Grüne Hölle / „Green Hell“

„Auf den Spuren der Grünen Hölle“ hieß der Rundweg, auf den wir uns am Aschermittwoch begeben haben. Wenn man die Route online sucht, beginnt sie meist an der Nürburg, was ich ehrlich gesagt nicht so gelungen finde. Erstens wäre das für mich das Highlight der Runde und rein von der Topografie her hat man dann den Anstieg zum Schluss. Wir sind in Quiddelbach eingestiegen, am kleinen Wanderparkplatz in der Gartenstraße, haben den Anstieg also erstmal voller Motiviation hinter uns gebracht und konnten dann mit Blick auf die Burg die perfekte Mittagsrast einlegen.

„On the traces of the ‚Green Hell'“ is the name of the circular hike we did on Ash Wednesday. When you look it up online, they usually make you start out at Nürburg Castle but I think that’s not the best way of doing it. For starters, the castle is the highlight and then on top of that, topography works against you, with the ascent at the end. We started in Quiddelbach, from the small hiking parking lot in Gartenstraße, so we were still at the top of our capabilities when it went practically uphill only and then had a lunch break with a breathtaking view in the shadow of the castle.Wir sind extrem wenigen anderen Wanderern begegnet. Es mag zum Teil dem Wetter geschuldet gewesen sein, aber wir sind nicht nur trocken geblieben – sogar die Sonne kam raus, so dass man selbst Mitte Februar in aller Ruhe sitzend pausieren konnte. Kurz vor besagter Pause gab es neben dem Blick auf den irgendwie immer präsenten Aremberg die Reste eines Skigebiets. Also genauer gesagt ein Skilift, der quasi im (jetzt) Wald direkt unterhalb der Burg zu enden schien, und die Reste einer 1952 erbauten 42-m-Skisprungschanze.

Again, there were only very few other people out there. Maybe it was in part due to the weather but not only didn’t we see a single drop of rain – we were even treated to some sunshine so that actually sitting down for a bit to have a proper lunch break was no problem. In February! Shortly before we got there, though, we got a wonderful view of the ever present Aremberg and the remnants of a former ski area. More to the point: a skilift that ended in what is now the woods on the slopes of the castle, as well as the place where a 42m-ski jump was built in 1952.

Auf dem Foto oben sieht man die Talstation des Mini-Lifts, die auf der Luftaufnahme unten sozusagen auf 12 Uhr liegt. Der Lift verläuft durch die Schneise in dem kleinen Wäldchen am Weg und weiter Richtung Burg. Auf der Luftaufnahme erkennt man wie ich meine die Schanze in der Verlängerung des spitz zulaufenden Teils der Burg (was in nördlicher Richtung wäre). Was für eine coole Schanze direkt an einer Burg!

On the picture above you see the lower station of the tiny skilift, which on the aerial view below is located at 12 o’clock. The lift moves through the aisle in that small patch of forest by the path and on towards the castle. I believe that the location of the ski jump is still discernible on the aerial view: to the left of the castle (which would be north of it). What a cool location, right underneath a castle!

Die Nürburg selbst ist auch den Besuch wert, ist zu dieser Jahreszeit allerdings geschlossen. Von einer Besichtigung im Sommer habe ich hier berichtet. Wir haben uns derweil noch etwas weiter unterhalb herumgetrieben und teilweise regelrecht durch den Wald geschlagen (wo aber immer noch die Markierungen des Wegs zu finden waren…), der manchmal wirkte wie eine Ansammlung von grünzehigen Dinosaurierbeinen… hatten Dinosaurier Zehen? Lars hätte es bestimmt gewusst.

Nürburg Castle itself is also worth a visit, but it’s closed at this time of year. But you can find some pictures of another visit in the summer here. Instead, we followed the trail further downhill and at some point felt there was no trail at all (but we continued to come across trail markers…) and at some point were almost sure to be walking in between dozens of green-toed dinosaur legs… Did dinosaurs have toes? I guess I should have asked Lars.

Es war eine wirklich ansprechende Runde von ungefähr 11 km, die im Frühjahr und Sommer sicher nochmal ganz andere Reize zu bieten hat, wenn Wildblumenwiesen in voller Üracht stehen und die Laubwälder wieder grün sind. So aber fallen einem ganz andere Dinge auf, wobei ich immer noch nicht so wirklich weiß wie es zu dieser „Installation“ gekommen ist:

It was a really appealing hike of about 11 km which probably has a whole different appeal in spring or summer when the meadows are in bloom and the hardwood forest sports a green roof again. But right now you notice things that my then not be there or not as prominent. I still wonder a bit how this „installation“ came into being:

Der Wanderurlaub von zuhause hat wirklich großen Spaß gemacht und wird denke ich Wiederholung finden… Für heute erstmal ein schönes Restwochenende!

This home-based hiking vacation really was a lot of fun and is set for a sequel… But for now enjoy what’s left your weekend!

Barbara

 

 

 

Panoramic Views of Kelberg

Man kommt ja wirklich mit nichts mehr hinterher… über eine Woche liegt diese Wanderung schon zurück, aber die Eindrücke will ich euch nicht vorenthalten. Wir waren unterwegs auf dem Kelberger Panoramen Weg, einer gut zu gehenden ca. 15km langen Strecke. Zum Einstieg kamen wir am ehemaligen Pfarrhaus vorbei, bevor wir uns dann irgendwie gleich zu Beginn – also wirklich ganz am Anfang – verhaspelt hatten…

I have a hard time keeping up these days… it’s been over a week already since I did this hike but I still want to give you a little impression of it. We did the Panoramic Views of Kelberg Hike which was a mostly easy access 15 km circular route. At the start we passed the former parsonage before we somehow lost our way literally right at the start…

Böse Zungen würden behaupten, dass wir gleich so ins Quatschen verfallen wären, dass wir die Welt um uns herum vergessen hätten. Vielleicht… eher nicht.

I know what you’re thinking, that we started chatting away the moment we met and forgot all around us. Maybe… not really.

Auf dem Hochkelberg bietet sich auf verschiedenen Bänken mit wunderbaren Aussichten die Pause an… nur ein bisschen windig war’s an diesem Karnelvalsdienstag. Das Wetter war ja vor- wie nachher wunderbar; die lange, für den Montag gepante Tour fiel leider letztlich ganz dem Wetter zum Opfer.

The summit of Hochkelberg offers breathtaking views and a number of benches to have a nice break… it was just a little windy on that Tuesday. The weather had been fantastic before and then again after that second half of my hiking vacation. The long hike we had planned for Monday had to be called off completely.

Wie auch immer, abwärts vom Hochkelberg kamen zum ersten Mal meine Stöcke zum Einsatz. Ziemlich steil, relativ schmal und noch gut vereist. Da war ganze Konzentration gefragt und die Kamera blieb in der Tasche.

Anyhow, the descent from Hochkelberg saw the first use of my hiking poles. Quite steep, pretty narrow and still rather icy. I needed to stay focused and left the camera in the bag.

Auf dem eigentlich gut ausgeschilderten Weg haben wir dann allerdings irgendwann einen Abzweig verpasst. Ich hatte zumindest ein Foto der Übersichtskarte gemacht und stellte fest, dass wir mit einem kurzen Abstecher über die Geschichtsstraße wieder auf den Panoramenweg zurückfinden würden. Ohne diese Abweichung hätten wir erst das Gefallenenehrenmal für den Ersten und Zweiten Weltkrieg verpasst…

The trail was generally well equipped with signposts but at some point we did miss a turn. Luckily, I had taken a picture of the trail map so we realized that if we took the „History Trail“ for a while, we would meet our „P“ trail again. If it hadn’t been for this detour, we would have missed out on first the memorial for soldiers killed in WW1 and WW2…

… und dann noch die Schwarzenbergkapelle, die als erste Kapelle/Kirche überhaupt auf allen Wanderungen, die ich bisher in der Eifel gemacht habe, geöffnet war. Echt ein Alleinstellungsmerkmal.

and then Schwarzenberg Chapel, the first chapel/church that I came across on all my hikes in the region which was open for the public. Truly unique for that fact alone.

Auch wenn wir so gut wie kaum jemandem begegnet sind auf dieser Wanderung, fühlten wir uns doch nicht allein, eher ständig beobachtet!

Even though we hardly met a soul on this hike, we never felt lonely – quite the opposite, really, under constant observation!

Das war der Dienstag. Auch Aschermittwoch hatte eine Wandung zu bieten, doch dazu ein anderes Mal mehr.

That was Tuesday. Ash Wednesday had another hike in store but more about that another time.

Barbara

Immer noch da / Still here

Was für ein Sommer! Hier war verdammt viel los und ich frage mich allen Enrstes, wie und warum ich „früher“ Zeit für’s Reisen gefunden habe… Es war viel lieber Besuch hier und nebenher waren noch so ein paar andere Projekte zu betreuen – braucht jemand noch wunderbar in einem warmen lila blühende Schwertlilien / Iris? Da sind noch ein paar.

What a summer it was! There was so much going on here that I wonder how I found time for travel „back in the day“… There were many dear people here visiting and I had a few other projects to take care of on the side – anybody need any iris, blooms in a winderfully warm purple? I have a few left.

Nun mal im Schnelldurchlauf ein paar Highlights der letzten Wochen – ich hoffe wirklich, dass ich in den kommenden Monaten wieder mehr Zeit für den Blog finde… er fehlt mir! An einem wunderbaren Tag im September zum Beispiel habe ich mit einer Gruppe lieber Menschen den Rundweg Nr. 7 zwischen Insul und Schuld erkundet. Topografisch in der Summe nicht sehr anspruchsvoll, bis auf einen kurzen Anstieg gefolgt von einem kleinen Abschnitt auf einem schmalen Pfad an einem steilen Abhang eher in der Kategorie „netter Spaziergang“ – und das war genau das richtige.

Now let me give you a quick tour with some of the highlights of the past weeks – I really hope to find more time for blogging in the coming months… I miss it! On a gorgeous day in September for example, I explored „Circular walk no. 7“ between Insul and Schuld. In all, it wasn’t very challenging topographically speaking, with a brief ascent followed by a short stretch on a really narrow path along a ledge. But this stroll was the perfect choice for the occasion.

Kurz danach, mit Besuch nach einem leckeren Grillabend auf der Terrasse sitzend, konnte ich dem Gespräch nicht mehr folgen, musste mich entschuldigen und meine Kamera holen, eine Canon SX730 HS, mit der ich ohne Stativ über den 40-fach optischen Zoom dieses Bild machen konnte (ich muss das hier so ausführen, weil es mir kaum einer glaubt):

Shortly therafter, when I was sitting out on the terrace with friends – we’d just enjoyed a yummy barbecue – I had to excuse myself to fetch my camera, a Canon SX730 HS, which I used without a tripod to take the following picture with its 40x optical zoom (I have to be detailed here as people tend not to believe I took the picture myself):

An einem regnerischen Tag Ende September wurde ich gegen meinen Willen 😉 zu einer Wanderung mit Startpunkt Mechernich überredet, auf die Schleife „Kommerner Fachwerkidyll“. Ich durfte feststellen: sollte ich jemals am Bahnhof Mechernich stranden, werde ich es als eine der glücklichsten Fügungen meines Lebens betrachten, da gibt es eine unfassbar gute Bäckerei/Konditorei. Ich wünschte es hätte geregnet und wir hätten uns da einfach drei Stunden durch’s Angebot gegessen. Außerdem wurde ich daran erinnert, dass ich das Freilichtmuseum in Kommern „immer noch mal“ aufsuchen, sowie das Bergbaumuseum in Mechernich erstbesuchen wollte. Ein anderes Mal. Und ja, das Fachwerk war idyllisch.

It was a rainy day at the end of September when I was forced 😉 on a hike starting out in Mechernich, the route called „Timber frame idyll of Kommern“. Let me state the following: should I ever be stranded at Mechernich train station, I will consider it one of the most fortunate coincidences of my life as there is an exceptional bakery and café. I wished it had poured so that we could have just stayed there for three hours and had all the cake we could possibly manage. Also, I was reminded that for quite a while I have wanted to go to the open air museum in Kommern again and to explore the mining museum in Mechernich. Next time. And yes, the timber frame structures were idyllic.

An einem wunderbaren Tag im Garten hat Larry mich in die Kunst der herbstlichen Entspannung eingeführt. Es ging so la la – im Gras zu liegen war angenehm, aber ich hab mich bei den Räkelübungen verdreht und bin kaum noch hochgekommen…

On a gorgeous day spent mostly out in the yard, Larry taught me how to fully relax in the fall. It went so-so – lying down in the grass was wonderful but when I tried to follow the stretching moves I made a wrong ones and had a hard time getting up again…

Auch die Natur hatte noch ein absolutes Highlight zu bieten, es hat die Leute hier geradezu elektrisiert. Ich selbst war in einem Skype Call mit Freunden in Finnland, als ich irgendwann meinte, ich müsse mal gerade rausgehen, das Licht sei so komisch. Das Foto ist leider, leider nicht von mir. Aber es war der Wahnsinn. Ganz oben auf der Liste der schönen Begebenheiten in 2020.

Nature had another spectacular sight in store, people around here were fascinated, to say the least. I was in a call with friends in Finland when I decided I needed a quick break and check what was going on outside – the light was really weird. This picture was not taken by me, very unfortunately so. It was incredible. Among the top positions of wonderful things happening in 2020.

Source: A. Schmitz from W., as posted on Facebook

Heute wiederum war ich u.a. mit Freunden im nahegelegenen Wald unterwegs – es war eine pilzige Angelegenheit.

And today I was out and about with friends again – it was a mushroomy affair.

Und zum guten Schluss läuft ja hier noch einiges im Hintergrund. Larry und ich haben eine neue Mitbewohnerin, die uns regelmäßig durch ihr schweigendes in der Gegend rumstehen zu Tode erschreckt. Aber sie ist eine geduldige Helferin bei den Vorbereitungen für den diesjährigen Weihnachtsbasar… ihr könnt euch den 23. November schonmal im Kalender festhalten.

Finally, there are quite a few things going on behind the scenes. Larry and I have a new housemate who gives us a start on a regular basis with her taciturn demeanor. But she’s a patient helper with the preparations for this year’s fundraiser… save the date: November 23!

Doch nun: gute Nacht – startet gut in die neue Woche!

But for now: good night – and have a good start into the week!

Barbara

An afternoon in… MEMMINGEN

Am vergangenen Wochenende war es wohl mindestens das fünfte Mal, dass ich Freunde in Illertissen besucht habe. Und nur durch Zufall und die Kombination von strömendem Regen und der Suche nach einem Café kamen wir nach Memmingen. Ich fasse nicht, dass es so viele Jahre gedauert hat, bis ich einen Fuß in diese Stadt mit dem wunderschönen Altstadtkern gesetzt habe. Der Vollständigkeit halber: das Café Martin lohnt den Besuch… für das erste Stück Prinzregententorte meines Lebens, die Pralinenauswahl und diverse andere Dinge.

Last weekend, I went to see friends in Illertissen for at least the fifth time. And it was only by chance and a combination of pouring rain and the search for a café that we came to Memmingen. I still can’t get over the fact that is has taken all these years and visits for me to set foot into this town with the amazing old town. And to have that covered: Café Martin is well worth a visit… for my first ever piece of Prinzregententorte, their range of pralines and much more.

Memmingen ist im wahrsten Sinne des Wortes steinalt – die erste Besiedlung geht auf die Steinzeit zurück. 1158 wurden dem Ort durch Welf VI. die Stadtrechte verliehen, er muss also schon einiges an Bedeutung gehabt haben. Und das, obwohl er in einem Streit der Welfen mit den Staufern (Geschichtsunterricht lässt grüßen) erst 1130 platt gemacht worden war – durch den Staufer Friedrich II. von Schwaben. Die Lage mit Blick auf europaweiten Handel war vielleicht der springende Punkt: an der Salzstraße von Böhmen, Österreich und München nach Lindau bzw. von Norddeutschland in die Schweiz und nach Italien. Ich weiß nur theoretisch, dass es noch 2km Stadtmauer und 10 Türme zu bewundern gibt – denn es blieb gar nicht so viel Zeit für den Ort. Wenn also für unsere jährliche Au Pair Reunion in drei Jahren wieder Illertissen auf dem Programm steht, dann muss ich unbedingt nochmal hier hin.

Memmingen goes way back – remnants of the first settlements are from the stone age. It was awarded city rights in 1158 by Welf VI. so it must have been a place of quite some importance back then. This only 28 years after it was destroyed in a fight between the House of Welf and the Staufer (I somewhat vaguely remember from history class) – by Frederick II., Duke of Swabia. Memmingen’s location made it a bit of a hub for pan-European trade: it was located on the salt road from Bohemia, Austria and Munich to Lindau, as well as from Northern Germany to Switzerland and Italy. I have only read that about 2km of the medieval wall and ten towers remain – there wasn’t all that much time to roam. So I’ve already made a mental note that when our annual Au Pair reunion takes us to Illertissen again in three years, I have to pay Memmingen another visit.

Wie mehr oder weniger kopflos wir durch die Straßen gestolpert sind, merke ich im Nachhinein mit Blick auf diesen beeindruckenden Fachwerkbau – selbst die Tatsache, dass er am Gerberplatz steht, ließ nichts klingeln hinsichtlich seiner Verwendung: es ist das 1601 in Auftrag gegebene Siebendächerhaus der, haltet euch fest, Gerberzunft, die hier auf mehreren Stockwerken die Felle zum Trocknen aufhing, bei nicht-verglasten Fensteröffnungen. Schön anzusehen, aber den Gestank möchte ich mir nicht vorstellen. Im zweiten Weltkrieg wurde es stark beschädigt, aber durch die spezielle „verzahnte Fachwerkbauweise“ und schnelle Sicherungsmaßnahmen gerettet.

It became blatantly obvious in hindsight, how cake-blocked my brain still was when we passed this timber frame structure and even the fact that it’s situated on Tanners‘ Square didn’t ring a bell as to its original use: it’s the „Seven Roof House“ commissioned in 1601 by… the tanners‘ guild to have an (impressive) place for the furs to dry on several floors – no glass in the windows. A gorgeous building but I don’t even want to imagine the stench. It was severely damaged in WWII but its timber frame structure and almost immediate measures to save it did just that.

Das Rathaus ist ein weiterer schnieker Bau – in seiner jetzigen Struktur 1589 erbaut, wurde es im 18. Jahrhundert gepimpt und kommt nun à la Renaissance daher. Auf dem ersten Foto ganz oben ist zu erkennen, dass es zwischen dem Steuerhaus links und der Großzunft rechts steht, ein wirklich eindrucksvolles Ensemble.

The town hall is another fancy building – built more or less in its current structure in 1589, it got pimped à la renaissance in the 17th century. On the very first picture of this post you can see it being located between the Steuerhaus („Tax house“) and the Großzunft („Grand Guild“), quite the impressive ensemble.

Bei Städtetrips komme ich ja oft mit Kollagen von diversen Türen daher. Könnte ich hier auch…

From a city trip like this I would tend to come back with a collage of doors. I could do that here, too…

Aber ach. Türen… Vergesst die Türen. Hier sind Schilder angesagt. Schmiedeeiserne Schilder…

But oh. Doors… Forget the doors. It’s all about signs. Wrought-iron signs…

Beim nächsten Mal würde ich mich ggf. genauer den Ergebnissen der Fassadenmalerei verschiedener Jahrhunderte widmen.

And who knows, next time I may have a closer look at the murals of bygone centuries.

Und dann sieht es so aus, als wüsste ich endlich, wohin E.T. damals telefonieren wollte…

And it seems I finally understood where exactly E.T. wanted to call, back in the day…

Von den Welfen war ja bereits die Rede. Im Fuggergarten gibt es ein etwas ausgefalleneres Reiterstandbild des genannten Welf VI. Ein Vorderlauf des Pferdes ruht auf der Weltkugel – die Welt hatte er im Rahmen der Kreuzzüge „erkundet“, sein politischer Einfluss reichte bis in die Toskana sowie nach Sardinien und Korsika. Aber weitaus interessanter ist die nackte Frau auf seiner rechten Hand. Auf der offiziellen Seite der Stadt heißt es dazu, sie „gebe einen Hinweis auf die Lebenslust der Zeit.“ So kann man das natürlich auch formulieren.

The House of Welf was mentioned above. Go to the Fuggergarten to see a rather unusual equestrian statue of Welf VI. One of the horse’s forelegs rests on a globe – he had „discovered“ the world during the crusades, his political influence went no further than Tuscany as well as Sardinia and Corsica. But rather more fascinating is the naked woman on his right hand. On the city’s official website is says, she „points to the lust of life of the times.“ I guess that’s one way of putting it.

Lust auf Memmingen? Ich schon… vielleicht warte ich auch keine drei Jahre mehr. Dann käme ich ggf. auch früher nochmal in den Genuss der besten selbst gemachten Burger bislang – der Gedanke daran lässt mir jetzt noch das Wasser im Munde zusammenlaufen. Die gab’s aber in Illertissen 😉 Also denn, schönen Sonntag noch euch allen!

Feel like going to Memmingen? I certainly do… and maybe I won’t wait another three years. Because I could also maybe have one of the best-ever home-made burgers again sooner – thinking of those makes my mouth water even a week later. But they are from Illertissen 😉 Anyhow, enjoy your Sunday afternoon!

Barbara

 

 

Frühling… so richtig / Spring… for real

Heute Morgen habe ich mich kurzentschlossen vom Frühstückstisch erhoben und mich auf eine leicht verkürzte Fassung der Dörferschleife begeben, über Wirft und Kirmutscheid nach Pomster und zurück nach Barweiler. Es waren geschätzt wohl 12 km und in drei Stunden war es schon wieder vorbei. Und nicht ein Mensch ist mir begegenet. Dafür habe ich mindestens fünf Spechte gehört, aber keinen bei der Arbeit ausmachen können.

By the time I had finished breakfast it was decided: I would go on a slightly altered walk along the so-called Dörferblickschleife, first to Wirft and Kirmutscheid before reaching Pomster and then back to Barweiler. I think it must have been 12 km and I was back home in time for lunch after 3 hours. And not a soul was out there with me on the trail. I did hear at least five woodpeckers, though, but unfortunately couldn’t spot a single one.

Noch hält sich die Natur etwas zurück, aber mit der vorliegenden Wettervorhersage wird wohl spätestens zu Ostern jeder Baum in hellgrün erstrahlen. Bis dahin muss man sich mit einigen Frühblühern und deren Besuchern begnügen (wer findet das Insekt??).

Nature is still a little low-key but the weather forecast for the upcoming days will make sure that by Easter at the latest every tree will be shining in light green. Until then we have to make do with a few early bloomers and their visitors (who can spot the insect??).

Es scheint ein Jahr der Veilchen zu sein, denn auch der ehemalige Rasen vor dem Haus ist ein Meer in lila und ich werde den Teufel tun und da mit dem Rasenmäher drüberjagen – das war heute eine wahre Weide für diverse Wildbienen. Aber im Wald war es auch schön und so wunderbar ruhig.

It seems to be a year for violets, as also the former lawn in front of the house is a purple ocean and I will not destroy that with a premature use of the lawnmower – it was a real meadow for numerous wild bees today. But I loved to be in the woods as well, it was wonderfully quiet.

Am geplanten Pausenstandort fehlte zu meiner Enttäuschung die überdimensionierte Aussichtsliege, aber auch die Treppenstufen zur Aussichtsplattform eigneten sich als Sitzgelegenheit.

I had planned to take a break on the huge lawn chair with a view but to my disappointment that had been removed. But the steps to the viewing platform did the job.

So also heute mal nichts neues aus der Kreativsparte, doch das wird nicht mehr lange dauern! Habt eine gute Woche und bis bald!

Nothing new from the creative nook today but fear not – there will be soon! Have a good week, take care!

Barbara

 

A Couple of Days in… FLENSBURG!


Okay, Mitte Juli schon wieder… Und ich erreiche den Punkt, dass ich mir selbst für die Wochenenden to-do-Listen mache. Das ist nicht gut! Aber immerhin kann der Punkt ganz oben heute gestrichen werden: ich wollte euch noch von einem kurzen Ausflug nach Flensburg erzählen, wo ich eine Freundin besucht habe. Ende Juni…

Wow, mid July already… And I’ve reached a point where I make to-do lists for the weekends even. And that is not good! But the no. 1 will be off the list soon: I have wanted to tell you about a short trip to Flensburg, which is practically Denmark, where I went to see a friend. At the end of June…

Das einzige, was ich vorher dachte war: „Da hake ich noch was auf meiner Hanse-Liste ab!“ Doch ach: Flensburg war nicht Teil der Hanse! Das fand ich schon sehr überraschend und würde gerne mal genauer reingucken, warum das (nicht) der Fall war. Aber Flensburg hat mir nichtsdestotrotz sehr gut gefallen. Eine schöne Größe (um die 90.000 Einwohner), ansprechende Architektur (über 300 Fotos an zwei Tagen… hat wohl mit dazu beigetragen, warum es so lange gedauert hat, bis ich hier mal zu Potte gekommen bin), die Förde – und die besten Fischbrötchen ever, bei Ben ganz versteckt am Museumshafen (Foto oben), geöffnet „12 Uhr bis alle“. Allein dafür würde ich nochmal fahren.

The only thought I had before going was: „Another city to check off my Hanse list!“ Imagine my surprise upon discovering: Flensburg wasn’t part of the Hanse! I was dumbfounded and still want to have a closer look at why that was (not). But anyhow, I liked Flensburg a lot. Nice size (pop. 90,000), beautiful architecture (more than 300 pictures in two days… I guess that was part of the reason it took so long to get going on this post), the firth – and the best fish buns ever, at Ben’s, hidden away at the museum harbor (picture above), open „12 noon till gone“. They alone are reason enough to go again.

Irgendwann so mittelfristig steht vielleicht auch eine neue Haustür an und irgendwie glaube ich, muss das so was nordisches werden. Allein mit den Türen hätte ich einen Tag verbringen können, aber auch die dazugehörigen Häuser in den entsprechenden Vierteln luden zum Verweilen an, besonders in der St. Jürgen-Straße, wo viele Kapitänshäuser stehen, aber auch im Bereich Fußgängerzone/Altstadt.

At some point down the road I may need to think about a new door for the house and somehow, I think it may have to be a colorful wooden door. I could have spent a day with the doors alone, and the houses that came with them in the repsective neighborhoods, like St. Jürgen Street where you find the old Captains‘ houses, but also in and around the shopping area which is also the historic center.

Ich hatte mir den heißesten Tag des Sommers ausgesucht, und während es im Rheinland unerträglich war, war es im Norden der perfekte Sommertag bei etwa 26 Grad und einem angenehmen Wind. Da hat man kaum Lust, irgendwo rein zu gehen, aber der einen oder anderen Kirche habe ich dann mal einen Besuch abgestattet (St. Johannis oben). So insgesamt allerdings ist da noch vieles offen, was ich anlässlich eines erneuten Besuchs mal in die Planung mit einbeziehen könnte. Beispielsweise das Thema Rum, was der Stadt im 18. und 19. Jahrhundert zum Aufschwung verhalf. Der Rum kam aus Dänisch-Westindien – wer wusste, dass es das gab?! Es handelt sich hierbei um die drei Inseln St. Thomas, St. John und St. Croix. Das nur mal nebenher.

I had inadvertantly chosen the hottest day of the summer to be here, and while it was totally unbearable in the Rhinland, I enjoyed the perfect summer day at about 26C and a nice wind. And as usual these conditions kept me from going inside anywhere for any longer period of time. I did check out a couple of churches and quite liked St. Johannis (above). But in all there’s a lot left to discover (a second trip is definitely necessary). The whole subject of rum and how it brought the city forward in the 18th and 19th centuries, for example. The rum came from the Danish West Indies – who would have known they even existed?! They are the islands of St. Thomas, St. John and St. Croix. Just so you know.

Der malerische Oluf-Samson-Gang (oben) war laut Altstadtplan der Touri-Info früher Wohnstraße der Schiffer und Handwerker, dann das Rotlichtviertel. Oder, wie es wörtlich heißt, die „Liebesgasse“. Das machte die Gentrifizierung offensichtlich etwas schwieriger… Mich erinnert es aus unerfindlichen Gründen frappierend an „Earl’s Lane“ aus Der Kleine Lord. Vielleicht, weil es schon wieder so rasant auf Weihnachten zugeht?!

According to the map and guide I got at the tourist info, the picturesque Oluf-Samson Lane (above) used to be inhabited by sailors and craftsmen before it became the redlight district. Or, as they call it, „Love Lane“. Apparently, that last use made it a bit harder to gentrify… Somehow, it reminds me of „Earl’s Lane“ in Little Lord Fauntleroy. Maybe this is helped by the fact that we are getting closer and closer to Christmas again?!

Ich sagte ja schon, dass es hier architektonisch einiges zu bestaunen gibt und für die Interessierten hebe ich besonders dieses Ende des 18. Jahrhunderts erbaute Haus mit einem Bohlendach in Spitzbogenform hervor, was revolutionär war, da man mit geringem Materialeinsatz große Spannweiten stützenfrei überbrücken konnte. Man fragt sich, warum es dann nicht mehr davon gibt (und ich im besonderen frage mich, wie ich das nun übersetzen soll…). Ich finde ganz einfach: es sieht schön aus!

As I mentioned earlier, there are quite a few interesting things for the architecturally inclined. Dear Roy, let me focus on the house from the late 18th century – and bear with me trying to translate what it is about… which you probably know ayway 🙂 It has an ogival shape plank roof, a style, first developed in France, which was revolutionary as it became possible to cover large spans without support and comparably little construction material. Does that make any sense?

Und dann ist da ja auch die Förde. Kurz stellte sich mir die Frage, ob die Förde ein Fjord sei. Sprachlich ist es wohl tatsächlich das gleiche, und weil ich heute offenbar im Recherchemodus bin: geomorphologisch gibt es aber einen Unterschied, haltet euch fest. Bei beiden handelt es sich um durch Gletscherzungen gegrabene Meeresbuchten. Fjorde jedoch sind seewärts gegraben worden, Förden landwärts. Man kann es sich auch unnötig schwer machen, find ich jetzt. Auf jeden Fall war es schön, an der Förde.

And then there’s the firth (Förde in German). I briefly wondered whether the firth is a fjord. And as I now know, linguistically it is basically the same but, as obviously I am in research mode today, there is a difference when it comes to geomorphology. Both, firth and fjord, were formed by advancing glaciers. Fjords were formed by glaciers moving seawards, while firths were formed by glaciers moving landwards. To me, this seems like complicating things with little added value, but hey… It was beautiful, out by the firth.

Der Flensburger Banksy macht eher in Katzen und Hamster, aber es macht Spaß, die Werke des unbekannten Künstlers zu finden. Man muss nur aufpassen, dass man darüber nicht womöglich den schmalen Eingang zu einem wunderschönen Hof verpasst. Und apropos: falls ihr noch einen Anlass braucht, um Flensburg kurzfristig einen Besuch abzustatten: am 19. Juli beginnt die Flensburger Hofkultur, eine Konzertreihe in besagten Höfen.

Flensburg’s Banksy is more into cats and hamsters but it’s a lot of fun discovering the wall-art of this unknown artist. You just need to pay attention so as to avoid missing the narrow entrances to the beautiful courtyards. Talking about them: if you’re still looking for a reason to go to Flensburg soon: July 19 is the opening night of this year’s Flensburger Hofkultur (Flensburg Courtyard Culture) event, a series of concerts in just these courtyards.

Soviel habe ich nun nicht untergekriegt, aber ich muss zum Ende kommen. Habt eine gute Woche – und hoffentlich auf bald!

I have left out so much but have to come to an end now. Have a good week and take care!

Barbara

Ein Tag in… / A Day in… KOBLENZ!



Es gibt eine wichtige Richtigstellung zu machen. Ich war bislang maximal zweimal in Koblenz, wahrscheinlich vor etwa 25 Jahren, und fand die Stadt ziemlich gruselig. Von Straßenverkehrsplanern vergewaltigt, mit einem Unding eines innerstädtischen Einkaufszentrums – ich kann mich nicht mehr erinnern, wieviel ich überhaupt gesehen habe, aber es hat mir gereicht, um jedem, der mich gefragt hat, von einem Besuch abzuraten. Vielleicht war das damals noch berechtigt, heute ist dem definitiv nicht so (auch wenn man an der Verkehrsführung nicht mehr viel ändern kann… aussagekräftig auch das „Haus der Straßenverkehrs“, wo eine Fußgängerbrücke in einem Winkel von zwei Schienenstängen eine achtspurige Straße überquert, ein Hauch von Bangkok im Rheinland).

There’s an important correction to make. I have so far been to Koblenz twice, probably about 25 years ago, and absolutely hated it. Road traffic seemed to have been the focus of city planning, a horrendous inner city mall – I can’t recall how much of the city I even ventured to see but it was enough to henceforth tell everybody who asked not to go and waste their time. Maybe there was some truth to that at the time, today that is a straightout lie (even though not much can be done about the road system anymore… I thought it was telling to find the „House of Road Traffic“ on this eight-lane thoroughfare, crossed by a large pedestrian bridge, sitting in the angle of two railway tracks – a touch of Bangkok in the Rhineland).

Die Koblenzer Altstadt ist wunderschön! Die zahlreichen Plätze müssen auch bei meinem letzten Besuch schon da gewesen sein, aber vielleicht war das Stadtbild heruntergekommener, unaufgeräumter – ich weiß es nicht. Aus mehreren Ecken vernahm ich jedoch, dass der Vorlauf zur BuGa 2011 die Koblenzer fast den Verstand gekostet hat, weil die Stadt nur noch aus Baustellen bestand und dass sich das gelohnt hat. Ich kenne keine Zahlen und Aufrechnungen, aber schon, wenn es sich nur gefühlt „gelohnt“ hat, ist das schon einiges wert.

Koblenz‘ old city is beautiful! I suppose the numerous squares were there last time around already but maybe the city was less well taken care of, dirtier – I don’t know. More than once I heard, though, that the preparations for the Federal Flower Show in 2011 almost drove the Koblenzers insane as the city seemed to be one giant construction site but that it was worth it. I don’t know any numbers or calculations but even if they only feel it was „worth it“, I think that says a lot.

Vor dem Start der Veranstaltung, in der Mittagspause, vor dem gemeinsamen Abendessen bin ich hin und her geflitzt und habe Fotos gemacht, auch wenn wir am Folgetag noch eine Stadtführung hatten. Ich habe immer noch Lust auf mehr… und der angesprochene Weihnachtsmarkt auf den vielen kleinen Plätzen – das könnte was sein!

Before our event started, during lunch break, before we had the joint dinner I ran about taking pictures, even though we did have a sort of guided tour on the second day. I’m still ready for more… a very cozy Christmas market, spread about all those small squares, was mentioned – that could be an excellent occasion to return!

Die Rosen im kleinen, aber feinen Schlossgarten des Residenzschlosses waren noch nicht soweit, aber das Glitzern des Rheins hat den Entspannungsfaktor gleich mal hochgeschraubt. Apropos: wie man unschwer erkennen kann, war das Wetter absolut fantastisch. Und am Wasser kriege ich ja sowieso eigentlich immer gleich Urlaubsgefühl. Wasser gibt es hier wo Rhein und Mosel zusammenfließen, ordentlich. Und eine Seilbahn geht drüber, vom Deutschen Eck zur Festung Ehrenbreitstein.

The roses in the small but very nice garden of the Palace were not in bloom yet but the glittering of the Rhine did a lot to increase a feeling of instant relaxation. Talking about it: as you can easily see, the weather was absolutely gorgeous. Wherever there’s water, I feel like I’m on vacation anyway. And water there is, at the confluence of the Rhine and Moselle rivers. And a cable car runs across it! From „Deutsches Eck“ to the Ehrenbreitstein Fortress.

Mehr als einmmal war ich an die Rheinkreuzfahrt meiner Freundin Marlene im letzten Herbst erinnert – die sehr unter dem extremen Niedrigwasser gelitten hat. Beim Blick auf das Pegelhäuschen mit dem Rekordhoch von 1651 kaum vorstellbar.

I was reminded more than once of my friend Marlene and her Rhine cruise last fall which suffered a lot from the drought and extremely low water line. Hard to imagine, looking at the gauge house commemorating the record high of 1651 (among others).

Abschließend haben wir beim Weingut Göhlen noch einen zuerst enttäuschend modernen, im weiteren Verlauf aber sehr urigen Weinkeller besichtigen können. Weinproben sind bei mir ja immer vergebliche Liebesmüh – mittlerweile habe ich die Hoffnung aufgegeben, dass mir Wein mal schmeckt. Der Traubensaft jedoch war hervorragend!

The day came to an end at the Göhlen Winery where we toured an at first somewhat disappointing modern cellar before moving on to a very old one that did impress us all. Wine tastings are always lost on me – by now I have given up hope that I will ever acquire that taste. But the grape juice was delicious!

So, auf in eine neue Woche… genießt den Sonntagabend!

Getting ready for a new week… enjoy your Sunday night!

Barbara

A Sixth Day in… BANGKOK


Wenn man sich den Komplex mit und um den Königspalast ansehen möchte, sollte man sich gleich als erstes morgens aufmachen, da sich dorthin ausnahmslos jeder Tourist begibt und es entsprechend voll ist. Ich war nur ganz kurz nach Öffnung der Tore da und es war brechend voll und entsprechend anstrengend bei dazu noch schwülen 34 Grad und Smog. Doch auch wenn ich zum Ende meines fast dreistündigen Aufenthalts dachte, ich müsste der nächsten für ein besonderes Erinnerungsfoto posierenden Touristin an die Gurgel gehen, würde ich den „Grand Palace“ auf jeden Fall wieder besuchen.

If you plan to visit the Grand Palace and the other accessible areas of its compound, go there early in the morning because this is where every single tourist will go so you can imagine the crowds. Maybe. I got there only minutes after the official opening and it was absolutely crowded and really exhausting at a muggy 34°C and smog. But even though I felt, at the end of my almost 3-hour visit, that I would choke the next tourist who would pose forever for a very special picture, I would definitely visit the Grand Palace again.

Das größte Problem an diesem Beitrag war die Fotoflut. 250 Fotos in drei Stunden spiegeln einfach wieder, was das Anwesen für eine absolute Reizüberflutung ist. Die öffentlich zugänglichen Areale, besonders im Bereich des Wat Phra Kaew, des Tempels des Smaragd-Buddha, wirkten auf mich ein bisschen „zugeknallt“ mit allen möglichen Gebäuden, Statuen usw. Das hat aber nichts daran geändert, dass ich staunend von einer Ecke in die andere und wieder zurück und noch mal quer drüber usw. gegangen bin.

The biggest problem about this post was the sheer number of photos. I took about 250 in 3 hours – which goes a long way to tell you what a sensory overload it all is. The areas which are open to the public, especially around the Wat Phra Kaew, the temple of the Emerald Buddha, to me seemed to be too densely built up – temples, statues, other buildings etc. But that didn’t stop me from walking around completely awe-struck, from here to there and back again and once more.

Nur wenige Leute interessierten sich für die Galerien (Phra Rabieng), die ähnlich wie ein Kreuzgang den Tempelbezirk umgeben. Dabei wird hier in detailreichen Malereien ein riesiges hinduistisches Epos erzählt. Es geht, grob gesagt, um den Sieg des Helden Rama über das Böse und entsprechend pompös ist das einerseits. Andererseits aber gibt es viele Dinge zu entdecken… ich frage mich immer noch, wem die vollbusige Dame da wohl zulächelt… vielleicht dem schmerbäuchigen Mann im Nachbarhaus?

Only very few people were interested in the galeries (Phra Rabieng) circling the temple compound. Very detailed murals tell the story of a Hindu epic about the hero Rama and his victory over evil, so on the one hand it’s really pompous but on the other hand there are also so many little things to discover… I still wonder who this bosomy lady is smiling at… maybe the paunchy guy next door?

Sich dieses Epos anzusehen hatte den zusätzlichen Reiz, mal etwas Ruhe zu haben und in den Schatten zu kommen – nicht zu vernachlässigende Aspekte. Aber schnell zog es mich auch wieder nach draußen, z.B. in den Glitzer der Bibliothek.

Checking out this epic had the added value of getting a break from the crowds and a welcome rest in the shade. But there was so much more to have a closer look at, the glittering library for example.

Für mich sieht dieser Deko-Overload hier (und auch an anderen Tempeln) so aus, als hätten sich die Handwerker oder Künstler da richtig ausleben können – aber vielleicht täuscht das? Auch wenn die vielen Figuren unterschiedlich gestaltete Gesichtszüge usw. haben, ist vielleicht doch alles nach irgendeinem Muster? Oder diese „blütenprächtigen“ Dachkonstruktionen…

I was wondering if this decoration overload on the buildings and statues (here and in other places) means that craftsmen or artists were allowed to get really creative – or maybe the different faces on statues are still following a certain pattern? Or look at these „flowery“ roofs….

Der eigentlich Palast ist dann fast langweilig, so farblos. Könnte daran liegen, dass hier architektonisch Europäer die Hände im Spiel hatten. Selbst das thailändische Dachdesign war ursprünglich nicht vorgesehen, sondern eine dem Stil des restlichen Gebäudes eher entsprechende Kuppelkonstruktion.

In comparison, the actual Royal Palace is almost boring, lacking in color. Maybe because the architects were from Europe… Even the Thai design of the roof was not part of the original plan which foresaw a construction more in line with the style of the rest of the building (cupolas).

Einen guten Blick von oben bietet dieses Video – das auch einen Eindruck davon vermittelt, wie beliebt der 2016 verstorbene 9. Rama, König Bhumibol Adulyadej, in Thailand war. Szenen aus seinem Leben sind unterlegt mit einer von ihm gehaltenen Rede und wechseln sich ab mit Szenen einer Gedenkveranstaltung. Hoher Gänsehautfaktor.

You can get a good view of this compound from above in this video – which also serves to give you an idea of how popular the 9th Rama, King Bhumibol Adulyadej, who passed away in 2016, was in Thailand. Scenes from his life alternate with those of a commemoration event, with the recording of one of his speeches from the off. High risk for goose bumps.

Barbara

A Fifth Day in… BANGKOK


Wer hätte das gedacht: Beton kann faszinieren. Bislang hatte ich nur Vertreter des Brutalismus näher kennen- und nicht gerade lieben gelernt. Und Liebe geht vielleicht auch hier etwas weit, aber besonders die „Schlangen“ der erhöhten Verkehrswege, zumeist des BTS Skytrain-Systems, habe ich mir immer wieder angesehen. Der Verkehr läuft hier gestapelt und mir fallen bis zu 6 Ebenen ein: U-Bahn, Wasser, Straße und dann bis zu drei Stockwerke in den Himmel rein, Züge, Straßen, Fußgängerbrücken oder -zubringer. Fußgängerbrücken auch schonmal locker 300m einfach über dem Bürgersteig, da lässt’s sich ja dann auch viel ruhiger flanieren…

Who would have thought: concrete can be fascinating. Until now, I had only come across brutalist architecture and hadn’t exactly grown fond of it. To say that I’ve now fallen in love with concrete mega structures would be pushing it but especially the „snakes“ of raised transportation arteries, mostly the BTS Skytrain system, caught my amazed eye on a regular basis. Transportation happens on several levels and I can think of at least 6: subway, water, street and then up to three raised levels on top of each other, trains, streets, pedestrian bridges or feeder paths (if that is a word). Pedestrian bridges can easily be 300m long, right above the actual sidewalk – and it makes for a much more relaxed stroll…

Ich war dann tatsächlich auch noch allein unterwegs – eigentlich ja an allen Tagen bis auf einen. Und den Golden Mount hatte ich mir auch noch vorgenommen, ein künstlich angelegter Berg innerhalb des Wat Saket Tempelkomplex. Der Aufstieg war weit weniger anstrengend als befürchtet und eine leichte Brise machte die Aussicht auf die Stadt noch angenehmer.

By the way: I did explore Bangkok by myself mostly – actually on all days except one. The Golden Mount was also on my list, an artificial hill within the Wat Saket compound. The ascent was a lot less demanding than I had feared and a wonderful breeze on top made me linger, looking at the city.

In Sachen Verkehrswege ging es dann weiter mit einer Kanalfähre. Oder vielleicht sollte ich sagen: mit einem eher nicht schnittigen Schnellboot. Das Tempo ist wirklich teilweise atemberaubend und die Schaffner brauchen keine spannenden Hobbies wie Bungeejumping oder Paragliding nach Feierabend mehr. Die balancieren die ganze Zeit außen auf den Booten rum, den Arm über dem Stahlseil, während sie Tickets verkaufen. Wenn es richtig schnell wird, gehen sie, den Arm weiter eingehakt, in die Hocke und machen sich windschnittig. Zu verstehen, wann man die Haltestelle erreicht hat, wo man aussteigen will, ist eigentlich unmöglich, aber es wurde mir von anderen Fahrgästen immer freundlich geholfen.

Talking about transportation arteries: I continued with a canal ferry. Or to give you a better idea: with a rather not streamlined speed boat. The speed really is breathtaking at times and the conductors do not need any after hours thrills like bungee jumping or paragliding. They balance on the outside of those boats all day, the arm hooked onto a steel wire, while selling tickets. When the boat really speeds up, they squat down, arm still hooked onto the wire, and try to be as streamlined as possible. It is hard to understand when you’ve reached the stop you had in mind, impossible really, but I always got very friendly support from helpful locals.

Eine Haltestelle gibt es nahe des Jim Thompson House (man kann so sehr gut dieses und den Golden Mount verbinden), das ich erst nicht so auf der Tagesordnung hatte – wäre aber schade gewesen, wenn das hintenrunter gefallen wäre. Der Herr war ein amerikanischer Architekt, der nach dem zweiten Weltkrieg in Thailand hängenblieb und erfolgreich in Seide machte. Das Haus ist eigentlich ein Komplex aus 6 traditionellen thailändischen Holzhäusern, die leicht verwunschen in einer Dschungellandschaft am Kanal liegen. Es hat mir sehr gut gefallen. 1967 machte er eine Reise nach Malaysia, auf der er verschwand. Bis heute weiß man nicht, was ihm passiert ist.

One stop is close to the Jim Thompson House (it’s a perfect connection between the Golden Mount and this), which I hadn’t originally considered – it would have been a shame if I had missed out on that. The gentleman was an American architect who decided to make Thailand his home after WWII and make a career in the silk business. „The house“ is really a compound of six traditional Thai houses, located in an enchanted little jungle garden by the canal. I really enjoyed the visit there. Thompson disappeared on a trip to Malaysia in 1967 and to this day nobody knows what happened to him.

Und nun ist’s mal wieder Zeit für Pause… auf bald!

And now it’s time for a break again… take care!

Barbara

A Fourth Day in… BANGKOK


Auf unserer Tour haben wir zwar auch gelernt, wie man die Blätter von Lotusblüten dekorativ faltet, aber worauf ich heute eigentlich eingehen will, ist das Essen. Darüber kann man gar nicht genug erzählen, auch wenn ich sicher nur an der Oberfläche gekratzt habe, denn schon von der Schärfe her muss ich ziemlich früh die Segel streichen.

We also learned how to fold the petals of a lotus (no, I don’t know why that is deemed necessary – I was so dumbfounded I didn’t even ask) but that is not what I want to talk about today. I want to talk about food. With regard to Thailand, you couldn’t possibly talk too much about it even though I certainly only experienced the tip of the culinary iceberg: dishes that are unbearably hot for me are sometimes considered about as unbearably bland by friends in Germany.

Das war eine meiner größten Sorgen, dass ich mich im Land der Köstlichkeiten eben deswegen womöglich bei dem Goldenen M und mit Pizza jedweder Provenienz durchschlagen muss. Doch weit gefehlt. Nicht alles ist von vornherein scharf. Manche Dinge werden erst durch extra Saucen oder einen Löffel geschnipselte Chili dazu… kann man ja dann weglassen. Wo wir auf der Tour langkamen, war die Old Siam Plaza. Und um es vorweg zu sagen: da war ich in der einen Woche dann noch zweimal. Und hauptsächlich deswegen:

It was one of my biggest concerns that maybe I would have to eat at the „Golden M“ all the time and have pizza in between – while being in a country known for its excellent cuisine. Well, no. To start with, not everything is hot. Some dishes are hot only after you’ve poured additional sauce or a spoonful of chopped chilis over it… so I just passed on that. The tour also brought us to the Old Siam Plaza and it may well have become one of my favorite places where I went two more times in the course of only that one week. And this is why:

Diese kleinen Pyramiden. Ich habe keine Ahnung, wie sie heißen, oder in welche eher harten Blätter der Inhalt gelegt wird – es ist auch egal. Noch weniger konnte ich mir bei Betrachtung der Einzelteile vorstellen, dass das schmeckt (getrocknete Shrimp-Flocken in einer Art Palmzuckersirup, Schalotten, Erdnüsse, Limonenstückchen) und ich kann auch nicht beschreiben, wonach das schmeckt – ihr müsst mir einfach glauben: sie schmecken göttlich. Und wahrscheinlich ist in den Blättern noch irgendein Suchtstoff versteckt… ich wollte die einfach nur immer wieder essen.

These little pyramids. I have no idea what they’re called or what those rather hard leaves are that they use to wrap the contents – but it doesn’t matter. When it came to the filling, I could not imagine that this concoction of shrimp flakes in palm sugar syrup (I believe), shallots, peanuts and tiny pieces of lime could be any good. And I also can’t describe what it tastes like – you just have to take my word for it: they are divine. And the leaves may or may not contain some addictive substance… they were always on my mind.

Süß oder herzhaft gefüllte Mini-Crepes, Fleischspieße, gedämpfte Knödel bzw. Teigtaschen… aber auch sehr viel leckeres im Bereich süßer Nachtisch. Allen voran sticky rice mit Mango und Kokosmilch, Mango- und Kokoseis mit diversen exotischen Toppings – alles sehr, sehr gut! Aber mein Favorit hier waren wohl die kleinen orangen Dinger auf dem Foto oben: Süßkartoffelbällchen in Eigelb getunkt und dann frittiert. Palmzucker wohl auch hier im Spiel.

Mini crepes, sweet or savoury, meat skewers, steamed dumplings… and quite a lot for a sweet tooth like me as well. First of all sticky rice with mango and coconut milk, mango and coconut ice-cream with several exotic toppings – very good, the lot of them! But my favorite must be these small orange things on the picture above: tiny sweet potato balls dipped in egg yolk and fried. I think palm sugar must have played a part here as well.

An wieder eher weniger geschniegelter Stelle (doch nicht weniger lecker) konnte ich wieder meiner Freude an unglücklich formulierten Schildern fröhnen. Hier darf man sich anstellen und wenn man die Theke dann erreicht hat, den Abgang machen – vermutet unverrichteter Dinge…

At one of the less fancy (though equally tasty) places again I found this hilarious sign: queue here… but „quit“ once you reach the counter, it seems to say…

Aber vielleicht wurde ich auch einfach schon ein bisschen müde, wie jetzt auch! Gute Nacht und auf bald!

But maybe I was just getting a bit tired, like now! Good night and take care!

Barbara