Auf der Suche nach Ruhe? / Looking for tranquility?


Der wunderbaren Ruhe im Schwarzwald musste ich leider viel zu früh wieder den Rücken kehren – und wie das dann so ist, dauert es seine Zeit bis man zu den Dingen kommt… Ich wollte euch ja noch mehr erzählen zum Kailash Guesthouse in St. Georgen, das im September 2018 seine Tore geöffnet hat. Die Reise dorthin war ein spontaner Entschluss, nachdem ich einen Flyer dazu in der Post hatte. Daniela, die Miteigentümerin, ist eine, tja… „verloren gegangene Bekanntschaft“- wir hatten sicher 10 Jahre keinen Kontakt, aber sie hatte sich an mich erinnert und recherchiert, wo ich dieser Tage anzutreffen bin.

The day I had to leave the peaceful Black Forest again of course came much too soon – and as often happens, the daily grind kept me from writing the promised post about the Kailash Guesthouse in St. Georgen, that opened in September 2018. Traveling there was a very spontaneous decision after I had received a flyer in the mail. Daniela, co-owner of the guesthouse, is a long-lost acquaintance – we had lost touch at least 10 years ago but she was thinking of me and found out how to get in touch.

Bei meiner Ankunft war es bereits dunkel, aber trotzdem fühlte ich mich gleich gut aufgehoben – durch das herzliche Willkommen und einige Dinge, die mir direkt ins Auge fielen: die Kaminecke (ich liebe Kaminfeuer), die Farbe des Mobiliars in der Lounge (oooohhhh… petrol!), die nicht von einem amerikanischen Großkonzern hergestellte Getränkeauswahl, das Gebäck in der Kühlung… und die kurzfristig noch servierte Kürbissuppe mit Käseauswahl!

It was already dark when I got there but I felt I had come to the right place immediately. It was a very warm welcome and then there were a few things that met my eye even after I had been on the road for 5 hours: the fireplace (I love fireplaces), the color of the furniture in the lounge (ooooohhh… teal!), the choice of sodas from a regional producer, the pastries in the glass refrigerator… and the yummy pumpkin soup with a selection of cheeses that I was offered!

Am folgenden Morgen war selbst bei bedecktem Himmel nicht zu verkennen, wie absolut lichtdurchflutet das Erdgeschoss mit Lounge, Frühstücksraum und Meditationssaal ist. Das Problem: man will gar nicht mehr weg. Erst das Licht, dann noch das Essen. Und das Konzept des Frühstücks hat mir gefallen. Man wählt quasi classic, vegetarisch oder vegan und dazu gibt es täglich wechselnde Frühstücksbreis und Kuchen, frischen Apfel- und Orangensaft, Eier und sehr gute Brötchen und Croissants. Sollte es noch besondere Bedürfnisse geben: einfach Bescheid sagen. Und das gefällt weiter: der Schwerpunkt liegt auf regionalen, saisonalen und möglichst aus ökologisch kontrolliertem Anbau stammenden Produkten.

On the first morning, although it was foggy, another feature couldn’t be missed: the ground floor with the lounge, the breakfast room and the meditation hall are just bathed in light. That causes a serious problem: you don’t want to leave. First the light, then also the food. I liked the concept of the breakfast, too – it caters to all needs. You first choose classic, vegetarian or vegan and then there’s side dishes (porridges and pastries) that change daily (and are all vegan, yet – and this comes from a guilt-ridden carnivore – almost 🙂 all delicious). Add fresh apple and orange juices, boiled eggs and very good buns and croissants. If there are even more specific needs to meet: just ask. There’s more to like: they try to focus on regional, seasonal and organic products.

Und wenn wir dann gerade beim Essen sind: man kann ein Lunch-Paket buchen. Auch das entspricht den genannten Kriterien und noch weiteren, um Nachhaltigkeit bemühten Ansätzen: kein Einmalplastik, keine Kleinstverpackungen. Das sieht dann allen Ernstes so aus (und nein, ich konnte abends nicht schon wieder essen):

Now that we’re talking about food: you can also order a packed lunch. That, too, goes along the criteria mentioned above and adds a few more aspects in the sustainability section: no single-use plastics, no micro packages. It seriously looks like this (and no, I couldn’t order dinner that night):

… und dann so:

… and then like this:

Ich hatte ein Einzelzimmer gebucht, das eine gute Größe hatte und sympathisch eingerichtet war. Erst war ich unsicher, ob es eine gute Idee war, sich auf ein Zimmer ohne (Schreib-) Tisch einzulassen, konnte mich dann aber nicht nur ungehindert, sondern willkommen in der Lounge mit meinen Vorhaben ausbreiten. Es war eine sehr familiäre Atmosphäre: während ich vor mich hinbastelte oder -schrieb, quatschten andere beim prasselnden Kaminfeuer, und eine dritte Gruppe unterhielt sich in der lieblingsfarbenen Sitzgruppe. Das Wlan war fantastisch und für wen das relevant ist: der Fernseher im Zimmer hat Netflix. Ich würde mal dreist vermuten, dass man sich auch noch für ein Brettspiel im Frühstücksraum hätte einfinden können.

I booked a single room of a decent size and that I felt was cozy. Before I got there I was wondering whether it had been a good choice to go for a room without a desk but it was no problem at all to „do my thing“ in the lounge. It was a family-like atmosphere: while I was crafting or typing away, others chatted by the fire and another group were talking in the seating area of my favorite color. The Wifi was fantastic and for those to whom that is relevant: there’s Netflix on the TVs in the rooms. I dare say that if you felt you wanted to play a boardgame in the breakfast room, that wouldn’t be off-limits either.

Was man bei allen Unterkünften im „Ferienland“ gegen eine geringe tägliche Gebühr bekommt, ist eine Karte, die für den gesamten Aufenthalt die kostenlose Nutzung des ÖPNV in der Region ermöglicht (sogar bis Freiburg). Damit ist auch die kostenlose Nutzung des Hallenbads in St. Georgen möglich (5 Gehminuten entfernt) und einige andere touristische Ziele sind vergünstigt zu haben. Die Lage, abgesehen vom Schwimmbad: in gut 5 Gehminuten ist man auch im Zentrum St. Georgens und in 10 am Wald und gleich an gut ausgeschilderten Wanderwegen. Ich hatte für die Anreise zwar das Auto gewählt, aber in St. Georgen hält auch ein IC und man kann sich vom Bahnhof abholen lassen. Das sollte man auch – das ist ein ziemlich langer Weg verteufelt steil den Berg hoch.

You have to pay a small daily fee wherever you stay in the „Ferienland“ region but you get a card in return that entitles you to free use of the public transport system (even down to Freiburg). It also gives you access to the pool in St. Georgen free of charge (a 5-minute walk from the guesthouse) and a few other sights have reduced prices for cardholders. The location, apart from the pool: a 5-minute walk in another direction will take you to the center of St. Georgen and 10 minutes in the direction and past the pool will get you to the forest and to the trail system. I had chosen to come by car but St. Georgen is also a stop for IC trains and you can ask to be picked up from the train station – which I would recommend because it’s quite a hike, and a steep one at that.

In der Summe: ich fand das Preis-Leistungsverhältnis vollkommen in Ordnung und komme gerne wieder. Man kann sicher kostengünstiger unterkommen (wenn man z.B. mit mehreren Personen ein Häuschen mietet oder so), aber wenn einem an den diversen Vorzügen dieses Guesthouse liegt (bio, nachhaltiger Ansatz usw.), dann ist es das allemal wert. Und da ich dies gerade aus einem vollkommen seelenlosen und dabei hochgradig überteuerten Hotel in Bern, Schweiz, schreibe, macht es mir gleich noch mehr Sinn…

In a nutshell: I found this to be good value for money and am looking forward to coming again. There are certainly places where you can stay for a lower price (for example when you rent a cottage with a group of people) but if you appreciate the approach of this guesthouse (organic food, sustainability etc.) it’s totally worth it. As I’m writing this from a soul-less hugely overpriced hotel in Bern, Switzerland, it somehow seems to make even more sense…

Barbara

P.S.: All pictures in this post are either by myself or taken from the official website of the Kailash Guesthouse – with the express consent of the owners.

A Day on the Way to and in… TRIBERG!


Zweiter Tag im Schwarzwald: Zeit für eine ordentliche Wanderung. Auch das Wetter sollte halbwegs mitspielen – zwar keine Sonne, aber auch kein Regen. Der Plan: von St. Georgen nach Triberg und dort zu den höchsten Wasserfällen Deutschlands. So prahlt auf jeden Fall der Flyer. Der erste Teil brachte mich auf den gleichen Weg wie am Vortag – und ich schwöre, über Nacht sind neue Pilze gewachsen.

Second day in the Black Forest: time for a real hike. And the weather was not going to spoil it, either – no sunshine but also no rain. The plan: walk from St. Georgen to Triberg and see Germany’s highest waterfall there (or so the flyer boasts). I had already walked the very first part the day before – and I swear, new mushrooms had grown over night.

Sollte das überhaupt möglich sein, war der größte Teil der Wanderung noch einsamer. Nach einem wieder einmal sehr ausgiebigen Frühstück hatte ich auch ein Lunch Paket dabei, das ich im Guesthouse bestellt hatte. Die Neugier brachte mich bald dazu, mir das mal genauer anzusehen, aber es war derart umfangreich, dass die letzten Brote erst auf der Zugfahrt zurück verputzt werden konnten (okay, ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte kam noch dazwischen).

If at all possible, there were even fewer people around this time, at least for most of the hike. After another grand breakfast I got a packed lunch prepared by the guesthouse. I was soon curious to see what it all was – and it was so huge that I had the last sandwiches on the train back at the end of the day (okay, I also had to try a slice of Black Forest cake in the afternoon).

Dieses Mal gab es neben Wald auch weite Ausblicke mit oft wunderbarem Farbenspiel des Herbstlaubs.

This time there wasn’t only forest but also wonderful vistas and lots of beautiful fall foliage:

Die eifrigen Eichhörnchen waren zu fix, um sich fotografieren zu lassen, aber neben dem Tannenhäher gab es noch andere interessierte Typen am Wegesrand:

The busy squirrels were too quick to be photographed but in addition to the spotted nutcracker (sounds more fun in English than in German…) there were a few more interested characters along the way:

In Triberg angekommen ist es noch ein gutes Stück entlang der Hauptverkehrsstraße den Berg hoch – und es wird sehr touristisch. Für den Zugang zu den Wasserfällen muss man Eintritt zahlen, aber der weiter steil den Berg hochgehende Pfad entlang der ca. 160m Höhenunterschied, die die Fälle über sieben Stufen überwinden, ist gut ausgebaut und mit Infotafeln gespickt. Für einen Wochentag im November bei mäßigem Wetter war ziemlich was los – ich möchte mir das nicht im Sommer vorstellen.

When I reached Triberg I had to walk along the main road into the center of town – quite a steep affair already. You need to get a ticket to get access to the falls but at least the path along the falls (an incline of 160m) is well maintained and offers quite a few info posts. Considering that it was a week day in November with not exactly nice weather there was a sizeable crowd – I don’t want to imagine what it’s like in the summer.

Der Ort Triberg ist nicht so malerisch, wie er sein könnte – trotz der interessanten alten (?) Schilder:

Triberg itself is not as picturesque as it could be – despite the interesting old (?) signs:

Es ist nicht verwunderlich, aber es gibt eine Menge Souvenirläden – mal mehr, mal weniger hochwertig. Die Schnitzkunst steht in der Gegend hoch im Kurs und es gibt wirklich schöne Objekte, die allerdings auch ihren Preis haben. In einem Geschäft war ein Schild „Wir sind kein Museum, wir möchten Ihnen etwas schönes verkaufen.“ Es könnte also offenbar besser laufen, das Geschäft. Die berühmten Kuckucksuhren sind im Überfluss vorhanden. Ich würde zwar nie auf den Gedanken kommen, mir eine zu kaufen, war aber dann doch fasziniert von den verschiedenen „Szenen“, die da kreiert werden. Und wenn ich schon lange mit dem Gedanken spiele, mir eine Weihnachtspyramide zuzulegen – wieso dann keine Kuckucksuhr? So rein prinzipiell? Es bleibt bei „auf keinen Fall“, aber einen kleinen Eindruck möchte ich euch doch geben – vielleicht ist es ja was für euch?

It’s not surprising that there are a number of souvenir shops – sometimes more, sometimes less high quality. Carpentry is a craft traditionally practised here and there are really marvellous objects to be had but they are quite expensive. One store had a sign up „We are not a museum, we would like to sell you something nice.“ It seems business could be better. The famous cuckoo clocks can be found in abundance. I would never consider getting one but was still fascinated by all the „scenes“ that were created. And as I’ve been thinking about getting a Christmas pyramid for years already – why not a cuckoo clock? In general, I mean? I rest with my „no way!“, but I would like to show you a few. Maybe you fall in love?

Es gibt auch, hm, zeitgenössischere Ausführungen:

There are also more contemporary designs:

Schon im Dunkeln wieder in St. Georgen angekommen, konnte ich den Kunsthandwerk-Markt natürlich nicht links liegen lassen, aber ich habe mich am Riemen gerissen. Rechtschaffen müde bin ich dann auch recht bald ins Bett gefallen…

It was already dark when I got back to St. Georgen but of course I couldn’t skip the crafts show they had that night. But relax, I was a good girl. Soon after reaching the guesthouse I crashed and had a good night’s sleep…

Barbara

A Day in… ST. GEORGEN!


Schwarzwald, ich bin im Schwarzwald! Es war ein vages Gefühl von „ich muss hier raus“ kombiniert mit dem Flyer des neuen Kailash Guesthouse in St. Georgen, der mir in den Briefkasten flatterte, komplett mit einem Anschreiben unterzeichnet mit „Herzliche Grüße nach so langer Zeit, Daniela und Peter.“ Wer?! Das fand ich bald heraus – es war so ungefähr 15 Jahre her… jedenfalls bin ich jetzt hier.

Black Forest, I’m in the Black Forest! It was this opaque feeling of „I need to get away“ combined with a flyer advertizing the new Kailash Guesthouse in St. Georgen that found its way to my mailbox, complete with an accompanying letter signed „Best regards after such a long time, Daniela and Peter.“ Who?! I found out soon enough – it’s been about 15 years… anyhow, now I’m here.

Wie spontan das war zeigte sich schon gestern bei der Anreise. Es war mir nur vage klar, dass ich nach Süden Richtung Schweiz fahren würde und noch während ich mich fragte, ob ich von dem Megastau wegen umgekippten Schwertransports auf der A Hab ich vergessen betroffen wäre, stieß ich auf das Schild „France 1000m.“ Was jetzt? Ich war also noch kurz in Frankreich und konnte dann, im Gegenverkehr, erleben, wie sich die feierabendliche rush hour von Deutschland Richtung Frankreich gestaltet. Wahnsinn. Und je näher ich dem Ziel kam, umso alpiner wurde die Straßenführung und ich überlegte, ob der Schwarzwald wohl seinen Namen daher hat, dass es hier nach Sonnenuntergang dunkel ist wie in einem Affenarsch. Pardon, aber das genau habe ich gedacht. So gut wie keine Straßenbeleuchtungen. Ich habe noch nie so viele Menschen mit Stirnlampen rumlaufen sehen.

Let me tell you a bit about getting here so you get an idea of how spontaneous that trip is. I was only vaguely aware of the routing (South towards Switzerland) and listening to the traffic advisory started wondering whether I would be affected by the mega traffic jam on route whatever when I passed a sign „France 1000m.“ What? I was on a little detour through France and when getting towards Germany again got an idea, by way of the oncoming traffic, of what the rush hour between the countries is like here. Crazy. The closer I got to my destination, the more Alpine the roads got and I thought that the Black Forest may have gotten its name because it’s as dark as a monkey’s bum, as we so nicely put it in German, after the sun has set. Sorry, but that was my thought verbatim. Next to no street lighting. I’ve never seen so many people walking around with head lamps.

Der Morgen danach begann mit einem gemütlichen Frühstück und einer Erkundung St. Georgens. Ich war auch nicht darauf vorbereitet, dass es hier so viele Backsteinhäuser unterschiedlichster Facon gibt. Der Ursprung der Stadt geht wohl auf ein Benediktinerkloster zurück, dessen Reste vor einigen Jahren im wahrsten Sinne des Wortes zubetoniert wurden – der Marktplatz ist ein Schandfleck erster Güte. Aber dann guckt man halt da hin, wo es schön ist oder es interessantes zu sehen gibt.

My first morning started with a cozy breakfast and a stroll through central St. Georgen. I was also not prepared to see that there is a lot of brick architecture in the Black Forest. The first settlement St. Georgen was a Benedictine monastery the remains of which were literally covered in concrete a few decades ago – the central square is a major eyesore. But then don’t linger, go where it’s nice or interesting.

Bei bestem Wetter (und wegen Feiertags geschlossener Geschäfte) zog es mich aber raus in den Wald. Vom Guesthouse aus hat man den in zehn Minuten Fußweg erreicht. Trotz des Feiertags und trotz fantastischen Wetters war ich so gut wie allein unterwegs. Wenn da mal alle halbe Stunde ein Jogger oder Mountainbiker vorbeikam oder ein Wanderer in Gegenrichtung. Diese wunderbare Ruhe. Wind in den Tannenwipfeln, Vogelgezwitscher – und womöglich ein vorbeihuschender Elch. Oder ein vornübergebeugter Jogger im braunen Dress. Ich tendiere zum Elch.

As the weather was absolutely gorgeous (and the stores closed due to a public holiday) I was drawn to the woods, where you get within a ten-minute walk from the guesthouse. And despite it being a holiday with gorgeous weather, there was hardly anyone around. I met a few joggers and the odd mountain biker, a few hikers. This wonderful silence. Wind in the tree tops, birds chirping – and possibly even a moose scurrying by in the distance. Or a stooped over jogger in a brown suit. I tend to believe it was a moose.

Muße, ungefähr 57 Fotos von Pilzen zu schießen. Der eine sah aus, als ob Alice (die aus dem Wunderland) dran geknabbert hätte, aber die Wasserpfeife schmauchende Raupe war weit und breit nicht zu sehen.

Being at leisure to take about 57 pictures of mushrooms. One looked as if Alice (of Wonderland fame) had taken a bite – but the hookah smoking caterpillar was nowhere to be seen.

Ich war ohne Karte unterwegs und bin etwas orientierungslos durch die Gegend gestolpert, aber wirklich verlaufen kann man sich eigentlich nicht, denn alles ist gut ausgeschildert. Man muss halt nur mit einem Mindestmaß an Konzentration bei der Sache sein 🙂 Die Wege sind nicht nur im Wald, einen leichten Sonnenbrand kann man sich auch einfangen, wenn man sich für ein Kapitel mit einem guten Buch auf einer Bank im Sonnenschein niederlässt.

I was out and about without a map and didn’t really know where I was going. But then you can’t really get lost as there are tons of signs. It’s just a matter of mustering a minimum of concentration 🙂 Also, the paths are not all deep in the not so dark forest – I think I got a little sunburnt while sitting on a sunny bench with a good book.

Es war ein sehr guter Auftakt – mal sehen, was die kommenden Tage noch in petto haben.

It was a great start into my stay – let’s see what the next days have in store for me.

Barbara

A Day in… KÖLN!


Das könnte der schlechteste Beitragstitel überhaupt sein. Ja, es war ein Tag in Köln und ein wunderbar sonniger noch dazu. Ja, der Dom war mit von der Partie. Ja, es wurde am Rhein spaziert. Ja, es wurde im Brauhaus gegessen. Ja, es gab auch Karneval (im Ernst – im OKTOBER!). Aber darum ging es ja überhaupt nicht. So gar nicht. Es ging um ein Treffen.

This could easily be the worst choice of title for this blog post. Yes, it was a day in Köln (Cologne) and a wonderfully sunny one at that. Yes, the cathedral was at the center of it all. Yes, there was a stroll along the Rhine. Yes, there was lunch at a Brauhaus (brewery). Yes, there was also carnival (no kidding – in OCTOBER!). But all that is not what this day was about. It was about a meeting.

Es begann mit einer Postkarte, die ich am 21.12.2009 an eine mir bis dato unbekannte Frau in Kalifornien schickte. Was immer ich schrieb, es hat was ausgelöst. Die Frau wollte mehr wissen. Am 01. Januar 2010 hat sie mir den ersten Brief geschrieben – so einer auf Papier. Selbst gestaltetem Papier. In einem selbst gebastelten Umschlag. Ich dachte, mich TRIFFT der Schlag, als ich den im Briefkasten fand… solche Briefe verschicke ich selbst ja auch. Kurzum: seitdem gingen viele Briefe hin und her und nun war es an der Zeit für ein Treffen mit Marlene.

It all started with a postcard that I sent on December 21, 2009 to a hitherto unknown lady in California. Whatever I actually wrote, it struck a chord. That lady wanted to know more. She wrote her first letter January 1, 2010 – one of those on paper, you know, with handdrawn embellishments. In an envelope made from a page in a magazine. I was about to faint when I found it in my mailbox, I still remember that… that’s the kind of letter that I send myself. Long story short: there have been many letters crossing the Atlantic in both directions since then and now we finally had the chance to meet!

Sie war – und ist weiterhin – gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer Schwägerin auf einer Schifffahrt den Rhein hinauf unterwegs und das Schiff legte letzten Sonntag in Köln an. Wir trafen uns vor dem Dom, wo gerade eine gebuchte Stadtführung begann, an der ich teilnehmen konnte. Wer dieser Stadtführer war und wo man ihn buchen kann, muss ich noch in Erfahrung bringen, denn der war fantastisch. Das war meine erste Stadtführung in Köln und es hat richtig Spaß gemacht. Ich wusste bspw. nicht wirklich viel über den Dom – das ist jetzt anders. Dass einer der Türme (der Vierungsturm) sich nicht an den sonst immer beachteten mittelalterlichen Bauplan hält, war mir noch nie aufgefallen. Oder anders: ich hatte ihn noch nie wahrgenommen. Ich finde, er hat was vom Chrysler Building in New York:

Marlene was – and still is – on a Rhine Cruise with her husband and sister-in-law and last Sunday the ship docked in Cologne. We met in front of the cathedral where they had just started a guided tour which I was welcome to join. I still need to find out who that guide was and where he can be booked – he was fantastic. It was my first guided tour in Cologne and it was a lot of fun. For example, I didn’t really know all that much about the cathedral but do now. I had never noticed that there’s one tower (the ridge turret) that doesn’t stick to the original medieval designs which are usually followed 100%. Or rather, I had never actually seen that tower. I think there is some resemblance, style-wise, to the Chrysler building in New York:

Bislang konnte ich mich mit dem neuen (2007) von Gerhard Richter gestalteten Fenster nicht anfreunden. Da fehlt mir die Sachkenntnis. Dieses Mal hat es mich fasziniert – es geht (für mich) nicht um das Fenster selbst, sondern um das Licht, das es verbreitet, wenn die Sonne da so richtig draufknallt. Regenbogen…

I had until last Sunday had a hard time appreciating the new (2007) window designed by Gerhard Richter. I probably lack the necessary expertise. But this time I was amazed – to me, it wasn’t about the window itself but about the light effects it produces when the sun hits it full force. Rainbow…

Geradezu erschüttert war ich, als ich auf dem Alter Markt karnevalistisches Treiben bemerkte… und nicht nur das: es waren Düsseldorfer Karnevalisten, die in Köln Party machten?! Waren die lebensmüde? Und wieso im Oktober? Reicht die Session nicht mehr aus? Später trafen wir sie vor dem Dom wieder, sie hatten ein Spalier gebildet, durch das das Prinzenpaar zum Dom schritt. Da musste ich dann doch mal Klärung herbeiführen: es ging um die Herstellung eines Videos des Motto-Songs für die kommende Session „Mir sin zesamme jeck“. Die Düsseldorfer kamen zu den Aufnahmen nach Köln und später würden die Kölner nach Düsseldorf fahren.

I was shocked to see carnival crowds on Alter Markt… and not only that: they were party folk from Düsseldorf (which is the arch enemy of Köln)?! Were they suicidal? And why in October? Is the carnival season not enough anymore? We later met them again in front of the cathedral where they were trellises for the prince and princess, walking towards the cathedral. I asked one of them what this was all about: they were filming a video of the motto song of the upcoming carnival season „mir sin zesamme jeck“ („We are silly together“… „jeck“ is hard to translate – it’s the state of mind you have to reach to enjoy carnival). The folks from Düsseldorf had come to Cologne for the shoot and later the carnival crowd from Köln would go to Düsseldorf for some more takes.

Zu Mittag gab es deftiges und Marlene traute sich sogar an ein Mettbrötchen… diverse Sorten Kölsch wurden getestet und bei Niedrigwasser im Rhein gerätselt, wie das Wasser eigentlich jemals so hoch stehen könnte, dass die Schutzwände aufgebaut werden müssen…

We had traditional German food for lunch and Marlene even tried a „Mettbrötchen“, a bun with raw pork and onions – a delicacy sometimes referred to as German sushi. A couple of different Kölsch beers were tested and with regard to the extremely low water level of the Rhine we wondered how it could ever rise so high that the protective walls need to be put into place…

Zum Abschluss standen wir sicher eine gute Stunde auf der Aussichtsplattform am Schokoladenmuseum, guckten auf den Rhein und die Deutzer Seite, und haben, nicht viel anders als in unseren Briefen, Gott und die Welt besprochen. Nur, dass Howard auch dabei war und die Unterhaltung wenn überhaupt nur noch angeregter war. Ich denke, ich muss es dann doch bald mal nach Kalifornien schaffen.

The day ended on the observation deck at the Chocolate Museum, where we easily stood for more than an hour, looking down the Rhine and at the other shore and talked about all kinds of things, not unlike the exchanges in our letters. Only that we were joined by Howard and that the conversation, if anything, was even more lively. I guess I do „have to“ go to California some time soon.

Barbara

A couple of days in… SPREEWALD!


Im Januar machte meine Freundin Anna aus Finnland den Vorschlag, eine gemeinsame Urlaubswoche zu planen. Erst ging es um eine Woche wandern, entwickelte sich dann aber zu einer Woche Berlin mit einem Ausflug in den Spreewald, einem UNESCO Biosphärenreservat etwa 80 km südlich von Berlin. In der Hauptstadt ging quasi der komplette erste Tag damit drauf, Sven zu treffen. Auch er gehört zu unserer Gruppe der Austauschstudenten, die wir uns 1998/99 in Lund kennengerlernt haben. An einem regnerischen Tag saßen wir geschlagene achteinhalb Stunden in einem Restaurant und haben gequatscht. Es hätte auch noch weitere acht Stunden so weitergehen können…

It was back in January when my friend Anna from Finland suggested that we go on a one-week vacation together. At first it was about hiking but then evolved into a trip to Berlin, including a couple of days in Spreewald (Spree Forest), a UNESCO biosphere reserve about 80 km South of Berlin. In the capital, however, practically all of the first day was spent meeting Sven. He was also part of our group of exchange students at Lund University who met in 1998/99. On this rainy day we spent eight and a half hours sitting in a restaurant and chatted away. And I think we would have continued for eight more hours if we hadn’t had to think about the early morning train…

Mit dem Zug ging es bis Vetschau, von wo wir mit dem Bus gleich weiter wollten nach Burg – uns aber dann doch entschieden, uns den Ort noch anzusehen. Das ist eine Ansage, denn der nächste Bus kam erst drei Stunden später. Dazu auch gleich die Anmerkung: Spreewald mit ÖPNV ja, aber nur, wenn man die Unterkunft im Zentrum einer Siedlung hat (hatten wir nicht…). Drei Stunden lassen sich in Vetschau schwer totschlagen. Das Zentrum ist wunderbar saniert, aber ich habe es alles in allem als ähnlich tot wie Putbus empfunden. Zu dem Stopp hat uns die Wendisch-Deutsche Doppelkirche bewegt:

We took the train to Vetschau from where we were going to take a connecting bus to Burg – but then decided to wait for the next one and have a look at Vetschau, too. That is saying something as the next bus was going to depart three hours later. A quick note on exploring Spreewald by public transport: yes, but only if you have booked accommodation in the center of a village (we hadn’t…). Three hours to kill in Vetschau is a tough call. The center has been nicely rehabilitated but to me it felt about as dead as Putbus. It was the Wendish-German double church that made us decide to have a closer look at the place:

Die Kirche war erst nur eine „normale“ Kirche der wendischen Bevölkerung und wurde später (1690-93), mit wachsender Größe der deutschen Bevölkerung, um den deutschen Teil ergänzt – verbunden über die gemeinsame Sakristei und der eine Turm wurde auch als ausreichend empfunden. In einem Café haben wir über einem Latte und einer Schillerlocke die Bücher ausgepackt und auf den Bus gewartet. Gegen 17 Uhr hatten wir über diverse Umwege unsere Unterkunft erreicht, wo wir angeblich keine Reservierung hatten, aber dann doch noch unterkamen. Für den nächsten Tag hatten wir uns die 35 km lange Heuschober Fahrradtour ausgeguckt.

The church was at first only a „normal“ church of the Wendish population in the area and was later (1690-93), when the German population had grown, added to with the German part. The two of them are connected by a shared vestry and there’s also only one steeple. We then took out our books and had a lengthy stay at a café where we enjoyed a latte and a „Schillerlocke“ (some pastry). It was about 5 p.m. when we finally made it to our guesthouse where they did not have our reservation but still found room for us. We then sat down to decide on the bike tour for the following day, the 35-km „Ride of the Hayricks“.

Den Bismarck-Turm in Burg haben wir bestiegen, aber die Aussicht war mit Wald und Windmühlen und Kraftwerken in der Ferne nicht sehr abwechslungsreich. Die Radtour hat uns aber großen Spaß gemacht und war größtenteils sehr gut ausgeschildert. Es ging durch Ortschaften, über die Felder, ganz wenig auf Landstraßen – und auch direkt an den Fließen lang:

We climbed the Bismarck Tower in Burg but the view was a bit boring: trees, trees and more trees, windmills and power stations in the distance. The bike ride was a lot of fun, though, and the route was properly marked. I t took us through the villages and fields and only short stretches on the roads – and some of it right next to the flow lines:

Wir kamen dann im Spreelandmuseum in Lehde an, einem Freilandmuseum. Leider setzte da auch der Regen ein, aber es hat mir trotzdem ausgesprochen gut gefallen. Da es weiter regnete und regnete entschieden wir uns, noch einen nachmittäglichen Snack zu nehmen und auf ein Abebben zu hoffen: mit Hefeplinse (im Bild links oben). Was die kulinarischen Erfahrungen angeht, verstehe ich nun auch den Hype um die Spreewaldgurken. Das erste Mal davon gehört habe ich durch den Film Good bye, Lenin! (!) und habe mich immer gefragt, was das soll… andere Gürkchen sind doch auch gut. Ja, mag sein. Aber die reine Auswahl an verschiedensten Gurken, die dann wiederum noch unterschiedlich eingelegt sind, war doch erstaunlich und sehr lecker. Die Grützwurst hingegen… um es mit Anna zu sagen: „Wenn man nicht darüber nachdenkt, was es ist und nicht guckt, wie aussieht, ist es ganz okay!“ Finnische Diplomatie.

We reached the Spreewald Museum in Lehde, an open air museum. Unfortunately, that was when it started to rain, too, but I still enjoyed it very much. The rain would not stop so we decided to have an afternoon snack and hope for improvement: with some special local pancakes called Plinse (upper left corner in the picture). As for culinary experiences in general, I now understand the hype about the Spreewald pickles, too. I first heard about them in the movie Good Bye, Lenin! (!) and always wondered… other gherkins are yummy, too? Well, yes – but the sheer variety of them, preserved in all kinds of different spices etc. was rather amazing and very delicious. The „Grützwurst“, however… or as Anna put it: „If you don’t think too much about what it’s made from and don’t look at it too closely, it’s pretty okay!“ Finnish diplomacy.

Am folgenden Morgen machten wir keinen langen Prozess und begaben uns mit dem Taxi zum Bahnhof Vetschau und fuhren nach Lübbenau, wo es uns nach einer kurzen Runde im Zentrum zum Kleinen Kahnhafen verschlagen hat. Und dann ging es holterdipolter, denn es waren gerade noch zwei Plätze frei und ehe wir’s uns versahen, waren wir auf einer vierstündigen Tour. Und es war wunderbar.

We didn’t think twice the next morning and called a taxi to take us back to the train station in Vetschau. From there, we went to Lübbenau, had a short tour of the center and then happened to walk to the small barge harbor. And then things happened very quickly: a barge was ready to depart but still had two seats so we practically just jumped on and were on a four-hour ride which was just wonderful.

Es war so still, so friedlich. Der Kahn ist einfach nur so dahingeglitten, hin und wieder wurden wir von Paddlern überholt oder ein anderer Kahn kam uns entgegen. Es waren ungefähr 20 Leute auf unserem Kahn und der „Kapitän“ hat uns quasi ohne Unterlass sehr unterhaltsam und informativ die Kulturlandschaft näher gebracht. Eine absolute Empfehlung – und lasst euch nicht auf die zweistündige Fassung ein.

It was so quiet, so peaceful. The barge was just gliding on the water, every now and then we were overtaken by people in cayaks or another barge passed. There were about 20 people on our barge and the „captain“ did a great job at giving us detailed insights into this cultivated landscape – very informative and entertaining at that. A must-do – and don’t go on one of the short two-hour rides.

Es ist tatsächlich so, dass viele Häuser nur per Boot erreichbar sind – und auch die Post per Kahn kommt. Die Briefkästen hier sind oft ziemlich besonders: sozusagen Modellvarianten eines traditionellen Hauses, oft groß genug, um auch Päckchen entgegennehmen zu können. Das wäre was für mich!

Many of the houses can only be reached by boat – and even mail is delivered by barge. The mailboxes are often very special: they look like small scale models of the traditional houses and are often large enough to receive parcels, too. I would love to have one of those!

Ich möchte mal behaupten, dass mich der Spreewald wiedersehen wird… gerne möchte ich mal selbst paddeln und noch die eine oder andere weitere Fahrradtour unternehmen. Und einige Töpferwerkstätten aufsuchen. Noch viele Hefeplinse essen 🙂

I think it’s save to say that I will see the Spreewald again… I’d love to do some cayaking, too, and try a couple more of the bike tours. And find some of the potteries. And eat many more „Plinse“ 🙂

Barbara

Besuch / Visitors in Bonn

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Auf diesen Besuch hatte ich mich sehr gefreut. Wahrscheinlich, weil er über die Jahre gesehen so unwahrscheinlich war. Ich muss etwas ausholen. 1994 saß ich zum Auftakt meines AuPair-Jahrs in einem Flieger nach New York, neben mir die Schwedin Annika. Drei Tage haben wir dann in New York eine „Orientation“ besucht, die Stadt besichtigt und CATS geguckt. Das nächste Mal trafen wir uns 2001 auf einen Kaffee in London, da dann schon mit ihrer Tochter im Buggy. Dazwischen und danach bestand der Kontakt aus den jährlichen Weihnachtsgrüßen. Im Vorlauf zu meinem Schwedenurlaub letztes Jahr habe ich mich gemeldet und es kam zu einem Treffen – ein Grillnachmittag in Småland, Tochter nun 16, dazu ein Sohn und der dazugehörige Vater. Tja, und jetzt kam es zu einem Gegenbesuch in Bonn: ein verlängertes, kinderfreies Wochenende im Rheinland.

I had been looking forward to this visit very much. Probably because it had been so unlikely if I look back at how our friendship has developed of the past decades. Let me elaborate a bit on this. At the outset of my AuPair stay in 1994 I found myself seated next to Annika, a Swedish girl, on a flight to New York. We spent three days doing an orientation there, doing some sightseeing and seeing CATS. The next time we met, it was for a coffee in London in 2001, her little daughter joining us in a stroller. In between and ever since then, we were in touch only via annual Christmas greetings. When I was planning my vacation in Sweden last year, I got in touch out of the blue and we met – for a gorgeous afternoon barbecueing in Småland: with the now 16-year old daughter, a son and the Dad. So now this was the adults only return visit to Bonn: an extended weekend by the Rhine.

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Nach geschätzten 12 Jahren bin so auch noch mal ins Beethoven-Haus (oben) geraten, das selbst in dieser wahrscheinlich am wenigsten besuchten Jahreszeit alles andere als verwaist war. Zum allerersten Mal in 20 Jahren Bonn war ich dann anlässlich des Besuchs in der Namen-Jesu-Kirche. Bislang war sie immer entweder eingerüstet oder geschlossen, ob „einfach so“ oder weil sie jahrelang aufwändig für 7,6 Millionen Euro renoviert wurde. Ich fand sie wunderschön – und wo hat man schon mal einen „aktiven“ Friedhof in der Krypta?

After what must have been about 12 years, I finally made it to the Beethoven Haus (above) again. Despite this being (I suppose) the most quiet time of the year tourist-wise it was anything but deserted. And for the first time ever in the 20+ years I’ve lived in Bonn this visit also featured a look at the Namen-Jesu-Church nearby. It had always been either covered in scaffolding or closed, either „just like that“ or because it had undergone extensive renovations worth 7.6 million Euros for many years. I really liked the interior – and I can’t remember ever having been in a church with an „active“ graveyard in the crypt.

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Im Anschluss sind wir nach Brühl gefahren, um uns die Schlösser Augustusburg und Falkenlust anzusehen, die eine UNESCO Welterbestätte sind. Die Führung in Augustusburg war sehr interessant – ich muss vor etwa 10 Jahren schonmal dort gewesen sein, konnte mich aber nur an das vollkommen irre Treppenhaus erinnern. Die Führerin hatte auf alle Fragen eine Antwort. Der Audioguide, auf den meine Gäste zurückgreifen mussten, war allerdings deutlich weniger detailliert. Wir haben uns dann auch noch auf den Weg zum Jagdschloss Falkenlust gemacht, das man nach einem halbstündigen Spaziergang durch den Park erreicht. Fotos in den Innenräumen nicht erlaubt… also macht euch auf und besucht Brühl!

We then took the train to Brühl (about 15 minutes) to visit the Augustusburg Palace and the Falkenlust Hunting Lodge, which are a UNESCO World Heritage Site. The guided tour of Augustusburg was immensely interesting – I had been there what must have been about 10 years before but the only thing I still remembered was the insane grand staircase. The guide knew the answer to every question. The audioguide which my guests had to rely on turned out to be less detailed – by far. We went on the half hour walk through the park to see the Hunting Lodge as well. Photography is not permitted inside… so get ready to go see it yourself!

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Sonntags blieben wir trocken und haben sogar ein bisschen Sonne gesehen, auf dem Weg nach Königswinter und auf den Drachenfels. Trotz der Bewölkung konnten wir bis Köln sehen und sogar den Dom ausmachen, den die Gäste schon freitags, während ich noch im Büro schmachten musste, besucht hatten. Auch hier die Feststellung, dass für einen wettermäßig durchwachsenen Tag im Februar ganz schön viele Leute unterwegs waren – das neue Restaurant schien gerade die richtige Größe zu haben. Im Sommer wird es wohl aus allen Nähten platzen. Aber architektonisch finde ich die Neugestaltung sehr gelungen.

No rain on Sunday and even a little sunshine here and there on our way to Königswinter and the Drachenfels. Despite the clouds we could see all the way to Cologne and could even make out the cathedral which my guests had visited on Friday already when I was still working. And again I found it amazing to see the number of people out and about on this not exactly inviting February day – the new restaurant was just the right size. I guess it will be bursting at the seams in the summer. I have to say, though, that I really like how they have redone the place architecturally.

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Immer wieder erfreue ich mich an Schildern in englischer Sprache aus aller Welt, zuletzt zum Bespiel an diesen. Doch auch am Drachenfels gab es ein Foto-Motiv, denn hier wird vor dem Leben gewarnt, so dass es in der Summe eigentlich eher eine Einladung ist – denn wer will sein Leben nicht gelebt haben? Man könnte es als fremdländischer Tourist durchaus auch erhellend finden, dass der Eselspfad bspw. als Donkey Trail übersetzt würde… aber ich bin mal wieder ein Korinthenkacker.

If you visit this blog regularly you will know that I often get a kick out of English-language signs from all over the world, most recently here. Drachenfels now also features a motif worth mentioning as there is a DANGER OF LIFE! which I find inviting rather than deterring – because I do want to live life „and not, when I came to die, discover that I had not lived“ (Thoreau) Also, a tourist not well-versed in the German language might find it interesting to know that the Esels-path is in fact a donkey trail – which is a reference to an old tradition at Drachenfels. Okay, it seems to be a nitpicking kind of day…

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Nicht unerwähnt bleiben soll auch unser Besuch des Semesterabschlusskonzerts des Jazz Chors der Uni Bonn in der Trinitatiskirche in Endenich, wo es brechend voll war – und das aus gutem Grund (bei Interesse: am 8.2. gibt es ein weiteres in der Aula der Uni). Vom letzten Jahr habe ich einen Eindruck vom Konzert an gleicher Stelle gefunden:

We had a great evening attending a concert of the Jazz Choir of Bonn University at Trinitatis Church in Bonn-Endenich on Friday, where there was standing room only. I have found this clip from a concert last year at the same venue:

Also man kann sagen: ein rundum tolles Wochenende… nächstes Mal dann noch mit Sonne und es wäre kaum zu toppen 🙂 Gute Nacht!

I guess it’s safe to say: an enjoyable weekend… next time we add some sun to the equation and that will leave nothing to be desired 🙂 Good night!

Barbara

A Day in… LÜBECK!

LUB1Nach einer Nacht ganz in der Nähe von Lübeck habe ich mich früh aufgemacht, die nächste Hansestadt zu erkunden… und mit dem Teufel zu flirten, der neben der Marienkirche sitzt. Netter Kerl. Er hat dafür gesorgt, dass beim Bau der Kirche auch irdische Gelüste Berücksichtigung fanden: der Ratskeller ist gleich nebenan.

I had spent the night near Lübeck and was out and about exploring my next Hanse city rather early… and got to flirt with the devil as you can see. Nice guy. He sits next to St. Mary’s Church and played a role in its construction, making sure eartly pleasures were also allowed for: a pub was built right next door.

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Nur, damit das von vorneherein klar ist: ich habe in Lübeck, obwohl das Wetter anfangs weiter grau war, über 300 Fotos gemacht. Es ging nicht anders. Es grenzt an ein Wunder, dass ich die Stadt heil verlassen konnte, denn man vergisst alles um sich herum – ein atemberaubendes Haus am anderen und dann alle möglichen Details. Die Entscheidung, was ich hier einbauen soll, hat ein Weilchen gedauert.

Only so you know it: I have taken, despite the fact that the weather continued to be rather dull until about 3pm, more than 300 pictures that day. There was no avoiding it. It’s a miracle I could leave the city unscathed because you forget everything around you – one amazing house after the next and all kinds of interesting details. It took me a while to decide which ones I wanted to include here.

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Das Markenzeichen Lübecks schlechthin ist ja das Holstentor, Jahrgang 1478 – und das war so ziemlich das einzige, wovon ich wusste… Klassenfahrt im neunten Schuljahr hin oder her. Ich denke, zu der Zeit lagen die Prioritäten weder bei architektonischen, noch geschichtlichen Highlights. Und selbst das hat sich einer „normalen“ Besichtigung entzogen, denn es kam zu einem dramatischen Rettungseinsatz… hier hatte sich der Staub dann gesetzt:

Lübeck’s trademark building is the Holsten Gate, built in 1478 – and it was about the only thing I remembered from a school trip back in ninth grade. I guess it wasn’t a time when architectural or historical gems were high on my priority list. And even the gate couldn’t just sit there and behave for the tourists, as we got to witness a dramatic rescue operation… this is when the dust had settled:

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Das Tor wurde gemeinsam mit der Altstadt 1987 in die Liste der Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen. Dazu gehört auch das Rathaus, das mich sehr an das in Stralsund erinnert hat:

The gate and Lübeck’s old town have been awarded World Heritage status by the UNESCO in 1987. The town hall, which reminded me a lot of that in Stralsund, is also part of that:

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Beim Abendessen bei Freunden am Vorabend war ich noch auf die „Gänge und Höfe“ hingewiesen worden, die unbedingt eine Führung wert seien. Führungen gibt es nur an Wochenenden, aber man drückte mir einen Plan mit 103 (!) Gängen und Höfen in die Hand, anhand dessen man sie selber erkunden konnte. Auch sowas irres. Im Prinzip sind es Hinterhöfe, in denen aber ganze kleine Wohnviertel liegen. Zutritt bekommt man über leicht zu übersehende Eingänge wie diesen her ganz rechts am Haus:

Over dinner with friends the night before it was recommended I go on a tour of the „backyards and alleyways“. Tours were only on offer on weekends but I was given a map and list of 103 (!) of these structures to go on a self-guided tour. It was baffling. All they are, really, are backyards but featuring their own little neighborhoods. You access them via rather unspectacular entries, like the one on the far right of this house:

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Und dann kann alles mögliche passieren. Es kann was richtiggehend nobles dahinterliegen, was eher alternatives, was Spießbürgerhaftes mit vermuteter Kehrwoche, was, das man dann am Ende des Ganges doch nicht einsehen kann, weil die Bewohner es eher privat halten wollen… mit oder ohne Katze (der dicke Rote, Kater Bolle, ließ sich durch rein gar nichts aus der Ruhe bringen und hat seine eigene Facebook-Seite), während ich unter dem Goldregen das Gefühl hatte, direkt unter einem Bienenstock zu stehen. Ein Blick nach oben klärte dann auf, dass es sich lediglich um einen sehr stark frequentierten Ort der Honig-Rohstoff-Beschaffung handelte.

And then just about anything can happen. You can find something really classy, or something leaning more towards an alternative lifestyle, a sterile little suburbia – or a locked gate because you’ve chosen a yard whose residents would rather keep it private. With or without cat (the large red one, tomcat Bolle, almost seemed sedated and actually has his own Facebook page), while I had the eerie feeling of standing right underneath a bee hive next to this golden chain tree. When I looked up I realized it was a highly frequented place for the mining of raw material in honey production.

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Ich vermute, ich habe ungefähr 25 oder 30 Höfe besucht. Der Himmel blieb bedeckt und so habe ich beschlossen, mir auch das Europäische Hansemuseum anzusehen (ebenfalls eine Empfehlung). Wie es der Zufall wollte, feierte es seinen ersten Geburtstag und ein Stück Geburtstagstorte war inklusive. Was dann kam hat dazu beigetragen, dass ich mich nun offiziell zum Hanse-Fan erkläre und dieser Blog nun auch ein Hanse-Tag aufweist. Es war eines der besten Museen, das ich jemals aufgesucht habe. Allein die Technik und der „Zuschnitt“ auf die Bedürfnisse des einzelnen Besuchers… Die Eintrittskarte enthält eine Art Chip, den man an einem Terminal vor Betreten des Museums personalisiert: Sprache, Interesse an Sonderthemen, Herkunft aus (der Nähe) welcher anderen Hansestadt u.ä. Im Museum legt man das Ding dann an die unzähligen Lesegeräte und die Darstellungen sind (in meinem Fall) alle in Deutsch, das Sonderthema Stadt und Herkunft Köln wurde eingebaut – ich war fasziniert. Die eigentlichen Inhalte waren bestens aufbereitet. Einziges Manko war eine Reisegruppe mit Guide, der ich ständig den entscheidenden Schritt voraus zu sein versuchte. Als ich dann widerstrebend wieder rauskam, war die Sonne rausgekommen und ich konnte auch noch eine Bootstour unternehmen…

I think I must have seen about 25 or 30 of these backyards. The weather remained grayish so I decided to give the European Hanse Museum a try (another recommendation). I was lucky: I had chosen its first birthday for my visit, so a slice of birthday cake was included. This museum is responsible for the fact that I now consider myself a fan of the Hanse and that I have added a Hanse tag to this blog. It was one of the best museums I have ever visited. The equipment and the visitor-specific approach alone… The ticket comes with a built-in chip which you have to personalize at a terminal before entering the actual museum: language, special interests, which of the other Hanse cities do you live in / close to etc. Inside, you just put the ticket to the readers and all the maps and information boards switch (in my case) to German, the special interest „city life“ and origin Cologne – I was fascinated. Moreover, the actual contents were perfectly prepared. The only downside was a guided tour I was trying to remain ahead of. When I reluctantly left the museum again, the sun had returned and I decided to add a little cruise, too…

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Davon gibt’s aber nicht so großartig interessante Bilder, die habe ich mehr so auf mich wirken lassen (ja, zugegebermaßen erzwungenerweise… da war ein Balken im Weg). Nach einem Abendessen habe ich mich dann auf den Weg nach Travemünde gemacht, wo ich die Abendstimmung an der Außenallee genossen und auf die Abfahrt der Nachtfähre nach Trelleborg gewartet habe.

I didn’t take any great pictures on that, just enjoyed the ride (yes, I admit it: I was forced to refrain from photography… a beam was in the way). After dinner I continued to Travemünde from where I was to take the late night (or should I say early morning?) ferry to Trelleborg – the sunset was quite a view to behold, as were the constantly passing huge ferries, coming through this bottleneck of a harbor entrance.

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Tja… dann bald mehr aus Schweden! Viele Grüße!

More to come… from Sweden! Lots of love!

Barbara