und überall so viel zu sehen. Aber nun erstmal: auf bald!

There’s always so much to see all over the place. But for now: take care!

Barbara

P.S.: Auf youtube gibt es eine Menge zum Tunnel of Death vor der „Sanierung“, hier ein Beispiel:

P.S.: There are tons of youtube videos about the Tunnel of Death before its rehabilitation, this is just one example: