An afternoon in… EKSJÖ!


An der Chronologie doktore ich hier ein bisschen rum… Eksjö haben wir nämlich eigentlich am gleichen Tag gemacht wie die Elche und Skurugata – aber das kann man ja gar nicht alles in einen Beitrag fassen. Wir haben uns hier sogar eine Stadtführung gegönnt, als die einzigen daran interessierten Touristen. Wir waren kurz davor, die Fliege zu machen, als die Stadtführerin noch auftauchte und uns eine kurzweilge Stunde lang viel über Geschichte und Architektur Eksjös nahegebracht hat.

I have doctored the chronology a bit here… in fact, we did Eksjö on the same day as the moose and Skurugata – but it’s just too much for one post (and one day?!). We treated ourselves to a guided tour here – the only tourists who were interested as it turned out. We were just about to make a quick exit when the guide showed up and did a very interesting one-hour tour of the old town, filling us in on Eksjö’s history and architecture.

Eksjö bezeichnet sich selbst als die „Holzstadt“: die weiterhin den mittelalterlichen Stadtplan wiederspiegelnde nördliche Altstadt steht komplett unter Denkmalschutz und ist wirklich malerisch. Eine große Lücke besteht im Zentrum, wo erst im August 2015 das größte Gebäude niedergebrannt ist. Glücklicherweise konnte ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude verhindert werden.

Eksjö calls itself the „wooden city“: the Northern part of the old city is still set up along the medieval plan, is listed as a whole and really quite picturesque. There is one huge gap in the center, though, where the largest building burned down as recently as August 2015. Luckily, the fore department managed to keep the flames away from the neigboring houses.

Besonders interessant sind die diversen „gård“ – was übersetzt so ziemlich alles sein kann von Hof über Anwesen bis Innenhof: es sind an vier Seiten umbaute Grundstücke, die durch mindestens eine Hofeinfahrt erreichbar sind. Das können Bauernhöfe sein, aber auch Geschäfte bzw. Handelsplätze oder Handwerksbetriebe. Ein solcher ist der Krusagården, wo im Laufe der Jahrhunderte so unterschiedliche Dinge wie eine Gerberei und eine Schnappsbrennrei untergebracht waren. 1946 sollte er abgerissen werden und es formierte sich Widerstand dagegen – er wurde erhalten und insgesamt wurde man sich der Einzigartigkeit der Bebauung bewusster. Krusagården jedenfalls ist nun im Besitz der Stadt und ist eine Art Kulturzentrum. Wir wurden allerdings hauptsächlich deshalb darauf aufmerksam, weil draußen ein Schild „LOPPIS“ stand 🙂 Dazu gab es aber auch frische Waffeln mit Erdbeermarmelade und Sahne, Live-Musik und gemütliche Atmosphäre. Was die Hummel zum Absturz brachte, blieb unerforscht.

There are a number of „gård“ who are of special interest – the word can mean just about anything from estate to courtyard: they are properties with walls on all four sides, accessible via one or more gate(s). They can be farms but also stores or trading posts – or a crafts enterprise. One such place is Krusagården which hosted all kinds of enterprises over the centuries, including a tannery and a distillery. In 1946 it was decided to tear it down but that decision met unexpected resistance – the plans were scrapped and the inhabitants of Eksjö became in general more aware of their unique architectural heritage. Krusagården is now owned by the city and a cultural center. We were attracted to it by a sign outside, though, saying „LOPPIS“ 🙂 But we also had a fresh waffle with strawberry jam and whipped cream, live music and great „gemutlichkeit“. The reason for the crash of the bumblebee remained a mystery.

Am Marktplatz, der die Grenze zwischen der nördlichen und südlichen Altstadt darstellt, steht die im 19. Jahrhundert gebaute Kirche. Die ersetzt eine alte, damals als zu dunkel empfundene Holzkirche… aber Altar und Kanzel wurden (neben so einigen anderen Stücken) in die neue Kirche integriert.

The market square marks the border between the Northern and the Southern part of the old town. At its Eastern side is Eksjö church which was built in the late 19th century, replacing a medieval wooden church that people at the time found too dark, apparently… But the altar and the pulpit (among quite a few other objects) were integrated in the new building.

Ohne unsere Stadtführerin wären uns neben den Informationen zur Geschichte auch so kleine Details wie die Schutzvorrichtungen an Hausecken, die Schäden durch die Kurve zu eng nehmende Kutschen vermeiden sollten, gar nicht aufgefallen. Oder später hinzugefügte zweite Stockwerke, die aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen über den ersten Stock hinausragen.

Only thanks to our guide did we learn so much about the history in general and the tiny little details in particular: like these protective measures on the corner of houses that were put in place to make sure that carriages trying to round the corner wouldn’t damage it in the process. Or the second stories of buildings that were added later and for some irreproducible reason were larger than the first floor.

In der Summe hätte ich vielleicht auch einfach kommentarlos die Sammlung an Türen aus Eksjö posten können – eine schöner als die andere… wobei die mit dem beidseitigen Treppenaufgang (die einzige solche) und das dazugehörige Haus wohl mein Favorit ist:

I guess I could have just posted my collection of Eksjö doors as a comment-free synopsis of our visit, one more beautiful than the next… I particularly like the one with the two-sided stairwell (the only of its kind) and the house that goes with it:

Auf bald!

Take care!

Barbara

A Day on the Way to… VETLANDA!


Hin und wieder bekam man den Eindruck, man sei in Indien unterwegs… was so den Fokus auf die Kuh angeht. Nicht viel exotischer war offenbar unser Vorhaben, zwei Nächte in Vetlanda zu verbringen. „Vet-LAN-da?!“ fragte uns jeder, der es hörte – „was um alles in der Welt macht ihr denn in Vetlanda?“ Naja, wir wären nie hingekommen, wenn wir nicht eigentlich einen Freund und seine Familie in der Nähe hätten besuchen wollen – der aber, als Flüchtling, mal kurzfristig 500km „umgezogen“ wurde. Ich rätsele immer noch ob der Frage, warum ein anerkannter Flüchtling innerhalb ziemlich kurzer „Warnung“ wieder umgezogen wird (in das vierte mir bekannte Umfeld) und wie die Leute dann irgendwann mal Fuß fassen sollen, aber das steht auf einem anderen Blatt. In Vetlanda haben wir tatsächlich nichts unternommen. Auch dem Hinweis, dass dort vor ca. 65 Jahren leckere Soldaten stationiert waren, die von der Schulausbildung ablenkten, sind wir nicht weiter nachgegangen.

Every now and then it felt a little bit as if we were traveling in India… as far as the focus on cows is concerned. Apparently, our two-night stay in Vetlanda was no less exotic. „Vet-LAN-da?!“ everybody gasped when we mentioned it – „what on earth do you want to do in Vetlanda?“ Well, we would never have considered it, hadn’t it been for a friend and his family we wanted to see who lived close by – but who, as refugees, had been moved 500km north at short notice. I still wonder what the rationale behind this is, to move people who have all the papers they need yet again (to the fourth place I know of) and how they are supposed to ever manage to actually settle. Anyhow – we did not do anything worth mentioning in Vetlanda. We also didn’t follow up on the cue that about 65 years ago there were handsome soldiers stationed there who distracted our source from her studies.

Stattdessen fuhren wir zum Skullaryd Älgpark – ein Schweden-Aufenthalt ohne Besuch bei den Elchen ist für mich nicht mehr möglich! Zuerst sahen wir jedoch das Rotwild – ca. 70 Tiere, die recht zügig angetrabt kamen und so ein bisschen Serengeti-Feeling aufkommen ließen. Und der Chef der Truppe, Albin, kam etwas ruhig, aber dennoch geschäftig, hinterher – und benahm sich genauso, wie er auf dem Foto (oben rechts) den Eindruck macht: leicht genervt, aber die Sache voll im Griff. Trotzdem ging es mir ja so wirklich nur um die Elche, die wesentlich ruhiger waren und sich gaaaaaanz langsam von ihren Schattenplätzen erhoben und mal rübergeschlenkert kamen, um zu sehen, was denn so Sache sei.

Instead, we went to Skullaryd Älgpark – a visit in Sweden without seeing moose seems impossible! We first got to see a huge group of red deer – about 70 animals who came trotting towards us at quite a pace and gave us a little stampede feeling. And the boss of them, Albin, approached us a little later, a calm authoritiy, somehow still bustling – and behaved just what it looks like on the picture (top right): just a tad annoyed, but everything under control. But really, all I wanted to see was the moose who were a lot calmer and ever so slowly decided to get up from their spot in the shade and sort of swing over to see what the hype was all about.

Den Specht haben wir auf einer Wanderung am Nachmittag gesehen. Gehört haben wir ihn schnell, ihn zu sehen dauerte eine Weile. Und das Foto, gegen einen bedeckten Himmel fotografiert, musste ich etwas bearbeiten, damit man sein Federkleid erkennen kann. Die Wanderung an sich brachte uns zur Skurugata, einer Schlucht, und weiter zum Skuruhatt, dem mit 337m höchsten Punkt in Småland.

We saw that woodpecker on a hike in the afternoon. We had heard him long before we could locate him. And the photo, taken against a cloudy sky, needed a little manipulation for the plumage to show. The hike brought us to Skurugata, a ravine, and on to Skuruhatt, at 337m / 1105 ft. the highest elevation in Småland.

So einige natürliche Formationen haben mich an die Serie Jordskott denken lassen – „die Rache des Waldes.“ Vielleicht hätte ich die doch nicht gucken sollen, denn hier und da kam mir schon der Gedanke, dass da aus dem komischen Hohlraum ja jetzt die Mörderwurzeln kommen und mich runterziehen wollen oder so… Die Schlucht jedoch brachte mich auf ganz andere und viel schönere Gedanken. Besonders an der Stelle mit der Geröllhalde sah das für mich eindeutig aus wie die Wolfsschlucht in der Mattisburg bei Ronja Räubertochter.

Some of the formations in nature that we came across did remind me a bit of the TV show Jordskott (in German somewhat aptly subtitled „Revenge of the Woods“). Maybe I shouldn’t have watched it after all as every now and then I did feel that some sort of murderous root was going to shoot out of some weird cavity to drag me underneath… The ravine, however, triggered quite different and much nicer thoughts (especially the part with the scree): to me, it looked a lot like the chasm cutting through Matt’s Fort in Ronja, the Robber’s Daughter.

Auf dem Skuruhatt angekommen, war für mich eigentlich klar, dass das der Ort für Ronjas Frühlingsschrei gewesen sein muss. Ich konnte mich mit meinem Sommerschrei noch gerade so im Zaum halten:

Upon reaching Skuruhatt, it was obvious to me that this must have been the place for Ronja’s spring howl. I did manage to refrain from a summer howl myself:

Meine Kamera mit diesem Megazoom macht mich noch zum Vogelliebhaber. Wenn ich das richtig recherchiert habe, handelt es sich bei diesem Exemplar um einen männlichen Buchfink… Wir mussten uns quasi zwingen, den Rückweg anzutreten – gerne wäre ich bis zum Sonnenuntergang geblieben, aber das hätte noch einige Stunden gedauert.

My camera with its megazoom will convert me into a bird watcher one of these days. If I researched this correctly, the bird is a common chaffinch (male)… we practically had to force ourselves to head back again – I would have loved to stay until the sun set but that was still hours to go.

Und dann gab es ja noch einen Tag, den wir nicht in Vetlanda verbracht haben…

And then there was another day that we didn’t spent in Vetlanda…

Barbara

Hours Upon Hours Spent at… LOPPIS


Loppis ist kein Ort in Schweden – aber jeder Ort kann Loppis sein. Ein Loppis (loppmarknad) ist ein Flohmarkt. Aber anders als hier ist das meistens keine großartig angekündigte Sache gigantischen Ausmaßes, sondern ein Sammler, der sonntags seine Garage öffnet, ein Besitzer eines alten Hofs in der småländischen Einsamkeit, der die Scheune umfunktioniert hat und wann immer er da ist, das Schild „LOPPIS – öppet“ an die Straße hängt. Die Fotos hier sind allerdings alle vom kommerziellen Loppis in Moheda, der jeden Samstagnachmittag stattfindet.

Loppis is not the name of a Swedish town – but every town can potentially have a Loppis. A Loppis (loppmarknad) is a flea market. But often it’s not a huge official thing that’s been published in the papers but maybe a collector opening his garage on Sunday afternoons, the owner of an old farm in the solitude of Småland who has found a new use for the large barn and puts up the sign „LOPPIS – öppet“ by the main road whenever he’s available. The pictures here, though, are all from a larger commercial loppis in Moheda who is open every Saturday afternoon.

Es gibt so ziemlich alles – und es ist die Hölle los. Ein Café gab es dort auch und eine Würstchenbude. Aber die kleineren waren mir lieber, da kommt man mit den Verkäufern ins Gespräch und kann auch noch was zur Gegend in Erfahrung bringen und überhaupt einfach quatschen. Einer der letzten, den wir aufgetan haben, war auch ein größerer Akt, der nur für drei Wochen, aber täglich geöffnet war und von der örtlichen Kirchengemeinde organisiert war. Wahnsinn, das Angebot – und es warteten noch Wagenladungen voller Kisten auf’s Auspacken.

There’s nothing you can’t get – and it’s crowded. They even had a café and a hot dog stall. But I much preferred the smaller ones where you can chat with the sellers and find out about the region and whatever else. One of the last ones we found was also a larger event that was only going on for three weeks but open daily, organized from the local church community. The range of items was incredible – and there were still truckloads of boxes waiting to be unpacked.

Sagen wir mal so: es war ein Segen und ein Fluch, dass ich ein Auto zur Verfügung hatte…

Let’s put it this way: it was a blessing and a curse that I had a car at my disposal…

… und solltet ihr hören, dass ich beim nächsten Mal mit Anhänger fahre, schreitet ein!

… and should you hear that I plan to take a trailer next time, please do intervene!

Barbara

Another Week in… ÄLMHULT!


Falls das Foto allein die Aussage nicht rüberbringt: es blieb weiter sonnig… und warum ich basierend auf der Erfahrung des letzten Aufenthalts nicht gleich zwei Wochen in die Hütte am See gezogen bin, wird mir für immer ein Rätsel bleiben. Unverändert hat mich eigentlich nichts weggezogen vom See, gemütlichen Frühstücks auf der Terrasse, Sonnenuntergang auf der Hollywood-Schaukel…

Just in case the picture above doesn’t get the idea across: it continued to be sunny! And why exactly I came for only one week again (well knowing from my last stay how absolutely wonderful it would be), will forever remain a mystery. And again, I had a hard time parting with the lake, cozy breakfasts on the terrace, sunsets seen from the porch swing…

Es passt so unglaublich gut, dass ich mich selbst morgens schon zum schwimmen aufraffen kann… Aber dann könnte es nach Frühstück und/oder Mittagessen mit viel frischem Obst auch einfach in einem Nachmittag lesen am Strand enden!

It is just so wonderful that even I can get motivated for a swim in the morning already… But after a breakfast and/or lunch with lots of fresh fruit I could just call it a day and retire to the beach to spend the rest of the day reading!

Aber mit Aussicht auf ein leckeres Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee im Garten-Café konnte ich auch dazu bewogen werden, mir (erneut) Linnés Råshult anzusehen… Und nur einen Monat später im Jahr sah es doch sehr anders aus – was sicher auch am lange ausgebliebenen Regen lag.

But with the prospect of having a yummy piece of cake and a coffee in the garden café I could be persuaded to see Linné’s Råshult (again)… And only one month later than last time, things looked decidedly different – maybe that was exacerbated by the drought this year.

Im Gegensatz zum letzten Mal habe ich auch die große Runde kennengelernt, die unter anderem auch solch postkartenkitschige Aussichten bereithielt:

This time I also managed to do the „large loop“ which offered views like this one – if you saw it on a postcard you’d think it’s unreal or this exceptional place… but we saw them over and over again:

Ein weiteres Ziel war das IKEA Museum in Älmhult, das ich gut gemacht und in großen Teilen auch sehr interessant fand. In Sachen Geschäftskarriere bin ich offenbar auf dem richtigen Weg: IKEA-Gründer Ingvar Kamprad fing mit Streichhölzern und… Weihnachtskarten an. Das kann also was werden 😉 Die teilweise jahrzehntealten Beispielzimmer waren faszinierend – im folgenden Bild oben ist eine aus dem Katalog von 1962, darunter in klein von 1999 (links) und 1976 (rechts).

On another day we made it to the IKEA Museum in Älmhult, which I found to be very well made and for the most part very interesting, too. As for entrepreneurship I seem to be on the right way: IKEA founder Ingvar Kmaprad started out with matches and… Christmas cards. I’m getting there 😉 The sample rooms from different decades were fascinating – the picture below shows one from the 1962 catalogue on top (followed by 1999 and 1976, left to right).

Zuletzt gab es eine Ausstellung unter anderem zu IKEAHacks – Gegenständen (oder Kunstwerken), die aus IKEA-Möbelsätzen gefertigt, aber abgewandelt wurden. Oder auch die schwedische Tracht aus den blauen und gelben IKEA-Tüten.

The last part was dedicated to IKEAHacks – items (or pieces of art) that were made by modifying the original purpose of a certain IKEA product. Or the traditional Swedish dress made from IKEA’s blue and yellow bags.

Also, nächstes Mal zwei Wochen, mindestens. Und für den Fall, dass sich einer fragt: wir hatten nicht einen einzigen Tag ein echtes Mückenproblem, das Mückenspray wurde nicht gebraucht. Vielleicht auch ein Ausnahmezustand, aber egal… es war ein Fakt! Doch nun auf bald!

Alright then: two weeks next time, minimum. And just in case you were wondering: there was not a single day that we were really plagued by mosquitos, I brought the repellent in vain. Maybe that is exceptional, too but anyhow: it was a fact! Take care!

Barbara

A Day in… VÄXJÖ!


Auf dem Weg zur legendären „Hütte am See“ haben wir einen Tag in Växjö verbracht. Da kann ich ja aufgrund meiner jahrzehntelangen Mats Wilander-Affinität immer wieder hinfahren – aber dieses Mal hat es sich gleich mehrfach gelohnt. Doch kurz vorher haben wir noch einen Stopp in Dädesjö gemacht, um die mittelalterliche Kirche mit den wunderbaren Deckengemälden zu bewundern. Auch ein Erlebnis, wenn man im Gästebuch den Eintrag vom letzten Mal wiederfindet!

On our way to the legendary „Cottage by the lake“ we spent a day in Växjö. Seeing as I’m such a Mats Wilander fan, that’s a place I can return to often – but this time it was special. But before we got there we made a stop in Dädesjö to have a look at the medieval church with its wonderful ceiling paintings. Quite something when you find your own entry in the guest book from the last visit!


Weil wir uns verquatscht und die Ausfahrt verpasst hatten
Der erste Anlaufpunkt in bzw. bei Växjö war die Burgruine Kronoberg. Malerisch im See gelegen, Seerosen noch malerischer davor – es war ja ehrlich gesagt vollkommen egal, was es zu sehen gab bei dem Träumchen von Wetter. So haben wir dann auch noch ein Köttbullar Smörgas im Café daneben genossen bevor es weiterging.

As we had chatted away and missed the exit Our first stop in (or near) Växjö was the ruin of Kronoberg Castle. Situated in a lake it looked like a painting, water lilies pushing the picturesque almost beyond bearable – it didn’t really matter what there was to see at all in this breathtakingly gorgeous weather. So we decided to have a meatball sandwich right there and then, too.

Aber dann ging es auch noch in die Stadt, denn den Dom kann man ja keinem vorenthalten. Vertreter der schwedischen Kirche hatten so einen komischen Stand davor aufgebaut, wo gelbe T-Shirts und Wasser verkauft wurden – so richtig kriegten wir das allerdings zu dem Zeitpunkt noch nicht übereinander und haben erstmal den schönen „Glasbaum“ in Innern bewundert. Den kenne ich in diesem Jahr auch schon 20 Jahre… so lange ist das Austauschjahr schon her, wie mir per soziale Medien vermittelt wurde. Hatte ich ganz vergessen.

But then we hit the city as the cathedral is a must-see. Some people from the Church of Sweden were selling yellow t-shirts and water bottles in front of it – but we couldn’t really wrap our heads around that at the time. So we went inside instead to have a look at the wonderful „glass tree“. I’ve known that for 20 years this year… that’s how long ago the exchange year started – as I was told by friends on a social media website.

Wieder draußen wuchs die Zahl der Menschen in gelb, die hier und da mit Kühltaschen und Klappstühlen ausgerüstet am Dom entlang hasteten – und der Groschen fiel: hier war ein Public Viewing des Achtelfinales Schweden gegen die Schweiz zu erwarten. Unsere weitere Planung änderte sich kurzfristig… meine Mitreisende verlor jegliches Mitbestimmungsrecht.

Outside again there was a marked increase in the number of people in yellow, many of which carried coolers and folding chairs while rushing along the side of the cathedral. I finally made the connection: they were going to attend a Public Viewing of the last sixteen game between Sweden and Switzerland. The planning for the remainder of the day was adjusted promptly as my friend lost any right to determine her own fate.

Wie wir jetzt alle wissen, ging das seht gut aus – aber dann im Viertelfinale nicht mehr. Es könnte darauf zurückzuführen sein, dass wir einen taktischen Fehler begangen haben. Zu diesem Spiel war ich bei einer Freundin eingeladen, die diverse Test-Kuchen vorbereitet hatte. Nicht nur stellten wir übereinstimmend fest, dass der Kuchen mit der England-Fahne der leckerste war – das hätte vielleicht noch keine Folgen gehabt. Aber wir haben die englischen Kuchen nicht platt gemacht! Das konnte ja nicht gut gehen!!! So waren sie dann mittwochs noch Helden und Sonntag sprach man nicht mehr von ihnen. Oder, wie es Ingemar, der Vermieter der Hütte am See zusammenfasste: „Die Engländer waren von Anfang an besser und haben verdient gewonnen. Da danken wir für die gute Unterhaltung bis dahin und genießen nun den Rest des Turniers ohne sie.“

As we all know now, this ended very well for Sweden – though not so much in the quarter finals. Maybe that was due to the fact that we didn’t give a thought to tactics. I was invited at a friends‘ place for that game and she had prepared a few experimental cakes. We tried them all and not only did we all feel that the one decorated with the English flag was the best – we also didn’t finish it off! It just couldn’t end well after that!! And that’s how they were heroes on Wednesday and all but forgotten by Sunday. Or, as Ingemar, our landlord in the cottage put it: „The English team was better from the start and deserved to win. So we thank our team for the entertainment we had and now enjoy the rest of the tournament without them.“

Bis die Tage

See you later

Barbara

A day on… TÄRNÖ


Wahlweise der Schärengarten vor Karlshamn oder Karlskrona war mir bei meinem Besuch 2016 von einer Freundin ans Herz gelegt worden – klitzeklein im Vergleich zu dem vor Stockholm beispielsweise, aber fein. Dazu kam es dann leider nicht mehr wirklich, aber dieses Mal war es soweit. Wir hatten uns für Karlshamn bzw. Matvik als Ausgangspunkt entschieden und für Tärnö, die am weitesten im Meer gelegene Insel. Mein Navi fand den Hafen nicht, so dass wir quasi mit qietschenden Reifen um 10:04 Uhr (Abfahrt 10:05 Uhr) an der Fähre ankamen. Ein hektischer Auftakt also, aber wie immer, wenn ich auf dem Wasser bin, setzte sofort Urlaubsgefühl ein.

Last time I was in Sweden, a friend recommended a tour of the archipelago either off Kalrshamn or Karlskrona – tiny ones when compared to the one off Stockholm for example, but nice. I didn’t get to it back then but this time I made it happen. We chose Karlshamn or Matvik, rather, as the starting point, to go to Tärnö, the island farthest out. My GPS wouldn’t find the harbor so we finally reached it with squealing tires at about 10:04 (the ferry was suppoed to leave 10:05). It was a hectic start but as usual when a boat ride is involved, I instantly relaxed and was back in vacation mode.

Tärnö hatte es mir dann auch direkt angetan… die Insel hat keine dauerhaften Bewohner mehr, es sind nur noch Sommerhäuser. Geteerte Straßen: Fehlanzeige. Autos: Fehlanzeige. Geschäfte und Restaurants: Fehlanzeige. Ein kleiner Kiosk am Hafen, wo ich das in der beschriebenen Hektik vergessene Wasser aufstocken konnte, und kleine Kieswege in die lockere Bebauung mit malerischen „Schwedenhäuschen“. Hatte schon was von Saltkrokan. Vielleicht war auch die Form der Insel gleich überzeugend: sieht sie nicht aus wie ein Elchkopf mit Geweih?

I fell in love with Tärnö instantly… the island has no permanent residents anymore, all the houses are summer cottages. Asphalt roads: none. Cars: none. Shops and restaurants: none. There was a small kiosk at the harbor where luckily I could stock up on water which I had forgotten in the car during our hectic arrival/departure act. Small gravel paths and red and white cottages dotting the landscape. It did feel a bit like Seacrow Island. Maybe I subconsciously found the shape of the island endearing: doesn’t it look like a moose head with antlers and all?

Es war ein gemütlicher Spaziergang durch den bebauten Teil der Insel und ich wäre in so gut wie jedes Haus auf unserem Weg sofort eingezogen… auch ganzjährig, so lange Post kommt 😉 Es herrschte eine wunderbare Stille und nur ganz selten begegnete man mal einem der anderen etwa 20 Passagiere, die mit uns angekommen waren. Und das in der Hochsaison.

It was an easy stroll through the built-up part of the island and I could have moved into just about any of the houses we passed, no questions asked… even year-round, as long as there was mail delivery 😉 it was so wonderfully quiet and only a few times did we meet any of the other about 20 people who had arrived with us. And this is peak season.

Das erste Ziel war die alte und mittlerweile ziemlich tote und hohle Eiche, die über viele Jahr(hundert)e als Orientierungspunkt für Seefahrer diente. Immer noch ziemlich beeindruckend.

The first destination was the centuries old and by now rather dead and hollow oak tree which served as a landmark for seamen for a long time. Still quite impressive.

Weiter ging es vom roten auf den blauen Pfad, zum Leuchtturm. Wobei ich „Turm“ hier fast vermessen finde. Ich nenne ihn nur den kleinen Dicken, gerade mal hoch genug für eine Eingangstür! Ein bisschen weiter erreichten wir den höchsten Punkt, mit Blick auf einige der anderen Inseln.

We continued from the red to the blue path which brought us to the lighthouse. Though „house“ is a bit presumptuous, I think. I’ve come to call him the little chubby one, just about large enough for a front door! I little further down the path we got to the island’s highest point, with view of the archipelago.

Auch auf Tärnö blieben wir unserer Devise treu: viel Ruhe, viel lesen, viel Strand. Aber der Strand ließ zu wünschen übrig. Nicht, weil er eher klein bemessen war (im Zweifelsfall hätte auch die Wiese dahinter noch Liegefläche geboten), sondern weil man nicht ins Wasser kam. Ich habe keinen Weg über die Steine/Felsen in einen schwimmbaren Teil gefunden, alles von Algen überwachsen, so dass das „Überklettern“ ziemlich gewagt schien. Es hat auch sonst keiner geschafft. Ein kleiner Steg mit Treppe ins Wasser wäre vielleicht alles, was es braucht. Eine dringender Hinweis also an die Verantwortlichen in Blekinge!

We stuck to our motto on Tärnö as well: lots of downtime, lots of reading, lots of beach time. But the beach left a lot to be desired. Not because it was small (had it been crowded, the lawn in its back would have offered excellent room as well) but because you couldn’t get into the water. I did not manage to find a way past the rocks to reach a swimmable part – all coverd in slippery algae so that climbing over them was rather risky. Nobody else managed, either. A tiny little landing with a ladder would probabaly do the job. So: an urgent request to the authorities in Blekinge!

Das war’s vorläufig vom Meer – es geht nun auf nach Småland!

This was our Good-bye to the sea, we will now move on to Småland!

Barbara

A few days in… ÖSTERLEN


Schweden hat mich wieder! Nach einer Nacht auf der Fähre machten wir uns gut ausgeruht gleich auf den Weg nach Höllviken, wo ein Wikingermuseum auf dem Plan stand. Was wir nicht wussten: es fand auch ein Wikingermarkt statt und Wikinger-Fans aus ganz Europa und darüber hinaus hatten sich auf den Weg gemacht, um daran teilzunehmen. Es schien, als würden einige den ganzen Sommer lang nur von einem Festival zum anderen ziehen. Bei dem Wetter kann ich mir das auch ganz schön vorstellen in den einfachen Zelten am Lagerfeuer und so weiter… aber bei klassischem Festivalwetter in Matsch und Regen…?

Back in Sweden! After a night on the ferry we reached Trelleborg well rested and moved right on to Höllviken to see the Viking Museum there. What we didn’t realize: they also hosted a Viking Market that weekend and Viking fans (reenacting Viking life) from all over Europe and beyond had come to be a part of it. Apparently, some spend their summers moving from one such place to the next. Seeing as the weather was gorgeous I could have imagined joining them for a while, living in simple tents, cooking on open fires etc… but once it all turned to classic festival weather with mud and rain…?

Das Museum an sich war eine kleine, dunkle und überhitzte Angelegenheit, so dass wir uns schnell aufmachten in den Open Air-Teil, der auch viel interessanter war. Am erstaunlichsten war, wie viele Schoßhündchen der Wikinger an sich so durchfütterte… Aber es gab auch jene, die eindrücklich dabei waren irgendwelche Jagdbeute zu häuten (wenn da mal kein Schoßhündchen darunter war) oder mit tatsächlich einfachsten Mitteln ein Mittagessen zuzubereiten. In der Summe ein schöner Start für diese Reise, die mit Bezug auf die Route sehr der von 2016 ähnelt, aber doch ein paar Neuentdeckungen aufzuweisen hat.

The museum as such was a small, dark and overheated affair so that we quickly made our way to the open air part of it – which was much more interesting anyway. It was amazing to see how many lap dogs the old Vikings kept around… But others were skinning their kill (I hope it wasn’t one of the lap dogs) or preparing their lunches in the simplest possible way. Anyhow, this place was a great start for our trip which is pretty similar to the one in 2016.

Das Wetter war und ist fantastisch – für uns Touristen. Wie wir immer wieder hörten, ist hier seit zwei Monaten kein nennenswerter Regen gefallen und Skåne sieht auch mehr oder weniger aus wie Südfrankreich Ende August. Wer hätte gedacht, dass einem beim Schwedenurlaub mal Sätze wie „Da! Schnell! Da ist noch ein Parkplatz im Schatten!“ oder „Oh, die Hütte hat sogar Klimaanlage!“ entfleuchen. Unsere Unterkünfte waren bislang übrigens alle schön, einmal gab’s Frühstück quasi im Kornfeld.

The weather has been gorgeous – for us tourists. We are told over and over again that (this part of Sweden at least) hasn’t seen any rain worth mentioning in more than two months and Skåne looks pretty much like Southern France at the end of August. Who would have thought that we would ever utter sentences like „Over there! Quick, there’s a parking spot in the shade!“ or „Oh, this cabin has A/C!“ while vacationing in Sweden? The places we stayed at have all been very nice so far. At Björn and Maria’s in Gnalöv we basically had breakfast in a wheat field (okay, next to):

Ein Muss für ein Schweden-Greenhorn wie meine Mitreisende ist meines Erachtens Ales Stenar in Kåseberga – an der Steilküste den Wind um die Nase wehen lassen, Blick auf’s Meer, die Paraglider vorbeihuschend, steinalte Schiffssetzung im Rücken und mit leckerem geräucherten Lachs zur Mittagspause. Zum Abschluss ein Eis am Hafen…

For my travel companion, a greenhorn to Sweden, Ales Stenar in Kåseberga was a must-do, I think – sitting in the breeze at the edge of the cliff, looking out to sea, the paragliders… well, gliding by, the centuries old megalithic monument in our backs and with yummy smoked salmon for lunch. And then an ice-cream for dessert down by the harbor…

Und dann die Strände. Nicht gerade Badewannentemperatur, aber besonders in Sandhammaren (mittlere Fotos) war es wunderbar. Im Stenshuvud Nationalpark war es eine größere Überwindung (unten), aber einmal drin war auch das gut 🙂

And then the beaches. Not exactly bathtub temperature water but Sandhammaren in particular (small pictures in the middle) was just wonderful. It took a bit more to get in at Stenshuvud National Park (bottom picture) but once in it was a pleasure, too 🙂

Apropos Stenshuvud: ich glaube, ich habe Teile gesehen, wo ich vorher noch nie war… oder sollte ich den Leuchtturm und das „Tor des Riesen“ vergessen haben??

Talking about Stenshuvud: I think I got to see parts I’ve never been to before… or could I have forgotten the lighthouse and the „Giant’s Gate“??

Das waren sie, die drei Tage in Österlen… doch es geht noch weiter. Bleibt dran!

Three days in Österlen… but there’s more to come. Stay tuned!

Barbara