A Day on… HOLMENKOLLEN!

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Über türkischer Pizza (einmal mit, einmal ohne Fleisch) mit einer Kollegin Ende Oktober 2015 kam es auf einmal über mich: „Ich werde zum Holmenkollen fahren, jawoll!“ Sie sah mich nur verständnislos an und fragte: „Was ist das, Heulenkeulen?“ Das war bei uns zuhause, so lange ich denken kann, ein Begriff. Holmenkollen, Kandahar, Lauberhorn, Hahnenkamm – wo auch immer Wintersport auf Skiern in jedweder Form stattfindet: wir sind dabei. Mittagessen, die entweder vorverlegt oder mit Blick auf die ersten Starter eines traditionellen Abfahrtsrennens eingenommen werden. Gespült wird, wenn gerade Nachrichten kommen, bevor es dann zum Biathlon an einen anderen Standort geht. Aber der Holmenkollen, der hatte es mir immer besonders angetan.

One day back in October 2015 I was having lunch with a colleague when it suddenly hit me: „I will go to Holmenkollen, yes!“ She just looked at me blankly and asked: „What’s this Heulenkeulen?“ In my family Holmenkollen had been a household name as long as I can remember. Along with Kandahar, Lauberhorn and Hahnenkamm – any place where professionals (and others, for that matter) compete on skis of any kind, we would be „there“. Lunches that were either eaten earlier (due to the race schedule) or taken while watching the first starters of a traditional downhill race. Dishes can wait for the first news program before they switch venues and start the broadcast from the biathlon race. But I had always been particularly taken with Holmenkollen.

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Der Holmenkollen ist sozusagen der Hausberg von Oslo. Man kann sich in der Innenstadt in die U-Bahn Nr. 1 setzen und direkt hinfahren, auf gut 300 m hoch, und man weiß, man ist in der richtigen Bahn, wenn immer mehr Leute im Skidress und den Brettern in der Hand zusteigen. Daran erinnere ich mich auch noch vom Besuch 1998. Da waren wir auch oben und die Arena eine Baustelle. Die ganze Anlage ist absolut malerisch und das Holmenkollen Skifest, zu dem ich angereist war, ist ein echtes Volksfest. Da sind die Skispringer, Skilangläufer und Nordische Kombinierer alle an einem Wochenende da – man kann sich also die volle Dosis geben.

Holmenkollen is basically Oslo’s landmark mountain. You can board subway line no. 1 downtown and just go there, climbing 300 meters in elevation – and you know you’ve boarded the right train when more and more people in ski dress and skis in their hands get on. That was already a fascinating sight when I was here in 1998. We had been up there to check out the arena, too, but it was under construction. The whole complex is just picturesque and the Holmenkollen Skifest for which I had come here, is a real festival. The professional ski jumpers, cross country and nordic combined skiers come here all on one weekend – you can have it all.

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Auftakt war das Damenskispringen am Donnerstag – und hier handelt es sich übrigens mal um Abendsonne! Ich gebe zu, so wirklich interessiert war ich nicht, aber ich hatte die verheerende Wettervorhersage für das Wochenende gehört und entschieden, dass ich allein wegen der Fotos rauf musste. Das Sprungstadion ist absolut beeindruckend. Es ist das dritte, das ich live kennengelernt habe und ich muss sagen, kein anderes hat mich bislang so still werden lassen. Vielleicht geben die Fotos ja wieder, wie steil der Aufsprunghügel hier ist. Du könntest mich mit Skiern unterhalb des Schanzentisches abstellen und ich würde mir in die Hose pinkeln, wenn ich nur runterfahren sollte.

The first event was the Ladies‘ Ski Jumping World Cup – and by the way, this is evening sun for once! I admit, I wasn’t really interested in this event but I was up to date on the devastating weather forecast for the weekend and decided I needed to come up here for the pictures to start with. The ski jump arena is really impressive. It’s the third that I have seen IRL and I have to say that the other two didn’t make me stand there in awe as much as this one did. Maybe the pictures are telling – can you get an idea of just how steep the ramp / landing zone is? You could place me on skies right underneath the platform where they jump off, just to go downhill, and I would be wetting my pants, I’m pretty sure.

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Man kann auch erkennen, wie mangelnd das Interesse an diesem Wettkampf war – aber was sage ich, ich war ja selbst auch nicht deswegen gekommen. Sondern wegen des wunderbaren Schnees in perfekt präparierten Loipen, auf die ich mich eigentlich selbst gern sofort geschmissen hätte, und um rauszufinden, wo ich mich beim 50km-Rennen der Herren am Samstag am besten platzieren würde. Bei der Erkundung der Stadt lasse ich mich vielleicht vom Zufall treiben – auf keinen Fall bei einem so wichtigen Event 😉

You can also clearly see that there was not a whole lot of interest in this competition – but who am I to judge, I came for different reasons myself. For the wonderful snow in perfectly prepared tracks that I would have loved to try myself on the spot. And I had come to figure out where to go to watch the 50km men’s race on Saturday. I might just see where the day takes me when it comes to sight-seeing – but never for endeavours as serious as this one 😉

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Und es kam, wie es vorher gesagt war. Es wurde warm, es gab Dauerregen und mit der dickste Nebel, den ich je gesehen habe, hielt Einzug. Wann muss man überhaupt losfahren? Die ersten Sonderzüge waren für kurz nach 8 Uhr angesetzt und so habe ich die angepeilt. Ich hatte kaum geschlafen – eine Mischung aus Aufregung und Kaffee nach 17 Uhr – und war noch viel früher wach, so das ich letztlich gegen 8:15 schon im Stadion war. Leider sah es dann dort so aus:

And the weather lived up to the forecast. A warm front came in, bringing continual rainfall and this thickest fog on (my) record. And when would be a good time to go there, anyway? The first special trains were scheduled for shortly after 8 am so I decided that was the time to go. I had hardly slept at all – a combination of excitement and too much coffee after 5 pm, I suppose – and was up even earlier and just left the house. So I reached the stadium by 8:15 already. And had this view:

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Das Springen der Kombinierer fand um 10 Uhr statt – ich war erstaunt… über die Tatsache und über die auch hier wieder wenigen anwesenden Zuschauer (vielleicht 500?). Am Nachmittag fand noch das Mannschaftsspringen der Spezialisten unter noch schlechteren Bedingungen statt – und wie man nun weiß, wurde das Einzelspringen am Sonntag ganz abgesagt. Die Springer hätten angeblich aus mir vollkommen unerfindlichen Gründen zwar springen können, aber die Jury hätte sie nicht sehen können um die Sprünge zu bewerten. Derweil Volksfeststimmung in pittoresker Umgebung:

The Ski jumping competition for the Nordic Combined event took place at 10 am – I was amazed… about the fact and that again, there were only few spectators (maybe 500?). The team event of the ski jumpers took place in even worse conditions in the afternoon – and as some of you might know, the single event on Sunday was cancelled completely. Supposedly, the jumpers would have still been able to jump but the jury would not have been able to see and judge them. All the while, there was traditional folk dancing in a picturesque setting:

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Das war mein „Und täglich grüßt das Murmeltier“-Event… denn die Gruppe war am Sonntag an gleicher Stelle wieder unaufhaltsam aktiv. Aber zurück zum Samstag: das Highlight des Wochenendes war für 12:15 Uhr angesetzt, der 50km-Lauf der Herren. Und während ich noch im Sprungstadion in den Nebel gestarrt hatte, waren in meinem Rücken Zehntausende angereist und auf den Weg zu den Tribünen im Langlaufstadion und an die Strecken. Ich hatte am Donnerstagabend an der Haltestelle Holmenkollen noch Ole aus Narvik getroffen, einen Helfer, der mir auf Nachfrage empfahl, mich auf den VM-Haugen (sprich: WM-Hauen) zu begeben. Das sollte sich als guter Tipp herausstellen. Er war ein Helfer-Veteran… schon in Lillehammer sei er dabei gewesen. Als ich dann meinte, das sei für mich eher ein Trauma, weil ich nicht dabei, ergänzte er: „Oh, es war da so furchtbar kalt! Morgens -27 Grad! Da hast du am Fernseher besser gesessen.“ Eine liebe Seele…

That was my Groundhog Day event… because this group was back there in the same spot when I returned on Sunday. But back to Saturday: the top event of the whole Skifest was scheduled to start at 12:15, the men’s 50km cross country race. And while I had been staring into the fog in the arena, there had been tens of thousands of people passing behind my back, going to the cross country arena and the tracks. When waiting for the train back on Thursday evening, I had met Ole from Narvik, a volunteer who I had asked where to best position myself to watch the race. He was very clear: VM-Haugen. And that turned out to be a perfect tip. He was a veteran volunteer… he was already onboard back in Lillehammer 1994. When I mentioned that that was more of a trauma for me because I had not been there he added: „Oh, but it was so very awfully cold! – 27°C in the mornings! You were much better off in front of the TV.“ What a darling.

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Eine solche Fahne werde ich mir auch häkeln – perfekt: hält auch noch warm, wenn man sie gerade nicht schwenken muss. Auf dem VM-Haugen angekommen waren die letzten Rennvorbereitungen zu beobachten. Wachstechniker und Sportler waren unterwegs und in einem Moment der geistigen Umnachtung frage ich eine beim Anblick eines Läufers hektisch werdende Norwegerin, wer das denn sei. Sie starrt mich vollkommen entgeistert an und meint tonlos, aber doch indigniert: „Petter Northug?!“ Ich bin weit davon entfernt alle zu kennen, aber das war ein leicht zu vermeidender Fauxpas: solche Hektik lösen nur Northug und Sundby aus, letzterer hat einen Vollbart, der Herr vor uns nicht. Ich sag ja, durchwachte Nacht.

That could be my next project: crochet my own flag like this, it’s perfect: in moments where you don’t have to wave it around, it doubles as a warm plaid. When I had reached VM-Haugen I witnessed the last preparations before the race. Technicians and sportsmen alike were on the tracks. A woman next to me got all hectic when spotting one of the Norwegian skiers and in a moment of mental derangement I ask her who this would be. She’s absolutely flabbergasted and stares at me silently for a few seconds before she replies soundless, yet clearly indignant: „Petter Northug?!“ I do not at all fancy myself as the know it all but this was a faux-pas I could have avoided easily: that kind of excitement can only be caused by Northug or Sundby, the latter having a beard, the former, currently in front of us, does not. Little sleep, is all I’m saying.

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Diese „Pärchen“ habe ich eine Weile beobachtet. Stellen sich zusammen an der Abfahrt auf, zwei, drei Stockstöße, gehen in die Abfahrtshocke… und halten Händchen. Letztlich bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass es unterschiedlich gewachste Ski sein müssen und man auf die Art und Weise feststellen will, welches Wachs für die Abfahrten unter den gegebenen Bedingungen schneller ist. Es bleibt jedoch bei einer Vermutung. Bald wird klar, dass ich einen idealen Standort für Fotos gewählt habe. Theoretisch.

I watched these couples for a while. They get in the position next to each other, push two, three times, get in the tuck position… and hold hands. I finally decided it must be about different waxes on the skies and that this is the way to find out which one works better downhill under the given conditions. This remains an assumption, though. Soon I realize that I have chosen a perfect spot to take pictures. Theoretically.

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Und alle sind bereit, überall – durch den Nebel hört man die vielen Zuschauer an anderen Ecken (die Zielgerade mit der großen Tribüne ist auch nicht weit weg), unzählige Lagerfeuer am Rande der Strecke verbreiten den charakteristischen Duft, Kinder versuchen unentwegt, die Aufmerksamkeit der an einem Stahlseil über uns hinwegsausenden Kamera auf sich zu ziehen, die Kuhglocken stimmen ihr Konzert an, die Zahl der Fahnen scheint die der Zuschauer noch zu übertreffen, auch ohne Lagerfeuer wird gelagert: auf Isomatten, mit Thermoskannen voll dampfenden Kaffees (??) und bevorzugt in Norwegerpullis.

Everybody is ready – everywhere – we can hear spectators in other parts through the fog (the home stretch with the large tribune is not far away, either), numerous campfires by the track effuse the characteristic smell, the children try incessantly to get the attention of the camera that is suspended above our heads and zooming back and forth, there’s a cacophony of cowbells of all sizes, the number of flags seems to outnumber the people present, and there are also camps without campfires: on sleeping pads, with thermos jugs of steaming hot coffee (??) and „campers“ preferably clad in traditional Norwegian knit sweaters.

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Dann hören wir den Startschuss und ein Riesengetöse geht los, erst unspezifisch, aber als die Läufer dann wenig später auf Augenhöhe sind, wird es ein vielstimmiges „Heia, heia, heia!!“ – und zwar mit voller Kraft. Achtung: norwegischer Bartträger in Führung… und ich bin auf diesem Foto auch zu sehen… spielen wir ein wenig „wo ist Walter?“

Then we hear the starter’s gun and all hell breaks lose, first sort of nonspecific but when we are eye to eye with the contestants only moments later, it develops into a many-voiced „Heia, heia, heia!“ – at full force. Attention: Norwegian with a beard in front! You can see me on this picture as well… let’s play a round of „Where is Walter?“

wo ist barbara

Photo credit: Magnus Nyløkken, as found on Holmenkollen Skifestival Facebook page

Und WUSCHSCHSCHSCH sind alle vorbei und ich denke… okay. Die werden vielleicht sowas wie 5 Runden à 10 km laufen? Dann kann das ja noch dauern, bis wieder was los ist. Doch falsch gedacht! Erstens sind die Runden kürzer und zweitens bin ich, dank Ole aus Narvik, ja an einer Art Kreuzung, wo ich vier Bahnen in unterschiedlichen Richtungen einsehen kann. Bei besserer Sicht vielleicht noch mehr?! Und so kommen sie bald wieder, die Männer im Nebel.

And WHOOOOSHSHSHSHSH they are all gone again and I think… okay. Maybe they go 5 rounds of 10km each? So it will take a while before we see anything again. But wrong – again! For a start, the rounds are shorter and then I have chosen a spot, thanks to Ole from Narvik, where there’s a sort of intersection of tracks, where I can see parts of four different tracks in different directions. Maybe even more on a sunny day? Anyhow, very soon they come again, the Men in the Mist.

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Es wird von Minute zu Minute interessanter: die Gesamtgruppe zerfällt bald, so dass letztlich in irgendeiner Richtung immer irgendwer vorbeikommt und ich bald (vorübergehend) nicht mehr mit „Heia, heia, heia“ schreien kann, weil die Stimmbänder es nicht mehr hergeben. Und es bleibt spannend, erst führt eine Vierergruppe, zum Ende ein Duo. Bei den Frauen (30 km) am Sonntag war es den Ausgang des Rennens betreffend gähnend langweilig: Therese Johaug hatte schon bei der zweiten Sichtung einen deutlichen Vorsprung und dann im Ziel sowas wie knapp 4 Minuten.

It gets more and more interesting by the minute: the starting field soon breaks up in different groups so that basically someone is passing at any given moment and very soon I have to (temporarily) abstain from routing „Heia, heia, heia“ because the vocal chords don’t have it in them any longer. The race remains exciting, first a group of four is in the lead, later reduced to two. It was a whole different situation during the women’s 30km on Sunday which in that respect was a bit of a yawn: Therese Johaug already had a sizeable lead when we saw her for the second time and was ahead of the field by almost four minutes at the end.

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Aber, und sowas finde ich immer gut: die Anfeuerungsrufe beschränkten sich nicht auf die Norweger. JEDER wurde angefeuert. Naja, bei 12 Norwegern oder so im Startfeld war zugegebenermaßen auch fast immer einer dabei. Ich habe einen Haufen Kinder irritiert, wenn ich die Deutschen explizit mit „Hopp, hopp, hopp!“ angefeuert habe… das ist norwegisch für „Spring, spring, spring!“ Das konnten wir mithilfe der Mama jedoch aufklären. Spätestens nach dem Rennen war mir klar, welche Bedeutung dieses Event hat: für 15:25 Uhr war der Beginn des Laufs der Nordischen Kombinierer angesetzt (den Wettkampf hat immerhin auch ein Norweger gewonnen!!) und für 16:00 Uhr das Mannschaftsskispringen. Aber das After Ski-Event im großen Zelt begann um 15:30 Uhr. Der Tag war mit dem 50km-Rennen für viele – die meisten? – vorbei.

But this is what I really like (wherever it happens): the loud support wasn’t only there for the Norwegians. EVERYBODY got support. Well, with 12 Norwegians in the starting field one of them was practically always present! I confused a bunch of kids when I gave special support to the Germans by shouting „Hopp, hopp, hopp!“… that is Norwegian for „Jump, jump, jump!“ But we could clarify that with the help of their Mom. I had always known that the cross country races are the most important in Norway – but it was only after the race when I realized just how important they are. The race of the Nordic Combined event (won by a Norwegian, too!) was scheduled to start at 3:25, the competition of the specialized ski jumpers at 4:00. But the After Ski-Event in the big party tent started at 3:30. The day was over for many – most? – specatators after the 50km race.

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Dieser slowenische Skisprungfan harrte noch länger aus als ich, als der Wettkampf unterbrochen wurde. Ich entschied, nicht länger blind im Regen stehen zu bleiben – nur um dann die Springer gerade mal im Auslauf sehen zu können. Was ein Glück ist, sonst würde dieser Beitrag ja komplett den Rahmen sprengen. Kurz zusammengefasst: wer ist dabei vom 10.-12. März 2017??

This fan of ski jumping from Slovenia stayed on a bit longer than I did. When the competition was suspended I decided not to stand in the rain staring into the fog any longer – only to see the jumpers leaving the arena anyway. Which is a relief or else this post would really be too much! In a nutshell: who will join me from March 10-12 2017??

Barbara

PS.: Der Vollständigkeit halber (und mehr für mich selbst) der Link zu einer Zusammenfassung der 50km.

Yorkshire | The Herriot Way IV

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Der Blick auf Reeth, Ort der vorangegangenen Übernachtung. Am Village Green fand ein Markt statt – ich glaube, das kann man sogar erkennen. Heute gab es zwei Möglichkeiten. Entweder den traditionellen Weg gehen, eine weite Kurve um Gibbon Hill, oder eine Abkürzung – über den steilen Greets Hill drüber. Ich habe mich für die Abkürzung entschieden… und es war ein ziemlicher Kampf, der mich wundern ließ, ob es zeitmäßig überhaupt eine Abkürzung sein würde.

A look back on Reeth where I had spent the previous night. There was a market going on at the village green – I think you can even see that. Today I was faced with two options. Either go the traditional route via a large curve around Bibbon Hill and through more moors or a short cut – right across steep Greets Hill. I decided on the short cut… and it was quite a fight that made me wonder whether it was a short cut in distance only, not time.

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Heute gab es auch mal andere Schafe zu sehen – alle auf dem Weg im Tal noch von Reeth nach Grinton. Diese Aktion halte ich für sehr gelungen… denn die Schilder guckt man sich an und liest sich durch, was draufsteht. Aber, nun wahrscheinlich zum letzten Mal, auch einige echte Schafe.

Today I got to see another kind of sheep, too. They were all put up in the valley between Reeth and Grinton. I really like that initiative… these signs will be looked at and read! But now for a last look at their real-life counterparts, too!

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Den traditionellen Weg habe ich dann am Ende des Abstiegs wieder getroffen bei Dent’s Houses. Die waren wohl auch mal Teil der Bergbauinfrastruktur, aber irgendwer hält sie als Unterschlupf für Wanderer in Schuss. Es gab sogar eine Toilette mit fließend Wasser (Tank), einen Holzofen – und ein Gästebuch! Im zweiten Haus stand sogar eine Couch.

I was back on the traditional route at the end of the descent, at Dent’s Houses. They must have been part of the mining infrastructure as well but today someone keeps them in shape as a shelter for walkers. There was even a toilet with running water (from a tank), a woodburning stove – and a visitor’s book! In the second house there was even a couch.

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Auf dieser Etappe habe ich auch eine ganze Menge Moorhühner („grouses“) gesehen – aber immer, meist in Gruppen, laut protestierend aus der Heide aufsteigend und hysterisch wegflatternd. Dafür auch unzählige „grouse butts“ – diese… Steinverschläge, die zur Jagd benutzt werden. Keine Ahnung, wie die auf Deutsch genannt werden. Wenn sie besetzt waren, dann aber nur von Schafen, denn derzeit ist Schonzeit.

I saw quite a few grouses on this stage – but they were always cackling loudly and took to flight out of nowhere, escaping with lots of noise and usually in groups. I also found out what grouse butts are – the little shelters used to hunt grouses. They were occupied by sheep mostly, though, as it’s breeding season and hunting not permitted.

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Castle Bolton erreichte ich rechtzeitig für ein Stück Carrot Cake – die Besichtigung mit unzähligen Treppen rauf und runter konnte ich mir nicht vorstellen. Das muss auf einen anderen Besuch warten. Der schottisch-irischen Connection, die mich im Café überraschte, ging es ähnlich. Die hatten mich aber gestern gar nicht überholt… die hatten sich nach Reeth bringen lassen.

I got to Castle Bolton in time for a nice piece of carrot cake – I couldn’t face a closer look at the castle, though, going up and down all those stairs. That will have to wait for my next visit. The Scottish-Irish connection, who found me in the tearoom, agreed on that. And I found out that they hadn’t passed me at all yesterday… they had found a car to take them to Reeth.

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Den Rest des Wegs nach Aysgarth waren wir dann gemeinsam unterwegs und gönnten uns noch im Hotel am Wasserfall große Mengen kühlender Getränke. Es muss, wie gestern auch, sicher 27, 28°C warm gewesen sein. Für abends haben wir uns dann zum Dinner im George and Dragon Inn verabredet – eine sehr gute Wahl. Und nun… auf in die Stadt!

We walked as a group for the rest of the walk to Aysgarth and had large amounts of cool beverages at the hotel at the falls already. I’m pretty sure temperatures reached about 27, 28°C, just as the day before. We had dinner together that night at the George and Dragon Inn – a great choice. And now… for the city!

Barbara

Yorkshire | The Herriot Way III

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Bin ich froh, dass ich die Regenhose im Laden hab hängen lassen… sicher, das hätte auch ganz anders ausgehen können, aber das Wetter ist auch an diesem Tag einfach herrlich. Vielleicht war es Intuition. Diesen Blick habe ich schon relativ früh, wieder in der Nähe von Keld: Swaledale.

Gosh, I’m so glad I let the rain gear on the hangers in that store… sure, this could have turned out the absolute opposite but here we were on another glorious day. Maybe it was intuition. I had this view rather early on, near Keld still: Swaledale.

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Da stand mal ein Gebäude, Crackpot Hall – worauf auch immer der Name zurückgeht, und die erste Reaktion bei diesem zum Heulen schönen Ausblick ist: warum ist das Haus vor die Hunde gegangen? Ich will es wieder aufbauen!! Bevor dann das Hirn wieder einsetzt. Kein Strom, kein Wasser, kein Telefon (auch kein Mobilnetz), kein Wald (mehr) da zum Holzmachen… aber was für ein Traumort!

The ruins of Crackpot Hall overlook this valley and the first reaction when encountering this jawdroppingly beautiful view is: who let this house go to ruin? I want to rebuild it!! That is before the brain starts functioning again. No power, no water, no phone (no mobile reception either), no trees (left) to make firewood… but what a dream location!

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Schöne Aussichten heißt auch wieder viel Gekraxel, die Schafe sind beneidenswert. An dieser Stelle hatte ich gerade eine falsche Abzweigung hinter mir, das aber schon nach wenigen Metern gemerkt. Mit den spektakulären Aussichten war es dann aber erstmal vorbei, denn es ging auf ein Moorplateau. Ich möchte eigentlich in drei, vier Wochen wiederkommen, um das alles in lila zu sehen…

Spectacular views alsways mean a lot of climbing, the sheep are expert at it. When I took this shot I had just returned from a wrong turn which luckily I identified after only a few meters. That was the end of spectacular views for the time being, though, as I came up to the moor and there was heather as far as the eye could see. I really want to come back in three, four weeks or so to see this as a sea of purple…

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Auf der heutigen Etappe wird es auch einiges zur Bleibergbaugeschichte in dieser Gegend zu sehen geben. Auf dem Foto unten sieht man die Reste des Blakethwaite Peat Store, einem Depot für Torf, der hier getrocknet wurde. Später wurde er dann als Brennstoff in den Eisenschmelzen (?) verwendet. Mein Füße hätte ich gerne in denn kleinen Pool gehalten… aber die Schuhe hätte ich glaube ich nie wieder anbekommen!

Today’s stage took me past remnants of the lead mining in this area. On the picture below you can make out the ruins of Blakethwaite Peat Store. The peat was used to fire the Smelting Mills, I would have loved to cool my feet in that nice little pool… But I was sure there was no way I would get the boots back on afterwards!

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Der Weg führt auf der anderen Seite das Tal hoch, erst unübersichtlich durch Farnkrautbewuchs und dann steil über Schotter – und den Teil habe ich erst nicht erkannt… Bin bei brütender Mittagshitze in die falsche Richtung unterwegs gewesen, auf und ab. Bis ich irgendwann mental wieder an dem Punkt angelangt war einzusehen, dass es besser ist, meine Schritte zurückzuverfolgen. Ich habe über eine Stunde verloren und war letztlich entsprechend genervt auf einem weiteren Plateau angekommen, das einer Mondlandschaft glich – die Old Gang Mine.

The path winds up the hill again on the ther side of the valley, first through thick bracken vegetation and then steeply across a scree slope – and I didn’t recognize the latter part… I trotted on and on in the wrong direction in the midday heat, up and down. Until at some point I admitted to myself it was better to retrace my steps and see where I’d made the mistake. I lost more than an hour and was quite annoyed when I finally reached another plateau which looked quite like a moon landscape – the Old Gang Mine.

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Das war dann Bergbau im größeren Stil würde ich sagen – das Stück zog sich ganz schön hin… gefühlte Kilometer. Den Berg runter wurde es dann langsam wieder weniger öde.

That looks like mining of a greater scale – and it went on for quite a while… it felt like miles. Going down the hill again the landscape started to become less barren again.

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Erstaunlicherweise kamen mir gerade auf diesem Teilstück die meisten Wanderer entgegen – die müssen aus Interesse an der Bergbaugeschichte unterwegs gewesen sein, denn es waren alles „wir stellen das Auto ab und gehen mal ein paar Schritte in das Tal rein“-Typen. Meine schottisch-irische Connection habe ich gar nicht getroffen… ich war in meiner Jurte schon früh wach und entsprechend früh unterwegs. Und dann haben sie mich bei meinem Abstecher sicher überholt.

I was dumbfounded to find that on this part I met the most walkers coming from the opposite direction – they were probably really interested in the history of mining or something. They were all „let’s leave the car by the roadside and have a look at that valley for a moment“-types. I did not meet my Scottish-Irish connection today… I was up rather early in my yurt und up on the track early, too. I guess they must have passed me while I was on my enjoyable little detour.

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Später als erhofft war ich dann in Reeth, dem Etappenziel angekommen. Dort fand ich neben der Postfiliale, die ich gerne übernehmen würde…

I reached Reeth, the end of today’s stage, later than I had hoped and again everything other than the pubs was closed already. But I found the post office I would like to run…

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… noch einige Tour de France-Reste – inkl. des Phantomfahrers!

… and a few more Tour de France highlights – among them the phantom rider!

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Ein Sirloinsteak brachte den Tag zu einem guten Ende 😉

A sirloin steak was the perfect end of that day 😉

Barbara

Yorkshire | The Herriot Way II

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Nach einer gut verbrachten Nacht in einem schönen und sympathischen B&B in Hawes ist die erste Feststellung: ich bin immer noch in einem Zustand der Umnebelung nach dem 7:1 gegen Brasilien. Wenn nicht ständig Facebook-Kommentare hin- und hergeflogen wären, hätte ich fest geglaubt, zu halluzinieren. Die zweite Feststellung: ich habe keinen Fatz Muskelkater (okay, war hauptsächlich flach, aber 20km sind 20km). Dafür aber zwei riesige Blasen an den Fersen. Im wahrsten Sinne des Wortes meine Achillesfersen.

I had a great night at a beautiful and friendly B&B in Hawes and am still dumbfounded by the 7:1 against Brazil last night. If there hadn’t been constant Facebook comments flying back and forth I would have thought I was hallucinating. Second realization: no muscle ache (okay, it was a flat stage but 20km/13miles are 20km/13 miles nevertheless). But two huge blisters on my heels – literally my Achille’s heels…

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In Hawes war kurz nach Ankunft um 17 Uhr gestern bereits alles dicht, was ich sehr schade fand. Und heute morgen ist NOCH alles dicht, als ich wieder aufgebrochen bin. Aber das Wetter ist gut!

Everything was closed already when I arrived in Hawes shortly after 5 pm yesterday, which really was a shame. And this morning everything was STILL closed when I was on my way again. But the weather is good!

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Und die Fersen geben nach etwa 45 Minuten Ruhe. Es steht ja auch die erste von zwei Bergetappen dieser Tour an, auf den Great Shunner Fell. Erst ist es wieder schön eben, aber ganz bald fängt der Aufstieg an. Mein Gastgeber in Hawes hatte mich informiert: es ist ein relativ flacher Anstieg, aber andauernd… und man denkt viermal, man hätte gleich den Gipfel erreicht, bis der fünfte es dann tatsächlich ist.

And the heels stop bothering me after about 45 minutes. Which is a relief as today is the first of two mountain stages on this tour, up Great Shunner Fell. Nice and flat at the outset but very soon the climb starts. My host in Hawes had informed me: it is a relatively easy but steady climb… and there are four fake summits before you reach the actual one.

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Auch die Mitwanderer von gestern treffe ich wieder, sie überholen mich noch in der Ebene. Aber dann biegen sie falsch ab und irgendwann habe ich sie auf einmal wieder hinter mir. Allerdings auch wieder nur vorübergehend 😉

The fellow hikers I met yesterday pass me very early on today, when it was still flat. But then they take a wrong turn and suddenly they come up from behind again. That was only a temporary set-up, though 😉

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Ein beträchtlicher Teil des Wegs in der Moor- und Heidelandschaft ist „gepflastert“, damit nicht alles überall platt getreten wird.

Quite a large part of the way through the moor and heather landscape is on limestone slabs which were put in place so as to keep people from trampling on everything all over the place.

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Die riesigen Steinplatten schwabbeln teilweise im Moor rum, so dass trockene Füße nicht unbedingt garantiert sind. Besonders nicht, wenn man darauf rumwippt um zu sehen, wie hoch das Wasser denn wohl schwappen wird…

The large slabs sort of wobble on the moor so dry feet aren’t guaranteed. Especially not if you rock back and forth a little to see just how much water might come up…

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Die Sicht vom Gipfel ist fantastisch – das Wetter einfach herrlich, wenn auch hier oben etwas windig. Dabei war die Vorhersage eher unerfreulich. Aber egal: umso besser.

The view from the summit is marvellous – the weather is simply glorious, though maybe a little windy up here. And the forecast had been rather gloomy… oh well, so much the better.

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Der Abstieg Richtung Thwaite zog und zog sich, wenn es auch weiterhin viel zu beobachten gab.

The descent to Thwaite was neverending even though of course there will plenty of things to observe.

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Ich kann mich ja auch nicht satt sehen an diesem Farbenspiel in grün, wenn die Wolken schnell über die Landschaft ziehen und sich die Farben immer wieder schnell verändern. Das ist besser als Kino.

I could spend hours watching the changing hues of green when the clouds pass over the landscape and drown out the sun in certain spots for a short time. It’s better than cinema.

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Und was hier nicht grün ist, ist pink/lila. Entweder die Disteln, der Fingerhut, die wilden Orchideen – oder dann bald die blühende Heide.

And what ever it is that is not green, it is almost certainly pinkish/purple. Either the thistles, the foxglove, the wild orchids – or soon the heather.

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Nach Thwaite, wo ich die Mitwanderer im einzigen Tea Room wieder traf, stand noch das letzte Stück der Etappe an, bis Keld. Und dann auch bald eine Entscheidung. Meine Karte zeigte den Pennine Way als einer Höhenlinie folgend um den Berg – also ohne viel auf und ab. Der Herriot Way jedoch dirigierte mich einen steilen Anstieg hoch – ich schätze mit 30% Steigung. Der innere Schweinehund wurde besiegt und ich bin den Berg hoch… nur um dann kurz vor dem letzten Gatter in hysterisches, dem Wahnsinn nahes Gelächter auszubrechen:

After passing through Thwaite (not without having a stop at their tea room where I met Jen and Jim again) it was for the final part of this stage to Keld. And very soon I was faced with a dilemma. My map showed the Pennine Way forking off to the right, nicely sticking to a contour line, so no ups and downs but the guide said the Herriot Way is off to the left, up a very steep hill – I would guess of about 30%. My weaker self lost this fight and I chose the steep climb… only to find myself faced with this situation only meters from the last gate when I started to laugh hysterically:

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Ich habe eine Weile auf sie eingeredet und mich allen Mamas bemerkbar gemacht und bin dann links an ihnen vorbei… keine hat sich gerührt, nur die Kälber wurden unruhig.

I talked to them for a while and introduced myself and my mission 😉 and then successfully attempted to pass them on the left where there was some room… Not one of the mamas moved, only the calves were a bit nervous.

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Etwas den Berg hinunter auf der anderen Seite hatte ich einen einfach wunderbaren Blick, den das Foto nur absolut unzureichend wiedergibt:

And a bit down the hill on the other side I had this wonderful view which you can only start to imagine on the basis of this picture:

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Der kleine Ort Keld selbst ist am Ortseingang definiert wie so viele andere: Kriegsdenkmal, Bushaltestelle, Telefonzelle. Aber dieser Anblick erinnert mich irgendwie an Lang lebe Ned Devine.

The little village of Keld introduces itself as so many others do: war memorial, bus stop, phone booth. But this particular view somehow reminded me of Long live Ned Devine.

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Von dort noch 500m bis zu meiner „Luxus Jurte“… gute Nacht!

It was another 500m from there to my „luxury yurt“… good night!

Barbara

Yorkshire | The Herriot Way I

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Start auf dem Herriot Way! Wie konnte es dazu kommen? 1) Auf meiner Stippvisite in 2013 hat mich die Landschaft der Yorkshire Dales fasziniert. 2) Seit Kindheitstagen kenne und liebe ich die Serie „Der Doktor und das liebe Vieh“ – die in dieser Gegend spielt… und deren Hauptfigur der Tierarzt James Herriot ist. Der Herriot Way ist 84km lang und wird gemeinhin in 4 Etappen absolviert. Das Profil kann man also +/- nach jeden 20km abschneiden und hat eine Ahnung, wie sich der Tag gestalten wird.

First day on the Herriot Way! How did that happen? 1) When I first came to Yorkshire on a short stint last year I was intrigued by the landscape. 2) Ever since I was a child I have known and loved the TV series „All Creatures Great and Small“ which is set in this area… and whose main character is James Herriot, a vet. The Herriot Way is 52 miles / 84km long and is usually done in 4 stages. You can basically cut the profile below every 20km and get an idea what I was in for on any given day.

Source: The Long Distance Walkers Association

Source: The Long Distance Walkers Association

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Der erste Tag war also ein vergleichsweise leichter Einstieg, an Flussläufen entlang und auf Wiesen… Wiesen… Wiesen. Start war in Aysgarth und Ziel war Hawes. Glücklicherweise hatte mich mein Gastwirt noch mit dem Buch Walking The Herriot Way ausgestattet. Es ist nämlich eine Sache, eine Karte zu haben und zu wissen, wo man ist und eine andere, dann dorthin zu kommen, wo man hin will: weil Straßen als Privatwege gesperrt sind o.ä.

So the first day was off to an easy start, along rivers and on fields… fields… fields. It started in Aysgarth and ended in Hawes. As luck would have it, my host in Aysgarth gave me a copy of Walking The Herriot Way to take along. It is one thing to have a map and know where you are and quite another to get to where you want to get to: because roads are private etc.

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Er gab mir auch noch mit auf den Weg, dass ich auf dieser Etappe alle möglichen Zaunübertritte erleben würde – und ich habe mich gefreut. Bis mittags hielt das Gefühl an, aber spätestens beim Teilstück Sedbusk nach Hawes habe ich sie verflucht. Auf kürzester Strecke 11 Stück, manche so eng, dass man den Rucksack ausziehen musste… da waren sie mir schon nur noch lästig!

He also let me know that this would be the day of all sorts of stiles – and I was naively looking forward to it. I still liked them until about noon but latest when I had to climb ELEVEN on a really short distance between Sedbusk and Hawes (and many so narrow I had to take off my backpack) they had become a royal pain in the neck!

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Zwischendrin begegnete mir auch ein aufgescheuchtes Reh – wahrscheinlich lag das dazugehörige Kitz irgendwo im hohen Gras?

In between stile 7 and 8 I think it was I encountered a scared deer – probably the fawn was still lying in the high grass?

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Aber ansonsten war es hauptsächlich die Begleitung von Schafen – und Kaninchen. Ich habe an diesem ersten Tag gefühlte 1287 Stück gesehen. Auch diverse Leichen in unterschiedlichem Zustand der Verwesung, die mich wundern ließen, was auf diesen Schafswiesen abgeht. Denn wenn sie gerissen worden wären, wären sie ja gegessen und nicht verwesend rumliegend. Naja, es scheint, man macht sich die wildesten Gedanken, wenn man allein durch die Landschaft streicht! Jedenfalls dachte ich schon nach kurzer Zeit, ich hätte mir doch das Buch Know Your Sheep zulegen sollen, dass ich in irgendeinem Laden gesehen hatte.

But other than that I was mainly accompanied by sheep – and bunnies. I think I must have seen about 1287 bunnies on that first day. Also a number of bodies in varying stages of decay that made me wonder what was going on on these sheep pastures. Had a fox come and caught them, he would have eaten them and not let them lie to rot. Anyhow, you wonder about the weirdest things when you walk by yourself like that! After a short while, I realized I should have bought the book Know Your Sheep, that I had seen in some store.

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Um die Mittagszeit hatte ich Askrigg erreicht, ein wichtiger Stop, denn dieser Ort mimte Darrowby in der Fernsehserie und das Skeldale House, in dem die Tierpraxis untergebracht war, steht heute noch und ist ein B&B. Nebendran habe ich mich perfekt getimed zum Lunch niedergelassen: der erste Regenschauer ging runter. Dort saßen auch Jennifer und Jim, die schon im Bus in Leyburn dabei gewesen waren und in gleicher Mission unterwegs waren. Aber die waren schon fertig und schmissen sich todesmutig in den Regen. Eine Irin und ein Schotte eben.

I reached Askrigg about noon, a very important stop for the fans as the little village is Darrowby in the TV series, the town where the surgery is located. Skeldale House still exists and now houses a B&B. I was on perfect timing that day: it started to rain the minute I sat down for lunch in the café next door. There I met Jennifer and Jim again who had already been on the bus from Leyburn and doing the same walk. But they had finished already and went out into the pouring rain. An Irish woman and a Scotsman, is all I can say.

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Bis auf wenige Tropfen war ich dem Regen immer voraus – der Blick nach vorn war meist sonnig, der Blick zurück sehr düster. Teilweise donnerte es auch und das hat mich zugegebenermaßen etwas vorangetrieben, denn ich hatte keine Lust, im Gewitter auf irgendwelchen Wiesen rumzustehen.

It didn’t really rain that day – at least I was hardly affected. Looking ahead it was mostly sunny, the rain front came creeping up from behind but I beat it. As there was quite some rumbling at times I guess I did speed up some – I didn’t like the idea of being out in a thunderstorm out on an open field.

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Bevor es nach Hawes ging, gab es noch einen kurzen Abstecher zum Hardraw Force… und die Wanderung schien sich zu einer Kevin Costner-Gedächtnis-Tour zu entwickeln, denn auch dieser Wasserfall erlangte im Robin Hood-Film Berühmtheit. Dort hat er das von Maid Marian hochgeschätzte Bad genommen.

Before I reached Hawes, there was a little detour to Hardraw Force… and it seemed as if this walk was turning into a commemorative Kevin Costner tour: this waterfall is of Robin Hood fame as well. It’s where he took the bath, so much appreciated by Maid Marian.

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In Hawes habe ich das B&B problemlos gefunden und der Koffer war von Sherpa Van verlässlich geliefert worden. Also: alles bestens! Zum Abschluss noch ein wenig grün… bis morgen!

I had no trouble finding the B&B in Hawes and the suitcase had been delivered as scheduled by Sherpa Van. All well! Some more greens for you to admire… see you soon!

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Barbara

Yorkshire | Le Grand Départ

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Noch am Tag der Abreise hatte ich den Tour de France-Auftakt komplett abgeschrieben. Kein Johannes (Fröhlinger) dabei. Keine Zeit für ordentliche Vorbereitungen gehabt. Keine Lust zum frühen Aufstehen. Keinen Nerv rauszufinden, wie man bei weiträumigen Straßensperrungen am besten noch wo hinkommt.

Even on the morning of my departure for Yorkshire I was ready to leave „Le Grand Départ“ on the sidelines. No Johannes (Fröhlinger). No time for proper preparations. No inclination to get up in the early morning hours. No desire to spend time figuring out how to get to places with road closures all over the place.

Er hat sogar in die Pedale getreten! - He even pedalled!

Er hat sogar in die Pedale getreten! – He even pedalled!

Aber es kam anders. Schon beim Boarding sah ich aus dem Bus, der uns zum Flieger bringen sollte, wie einige junge Männer per Handschlag begrüßt wurden. Habe nicht weiter drüber nachgedacht. In Leeds dann im Bus zum Terminal stelle ich fest: es waren mindestens zwei Fahrer des Teams Giant Shimano an Bord meines Flugs – die ich als Roy Curvers und Tom Dumoulin identifizieren konnte. Ich wollte sie noch abfangen und fragen, wo sie denn Johannes gelassen haben, aber sie waren zu schnell unterwegs am Gepäckband. Ich hätte Johannes auch noch einen last minute Flug günstig anbieten können, hatte doch die Freundin, mit der die Reise geplant war, kurzfristig einen Rückzieher gemacht 😉

But then things changed. I was watching from the bus that was taking us to the plane how a few young men were greeted with a handshake at boarding. Didn’t give it much thought, though. Then on the bus to the terminal in Leeds I realized: there were at least two riders of Team Giant Shimano on my flight – I could identify them as being Roy Curvers and Tom Dumoulin. I had intended to confront them and ask where they’d left Johannes but they were too quick at the baggage claim. I could have offered Johannes an inexpensive last minute flight as the friend who was going to come on this trip with me cancelled it only a couple of weeks or so before 😉

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Wie auch immer, ich war auf einmal wieder total angefixt. So wie die Herrschaften oben, die schon in aller Herrgottsfrühe (gegen 9:30 – die Tour de France würde so gegen 13:10 durchkommen) die Plätze sicherten. Alles wurde auch besser, als ich wusste, wer/was der/die/das Schanse Liese war. Und so war ich dann auch gleich bei BEIDEN Etappen, mit Unterstützung der Freunde aus Bradford. Den Auftakt habe ich in Ilkley gesehen – mit freundlicher Unterstützung einer Freundin der Freundin, bei der ich übernachten konnte und die dann auch mit an der Strecke war.

Anyhow, I was hooked again. A little like the couple above who had saved their spot very early already (about 9:30am – when the Tour wasn’t supposed to come through until about 1:30pm). So in the end I went to see BOTH stages, with the support of the friends in Bradford. I saw the first one in Ilkley with the kind support of a friend of those friends who had offered the overnight and also provided all the equipment – and companionship! – for the day.

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Es war mir bislang nicht aufgefallen, dass die französische Gendarmerie auch bei den „Auswärts-Etappen“ mit dabei ist – und das in relativ großer Zahl. Sie wurden freudig begrüßt, genauso wie ihre britischen Kollegen, für die beide Tage eine besondere Wertschätzung gewesen sein muss. Großer Applaus für die motorisierten Bobbies, die alle hupten und teilweise die Hände zum Einschlagen ausstreckten. Bestimmt erfreulicher, als wenn man bei einem Fußballspiel die Hooligans auseinanderhalten muss.

I hadn’t noticed this before but apparently the French „Gendarmerie“ is also on board on the stages abroad – and in quite large numbers, too. They were greeted in a most friendly way, just as their British colleagues for whom it must have felt like public appreciation days or something. Loads of applause and happy chanting for them all which they replied to honking and using their sirens. Some also held out their hands for a „low-five“ so to speak. I would think it was a whole lot more fun than keeping different groups of hooligans apart at soccer games.

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Die Fotos der Werbekaravane sind alle vom zweiten Tag in Haworth – wo nichts anders war – nur stand die Sonne besser! Das gilt auch für die Fotos der Fahrer, die hier gerade noch locker (?) vorbeirasen…

The pictures of the advertising caravane are all from the second day in Haworth – where nothing was different, only the sun was in my back when I took them. The same is true for the ones of the riders who came through here at high speed…

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… um über die Brücke in gelb zu fahren…

… to cross the bridge all in yellow…

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… und dann vor dem Beginn des fiesen Anstiegs zu stehen, erst auf Asphalt, wie diese Amateurfahrer einige Stunden vorher…

… only to then face the start of this nasty climb, first on asphalt as these amateur riders did a few hours earlier…

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… und wo die Eingentümer dieses Vorgartens eigentlich 200 Pfund für die Teilnahme an ihrem Barbecue hätten kassieren sollen – die wären bezahlt worden, ich bin mir sicher!

… and where the owners of this garden should have charged 200 pounds for participation in their barbecue party – they would have sold the tickets, I’m sure!

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Und nach grob der Hälfte ging es dann auf die Pflasterstraße über, die nur zwei Tage vorher so ausgesehen hatte:

After about half of it the surface changed to cobblestones, on a street that only two days earlier had looked like this:

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Doch an diesem Tag der zweiten Etappe sah das so aus (Photo credit: BBC):

But on this day of the second stage it looked like this (photo credit: BBC):

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In Ilkley sind wir, nachdem die Tour „live“ durchgekommen war, zu einem Spectator Hub gegangen (ja, „public viewing“ gibt es, als Titel für ein solches Event, nur in Deutschland). Das war auch fantastisch und es hat mich einfach so gefreut für die Leute, die hier rumdekoriert haben wie blöd usw., dass das alles perfekt war – Stimmung, Wetter usw.

In Ilkley, we went to a Spectator Hub once the riders had passed us „in the flesh“. That was quite something really, and I was just so happy for all the people who had decorated their houses and gardens with so much creativity and ensuring that this would be a great day – and it turned out to be perfect, the atmosphere, the weather – everything.

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Das war es zumindest, bis es zum Crash von Marc Cavendish kam. Das war etwas komisch (nicht im Sinne von lustig), denn erst war ja nicht klar, wer darin verwickelt war. Das Rennen geht weiter, Kittel gewinnt, ich springe auf, schmeiße den Stuhl um (also fast) und breche als einziger von geschätzten 3000 Anwesenden in Siegesgeschrei aus – und dann stöhnen die anderen 2999 als klar wurde, dass es Cavendish erwischt hat.

It was, at least, until the awful crash of Marc Cavendish just ahead of the finishing line. That was a little weird as at first it wasn’t clear who was involved. The race continues, Kittel wins, I jump up and turn over the chair (well, almost) and am the only one of about 3,000 spectators cheering – and then the other 2,999 start moaning when they got to know Cavendish was involved and apparently badly injured.

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So… ein Wochenende in Paris ist diesen Sommer nicht mehr drin. Aber was ist mit dem Auftakt nächstes Jahr in Utrecht?!

Well… a weekend in Paris just won’t be possible this summer. But what about Le Grand Départ next year in Utrecht?!

Barbara

Yorkshire | Haworth & Skipton

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Auch der zweite Tag war eine ruhige Nummer, ganz wie ich mir diesen Urlaub vorstelle. Am Morgen brachte er uns nach Haworth. Der Ort wurde gewählt, da hier die zweite Etappe der Tour de France mit einem fiesen Anstieg durchkommen würde – wir aber aufgrund der sehr eingeschränkten Zugänglichkeit (und meiner dieser Tage besonders ausgeprägten Abneigung, früh aufzustehen) nicht sicher sind, ob wir noch Platz am Anstieg finden. Und deswegen gucken wir es uns „mal so“ an, besonders auch die zweite Hälfte des Anstiegs, die auf Pflaster laufen wird.

The second day was a quiet one, too – just as I have hoped this whole vacation would turn out to be. In the morning we went to Haworth. We had chosen this town because the second stage of the Tour de France will come through here and the riders will face a nasty steep hill – but due to limited accessibility (and my these days particularly pronounced aversion to getting up early) we aren’t sure whether we can get there in time to stand at the hill. So we went there to check it out ahead of time, especially the second part, which is a cobblestone road.

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Was soll ich sagen: warum sollte man einen besonderen Grund brauchen, Haworth zu besuchen? Mir hätte schon der Blick die Gasse runter gereicht. Oder die künstlerisch wertvoll platzierten Katzen und wunderschönen Blumenarrangements.

What should I say: why would anyone need a special reason to visit Haworth? Just the view down that street would have sufficed. Or the cats placing themselves along a color code and the fantastic flower arrangements.

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Natürlich gab es auch hier wieder viel Deko für das große Event – und ein tolles Café (Blick aus dem Café unten links), dessen Namen ich zwar vergessen habe, aber wo es neben dem Café-Betrieb auch getöpferte Produkte zu erstehen gibt (in denen auch serviert wird). Wenn ich noch ein bisschen nachdenke, fällt mir der Name sicher auch wieder ein…

Of course there was also a lot of creative decorations to look at for the great event – and a great café (view from the café on the lower left) whose name I have forgotten but where you could also buy hand-made pottery. I’m pretty sure I’ll remember the name at some point…

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Richtig gelungen fand ich die Art, wie sie die Tour de France an einer Praxis für Physiotherapie willkommen hießen… mit einer direkten Einladung an Marc Cavendish, sich bzw. seinen müden Beinen eine Massage zu gönnen. Und das auch noch auf Französisch.

I really liked the way how a place for physiotherapy welcomed the Tour de France… with an invitation addressed to Marc Cavendish, to come in and treat himself or his tired legs to a massage. And it was even presented in French.

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Von Haworth ging es noch nach Skipton. Nicht wirklich überraschend kommt auch hier die Tour de France durch. Neben den zwischenzeitlich fast schon normalen Deko-Ideen…

From Haworth we moved on to Skipton. Somehow it wasn’t surprising to learn that the Tour de France would come through here as well. In addition to the by now almost “normal” ideas when it comes to decorations…

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… hat mich hier die Deko an der Kirche umgehauen. Man beachte auch das Detail auf dem Shirt. Rechts an der Kirche vorbei geht es direkt zum Skipton Castle, dem wir noch einen hochinteressanten Besuch abgestattet haben. Von außen macht es vor dem Tor nicht viel her, man ahnt ja nicht, was dahinter alles kommt. Aber drinnen findet man eine sehr gut erhaltene mittelalterliche Burg, wo man sich in ca. 20 Räumen einen guten Eindruck von Architektur und Lebensumständen machen kann.

… the decorations on the church blew my mind. Have a look also at the detail of the shirt. Passing the church on its right we went to see Skipton Castle which we paid a visit that turned out to be highly interesting. It doesn’t look like much when you are in front of the main gate as there’s not much to see of what awaits you once you’ve entered. But inside you find a very well preserved medieval castle where you can get a great idea of what life was like at the time and also of changes in the architecture – while walking through about 20 different rooms.

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Die Tatsache, dass die Burg noch so gut erhalten ist, ist Lady Anne Clifford zu verdanken, die das Gebäude nach schweren Schäden im Bürgerkrieg, inkl. 3 Jahre Belagerung, wieder auf Vordermann bringen ließ. 1659 wurde der beendete Wiederaufbau u.a. mit der von ihr höchstselbst eingepflanzten Eibe im Innenhof gefeiert. Das war also Tag 2 – bis bald!

It is thanks to Lady Anne Clifford that the castle is in such a good shape today. After the Civil War and the damages that brought with it (incl. a three-year siege), she had it repaired and somewhat modernized. The works were completed in 1659 and celebrated with, among other things, I presume, the planting of the yew tree in the courtyard which she actually did herself. So that was day 2 – take care!

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Barbara