Party on!!

Foto Werner Dreschers

Die Party läuft und ich bin schon ganz schön beschwippst (Danke an alle, die bereits die Partyhüte aufgesetzt haben) – aber die schönsten Stunden sind doch immer die im frühen Morgengrauen! Also, kommt noch vorbei im hier beschriebenen Sinne, zur Unterstützung des durch die Coronakrise gestrandeten Zirkus Meik und bringt Nachschub mit für den guten Zweck. Aufgrund der Kürze der Zeit nun nur noch per PayPal oder bar möglich, da der Spendenaufruf morgen endet. Die Daten dazu bekommt ihr über die Nutzung dieses Formulars (wenn ihr meine e-mail Adresse nicht sowieso schon kennt): [Edit: Kontaktformular entfernt, Fundraiser beendet]

What a party! I’m quite tipsy already (thanks to all of you who have already donned their party hats) – but the cows haven’t quite come home yet! So drop by in the sense described here, to support Zirkus Meik who has been stranded due to the COVID-19 crisis. As it’s getting ever short notice (the appeal ends tomorrow), participation is only possible via PayPal now. You can get the necessary info by using the form below (if you don’t know my e-mail address anyway): [Edit: contact form removed, fundraiser ended]

Danke! Thank you! Grazie! Merci! Tack! Gracias!

Barbara

Sundowner

Am vergangenen Freitag war ich am Ende einer Woche angekommen, die mich aus nicht wirklich greifbaren Gründen davonlaufen lassen wollte. Kurzentschlossen habe ich mich auf’s Fahrrad geschwungen und bin mit Lesestoff ausgestattet auf den Hömmerich gefahren, um den Sonnenuntergang zu genießen. Ich kam auch noch rechtzeitig, um die große Aussichtsliege („Hangsofa“) zu ergattern.

This past Friday I had reached the end of a week that somehow had made me want to run away. I can’t put my finger on why that was exactly. Anyhow, it was a spontaneous decision to grab a couple of magazines and get on my bike to go to Hömmerich (hill) to enjoy the sunset. And I was in time to lay claim to the large lounge chair with a view.

Es war so ein Abend, an dem sich alle zwei Minuten extrem was tut am Himmel – und nachdem der eine National Geographic ausgelesen war, musste ich dazu noch im Gebüsch und anderswo rumkriechen und Flora ablichten.

It was one of those nights where the sky changes dramatically about every other minute – and after I had finished reading one issue of the National Geographic, I just had to get up and crawl around in the undergrowth and elsewhere to take pictures of the flora.

Ich hätte meine Freundin Jo aus Utah dabei haben müssen, die sich erst sehr kürzlich als Fan von Löwenzahn geoutet hat. Das war die richtige Jahreszeit am richtigen Ort – einer von vielen in dieser Gegend – um diesem Gewächs zu frönen.

I wished I’d had my frined Jo from Utah over who very recently outed herself as a devoted fan of dandelions. This is the season and the right spot – as so many are in this area – to enjoy that flower.

So richtig gut konnte meine Kamera nicht mit der tiefer stehenden Sonne umgehen (oder ich mit der Kamera, wer weiß) – so streifig sah sie gar nicht aus. Oder aber die Kamera sah mehr, als das menschliche Auge erfassen kann…

My camera had an ever harder time dealing with the sun the lower it got (or maybe it was me having a hard time with the camera, who knows) – it never had stripes in real life. Or maybe the camera saw more than was visible for the human eye. Deep…

Und da hier nun die Arbeitswoche dankenswerterweise bereits an diesem Donnerstag ein gnädiges Ende findet, dachte ich, ich schicke euch mit Grüßen vom Ende eines Tages die Grüße zum Ende eines Monats. Morgen ist Mai! Kann das jemand glauben? Ich stehe immer noch im März, gefühlt.

Thankfully, the work week had mercy on us and has come to an early end (tomorrow’s Labor Day being a holiday in Germany) and I thought I send you a hello from the end of a day for the end of the month. Tomorrow’s May 1st! Can you believe that? I feel I’m still stuck in March somehow.

Also, habt einen schönen Abend und ein noch schöneres (langes) Wochenende!

Okay then, have a nice evening and an even nicer (long) weekend!

Barbara

Frühlingsfotos / Pictures of Spring

Am vergangenen Freitag hatte mich die Dörferblickschleife zum zweiten Mal in kurzer Folge wieder… und es war, als wär’s das erste Mal, weil sich im Moment selbst innerhalb kürzester Zeit alles rasant verändert. Ein paar fotografische Impressionen.

Last Friday saw me back on the „Village View Loop“ for the second time within only… a week? Ten days? And it felt as if it was the first time because nature changes so much so rapidly these days. A little photo post.

~ Barbara

Frühling… so richtig / Spring… for real

Heute Morgen habe ich mich kurzentschlossen vom Frühstückstisch erhoben und mich auf eine leicht verkürzte Fassung der Dörferschleife begeben, über Wirft und Kirmutscheid nach Pomster und zurück nach Barweiler. Es waren geschätzt wohl 12 km und in drei Stunden war es schon wieder vorbei. Und nicht ein Mensch ist mir begegenet. Dafür habe ich mindestens fünf Spechte gehört, aber keinen bei der Arbeit ausmachen können.

By the time I had finished breakfast it was decided: I would go on a slightly altered walk along the so-called Dörferblickschleife, first to Wirft and Kirmutscheid before reaching Pomster and then back to Barweiler. I think it must have been 12 km and I was back home in time for lunch after 3 hours. And not a soul was out there with me on the trail. I did hear at least five woodpeckers, though, but unfortunately couldn’t spot a single one.

Noch hält sich die Natur etwas zurück, aber mit der vorliegenden Wettervorhersage wird wohl spätestens zu Ostern jeder Baum in hellgrün erstrahlen. Bis dahin muss man sich mit einigen Frühblühern und deren Besuchern begnügen (wer findet das Insekt??).

Nature is still a little low-key but the weather forecast for the upcoming days will make sure that by Easter at the latest every tree will be shining in light green. Until then we have to make do with a few early bloomers and their visitors (who can spot the insect??).

Es scheint ein Jahr der Veilchen zu sein, denn auch der ehemalige Rasen vor dem Haus ist ein Meer in lila und ich werde den Teufel tun und da mit dem Rasenmäher drüberjagen – das war heute eine wahre Weide für diverse Wildbienen. Aber im Wald war es auch schön und so wunderbar ruhig.

It seems to be a year for violets, as also the former lawn in front of the house is a purple ocean and I will not destroy that with a premature use of the lawnmower – it was a real meadow for numerous wild bees today. But I loved to be in the woods as well, it was wonderfully quiet.

Am geplanten Pausenstandort fehlte zu meiner Enttäuschung die überdimensionierte Aussichtsliege, aber auch die Treppenstufen zur Aussichtsplattform eigneten sich als Sitzgelegenheit.

I had planned to take a break on the huge lawn chair with a view but to my disappointment that had been removed. But the steps to the viewing platform did the job.

So also heute mal nichts neues aus der Kreativsparte, doch das wird nicht mehr lange dauern! Habt eine gute Woche und bis bald!

Nothing new from the creative nook today but fear not – there will be soon! Have a good week, take care!

Barbara

 

Wandern im Frühling / Hiking in spring

Die Wettervorhersage war vielversprechend, aber es bedurfte heute Morgen wirklich aller Mittel, um diese knapp 20km-Wanderung zu starten. 5°C, Wolken und starker Wind. So bin ich dann zum Start der „Schleife ohne Namen“ am anderen Ende des Dorfes mit dem Auto gefahren… Aber einmal gestartet, war alles gut und schon bald wurde es ansehnlicher.

The forecast had been promising but it needed a lot of pep talk this morning to start on my 20km hike. 5°C, clouds and a strong wind. So I actually took the car to the start of this „Hike with No Name“, which was only at the other end of the village… But once I got going I was fine and soon things got more agreeable.

Der Weg führte von Barweiler Richtung Wimbach bis zur Brücke(nbaustelle) und von dort entlang des Wirftbach auf einen Höhenrücken zwischen Wimbach und Honerath, unterwegs Richtung Adenau. Ortschaften hat man auf der ganzen Wanderung nur gestreift und manche Abschnitte machten schon den Eindruck, als sei hier lange keiner mehr langgekommen.

The route took me from Barweiler in the direction of Wimbach up until the bridge (under construction) and on along the Wirft creek onto a ridge between Wimbach and Honerath, continuing to Adenau. This hike leaves all villages to be seen from afar and some parts of it did leave the impression of a road less traveled.

Oberhalb von Adenau kam ich zu einem Gedenkstein für Clemens de Lassaulx, der von 1844 bis 1886 Kreisförster in Adenau war und ordentlich aufgeräumt hat: es gab noch nicht mal genügend Brennholz in der Gegend (heute schwer zu glauben), auch zurückzuführen auf extensive Vieh- und Schafhaltung auf Heideflächen. Es kam zu einer Aufforstung mit Kiefern und Fichten im großen Stil.

A little above Adenau I passed this memorial to Clemens de Lassaulx who was the head ranger in Adenau from 1844 to 1886 and really got things back on track: there wasn’t even enough firewood around (hard to believe today), which was also due to extensive cattle and sheep operations on the heaths. He initiated large-scale reforestation projects, mainly with spruce and pine trees.

Der anschließende Eulenweg endet in einem Steilhang im Nichts – ist nicht gepflegt. Ich kam nur mit Hilfe eines anderen Wanderers querfeldein auf den darüberliegenden Wanderweg. Den sollte man besser nicht verlassen. Aber nicht nur wenige Wanderer liefen mir über den Weg:

The „Owl Path“ that followed ended suddenly on a really steep slope – it is not well maintained… or not at all? I needed the help of a fellow hiker to reach the path above that one – which I shouldn’t have left in the first place, as I now know. But not only fellow hikers crossed my path:

Der Zustand der Wanderwege war zumeist okay, aber wenn die Wegbeschreibung sagt, man solle nach 1,4 km rechts auf den Grasweg abbiegen, fragt man sich doch, ob es die richtige Stelle ist:

The paths were usually okay but when the guide says to turn right after 1.4 km onto a grass path which maybe or maybe not looks like this you do wonder whether it’s the right spot after all:

Ganz schön viele Windschäden waren auch zu finden, aktuell und eher ältere Fälle.

There were quite a few places with wind damage, recent and older.

Von Adenau jedenfalls ging es erst etwas Richtung Leimbach, um dann wieder nach Honerath umzuschwenken, wo es u.a. durch ein offenes Tal ging mit einer Pferdekoppel an der anderen. Überhaupt gab es auch viele schöne Aussichten.

From Adenau I continued in the direction of Leimbach, to turn towards Honerath again, where I came through a valley full of meadows. There were quite a few gorgeous views along the whole hike.

Über das Sellbachtal ging es zur Barweiler Mühle und wieder zurück an den Ausgangspunkt in Barweiler. Es waren knapp 20 km, für die ich 5 Stunden gebraucht habe, ohne größere Pausen (dafür war es dann doch zu kalt und windig). Und an der Barweiler Mühle hat die Gaststätte, die letztes Jahr so vielversprechend aufgemacht hat, leider zu.

By way of the Sellbach valley I reached Barweiler Mill and later the starting point in Barweiler. I needed almost exactly 5 hours for the not quite 20 km, without any major breaks (it was a tad too cold and windy for that). And the restaurant that had opened last year at Barweiler Mill was closed again.

Nun chille ich mit Larry und bin gespannt, was die kommende Woche bringt. Habt eine gute Woche und lasst euch nicht aus der Ruhe bringen.

Now I’ll go chill with Larry and wonder what the coming week has in store for us. Have a good week and keep calm.

Barbara

 

Winter, 36 h


In der Saison 2019/2020 waren uns offenbar zum guten Schluss (?) 36 Stunden Winter vergönnt. Und fast, um alles wieder gut zu machen, war das einfach nur ein wunderbares Winterwunderland. Viele Fotos, wenig Text.

The 2019/2020 season finally afforded us a 36-hour winter. And almost as if the weather gods tried to appease us (or me at least), it was a fantastic winter wonderland. Lots of pictures, little text.

Die Dörfer Hoffeld und Reifferscheid in der Ferne, beeindruckende Bäume ganz nah.

The villages of Hoffeld and Reifferscheid in the distance, impressive trees close to the touch.

Früh entschied ich mich, dass man für Schnee-Engel nie zu alt ist.

Early on I decided that you are never too old to make a snow angel.

Wahrscheinlich kann ich es zu jeder Jahreszeit, aber hier konnte ich mich gerade noch zurückhalten, mit verzücktem Geschrei auf diesen Baum zuzulaufen.

I’m probably ready to do that in any season, but I just about managed not to run towards that tree screming ecstaticly.

Gibt’s noch wen, den dieser Anblick in vollkommene innere Ruhe versetzt?

Anybody else out there feeling the calm this view produces?

Wild habe ich keins gesehen, nur viele Spuren – und fast noch mehr Hochsitze.

I didn’t see any deer other other non-flying inhabitants of the woods, but lots of tracks – and maybe even more perches.

Es war kalt, man sieht Eis, viel Schnee… und ich fühle einfach nur Wärme:

It was cold, you see ice, lots of snow… and all I feel is warmth:

Das war gestern. Heute ist alles KOMPLETT weg, als sei es nie dagewesen und nur ein schöner Traum… Habt ein schönes Wochenende!

That was yesterday. Today it is ALL gone as if it had never been there in the first place and just a wonderful dream… Have a great weekend!

Barbara

Mehr rot / More red

EmbCandles2

Bevor der Link bei den Jingle Belles zugeht für die heute endende Challenge zur Farbe rot, kommt dann doch nur wenige Stunden später gar ein zweiter Post an einem Tag. Rot domiert hier eindeutig und an dieser Karte hat mir, wie schon so oft, große Freude gemacht, dass es ein recycletes Stickmotiv von meiner Freundin Pauline aus Yorkshire ist.

Before the linky closes over at the Jingle Belles‘ on their current challenge focusing on red, let me quickly publish a second post within a few hours. Red is definitely the dominating color here and as so often, I had a particularly good time recycling an embroidered piece my friend Pauline from Yorkshire made.

EmbCandles1

Ich hatte noch rumgefrickelt mit „mehr“ auf der Karte, aber es hat alles nur die Stickerei gestört. Also: lieber gelassen. Auch diese Karte wird also in die Challenge gegeben bei

I had been fooling around with „more“ on this card but everything just distracted from the embroidery, so I decided I’d rather not do that. This card will be entered int othe following challenges:

Jingle Belles – Rudolph the *RED* nosed reindeer

Winter Wonderland: Anything Goes / Tribute to Eileen

The Holly and Ivy Christmas Challenge: # 66 – Anything Goes

Jetzt ist aber wirklich Schluss für heute!

Okay, that’s it for today – promise!

Barbara

Briefe für die Mutti / Letters to Mom (2)

Schon bald nach Beginn der Korrespondenz aus der amerikanischen Kriegsgefangenschaft gibt es einen Jahrestag zu begehen: am 07.12.1944 denkt Karl an seinen fünften Hochzeitstag. Auf mich wirkt das immer ziemlich abgefahren, wenn Leute in der Uniform heiraten… muss man das? Oder ist es einfach eine preiswerte Alternative zu einem Anzug, den man sonst extra würde kaufen müssen? Und manchmal frage ich mich, über welche absurden Kleinigkeiten ich mir so Gedanken machen kann…

Soon after he took up correspondence as a POW in the US, he mentions an anniversary: on December 7, 1944 Karl remembers his 5th wedding anniversary. I guess I have a somewhat different predisposition or does anyone else find it weird when people get married wearing uniforms… or is that mandatory? Or maybe it’s just an inexpensive alternative compared to buying a whole new suit in times when you need to be a penny pincher? And sometimes I wonder how seemingly little things can make me pause…

Mehr ein gemütliches Kaffeekränzchen als die große Party, aber vielleicht ist es einem danach am 07.12.1939 auch nicht. Mein Großvater war offenbar auf Heimaturlaub von der „Westfront“, wie sein Einsatzgebiet für den Zeitraum 26.08.1939 – 11.02.1940 im Wehrstammbuch gelistet ist.  Fünf Jahre später jedenfalls schreibt er:

Ich bin in alle Lande verschlagen worden und zum guten Schluss in amerikanischer Kriegsgefangenschaft gelandet. Führwahr kein rühmliches Ende […]. Du hast mir gegenüber das wesentlich schwerere durchgemacht. […] die vielen Bombenangriffe auf die Heimat.

It looks more like a coffeeklatsch than a party but maybe it wasn’t exactly the time for partying generally speaking on December 7, 1939. My grandfather must have been on home leave from what is listed as „west front“ in his army register for the period August 26, 1939 to February 11, 1940. Five years later he writes:

I have been all over the place and finally ended up as a POW in America. Certainly anything but an honorable ending […]. Compared to me you had to go through a lot more. […] all the bomb raids on our homeland.

“In alle Lande verschlagen”… ich finde Zeiten in Susterburg (?), Insterburg (heute: Chernyakhovsk), Bromberg (heute Bydgoszcz), Lingen/Ems, Minden, Südfrankreich… und ein Ort in Russland, den ich als Melerossowo lese, was aber bei einer Internetsuche in allen möglichen Schreibarten kein Ergebnis bringt. Dort jedenfalls kam es am 29.11.1941 zu einem “Kopfstreifschuss über dem rechten Auge”. Vielleicht mit ein Grund dafür, dass er nichts davon hielt, dass ich mich nach Russland aufmache. Und/oder, weil sein Bruder Leo 1942 in Frolowo gefallen ist. Das habe ich bei den Recherchen nebenbei auch noch rausfinden können. Mittlerweile ist sein Grab (von sterblichen Überresten dürfte nach fast 80 Jahren wohl keine Rede mehr sein) auf dem Friedhof Rossoschka zu finden. Ich schweife ab. In seinem Brief fährt er fort:

[Unsere Kinder] sind uns heilige Verpflichtung, ihnen gilt ja unser ganzer Kampf, den wir hoffentlich in Kürze siegreich beenden.  […] In alter Liebe und Treue zu Dir und der festen Überzeugung an den Endsieg, grüßt und küßt dich innigst Dein Karl.

“All over the place“ (and I definitely do not manage to translate his letters adequately, his style is much more old fashioned and convoluted)… I find periods in Susterburg (?), Insterburg (today’s Chernyakhovsk), Bromberg (today’s Bydgoscz), Lingen/Ems, Minden, Southern France… and a place in Russia which I read as Melerossowo, but internet searches with all kinds of variations didn’t yield any results. That was the place, though, where on November 29, 1941 he suffered from a „graze to the head above the right eye“. Maybe that’s why he didn’t want me to go to Russia. And/or the fact that his brother Leo fell in Frolowo in 1942. That was a „side find“ of my research. His grave is to be found on the Rossoschka cemetery (I guess almost 80 years later, there are no more mortal remains). I’m getting distracted. He continues:

[Our children] are our holy mandate, our fight – which will hopefully end victoriously soon – is for them. […] In old love (?) and loyalty to you and the unwavering conviction of the final victory, I greet and kiss you most intimately. Yours, Karl.

Believed to be Marie-Luise and Norbert, ca. 1945

Der Glaube an den Sieg, Ende 1944, als Kriegsgefangener weit ab des Geschehens. Was ist das? Gedacht zur Verbesserung der Moral – dies- und jenseits des Atlantiks? Schiere Verzweiflung? Muss man das vielleicht, damit man nach so vielen Jahren des selbst erlebten Elends und des anderer nicht vollkommen abdreht ob der Sinnlosigkeit? Welche Informationen haben sie in dem Lager bekommen? Vielleicht realistische und man musste das als Propaganda abtun, schließlich konnte man dem Feind ja nicht trauen?

Belief in the final victory, at the end of 1944, as POW far removed from everything. What is this? Meant to boost morale – on both sides of the Atlantic? Sheer desperation? Maybe you need to keep thinking that after so many years of misery for yourself, your loved ones and millions of others, or else you lose it completely, in face of the futility of it all? Were they kept informed about the developments back home? Maybe they were and you just had to take it as propaganda, because you can’t trust the enemy?

Karl and Finchen, Pentecost 1936

Es mangelt den Briefen wahrlich nicht an Material zum Nachdenken… doch genug für heute. Viele Grüße aus der leicht “gezuckerten” Eifel und auf bald!

There certainly is enough to make you think in these letters… but enough for now. Wintery greetings from the Eifel, with a touch of snow and see you soon!

Barbara

Briefe für die Mutti / Letters to Mom

Wie der geneigte Leser dieses Blogs im vergangenen Jahr verfolgt hat, habe ich viel Zeit und Energie unter anderem in das Ausräumen und Re-Organisieren meines Elternhauses gesteckt. Dabei stolpert man über so manches, einiges kommt in den Müll, vieles auf den nun wieder wachsenden Dauerflohmarkt – und hier und da gibt es etwas, das, zumindest emotional, in den Tresor kommt. So auch die „Briefe an die Mutti“, wobei es sich nicht um Korrespondenz mit der Kanzlerin handelt.

As a loyal follower of this blog you are aware that I have spent a lot of time and energy last year clearing and re-organizing my childhood home. Doing this, I came across all kinds of things, some go right to the bin, a lot ends up on my growing in-house yard sale (is that a contradiction in terms?) – and a few things find their way to the safe. Emotionally speaking at least. One of these are the „Letters to Mom“.

Dabei handelt es sich um eine Sammlung von Briefen, die mein Großvater Karl aus der über dreijährigen Kriegsgefangenschaft geschrieben hat. Nicht, wie der Titel vermuten lassen würde, an seine Mutter, sondern ein bisschen verstörenderweise an seine Frau Josefine, meine „Oma Finchen“. Es ist ein Heft, wie sie in der Schule benutzt wurden und werden und es ist nicht mehr zu klären, ob er noch in der Gefangenschaft eine Kopie angefertigt hat, oder die Briefe nach seiner Rückkehr nochmal abgeschrieben hat. Ich vermute ersteres, denn wenn ich alle Briefe zuhause finde, kann ich die auch einfach aufbewahren? Kein Originalbrief ist vorhanden.

It’s a collection of letters which my Grandfather Karl wrote while being detained as a prisoner of war for more than three years. Not, as the title makes you think, to his mother, but a little weirdly to his wife Josefine, my „Grandma Finchen“. It’s a notebook like they were and still are being used in school and I couldn’t find out whether he actually copied all his letters while being POW already or whether he copied them when he returned home. The former seems more likely – because wouldn’t you just keep the letters if they were around? But I didn’t find a single original.

Mein Großvater hat nie wirklich über den Krieg oder die Gefangenschaft gesprochen. In meiner Erinnerung wurde es zum ersten Mal Thema, als ich 1991 in den Sommerferien mit dem VdK drei Wochen „Kriegsgräber schrubbend“ verbringen wollte. Im Prinzip war mir total egal wo, Hauptsache billig möglichst weit weg, und irgendwie hörte sich Russland spannend an. Das hat ihm gar nicht gefallen und ich habe ihn zum ersten und letzten Mal mir gegenüber laut erlebt. Letztlich habe ich mich für La Cambe in der Normandie entschieden. Als es dann 1994 als Au Pair in die USA ging, fand er das gut, und erzählte von seinem ersten Frühstück mit Cornflakes und wie fasziniert er von einem Zahnarztbesuch war (es hörte sich für mich wie Fließbandabfertigung in einem Flugzeughangar an, aber es hat ihn nachhaltig beeindruckt).

My Grandfather never really talked about the war or his detention. I first remember it when in 1991 I planned to go „scrub war graves“ for three weeks with the German organization that takes care of all war cemeteries worldwide. I didn’t really care where as long as I could get as far away as possible for as little money as possible and thought Russia sounded satisfactorily exotic. He didn’t like that idea at all and it was the first and last time that his voice ever rose while talking to me. I ended up going to La Cambe, Normandy. When I went to the US as an Au Pair in 1994, he was all excited and talked about having cornflakes for breakfast and how fascinated he was from a visit to the dentist (which to me sounded like a mass processing in some hangar but apparently it had left a lasting impression).

Quelle / Source: VdK

Der erste Brief an Finchen ist datiert am 16.11.1944. Nach Auskunft des Bundesarchivs, das ich im März 2019 kontaktiert hatte, um mehr über diese Zeit im Leben meines Großvaters herauszufinden, wurde er allerdings bereits am 15.08.1944 in St. Tropez gefangengenommen. Kurz bevor das passierte, hatte er wohl das letzte Lebenszeichen von Finchen bekommen. Er teilt ihr Mitte November also mit, er sei „bei bestem Wohlergehen“ und dass

man sich gut pflegen und gesund erhalten kann. Ich betreibe viel Sport. Diese Betätigung hat mir ja schon immer zugesagt. Und dann lese ich viel.

Ferner kann man noch viel für seine Weiterbildung tun. Ein regelrechter Schulbetrieb ist aufgebaut, die verschiedensten Sachen werden gelehrt. Letztenendes sollen wir hier ja nicht verdummen, sondern demnächst gestärkt an Herz und Seele und Verstand in die Heimat zurückkehren.

The first letter to Finchen is dated November 16, 1944. I had contacted the Bundesarchiv in March 2019 to find out more about this time in the life of my Grandfather, and according to their records, he was detained in St. Tropez / France on August 15, 1944 already. Shortly before that happened, he last heard from Finchen. Now, four months on, he lets her know that he is „doing very well“ and that

one can take good care of oneself and keep healthy here. I do a lot of sports. I have always liked that. And then I read a lot.

Furthermore, we can work on our education. It’s like a real school here, all kinds of subjects are taught. We are supposed to return home with a healthy heart and soul and mind.

Zuallererst bin ich über den Kommentar gestolpert, dass er immer schon viel Sport getrieben hat, denn ich habe ihn nur als ewig Kreuzworträtsel lösend, den Kicker lesend, Zigarren Kette schmauchend und etwas unsicher auf den Beinen erlebt. Und auch lange vor meiner Zeit aufgenommene Bilder zeigen ihn eher am Spielfeldrand als darauf.  Doch dass man es als Kriegsgefangener in der USA (davon gab es 370.000 – von insgesamt 3 Millionen, die aber zum größten Teil in amerikanischen Lagern in Europa festgehalten wurden) eigentlich ganz gut aushalten konnte, ist ein Fakt. Zu Zeiten, wo die Genfer Konvention halt noch was wert war. Beim Deutschlandfunk Nova gibt es einen interessanten Podcast dazu, Beste Feinde. In welchem der 700 Camps auf amerikanischem Boden er allerdings genau war, weiß ich nicht. Im Brief vom 30. November 1944 ist der einzige Hinweis: „Die Gegend, in der ich mich befinde, ist eine Hochlandsteppe, 1.200m hoch. Das Wort Steppe besagt ja alles.“

I paused when I read that he had always been a very active sportsman. Because I remember him forever solving crosswords, reading Kicker (a soccer magazine), smoking cigars non-stop and being slightly shaky on his legs. And pictures taken of him long before I came into being also show him on the stands rather than on the playing field. But I found out it’s a well-known fact that as POW in the US you had sort of hit the jackpot. (There were about 370,000 of them of a total of 3 million in American custody but most of them were held in camps spread across Europe). I guess that was when the Geneva Convention was still widely recognized as being a sensible “invention”. Anyhow, there’s only a vague clue as to the location of his camp (one of about 700 on American soil) in his letter of November 30, 1944: “The area where I am now is a highland steppe, 1,200 m high. The word steppe says it all.“

Quelle / Source: Wikipedia

Es gibt noch viele weitere Briefe, aber für heute soll es mal gut sein. Mal sehen, wann die Fortsetzung folgt… 2020 macht leider so weiter, wie 2019 aufgehört hat. Einen schönen Restsonntag euch und hoffentlich auf bald!

There are many more letters but I have to let you go for today. To be continued at some point… unfortunately, 2020 has started in the same fashion that 2019 ended. Have a nice Sunday and hopefully „see you“ soon!

Barbara

Fuchsia Friday!

Bevor wir hier einsteigen in den Fuchsia Friday, dachte ich, ich wecke mal euren Appetit auf Winter und Weihnachten. Ich bin in einer wunderbaren Urlaubswoche und gehe wie immer in dieser Woche auf in Weihnachtsvorbereitungen jedweder Art. Der Erholungsfaktor ist wie erwartet hoch – wie soll es anders sein, wenn man schon zum Frühstück den Ausblick oben hat?

Before we dive right into Fuchsia Friday, I thought I’d wet your appetite for winter and Christmas. I’m in a wonderful vacation week and as every year, I have the best time doing all things Christmassy. The relaxation level is amazing as always – how could it be different if you start out your day with a view like the above at breakfast?

Dann schwinge ich mich vielleicht auf’s Fahrrad, um mal kurz am Stelzmannweiher vorbeizuschauen und zu gucken, wann die Oberfläche wohl Eishockey-fähig sein könnte…

Then I might go on a quick bike ride to Stelzmann Pond to check out when the surface could be ready for some hockey…

Später dann helfe ich Larry bei der Model-Karriere, in dem ich ein paar heiße Aufnahmen von ihr (und dem Baum) schieße.

Later, I help Larry with her modelling career, making a few hot shots of her (and the tree!)

Dann werfen wir noch einen kurzen Blick auf die Mausjagd-Statistik – läuft.

Then we have a quick look at the mouse kills – right on target.

Doch nun mal zurück zum Fuchsia Friday. Der Fundraiser für das Elisabeth Hospiz in Lohmar steht kurz vor der 1.000-Euro-Marke – vielen, vielen Dank für alle bereits getätigten Käufe, großzügigste Aufrundungen und Spenden! Ich hatte ja versprochen, dass im weiteren Verlauf immer mehr kommen wird und hier sind die Neuankömmlinge der Woche:

But now back to Fuchsia Friday. This year’s fundraiser for the Elisabeth Hospice in Lohmar is very, very close to passing the 1,000 Euro mark – many, many thanks to all of you who have already bought, rounded up most generously and „simply“ donated. As I had promised that the bazaar will be extended step by step, have a look at the newbies of the week:

Feuriges Apfel-Chutney / Spicy Apple Chutney
6,90 Euro per glass

Kokosmakronen, soft-baked / Coconut Macaroons, soft-baked
3,50 Euros a bag

Gefaltete Sternhänger, 3D / Star-shaped Ornaments, 3D
2 Euros a piece

Natürlich gibt es auch noch andere Dinge: wenige Gläser Pflaumen-Cranberry-Chutney (5,90) und Quitte-Weißwein Gelee (4,50) zum Beispiel und die Schokoladentorten, auf die ihr hier noch mal einen Blick werfen könnt. Die wunderschönen Karten von Marianne sind dezimiert, aber einige wenige sind noch da:

Of course some of the earlier goodies are still available: few jars of plum-cranberry chutney (5,90) and quince-white wine jelly for example and the chocolate „cakes“ that you can have another look at here. The beautiful cards made by Marianne are selling like hot cakes but these ones are still to have:

Zabaione-(8,50 Euro) und Eierlikör (5,00 Euro) sind noch im Angebot… und trotz der großen Nachfrage auch noch einige Paar Socken:

Zabaione Liqueur (8.50 Euros) and Egg Nog (5.00 Euros) are still available… and despite great demand a few more pairs of socks, too:

Die adretten Damen vom Huldufólk sind so gut wie auf dem Weg nach Deutschland und somit bald „live“ zu begutachten. Ob Elfen, Socken, Süßes, Herzhaftes oder Schwippsware: gebt euren großen Herzen einen Stoß – das Hospiz braucht eure Unterstützung! Alle Leitungen sind ab sofort freigeschaltet 😉

The neat ladies of Huldufólk fame have almost boarded their flight to Germany and can therefore soon be looked at in person. Fairies, socks, sweet or savoury treats, liqueurs: give your heart a push – the hospice needs your support! All lines are now activated 😉

Barbara