Another day in… AUGSBURG

AUGS14

Ein weiterer Tag brachte mich in den Stadtwald, genauer gesagt zu den Bächen und Kanälen im Siebentischwald. Auch das über eine durch RegioAugsburg vorgeschlagene Route. Hier muss ich sagen: die Wegbeschreibung am Anfang scheint detailliert, ist aber verheerend – mit Hilfe diverser hilfreicher Augsburger habe ich mich irgendwie durchgeschlagen, aber ganz sicher nicht immer da, wo ich sollte. Schön war es trotzdem, aber das ein oder andere Hinweisschild wäre vielleicht doch nicht schlecht.

The second day brought me to the city forest, to the „Creeks and channels of the Siebentischwald.“ That route came from the same tourist office brochure I used on the first day. I have to say: the route explanations seem detailed at the outset but it really is a disaster – with the help of quite a few helpful Augsburgers I somehow pulled through but I certainly saw parts I wasn’t supposed to see while missing out on others. It was a nice stroll nevertheless but a signpost here or there might help ease some of the frustrations.

AUGS13

Die Mariengedenkstätte war keinem ein Begriff und so habe ich mich erstmal einfach zum Schaezlerbrunnen leiten lassen, der eigentlich nur ein möglicher Abstecher am Ende der Route sein sollte. Der sei direkt „bei der Kathedrale“ sagte eine freundliche Augsburgerin und fügte zwinkernd hinzu, dass es sich dabei um entsprechend gepflanzte Bäume handele… das kann man auf dem dritten Foto der obigen Kollage vielleicht erahnen.

Seemingly, nobody had ever seen or even heard of the Marian Memorial and so I decided to take directions to the Schaezler Fountain which was supposed to be a potential little detour at the end of the route. It was „right by the cathedral“ as one friendly Augsburger put it and added, winking, that this referred to a number of trees planted in a pattern resembling the floor plan of a cathedral…. maybe you can get an idea of it on the the third picture of the collage above.

AUGS15

Es ist wirklich überall Wasser, gefühlt von allen Seiten, und wie eine große Kreuzung wirkt der Ablass am Oberen Anger, von der man einen Teil im ersten Foto des Beitrags sieht. Der naheliegende Zoo wird von hier über ein ausgeklügeltes System mit Wasser versorgt. Von vier Bächen und Kanälen ist nämlich nicht jedes Wasser zu gebrauchen: der Siebenbrunner Bach führt eine zu hohe Sedimentfracht.

There really is water all around. The discharge at Oberer Anger (partly pictured in the first photo of this post) looks like a huge intersection. The nearby zoo gets its water from here via a sophisticated system that separates the waters of four creeks and channels. That is necessary because one of them, Siebenbrunner Bach, carries a rather high sediment load.

AUGS16

In mittlerweile strömendem Regen habe ich den Hochablass erreicht. Eine erste Anlage gab es hier schon im 14. Jahrhundert, die aktuelle wurde 1910-1912 gebaut, ist 145m breit und lässt den Lech 5,80m in die Tiefe stürzen. Hier wird Wasser des Lech in die Lechkanäle abgeleitet, unter anderem in den Eiskanal, den ersten künstlichen Wildwasserkanal, der bei den Olympischen Spielen 1972 Austragungsort der Kanuslalom-Wettbewerbe war. Jetzt weiß ich auch, warum er Eiskanal heißt: er führt(e?) Treibeis ab, um die Kanäle in der Stadt zu schützen.

By the time I reached the discharge at Hoher Ablass it was pouring. There were early structures in the 14th century, today’s facility was built 1910-1912. It is 145m wide and the Lech river drops by a whopping 5.80 meters. The Lech waters are diverted into the Lech canals here, into the Eiskanal, among others, the first artificial whitewater river which hosted the canoe slalom competitions of the 1972 Munich Olympics. I now know why it’s called Eiskanal („Ice Channel“): it is (was?) used to keep drifting ice from damaging the channels in the city.

AUGS17

Nach einem kurzen Abstecher zum nahegelegenen Wasserwerk, das leider nur an ausgewählten Terminen zu besichtigen ist, habe ich die Tour abgebrochen und bin mit der Straßenbahn in die Innenstadt gefahren und habe mich stattdessen einer weiteren faszinierenden Institution gewidmet: der ab 1514 gebauten Fuggerei, einer geschlossenen Wohnanlage, die die älteste noch genutzte Sozialsiedlung der Welt ist.

After a brief detour to the historic water works which can be visited on select dates only, I decided to cut things short and took the tram back to the city center to have a look at yet another fascinating institution: the Fuggerei, a gated community built from 1514 which is the oldest social housing estate still in operation on the planet.

AUGS18

Dort leben ca. 150 Menschen in 140 etwa 60 m² großen Wohnungen – für eine Jahresmiete von 0,88 Euro plus Nebenkosten. Als Gegenleistung wird traditionell erwartet, dass täglich drei Gebete gesprochen werden. Das Konzept geht auf Jakob Fugger zurück, der die Fuggerei 1521 gestiftet hat. Die Fugger, hier in der Linie der Lilie, haben im 16. Jahrhundert einen Großteil der Wirtschaft in Europa kontrolliert und sind über Handel, Bergbau und das Bankenwesen zu enormem Reichtum gelangt.

It’s inhabited by about 150 people who live in 140 apartments of ca. 60m² – for an annual rent of 0.88 Euros plus utilites. In return they are expected to say three prayers a day. The concept goes back to Jakob Fugger, who established the foundation in 1521. The House of Fugger, the Fuggers of the Lily to be exact, controlled much of the economic activity in Europe in the 16th century and came to enormous wealth.

AUGS19

Die Bilder sind sonnig… ich verbrachte aber auch eine geschlagene Stunde in einem interessanten Mini-Museum weil es wieder wie aus Eimern schüttete – dort habe ich JEDES Exponat gesehen und JEDES Wort gelesen 🙂 Heute jedenfalls finanziert sich die Stiftung aus der Forstwirtschaft. Und, aus der Kategorie Quiz-Wissen, eine Berühmtheit dritten Grades sozusagen hat hier übrigens auch gewohnt: der Urgroßvater von Wolfgang Amadeus Mozart.

The pictures all have blue skies… but I also spent a good hour in a very interesting mini museum because it was pouring again 🙂 Today, the foundation is financed by proceeds from forestry. And if you ever get in a pickle on Jeopardy: the third degree celebrity who lived here was the Greatgrandfather of Wolfgang Amadeus Mozart.

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Natürlich gibt es hier auch eine Kirche, St. Markus, deren Bau notwendig wurde, weil alle Kirchen der Gegend protestantisch wurden – eine der Bedingungen um in der Fuggerei leben zu können ist, katholisch zu sein. Das ist zwar nirgendwo so festgehalten, aber zu den drei täglichen Gebeten gehört das Gegrüßet seist du Maria, was ja sonst keiner betet. Hintenrum durch’s Knie. Nichtsdestotrotz bin ich von diesem Konzept begeistert und hoffe, es übersteht auch die nächsten 500 Jahre gut.

Of course a church is part of the community as well, St. Markus, the contruction of which became necessary when all neighboring churches became protestant – one of the conditions to be considered as a tenant of the Fuggerei is to be Catholic. Apparently, that is not explicitly mentioned anywhere but one of the daily prayers must be the Hail Mary, which only Catholics say. Clever move. Still, I am fascinated by the concept and hope it will be around after another 500 years.

Barbara

A day in… AUGSBURG

AUGS10

„Augsburg? Wieso fährt man denn nach Augsburg?“ Diese oder ähnliche Fragen habe ich öfter zu hören bekommen und zugegeben: es war ein Zufall. Unsere jährliche Au Pair Reunion stand an und aus diversen Gründen konnte sie nicht wie geplant in München oder Illertissen stattfinden – Blick auf die Karte: was ist mit Augsburg? Liegt irgendwie dazwischen. So kam ich nach Augsburg.

„Augsburg? Why would you go to Augsburg?“ I heard this or similar questions quite a lot and I will admit: pure coincidence. We had planned our annual Au Pair reunion (usually held in the place where one of us lives) and for one reason or another neither Munich nor Illertissen worked out – so let’s have a look at the map: what about Augsburg? It’s like half-way in between. And that’s how I got to go to Augsburg.

AUGS3

Eine schnelle Vorabrecherche brachte mich dazu, zum ersten Mal seit langem einen Reiseführer zu kaufen (Empfehlung: „Augsburg“ von Martin Kluger im context verlag). Unter anderem ist Augsburg eine UNESCO Welterbe-Stätte. Und zack! war er wieder wach, der alte Stadtgeograf in mir: Welterbe-Status im Bereich Industriekultur. Augsburg hat ein 800 Jahre altes Wasser-Management-System, das mit der Trennung von Trink- und Brauchwasser im Mittelalter seinen Anfang nahm und zu Zeiten der Industrialisierung selbige antrieb. Am ersten Tag habe ich mich auf der Augsburger Stadtmauertour zu den diversen innerstädtischen Bauwerken in diesem Zusammenhang begeben. Dieser Spaziergang fing am oben zu sehenden Wertachbrucker Tor (der graue Turm), im Norden, an.

A cursory look at the tourist office’s website made me buy a guide, for the first time in quite a while. Among other things, Augsburg has UNESCO World Heritage status. And bam! the urban geographer in me awoke again: industrial heritage. Augsburg has an 800-year old water management system that started out separating drinking from waste water in medieval times and then made industrialization possible when that time came. My first day was dedicated to a tour of the Augsburg city wall and all kinds of water-related infrastructure along the way. It started out at Wertachbrucker Tor (gate) in the North (see above in grey).

AUGS4

Für ziemlich viele Gebäude in der Stadt zeichnet Elias Holl verantwortlich, so auch hier für die Umgestaltung besagten Tors 1605. So mussten Gustav II. Adolf und Napoleon bei ihren jeweiligen Siegeszügen nicht auf prachtvolles Ambiente verzichten. Nicht weit entfernt steht das Fischertor (in orange), wo man direkt daneben den Weg an der Stadtmauer finden soll – leider abgesperrt. Aber man findet sich zurecht, wenn man einfach die nächste Straße links einbiegt. Den Hexenbrunnen verpasst man zwar, aber der Ausschilderung „Luegsinsland“ folgend, kommt man wieder auf Spur, u.a. zum „Steinernen Mann“, der den zur Zeit des 30-jährigen Krieges lebenden Bäcker Konrad Hackher darstellt, der den schwedischen Belagerern zeigen wollte, dass die Stadt eine Belagerung bestens überstehen würde, indem er angeblich mit Sägemehl gebackene Brote über die Mauer warf. Der Überlieferung nach wurde ihm das übel genommen und man schoss ihm einen Arm ab.

Elias Holl, who would today be called a public works director, designed many of the buildings in Augsburg at his time, among others the re-design of said gate in 1605. That way, both Gustav II. Adolf and Napoleon could draw on quite a magnificent scenery for their respective sieges. You continue to Fischertor (gate), not too far away (in orange) where you are supposed to start walking along the city wall. That’s currently cordoned off, though, but you can find your way there by taking the next street on the left. You will thus miss the Hexenbrunnen (witch fountain) but if you follow the signs to „Lueginsland“, you’ll get back on track and at some point reach the „Stone Man“ who represents baker Konrad Hackher who lived at the time of the Thirty Years‘ War. Konrad wanted to show the Swedish siege army that they were well equipped and the besiegers in for the long haul by throwing loaves of „bread“ made from sawdust over the city walls. According to common lore that wasn’t received positively and Konrad lost an arm in the process.

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Von der Stadtmauer weg geht man die Schwedenstiege hinab, an deren Fuß man den Venezianischen Wandbrunnnen in der Collage unten findet. Einer von vielen stylishen Trinkwasserbrunnen in der Stadt – die Wasserflasche kann man immer wieder füllen. Und dabei Brunnen verschiedenster Art bewundern. Überhaupt ist vielleicht festzuhalten, dass diese ca. 4 km lange Tour zwar mit einer Dauer von 1 bis 1,5 Stunden angegeben ist – aber dafür würde man ja nur relativ strammen Schrittes den Weg abschreiten. Wenn man hier und da auch mal eine Infotafel lesen, verschiedene Perpektiven auf ein Gebäude haben oder einfach auch Details wahrnehmen will, dauert es deutlich länger. Wenn dann noch Fotos dazu kommen werden es eher… vier Stunden.

Leave the city wall by taking the Schwedenstiege („Swedes‘ Stairs“). At the bottom you will find the impressive Venetian wall fountain you see in the collage below, one of many fancy drinking water fountains in the city – you can fill your water bottle at regular intervalls and check out all kinds of fountains in the course of it. Maybe I should mention that this walk of about 4 km is listed as taking about an hour to 1.5 hours – but that would be walking focused on finishing it rather than exploring it. If you would like to read a few of the information boards, get different perspectives of a building or just notice details, it will take a lot longer. Add to that taking pictures and it takes more like… four hours.

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Von hier geht es vorbei an zwei Elternhäusern Berthold Brechts im Bereich des Wehrgrabens am Oblatterwall – wo man kurz auch mal moderne Industrieanlagen malerisch durchscheinen sieht, um dann gleich an dem eher geruhsam daherkommenden Ruder- und Tretbootverleih langzukommen.

On the way along the city moat and Oblatter Wall you pass two childhood homes of Berthold Brecht – where you get a picturesque glimpse of modern industrial infrastructure before it gets really laidback near the rowing and pedal boat rental.

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Nicht viel weiter guckt mit dem Unteren St. Jakobs-Wasserturm schon der erste von drei Türmen um die Ecke (wieder ein Werk von Elias Holl, 1609). Es folgt der Fünfgratturm, Teil der nicht mehr vorhandenen Unteren Jakobermauer und der dritte gehört zum Jakobertor.

After just a few more steps, you can already see the Lower St. Jakobs Water Tower (another one by Elias Holl, 1609), the first of three in quick succession. Fünfgrat Tower is the next, formerly part of the no longer existing Lower Jakober Wall, while the third forms part of the Jakober Gate.

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Ein weiterer Turm bzw. ein weiteres Tor lässt nicht lange auf sich warten: das Vogeltor am Inneren Stadtgraben, wo sich heute (wieder?) ein hölzernes Wasserrad bewegt. Hier wurde von 1538 bis 1879 ein Wasserwerk betrieben. Der Vogelturm wurde erst 1774 in einen Wasserturm umgebaut – es brauchte mehr Druck in den Leitungen.

You don’t have to wait long for yet another tower or gate though: the Vogeltor (gate) which is located near the Inner Moat which (again?) powers a wooden water wheel. The Vogelturm (tower) was converted into a water tower only in 1774 – more pressure was needed in the system.

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Ein gutes Beispiel, warum man auch mal vier Stunden für den Weg brauchen kann (selbst bei durchwachsenem Wetter!), ist der Kräutergarten im Bereich der Rote-Tor-Wallanlagen. Hier allein ist ein Viertelstündchen ja gar nichts.

The herb garden as part of the Rotes Tor wall system is an excellent example to show why this walk can easily take four hours (even in less than ideal weather!). You can spend 15 minutes on that one alone.

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Das Wasserwerk am Roten Tor ist die letzte Station und gleichzeitig das Highlight. Das Rote Tor selbst ist ja eigentlich noch nicht mal Teil des der Wassernutzung gewidmeten Ensembles: Großer Wasserturm, Kleiner Wasserturm, Kastenturm, Oberes und Unteres Brunnenmeisterhaus und ein gemauertes Aquädukt. Alle Türme sind ehemalige Wehrtürme – da frage ich mich bei der engen Bebauung schon, wie viele Wehrtürme die Stadtmauer insgesamt so hatte, zu ihren besten Zeiten.

The water works at the Rotes Tor (gate) are the last stop on this walk and its highlight. The Rotes Tor as such isn’t even part of the actual ensemble dedicated to water management: Large Water Tower, Small Water Tower, Box Tower, Upper and Lower Fountain Master’s Houses and an aqueduct. All towers are former weir towers – looking at how close to each other they are I do wonder who many weir towers there were in the city wall’s heyday…

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Über den Platz am Rabenbad erreicht man das Untere Brunnenmeisterhaus, von wo man alle drei Türme sehen kann. Das Wasserwerk hier war zwischen 1416 und 1879 in Nutzung für die Trinkwasserversorgung in Augsburg und sieht seit ca. 1750 so aus, wie heute. Jeder Turm ist sein eigenes Wasserwerk, das ein unabhängiges Gebiet versorgt(e). Über Wasserräder wurden Behälter im Obergeschoss vollgepumpt, so dass Wasser mit Druck in die Rohre geleitet werden konnte.

You can reach the Lower Fountain Master’s House via the Rabenbad Square. From there you can get a view of all three towers. These water works were operational and thus delivering drinking water to Augsburg from 1416 to 1879. They got their „looks“ in about 1750. Each tower is a system in itself, servicing a certain part of the city. Water wheel powerd pumps moved the water to a tank on the top floor so the water could be released into the pipes with quite some pressure.

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So, ich muss zum Ende kommen für heute. Mehr Details zu allem, was mit dem Weltkulturerbe zusammenhängt, findet man – fantastisch aufbereitet – hier. Aber nun erstmal einen schönen Restsonntag!

With this, I have to come to an end. More details on everything related to the World Heritage can be found – featuring 3D insights and much more – here. Enjoy what’s left of your Sunday!

Barbara

 

A stroll with… alpakas!

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Zwei Wochen ist unsere Alpaka-Wanderung schon her und ich wollte viel früher davon erzählen, aber da kam das eine oder andere dazwischen. Soviel schon jetzt: es war eine wunderschöne Aktion. Ich hatte keine Ahnung, was ich erwarten sollte – außer, dass man mit einem hoffentlich freundlich gesinnten Vierbeiner mit Vorfahren aus den Anden durch die Gegend zieht.

It’s already been two weeks that we did our alpaka hike and I had planned to tell you more about it much sooner but one thing or another got in the way of that. Let me tell you up front: it was a wonderful event. I wasn’t sure what to expect – other than that we would be walking around somewhere with a hopefully good-humored four-legged friend of Andean ancestry.

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Das kam auch so. „Wanderung“ würde ich allerdings nicht sagen, eher Spaziergang: es waren wohl am Ende um die 2km, für die wir aber zweieinhalb Stunden gebraucht haben, was wiederum keiner gemerkt hat. Es ist auf jeden Fall eine gemütliche Angelegenheit. Wenn eins der Tiere (Lotte, Bella, Alena und Gerome) entscheidet, dass eine Pause vonnöten ist, dann steht der Trupp. Das mag für manchen eine Übung in Geduld sein, ich fand es superentspannt. Hin und wieder kann es auch zu unerwarteten Ausflügen kommen, wenn sich Gerome das Stürmen eines Rindenmulchhügels nicht nehmen lässt.

And that’s what it turned out to be. I wouldn’t call it a „hike“, though, it was more of a stroll: I think we did a good 2 km but needed two and half hours to do that, which on the other hand nobody really seemd to take note of. It’s safe to say they have internalized German gemütlichkeit. When one of the alpakas (Lotte, Bella, Alena and Gerome) decides a break is in order, everybody stops. It might be an exercise in patience for some, I found it very relaxing. Every now and then there can be unexpected detours, e.g. when Gerome decides to conquer the mulch mountain.

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Sandra und Jan von Sandras Eifler Alpakas konnten dazu mit unglaublich viel Wissenswertem aufwarten, so dass es selbst bei längeren Pausen immer was zu erzählen gab. Die Pausen z.B. fanden zumeist statt, weil Alpakas Wiederkäuer sind und sich dabei ungern bis gar nicht bewegen (ginge mir ähnlich). Und einer hatte immer was wiederzukäuen, besonders, wenn man die ganze Zeit mit frischem Grünzeug versorgt wird (siehe ganz oben). Oder dass Alena zwar mit ihrer feschen Frisur was hermacht, das aber eigentlich viel zu warm ist. Doch beim Scheren reichte ihre Geduld nicht. Nicht nur deswegen wirkt sie allerdings wie eine Diva – sie „redet“ dazu auch noch ununterbrochen und irgendwie genervt. Oder so macht es den Eindruck 🙂

Sandra and Jan of Sandras Eifler Alpakas had oodles of information to share so that even longish breaks had a lot to offer. The breaks usually happened because alpakas are ruminants and when they have to do just that they are not inclined to walk (and who can blame them?). And it seemed one of them always had something to deal with – not surprising, I guess, when you are constantly being fed with fresh greens (see top). Or that Alena might have a fancy hairdo but that that’s not a good thing because it’s too hot. But she ran out of patience when she was being shorn. There’s more to her diva-like behavior – she also „talks“ incessantly and somewhat disapprovingly of the world in general. Or so it seems. 🙂

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Zurück im Gehege könnten sie machen was sie wollen, entscheiden sich dann aber, direkt bei uns in einer schattigen Sitzecke zu bleiben – aus Neugier? Wegen des Schattens? Aus Geselligkeit? Warum auch immer, sie lassen keine Foto-Gelegenheit aus und bedienen auch die Selfie-Notwendigkeiten der Teenager!

Back at their corral they could have done anything but decide to stay with us in a shady sitting area – out of curiosity? Because of the shade? Because they are the proverbial social animals? Whatever the reason, they never miss a photo opportunity and also cater to the teenagers‘ selfie needs!

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Ich sehe schon kommen, dass das nicht das letzte Mal war, dass ich mit diesen Alpakas die Landschaft um Hoffeld erkundet habe – schon allein, das auch zu anderen Jahreszeiten auszuprobieren, würde mich reizen (man stelle sich das im Schnee vor!). Aber für jetzt erstmal einen schönen Restsonntag!

I have a feeling it wasn’t the last time I went exploring the landscape around Hoffeld – for one I think it would be interesting to do it in a different season (imagine snow!). But for now enjoy your Sunday!

Barbara

P.S.: Hoffeld im Schnee findet sich im Kalender 2023 „Barweiler Blicke… und andere“  wieder, der wie im vergangenen Jahr zugunsten des Elisabeth-Hospiz in Lohmar verkauft wird.

P.S.: Hoffeld in snow is one of the images in the 2023 „Barweiler Views… and others“ calendar which is available now – all proceeds go to the Elisabeth Hospice in Lohmar as usual.

Hoffeld Winter

Reindeer

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Während die Reiseberichte zu einem abrupten Ende fanden und ich es in den letzten Wochen nicht geschafft habe, mich zum bloggen (oder viel anderem, bei der Hitze) zu motivieren, gibt es heute mal wieder einen Beitrag für jene, die den Blog wegen des Kreativteils lesen. Ich habe vor einer Weile hunderte an sich schöner Grußkarten mit Aquarellmotiven aus der Toskana bekommen – die kann ja kein Mensch alle verschicken. Nun habe ich überlegt, wie sie ein zweites Leben als Weihnachtskarten bekommen könnten. Das ist der erste Versuch.

While my travel and hiking posts came to an abrupt end and I just couldn’t rallye to blog (or much else, for that matter, due to the heat), I share a post today for those of you who read this blog for the crafting content. A while ago I was given literally hundreds of beautiful greetings cards featuring water colors from Tuscany – there’s no way I can actually send all those as they are. So I was wondering how I could give them a second life. This is the first try.

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Vielleicht könnte die weihnachtliche Explosion in toskanischem Ambiente noch mehr Raum einnehmen… mal sehen, was weitere Spielereien ergeben.

Maybe this Christmas explosion in a Tuscan landscape could be larger… well, let’s see what further experiments will yield.

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Im Nachhinein merke ich dann: es laufen gerade einige Challenges mit einem passenden Thema.

And later I realized there are a few current challenges with a matching theme:

CCAYR: Reindeer / Deer

Winter Wonderland: Reindeer

ABC: R – for Reindeer

12 months of Christmas: #91 Anything Goes

Rudolph Days Challenge

Habt ein schönes Wochenende!

Have a good weekend!

Barbara

A spontaneous visit at… HABO KYRKA

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Auf dem Weg nach Älmhult vermeldete die Co-Pilotin, dass sich ein Abstecher zur Kirche in Habo lohnen könnte, auch wenn es nicht der kleinste aller Schlenker war. Doch der Guide – und den möchte ich hier nach den Erfahrungen speziell der Schweden-Novizin dieses Jahr explizit nennen: der DuMont Bildatlas Südschweden – hatte nicht zuviel versprochen.

On our way to Älmhult my co-pilot read up on the church in Habo and concluded that a detour could be well worth it. And that travel guide, which was of excellent service to said co-pilot in particular, this being her first time in Sweden (DuMont Bildatlas Südschweden), did not exaggerate.

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Mein erster Gedanke war, dem Abstecher ein Bild zu widmen, was sich aber nach Durchsicht der Fotos und Lektüre der dort gekauften Broschüre (im folgenden vielfach, wenn auch sprachlich korrigiert, zitiert) als unmöglich erwies. Hiermit also der meines Wissens erste Beitrag, der sich mit einem einzigen Sakralbau beschäftigt. Uns ist beim Betreten dieser „Holzkathedrale“ im wahrsten Sinne des Wortes die Kinnlade runtergefallen.

My first idea was to include a one-photo-little note on the detour in a larger post but that was soon deemed impossible and inadequate after reviewing the pictures and reading up on it in the little brochure I bought there (all info in this post is from that brochure). So here goes the first post exclusively on a religious building. Our jaws literally dropped when we entered this „wooden cathedral“.

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Die erste Kirche an diesem Ort ist für das 11. Jahrhundert belegt, das heutige Aussehen erhielt der Bau 1723, eine Basilika mit hohem Mittelschiff und zwei niedrigeren Seitenschiffen. Sie fasst heute 600 Gläubige und die Aufteilung spiegelt die Klassengesellschaft des 18. Jahrhunderts wider: in den Bänken saßen vorne die Bauern, hinten die Kleinbauern, getrennt nach Frauen links („Spinnseite“) und Männer rechts („Schwertseite“). Die Emporen darüber waren für Mägde und Knechte vorgesehen.

The first church at this site dates back to the 11th century while the building we see today is from 1723, a basilica with a high central nave and two lower aisles. Today it holds 600 worshippers and the original division reflects the class society of the 18th century: the peasants occupied the pews in the front, the smallholders had to sit in the back, both separated into women on the left („spinning side“) and men on the right („sword side“). The galleries above were for maids and farmhands.

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Über separate Eingänge zu erreichen sind sechs kleine Logen, sog. „Herrschaftsstühle“, die den Gutsbesitzern vorbehalten waren. Erinnern mich stark an VIP-Boxen im Eisstadion.

There are six small boxes, accesible via separate entrances, which were reserved for estate owners. Somehow, they strongly remind me of VIP boxes in hockey stadiums.

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Sämtliche Gemälde dienten quasi als Lehrbuch: An den Seitenwänden werden die 10 Gebote abgehandelt, oberhalb der Empore das Vaterunser auseinandergenommen und auf der Decke und der Empore das Glaubensbekenntnis dargestellt. Auf der Collage oben ist das Detail rechts unten zu beachten: beim letzten Abendmahl liegt der Teufel unter dem Tisch und Judas schleicht sich gerade von dannen.

All paintings etc. are basically one large textbook. The catechism was to be known by heart by everyone so on the side walls you find the ten commandments explained, above the galleries the Lord’s Prayer is detailed and on the ceiling as well as on the galleries there are several depictions to do with the Apostles‘ Creed. If you look at the picture in the lower right corner of the collage above, make sure you find satan underneath the table and Judas just about to sneak away.

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Der Umbau im 18. Jahrhundert muss ein ziemlicher Aufreger gewesen sein, denn natürlich war das eine kostspielige Angelegenheit, die die Gemeinde zu tragen hatte. Doch der Probst setzte sich durch. Während die Gemälde erst 1741-43 entstanden sind, ist die Kanzel schon von 1723 und zeigt die 12 Apostel mit ihren jeweiligen Symbolen. Mir gefällt allerdings die Sanduhrenriege am besten.

The new design the church got in the 18th century caused quite a stir as of course it was a costly measure – and the congregation had to pay for it. But the provost got his way. While the paintings were done from 1741-43, the pulpit was already done in 1723 and displays the 12 apostles and their symbols. I personally like the battery of hourglasses best.

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Der Altar ist aus dem 14. Jahrhundert und aus Sandstein. Die Uhr ist besonders: sie hat nur einen Stundenzeiger. Zur jeweils vollen Stunde schlägt der Junge mittig darüber auf seine Trommel. Das haben wir verpasst… und ich lese es erst jetzt.

The altar is made from sandstone and dates back to the 14th century. The clock on it is special: it has only the hour hand. On the hour, the boy figurine sitting right in the middle on top of it will beat the drum. We missed that part… I’m reading about it only now.

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Letztlich ist noch die Orgel zu erwähnen, deren Fassade im Original von 1736 erhalten ist. Auch die Pfeifen sind restauriert, während das Orgelwerk 1962 ausgetauscht wurde. Die sechs Gemälde gleich unterhalb sind die einzigen nicht-religiösen Darstellungen: sie zeigen vielleicht [sic.] die schwedische Königin Ulrika Eleonora mit verschiedenen Musikinstrumenten. Die musizierenden Engel wiederum haben für mich etwas Erzgebirgs-Flair.

Finally, the organ is worth mentioning, its exterior still original from 1736. The pipes have also been renovated while the technical set-up behind it all was completely exchanged in 1962. The six paintings underneath it are the only ones not displaying a religious motif: they maybe [sic.] show the Swedish queen Ulrika Eleonora with different musical isntruments. The music making angels on the other hand have a strong Erzgebirge feel to them – to me at least.

Ich hoffe, ihr fandet diesen Abstecher genauso interessant wie wir! Auf bald!

I hope you found that little detour just as interesting as we did! See you soon!

Barbara

A day at… KARLSBORG FORTRESS

In die für die Stadt namensgebende Festung (und Daseinsberechtigung) kamen wir am wahrscheinlich einzigen Tag des Jahres, an dem es tausende andere auch taten: am schwedischen Nationalfeiertag, dem 6. Juni. (Ich kann kaum glauben, dass das fast einen Monat her ist…) Dieser ist auch als Tag der schwedischen Flagge bekannt und entwickelte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts. Hintergrund ist die Auflösung der Union mit Dänemark und damit die Selbstständigkeit des Landes. Mit der Krönung von Gustav Wasa an jenem Tag 1523 wurde das besiegelt. Erst seit 2005 allerdings ist es ein arbeitsfreier Tag.

We finally made it to the fortress that gave Karlsborg its name and raison d’être on what is likely the only day of the year when thousands of others make it, too: on Swedish National Day, June 6. (I can’t believe it’s already been almost a month…) The day is also known as the day of the Swedish flag and came into being during the course of the 19th century. The reason for the day lies much further back in history: in 1523 the union with Denmark was dissolved and thus Sweden became independent. The coronation of Gustav Wasa on June 6 that year sort of sealed the deal. It took until 2005, though, for it to become a bank holiday.

Das letzte Mal in solchen Menschenmengen unterwegs war ich wohl… auf einem Weihnachtsmarkt 2019? Das erstaunlichste war: es fühlte sich nur sehr kurz, wenn überhaupt, komisch an. Insgesamt war es eine Mischung aus Kirmes ohne Fahrgeschäfte, tatsächlich vergleichsweise vielen Fahnen, einer Bühne mit verschiedensten Programmpunkten, Essensstände mit unfassbaren Schlangen (ich musste feststellen, dass Organisation nicht zu den Kernkompetenzen der Schweden zu gehören scheint 😉 ), Führungen in diversen Festungsbereichen, Ständen des Militärs… und dann ein Bereich mit den hier weit verbreiteten amerikanischen Straßenkreuzern. Man hört: Platz drei gleich hinter den USA und Kuba, in Sachen Straßenkreuzer pro Einwohner.

I think I have to go back to some Christmas market in 2019 maybe to remember being among such crowds? The most unexpected part: it felt strange only very briefly, if at all. Generally, it was a mixture of a funfair without the rides, really a lot of flags, a stage with all kinds of performances, food stalls with queues like I’ve never seen before (I came to the conclusion that organisation is not one of the core competencies of the Swedish 😉 ), guided tours of several parts of the fortress, the Swedish military presenting all kinds of equipment, services, trainings… and then an area for the exhibition of American road cruisers. Rumor has it that Sweden ranks third right after the US and Cuba in number of road cruisers per capita.

Das Gelände ist sehr weitläufig und eigentlich haben wir erstmal nur einen kleinen Teil gesehen. Man kann sich fragen, wie es zu dieser riesigen Anlage im „Nichts“ kam: nach dem Verlust von Finnland und Åland an Russland im Dritten Russisch-Schwedischen Krieg 1808/09 fand sich Stockholm geografisch in einer ziemlich exponierten Lage wieder und es wurde nach einem neuen Standort für das Militär gesucht, inkl. einem Rückzugsort für die Königsfamilie. Der Bau begann 1819 und endet 90 Jahre später – 1909. Mit Bauende war die Anlage quasi schon veraltet und nahezu überflüssig und wurde 1928 stillgelegt.

The area is really large und at first we only saw a small part of it. One might wonder how this huge complex in the boondocks came about: Sweden lost Finland and Åland to Russia in the Third Russian-Swedish war of 1808/09 and as a consequence Stockholm found itself rather exposed geographically, so it was decided to find another base for the military and also a secure retreat for the royal family. Construction started in 1819 and took 90 years – until 1909. It was thus old-fashioned already when it was finally ready for service and basically obsolete and was decommissioned in 1928.

Ich war kurz auf dem Westwall unterwegs – man kommt sich je nach Blickrichtung vor, wie mitten in einem Naturreservat. Und ja, ich finde überall Lupinen, mir entgeht keine.

I took a brief stroll on the west wall – depending on which way you look, it feels as if you are in a nature reserve. And yes, I find lupines everywhere, I don’t miss a one.

Das Fest endete gegen 16 Uhr und es leerte sich schlagartig. Nach einer kurzen Pause zuhause sind wir dann nochmal zurück – für den Spaziergang, die fantastische Abendstimmung und weitere Eindrücke der Festungsanlage, die auf einer Landzunge namens Vanäs liegt. Deren Namen trug sie auch bis 1832, als man entschied, sie in Karlsborg umzubenennen – zu Ehren Karls XIII.

The festivities came to an end at about 4 p.m. and it seemed that within minutes people were gone. After a short break at home we returned – for a stroll, the breathtaking atmosphere of the evening and a few more impressions of the fortress which is situated on a promontory called Vanäs. It was named after it in the beginning but in 1832 it was decided to change it to Karlsborg in honor of Karl XIII.

In diesem parkähnlich anmutenden Bereich liegt einerseits die königliche Villa (1823), sowie das Garnisonskrankenhaus (1879/81) – eine aus drei Gebäuden bestehende Anlage, sowie einem kleinen, etwas abseits gelegenen Gebäude, das die Pathologie beherbergte.

This park-like area includes the royal villa (1823) and the garrison hospital (1879/81) – a facility consisting of three buildings plus a smaller one off to the side a bit which housed pathology.

Der 1892 erbaute Leuchtturm ist auch Postkartenmaterial, achteckig, holzverkleidet und mit einer Bank auf der dem See zugewandten Seite (wieder so eine Buch und Thermoskannen-Stelle).

Built in 1892, the lighthouse is also postcard material, octagonal, wood-clad and with a bench on the side facing the lake (yet another book and thermos spot).

So ganz kann ich mich noch nicht von diesem Abed trennen…

I have a hard time parting with that night…

… und von Karlsborg, denn am Folgetag sollte es wieder Richtung Süden gehen. Freut euch auf einen Überraschungsstop!

… and with Karlsborg, because we were set to head South again the following day. Look forward to a breathtaking surprise stop!

Barbara

An afternoon in… HJO

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Mit Hjo kenne ich dann nun auch die zweite von drei Holzstädten in Schweden – auch wenn wir uns bei unserem Besuch eigentlich auf das ehemalige Bäderviertel beschränkt haben. Die zumeist Holzarchitektur dort ist zwar, wie ihr im weiteren sehen werdet, atemberaubend, aber nicht vorrangig der Grund für Hjos Status als Holzstadt. Der basiert auf 70 von 98 noch verbliebenen Holzbauten in der Altstadt, die wir, den Magen auf den Füßen auf der Suche nach einem Restaurant, nur gestreift haben. Die Suche allerdings kann als erfolgreich gewertet werden: Essen mit dem Blick oben.

I now know two thirds of Sweden’s „wooden cities“ – even though we concentrated on the former spa area in Hjo. While the wooden architecture there is jawdroppingly beautiful – as you will see below – it’s not the primary reason for Hjo’s status as „wooden city“. That is based on 70 remaining wooden houses (of 98) in the medieval old part of town. That we saw only fleetingly, on our low bloodsugar level search for a restaurant. The search turned out to be succsesful not only from a culinary perspective: lunch with the view above.

HJO7 Collage

Die Villa Victoria zeigt hier vor allen Dingen schon mal eins: eine Mischung von Fotos zu mit vielleicht 2 Stunden Abstand und vollkommen veränderten Lichtverhältnissen, Hin- und Rückweg. Erstaunlich, wie unterschiedlich die Häuser wirken. Gebaut wurde sie jedenfalls 1882 als Unterkunft für Kurgäste.

Villa Victoria makes one thing clear: you will be seeing a mixture of pictures with different lighting: going there and coming back. It does make a huge difference, doesn’t it? Anyhow, the villa was built in 1882 to accommodate spa guests.

HJO3 Viktoria

Die Villa Idun ist eines der frühesten Gebäude (1873) im Kur-Zusammenhang und lag dem ehemaligen Hotel Bellevue am nächsten, weswegen hier zeitweise der Hoteldirektor wohnte. Seit 2015 ist sie renoviert und beherbergt Wohnungen.

Villa Idun (1873) is one of the earliest buildings in this spa neighborhood and used to be closest to the former Hotel Bellevue which is why it was the residence of hotel manager at times. It’s been renovated in 2015 and now houses apartments.

HJO4 Idun

Na, wäre das mal ein stilvoller Jugenherbergsaufenthalt? Das ist die Villa Eira (1892) heute – sie ist viel größer, als sie auf meinen Fotos wirkt. Mit zum Zeitpunkt des Schreibens 92 Euro als günstigstem Preis allerdings dann auch wieder fraglich. Zur Jahrhundertwende, der vorletzten, jedenfalls gab es hier Arztpraxen und ein „Labor“. Offenbar ist hier noch mehr als an anderen im Originazustand, bspw. die Fenster.

Would you fancy staying at a stylish youth hostel like this? That’s what Villa Eira (1892) is today – it’s much larger than it appears on my pictures. At the time of writing, the least expensive room was 92 Euros, though, which makes a stay a tad unlikely. Anyhow, at the turn of the century it housed doctor’s offices and a „lab“. Apparently, more of the structure is still original than at the other houses, for example the windows have not been changed.

HJO5 EIRA_JH

Nicht nur das Äußere ist hier denkmalgeschützt, die Villa Guldkroken (1885) hat auch ein sehenswertes Treppenhaus. Ursprünglich hat sie 15 Hotelzimmer beherbergt, seit einer Renovierung 2016/2017 mehrere Wohnungen. Große Teile an dekorativen Holzelementen im Außenbereich sind offenbar Modernisierungsmaßnahmen in den 1930ern bis 1950ern zum Opfer gefallen.

In addition to the exterior, there is also the spiral staircase of Villa Guldkroken (1885) that is landmarked. Originally, it provided 15 hotel rooms which have been converted into several apartments in a 2016/17 renovation. Large parts of decorative wooden elements in the exterior have apparently fallen victim to modernization measures in the 1930s to 1950s.

HJO5 Guldkroken

Was dekorative Holzelemente wie diese an der Villa Götha (1878) gewesen sein müssen. Die haben mich so fasziniert, dass ich überhaupt kein Foto von der Front habe… Das Gebäude dient heute als Kindergarten.

As far as decorative wooden elements are concerned, supposedly they were similar to those of Villa Götha (1878). I was so enchanted by them I didn’t even take a picture of the front of the building… which today houses a nursery school.

HJO6 Götha

IlovehjoZu guter Letzt: solltet ihr euch fragen, wie der Ort eigentlich ausgesprochen wird… sehr cooles Stadtmarketing!

Finally, in case you are wondering how to pronounce Hjo… their city marketig sure knows what they’re doing!

Die Zeit in Karlsborg ist noch nicht vorbei, auf bald!

The Karlsborg days have not come to an end yet, see you soon!

Barbara

A quick visit to… TIVEDEN NATIONAL PARK

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Der Vorteil daran, dass wir erst am späten Nachmittag im Tiveden Nationalpark ankamen war einerseits, dass nicht mehr viele Besucher da waren und dass wir die Wälder in so einem wunderbaren, fast mystischen Licht erleben konnten. Wir waren nicht am Haupteingang, sondern am Eingang Vitsand.

The advantage of getting to Tiveden National Park only late in the afternnon was both the absence of crowds and that we got to experience the woods in this almost mystic light. We did not choose the main entrance but the Vitsand entrance.

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Unsere Freundin schickte uns auf die Junker Jägarerundan, benannt nach dem beeindruckenden, 15 Meter hohen senkrecht stehenden Findling unten, der während der Eiszeit vor ca. 10.000 Jahren von der Eisdecke mitgeführt und nach dem Abschmelzen hier liegengelassen wurde.

Our friend sent us onto Junker Jägarerundan, named after the impressive, upright erratic boulder (height: 15 meters) you see below. It was carried here by the ice sheet of the ice age about 10,000 years ago and left in place when the ice melted.

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Die Runde ist mit 2,8 km wirklich kurz, sehr gut ausgeschildert und einfach. Auch den beiden Geistern des Junkers und seiner Geliebten, die hier in der Dämmerung rumspuken sollen, sind wir nicht begegnet. Eine ziemlich blutige Geschichte: ein norwegischer Jäger verliebte sich in eine adlige Maid, die aber schon anderweitig versprochen war. In der Nacht vor der Hochzeit flohen sie und fanden unter diesem Fels Unterschlupf. Während der Jäger unterwegs war, um Abendessen zu besorgen, schloss der vom Vater der jungen Frau losgeschickte Suchtrupp auf, fand sie und enthauptete sie an Ort und Stelle. Seitdem ziehen die Geister der beiden, ihrer wortwörtlich kopflos, hier rum. Der Ursprung der Sage ist etwas neblig – es könnte sein, dass sie ziemlich neu ist und von Halloween-fanatischen Touristen in die Welt gesetzt wurde 😉

At only 2.8 km, the trail is really very short, with excellent signposting and quite easy, too. We did not meet the two ghosts that apparently haunt this place at dusk. Quite a bloody tale: a Norwegian huntsman fell in love with a noble maiden whose arranged marriage was imminent. They eloped the night before the wedding and found shelter underneath this rock. While the huntsman was out, well: hunting, the posse the maiden’s father had sent after them found her and decapitated her on the spot. Ever since then, their ghosts have haunted this place, hers literally headless. The origins of this myth are quite obscure: some suspect it’s really recent and that some Halloween-loving tourists invented it 😉

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Ich bin da ja – wenn – mehr auf der Trollschiene unterwegs und zwischen diesen ganzen großen Felsbrocken, die hier überall rumliegen, als hätte ein Riese einen Sack ausgeschüttet, sind sicher ganz gute Wohnbehausungen zu finden.

I personnally find the existence of trolls more likely and I suspect that between all those huge boulders around here that look as if a giant had emptied a sackful of them across the area, you can find prime real estate for trolls.

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Und am Ende, wie das bei einem Rundwanderweg gemeinhin so ist, kommt man wieder in Vitsand an und könnte im Stora Trehörningen noch ein Bad nehmen und/oder an einem der fantastisch ausgestatteten Grillplätze noch ein Barbecue einbauen…

And at the end, as is usually the case with circular loops, you reach the starting point Vitsand again where you take a bath in Lake Stora Trehörningen and/or use one of the great barbecue spots (tables, benches, grill, often wood included)…

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Meine Pläne für den nächsten Aufenthalt sind sehr konkret: mindestens zwei weitere volle Tage in Tiveden mit Trehörningsrundan, Trollkyrkorundan und/oder Oxögabergsrundan. Aber erstmal hier bald mehr!

My plans for the next visit are very concrete: at least two more full days in Tiveden NP doing Trehörningsrundan, Trollkyrkorundan and/or Oxögabergsrundan. But for now you’ll read more here soon!

Barbara

A first day in… KARLSBORG

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Wenn man „mal kurz“ mit dem Hund rausgeht und innerhalb einer knappen Minute den Blick oben hat, kann man eigentlich nur feststellen: wow. Wir kamen so gegen 18 Uhr in Karlsborg an und bereits der erste Abend hat gereicht, um zu der Überzeugung zu gelangen, dass die Freundin, die hier ein Haus geerbt hat, keine Wahl hatte. Hier kann man nicht nicht wohnen, wenn man die Möglichkeit hat.

When you take the dog for a „short walk“ and within less than a minute reach the view above, you are awestruck, period. We reached Karsborg at about 6 p.m. and the first evening was sufficient for us to realize that our friend, who inherited a house here, did not have a choice. You can’t possibly not live here when offered the opportunity.

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Vielleicht kann man Karlsborg über zwei Dinge charakterisieren: die Lage am Götakanal und am Vättern, dem zweitgrößten See Schwedens, und an der wohl namensgebenden Festung. Bevor letztere 1809, als Schweden Finnland an Russland verlor, als Idee geboren wurde, war hier nicht allzu viel. Die Bauarbeiten begannen 1819 und haben wohl 90 Jahre gedauert, doch dazu später mehr. Von der Lage überzeugen mich in diesen Junitagen nicht nur die Nähe des Vättern mit der dazugehörigen Vogelschar, sondern auch der Götakanal und der Bewuchs des Ufers direkt vor der Haustür.

Maybe Karlsborg is characterized by two things: its location on both the Göta Canal and Lake Vättern, the second-largest lake in Sweden, and by the fortress. There wasn’t much around in 1809 when Sweden lost Finland to Russia and subsequently the idea was born to have that fortress here. Building started in 1819 and went on for 90 years but more about that later. There’s more than the location on Lake Vättern that wins my heart during these gorgeous June days: it’s also th Göta Canal quite literally right at the doorstep, and the wonderful flora on the shores.

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Am späten Vormittag des Folgetags ging es zuallererst zu Klintens Utsikt, einem Aussichtspunkt – auf Karlsborg, die Festung, ganz viel Wasser und Wald. Ein absolut ruhiger, beruhigender Ort, den ich sicher auch mit einiger Regelmäßigkeit aufsuchen würde, wahrscheinlich mit einem guten Buch im Gepäck.

Late in the morning of the following day we started out at Klintens Utsikt, a viewpoint – towards Karlsborg, the fortress, vast waters and woods. Such a serene place – I would certainly be here on a regular basis, too, most likely carrying a good book..

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Nach einem erfolgreichen Loppis-Besuch kamen wir gerade rechtzeitig zur Schleuse in Forsvik. Ein Boot wartete geduldig auf die Passage, in der 3,5 Meter Höhenunterschied überwunden werden. Die Schleuse wurde 1813 gebaut und ist die älteste und höchste des Götakanals. Und das will was heißen: der Kanal ist 190 km lang (87 davon von Hand gegraben – da waren 58.000 Soldaten über Jahre am Werk) und hat 58 Schleusen. Im 19. Jahrhundert hatte er gemeinsam mit dem am Vänern See anschließenden Trollhättekanal eine große Bedeutung als Transportweg zwischen Stockholm und Göteborg, heute ist er eine Touristenattraktion.

We then continued to Forsvik (not without successfully stopping at a loppis) where we arrived just in time to watch a boat pass the locks. It’s a 3.5 meter drop here, it’s the highest and, built in 1813, also the oldest lock on the Göta Canal. And that is saying something: the canal stretches over 190 km, 87 of which were dug by hand by 58,000 soldiers for years on end) and features 58 locks. In combination with the Trollhätte Canal, which it kind of meets be reaching Lake Vänern, it forms a transportation route all the way from Stockholm to Göteborg. It was really important as such in the 19th century while today it is a tourist attraction.

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Wirklich nur eine kurze Stippvisite (wir quatschen einfach zu viel, das fängt beim Frühstück dann schon an) war es dann in Forsvik Bruk, einer alten Industrieanlage, die nun ein Museum ist – und mehr. Neben den Einblicken in diverse Produktionsstätten gibt es ein Museum zur Industriegeschichte, Räumlichkeiten für wechselnde Ausstellungen (gerade eine Fotoausstellung) und ein Theater beherbergt es auch noch. Beim nächsten Besuch ist hier schonmal ein halber Tag eingeplant.

We then moved on to Forsvik Bruk for a flying visit (we just spend too much time talking, catching up – it starts over breakfast and ends late at night). That’s a former industrial complex from the 19th century which is now a museum in itself but also features a museum on the history of industrialization, changing exhibits (currently a photo exhibit) and then there’s a theater, too. Mental note: plan half a day here on your next visit.

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Der Tag war noch nicht zuende – es ist ja wunderbar lange hell, aber bei diesen Eindrücken belasse ich es fürs erste mal und melde mich in Kürze wieder.

That was not the end of the day, mind you – it’s light out so wonderfully long, but I’ll leave you with these impressions for now and will be back with more soon!

Barbara

A couple of days in… SMÅLAND and ÖSTERGÖTLAND

Auf dem oberen Bild sieht man einen zumeist zu zweit verwendeten Fluchtweg, Ziel die gelbe Tür links. Wir sind in Gibberyds Gård, den meisten unter euch sicher eher bekannt als der Katthult Hof aus den Verfilmungen des Michel aus Lönneberga. Der Besuch hier war wirklich der totale Nostalgie-Trip, vollkommen bizarr hier in der „Kulisse“ eins zu eins rumzulaufen. Ins Haus kann man leider nicht, denn der Hof ist bewohnt – es ist kein Museum, schon aber eine Touristenattraktion. Es war ein totaler Flash, egal, wo ich hingeguckt habe, flitzten mir Filmschnipsel durch den Kopf, oft viele auf einmal, zum Beispiel vor Alfreds Haus: erst der Akkordion spielende Alfred auf der Bank vor dem Haus mit der ihn anhimmelnden Lina, dann der kranke Alfred, der im Winter von Michel heldenhaft zum Arzt gebracht wird, dann Michel wieder, wie er als „Gespenst“ aus dem Schreinerschuppen entkommt, Alfred und Michel beim mittsommerlichen Schwimmen usw. erstaunlich auch, dass man einzelne Gebäude (die NICHT später gebaut wurden) gar nicht kennt oder vergessen hat – oder vielleicht ist es die Kameraperspektive gewesen.

The picture above depicts an escape route, usually taken by two people, towards the yellow door on the left. We are at Gibberyds Gård, which some of you might know as the Katthult farm of Emil in Lönneberga fame. Visiting this place triggered major nostalgia, it was nothing short of bizarre to be walking around the „set“. The farm house is off limits, it’s inhabited – it’s not a museum but obviously the property as a whole is a tourist attraction. Wherever I looked, I had certain movie scenes playing themselves in my head, in vivid detail. I think the movies are not that widely known in the anglophone world so I’ll spare you details. And then to realize that there are buildings you never see in the movies (which were NOT built later) – must be a matter of either camera perspective or selective memory.

Nicht weit entfernt liegt Vimmerby, der Ort, der irgendwie das Zentrum aller Dinge ist, die mit Astrid Lindgren zu tun haben. Für eine Besichtigung von Näs, dem Hof, auf dem sie geboren wurde und aufgewachsen ist, fehlte uns die Zeit (und ich zumindest kannte ihn und das dazugehörige Museum bereits), denn wir haben einen Stadtspaziergang gemacht und uns Ecken angeguckt, die entweder als Inspiration dienten oder auch wiederum Drehorte waren. Vielleicht erkennt ihr welche wieder? Astrid Lindgren ist in Vimmerby beerdigt – wir konnten das Grab allerdings nur mit Hilfe eines ortskundigen Menschen finden.

Vimmerby, the town that seems to be at the heart of all things Astrid Lindgren, is close by. She was born and raised on the Näs farm there but we had to skip that (and I at least went there last time already) as we went on a self-guided walk through town, taking us to places that were either an inspiration of some sort or again sets for certain movies. Maybe you recognize a couple? Astrid Lindgren was also buried in Vimmerby but we needed the help of a local to find her grave.

Am folgenden Tag waren wieder einige hundert Kilometer zurückzulegen, die wir uns in Etappen aufgeteilt hatten. Für eine erste Fika sollte es bereits in Eksjö reichen, einer von drei sog. „Holzstädten“ in Schweden. Das sind Städte, deren zentrale Bebauung zu einem hohen Anteil aus Holzhäusern besteht. Davon war ich 2018 hin und weg und ein Blick auf den entsprechenden Post lohnt sich hier.

We had a few hundred kilometers to go on the following day which we had split into several legs. We planned te first fika for Eksjö, one of three so-called „wooden towns“ in Sweden. These are towns whose (historic) centers have a very high percentage of wooden buildings. I was fascinated by Eksjö when going there in 2018 and it’s worth checking it out here.

Nächster Stopp: Gränna, das Zentrum der traditionellen Zuckerstangen-Herstellung, auch Polkagris genannt. Unzählige Geschäfte auf der Brahegatan; mehr zufällig warfen wir einen genaueren Blick in Almas Polkagriskokeri. Der Name bezieht sich auf die Erfinderin der süßen Leckereien, Amalia Eriksson.

Next stop: Gränna, the center of traditional candy cane (called polkagris) manufacturing. Numerous stores along central Brahegatan – and by chance we got a closer look at Almas Polkagriskokeri. The name is derived from the original creator of the polkagris, Amalia Eriksson.

Um den Eindruck des Ladens zu vervollständigen, bedarf es eines Videos… Ton an!

If you’d like to get a real feel for the store, you need to watch a video (mute off!)

Auf der weiteren Fahrt nach Vadstena, wo wir die Mittagspause eingeplant hatten, sah es nicht gut aus – da drohte Unheil von der anderen Seite des Vättern.

Going to Vadstena next, where we had planned to stop for lunch, we encountered this scary view, with a storm moving in from across Lake Vättern.

Die Stadt ist ganz sicher den Besuch wert und ich werde einen zweiten Anlauf starten, aber wir gerieten in strömenden Regen, der uns erst ziemlich lange im Restaurant festhielt und dann so gut wie unverrichteter Dinge weiterfahren ließ. Für dieses Mal müsst ihr euch mit diesem Foto aus dem Netz begnügen, um einen kleinen Eindruck zu bekommen:

The town is certainly well worth a visit and I will try again on the next trip, but it was pouring while we were there and just didn’t let up so we were stuck in a restaurant and basically left without seeing much afterwards. So this time you need to make do with an impression I got from the web:

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Attribution: Zeddok, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Am späten Nachmittag kamen wir dann sozusagen beim Anlass dieser Reise an (als bräuchte ein Urlaub in Schweden einen konkreten Anlass…), aber dazu später mehr!

We reached the reason for this trip in the late afternoon (as if a vacation in Sweden needed a reason…) but more about that later!

Barbara