Ein Tag in… / A Day in… KOBLENZ!



Es gibt eine wichtige Richtigstellung zu machen. Ich war bislang maximal zweimal in Koblenz, wahrscheinlich vor etwa 25 Jahren, und fand die Stadt ziemlich gruselig. Von Straßenverkehrsplanern vergewaltigt, mit einem Unding eines innerstädtischen Einkaufszentrums – ich kann mich nicht mehr erinnern, wieviel ich überhaupt gesehen habe, aber es hat mir gereicht, um jedem, der mich gefragt hat, von einem Besuch abzuraten. Vielleicht war das damals noch berechtigt, heute ist dem definitiv nicht so (auch wenn man an der Verkehrsführung nicht mehr viel ändern kann… aussagekräftig auch das „Haus der Straßenverkehrs“, wo eine Fußgängerbrücke in einem Winkel von zwei Schienenstängen eine achtspurige Straße überquert, ein Hauch von Bangkok im Rheinland).

There’s an important correction to make. I have so far been to Koblenz twice, probably about 25 years ago, and absolutely hated it. Road traffic seemed to have been the focus of city planning, a horrendous inner city mall – I can’t recall how much of the city I even ventured to see but it was enough to henceforth tell everybody who asked not to go and waste their time. Maybe there was some truth to that at the time, today that is a straightout lie (even though not much can be done about the road system anymore… I thought it was telling to find the „House of Road Traffic“ on this eight-lane thoroughfare, crossed by a large pedestrian bridge, sitting in the angle of two railway tracks – a touch of Bangkok in the Rhineland).

Die Koblenzer Altstadt ist wunderschön! Die zahlreichen Plätze müssen auch bei meinem letzten Besuch schon da gewesen sein, aber vielleicht war das Stadtbild heruntergekommener, unaufgeräumter – ich weiß es nicht. Aus mehreren Ecken vernahm ich jedoch, dass der Vorlauf zur BuGa 2011 die Koblenzer fast den Verstand gekostet hat, weil die Stadt nur noch aus Baustellen bestand und dass sich das gelohnt hat. Ich kenne keine Zahlen und Aufrechnungen, aber schon, wenn es sich nur gefühlt „gelohnt“ hat, ist das schon einiges wert.

Koblenz‘ old city is beautiful! I suppose the numerous squares were there last time around already but maybe the city was less well taken care of, dirtier – I don’t know. More than once I heard, though, that the preparations for the Federal Flower Show in 2011 almost drove the Koblenzers insane as the city seemed to be one giant construction site but that it was worth it. I don’t know any numbers or calculations but even if they only feel it was „worth it“, I think that says a lot.

Vor dem Start der Veranstaltung, in der Mittagspause, vor dem gemeinsamen Abendessen bin ich hin und her geflitzt und habe Fotos gemacht, auch wenn wir am Folgetag noch eine Stadtführung hatten. Ich habe immer noch Lust auf mehr… und der angesprochene Weihnachtsmarkt auf den vielen kleinen Plätzen – das könnte was sein!

Before our event started, during lunch break, before we had the joint dinner I ran about taking pictures, even though we did have a sort of guided tour on the second day. I’m still ready for more… a very cozy Christmas market, spread about all those small squares, was mentioned – that could be an excellent occasion to return!

Die Rosen im kleinen, aber feinen Schlossgarten des Residenzschlosses waren noch nicht soweit, aber das Glitzern des Rheins hat den Entspannungsfaktor gleich mal hochgeschraubt. Apropos: wie man unschwer erkennen kann, war das Wetter absolut fantastisch. Und am Wasser kriege ich ja sowieso eigentlich immer gleich Urlaubsgefühl. Wasser gibt es hier wo Rhein und Mosel zusammenfließen, ordentlich. Und eine Seilbahn geht drüber, vom Deutschen Eck zur Festung Ehrenbreitstein.

The roses in the small but very nice garden of the Palace were not in bloom yet but the glittering of the Rhine did a lot to increase a feeling of instant relaxation. Talking about it: as you can easily see, the weather was absolutely gorgeous. Wherever there’s water, I feel like I’m on vacation anyway. And water there is, at the confluence of the Rhine and Moselle rivers. And a cable car runs across it! From „Deutsches Eck“ to the Ehrenbreitstein Fortress.

Mehr als einmmal war ich an die Rheinkreuzfahrt meiner Freundin Marlene im letzten Herbst erinnert – die sehr unter dem extremen Niedrigwasser gelitten hat. Beim Blick auf das Pegelhäuschen mit dem Rekordhoch von 1651 kaum vorstellbar.

I was reminded more than once of my friend Marlene and her Rhine cruise last fall which suffered a lot from the drought and extremely low water line. Hard to imagine, looking at the gauge house commemorating the record high of 1651 (among others).

Abschließend haben wir beim Weingut Göhlen noch einen zuerst enttäuschend modernen, im weiteren Verlauf aber sehr urigen Weinkeller besichtigen können. Weinproben sind bei mir ja immer vergebliche Liebesmüh – mittlerweile habe ich die Hoffnung aufgegeben, dass mir Wein mal schmeckt. Der Traubensaft jedoch war hervorragend!

The day came to an end at the Göhlen Winery where we toured an at first somewhat disappointing modern cellar before moving on to a very old one that did impress us all. Wine tastings are always lost on me – by now I have given up hope that I will ever acquire that taste. But the grape juice was delicious!

So, auf in eine neue Woche… genießt den Sonntagabend!

Getting ready for a new week… enjoy your Sunday night!

Barbara

Schon Mai?! / May already?!


Mal wieder ein kurzes Lebenszeichen von mir. Es ist viel los an allen möglichen Fronten, aber es geht voran. Bei Schnee und Hagel heute Morgen mag man nicht glauben, dass es schon Mai ist – und schon gar nicht, nachdem man die Ostertage schon barfuß im Garten genießen konnte. Meine Terrassenbepflanzung machte sich da gut – jetzt bin ich wieder zum nächtlichen Abdecken übergegangen.

A little hello from my side. I continue to be really busy with all kinds of things but I’m making progress. When I looked out at snow and hail this morning I had a hard time believing it’s May already – and more so after we had already been out and about barefoot in the garden at Easter. The plants on my porch were looking good back then – now I have to return to covering them during the night.

Die kleinen Kisten sind mein Versuch eines katzenklosicheren Kräuterbeets… aber Larry scheint dafür die Umgebung von Vergissmeinnicht zu bevorzugen. Ja, sie ist immer noch da und wird wohl definitiv so bald nicht woanders einziehen. Wir führen weiterhin Diskussionen darüber, wie Katzen sich in Relation zu Tischen aufzuhalten haben und machen Fortschritte. Auch wenn mein Home Office-Versuch anderes vermuten lässt:

The small boxes are an attempt at having a cat litter-free herb garden… but Larry seems to prefer the presence of forget-me-nots for that anyway. Yes, she is still around and has definitely come to stay. We continue to discuss how cats have to behave in relation to tables and make progress. Even thugh my attempt at a home office day may raise doubts about that:

Nach Übernahme des Hauses macht ein Gerät nach dem anderen den Abgang: Spülmaschine, Rührgerät, Staubsauger… und Karsamstag riss beim Versuch, den Rasenmäher aus dem Winterschlaf zu wecken der Seilzug. Ich stand hysterisch lachend im Garten und entschied, der Rasen sieht mit Löwenzahn, Gänseblümchen und Veilchen wunderbar aus. Ein Ersatzteil bestellte ich trotzdem umgehend und begab mich nach Eintreffen auch gleich an die Reparatur.

After taking over the house, things have started to fall apart: dish washer, mixer, vacuum cleaner… and when I tried to nudge the lawnmower out of hibernation on Holy Saturday, the rope pull snatched and I was found laughing hysterically in the garden. I then decided the lawn looks gorgeous with all the dandelions, daises and violets. Nevertheless, I ordered a spare part and then attempted a repair.

Das lief bestens, bis zur letzten Schraube, die ich verteufelt nochmal nicht lösen konnte. Also alles wieder zusammengesetzt und versuchsweise den alten, jetzt rausgefrickelten Seilzug einfach zusammengeknottet. Fünfmal, sechsmal, siebenmal… nichts. Achtmal… stotter, Rauch, nichts. Es ging noch einige Mal unter ständig wachsender Atemlosigkeit weiter, inkl. Anfeuerungsrufen à la „Liebchen, du willst es doch auch!“ und oh Wunder, beim gefühlt 37. Versuch lief das Teil. Genau einen Sack voll – und war danach nicht wieder zur Kooperation zu bewegen. Und ein minimaler Teil des Rasens gemäht. Kurz: ich konnte bei einer Nachbarin einen Rasenmäher leihen und wenigstens den Job zu Ende bringen.

That went well until I reached the final screw which I could not loosen if it had saved my life. So I put it all together again and on a whim decided to just tie the pieces back together. Tried to start it five times, six times, seven times… nothing. Eight times… stutter, smoke, nothing. I tried and tried, getting ever more breathless and cheering it on along the lines of „Come on, love, I know you want it, too!“ and surprise: at about the 37th try it came to life. And mowed one bag full – and was then not to be bothered to cooperate again and I was left with a small patch of lawn mowed. Long story short: a neighbor lent me hers to finish the job.

Ostermontag war ich auf einem Kurzbesuch der Abtei in Maria Laach, um dann bei bestem Wetter den Kratersee zu umrunden – man wäre ja am liebsten reingesprungen! Und nach Ostern gab es bei der Premiere von „Die Mampen – Lieder und Geschichten im Transit“ einen wunderbaren Abend:

I paid Maria Laach monastery a brief visit on Easter Monday before setting out to circle the crater lake, in this gorgeous weather that made you wish you had brought your bathing suit! And after Easter I had the pleasure to be present at the premiere of „Die Mampen – Songs and Stories in Transit“:

Es war unterhaltsam, bewegend und hochinteressant. Dazu konnte ich mein mangelndes Wissen über die deutsche HipHop-Szene etwas aufpolieren, denn zur Premiere gab sich auch Eko Fresh die Ehre – neben dem Kölner Chor für türkische Musik. Die nächsten Termine sind in Essen und Nürnberg, sollte ich euer Interesse geweckt haben. Und damit verabschiede ich mich für heute, macht’s gut!

It was entertaining, moving and hugely interesting. And on top of that, I was able to expand my non-existent knowledge about the German hip hop scene as Eko Fresh was a special guest, along with the Cologne Choir for Turkish Music. The next tour dates are Essen and Nürnberg in case you’re interested. And with this, I’ll let you go!

Barbara

Handwerkliche Grüße / Another kind of crafty


Über zwei Monate bin ich nun schon dabei zu testen, ob das was werden könnte mit dem Dorfleben und mir. Es waren zwei ziemlich anstrengende Monate, nicht nur wegen des Tests, sondern auch wegen einiger anderer Dinge, die so „nebenher“ noch liefen. Aber es geht voran und bevor ich ab morgen für zwei Wochen wegen eines Besuchs zu gar nichts mehr komme, wollte ich euch mal schnell auf Stand bringen. Ich hatte mir vorgenommen, ein „Dopelzimmer“ zu renovieren, was in den letzten Wochen so ziemlich die meiste freie Zeit in Anspruch genommen hat. Das war die Ausgangslage:

I’ve been testing for more than two months now whether I’m cut out for village life (you need to know: this is where I spent the first 19 years of my life). These were two really demanding two months, not necessarily because of this experiment but because of a few other things going on „on the side“. But there’s progress and as I will be MIA for two weeks as of tomorrow due to a guest, I want to give you an update tonight. I had planned to re-do a „double room“ which is what most of my free time was allotted to over the past two months. This was the starting point:

Naja, eigentlich war die Ausgangslage, dass das Zimmer zusätzlich zum noch zu sehenden Mobiliar komplett zugeknallt war mit einer weiteren Schrankwand, einem weiteren Bett, zwei Regalen, einem Sofa und Kisten, Kisten, Kisten. Und überall war viel drin, was auch noch gesichtet werden wollte. Das hat sich gelohnt, was weitere Beiträge in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft dann zeigen werden. Gleichzeitig haben wir noch ein anderes Zimmer geleert und fanden mit Hilfe von Nachbarn auch einen Weg, einen unglaublich schweren, klobigen, motorisierten Sessel aus dem Haus zu bugsieren:

Well, the real starting point was a room which in addition to the furniture you can still see above was cluttered with another wall unit, another bed, two shelves, a sofa and boxes, boxes, boxes. And all was filled to the brim with stuff that needed to be looked at. It was worth it which I hope to be able to show with a few posts soon. In a parallel process, we completely cleared another room and with the help of neighbors also found a way to get out the incredibly heavy, bulky, motorized armchair:

Ich hatte entschieden, den langen 60er Jahre (?) Einbauschrank in der Schräge zu behalten – aber mit ein paar Änderungen. Ein Schreiner ist damit beauftragt, für die untere Ebene drei Schubladen anzufertigen und oben links aund rechts außen die Regale mit Türen zu versehen. Das zieht sich noch hin (siehe Fachkräftemangel), aber er überzeugte mich, dass ich das Abschleifen und Streichen des Schranks selbst übernehmen sollte. Spaß habe ich an solchen Dingen ja immer schon gehabt, aber die halbe Zeit hatte ich die diversen Physiotherapeuten etc. aus der Reha im Ohr, was ich alles nicht mehr machen soll…

I had decided to keep the cupboard that was built into the slant in the late 60s (I guess) – but with a few changes. A carpenter is going to make three drawers for the lower level and two doors to cover the shelves at the outer left and right. That will take a little while longer (see: lack of skilled workers), but he convinced me that I should do the sanding and painting myself. I’ve always enjoyed doing these things but most of the time I had the voices of the physiotherapists and the like in my head, telling me what I should avoid doing…

Abschleifen, grundieren, wieder abschleifen, streichen, wieder abschleifen, streichen… oben drauf vier Mal, bis es mir gefallen hat. Dazu das Einbauregal. Dann Wände und Decke… und ich musste feststellen, dass die Zeit des Deckestreichens vorbei ist, aber glücklicherweise war meine Schwester zur Stelle und ich konnte im Gegenzug den Fiddelkram auf ihrer Baustelle übernehmen. Und nun habe ich auf der einen Seite ein Schlafzimmer, in dem der wunderbare Quilt richtig zur Geltung kommt und auf der anderen Seite mein Bastelreich. Da gibt’s jetzt sogar eine Nähmaschine. Ich kann zwar nicht nähen, aber sie war da und wurde integriert…

Sanding, priming, sanding again, painting, sanding again, painting… four layers of paint on the top before I decided it was okay. Then the built-in shelf and the walls and ceiling… and I had to admit that the time of painting ceilings is over for me but luckily my sister was also at the house that weekend and could take over while I did the jobs that take time and patience on her construction site. Now I have a bedroom in one half where the wonderful quilt can finally truly shine and on the other side my creative nook. It now even features a sewing machine. I can’t sew but it was there, so I added it…

Dem aufmerksamen Beobachter wird ganz zu Anfang nicht entgangen sein, dass da eine Katze im Bild war. Diese Katze hat sich offenbar entschieden, dass sie auch hier wohnen möchte. Mittlerweile erwartet sie mich jeden Tag… und am Wochenende sitzt sie schon maunzend vor der Tür, wenn ich zum Frühstück runterkomme. Sie war offensichtlich kein Streuner und gehörte irgendwo hin. Hier wird sie nicht gefüttert – was sie nicht davon abhält, den ganzen Tag hier zu verbringen, wenn ich da bin. Mittlerweile weiß ich, wem sie gehört und fühle mich geehrt, dass sie meine Gesellschaft einem Leben in Luxus vorzieht – sie (oder er?) lässt sich also nicht von Äußerlichkeiten täuschen. Aber hat das jemals eine Katze? Sie ist eine wahnsinnige Klette, folgt mir auf Schritt und Tritt und man kommt eigentlich zu nichts, überall ist sie mittendrin statt nur dabei. Ich weiß nicht, wie das weitergehen soll.

If you looked closely at the first picture, you will have noticed that there was a cat. This cat apparently decided that she also wants to live here. She’s now waiting for me every day… and on the weekend she sits in front of the door meowing away when I come downstairs for breakfast. It was obvious that she’s not a stray cat and belonged somewhere. I don’t feed her – but it doesn’t keep her from spending whole days here (as long as I am home). In the meantime, I found out where her home is (supposed to be), and feel honored that she prefers my company over a life of luxury – she (or he?) is not deceived by appearances. But was any cat ever? She is incredibly clingy affectionate, follows me everywhere and I don’t get around to much, she’s in the midst of everything. I don’t know where this should lead…

So, die Bastelecke ist noch einzuräumen und das führe ich mal besser fort… und dann kommt hoffentlich bald auch mal wieder was aus der Kreativwerkstatt. Es wird sowas von Zeit… Habt ein schönes Restwochenende! Und Frohe Ostern!

Okay, I’d better finish setting up the creative nook… and hope to be able to post about creations from there some time soon. It’s high time! Enjoy the weekend! And Happy Easter, too!

Barbara

Dorf mit Aussicht / Village with a View

Vom letzten Beitrag über Thailand geht es weiter mit der Eifel. Es ist schon wieder viel Zeit vergangen, wo ist der Februar geblieben? Ich komme zu nichts und doch zu viel. Der Blick oben ist der aus dem Garten meines Elternhauses, das meine Schwester und ich geerbt haben, als unser Vater im vergangenen Oktober verstorben ist. Die Frage, die sich uns stellt(e): was macht man mit einem Haus in der Eifel? Nach einiger Überlegung haben wir entschieden, dass wir wir uns eine solide Basis für eine Entscheidung schaffen müssen und deswegen probewohne ich da jetzt. Das größte Problem: Aufstehen um 5:15 Uhr, damit man dem Hauptberufsverkehr voraneilt. Wir räumen noch viel und bald kommt hoffentlich etwas Farbe an die Wände zumindest eines Zimmers – das Experiment ist in der fünften Woche und läuft gut.

From my last post about Thailand I jump right into the Eifel. A lot of time has already passed, where did February go? I don’t seem to get anything done and a lot at the same time. The view above is from the garden of my family home which my sister and I have inherited last fall when my father passed away. The question in need of an answer: what to do with a house in the Eifel? After some deliberation we decided that we need a solid basis for a decision and so it came about that I’m now „test living“ there. The biggest problem: getting up at 5:15 a.m., in order to beat the rush hour traffic. We are still clearing room after room and hopefully one room will soon be done and „my“ room. The experiment is in its fifth week and so far going well.

Ich hatte sogar schon Gäste zum Wochenende: meine Patenkinder und ihre Mutter. Ich war etwas in Sorge, ob sie sich wohlfühlen würden. Das Wetter war eher bescheiden, so dass wir keine großartigen Ausflüge unternommen haben. Aber Hochsitze, etwas Dendrochronologie und die Suche nach Sternchenmoos waren für den ersten Tag schon vollkommen ausreichend. Und Karneval war ja auch noch im Spiel. Die Küche wurde dekoriert, es wurde kostümiert „durch die Häuser gegangen“ und dann noch der Rosenmontagszug geguckt:

I’ve even had weekend guests already: my godchildren and their mother. I was a bit worried whether they would like it. The weather was crappy so we couldn’t really go on any fancy outings. But checking out raised hides, doing a little dendrochronology and the search for Irish moss were more than sufficient for the first day. And then there was carnival, too. We decorated the kitchen, went „through the houses“ as it’s called (a little like trick-or-treating but better) and then of course there was the parade on carnival Monday:

Wir haben einige sehr schöne Wagen und Fußgruppen gesehen und für ungefähr die Hälfte der Wegstrecke hat auch das Wetter mitgespielt (bevor es dann richtig fies wurde) – für mich der schönste Wagen allerdings war der von Alice im Wunderland, äh, Addene Land.

We saw quite a few nicely done floats and groups on foot and for about half of the way the weather was cooperating when it suddenly turned really nasty. The float I liked most, though, was the Alice in Wonderland inspired one.

Nun denn. Ich werde euch also auf dem Laufenden halten. Es könnte hier kurzzeitig zu einem Renovierungsblog werden… Auf bald!

Alright then. I will keep you posted. The blog might turn into a home improvement one for a while… See you soon!

Barbara

A Sixth Day in… BANGKOK


Wenn man sich den Komplex mit und um den Königspalast ansehen möchte, sollte man sich gleich als erstes morgens aufmachen, da sich dorthin ausnahmslos jeder Tourist begibt und es entsprechend voll ist. Ich war nur ganz kurz nach Öffnung der Tore da und es war brechend voll und entsprechend anstrengend bei dazu noch schwülen 34 Grad und Smog. Doch auch wenn ich zum Ende meines fast dreistündigen Aufenthalts dachte, ich müsste der nächsten für ein besonderes Erinnerungsfoto posierenden Touristin an die Gurgel gehen, würde ich den „Grand Palace“ auf jeden Fall wieder besuchen.

If you plan to visit the Grand Palace and the other accessible areas of its compound, go there early in the morning because this is where every single tourist will go so you can imagine the crowds. Maybe. I got there only minutes after the official opening and it was absolutely crowded and really exhausting at a muggy 34°C and smog. But even though I felt, at the end of my almost 3-hour visit, that I would choke the next tourist who would pose forever for a very special picture, I would definitely visit the Grand Palace again.

Das größte Problem an diesem Beitrag war die Fotoflut. 250 Fotos in drei Stunden spiegeln einfach wieder, was das Anwesen für eine absolute Reizüberflutung ist. Die öffentlich zugänglichen Areale, besonders im Bereich des Wat Phra Kaew, des Tempels des Smaragd-Buddha, wirkten auf mich ein bisschen „zugeknallt“ mit allen möglichen Gebäuden, Statuen usw. Das hat aber nichts daran geändert, dass ich staunend von einer Ecke in die andere und wieder zurück und noch mal quer drüber usw. gegangen bin.

The biggest problem about this post was the sheer number of photos. I took about 250 in 3 hours – which goes a long way to tell you what a sensory overload it all is. The areas which are open to the public, especially around the Wat Phra Kaew, the temple of the Emerald Buddha, to me seemed to be too densely built up – temples, statues, other buildings etc. But that didn’t stop me from walking around completely awe-struck, from here to there and back again and once more.

Nur wenige Leute interessierten sich für die Galerien (Phra Rabieng), die ähnlich wie ein Kreuzgang den Tempelbezirk umgeben. Dabei wird hier in detailreichen Malereien ein riesiges hinduistisches Epos erzählt. Es geht, grob gesagt, um den Sieg des Helden Rama über das Böse und entsprechend pompös ist das einerseits. Andererseits aber gibt es viele Dinge zu entdecken… ich frage mich immer noch, wem die vollbusige Dame da wohl zulächelt… vielleicht dem schmerbäuchigen Mann im Nachbarhaus?

Only very few people were interested in the galeries (Phra Rabieng) circling the temple compound. Very detailed murals tell the story of a Hindu epic about the hero Rama and his victory over evil, so on the one hand it’s really pompous but on the other hand there are also so many little things to discover… I still wonder who this bosomy lady is smiling at… maybe the paunchy guy next door?

Sich dieses Epos anzusehen hatte den zusätzlichen Reiz, mal etwas Ruhe zu haben und in den Schatten zu kommen – nicht zu vernachlässigende Aspekte. Aber schnell zog es mich auch wieder nach draußen, z.B. in den Glitzer der Bibliothek.

Checking out this epic had the added value of getting a break from the crowds and a welcome rest in the shade. But there was so much more to have a closer look at, the glittering library for example.

Für mich sieht dieser Deko-Overload hier (und auch an anderen Tempeln) so aus, als hätten sich die Handwerker oder Künstler da richtig ausleben können – aber vielleicht täuscht das? Auch wenn die vielen Figuren unterschiedlich gestaltete Gesichtszüge usw. haben, ist vielleicht doch alles nach irgendeinem Muster? Oder diese „blütenprächtigen“ Dachkonstruktionen…

I was wondering if this decoration overload on the buildings and statues (here and in other places) means that craftsmen or artists were allowed to get really creative – or maybe the different faces on statues are still following a certain pattern? Or look at these „flowery“ roofs….

Der eigentlich Palast ist dann fast langweilig, so farblos. Könnte daran liegen, dass hier architektonisch Europäer die Hände im Spiel hatten. Selbst das thailändische Dachdesign war ursprünglich nicht vorgesehen, sondern eine dem Stil des restlichen Gebäudes eher entsprechende Kuppelkonstruktion.

In comparison, the actual Royal Palace is almost boring, lacking in color. Maybe because the architects were from Europe… Even the Thai design of the roof was not part of the original plan which foresaw a construction more in line with the style of the rest of the building (cupolas).

Einen guten Blick von oben bietet dieses Video – das auch einen Eindruck davon vermittelt, wie beliebt der 2016 verstorbene 9. Rama, König Bhumibol Adulyadej, in Thailand war. Szenen aus seinem Leben sind unterlegt mit einer von ihm gehaltenen Rede und wechseln sich ab mit Szenen einer Gedenkveranstaltung. Hoher Gänsehautfaktor.

You can get a good view of this compound from above in this video – which also serves to give you an idea of how popular the 9th Rama, King Bhumibol Adulyadej, who passed away in 2016, was in Thailand. Scenes from his life alternate with those of a commemoration event, with the recording of one of his speeches from the off. High risk for goose bumps.

Barbara

A Fifth Day in… BANGKOK


Wer hätte das gedacht: Beton kann faszinieren. Bislang hatte ich nur Vertreter des Brutalismus näher kennen- und nicht gerade lieben gelernt. Und Liebe geht vielleicht auch hier etwas weit, aber besonders die „Schlangen“ der erhöhten Verkehrswege, zumeist des BTS Skytrain-Systems, habe ich mir immer wieder angesehen. Der Verkehr läuft hier gestapelt und mir fallen bis zu 6 Ebenen ein: U-Bahn, Wasser, Straße und dann bis zu drei Stockwerke in den Himmel rein, Züge, Straßen, Fußgängerbrücken oder -zubringer. Fußgängerbrücken auch schonmal locker 300m einfach über dem Bürgersteig, da lässt’s sich ja dann auch viel ruhiger flanieren…

Who would have thought: concrete can be fascinating. Until now, I had only come across brutalist architecture and hadn’t exactly grown fond of it. To say that I’ve now fallen in love with concrete mega structures would be pushing it but especially the „snakes“ of raised transportation arteries, mostly the BTS Skytrain system, caught my amazed eye on a regular basis. Transportation happens on several levels and I can think of at least 6: subway, water, street and then up to three raised levels on top of each other, trains, streets, pedestrian bridges or feeder paths (if that is a word). Pedestrian bridges can easily be 300m long, right above the actual sidewalk – and it makes for a much more relaxed stroll…

Ich war dann tatsächlich auch noch allein unterwegs – eigentlich ja an allen Tagen bis auf einen. Und den Golden Mount hatte ich mir auch noch vorgenommen, ein künstlich angelegter Berg innerhalb des Wat Saket Tempelkomplex. Der Aufstieg war weit weniger anstrengend als befürchtet und eine leichte Brise machte die Aussicht auf die Stadt noch angenehmer.

By the way: I did explore Bangkok by myself mostly – actually on all days except one. The Golden Mount was also on my list, an artificial hill within the Wat Saket compound. The ascent was a lot less demanding than I had feared and a wonderful breeze on top made me linger, looking at the city.

In Sachen Verkehrswege ging es dann weiter mit einer Kanalfähre. Oder vielleicht sollte ich sagen: mit einem eher nicht schnittigen Schnellboot. Das Tempo ist wirklich teilweise atemberaubend und die Schaffner brauchen keine spannenden Hobbies wie Bungeejumping oder Paragliding nach Feierabend mehr. Die balancieren die ganze Zeit außen auf den Booten rum, den Arm über dem Stahlseil, während sie Tickets verkaufen. Wenn es richtig schnell wird, gehen sie, den Arm weiter eingehakt, in die Hocke und machen sich windschnittig. Zu verstehen, wann man die Haltestelle erreicht hat, wo man aussteigen will, ist eigentlich unmöglich, aber es wurde mir von anderen Fahrgästen immer freundlich geholfen.

Talking about transportation arteries: I continued with a canal ferry. Or to give you a better idea: with a rather not streamlined speed boat. The speed really is breathtaking at times and the conductors do not need any after hours thrills like bungee jumping or paragliding. They balance on the outside of those boats all day, the arm hooked onto a steel wire, while selling tickets. When the boat really speeds up, they squat down, arm still hooked onto the wire, and try to be as streamlined as possible. It is hard to understand when you’ve reached the stop you had in mind, impossible really, but I always got very friendly support from helpful locals.

Eine Haltestelle gibt es nahe des Jim Thompson House (man kann so sehr gut dieses und den Golden Mount verbinden), das ich erst nicht so auf der Tagesordnung hatte – wäre aber schade gewesen, wenn das hintenrunter gefallen wäre. Der Herr war ein amerikanischer Architekt, der nach dem zweiten Weltkrieg in Thailand hängenblieb und erfolgreich in Seide machte. Das Haus ist eigentlich ein Komplex aus 6 traditionellen thailändischen Holzhäusern, die leicht verwunschen in einer Dschungellandschaft am Kanal liegen. Es hat mir sehr gut gefallen. 1967 machte er eine Reise nach Malaysia, auf der er verschwand. Bis heute weiß man nicht, was ihm passiert ist.

One stop is close to the Jim Thompson House (it’s a perfect connection between the Golden Mount and this), which I hadn’t originally considered – it would have been a shame if I had missed out on that. The gentleman was an American architect who decided to make Thailand his home after WWII and make a career in the silk business. „The house“ is really a compound of six traditional Thai houses, located in an enchanted little jungle garden by the canal. I really enjoyed the visit there. Thompson disappeared on a trip to Malaysia in 1967 and to this day nobody knows what happened to him.

Und nun ist’s mal wieder Zeit für Pause… auf bald!

And now it’s time for a break again… take care!

Barbara

A Fourth Day in… BANGKOK


Auf unserer Tour haben wir zwar auch gelernt, wie man die Blätter von Lotusblüten dekorativ faltet, aber worauf ich heute eigentlich eingehen will, ist das Essen. Darüber kann man gar nicht genug erzählen, auch wenn ich sicher nur an der Oberfläche gekratzt habe, denn schon von der Schärfe her muss ich ziemlich früh die Segel streichen.

We also learned how to fold the petals of a lotus (no, I don’t know why that is deemed necessary – I was so dumbfounded I didn’t even ask) but that is not what I want to talk about today. I want to talk about food. With regard to Thailand, you couldn’t possibly talk too much about it even though I certainly only experienced the tip of the culinary iceberg: dishes that are unbearably hot for me are sometimes considered about as unbearably bland by friends in Germany.

Das war eine meiner größten Sorgen, dass ich mich im Land der Köstlichkeiten eben deswegen womöglich bei dem Goldenen M und mit Pizza jedweder Provenienz durchschlagen muss. Doch weit gefehlt. Nicht alles ist von vornherein scharf. Manche Dinge werden erst durch extra Saucen oder einen Löffel geschnipselte Chili dazu… kann man ja dann weglassen. Wo wir auf der Tour langkamen, war die Old Siam Plaza. Und um es vorweg zu sagen: da war ich in der einen Woche dann noch zweimal. Und hauptsächlich deswegen:

It was one of my biggest concerns that maybe I would have to eat at the „Golden M“ all the time and have pizza in between – while being in a country known for its excellent cuisine. Well, no. To start with, not everything is hot. Some dishes are hot only after you’ve poured additional sauce or a spoonful of chopped chilis over it… so I just passed on that. The tour also brought us to the Old Siam Plaza and it may well have become one of my favorite places where I went two more times in the course of only that one week. And this is why:

Diese kleinen Pyramiden. Ich habe keine Ahnung, wie sie heißen, oder in welche eher harten Blätter der Inhalt gelegt wird – es ist auch egal. Noch weniger konnte ich mir bei Betrachtung der Einzelteile vorstellen, dass das schmeckt (getrocknete Shrimp-Flocken in einer Art Palmzuckersirup, Schalotten, Erdnüsse, Limonenstückchen) und ich kann auch nicht beschreiben, wonach das schmeckt – ihr müsst mir einfach glauben: sie schmecken göttlich. Und wahrscheinlich ist in den Blättern noch irgendein Suchtstoff versteckt… ich wollte die einfach nur immer wieder essen.

These little pyramids. I have no idea what they’re called or what those rather hard leaves are that they use to wrap the contents – but it doesn’t matter. When it came to the filling, I could not imagine that this concoction of shrimp flakes in palm sugar syrup (I believe), shallots, peanuts and tiny pieces of lime could be any good. And I also can’t describe what it tastes like – you just have to take my word for it: they are divine. And the leaves may or may not contain some addictive substance… they were always on my mind.

Süß oder herzhaft gefüllte Mini-Crepes, Fleischspieße, gedämpfte Knödel bzw. Teigtaschen… aber auch sehr viel leckeres im Bereich süßer Nachtisch. Allen voran sticky rice mit Mango und Kokosmilch, Mango- und Kokoseis mit diversen exotischen Toppings – alles sehr, sehr gut! Aber mein Favorit hier waren wohl die kleinen orangen Dinger auf dem Foto oben: Süßkartoffelbällchen in Eigelb getunkt und dann frittiert. Palmzucker wohl auch hier im Spiel.

Mini crepes, sweet or savoury, meat skewers, steamed dumplings… and quite a lot for a sweet tooth like me as well. First of all sticky rice with mango and coconut milk, mango and coconut ice-cream with several exotic toppings – very good, the lot of them! But my favorite must be these small orange things on the picture above: tiny sweet potato balls dipped in egg yolk and fried. I think palm sugar must have played a part here as well.

An wieder eher weniger geschniegelter Stelle (doch nicht weniger lecker) konnte ich wieder meiner Freude an unglücklich formulierten Schildern fröhnen. Hier darf man sich anstellen und wenn man die Theke dann erreicht hat, den Abgang machen – vermutet unverrichteter Dinge…

At one of the less fancy (though equally tasty) places again I found this hilarious sign: queue here… but „quit“ once you reach the counter, it seems to say…

Aber vielleicht wurde ich auch einfach schon ein bisschen müde, wie jetzt auch! Gute Nacht und auf bald!

But maybe I was just getting a bit tired, like now! Good night and take care!

Barbara