Neulich in der Eifel

This post is in German only as I see myself unable to translate this conversation in a manner that only remotely conveys its hilarity. It also won’t work in standard German so the potential readership will remain smallish…

A: „Jetzt sin se all up Jaach no de Pokemons.“
B: „Jo, die sin all bekloppt.“
A: „Anjeblich is do uch eent be oos upp’m Kirchhoff.“
B: „Wie kütt dat dann do hin?“
A: „Do frochste mich jet!“
C: „Denne Vüjelche möt me all ens mit em Kantholz für de Kopp schloon.“

Zu dem Zeitpunkt stand mir schon das Wasser in den Augen und ich versuchte, mein Lachen mit der Hand vor dem Mund zu kaschieren. Als ich aber dann vor meinem geistigen Auge den ca. 80-jährigen „C“ das Kantholz schwingend die Girardet-Brücke in Düsseldorf räumen und die Pokemon-Jäger zu Dutzenden in den Stadtgraben senden sah, wuchs sich das zu einem Lach-Flash fast bis zur Atemnot aus…

Auf bald
Barbara

A Week in… KURDISTAN (Part 3)

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Schilder, die vor Regen und Schnee warnen, erscheinen bei den meist bis zu 45°C wahnwitzig… wie auch die gefühlt alle 200m aufgestellten Überholverbotsschilder – entlang einer Strecke, auf der nicht viel anderes getan wird, als zu überholen. Heute möchte ich einfach noch ein paar weitere Schnappschüsse mit – für mich – wundersamen Motiven präsentieren. So auch der Wasserhahn, bei dessen Nutzung einem nichts anderes übrig bleibt, als das Wasser überall hin zu verteilen, nur nicht (direkt) ins Waschbecken.

Signs warning of rain and snow seem almost crazy while it’s 45°C outside… then there are also the no passing signs, which are put up about every 200m (it feels) – along a road where nothing much happens other than crazy passing maneuvers. Today I would like to share a few snapshots of curious things – curious to my eye, that is. Like the faucet which makes sure that during use you have to splash water just about everywhere but (directly) into the sink.

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Wohin die Menschen hier Beziehungen haben – wo sie vielleicht schonmal gelebt haben, wo vielleicht ein Familienmitglied wohnt oder wo man unbedingt mal hin möchte – sieht mal hier ziemlich häufig an den Namen von Hotels und Restaurants, sei es das KÖLN REST[aurant], das MÜNCHEN REST[aurant], das HOTEL KARLOVY VARY, das HOTEL HEIDELERG oder das CAFE ESKILSTUNA, das es auch schon in die schwedische Zeitung Dagens Nyheter geschafft hat. Oder eben:

You can often see which places play important roles in people’s lives – maybe where they have once lived, where parts of their families live or where they would like to go some day – as the names of restaurants and hotels, be it the KÖLN REST[aurant], the MÜNCHEN REST[aurant], the HOTEL KARLOVY VARY, the HOTEL HEIDELBERG or the CAFE ESKILSTUNA, which has also made into the Sedish print media. Or:

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Mein absolutes Highlight war allerdings die Speisekarte in einem Restaurant. Die meisten werden das kennen, wenn man im Urlaub schonmal komische Übersetzungen findet – wo man jedoch allerallermeistens erahnen kann, was gemeint ist. Das war hier nicht so. Bei den Vorspeisen war schnell klar, dass ich mich mit dem „Soda problem“ nicht auseinandersetzen wollte – und die „Potato Mtefaah (acid and Tom)“ erschien mir auch als zu großes Risiko. Bei den Hauptgerichten vermuteten wir hinter „Chinese meat“ vielleicht Hund… und der „Frying chicken torrent“ schien uns zu umfangreich. Dass „Authorities“ die Salate sind, konnten wir auch nur aus dem Zusammenhang erschließen – wie da „Milk and Option“ aussehen… wir wissen es nicht. Das „Cheese rudder problem“ hingegen stellte ein wirkliches Problem dar.

The highlight was the menu in a restaurant. Most of you have probably seen a few strange translations in menus somewhere on vacation – but usually you still at least have a little idea of what it could be. That wasn’t always the case here. When it came to appetizers I really didn’t want to deal with the „Soda problem“ – and the „Potato Mtefaah (acid and Tom)“ somehow seemed too risky, too. Of the main dishes we ruled out „Chinese meat“, suspecting dog… and we just weren’t hungry enough for the „Frying chicken torrent“. The context helped explain that „Authorities“ are salads – but what „Milk and option“ look like… we don’t know. The „Cheese rudder problem“ posed a real problem, though.

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Als es dann auch noch „Problem grills“ zur Auswahl gab, lag die Vermutung nahe, dass vielleicht der Koch nicht besten Tag hat? „Chicken ghost“ hebe ich mir wohl einfach für Halloween auf.

When another choice was „Problem grills“ we assumed that maybe the cook just wasn’t having a good day? I will reserve „Chicken ghost“ for Halloween.

DOH3

Einen guten Start in die Woche wünscht

Have a good start into the week!

Barbara

A Week in… KURDISTAN (Part 2)

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Einen Tag ging es „ins Feld“ – immer das Highlight einer jeden Dienstreise. Das Hochgefühl erfuhr dann jedoch auf einem Streckenabschnitt eine leichte Dämpfung. Auf einer knapp bemessenen einspurigen Straße findet hier der Warenverkehr von der Türkei in den Irak statt – wir fahren gen Norden, auf der gut erhaltenen Seite. Auf der Gegenspur fährt man wie auf einem überdimensionierten Wellblech, weil viel zu große, viel zu schwer beladene LKW einer am anderen die von der Hitze aufgeweichte Straße in Form gematscht haben. Auf dem Rückweg sind sie leer, oder zumindest sehr viel leichter, so dass die Spur in halbwegs gutem Zustand bleibt. Der Slogan vom Warenverkehr, der auf die Schiene soll, bekommt eine ganz neue Bedeutung. Halsbrecherische Überholmanöver verlangen dem Fahrer alles an Konzentration ab – und ein unerwartetes Ausmaß an Geduld, sich dem Wahnsinn nicht anzuschließen. Ein Dank an Rosh.

One day was a day „in the field“ – always the highlight of every business trip. The feeling of elation was dampened on one stretch of the trip, though. A narrow one-lane road is the only way for cross-border trade between Turkey and Iraq in that region – we are headed North, on the „good“ side of the road. The oncoming traffic drives on what looks like a giant corrugated sheet, shaped by too many, too large and too heavy trucks on hot asphalt. On their way back they’re empty or at least a lot lighter so the road remains more or less intact. There are constant passing maneuvers, often at breakneck speed and with insufficient vision – the driver is highly focused and surprisingly patient, not being drawn into the frenzy. A thank you to Rosh.

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Es reichen einige Kilometer Fahrt, um zu klären, dass die Lage hier zwar soweit ruhig, aber unter stetiger Beobachtung ist. Gefühlt alle zwei Kilometer kommt man an einen Checkpoint: Peshmerga in Tarnanzügen und Sicherheitswesten halten jedes Fahrzeug an. Das geht immer anstandslos, kein Problem bei der Gesichtskontrolle. Der Fahrer wechselt ein paar Worte, hilfreich dabei auch der am Rückspiegel baumelnde Rosenkranz. Wer hätte das gedacht: Christen werden hier als neutral betrachtet – da ist es dann von Vorteil, das im wahrsten Sinne des Wortes raushängen zu lassen. An einem Checkpoint verstehe ich nur das kurdische Wort für Deutschland (sowas wie almani), worauf der Soldat sich grinsend ins Fenster beugt und fragt „Wie geht’s?“ Verdattert kriege ich noch ein „Gut – und selbst?“ raus und es geht schon weiter.

A few kilometers into the trip are enough to realize that the situation may be calm but is constantly monitored. At what feels like every other kilometer there is a checkpoint: peshmerga in camouflage gear and bullet-proof vests stop every car. We always pass without a problem. The driver chats a bit and the rosary dangling from the rearview mirror helps, too. Who would have thought: Christians are considered to be neutral in these lands – and it pays to show. At one of the checkpoints all I understand of the exchange is the Kurdish word for Germany (something like olmanee) which prompts the soldier to lean into the car, smiling and inquiring (in German): „How are you?“ I was totally baffled and barely managed to stammer „Good – how about you?“ and on we went.

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Schon aus dem Flugzeug und auch auf der Fahrt von Erbil nach Duhok konnte man abgeerntete Weizenfelder sehen, soweit das Auge reichte. Und diese LKWs stehen nicht direkt im Stau. Die sind randvoll mit Weizen. Und stehen da und warten. Hunderte. Ich möchte fast sagen tausende. Unfassbar. Es heißt, der Weizen findet wegen der Krise keine Abnehmer. Die Welt ist verrückt – aber kann das wahr sein? Allein die Tatsache, dass diese ganzen LKWs nicht anderweitig genutzt werden können… noch die Betrachtung der Fotos lässt mich mit offenem Mund dasitzen. Könnt ihr mittig auf der Kollage unten sehen, wie weit sich diese Schlange (eine von vielen) durch die Felder streckt?

It was easy to see from the plane already and then to the left and right of the road from Erbil to Duhok that there were harvested wheat fields as far as the eye could see. And these trucks are not really part of a traffic jam. They are loaded to capacity with wheat. They just stand there and wait. Hundreds. I’m tempted to claim: thousands. Incredible. It’s said that there are no buyers, due to the crisis. The world has gone mad – but can this be real? Just the fact that all these trucks can’t be used for anything else is enough to blow my mind… just looking at the pictures now leaves me sitting open-mouthed. Have a look at the center image of the collage below: can you make out just how long this line (one of many) stretches through the fields?

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Die Gegend wird einsamer, alles flimmert bei den wieder so um die 45°C, dazu kommt starker Wind, man sieht mehrere staubgeladene Windhosen in der Ferne – und direkt über die Straße werden distelartige Büsche und Kleinkram geweht… irgendwie hat es was vom wilden Westen. Die Zahl der Checkpoints steigt an, es sind aber auch so Verschläge auf einem am Straßenrand aufgeschütteten Hügel, auf dem ein zum Schutz gegen den heißen Wind vermummter Soldat sitzt, die Stellung hält und Richtung Syrien guckt. „Das da hinten sind syrische Dörfer,“ werde ich informiert – nur wenige Kilometer Luftlinie entfernt.

The farer from Duhok we get, the less populated the landscape. The temperature is about 45°C again, things get hazy, there’s a strong wind and I see a few dust-laden vortexes in the distance – thistle-like bushes are blown across the road… it has a Wild West feel. The number of checkpoints is increasing but some of them are just little huts on small man-made hills by the road-side, manned by a soldier holding the position, their faces covered with shawls to protect against the heat, looking across the plain towards Syria. “Those are Syrian villages over there,” I’m told – only a few kilometers as the crow flies.

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Zerstörte Häuser, ein zerbombter Krankenhausrohbau, ganze Dörfer platt gemacht. Unwirklich. Zehn, fünfzehn Meter rechts der Straße zieht sich über Kilometer ein jetzt unbemannter Schützengraben. Bizarr. Bizarr, aber irgendwie nicht bedrohlich. Trotzdem stellt sich die Frage, wie man Leute bewegen soll, sich hier wieder anzusiedeln? Wo oft einfach nichts mehr ist und womit wahrscheinlich furchtbare Erinnerungen verbunden sind. Ist das realistisch? Wenn man es nach wochen- oder monatelanger, gefährlicher Reise endlich nach Europa geschafft hat? Wenn man in einem Zelt oder einem Container in einem Flüchtlingslager in der Mitte von nirgendwo wohnt? Oder schlimmer noch: in einer „wilden Siedlung“ am Fuß des Sinjar-Gebirges?

Destroyed houses, a bombed out unfinished hospital, whole villages reduced to rubble. Unreal. Ten, fifteen meters to the right of the road there’s the trench, for kilometers on end. Bizarre. Bizarre, but somehow not threatening. And still I wonder how you want to persuade people to move back here? Where more often than not there’s nothing left and where probably horrendous memories lie buried? Is that realistic? If you’ve finally made it to Europe, after weeks or months on the road, facing all kinds of dangers. If you live in a tent or caravan in a refugee camp in the middle of nowhere? Or worse: in a “wild camp” at the foot of the Sinjar mountains?

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Aber dann der Ort, in dem es losgehen soll, Sinuni. Breite Straßen. Eine Art Allee, statt baum- laternenbestanden, die auf dem Weg war, eine Prachtstraße zu werden. Leider fehlt ihr unter anderem noch der Asphalt. Ja, auch Trümmer, Stacheldraht – aber bei weitem nicht überall. Es gibt ein kleines Zentrum, wo das Leben schon jetzt wieder losgeht: es gibt kleine Läden, mit Bergen an Gurken, Auberginen, Feigen, Zwiebeln, Tomaten. Gasflaschen. Wasser und Softdrinks. Kochgeschirr, Plastikeimer und -schüsseln. Kekse und Reis. Und viel mehr. Bei der untenstehenden Ansammlung ging mir der absurde Gedanke durch den Kopf, dass hier ein Reparaturcafé sicher gut besucht wäre.

But then there’s the town from where all this will be started, Sinuni. Broad roads. A kind of avenue, lined by fancy streetlights instead of trees, which was on its way to becoming a boulevard. Unfortunately, the asphalt is still missing, among other things. Yes, rubble and barbed wire, too – but far from everywhere. There’s a small center to which life has returned over the past months: there are little shops with heaps of cucumbers, egg plant, figs, onions, tomatoes. Gas canisters. Water and soft drinks. Cooking pots, plastic buckets and bowls. Cookies and rice. And much more. The collection below caused the absurd thought that a repair café would probably draw quite an audience here…

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Da glauben also Leute daran, dass das klappen kann. Auch wenn hier und da noch Maschinengewehre griffbereit im Wohnzimmer stehen. Möge es also ruhig bleiben, auf dass die wieder eingemottet werden können.

Apparently, there are people who believe that this will work. Even if you can still chance upon a machine gun ready to hand in a living room. So may it stay calm for them to be mothballed again soon.

Barbara

A Week in… KURDISTAN (Part 1)

KRI1

„Wohin geht’s?“ fragte der freundliche Taxifahrer um kurz vor 4 Uhr morgens, „nach New York?“ – „Nein, nach Erbil,“ antwortete ich und er war erstaunt: „Wo ist das denn?“ Das ist im Irak, genauer gesagt in der Kurdistan Region of Iraq im Norden – ich bin endlich mal wieder dienstlich unterwegs. Es stellte sich heraus, dass der Taxifahrer aus Afghanistan kam und die restlichen 15 Minuten Strecke habe ich erfahren, wie der Präsident damals zu Zeiten der Mujaheddin dafür sorgte, dass die Hochzeit des jungen Juristen trotz aller Widrigkeiten stattfinden konnte.

“Where are you headed?“ the taxi driver wondered at almost 4 am, „New York?“ – No, to Erbil,“ I said and he was surprised: „Where is that?“ That’s in Iraq, the Kurdistan Region of Iraq in the North, to be precise – finally I’m on a business trip again. It then turned out that the taxi driver was from Afghanistan and the remaining 15 minutes of the ride were spent with the story of how the president back in the mujahiddin days made sure the young lawyer was back home in time for his wedding, against all odds.

KRI3

Wie ich schon beim Besuch in der Türkei vor zwei Jahren feststellen konnte, bietet sich diese Jahreszeit für fantastische Ausblicke aus dem Flugzeug an. Diese Aufnahmen sind von „kurz vor Erbil“ – inklusive einer Tour-de-France-würdigen Bergetappe. Und dann ein freundliches und erfreutes Willkommen. Als eine der letzten kam ich zur Passkontrolle. „Ihr erster Besuch in Erbil?“ fragte der Zollbeamte lächelnd. „Der erste Besuch im Irak,“ entgegnete ich. Darauf wurde sein Lächeln noch herzlicher, er haute den im Vergleich mit den vorher erledigten Daumenabdruck und Iris-Scan altmodischen Stempel in den Pass und verabschiedete mich mit einem „Willkommen im Irak!“

As I had noticed on my visit two years ago in Turkey already this is the perfect season for an unobstructed view of the landscape. These pictures are from „we have started the descent to Erbil“ – including a mountain stage worthy to be included in the Tour de France. And then a friendly and delighted welcome. I was one of the last to reach immigration. „Your first visit to Erbil?“ the customs official smiled. „My first visit to Iraq,“ I replied, which prompted his smile to become even broader. After the high-tech thumb print matching and iris scan from moments before, the stamp in the passport had a vintage feel to it, but the document was handed back to me with a „Welcome to Iraq!“

KRI6

Und dann… war der Koffer nicht dabei. Aber das kam nicht überraschend, hatte ich doch in Istanbul wegen Verspätung ganze 15 Minuten, meinen Anschlussflug zu erreichen. Dafür hatte ich definitiv die falschen Schuhe an, aber es ging gut – hinter mir wurde die Tür geschlossen und los ging’s. Planänderung: eine Nacht in Erbil und nicht gleich weiter nach Duhok, sollte der Koffer doch am folgenden Morgen auf der 4-Uhr-Maschine sein. Beim Verlassen der Ankunftshalle war dann schnell klar, warum sich diese Jahreszeit wiederum nicht anbietet: 46 Grad und ich hatte das Gefühl, irgendwo steht ein gigantischer Föhn rum, der mit mehreren Megawatt Leistung jedem die Illusion raubt, hier auch nur einen Schritt zu viel machen zu wollen. Viel los war mit mir aber eh nicht mehr: lecker Kebab im Hotel Restaurant (wo die schreiend laute arabische Chart-Musik kurz nach meinem Eintreten als einziger Gast zu Edith Piaf abgeändert wurde) und noch ein bisschen zappen durch die ca. 850 ausschließlich arabischen, kurdischen oder sich mir sonst sprachlich nicht erschließenden Sender. Doch wer braucht das, wenn das Fernsehprogramm über alle Grenzen hinweg eh gleich ist: ein arabischer (?) Millowitsch, dann etwas im Stile von Doris Day, ein Roseanne-Verschnitt war auch dabei, dazu eine Doku zum amerikanischen Bürgerkrieg und eine Kochsendung. Ein gewöhnlicher Tag bei den öffentlich-rechtlichen?

And then… the realization that my suitcase hadn’t made it on the same flight. It didn’t come as a surprise, though, as I reached Istanbul with a delay and had all of 15 minutes to reach the connecting flight. I was definitely wearing the wrong shoes for this kind of situation but I made it – the door was closed behind me and off we went. Change of plan: a night in Erbil and not directly on to Duhok because the suitcase was supposed to be on the 4 am flight the next morning. Upon leaving arrivals it became instantly clear why, on the other hand, this time of year is not the perfect season: 46°C and I was pretty sure there was a giant hairdryer put up somewhere nearby, working with a few megawatt at bereaving you of any illusions as to your willingness to move any extra than strictly necessary. I wasn’t going to explore anything anymore anyway: yummy kebab in the hotel restaurant (where I was greeted with deafening Arabic music which was switched to Edith Piaf only moments after I had entered as the only guest) and then a little zapping through the about 850 Arabic, Kurdish or whatever the channels that remained a linguistic mystery to me were). But who needs to know the details when the programming is basically the same as at home: popular, low-brow comedies, then something reminiscent of a movie starring Doris Day, a Roseanne-lookalike, a documentary on the American Civil War and a cooking show. Sound familiar?

KRI2

Am nächsten Morgen (8 Uhr, 35°C) war der Koffer immer noch nicht da und so machte ich mich mit einem Fahrer auf den Weg nach Duhok (keine Sorge, ich reise mit Wechselgarderobe im Handgepäck). Ich könnte ja auch zwei Stunden nur schweigend in die Landschaft starren und Eindrücke aufnehmen, aber das kommt mir immer so unhöflich vor. So habe ich dann erfahren, was eine echte Flüchtlingskrise ist. Wenn eine Stadt mit vielleicht 1,5 Millionen Einwohnern ca. 500.000 Flüchtlinge aufnimmt bzw. im näheren Umland hat. Wenn diese Stadt, diese Region, dieses Land selbst unter kriegerischen Auseinandersetzungen leidet. Wenn Lehrer im Ruhestand wegen „der Krise,“ die eigentlich die gefallenen Rohölpreise meint, seit April keine Pensionszahlungen mehr bekommen haben. Alles gleichzeitig. Da wird man mindestens schweigsam.

8 am, 35°C and the suitcase still hasn’t arrived so the driver and I get going towards Duhok (don’t worry, I travel with a couple of sets of clean clothes in the carry-on bag). I personally wouldn’t have a problem spending two hours just staring at the landscape, just taking it all in, but I always feel that’s rather impolite. And so I learned what a real refugee crisis looks like. When a city of maybe 1.5 million people takes in 500,000 refugees – within the greater city limits. When this city, this region, this country suffers from war itself. When retired teachers have not received their pensions since April – because of „the crisis“ which primarily refers to the crashing prices of crude oil. All at the same time. It makes you go real quiet and count your blessings.

KRI4

Der letzte Teil der Kollage oben ist der erste Blick auf Duhok, nach dem letzten Checkpoint der Peshmerga. An keinem war es irgendwie schwierig, Gesichtskontrolle ohne Beanstandung. Das ging zuletzt nicht allen so. Nur erfrischende 42 Grad. Im Hotel ist der Aufzug kaputt, Mechaniker gehen aber schon zu Werke – und mein Zimmer 108 Treppenstufen hoch im 5. Stock, immerhin ist das Treppenhaus auf ca. 37 frostige Grad runtergekühlt. Gott sei Dank kommt der Koffer später. Im Onkel Kareem-Laden nebenan mit Wasser versorgt. 108 Treppenstufen wieder hoch. Abends ist er dann da, der Koffer, ich werde zur Übergabe an die Rezeption gebeten – 108 Treppenstufen runter sowieso immer zu Fuß, nur um festzustellen, dass der Aufzug weiter kaputt ist. 108 Treppenstufen wieder hoch. Gegen 21 Uhr wieder runter, mit leerem Rucksack, Teilentleerung. 108 Treppenstufen wieder hoch. Oben angekommen ist der Zimmerschlüssel weg. Liegt an der Rezeption, zur Erheiterung der Hotelangestellten. 108 Treppenstufen wieder hoch. Frühstück gibt’s im siebten Stock…

The last part of the collage above is the first view I get of Duhok, after the last peshmerga checkpoint. I had thought it would be more checking but every time it was merely a scrutinizing gaze, no objections. Only refreshing 42°C. The elevator at the hotel is broken (repairmen already at work) – and my room 108 steps up on the fifth floor but at least the stairwell is cooled down to a nippy 37°C. Thank God the suitcase is late. I go down to get water at the mom-and-pop-store around the corner. 108 steps back up. At about 6pm the suitcase arrives and I’m summoned to the reception only to realize that the elevator is still broken. 108 steps back up, without the suitcase. At about 9 pm I ascend again with my backpack and partially empty the suitcase. 108 steps back up. When I reach my room I notice that I don’t have the key, left it at the reception – to the amusement of the hotel staff. 108 steps back up. Breakfast is on the seventh floor…

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Wie auch immer – mal sehen, welche Herausforderungen die kommenden Tage mit sich bringen🙂

Anyhow, I’m looking forward to whatever the next few days have in store for me🙂

Barbara

Durchbruch? / Breakthrough?

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Ist das der Wendepunkt? Die erste Karte seit Januar? Ich mag es noch nicht ganz glauben – die berühmte work-life-balance stimmt weiter überhaupt nicht, aber man will die Hoffnung ja nicht aufgeben. Auf die Jingle Belles ist wie immer Verlass, wenn man Inspiration sucht. Die wird dieser Tage über eine Sketch Challenge gegeben. Sonst dafür bekannt, eher zu nah an der Skizze zu bleiben, habe ich dieses Mal eher Sorge, dass ich mich zu weit entfernt habe. Aber: egal. Hauptsache, hier wurde endlich nochmal was gebastelt.

Is this the watershed? The first card since January? I’m not fully convinced – the famous work-life-balance continuous to be off kilter but true to myself I haven’t quite given up hope yet. Luckily, you can always depend on the Jingle Belles when you’re looking for inspiration. These days, they challenge us to use a sketch. Usually, I tend to stick too close to it but this time I fear I have moved too far away. But: who cares. As long as I got to craft again.

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Schon so lange wollte ich mal meinen neuen Dymo ausprobieren. Und nochmal den „tea bag fold“ verwenden. Überhaupt mal langsam eine Weihnachtskarte basteln? In der Summe könnt ihr euch diese Saison wohl auf gekaufte einstellen…

I had wanted to try my new dymo for ages. And use the tea bag fold again. And more generally make a Christmas card again? But we have to face it: the end of July is near… you will have to get used to the idea that I’ll be sending out store bought Christmas cards this year…

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Im März hatte ich nochmal in meine Bastelecke investiert und ein Regal ausgestauscht, vieles neu organisiert, manches auch verschenkt und zu guter Letzt noch daran gearbeitet, mit dem Kauf eines Nagellackständers mein Kundenprofil bei einem großen Online-Kaufhaus komplett ad absurdum zu führen:

Back in March I re-did my creative nook and bought a new shelf, re-organized things, gave away some and finally managed to destroy the least bit of predictability in my customer profile of a large online store by buying this nail polish stand:

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Offenbar mag ich Glitter mehr, als ich gedacht habe… genießt den Restsonntag und vielleicht auf bald in diesem Theater!

Apparently I like glitter much more than I thought… enjoy what’s left of your Sunday and hopefully see you soon!

Barbara

A Week in… ÄLMHULT

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Wer Älmhult als Städtchen kennt, wird mich bedauern wollen. Hier ist die Geburtsstätte von IKEA und außer IKEA gibt es nicht viel – dadurch jedoch immerhin sowas um die 4.500 Arbeitsplätze. Ich habe im Zentrum allerdings vergeblich nach einem Briefkasten gesucht. Aber haltet euch zurück mit den Bedauerungen, denn ich war außerhalb, in Sällhult. Dort habe ich eine kleine Hütte gemietet, die ich nach langer Suche im Internet gefunden hatte. Die Suche hat sich gelohnt. Oben der Blick aus dem Küchenfenster.

Those who know Älmhult might want to pity me. It’s the birthplace of IKEA and there is not much other than IKEA – which after all provides something like 4,500 jobs. I couldn’t even find a mail box in the center, though. But wait a moment before you feel sorry for me – I wasn’t in Älmhult proper, I was in Sällhult. I had rented a little cottage there that I had found after long nights of searching on the internet. It was worth every minute. Above you see the view from the kitchen.

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Schon das Willkommen der älteren Generation der Vermieterfamilie war sehr schön – da fühlt man sich gleich gut aufgehoben. Am ersten Morgen dann fragte ich im Scherz (war es wirklich im Scherz?), ob ich nicht den einen oder anderen Monat verlängern könnte… und Ingemar hat mich immer und immer wieder darauf hingewiesen, dass ich aber auch wirklich Glück mit dem Wetter hätte. Einen Abend gab es mal Regen, aber der ging vorbei und dann schien die Sonne wieder. Aber es könnte auch kalt sein und nur regnerisch und sehr windig. Nun ja, war es aber nicht. Morgens schien die Sonne auf der einen Seite des Häuschens…

It was a really warm welcome by the older generation of the landlord family – they make you feel at home from the start. On the first morning I jokingly asked (was it really only jokingly, I wonder) whether I could extend for a few months… and Ingemar never tired to remind me that I was very, very lucky with the weather. I had rain once, in the evening – and when that was over the sun came back. But it could have been rather cold and only rainy and very windy. Well, it just wasn’t. In the morning the sun was on the back porch…

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… und nachmittags ziehe ich 90° weiter auf die nächste kleine Terrasse, mit Buch und Kaffee:

… and in the afternoons I move by 90° around the house to the next porch, with a book and a coffee:

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Warum sollte ich mich überhaupt hier wegbewegen? Wasser im See 21° – das war angenehm. Leider hatte die Möwe oben auf dem Fels ein Nest und fand es nicht witzig, wenn man ins Wasser kam, da wurden sofort Angriffe geflogen. Auch sonst war ich nicht viel unterwegs, zwei Kurzausflüge habe ich gemacht, aber es war von Anfang an so gedacht, dass ich da bleiben und lesen wollte. Nachdem ich hier auch mal den Kofferraum leer- und aufgeräumt habe musste ich mir den totalen Kontrollverlust eingestehen: 21 Bücher gekauft… Und dann durfte ich diesen Abend erleben, zwischen 22 und 23:30 Uhr:

Why should I move from this spot at all? The water temperature was at 21°C – comfortable. Unfortunately, the seagull above was nesting on that very rock and didn’t like it at all when anybody got in the water – it felt like (s)he was dive bombing me. I didn’t do all that much at all, two little excursions, but I had wanted this to be very laid back from the start, just stay put and read. And when I had emptied and reorganized my trunk here I had to admit to a total loss of control: I had bought 21 books… Anyhow, I then got to experience this evening, between 10 and 11:30 pm:

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Gerade sitze ich hier so und frage mich, ob ich nicht gleich wieder buchen soll. Und dann das Rahmenprogramm weglassen. Rüber nach Älmhult mit dem Koffer voller Bücher und raus aus allem. Wie gesagt, dort sind sie alle Überzeugungstäter. Zum schwedischen Nationalfeiertag gab’s leckeren Kuchen und eine (nicht abgebildete) schwedische Fahne… die wird sich gut neben meinem Dala häst zuhause machen. Und zum Abschied die Einladung zu Waffeln und einem netten Schwätzchen über Gott und die Welt.

I’m sitting here wondering whether I should make another booking now. And forget about the supporting program. Just get to Älmhult with a suitcase full of books and get away from it all. As I said, the whole family does this out of conviction. On the Swedish national holiday there was yummy cake and a wooden Swedish flag (not shown)… That will look great with my Dala häst at home. And in the afternoon before I was to leave I was invited for waffles and a nice chat about all the world.

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Für heute – macht’s gut!

That’s it for today – take care!

Barbara

A Night in… UPPVIDINGE!

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Hier war es soweit: ich kam, sah und schwamm. Ich war auf dem Weg von Kalmar nach Uppvidinge, im Irgendwo von Småland, und zog mir den Zorn des Navis zu. „Bitte wenden,“ hielt sie sich dran, „wenn möglich, bitte wenden.“ Ich wendete jedoch nicht und fuhr stur einfach in Richtung Björkhult, weil es irgendwie gut aussah. Und dann das. Und es war noch nicht mal quietschend 10 Minuten brauchend um ins Wasser zu steigen kalt. Es ging zack, zack. Und hach, was war das schön. Und es kam schöner.

This is where it finally happened: I came, saw and swam. I was on my way from Kalmar to Uppvidinge, somewhere in Småland, when I got to feel the full wrath of my GPS. „Please turn around,“ she insisted, „if possible, please turn around.“ I did not and stubbornly kept going towards Björkhult because somehow the road looked inviting. And then this view. And there wasn’t even any of the 10-minute squealing and hesitating to get in… it was warm. It was just like that. Oh, it was beautiful. And more beauty was yet to come.

UPP5

Es war der Lupinen-Wahnsinn in Uppvidinge. Unter anderem. Ich hatte hier gezögert, dem Navi zu glauben. Dahin soll ich abbiegen? Auf diesen Waldweg? Das einzige, was mich bei der Stange hielt, war, dass hier und da eine Mülltonne, offenbar bereit zur Leerung, irgendwo im Wald rumstand. Die dazugehörigen Häuser blieben verborgen. Ich glaube, ich wiederhole mich: aber deswegen macht mir airbnb so einen Spaß. Man kommt in Gegenden, die man sonst nie in Erwägung ziehen würde und erlebt die wunderbarsten Dinge.

It was a lupine frenzy in Uppvidinge. Among others. I had hesitated to follow the GPS‘ directions in getting here. You want me to turn onto that… path? What kept me going in the end was the fact that every now and then there were garbage cans standing in the woods, apparently ready for emptying. The houses to go with them remained obscure. I think I’m being repetitive but this is part of why I’ve come to like airbnb so much: you get to see places you wouldn’t have known existed and would much less have visited – and come to experience the most amazing things.

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Die Lupinen müssen sein – wer weiß, wann ich nach diesem Urlaub noch mal in diesen Hochgenuss komme. Und dann diese ganzen Flechten da… müsste das nicht 1A-Elchfutter sein??

There will be some more lupines, please bear with me – who knows when I’ll ever get to see them again after this vacation’s over. And then all those lichen there… wouldn’t that be a delicacy for a moose??

UPP4

Ich sollte auch nicht lange allein bleiben mit den Lupinen:

I wasn’t going to be by myself with all the lupines for a long time:

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Und auch nicht zu zweit – streckt die mir da etwa allen Ernstes die Zungen raus?!

And there was more to come – is she sticking out her tongue at me?!

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Das Licht macht mich fix und fertig, hier muss es gegen 21:30 Uhr gewesen sein. Und nein, ich wurde bei diesem Spaziergang von keiner einzigen Mücke belästigt.

The light is just too much – this must have been about 9:30 pm. And no, I was not bothered by a single mosquito on this walk.

UPP8

UPP10

UPP9

Es stellt sich die Frage, warum ich nicht einfach im Wald bleibe and hier und da mal in einen See hüpfe… bis bald!

I wonder why I don’t just stay in these woods and go for an occasional swim… more to come!

Barbara