A Couple of Days in… FLENSBURG!


Okay, Mitte Juli schon wieder… Und ich erreiche den Punkt, dass ich mir selbst für die Wochenenden to-do-Listen mache. Das ist nicht gut! Aber immerhin kann der Punkt ganz oben heute gestrichen werden: ich wollte euch noch von einem kurzen Ausflug nach Flensburg erzählen, wo ich eine Freundin besucht habe. Ende Juni…

Wow, mid July already… And I’ve reached a point where I make to-do lists for the weekends even. And that is not good! But the no. 1 will be off the list soon: I have wanted to tell you about a short trip to Flensburg, which is practically Denmark, where I went to see a friend. At the end of June…

Das einzige, was ich vorher dachte war: „Da hake ich noch was auf meiner Hanse-Liste ab!“ Doch ach: Flensburg war nicht Teil der Hanse! Das fand ich schon sehr überraschend und würde gerne mal genauer reingucken, warum das (nicht) der Fall war. Aber Flensburg hat mir nichtsdestotrotz sehr gut gefallen. Eine schöne Größe (um die 90.000 Einwohner), ansprechende Architektur (über 300 Fotos an zwei Tagen… hat wohl mit dazu beigetragen, warum es so lange gedauert hat, bis ich hier mal zu Potte gekommen bin), die Förde – und die besten Fischbrötchen ever, bei Ben ganz versteckt am Museumshafen (Foto oben), geöffnet „12 Uhr bis alle“. Allein dafür würde ich nochmal fahren.

The only thought I had before going was: „Another city to check off my Hanse list!“ Imagine my surprise upon discovering: Flensburg wasn’t part of the Hanse! I was dumbfounded and still want to have a closer look at why that was (not). But anyhow, I liked Flensburg a lot. Nice size (pop. 90,000), beautiful architecture (more than 300 pictures in two days… I guess that was part of the reason it took so long to get going on this post), the firth – and the best fish buns ever, at Ben’s, hidden away at the museum harbor (picture above), open „12 noon till gone“. They alone are reason enough to go again.

Irgendwann so mittelfristig steht vielleicht auch eine neue Haustür an und irgendwie glaube ich, muss das so was nordisches werden. Allein mit den Türen hätte ich einen Tag verbringen können, aber auch die dazugehörigen Häuser in den entsprechenden Vierteln luden zum Verweilen an, besonders in der St. Jürgen-Straße, wo viele Kapitänshäuser stehen, aber auch im Bereich Fußgängerzone/Altstadt.

At some point down the road I may need to think about a new door for the house and somehow, I think it may have to be a colorful wooden door. I could have spent a day with the doors alone, and the houses that came with them in the repsective neighborhoods, like St. Jürgen Street where you find the old Captains‘ houses, but also in and around the shopping area which is also the historic center.

Ich hatte mir den heißesten Tag des Sommers ausgesucht, und während es im Rheinland unerträglich war, war es im Norden der perfekte Sommertag bei etwa 26 Grad und einem angenehmen Wind. Da hat man kaum Lust, irgendwo rein zu gehen, aber der einen oder anderen Kirche habe ich dann mal einen Besuch abgestattet (St. Johannis oben). So insgesamt allerdings ist da noch vieles offen, was ich anlässlich eines erneuten Besuchs mal in die Planung mit einbeziehen könnte. Beispielsweise das Thema Rum, was der Stadt im 18. und 19. Jahrhundert zum Aufschwung verhalf. Der Rum kam aus Dänisch-Westindien – wer wusste, dass es das gab?! Es handelt sich hierbei um die drei Inseln St. Thomas, St. John und St. Croix. Das nur mal nebenher.

I had inadvertantly chosen the hottest day of the summer to be here, and while it was totally unbearable in the Rhinland, I enjoyed the perfect summer day at about 26C and a nice wind. And as usual these conditions kept me from going inside anywhere for any longer period of time. I did check out a couple of churches and quite liked St. Johannis (above). But in all there’s a lot left to discover (a second trip is definitely necessary). The whole subject of rum and how it brought the city forward in the 18th and 19th centuries, for example. The rum came from the Danish West Indies – who would have known they even existed?! They are the islands of St. Thomas, St. John and St. Croix. Just so you know.

Der malerische Oluf-Samson-Gang (oben) war laut Altstadtplan der Touri-Info früher Wohnstraße der Schiffer und Handwerker, dann das Rotlichtviertel. Oder, wie es wörtlich heißt, die „Liebesgasse“. Das machte die Gentrifizierung offensichtlich etwas schwieriger… Mich erinnert es aus unerfindlichen Gründen frappierend an „Earl’s Lane“ aus Der Kleine Lord. Vielleicht, weil es schon wieder so rasant auf Weihnachten zugeht?!

According to the map and guide I got at the tourist info, the picturesque Oluf-Samson Lane (above) used to be inhabited by sailors and craftsmen before it became the redlight district. Or, as they call it, „Love Lane“. Apparently, that last use made it a bit harder to gentrify… Somehow, it reminds me of „Earl’s Lane“ in Little Lord Fauntleroy. Maybe this is helped by the fact that we are getting closer and closer to Christmas again?!

Ich sagte ja schon, dass es hier architektonisch einiges zu bestaunen gibt und für die Interessierten hebe ich besonders dieses Ende des 18. Jahrhunderts erbaute Haus mit einem Bohlendach in Spitzbogenform hervor, was revolutionär war, da man mit geringem Materialeinsatz große Spannweiten stützenfrei überbrücken konnte. Man fragt sich, warum es dann nicht mehr davon gibt (und ich im besonderen frage mich, wie ich das nun übersetzen soll…). Ich finde ganz einfach: es sieht schön aus!

As I mentioned earlier, there are quite a few interesting things for the architecturally inclined. Dear Roy, let me focus on the house from the late 18th century – and bear with me trying to translate what it is about… which you probably know ayway 🙂 It has an ogival shape plank roof, a style, first developed in France, which was revolutionary as it became possible to cover large spans without support and comparably little construction material. Does that make any sense?

Und dann ist da ja auch die Förde. Kurz stellte sich mir die Frage, ob die Förde ein Fjord sei. Sprachlich ist es wohl tatsächlich das gleiche, und weil ich heute offenbar im Recherchemodus bin: geomorphologisch gibt es aber einen Unterschied, haltet euch fest. Bei beiden handelt es sich um durch Gletscherzungen gegrabene Meeresbuchten. Fjorde jedoch sind seewärts gegraben worden, Förden landwärts. Man kann es sich auch unnötig schwer machen, find ich jetzt. Auf jeden Fall war es schön, an der Förde.

And then there’s the firth (Förde in German). I briefly wondered whether the firth is a fjord. And as I now know, linguistically it is basically the same but, as obviously I am in research mode today, there is a difference when it comes to geomorphology. Both, firth and fjord, were formed by advancing glaciers. Fjords were formed by glaciers moving seawards, while firths were formed by glaciers moving landwards. To me, this seems like complicating things with little added value, but hey… It was beautiful, out by the firth.

Der Flensburger Banksy macht eher in Katzen und Hamster, aber es macht Spaß, die Werke des unbekannten Künstlers zu finden. Man muss nur aufpassen, dass man darüber nicht womöglich den schmalen Eingang zu einem wunderschönen Hof verpasst. Und apropos: falls ihr noch einen Anlass braucht, um Flensburg kurzfristig einen Besuch abzustatten: am 19. Juli beginnt die Flensburger Hofkultur, eine Konzertreihe in besagten Höfen.

Flensburg’s Banksy is more into cats and hamsters but it’s a lot of fun discovering the wall-art of this unknown artist. You just need to pay attention so as to avoid missing the narrow entrances to the beautiful courtyards. Talking about them: if you’re still looking for a reason to go to Flensburg soon: July 19 is the opening night of this year’s Flensburger Hofkultur (Flensburg Courtyard Culture) event, a series of concerts in just these courtyards.

Soviel habe ich nun nicht untergekriegt, aber ich muss zum Ende kommen. Habt eine gute Woche – und hoffentlich auf bald!

I have left out so much but have to come to an end now. Have a good week and take care!

Barbara

Ein Besuch auf der…/ A Visit at… NÜRBURG


Heidenei, schon der dritte Beitrag im Juni und wir sind noch nicht mal bei der Monatsmitte angekommen. Es könnte ein Zeichen sein, dass sich die Dinge wieder normalisieren. Auch wenn ich wieder eine Woche hintendran hänge, denn der Besuch auf der Nürburg war bereits am Himmelfahrtswochenende!

Good grief, it’s the third post in June already and we aren’t even half way through yet! I take it as a sign that things are starting to get back to normal. Though I’m still behind as this visit to Nürburg Castle took place more than a week ago already.

Heribert Pohl --- Thanks for half a million clicks! from Germering bei München, Bayern
Burg Nürburg:Eifel (Grundriss), CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=34100975

Heribert Pohl — Thanks for half a million clicks! from Germering bei München, Bayern
Burg Nürburg:Eifel (Grundriss), CC BY-SA 2.0
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=34100975
Nicht maßstabsgetreuer und nicht gesicherter Grundriss der Burg Nürburg in der Eifel

Auf 678mNN thront die Nürburg und ist damit die am höchsten gelegene Burg in Rheinland-Pfalz. Wie die anderen Berge in der Umgebung ist auch dieser ein erloschener Vulkan aus dem Tertiär. 954 findet er als „mons nore“, „schwarzer Berg“, Erwähnung, worauf der moderne Name wohl zurückzuführen ist. Sein Basalt wurde für den Bau der Burg, ab 1160 durch Ulrich von Are, verwendet. Einen Grundriss musste ich mir nochmal besorgen, denn ich Burgenunkundige ließ mich verwirren: die Vorburg ist/war viel mehr als die Kapelle, die wir vom Bergfried aus sehr gut fotografieren konnten, nämlich ein ziemlich großer, von der äußeren Ringmauer umschlossener Bereich.

Nürburg Castle sits on 678m – no other is on a higher elevation in Rhineland-Palatinate. As all the other mountains of the region, it is an extinct volcano from the tertiary that was first mentioned as „mons nore“, „black mountain“, in 954. It seems that the modern name derived from that. The basalt was used for the construction of the castle, started in 1160 by Ulrich von Are. I had to go looking for a plan again as I am somewhat clueless when it comes to castles and got confused: the outer castle is/was of course much more than the chapel that we got a good view of from the bergfried, a pretty large expanse, really, surrounded by the outer ring wall.

Schon im 16. Jahrhundert verfiel die gesamte Anlage und wurde 1587 von niederländischen Soldaten geplündert. Zwar wurde sie 1608/1612 teilweise instandgesetzt (77 Fenster wurden erneuert!), aber kurz nach der Renovierung kam es zu Sturmschäden. Der 30-jährige Krieg hatte auch hier Auswirkungen: die Burg wurde 1633 von Schweden erobert. Das war nicht von langer Dauer; 1689 wurde die Anlage von französischen Tuppen Ludwig XIV. teilweise zerstört. Im 18. Jahrhundert wurde die Anlage als Steinbruch genutzt, bevor 1846, 1871 und 1878 erste Sicherungsmaßnahmen erfolgten. Von der mittelalterlichen Ringmauer ist so gut wie nichts mehr übrig – aber irgendwie hat es was, dass sie heute vom NürbugRING umgeben ist, dessen Start-/Zielbereich wir inkl. des Erlebniswelt-Desasters einwandfrei sehen konnten.

The castle complex deteriorated as early as the 16h century and was raided by Dutch forces in 1587. Quite some renovation took place in 1608/1612, including the renewal of 77 windows, but shortly thereafter, the castle was severely damaged during a storm. It wasn’t left alone by the Thirty Years‘ War, either: the Swedes conquered it in 1633. It wasn’t for long, though, as the castle was partly destroyed by French forces under Louis XIV. in 1689. By the 18th centrury, it was a mere quarry until the first measures were taken to preserve what was left in 1846, 1871 and 1878. Nothing (much) is left of the outer ring wall but the irony is not lost me that nowadays the area is encircled by the NürburgRING racetrack, the start/finish area we got a good view of, too, the disastrous amusement park included.

Auch auf die Gefahr hin, dass ich vollkommen abschweife: bei dem ganzen Getümmel von Niederländern, Schweden, Franzosen und wer auch immer über die Jahrhunderte hier noch so durch kam (nicht zuletzt die Römer) und mit Sicherheit auch andere als militärische Spuren hinterlassen haben, kann man sich hier ja eigentlich nur als Europäer betrachten.

I’m getting even more distracted: looking at the hustle and bustle of the Dutch, Swedes, French and whoever else passed by through the centuries (the Romans, too!) and the fact that in all likelihood they left more than just military traces, one must come to the conclusion that this is European heartland – how can you consider yourself as anything else?

Doch zurück zur Burg, wo ich neben Ruinen wie immer auch die Blumen im Auge hatte und ein IFO, ein interessantes Flugobjekt, das auf meiner Brille Platz nahm. Den Bergfried oder auch Hauptturm betritt man heute im Erdgeschoss – früher war der Zugang im Stockwerk darüber und der heutige Eingangsbereich war das Verlies und ehemals eben nur von oben zugänglich. Was für ein Alptraum, dunkel, 2,75m dicke Mauern, über hygienische Zustände will man nicht länger nachdenken… viel hoffnungsloser kann es ja nicht kommen.

Back to the castle, where flowers caught my eye, too, and a tiny IFO (Interesting Flying Object) that landed on my glasses. Today, you enter the bergfried or main tower at ground level – originally, the entrance was one floor off the ground and today’s entrance area was a dungeon and only accessible through a hole in the ceiling basically. What a nightmare that must have been, dark, 2.75m thick walls, I don’t even want to imagine hygiene… it can’t get much more hopeless than this.

Karl Meyer, 1901 (Ausschnitt), in: Losse, M. (2008): „Keck und fest, mit senkrechten Mauertürmen… wie eine Krone.“ Burgen und Festungen an der Ahr und im Adenauer Land. Regensburg, S. 127.

Da atmet man heute noch mal ordentlich durch, wenn man oben angekommen ist und den Ausblick genießen kann (übrigens durch das Stockwerk mit der Kuppeldecke auf den Fotos oben).

What a relief to reach the top, take a deep breath and enjoy the view (by the way, passing through one floor with a domed ceiling as shown on one of the pictures above).

Mit diesem Ausblick muss ich zum Ende kommen. Ich wünsche euch einen schönen Abend und eine gute Woche!

This view must mark the end of this post. I wish you all a nice evening and a good week!

Barbara

Ein Tag in… / A Day in… KOBLENZ!



Es gibt eine wichtige Richtigstellung zu machen. Ich war bislang maximal zweimal in Koblenz, wahrscheinlich vor etwa 25 Jahren, und fand die Stadt ziemlich gruselig. Von Straßenverkehrsplanern vergewaltigt, mit einem Unding eines innerstädtischen Einkaufszentrums – ich kann mich nicht mehr erinnern, wieviel ich überhaupt gesehen habe, aber es hat mir gereicht, um jedem, der mich gefragt hat, von einem Besuch abzuraten. Vielleicht war das damals noch berechtigt, heute ist dem definitiv nicht so (auch wenn man an der Verkehrsführung nicht mehr viel ändern kann… aussagekräftig auch das „Haus der Straßenverkehrs“, wo eine Fußgängerbrücke in einem Winkel von zwei Schienenstängen eine achtspurige Straße überquert, ein Hauch von Bangkok im Rheinland).

There’s an important correction to make. I have so far been to Koblenz twice, probably about 25 years ago, and absolutely hated it. Road traffic seemed to have been the focus of city planning, a horrendous inner city mall – I can’t recall how much of the city I even ventured to see but it was enough to henceforth tell everybody who asked not to go and waste their time. Maybe there was some truth to that at the time, today that is a straightout lie (even though not much can be done about the road system anymore… I thought it was telling to find the „House of Road Traffic“ on this eight-lane thoroughfare, crossed by a large pedestrian bridge, sitting in the angle of two railway tracks – a touch of Bangkok in the Rhineland).

Die Koblenzer Altstadt ist wunderschön! Die zahlreichen Plätze müssen auch bei meinem letzten Besuch schon da gewesen sein, aber vielleicht war das Stadtbild heruntergekommener, unaufgeräumter – ich weiß es nicht. Aus mehreren Ecken vernahm ich jedoch, dass der Vorlauf zur BuGa 2011 die Koblenzer fast den Verstand gekostet hat, weil die Stadt nur noch aus Baustellen bestand und dass sich das gelohnt hat. Ich kenne keine Zahlen und Aufrechnungen, aber schon, wenn es sich nur gefühlt „gelohnt“ hat, ist das schon einiges wert.

Koblenz‘ old city is beautiful! I suppose the numerous squares were there last time around already but maybe the city was less well taken care of, dirtier – I don’t know. More than once I heard, though, that the preparations for the Federal Flower Show in 2011 almost drove the Koblenzers insane as the city seemed to be one giant construction site but that it was worth it. I don’t know any numbers or calculations but even if they only feel it was „worth it“, I think that says a lot.

Vor dem Start der Veranstaltung, in der Mittagspause, vor dem gemeinsamen Abendessen bin ich hin und her geflitzt und habe Fotos gemacht, auch wenn wir am Folgetag noch eine Stadtführung hatten. Ich habe immer noch Lust auf mehr… und der angesprochene Weihnachtsmarkt auf den vielen kleinen Plätzen – das könnte was sein!

Before our event started, during lunch break, before we had the joint dinner I ran about taking pictures, even though we did have a sort of guided tour on the second day. I’m still ready for more… a very cozy Christmas market, spread about all those small squares, was mentioned – that could be an excellent occasion to return!

Die Rosen im kleinen, aber feinen Schlossgarten des Residenzschlosses waren noch nicht soweit, aber das Glitzern des Rheins hat den Entspannungsfaktor gleich mal hochgeschraubt. Apropos: wie man unschwer erkennen kann, war das Wetter absolut fantastisch. Und am Wasser kriege ich ja sowieso eigentlich immer gleich Urlaubsgefühl. Wasser gibt es hier wo Rhein und Mosel zusammenfließen, ordentlich. Und eine Seilbahn geht drüber, vom Deutschen Eck zur Festung Ehrenbreitstein.

The roses in the small but very nice garden of the Palace were not in bloom yet but the glittering of the Rhine did a lot to increase a feeling of instant relaxation. Talking about it: as you can easily see, the weather was absolutely gorgeous. Wherever there’s water, I feel like I’m on vacation anyway. And water there is, at the confluence of the Rhine and Moselle rivers. And a cable car runs across it! From „Deutsches Eck“ to the Ehrenbreitstein Fortress.

Mehr als einmmal war ich an die Rheinkreuzfahrt meiner Freundin Marlene im letzten Herbst erinnert – die sehr unter dem extremen Niedrigwasser gelitten hat. Beim Blick auf das Pegelhäuschen mit dem Rekordhoch von 1651 kaum vorstellbar.

I was reminded more than once of my friend Marlene and her Rhine cruise last fall which suffered a lot from the drought and extremely low water line. Hard to imagine, looking at the gauge house commemorating the record high of 1651 (among others).

Abschließend haben wir beim Weingut Göhlen noch einen zuerst enttäuschend modernen, im weiteren Verlauf aber sehr urigen Weinkeller besichtigen können. Weinproben sind bei mir ja immer vergebliche Liebesmüh – mittlerweile habe ich die Hoffnung aufgegeben, dass mir Wein mal schmeckt. Der Traubensaft jedoch war hervorragend!

The day came to an end at the Göhlen Winery where we toured an at first somewhat disappointing modern cellar before moving on to a very old one that did impress us all. Wine tastings are always lost on me – by now I have given up hope that I will ever acquire that taste. But the grape juice was delicious!

So, auf in eine neue Woche… genießt den Sonntagabend!

Getting ready for a new week… enjoy your Sunday night!

Barbara

Auf der Suche nach Ruhe? / Looking for tranquility?


Der wunderbaren Ruhe im Schwarzwald musste ich leider viel zu früh wieder den Rücken kehren – und wie das dann so ist, dauert es seine Zeit bis man zu den Dingen kommt… Ich wollte euch ja noch mehr erzählen zum Kailash Guesthouse in St. Georgen, das im September 2018 seine Tore geöffnet hat. Die Reise dorthin war ein spontaner Entschluss, nachdem ich einen Flyer dazu in der Post hatte. Daniela, die Miteigentümerin, ist eine, tja… „verloren gegangene Bekanntschaft“- wir hatten sicher 10 Jahre keinen Kontakt, aber sie hatte sich an mich erinnert und recherchiert, wo ich dieser Tage anzutreffen bin.

The day I had to leave the peaceful Black Forest again of course came much too soon – and as often happens, the daily grind kept me from writing the promised post about the Kailash Guesthouse in St. Georgen, that opened in September 2018. Traveling there was a very spontaneous decision after I had received a flyer in the mail. Daniela, co-owner of the guesthouse, is a long-lost acquaintance – we had lost touch at least 10 years ago but she was thinking of me and found out how to get in touch.

Bei meiner Ankunft war es bereits dunkel, aber trotzdem fühlte ich mich gleich gut aufgehoben – durch das herzliche Willkommen und einige Dinge, die mir direkt ins Auge fielen: die Kaminecke (ich liebe Kaminfeuer), die Farbe des Mobiliars in der Lounge (oooohhhh… petrol!), die nicht von einem amerikanischen Großkonzern hergestellte Getränkeauswahl, das Gebäck in der Kühlung… und die kurzfristig noch servierte Kürbissuppe mit Käseauswahl!

It was already dark when I got there but I felt I had come to the right place immediately. It was a very warm welcome and then there were a few things that met my eye even after I had been on the road for 5 hours: the fireplace (I love fireplaces), the color of the furniture in the lounge (ooooohhh… teal!), the choice of sodas from a regional producer, the pastries in the glass refrigerator… and the yummy pumpkin soup with a selection of cheeses that I was offered!

Am folgenden Morgen war selbst bei bedecktem Himmel nicht zu verkennen, wie absolut lichtdurchflutet das Erdgeschoss mit Lounge, Frühstücksraum und Meditationssaal ist. Das Problem: man will gar nicht mehr weg. Erst das Licht, dann noch das Essen. Und das Konzept des Frühstücks hat mir gefallen. Man wählt quasi classic, vegetarisch oder vegan und dazu gibt es täglich wechselnde Frühstücksbreis und Kuchen, frischen Apfel- und Orangensaft, Eier und sehr gute Brötchen und Croissants. Sollte es noch besondere Bedürfnisse geben: einfach Bescheid sagen. Und das gefällt weiter: der Schwerpunkt liegt auf regionalen, saisonalen und möglichst aus ökologisch kontrolliertem Anbau stammenden Produkten.

On the first morning, although it was foggy, another feature couldn’t be missed: the ground floor with the lounge, the breakfast room and the meditation hall are just bathed in light. That causes a serious problem: you don’t want to leave. First the light, then also the food. I liked the concept of the breakfast, too – it caters to all needs. You first choose classic, vegetarian or vegan and then there’s side dishes (porridges and pastries) that change daily (and are all vegan, yet – and this comes from a guilt-ridden carnivore – almost 🙂 all delicious). Add fresh apple and orange juices, boiled eggs and very good buns and croissants. If there are even more specific needs to meet: just ask. There’s more to like: they try to focus on regional, seasonal and organic products.

Und wenn wir dann gerade beim Essen sind: man kann ein Lunch-Paket buchen. Auch das entspricht den genannten Kriterien und noch weiteren, um Nachhaltigkeit bemühten Ansätzen: kein Einmalplastik, keine Kleinstverpackungen. Das sieht dann allen Ernstes so aus (und nein, ich konnte abends nicht schon wieder essen):

Now that we’re talking about food: you can also order a packed lunch. That, too, goes along the criteria mentioned above and adds a few more aspects in the sustainability section: no single-use plastics, no micro packages. It seriously looks like this (and no, I couldn’t order dinner that night):

… und dann so:

… and then like this:

Ich hatte ein Einzelzimmer gebucht, das eine gute Größe hatte und sympathisch eingerichtet war. Erst war ich unsicher, ob es eine gute Idee war, sich auf ein Zimmer ohne (Schreib-) Tisch einzulassen, konnte mich dann aber nicht nur ungehindert, sondern willkommen in der Lounge mit meinen Vorhaben ausbreiten. Es war eine sehr familiäre Atmosphäre: während ich vor mich hinbastelte oder -schrieb, quatschten andere beim prasselnden Kaminfeuer, und eine dritte Gruppe unterhielt sich in der lieblingsfarbenen Sitzgruppe. Das Wlan war fantastisch und für wen das relevant ist: der Fernseher im Zimmer hat Netflix. Ich würde mal dreist vermuten, dass man sich auch noch für ein Brettspiel im Frühstücksraum hätte einfinden können.

I booked a single room of a decent size and that I felt was cozy. Before I got there I was wondering whether it had been a good choice to go for a room without a desk but it was no problem at all to „do my thing“ in the lounge. It was a family-like atmosphere: while I was crafting or typing away, others chatted by the fire and another group were talking in the seating area of my favorite color. The Wifi was fantastic and for those to whom that is relevant: there’s Netflix on the TVs in the rooms. I dare say that if you felt you wanted to play a boardgame in the breakfast room, that wouldn’t be off-limits either.

Was man bei allen Unterkünften im „Ferienland“ gegen eine geringe tägliche Gebühr bekommt, ist eine Karte, die für den gesamten Aufenthalt die kostenlose Nutzung des ÖPNV in der Region ermöglicht (sogar bis Freiburg). Damit ist auch die kostenlose Nutzung des Hallenbads in St. Georgen möglich (5 Gehminuten entfernt) und einige andere touristische Ziele sind vergünstigt zu haben. Die Lage, abgesehen vom Schwimmbad: in gut 5 Gehminuten ist man auch im Zentrum St. Georgens und in 10 am Wald und gleich an gut ausgeschilderten Wanderwegen. Ich hatte für die Anreise zwar das Auto gewählt, aber in St. Georgen hält auch ein IC und man kann sich vom Bahnhof abholen lassen. Das sollte man auch – das ist ein ziemlich langer Weg verteufelt steil den Berg hoch.

You have to pay a small daily fee wherever you stay in the „Ferienland“ region but you get a card in return that entitles you to free use of the public transport system (even down to Freiburg). It also gives you access to the pool in St. Georgen free of charge (a 5-minute walk from the guesthouse) and a few other sights have reduced prices for cardholders. The location, apart from the pool: a 5-minute walk in another direction will take you to the center of St. Georgen and 10 minutes in the direction and past the pool will get you to the forest and to the trail system. I had chosen to come by car but St. Georgen is also a stop for IC trains and you can ask to be picked up from the train station – which I would recommend because it’s quite a hike, and a steep one at that.

In der Summe: ich fand das Preis-Leistungsverhältnis vollkommen in Ordnung und komme gerne wieder. Man kann sicher kostengünstiger unterkommen (wenn man z.B. mit mehreren Personen ein Häuschen mietet oder so), aber wenn einem an den diversen Vorzügen dieses Guesthouse liegt (bio, nachhaltiger Ansatz usw.), dann ist es das allemal wert. Und da ich dies gerade aus einem vollkommen seelenlosen und dabei hochgradig überteuerten Hotel in Bern, Schweiz, schreibe, macht es mir gleich noch mehr Sinn…

In a nutshell: I found this to be good value for money and am looking forward to coming again. There are certainly places where you can stay for a lower price (for example when you rent a cottage with a group of people) but if you appreciate the approach of this guesthouse (organic food, sustainability etc.) it’s totally worth it. As I’m writing this from a soul-less hugely overpriced hotel in Bern, Switzerland, it somehow seems to make even more sense…

Barbara

P.S.: All pictures in this post are either by myself or taken from the official website of the Kailash Guesthouse – with the express consent of the owners.

A Day on the Way to and in… TRIBERG!


Zweiter Tag im Schwarzwald: Zeit für eine ordentliche Wanderung. Auch das Wetter sollte halbwegs mitspielen – zwar keine Sonne, aber auch kein Regen. Der Plan: von St. Georgen nach Triberg und dort zu den höchsten Wasserfällen Deutschlands. So prahlt auf jeden Fall der Flyer. Der erste Teil brachte mich auf den gleichen Weg wie am Vortag – und ich schwöre, über Nacht sind neue Pilze gewachsen.

Second day in the Black Forest: time for a real hike. And the weather was not going to spoil it, either – no sunshine but also no rain. The plan: walk from St. Georgen to Triberg and see Germany’s highest waterfall there (or so the flyer boasts). I had already walked the very first part the day before – and I swear, new mushrooms had grown over night.

Sollte das überhaupt möglich sein, war der größte Teil der Wanderung noch einsamer. Nach einem wieder einmal sehr ausgiebigen Frühstück hatte ich auch ein Lunch Paket dabei, das ich im Guesthouse bestellt hatte. Die Neugier brachte mich bald dazu, mir das mal genauer anzusehen, aber es war derart umfangreich, dass die letzten Brote erst auf der Zugfahrt zurück verputzt werden konnten (okay, ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte kam noch dazwischen).

If at all possible, there were even fewer people around this time, at least for most of the hike. After another grand breakfast I got a packed lunch prepared by the guesthouse. I was soon curious to see what it all was – and it was so huge that I had the last sandwiches on the train back at the end of the day (okay, I also had to try a slice of Black Forest cake in the afternoon).

Dieses Mal gab es neben Wald auch weite Ausblicke mit oft wunderbarem Farbenspiel des Herbstlaubs.

This time there wasn’t only forest but also wonderful vistas and lots of beautiful fall foliage:

Die eifrigen Eichhörnchen waren zu fix, um sich fotografieren zu lassen, aber neben dem Tannenhäher gab es noch andere interessierte Typen am Wegesrand:

The busy squirrels were too quick to be photographed but in addition to the spotted nutcracker (sounds more fun in English than in German…) there were a few more interested characters along the way:

In Triberg angekommen ist es noch ein gutes Stück entlang der Hauptverkehrsstraße den Berg hoch – und es wird sehr touristisch. Für den Zugang zu den Wasserfällen muss man Eintritt zahlen, aber der weiter steil den Berg hochgehende Pfad entlang der ca. 160m Höhenunterschied, die die Fälle über sieben Stufen überwinden, ist gut ausgebaut und mit Infotafeln gespickt. Für einen Wochentag im November bei mäßigem Wetter war ziemlich was los – ich möchte mir das nicht im Sommer vorstellen.

When I reached Triberg I had to walk along the main road into the center of town – quite a steep affair already. You need to get a ticket to get access to the falls but at least the path along the falls (an incline of 160m) is well maintained and offers quite a few info posts. Considering that it was a week day in November with not exactly nice weather there was a sizeable crowd – I don’t want to imagine what it’s like in the summer.

Der Ort Triberg ist nicht so malerisch, wie er sein könnte – trotz der interessanten alten (?) Schilder:

Triberg itself is not as picturesque as it could be – despite the interesting old (?) signs:

Es ist nicht verwunderlich, aber es gibt eine Menge Souvenirläden – mal mehr, mal weniger hochwertig. Die Schnitzkunst steht in der Gegend hoch im Kurs und es gibt wirklich schöne Objekte, die allerdings auch ihren Preis haben. In einem Geschäft war ein Schild „Wir sind kein Museum, wir möchten Ihnen etwas schönes verkaufen.“ Es könnte also offenbar besser laufen, das Geschäft. Die berühmten Kuckucksuhren sind im Überfluss vorhanden. Ich würde zwar nie auf den Gedanken kommen, mir eine zu kaufen, war aber dann doch fasziniert von den verschiedenen „Szenen“, die da kreiert werden. Und wenn ich schon lange mit dem Gedanken spiele, mir eine Weihnachtspyramide zuzulegen – wieso dann keine Kuckucksuhr? So rein prinzipiell? Es bleibt bei „auf keinen Fall“, aber einen kleinen Eindruck möchte ich euch doch geben – vielleicht ist es ja was für euch?

It’s not surprising that there are a number of souvenir shops – sometimes more, sometimes less high quality. Carpentry is a craft traditionally practised here and there are really marvellous objects to be had but they are quite expensive. One store had a sign up „We are not a museum, we would like to sell you something nice.“ It seems business could be better. The famous cuckoo clocks can be found in abundance. I would never consider getting one but was still fascinated by all the „scenes“ that were created. And as I’ve been thinking about getting a Christmas pyramid for years already – why not a cuckoo clock? In general, I mean? I rest with my „no way!“, but I would like to show you a few. Maybe you fall in love?

Es gibt auch, hm, zeitgenössischere Ausführungen:

There are also more contemporary designs:

Schon im Dunkeln wieder in St. Georgen angekommen, konnte ich den Kunsthandwerk-Markt natürlich nicht links liegen lassen, aber ich habe mich am Riemen gerissen. Rechtschaffen müde bin ich dann auch recht bald ins Bett gefallen…

It was already dark when I got back to St. Georgen but of course I couldn’t skip the crafts show they had that night. But relax, I was a good girl. Soon after reaching the guesthouse I crashed and had a good night’s sleep…

Barbara

A Day in… ST. GEORGEN!


Schwarzwald, ich bin im Schwarzwald! Es war ein vages Gefühl von „ich muss hier raus“ kombiniert mit dem Flyer des neuen Kailash Guesthouse in St. Georgen, der mir in den Briefkasten flatterte, komplett mit einem Anschreiben unterzeichnet mit „Herzliche Grüße nach so langer Zeit, Daniela und Peter.“ Wer?! Das fand ich bald heraus – es war so ungefähr 15 Jahre her… jedenfalls bin ich jetzt hier.

Black Forest, I’m in the Black Forest! It was this opaque feeling of „I need to get away“ combined with a flyer advertizing the new Kailash Guesthouse in St. Georgen that found its way to my mailbox, complete with an accompanying letter signed „Best regards after such a long time, Daniela and Peter.“ Who?! I found out soon enough – it’s been about 15 years… anyhow, now I’m here.

Wie spontan das war zeigte sich schon gestern bei der Anreise. Es war mir nur vage klar, dass ich nach Süden Richtung Schweiz fahren würde und noch während ich mich fragte, ob ich von dem Megastau wegen umgekippten Schwertransports auf der A Hab ich vergessen betroffen wäre, stieß ich auf das Schild „France 1000m.“ Was jetzt? Ich war also noch kurz in Frankreich und konnte dann, im Gegenverkehr, erleben, wie sich die feierabendliche rush hour von Deutschland Richtung Frankreich gestaltet. Wahnsinn. Und je näher ich dem Ziel kam, umso alpiner wurde die Straßenführung und ich überlegte, ob der Schwarzwald wohl seinen Namen daher hat, dass es hier nach Sonnenuntergang dunkel ist wie in einem Affenarsch. Pardon, aber das genau habe ich gedacht. So gut wie keine Straßenbeleuchtungen. Ich habe noch nie so viele Menschen mit Stirnlampen rumlaufen sehen.

Let me tell you a bit about getting here so you get an idea of how spontaneous that trip is. I was only vaguely aware of the routing (South towards Switzerland) and listening to the traffic advisory started wondering whether I would be affected by the mega traffic jam on route whatever when I passed a sign „France 1000m.“ What? I was on a little detour through France and when getting towards Germany again got an idea, by way of the oncoming traffic, of what the rush hour between the countries is like here. Crazy. The closer I got to my destination, the more Alpine the roads got and I thought that the Black Forest may have gotten its name because it’s as dark as a monkey’s bum, as we so nicely put it in German, after the sun has set. Sorry, but that was my thought verbatim. Next to no street lighting. I’ve never seen so many people walking around with head lamps.

Der Morgen danach begann mit einem gemütlichen Frühstück und einer Erkundung St. Georgens. Ich war auch nicht darauf vorbereitet, dass es hier so viele Backsteinhäuser unterschiedlichster Facon gibt. Der Ursprung der Stadt geht wohl auf ein Benediktinerkloster zurück, dessen Reste vor einigen Jahren im wahrsten Sinne des Wortes zubetoniert wurden – der Marktplatz ist ein Schandfleck erster Güte. Aber dann guckt man halt da hin, wo es schön ist oder es interessantes zu sehen gibt.

My first morning started with a cozy breakfast and a stroll through central St. Georgen. I was also not prepared to see that there is a lot of brick architecture in the Black Forest. The first settlement St. Georgen was a Benedictine monastery the remains of which were literally covered in concrete a few decades ago – the central square is a major eyesore. But then don’t linger, go where it’s nice or interesting.

Bei bestem Wetter (und wegen Feiertags geschlossener Geschäfte) zog es mich aber raus in den Wald. Vom Guesthouse aus hat man den in zehn Minuten Fußweg erreicht. Trotz des Feiertags und trotz fantastischen Wetters war ich so gut wie allein unterwegs. Wenn da mal alle halbe Stunde ein Jogger oder Mountainbiker vorbeikam oder ein Wanderer in Gegenrichtung. Diese wunderbare Ruhe. Wind in den Tannenwipfeln, Vogelgezwitscher – und womöglich ein vorbeihuschender Elch. Oder ein vornübergebeugter Jogger im braunen Dress. Ich tendiere zum Elch.

As the weather was absolutely gorgeous (and the stores closed due to a public holiday) I was drawn to the woods, where you get within a ten-minute walk from the guesthouse. And despite it being a holiday with gorgeous weather, there was hardly anyone around. I met a few joggers and the odd mountain biker, a few hikers. This wonderful silence. Wind in the tree tops, birds chirping – and possibly even a moose scurrying by in the distance. Or a stooped over jogger in a brown suit. I tend to believe it was a moose.

Muße, ungefähr 57 Fotos von Pilzen zu schießen. Der eine sah aus, als ob Alice (die aus dem Wunderland) dran geknabbert hätte, aber die Wasserpfeife schmauchende Raupe war weit und breit nicht zu sehen.

Being at leisure to take about 57 pictures of mushrooms. One looked as if Alice (of Wonderland fame) had taken a bite – but the hookah smoking caterpillar was nowhere to be seen.

Ich war ohne Karte unterwegs und bin etwas orientierungslos durch die Gegend gestolpert, aber wirklich verlaufen kann man sich eigentlich nicht, denn alles ist gut ausgeschildert. Man muss halt nur mit einem Mindestmaß an Konzentration bei der Sache sein 🙂 Die Wege sind nicht nur im Wald, einen leichten Sonnenbrand kann man sich auch einfangen, wenn man sich für ein Kapitel mit einem guten Buch auf einer Bank im Sonnenschein niederlässt.

I was out and about without a map and didn’t really know where I was going. But then you can’t really get lost as there are tons of signs. It’s just a matter of mustering a minimum of concentration 🙂 Also, the paths are not all deep in the not so dark forest – I think I got a little sunburnt while sitting on a sunny bench with a good book.

Es war ein sehr guter Auftakt – mal sehen, was die kommenden Tage noch in petto haben.

It was a great start into my stay – let’s see what the next days have in store for me.

Barbara

A Day in… KÖLN!


Das könnte der schlechteste Beitragstitel überhaupt sein. Ja, es war ein Tag in Köln und ein wunderbar sonniger noch dazu. Ja, der Dom war mit von der Partie. Ja, es wurde am Rhein spaziert. Ja, es wurde im Brauhaus gegessen. Ja, es gab auch Karneval (im Ernst – im OKTOBER!). Aber darum ging es ja überhaupt nicht. So gar nicht. Es ging um ein Treffen.

This could easily be the worst choice of title for this blog post. Yes, it was a day in Köln (Cologne) and a wonderfully sunny one at that. Yes, the cathedral was at the center of it all. Yes, there was a stroll along the Rhine. Yes, there was lunch at a Brauhaus (brewery). Yes, there was also carnival (no kidding – in OCTOBER!). But all that is not what this day was about. It was about a meeting.

Es begann mit einer Postkarte, die ich am 21.12.2009 an eine mir bis dato unbekannte Frau in Kalifornien schickte. Was immer ich schrieb, es hat was ausgelöst. Die Frau wollte mehr wissen. Am 01. Januar 2010 hat sie mir den ersten Brief geschrieben – so einer auf Papier. Selbst gestaltetem Papier. In einem selbst gebastelten Umschlag. Ich dachte, mich TRIFFT der Schlag, als ich den im Briefkasten fand… solche Briefe verschicke ich selbst ja auch. Kurzum: seitdem gingen viele Briefe hin und her und nun war es an der Zeit für ein Treffen mit Marlene.

It all started with a postcard that I sent on December 21, 2009 to a hitherto unknown lady in California. Whatever I actually wrote, it struck a chord. That lady wanted to know more. She wrote her first letter January 1, 2010 – one of those on paper, you know, with handdrawn embellishments. In an envelope made from a page in a magazine. I was about to faint when I found it in my mailbox, I still remember that… that’s the kind of letter that I send myself. Long story short: there have been many letters crossing the Atlantic in both directions since then and now we finally had the chance to meet!

Sie war – und ist weiterhin – gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer Schwägerin auf einer Schifffahrt den Rhein hinauf unterwegs und das Schiff legte letzten Sonntag in Köln an. Wir trafen uns vor dem Dom, wo gerade eine gebuchte Stadtführung begann, an der ich teilnehmen konnte. Wer dieser Stadtführer war und wo man ihn buchen kann, muss ich noch in Erfahrung bringen, denn der war fantastisch. Das war meine erste Stadtführung in Köln und es hat richtig Spaß gemacht. Ich wusste bspw. nicht wirklich viel über den Dom – das ist jetzt anders. Dass einer der Türme (der Vierungsturm) sich nicht an den sonst immer beachteten mittelalterlichen Bauplan hält, war mir noch nie aufgefallen. Oder anders: ich hatte ihn noch nie wahrgenommen. Ich finde, er hat was vom Chrysler Building in New York:

Marlene was – and still is – on a Rhine Cruise with her husband and sister-in-law and last Sunday the ship docked in Cologne. We met in front of the cathedral where they had just started a guided tour which I was welcome to join. I still need to find out who that guide was and where he can be booked – he was fantastic. It was my first guided tour in Cologne and it was a lot of fun. For example, I didn’t really know all that much about the cathedral but do now. I had never noticed that there’s one tower (the ridge turret) that doesn’t stick to the original medieval designs which are usually followed 100%. Or rather, I had never actually seen that tower. I think there is some resemblance, style-wise, to the Chrysler building in New York:

Bislang konnte ich mich mit dem neuen (2007) von Gerhard Richter gestalteten Fenster nicht anfreunden. Da fehlt mir die Sachkenntnis. Dieses Mal hat es mich fasziniert – es geht (für mich) nicht um das Fenster selbst, sondern um das Licht, das es verbreitet, wenn die Sonne da so richtig draufknallt. Regenbogen…

I had until last Sunday had a hard time appreciating the new (2007) window designed by Gerhard Richter. I probably lack the necessary expertise. But this time I was amazed – to me, it wasn’t about the window itself but about the light effects it produces when the sun hits it full force. Rainbow…

Geradezu erschüttert war ich, als ich auf dem Alter Markt karnevalistisches Treiben bemerkte… und nicht nur das: es waren Düsseldorfer Karnevalisten, die in Köln Party machten?! Waren die lebensmüde? Und wieso im Oktober? Reicht die Session nicht mehr aus? Später trafen wir sie vor dem Dom wieder, sie hatten ein Spalier gebildet, durch das das Prinzenpaar zum Dom schritt. Da musste ich dann doch mal Klärung herbeiführen: es ging um die Herstellung eines Videos des Motto-Songs für die kommende Session „Mir sin zesamme jeck“. Die Düsseldorfer kamen zu den Aufnahmen nach Köln und später würden die Kölner nach Düsseldorf fahren.

I was shocked to see carnival crowds on Alter Markt… and not only that: they were party folk from Düsseldorf (which is the arch enemy of Köln)?! Were they suicidal? And why in October? Is the carnival season not enough anymore? We later met them again in front of the cathedral where they were trellises for the prince and princess, walking towards the cathedral. I asked one of them what this was all about: they were filming a video of the motto song of the upcoming carnival season „mir sin zesamme jeck“ („We are silly together“… „jeck“ is hard to translate – it’s the state of mind you have to reach to enjoy carnival). The folks from Düsseldorf had come to Cologne for the shoot and later the carnival crowd from Köln would go to Düsseldorf for some more takes.

Zu Mittag gab es deftiges und Marlene traute sich sogar an ein Mettbrötchen… diverse Sorten Kölsch wurden getestet und bei Niedrigwasser im Rhein gerätselt, wie das Wasser eigentlich jemals so hoch stehen könnte, dass die Schutzwände aufgebaut werden müssen…

We had traditional German food for lunch and Marlene even tried a „Mettbrötchen“, a bun with raw pork and onions – a delicacy sometimes referred to as German sushi. A couple of different Kölsch beers were tested and with regard to the extremely low water level of the Rhine we wondered how it could ever rise so high that the protective walls need to be put into place…

Zum Abschluss standen wir sicher eine gute Stunde auf der Aussichtsplattform am Schokoladenmuseum, guckten auf den Rhein und die Deutzer Seite, und haben, nicht viel anders als in unseren Briefen, Gott und die Welt besprochen. Nur, dass Howard auch dabei war und die Unterhaltung wenn überhaupt nur noch angeregter war. Ich denke, ich muss es dann doch bald mal nach Kalifornien schaffen.

The day ended on the observation deck at the Chocolate Museum, where we easily stood for more than an hour, looking down the Rhine and at the other shore and talked about all kinds of things, not unlike the exchanges in our letters. Only that we were joined by Howard and that the conversation, if anything, was even more lively. I guess I do „have to“ go to California some time soon.

Barbara