Another day in… AUGSBURG

AUGS14

Ein weiterer Tag brachte mich in den Stadtwald, genauer gesagt zu den Bächen und Kanälen im Siebentischwald. Auch das über eine durch RegioAugsburg vorgeschlagene Route. Hier muss ich sagen: die Wegbeschreibung am Anfang scheint detailliert, ist aber verheerend – mit Hilfe diverser hilfreicher Augsburger habe ich mich irgendwie durchgeschlagen, aber ganz sicher nicht immer da, wo ich sollte. Schön war es trotzdem, aber das ein oder andere Hinweisschild wäre vielleicht doch nicht schlecht.

The second day brought me to the city forest, to the „Creeks and channels of the Siebentischwald.“ That route came from the same tourist office brochure I used on the first day. I have to say: the route explanations seem detailed at the outset but it really is a disaster – with the help of quite a few helpful Augsburgers I somehow pulled through but I certainly saw parts I wasn’t supposed to see while missing out on others. It was a nice stroll nevertheless but a signpost here or there might help ease some of the frustrations.

AUGS13

Die Mariengedenkstätte war keinem ein Begriff und so habe ich mich erstmal einfach zum Schaezlerbrunnen leiten lassen, der eigentlich nur ein möglicher Abstecher am Ende der Route sein sollte. Der sei direkt „bei der Kathedrale“ sagte eine freundliche Augsburgerin und fügte zwinkernd hinzu, dass es sich dabei um entsprechend gepflanzte Bäume handele… das kann man auf dem dritten Foto der obigen Kollage vielleicht erahnen.

Seemingly, nobody had ever seen or even heard of the Marian Memorial and so I decided to take directions to the Schaezler Fountain which was supposed to be a potential little detour at the end of the route. It was „right by the cathedral“ as one friendly Augsburger put it and added, winking, that this referred to a number of trees planted in a pattern resembling the floor plan of a cathedral…. maybe you can get an idea of it on the the third picture of the collage above.

AUGS15

Es ist wirklich überall Wasser, gefühlt von allen Seiten, und wie eine große Kreuzung wirkt der Ablass am Oberen Anger, von der man einen Teil im ersten Foto des Beitrags sieht. Der naheliegende Zoo wird von hier über ein ausgeklügeltes System mit Wasser versorgt. Von vier Bächen und Kanälen ist nämlich nicht jedes Wasser zu gebrauchen: der Siebenbrunner Bach führt eine zu hohe Sedimentfracht.

There really is water all around. The discharge at Oberer Anger (partly pictured in the first photo of this post) looks like a huge intersection. The nearby zoo gets its water from here via a sophisticated system that separates the waters of four creeks and channels. That is necessary because one of them, Siebenbrunner Bach, carries a rather high sediment load.

AUGS16

In mittlerweile strömendem Regen habe ich den Hochablass erreicht. Eine erste Anlage gab es hier schon im 14. Jahrhundert, die aktuelle wurde 1910-1912 gebaut, ist 145m breit und lässt den Lech 5,80m in die Tiefe stürzen. Hier wird Wasser des Lech in die Lechkanäle abgeleitet, unter anderem in den Eiskanal, den ersten künstlichen Wildwasserkanal, der bei den Olympischen Spielen 1972 Austragungsort der Kanuslalom-Wettbewerbe war. Jetzt weiß ich auch, warum er Eiskanal heißt: er führt(e?) Treibeis ab, um die Kanäle in der Stadt zu schützen.

By the time I reached the discharge at Hoher Ablass it was pouring. There were early structures in the 14th century, today’s facility was built 1910-1912. It is 145m wide and the Lech river drops by a whopping 5.80 meters. The Lech waters are diverted into the Lech canals here, into the Eiskanal, among others, the first artificial whitewater river which hosted the canoe slalom competitions of the 1972 Munich Olympics. I now know why it’s called Eiskanal („Ice Channel“): it is (was?) used to keep drifting ice from damaging the channels in the city.

AUGS17

Nach einem kurzen Abstecher zum nahegelegenen Wasserwerk, das leider nur an ausgewählten Terminen zu besichtigen ist, habe ich die Tour abgebrochen und bin mit der Straßenbahn in die Innenstadt gefahren und habe mich stattdessen einer weiteren faszinierenden Institution gewidmet: der ab 1514 gebauten Fuggerei, einer geschlossenen Wohnanlage, die die älteste noch genutzte Sozialsiedlung der Welt ist.

After a brief detour to the historic water works which can be visited on select dates only, I decided to cut things short and took the tram back to the city center to have a look at yet another fascinating institution: the Fuggerei, a gated community built from 1514 which is the oldest social housing estate still in operation on the planet.

AUGS18

Dort leben ca. 150 Menschen in 140 etwa 60 m² großen Wohnungen – für eine Jahresmiete von 0,88 Euro plus Nebenkosten. Als Gegenleistung wird traditionell erwartet, dass täglich drei Gebete gesprochen werden. Das Konzept geht auf Jakob Fugger zurück, der die Fuggerei 1521 gestiftet hat. Die Fugger, hier in der Linie der Lilie, haben im 16. Jahrhundert einen Großteil der Wirtschaft in Europa kontrolliert und sind über Handel, Bergbau und das Bankenwesen zu enormem Reichtum gelangt.

It’s inhabited by about 150 people who live in 140 apartments of ca. 60m² – for an annual rent of 0.88 Euros plus utilites. In return they are expected to say three prayers a day. The concept goes back to Jakob Fugger, who established the foundation in 1521. The House of Fugger, the Fuggers of the Lily to be exact, controlled much of the economic activity in Europe in the 16th century and came to enormous wealth.

AUGS19

Die Bilder sind sonnig… ich verbrachte aber auch eine geschlagene Stunde in einem interessanten Mini-Museum weil es wieder wie aus Eimern schüttete – dort habe ich JEDES Exponat gesehen und JEDES Wort gelesen 🙂 Heute jedenfalls finanziert sich die Stiftung aus der Forstwirtschaft. Und, aus der Kategorie Quiz-Wissen, eine Berühmtheit dritten Grades sozusagen hat hier übrigens auch gewohnt: der Urgroßvater von Wolfgang Amadeus Mozart.

The pictures all have blue skies… but I also spent a good hour in a very interesting mini museum because it was pouring again 🙂 Today, the foundation is financed by proceeds from forestry. And if you ever get in a pickle on Jeopardy: the third degree celebrity who lived here was the Greatgrandfather of Wolfgang Amadeus Mozart.

AUGS20

Natürlich gibt es hier auch eine Kirche, St. Markus, deren Bau notwendig wurde, weil alle Kirchen der Gegend protestantisch wurden – eine der Bedingungen um in der Fuggerei leben zu können ist, katholisch zu sein. Das ist zwar nirgendwo so festgehalten, aber zu den drei täglichen Gebeten gehört das Gegrüßet seist du Maria, was ja sonst keiner betet. Hintenrum durch’s Knie. Nichtsdestotrotz bin ich von diesem Konzept begeistert und hoffe, es übersteht auch die nächsten 500 Jahre gut.

Of course a church is part of the community as well, St. Markus, the contruction of which became necessary when all neighboring churches became protestant – one of the conditions to be considered as a tenant of the Fuggerei is to be Catholic. Apparently, that is not explicitly mentioned anywhere but one of the daily prayers must be the Hail Mary, which only Catholics say. Clever move. Still, I am fascinated by the concept and hope it will be around after another 500 years.

Barbara

A day in… AUGSBURG

AUGS10

„Augsburg? Wieso fährt man denn nach Augsburg?“ Diese oder ähnliche Fragen habe ich öfter zu hören bekommen und zugegeben: es war ein Zufall. Unsere jährliche Au Pair Reunion stand an und aus diversen Gründen konnte sie nicht wie geplant in München oder Illertissen stattfinden – Blick auf die Karte: was ist mit Augsburg? Liegt irgendwie dazwischen. So kam ich nach Augsburg.

„Augsburg? Why would you go to Augsburg?“ I heard this or similar questions quite a lot and I will admit: pure coincidence. We had planned our annual Au Pair reunion (usually held in the place where one of us lives) and for one reason or another neither Munich nor Illertissen worked out – so let’s have a look at the map: what about Augsburg? It’s like half-way in between. And that’s how I got to go to Augsburg.

AUGS3

Eine schnelle Vorabrecherche brachte mich dazu, zum ersten Mal seit langem einen Reiseführer zu kaufen (Empfehlung: „Augsburg“ von Martin Kluger im context verlag). Unter anderem ist Augsburg eine UNESCO Welterbe-Stätte. Und zack! war er wieder wach, der alte Stadtgeograf in mir: Welterbe-Status im Bereich Industriekultur. Augsburg hat ein 800 Jahre altes Wasser-Management-System, das mit der Trennung von Trink- und Brauchwasser im Mittelalter seinen Anfang nahm und zu Zeiten der Industrialisierung selbige antrieb. Am ersten Tag habe ich mich auf der Augsburger Stadtmauertour zu den diversen innerstädtischen Bauwerken in diesem Zusammenhang begeben. Dieser Spaziergang fing am oben zu sehenden Wertachbrucker Tor (der graue Turm), im Norden, an.

A cursory look at the tourist office’s website made me buy a guide, for the first time in quite a while. Among other things, Augsburg has UNESCO World Heritage status. And bam! the urban geographer in me awoke again: industrial heritage. Augsburg has an 800-year old water management system that started out separating drinking from waste water in medieval times and then made industrialization possible when that time came. My first day was dedicated to a tour of the Augsburg city wall and all kinds of water-related infrastructure along the way. It started out at Wertachbrucker Tor (gate) in the North (see above in grey).

AUGS4

Für ziemlich viele Gebäude in der Stadt zeichnet Elias Holl verantwortlich, so auch hier für die Umgestaltung besagten Tors 1605. So mussten Gustav II. Adolf und Napoleon bei ihren jeweiligen Siegeszügen nicht auf prachtvolles Ambiente verzichten. Nicht weit entfernt steht das Fischertor (in orange), wo man direkt daneben den Weg an der Stadtmauer finden soll – leider abgesperrt. Aber man findet sich zurecht, wenn man einfach die nächste Straße links einbiegt. Den Hexenbrunnen verpasst man zwar, aber der Ausschilderung „Luegsinsland“ folgend, kommt man wieder auf Spur, u.a. zum „Steinernen Mann“, der den zur Zeit des 30-jährigen Krieges lebenden Bäcker Konrad Hackher darstellt, der den schwedischen Belagerern zeigen wollte, dass die Stadt eine Belagerung bestens überstehen würde, indem er angeblich mit Sägemehl gebackene Brote über die Mauer warf. Der Überlieferung nach wurde ihm das übel genommen und man schoss ihm einen Arm ab.

Elias Holl, who would today be called a public works director, designed many of the buildings in Augsburg at his time, among others the re-design of said gate in 1605. That way, both Gustav II. Adolf and Napoleon could draw on quite a magnificent scenery for their respective sieges. You continue to Fischertor (gate), not too far away (in orange) where you are supposed to start walking along the city wall. That’s currently cordoned off, though, but you can find your way there by taking the next street on the left. You will thus miss the Hexenbrunnen (witch fountain) but if you follow the signs to „Lueginsland“, you’ll get back on track and at some point reach the „Stone Man“ who represents baker Konrad Hackher who lived at the time of the Thirty Years‘ War. Konrad wanted to show the Swedish siege army that they were well equipped and the besiegers in for the long haul by throwing loaves of „bread“ made from sawdust over the city walls. According to common lore that wasn’t received positively and Konrad lost an arm in the process.

AUGS5

Von der Stadtmauer weg geht man die Schwedenstiege hinab, an deren Fuß man den Venezianischen Wandbrunnnen in der Collage unten findet. Einer von vielen stylishen Trinkwasserbrunnen in der Stadt – die Wasserflasche kann man immer wieder füllen. Und dabei Brunnen verschiedenster Art bewundern. Überhaupt ist vielleicht festzuhalten, dass diese ca. 4 km lange Tour zwar mit einer Dauer von 1 bis 1,5 Stunden angegeben ist – aber dafür würde man ja nur relativ strammen Schrittes den Weg abschreiten. Wenn man hier und da auch mal eine Infotafel lesen, verschiedene Perpektiven auf ein Gebäude haben oder einfach auch Details wahrnehmen will, dauert es deutlich länger. Wenn dann noch Fotos dazu kommen werden es eher… vier Stunden.

Leave the city wall by taking the Schwedenstiege („Swedes‘ Stairs“). At the bottom you will find the impressive Venetian wall fountain you see in the collage below, one of many fancy drinking water fountains in the city – you can fill your water bottle at regular intervalls and check out all kinds of fountains in the course of it. Maybe I should mention that this walk of about 4 km is listed as taking about an hour to 1.5 hours – but that would be walking focused on finishing it rather than exploring it. If you would like to read a few of the information boards, get different perspectives of a building or just notice details, it will take a lot longer. Add to that taking pictures and it takes more like… four hours.

AUGS12

Von hier geht es vorbei an zwei Elternhäusern Berthold Brechts im Bereich des Wehrgrabens am Oblatterwall – wo man kurz auch mal moderne Industrieanlagen malerisch durchscheinen sieht, um dann gleich an dem eher geruhsam daherkommenden Ruder- und Tretbootverleih langzukommen.

On the way along the city moat and Oblatter Wall you pass two childhood homes of Berthold Brecht – where you get a picturesque glimpse of modern industrial infrastructure before it gets really laidback near the rowing and pedal boat rental.

AUGS6

Nicht viel weiter guckt mit dem Unteren St. Jakobs-Wasserturm schon der erste von drei Türmen um die Ecke (wieder ein Werk von Elias Holl, 1609). Es folgt der Fünfgratturm, Teil der nicht mehr vorhandenen Unteren Jakobermauer und der dritte gehört zum Jakobertor.

After just a few more steps, you can already see the Lower St. Jakobs Water Tower (another one by Elias Holl, 1609), the first of three in quick succession. Fünfgrat Tower is the next, formerly part of the no longer existing Lower Jakober Wall, while the third forms part of the Jakober Gate.

AUGS7

Ein weiterer Turm bzw. ein weiteres Tor lässt nicht lange auf sich warten: das Vogeltor am Inneren Stadtgraben, wo sich heute (wieder?) ein hölzernes Wasserrad bewegt. Hier wurde von 1538 bis 1879 ein Wasserwerk betrieben. Der Vogelturm wurde erst 1774 in einen Wasserturm umgebaut – es brauchte mehr Druck in den Leitungen.

You don’t have to wait long for yet another tower or gate though: the Vogeltor (gate) which is located near the Inner Moat which (again?) powers a wooden water wheel. The Vogelturm (tower) was converted into a water tower only in 1774 – more pressure was needed in the system.

AUGS8

Ein gutes Beispiel, warum man auch mal vier Stunden für den Weg brauchen kann (selbst bei durchwachsenem Wetter!), ist der Kräutergarten im Bereich der Rote-Tor-Wallanlagen. Hier allein ist ein Viertelstündchen ja gar nichts.

The herb garden as part of the Rotes Tor wall system is an excellent example to show why this walk can easily take four hours (even in less than ideal weather!). You can spend 15 minutes on that one alone.

AUGS2

Das Wasserwerk am Roten Tor ist die letzte Station und gleichzeitig das Highlight. Das Rote Tor selbst ist ja eigentlich noch nicht mal Teil des der Wassernutzung gewidmeten Ensembles: Großer Wasserturm, Kleiner Wasserturm, Kastenturm, Oberes und Unteres Brunnenmeisterhaus und ein gemauertes Aquädukt. Alle Türme sind ehemalige Wehrtürme – da frage ich mich bei der engen Bebauung schon, wie viele Wehrtürme die Stadtmauer insgesamt so hatte, zu ihren besten Zeiten.

The water works at the Rotes Tor (gate) are the last stop on this walk and its highlight. The Rotes Tor as such isn’t even part of the actual ensemble dedicated to water management: Large Water Tower, Small Water Tower, Box Tower, Upper and Lower Fountain Master’s Houses and an aqueduct. All towers are former weir towers – looking at how close to each other they are I do wonder who many weir towers there were in the city wall’s heyday…

AUGS9

Über den Platz am Rabenbad erreicht man das Untere Brunnenmeisterhaus, von wo man alle drei Türme sehen kann. Das Wasserwerk hier war zwischen 1416 und 1879 in Nutzung für die Trinkwasserversorgung in Augsburg und sieht seit ca. 1750 so aus, wie heute. Jeder Turm ist sein eigenes Wasserwerk, das ein unabhängiges Gebiet versorgt(e). Über Wasserräder wurden Behälter im Obergeschoss vollgepumpt, so dass Wasser mit Druck in die Rohre geleitet werden konnte.

You can reach the Lower Fountain Master’s House via the Rabenbad Square. From there you can get a view of all three towers. These water works were operational and thus delivering drinking water to Augsburg from 1416 to 1879. They got their „looks“ in about 1750. Each tower is a system in itself, servicing a certain part of the city. Water wheel powerd pumps moved the water to a tank on the top floor so the water could be released into the pipes with quite some pressure.

AUGS11

So, ich muss zum Ende kommen für heute. Mehr Details zu allem, was mit dem Weltkulturerbe zusammenhängt, findet man – fantastisch aufbereitet – hier. Aber nun erstmal einen schönen Restsonntag!

With this, I have to come to an end. More details on everything related to the World Heritage can be found – featuring 3D insights and much more – here. Enjoy what’s left of your Sunday!

Barbara

 

Hiking… Lampertstal from Mirbach

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Die EifelSpur „Toskana der Eifel“ (nominiert als Deutschlands schönster Wanderweg 2022) mit ihren 16km konnten wir in die diversen Tagesplanungen leider nicht unterbringen – was sich aber als Glücksgriff rausstellte. Auf jeden Fall wollten wir durch’s Lampertstal und haben uns dann für eine wilde Runde ab Mirbach entschieden. Und in Mirbach steht eine Kapelle, die uns in vielfacher Hinsicht geflasht hat. Eine ziemliche Größe für den Ort und macht schon von außen „was her“ – und innen fällt einem erstmal die Kinnlade runter und man könnte sich in einer orthodoxen Kirche wähnen (Frohe Ostern übrigens), so golden ist alles und voller Mosaike.

The 16 km so-called EifelSpur „Tuscany of the Eifel“ (nominated as Germany’s most beautiful trail 2022) was a bit much to fit it into the rest of our respective plannings yesterday – but that turned out to be a lucky choice. The idea was to hike a large part of the Lampert’s Valley and we found a wild route that started in Mirbach. As it turned out, there’s an amazing chapel to see in Mirbach. Quite sizable for the little village and it looks like a gem from the outside already. Once you walk inside the experience is of the jaw-dropping variety as it looks like it could be an orthodox church (Happy Easter, by the way) because there’s so much gold and mosaics.

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Die ursprüngliche Kapelle des Ortes war verfallen und so wurde diese 1902/03 gebaut. Die dort zu erstehende Broschüre zur Geschichte ist lesenswert, konnte mir aber auch die Frage nicht beantworten, wie es zu diesem Design kam. Aber vielleicht bin ich auch einfach kunsthistorisch zu unbeleckt und es war der Stil der Zeit.

The original village chapel was dilapidated and so this new one was built in 1902/03. They have an interesting little brochure on sale on how everything came about but my one big question was not answered: how did they decide for this interior design? But maybe it’s just my lack of knowledge in art history and this is simply what was en vogue at the time.

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Im Lampertstal, das wir letzten Sommer schon gestreift hatten, haben wir uns quasi einen Überblick verschafft über die schieren Ausmaße dieses wunderbaren Tals mit dem vor sich hin mäandrierenden Bach. Ganz klar ist für mich: hier wird, bevorzugt im Juni, die genannte EifelSpur gelaufen und die für diese Jahreszeit typische Orchideenpracht bewundert.

We had seen a tiny section of the Lampert’s Valley last summer but wanted to get a full overview of it with its happily meandering creek this time around. And I realized I have mentally put the above-mentioned EifelSpur trail on my calendar for June, preferably, when apparently these meadows will be full of all kinds of orchids.

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Für heute müsst ihr euch nochmal mit einer Schlüsselblumen-Flut begnügen 🙂

Today you have to make do with yet another flood of cowslips 🙂

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Also, die „Toskana der Eifel“ wandern, aber abschließend einen Abstecher nach Mirbach machen, wo man die Besichtigung der Kapelle sehr gut mit einem Besuch im Café Em Backes verbinden kann. Ich ärgere mich nachhaltig, dass ich von der Eiskaffee-Torte kein zweites Stück genommen habe!

Well then, hike the „Tuscany of the Eifel“ trail but then swing by Mirbach as well to see the chapel – and maybe have coffee and cake at Café Em Backes. I still can’t get over not ordering a second slice of their „Iced Coffee Cake“!

Barbara

 

Hiking… Traumpfad Monrealer Ritterschlag

MONRS7

Um von diesem absoluten Highlight zu berichten, habe ich lange gebraucht… ich bin der Bilderflut nicht Herr geworden, denn man weiß auf dieser 13,8 km langen Runde nicht, wo man die Kamera zuerst hinhalten soll. Es gibt den fantastischen alten Ortskern von Monreal, die zwei (!) Burgruinen, variantenreiche Pfade und – Jösses! – Blumen zum Niederknien. Ich konnte die Bilderflut nur wenig zähmen, legen wir mal los…

It took me a very long time to get things figured out for this post… too many pictures to review, one seemingly more precious than the next which is simply based on the fact that you don’t know where to direct the camera first on this 13.8 km trail. There’s the gorgeous old city center of Monreal, two (!) castles (or ruins thereof), varied paths and F-L-O-W-E-R-S to die for. So this will be picture-heavy.

MONRS2

Fangen wir mit der Philippsburg an, im 13. Jahrhundert errichtet – entweder als Teil des Designs der Gesamtanlage mit der Löwenburg oder als „Antwort“ des Namensgebers auf die Errichtung der Löwenburg durch dessen Bruder Graf Hermann III. von Virneburg.

Let’s start with Philipp’s Castle, built in the 13th century – either as part of the design of the actual Monreal Castle or Lion’s Castle or as a „response“ of its builder to the erection of the latter by Count Hermann III. of Virneburg (his brother).

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Schon ziemlich abgefahren zwei Burgen so nah beieinander zu haben… und die Bahntrasse unter der Burg hat auch was!

Quite something to have two castles situated that close to one another… and I just love the train tracks running underneath the Lion’s Castle!

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Die Löwenburg ist klar die beeindruckendere und man kann sich noch einen sehr guten Eindruck von der Anlage machen. Sie ist eine urkundlich das erste Mal 1229 erwähnte Spornburg – also eine Burg auf einem Felssporn, aber unterhalb des Gipfels. Im 14. und 15. Jahrhundert wurde sie zum Witwensitz der Familie. Den Anfang vom Ende sah sie 1632 durch die Schweden im 30-jährigen Krieg und den Rest gaben ihr dann die Franzosen 1689. Ein Modell einer Rekonstruktion kann man hier sehen.

The Lion’s Castle is clearly the more impressive one and it’s really interesting to walk around the structure and get an idea of its former glory. It’s a spur castle that was first mentioned in official documents in 1229 – a spur castle sits on a prominent rock spur but below the summit. In the 14th and 15th centuries it became a widow’s dower (don’t know about that term: a place where widows get to live?). The first step in its demise was major damage inflicted by the Swedes in the 30-year war and the job was then finished in 1689 by the French troops. Go here to see a model of a reconstruction.

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Ich spreche hier zwei Warnungen aus: nehmt Stöcke mit. Wenn es feucht bis nass ist, halte ich sie für Teilstrecken sogar für unerlässlich. Dann: nicht umsonst ist dieser Rundweg (übrigens Deutschlands Schönster Wanderweg 2011) mit 5 Stunden für nur 13,8 km angesetzt – die laut Ausschilderung ersten ca. 2,5 km haben zwei Stunden gedauert; ich habe gedacht, ich komme nicht an. Gefühlt 400 der gut 500 Höhenmeter insgesamt. Okay, ich war auch in den Burgen unterwegs, aber trotzdem. Insofern ist er mit Ritterschlag sehr gut betitelt, ich warte täglich auf den Anruf von Lisbeth aus dem Buckingham Palace.

Let me warn you about two things: bring your hiking poles. When it’s wet there are sections that become really slippery slopes – and narrow ones at that. Also: in addition to this trail being awarded „Germany’s Most Beautiful Hiking Trail 2011“ there is a reason why they say it takes you 5 hours to cover a mere 13.8 km. What was signnposted as about 2.5 km at the start took me a good two hours to complete – I thought I wouldn’t make it. 400 of 500 meters in elevation difference must be on that stretch 😉 Okay, I also spent some time checking out the castles but still. So this trail being called „Ritterschlag“ / Knightly Accolade is quite fitting and I expect the call from Buckingham Palace to come any day now.

MONRS4

Dieser Weg muss JETZT am schönsten sein, ggf. wieder im Herbst. Zwischenzeitlich sollten auch die Laubbäume Blätter haben, die Rapsfelder in gelb erstrahlen (ich war Mittwoch vor Ostern unterwegs)… und auch noch Blumen da sein, also zögert nicht, macht euch jetzt auf den Weg dorthin.

I believe this to be the perfect time to do this trail, maybe fall is also gorgeous. But by now (pictures are from Wednesday before Easter) the trees should show some foliage, the rape fields must be blindingly yellow… and the flowers should also still be around for a bit, so don’t hesitate: do the hike now!

MONRS8

Und wenn die Wanderung zu schwierig erscheint: guckt euch den Ort an. Eigentlich wollte ich nur noch Kaffee und Kuchen, aber dann musste ich doch erst noch in Fachwerk baden. Allein die Türen…

If you think the hike may be too much of a challenge just go for the village itself. I had coffee and cake on my mind for a long time on that hike but then I did have to take a bath in all the timberframe structures first. And then the doors…

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Jetzt hab ich alles gegeben 🙂 Auf bald!

I’ve given it all I had 🙂 See you soon!

Barbara

Strolling… Historischer Jahrmarkt Kommern

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Im Freilichtmuseum in Kommern gibt es in der Karwoche (bis Ostersonntag) den Historischen Jahrmarkt zu bestaunen – neben den vielen anderen Dingen, die man hier sowieso schon erkunden kann. Das hatte ich mir schon einige Zeit vorgenommen und nun ergab sich spontan die Gelegenheit. Mein letzter Besuch hier allgemein liegt viel zu lange zurück…

During the Holy Week up until Easter Sunday the Open Air Museum in Kommern hosts a nostalgic fair – in addition to all the other things you can marvel at here. I had wanted to visit for a while and this year, an opportunity at short notice materialized and I didn’t think twice. My last visit here was sooo long ago…

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Mich faszinieren solche Museen und man kann auch ohne Jahrmarkt locker den Tag hier verbringen zwischen den 69 historischen Gebäuden, die aus dem ganzen Rheinland zusammengetragen wurden und in einem weitläufigen Areal nach Herkunftsgebieten gruppiert sind.

I am fascinated by this kind of museum and can easily spend a whole day here, fair or no fair. 69 buildings have been collected throughout the Rhineland and set up again here, grouped by regions of origin, in an area covering about 100 hectares.

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Die Mehrzahl der Gebäude sind Fachwerk, aber es gibt bspw. auch die als Nissenhütten verrufenen Nachkriegsunterkünfte. Ursprünglich waren es Soldatenunterkünfte, die die britische Regierung dann in ihrer Besatzungszone als Notunterkünfte zur Verfügung stellte.

The majority of the buildings are timberframe structures but there are also post-war dwellings like the one below. Originally, they had been troop quarters but after WWII the British government offered them as emergency housing in their occupation zone.

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Aber nun zum Jahrmarkt, der sehr vielfältig war und ganz verschiedene Perioden abgedeckt hat. So sind mir Kinderkarusselle wie dieses hier noch sehr gut in Erinnerung, besonders das Feuerwehrauto:

But let’s move on to the nostalgic fair which I found to be really varied, covering a number of periods. I myself remember children’s carousels like the one below… the fire engine in particular:

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Concarneau, France, ca. 1980

Etwas bizarrer mutete The Lady Show an, die wir zeitlich leider nicht in Aktion erleben konnten:

The Lady Show seemed quite a bizarre kind of entertainment which we didn’t manage to see „in action“:

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Das Kegelspiel hatte was – ich war überrascht, wie viele Treffer da erzielt werden konnten. Was das Kettenkarussel angeht frage ich mich im Nachhinein, warum ich damit keine Runde gedreht habe… Und „Halla“ lässt sich zeitlich wohl auch ganz gut einordnen, nach errungenem olympischen Ruhm 1956.

This very special game of skittles was quite something – I was surprised at the number of pins that went down. Looking at the chain carousel now I wonder what kept me from going on a ride? And the horse called „Halla“ evokes old memories among Germans: of Halla, the horse that took his injured rider and his team to a gold medal in show-jumping at the 1956 Olympics.

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Dann die ganz große Spannung: ein Hochseilakt mit Till Eulenspiegel!

Then the big thrill: a high-wire act with Till Eulenspiegel!

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Mit einem Besuch im Geschäft des „Ortes“ und bei einigen Handwerkern haben wir den Tag dann abgerundet… von den mir bis dato unbekannten Modellen der Mausefallen hätte ich vielleicht mal eine mitnehmen sollen:

We saved the look at the village shop and a few artisans for last… there are obviously mouse trap models that I hadn’t seen before and maybe I should have brought one home to take it to the test:

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Also, bis einschließlich Ostersonntag könnt ihr den Jahrmarkt noch erleben, aber auch danach ist das Freilichtmuseum jederzeit einen Besuch wert.

Well then, you have until Easter Sunday to pay this nostalgic fair a visit but if that is too short notice, the open air museum is worth a visit every day.

Barbara

Hiking Karlas Fitnesspfad… and then some

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Dieser Samstag Ende März bot ein Rundumprogramm in Hillesheim. Der Anlass dafür war ein Hinweis auf die Pracht der Märzenbecher im Bolsdorfer Tälchen. Karlas Fitnesspfad in der grünen Variante (knapp 9 km) wurde dafür ausgewählt. Topografisch ist er recht anspruchslos, weswegen wir zum Ende hin überrascht feststellen mussten, dass ein bisschen Hektik reinkam wegen des Folgeprogramms. Haben wir halt doch mehr Zeit „verplempert“ damit, was es an der Strecke zu sehen und zu tun gibt?

This Saturday at the end of March offered a small hike – and more – in Hillesheim. I got started on this after I got a recommendation to see the spring snowflakes in Bolsdorfer Tälchen. I chose Karla’s Fitness Path, the green one at about 9 km, to take me by the splendid flowers. The trail as such is not challenging at all so we were surprised to realize, towards the end, that things were getting a bit hectic with the next item on the agenda. It seems we did „waste“ more time with all that was to be see and done along the trail?

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In wenigen Minuten per pedes vom Zentrum Hillesheims zu erreichen, ist das Bolsdorfer Tälchen wohl der Ingebriff eines NAHerholungsgebiets. Für den zur Runde gehörenden Barfußpfad war es uns noch etwas zu frisch, aber der oben abgebildete Seil-/Balanceparcours wurde getestet und für gut befunden… Mit Turnschuhen statt Wanderstiefeln wäre es einfacher gewesen, denn an meiner topfiten Bauchmuskulatur kann es kaum gelegen haben, dass das höllisch anstrengend war… aber im Ernst: insgesamt ist man mit Wanderstiefeln hier komplett overdressed.

You reach Bolsdorfer Tälchen within minutes on foot from Hillesheim center – a LOCAL recreation area if ever there was one. We felt it was just a tad too cold after all to make use of the barefoot path but the rope / balancing course you see in the picture above was tested and considered fun… Though I guess it would have been a whole lote easier in sneakers than hiking boots – surely it weren’t my well-defined abs that made it so incredibly exhausting? But seriously: hiking boots on this path mean you are overdressed for the occasion.

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Wenn wir noch halbwegs in der Chronologie der Dinge bleiben wollen, kann ich euch an dieser Stelle die Märzenbecher nicht mehr länger vorenthalten – ein ganzer Hang voll! Und womöglich waren auch in Bachnähe mehr, aber auch hier hat die Flut vom letzten Sommer den einen oder anderen Teil mitgerissen. Wie auch immer: man kann sich nicht satt sehen.

In order to somewhat keep to the chronology of things I can’t keep the spring snowflakes from you any longer – a large slope-full of them! And possibly there used to be many more close to the creek but it seems last summer’s floods have taken their toll here as well. Anyhow: you just can’t get enough of them.

KFP2

In den Orten Niederbettingen und Bolsdorf gab es einige schöne alte Häuser zu bewundern – und ebensolche Vorgärten. Leider war das Kleine Museum in Bolsdorf geschlossen.

Along the way in the villages Niederbettingen and Bolsdorf we came across a few beautiful old houses – and gorgeous front yards. Unfortunately, the Little Museum in Bolsdorf was closed.

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Dafür waren die Kirche bzw. Kapelle in beiden Orten auf – was auf meinen Wanderungen ja sonst eher selten der Fall ist. Natürlich haben wir die Chance genutzt und sie uns auch angesehen. Die in Niederbettingen ist wirklich beeindruckend – fertiggestellt 1897 (nachdem die Vorgägerkirche von 1749 zu klein wurde und baufällig war, wurde neu gebaut; die erste Kirche an gleicher Stelle datiert von 850). Dass sie auch „Eifeldom“ genannt wird, ist voll und ganz nachvollziehbar.

But instead the church and chapel respectively in both villages were unlocked – which is hardly ever the case on my hikes. And of course we made use of the opportunity and checked them out. The one in Niederbettingen is really impressive – finished in 1897 (a new building was needed when the previous church from 1749 became too small and increasingly dilapidated; the first church in this very spot was built in 850). I fully understand that this church is also referred to as the Eifel Cathedral.

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Die Kapelle in Bolsdorf ist wesentlich kleiner und deutlich schmuckloser, hat aber auch ihren Reiz:

The chapel in Bolsdorf is much smaller and much less ornate, but is also charming:

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Und zum guten Schluss haben wir die beiden weiteren Programmpunkte genossen: einen English Tea und einiges mehr im Café Sherlock, gefolgt vom wunderbaren Film „Lunana – das Glück liegt im Himalaya“ in der Eifel-Filmbühne, die immer den Besuch wert ist.

We then continued to the next items on the agenda, namely English Tea and quite a lot more at Café Sherlock and the wonderful movie „Lunana – A Yak in the Classroom“ at Eifel-Filmbühne, which is always worth a visit.

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Ich vermute, es wird mir bald wieder eine Möglichkeit einfallen, die Dinge entsprechend zu verbinden 😉

I guess that rather sooner than later I will think of a new possibility for a set-up like this 😉

Barbara

Hiking Traumpfad Virneburgweg

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Auf Anregung einer geschätzten und häufig mitwandernden Outdoor-Enthusiastin ging es auf den Traumpfad Virneburgweg, Deutschlands schönsten Wanderweg 2008. Diese Auszeichnung kann ich durchaus nachvollziehen – abwechslungsreiche Wege, beeindruckende Burgruine, schöne Aussichten… der Buchenwald wird in zwei, drei Wochen nochmal wunderbarer sein und wir haben die Rückkehr zur Blütezeit der Heide fest eingeplant.

At the suggestion of an appreciated outdoor entusiast who joins me on my hikes on a regular basis we hiked Traumpfad Virneburgweg, which was awarded „Most Beautiful Hiking Trail in Germany“ in 2008. I can see what the decision for the award was based on – varied paths, impressive castle ruins, gorgeous views… the beech forest will be even more wonderful two or three weeks from now and we have already decided to return for when the heath is in bloom.

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Vom Parkplatz aus geht es gleich hoch zur Burgruine, deren älteste Teile auf die 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts datieren. Nachdem das Geschlecht Virneburg 1545 ausgestorben war, gab es mehrere Besitzwechsel und im Rahmen derer den Ausbau zum Schloss – ein Inventar von 1605 listet 12 Räume. Bereits 1689 wurde sie dann von französischen Truppen zerstört und befindet sich heute im Besitz des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz. Die auf dem Foto links unterhalb liegende Kapelle wurde Mitte des 14. Jahrhunderts gestiftet.

From the parking lot we are led right up to the castle, the oldest parts of which can be dated to the second half of the 13th century. After the Virneburg dynasty had ended with the death of its last count in 1545 there were several changes of ownership and in the course of these the castle was turned into a palace – an inventory of 1605 lists 12 rooms. It didn’t last long: in 1689 it was destroyed by the French troops and is today owned by the Rhenish Society for the Preservation of Monuments and Landscape. The chapel you see to the lower left of the castle in the picture below was built in the mid-14th century.

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Online bin ich u.a. auf diesen Rekonstruktionsversuch gestoßen – da lässt sich die alte Pracht noch etwas besser vorstellen:

I have found the below attempt at a reconstruction online – makes it a whole lot easier to imagine its former grandeur:

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Source: Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, as on http://www.kuladig.de/Objektansicht/O-53153-20120817-2

Prächtig waren auch die Veilchen im „Burghof“:

The violets in the „courtyard“ in their own grandeur:

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Die Heidelandschaften erst auf dem Schafberg und dann im Bereich der Blumenrather Heide luden zum Verweilen ein… von der abgebildeten Bank auf dem Schafberg hat man eine schöne Aussicht auf die Eifelhöhen – ideal für die Mittagspause. Hinweis: wer sich auf die Ausschilderung verlässt sollte im Bereich Blumenrather Heide sehr aufmerksam sein. Ein „rechts abbiegen“ fehlt quasi direkt hinter einer großen Kiefer zu deren Füßen, Stand 24.03.22, ein umgekippter Hochsitz liegt und das nächste Schild ist nahezu komplett ausgeblichen.

The heath landscapes first on the Schafberg and then in the area of the Blumenrather Heide made me want to linger… from the pictured bench on the Schafberg you have a nice view of the Eifel heights – ideal for the lunch break. Note: a sign „turn right“ is missing right after a large pine tree underneath which you currently (as seen March 24, 2022) find a destroyed high perch, and the sign following that is faded to almost white.

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Hier wie an immer mehr Stellen ist das Thema Waldsterben akut – über 80% der Bäume in Rheinland-Pfalz sind geschädigt, innerhalb von 3 Jahren sind 7,8 Mio Bäume abgestorben. Im Waldzustandsbericht 2021 ist außerdem nachzulesen, dass die Absterberate 2021 auffällig hoch war – was darauf zurückgeführt wird, dass es durch die drei vorangegangenen zu trockenen und zu warmen Jahre offenbar zu erheblichen Nachwirkungen kommt.

The trail also has a section where forest decline is very obvious – more than 80% of trees in Rhineland-Palatinate are considered as damaged, within 3 years 7.8 million trees have died. The 2021 report on the state of the state’s forests mentions that the rate was remarkably high in 2021 – which is thought to be caused by the fact that the three preceding years were all too warm and too dry and that only now we see the consequences.

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Aber die schönen Aussichten überwiegen eindeutig. Bald wird’s warm genug, um mein Allzwecktuch irgendwo für eine ordentliche Siesta auszubreiten 🙂

But the gorgeous views far outweigh the rest. Soon it will be warm enough to put my all-purpose blanket down for a proper siesta somewhere 🙂

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Bleibt dran, das Wandern geht weiter!

Stay tuned, the hiking continues!

Barbara

Hiking Dörferblickschleife – again!

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Leichtes Gähnen, schon wieder Dörferblickschleife? Keine Sorge: hier gab’s viel neues zu sehen und das fängt schon mit dem Foto oben an – diesen Blick auf die Kirmutscheider Kirche und die Schule kann man eigentlich nur in den Wintermonaten genießen. Auch bei diesem Versuch allerdings war die Kirche verschlossen.

A subtle yawn, Dörferblickschleife again? Don’t worry: I discovered quite a few new things and that starts with the motif above – this view of the church and school in Kirmutscheid is possible only in the winter months. As always, though, the church was locked.

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Das wird heute ganz klar fotolastig, doch auch hier abweichend von der Norm: kaum Blumen!

This will be quite a picture-heavy post but even that is different: basically no flowers!

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Dafür aber die neueste Attraktion: ein Albino-Eichhörnchen (wie ich vermute) – ich hoffe, der Fuchs hat andere Interessen. Gesehen habe ich es kurz vor der Kurve, die den Blick auf obige Kirche freigibt.

But look at the latest attraction: an albino squirrel (I assume) – I hope the fox’s interests lie elsewhere. I spotted it just before I reached the turn that allows for the above view of the church.

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Am Himmel ging es auch heiß her – ich halte den Greifvogel für einen Bussard. Und ihr macht euch keine Vorstellung davon, wie schwierig es ist, einen Zitronenfalter abzulichten. Die wirken deutlich hektischer als andere Schmetterlinge und scheinen im ruhenden Zustand nie die Flügel auseinanderzufalten. Alter Falter.

A look to the sky also offered impressive sights – I believe that is a hawk. And you have no idea how hard it is to take a picture of the common brimstone. I feel they are a lot more restless than other butterflies and don’t seem to show their wings while in parking position. But there were dozens of them!

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Ganz ohne Blume geht’s dann doch nicht – und einige Marienkäfer hätte ich gerne in meinen Garten umgesiedelt… die scheinen da nicht heimisch werden zu wollen.

I can’t do no flowers, it seems – and I would have loved to move some of the ladybugy to my garden… they have a hard time making it their home.

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Die Dörferblickschleife lohnt sich zu jeder Jahreszeit – fehlt nur noch die Wellenbank am Aussichtsturm 🙂

Dörferblickschleife is worth the hike in every season – I hope the wavy bench is back soon, too 🙂

Barbara

Hiking EifelSchleife Zum Kalkofen

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Neuer Tag, neue Wanderung kann man ja fast sagen. Es hat mich zur EifelSchleife Zum Kalkofen verschlagen, die einerseits auf meiner Liste war und auch noch mal „gepusht“ wurde von an der Strecke wohnender Verwandtschaft, die sich auch gleich mit auf den Weg begeben hat.

New day, new hike, one is tempted to say. I was hiking EifelSchleife Zum Kalkofen (Route of the Limestone Kiln), which had been on the list for a while and which in addition to that was „pushed“ by relatives who have the hike pass their house and who joined me on this gorgeous day.

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Deswegen war auch der Startpunkt in Rohr, wo es eine Art verlassenen privaten Steinmetzplatz gibt – der Künstler ist verstorben, aber sein Open-Air Studio gibt es quasi noch. Sehr fasziniert war ich aber auch von der unglaublich ruhigen Passage am Armuthsbach – das ließ mich schon überlegen, den mal in seiner Gesamtlänge von 15km abzulaufen…

That’s also why we started out in Rohr, where you pass some kind of private stonemason’s yard – der artist has died but his open air studio – what’s left of it – is still there. I was also enchanted by the serene section along Armuthsbach – which got me thinking that one day I should hike the entire length of that little creek (15 km)…

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Fast in Tarnfarbe zu dieser Jahreszeit wieder ein Herde Highland Cattle – eine Frisur besser als die andere. Aber es gab auch etwas Stress direkt vor unserer Nase… da konnten sich zwei wohl nicht riechen.

We came across a herd of highland cattle here as well, it seemed some of them were wearing camouflage. I just love their hairdos! But there was quite some commotion right in front of us… it seemed the guys‘ chemistry was off.

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Kein Beitrag ohne Blumen oder sonstige Flora – ganze Hänge voller Schneeglöckchen haben wir gesehen und selbst die Walderdbeeren waren schon in Blüte. Für meine Großcousine (?) ist der Frühlingsbote an sich der Huflattich. Den konnten wir noch nicht finden.

No post without flowers or other flora – we came across slopefulls of snowdrops and even the wild strawberries were already in bloom. To my cousin once removed (?) the herald of spring is the coltsfoot. Which we weren’t able to find.

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Vielleicht haben wir aber auch einfach nur viel zu viel nach oben geguckt…

But maybe our gaze was directed skywards too often…

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Ich habe mich zum ersten Mal seit ganz, ganz langer Zeit dabei erwischt zu denken, dass es irgendwie ja schon was hätte, wenn man noch mal in einem Flugzeug säße. Mal sehen. Erstmal nur 2 PS.

For the first time in forever I caught myself thinking that it could be kind of cool to be on a plane again. Let’s see. For now, 2 hp must do.

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Auf dieser Runde kann man auch einen der besten Rastplätze auftun (allerdings wohl für maximal, drei, vier Leute). Irgendwie erinnert mich diese riesige, einzelstehende Tanne (oder Fichte?) an… Heidi, die animierte Serie aus den 1970ern. Warum nur?

This trail offers one of the loveliest spots for a lunch break (a table and bench that will seat three or four people max). Somehow this huge, standalone fir tree reminds me of… Heidi, the animated television series from the 1970s. I wonder why?

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In Lindweiler lerne ich, dass, wenn man es abgeschieden mag, man hier besonders gut aufgehoben ist, denn das Dorf endet in einer Sackgasse, hat also null Durchgangsverkehr. Viele wunderbar restaurierte Häuser sind zu bestaunen.

In Lindweiler I learn that, if you like it remote, this is the place to go because the village ends in a dead end, there’s no through traffic. Quite a few wonderfully re-done old buildings ask to be admired.

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Und hier gibt es dann auch den Kalkofen, der der Route den Namen gegeben hat. Wohl Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut, wurde er bis 1920 betrieben und verfiel dann. Mitte der 1980er Jahre wurde er wiederentdeckt und restauriert, inkl. eines probeweisen Brennvorgangs. Für die technisch interessierten: es handelt sich um einen sog. Hangschachtofen (vgl. mit alten römischen Öfen) zur Herstellung von Branntkalk (aus Rohstein-Kalkstein CaCO3, dem hier vorkommenden devonischen Riffkalkstein, wird durch hitzebedingten Entzug von Kohlensäure CO2 Branntkalk CaO). Zur Verwendung von Branntkalk werdet ihr hier schlauer.

This is also where we find the limestone kiln after which the trail was named. Originally built in the mid-19th century, it was used until 1920 and then forgotten and left to decay. In the mid-1980s it was rediscovered and rebuilt, which incl. an actual experimental use. For the technically inclined: it is a kiln similar to the ones built by the Romans (can’t find a translation for the German term) to produce quicklime: limestone CaCO3 (Devonian as can be found here), is calcinated by thermal decomposition, „taking out“ carbonic acid CO2 and thus resulting in CaO). To learn more about quicklime, have a look here.

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Das war’s für heute 🙂

That’s all for now 🙂

Barbara

Hiking Explorations in Winnerath

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Das Wetter bleibt seit langem hervorragend und ich bin so viel unterwegs, dass ich mit dem Posten gar nicht nachkomme. Aber hier steht derzeit alles unter dem Motto „Druck rausnehmen“, also wird gemacht, was der Tag freiwillig hergibt und Feierabend. So ist es dann auch schon ein bisschen her (erster Sonntag im März), dass ich mich „um Winnerath herum“ auf eine Wanderung begeben habe.

The weather here continues to be absolutely gorgeous and I am out and about so much that I can’t keep up with my posts here. But as these weeks are all about „releasing pressure“, I do what the day offers and nothing else. So it’s been a while (first Sunday in March) that I was hiking „around Winnerath.“

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Der Plan war, den hier beschriebenen Höhenweg um Winnerath zu laufen, der als solcher nicht ausgeschildert ist. Das erwies sich als nicht so einfach, da die immer mal – laut Karte – abzulaufenden Teilstrecken ausgewiesener Wege… nicht mehr so wirklich ausgewiesen waren, ich mich (laut Beschreibung) schon über vermutlich flutbedingtes Flatterband hinwegsetzte, aber trotzdem schön unterwegs war, wenn ich auch nicht so genau sagen kann, wo eigentlich. Es zeigte sich also erneut: ich gucke lieber in der Landschaft rum, als mich in Karten zu vertiefen, papierne oder digitale, und folge dabei ausgewiesenen Pfaden. Für Interessierte: Plan vs. vermutete Realität 😉

The idea was to follow Höhenweg around Winnerath, which is not signposted as such. That turned out to be not as easy as I’d hoped: according to the map, parts of the route were supposed to be part of signposted routes… which weren’t all that clearly signposted anymore. Also, I had to disregard warning tapes, possibly flood-related (which was mentioned in the description of the route). Turns out: I had a great time anyway, even though for large parts of it I’m at a loss of where I actally walked. Conclusion (which doesn’t come as a surprise to me at all): I’d rather look at landscapes in all their facets than concentrate on maps, be they paper or digital, and simply follow a given route. If you’re interested: planned route vs. suspected real route 😉

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Die allerersten Meter führen vorbei an einem Wegkreuz, das in seiner „Gesamtanlange“ wirkt, als sei es vor ca. 200 Jahren aufgestellt und gartenbaulich ausgestattet und danach nie wieder wirklich gepflegt worden.

On the very first stretch you pass a wayside cross which in its general set-up seems to have been put up about 200 years ago to the latest landscaping standards and then never really touched again.

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Schlimme Erfahrungen hat offensichtlich der Eigentümer dieses Hochstands gemacht, der so explizit den Zutritt verwehrt und offenbar die eigene Leiter abgesägt hat… und nun mit Klappleiter zum Ansitz anrücken muss? Oder hat man ihm etwa einen Streich gespielt, ob der Beschilderung?

It seems the owner of this perch made unpleasant experiences for having to put up a „no trespassing“ sign and apparently sawed off the lower part of the ladder… and now has to bring a folding ladder to reach it? Or maybe it’s a prank, provoked by the sign?

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Nicht viel weiter auf diesem Pfad (der wohl schon nicht mehr der richtige war und den ich nach diesem Foto wieder verlassen habe) sieht es aus, als hätten Riesen hier ein Mikado-Spiel aufgebaut – ich vermute mal, es handelt sich um Opfer der noch nicht so lange zurückliegenden Stürme.

Only a little bit further down that path (which I don’t think is part of the hike and which I retraced my steps on after taking the following picture) it looks like a bunch of giants had set up a game of Mikado – I guess we’re looking at victims of the recent storms we’ve had.

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Ein Flashback zu sonntäglichen Spaziergängen als Kind gab’s auch: die Waldkaffeebohnen, eine ganze besondere Röstung, die ich – so wurde mir berichtet – mit Inbrunst gesammelt habe (es handelt sich um Rehlosung).

I also had a flashback to Sunday walks as a child: the forest coffee beans, a very special roast, which I used to collect with fervor – or so I was told (they are in fact deer fewmets – took a while to find that term…).

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Von den Nahaufnahmen zum Blick über die Höhen – der Weg, welcher auch immer, lohnt sich auf jeden Fall (und ich habe einige verpasst!). An besagtem Tag war es allerdings zu kalt und zu windig, um die Aussichten länger sitzend zu genießen.

But let’s move from the close ups to the views of the hills – the hike, whichever route you follow, is definitely worth it for those (and I missed quite some!). On that very day, though, it was too cold and windy to actually sit for longer and take it in.

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Je nach Perspektive kann man es auch aussehen lassen, als sei man in der mongolischen Steppe unterwegs, es fehlt nur die eine oder andere Yurte mit einer entsprechenden Herde Wiederkäuer in der Nähe.

Depending on the perspective, you can make it look as if you were crossing the Mongolian grasslands, with a ger certainly waiting around the next bend, along with a herd of ruminants of some sort.

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Dafür, dass der Weg im folgenden Foto auch nicht Teil des Plans war, hat er mir ausgesprochen gut gefallen – mit grasbewachsenen Wegen macht man bei mir nichts falsch.

Considering that the path on the picture below was also not part of the plan, I really enjoyed it a lot – you can never go wrong with grass-covered paths like this one.

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Winnerath auf jeden Fall habe ich wiedergefunden und in der Folge dann auch mit ein paar PS unter’m Hintern Schuld, wo ich pünktlich zur Kaffeezeit wieder überfordert war mit der Kuchentheke im Restaurant Schäfer. Der Käsekuchen war quasi eine volle Mahlzeit… aber die Eilikör-Sahnetorte, auf die ich dieses Mal verzichtet habe (mit Nussboden und Kirschfüllung, Schokolade ist auch im Spiel), ist ganz oben mit dabei. Nächstes Mal dann Bienenstich?

I did find my way back to Winnerath and then made my way down to Schuld by car in time for coffee and cake at Restaurant Schäfer. And as usual I was overwhelmed by the cake display. The cheese cake was fantastic (and let’s be honest: a full meal)… but the cream cake with egg liqueur that I passed on this time (a nut cake base, cherry filling… and chocolate plays a role as well) is way up there on the list of best cakes. „Bee sting cake“ next time? (Is that really the only translation there is?! Well, it’s weird in German, why wouldn’t it be weird in English…)

Barbara