Durchbruch? / Breakthrough?

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Ist das der Wendepunkt? Die erste Karte seit Januar? Ich mag es noch nicht ganz glauben – die berühmte work-life-balance stimmt weiter überhaupt nicht, aber man will die Hoffnung ja nicht aufgeben. Auf die Jingle Belles ist wie immer Verlass, wenn man Inspiration sucht. Die wird dieser Tage über eine Sketch Challenge gegeben. Sonst dafür bekannt, eher zu nah an der Skizze zu bleiben, habe ich dieses Mal eher Sorge, dass ich mich zu weit entfernt habe. Aber: egal. Hauptsache, hier wurde endlich nochmal was gebastelt.

Is this the watershed? The first card since January? I’m not fully convinced – the famous work-life-balance continuous to be off kilter but true to myself I haven’t quite given up hope yet. Luckily, you can always depend on the Jingle Belles when you’re looking for inspiration. These days, they challenge us to use a sketch. Usually, I tend to stick too close to it but this time I fear I have moved too far away. But: who cares. As long as I got to craft again.

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Schon so lange wollte ich mal meinen neuen Dymo ausprobieren. Und nochmal den „tea bag fold“ verwenden. Überhaupt mal langsam eine Weihnachtskarte basteln? In der Summe könnt ihr euch diese Saison wohl auf gekaufte einstellen…

I had wanted to try my new dymo for ages. And use the tea bag fold again. And more generally make a Christmas card again? But we have to face it: the end of July is near… you will have to get used to the idea that I’ll be sending out store bought Christmas cards this year…

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Im März hatte ich nochmal in meine Bastelecke investiert und ein Regal ausgestauscht, vieles neu organisiert, manches auch verschenkt und zu guter Letzt noch daran gearbeitet, mit dem Kauf eines Nagellackständers mein Kundenprofil bei einem großen Online-Kaufhaus komplett ad absurdum zu führen:

Back in March I re-did my creative nook and bought a new shelf, re-organized things, gave away some and finally managed to destroy the least bit of predictability in my customer profile of a large online store by buying this nail polish stand:

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Offenbar mag ich Glitter mehr, als ich gedacht habe… genießt den Restsonntag und vielleicht auf bald in diesem Theater!

Apparently I like glitter much more than I thought… enjoy what’s left of your Sunday and hopefully see you soon!

Barbara

A Week in… ÄLMHULT

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Wer Älmhult als Städtchen kennt, wird mich bedauern wollen. Hier ist die Geburtsstätte von IKEA und außer IKEA gibt es nicht viel – dadurch jedoch immerhin sowas um die 4.500 Arbeitsplätze. Ich habe im Zentrum allerdings vergeblich nach einem Briefkasten gesucht. Aber haltet euch zurück mit den Bedauerungen, denn ich war außerhalb, in Sällhult. Dort habe ich eine kleine Hütte gemietet, die ich nach langer Suche im Internet gefunden hatte. Die Suche hat sich gelohnt. Oben der Blick aus dem Küchenfenster.

Those who know Älmhult might want to pity me. It’s the birthplace of IKEA and there is not much other than IKEA – which after all provides something like 4,500 jobs. I couldn’t even find a mail box in the center, though. But wait a moment before you feel sorry for me – I wasn’t in Älmhult proper, I was in Sällhult. I had rented a little cottage there that I had found after long nights of searching on the internet. It was worth every minute. Above you see the view from the kitchen.

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Schon das Willkommen der älteren Generation der Vermieterfamilie war sehr schön – da fühlt man sich gleich gut aufgehoben. Am ersten Morgen dann fragte ich im Scherz (war es wirklich im Scherz?), ob ich nicht den einen oder anderen Monat verlängern könnte… und Ingemar hat mich immer und immer wieder darauf hingewiesen, dass ich aber auch wirklich Glück mit dem Wetter hätte. Einen Abend gab es mal Regen, aber der ging vorbei und dann schien die Sonne wieder. Aber es könnte auch kalt sein und nur regnerisch und sehr windig. Nun ja, war es aber nicht. Morgens schien die Sonne auf der einen Seite des Häuschens…

It was a really warm welcome by the older generation of the landlord family – they make you feel at home from the start. On the first morning I jokingly asked (was it really only jokingly, I wonder) whether I could extend for a few months… and Ingemar never tired to remind me that I was very, very lucky with the weather. I had rain once, in the evening – and when that was over the sun came back. But it could have been rather cold and only rainy and very windy. Well, it just wasn’t. In the morning the sun was on the back porch…

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… und nachmittags ziehe ich 90° weiter auf die nächste kleine Terrasse, mit Buch und Kaffee:

… and in the afternoons I move by 90° around the house to the next porch, with a book and a coffee:

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Warum sollte ich mich überhaupt hier wegbewegen? Wasser im See 21° – das war angenehm. Leider hatte die Möwe oben auf dem Fels ein Nest und fand es nicht witzig, wenn man ins Wasser kam, da wurden sofort Angriffe geflogen. Auch sonst war ich nicht viel unterwegs, zwei Kurzausflüge habe ich gemacht, aber es war von Anfang an so gedacht, dass ich da bleiben und lesen wollte. Nachdem ich hier auch mal den Kofferraum leer- und aufgeräumt habe musste ich mir den totalen Kontrollverlust eingestehen: 21 Bücher gekauft… Und dann durfte ich diesen Abend erleben, zwischen 22 und 23:30 Uhr:

Why should I move from this spot at all? The water temperature was at 21°C – comfortable. Unfortunately, the seagull above was nesting on that very rock and didn’t like it at all when anybody got in the water – it felt like (s)he was dive bombing me. I didn’t do all that much at all, two little excursions, but I had wanted this to be very laid back from the start, just stay put and read. And when I had emptied and reorganized my trunk here I had to admit to a total loss of control: I had bought 21 books… Anyhow, I then got to experience this evening, between 10 and 11:30 pm:

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Gerade sitze ich hier so und frage mich, ob ich nicht gleich wieder buchen soll. Und dann das Rahmenprogramm weglassen. Rüber nach Älmhult mit dem Koffer voller Bücher und raus aus allem. Wie gesagt, dort sind sie alle Überzeugungstäter. Zum schwedischen Nationalfeiertag gab’s leckeren Kuchen und eine (nicht abgebildete) schwedische Fahne… die wird sich gut neben meinem Dala häst zuhause machen. Und zum Abschied die Einladung zu Waffeln und einem netten Schwätzchen über Gott und die Welt.

I’m sitting here wondering whether I should make another booking now. And forget about the supporting program. Just get to Älmhult with a suitcase full of books and get away from it all. As I said, the whole family does this out of conviction. On the Swedish national holiday there was yummy cake and a wooden Swedish flag (not shown)… That will look great with my Dala häst at home. And in the afternoon before I was to leave I was invited for waffles and a nice chat about all the world.

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Für heute – macht’s gut!

That’s it for today – take care!

Barbara

A Night in… UPPVIDINGE!

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Hier war es soweit: ich kam, sah und schwamm. Ich war auf dem Weg von Kalmar nach Uppvidinge, im Irgendwo von Småland, und zog mir den Zorn des Navis zu. „Bitte wenden,“ hielt sie sich dran, „wenn möglich, bitte wenden.“ Ich wendete jedoch nicht und fuhr stur einfach in Richtung Björkhult, weil es irgendwie gut aussah. Und dann das. Und es war noch nicht mal quietschend 10 Minuten brauchend um ins Wasser zu steigen kalt. Es ging zack, zack. Und hach, was war das schön. Und es kam schöner.

This is where it finally happened: I came, saw and swam. I was on my way from Kalmar to Uppvidinge, somewhere in Småland, when I got to feel the full wrath of my GPS. „Please turn around,“ she insisted, „if possible, please turn around.“ I did not and stubbornly kept going towards Björkhult because somehow the road looked inviting. And then this view. And there wasn’t even any of the 10-minute squealing and hesitating to get in… it was warm. It was just like that. Oh, it was beautiful. And more beauty was yet to come.

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Es war der Lupinen-Wahnsinn in Uppvidinge. Unter anderem. Ich hatte hier gezögert, dem Navi zu glauben. Dahin soll ich abbiegen? Auf diesen Waldweg? Das einzige, was mich bei der Stange hielt, war, dass hier und da eine Mülltonne, offenbar bereit zur Leerung, irgendwo im Wald rumstand. Die dazugehörigen Häuser blieben verborgen. Ich glaube, ich wiederhole mich: aber deswegen macht mir airbnb so einen Spaß. Man kommt in Gegenden, die man sonst nie in Erwägung ziehen würde und erlebt die wunderbarsten Dinge.

It was a lupine frenzy in Uppvidinge. Among others. I had hesitated to follow the GPS‘ directions in getting here. You want me to turn onto that… path? What kept me going in the end was the fact that every now and then there were garbage cans standing in the woods, apparently ready for emptying. The houses to go with them remained obscure. I think I’m being repetitive but this is part of why I’ve come to like airbnb so much: you get to see places you wouldn’t have known existed and would much less have visited – and come to experience the most amazing things.

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Die Lupinen müssen sein – wer weiß, wann ich nach diesem Urlaub noch mal in diesen Hochgenuss komme. Und dann diese ganzen Flechten da… müsste das nicht 1A-Elchfutter sein??

There will be some more lupines, please bear with me – who knows when I’ll ever get to see them again after this vacation’s over. And then all those lichen there… wouldn’t that be a delicacy for a moose??

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Ich sollte auch nicht lange allein bleiben mit den Lupinen:

I wasn’t going to be by myself with all the lupines for a long time:

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Und auch nicht zu zweit – streckt die mir da etwa allen Ernstes die Zungen raus?!

And there was more to come – is she sticking out her tongue at me?!

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Das Licht macht mich fix und fertig, hier muss es gegen 21:30 Uhr gewesen sein. Und nein, ich wurde bei diesem Spaziergang von keiner einzigen Mücke belästigt.

The light is just too much – this must have been about 9:30 pm. And no, I was not bothered by a single mosquito on this walk.

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Es stellt sich die Frage, warum ich nicht einfach im Wald bleibe and hier und da mal in einen See hüpfe… bis bald!

I wonder why I don’t just stay in these woods and go for an occasional swim… more to come!

Barbara

A Couple of Days… in KARLSKRONA and KALMAR

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Vor Blekinge gibt es auch einen Schärengarten – der südlichste in Schweden. Er umfasst ungefähr 1000 Inseln. Da wollte ich, wenn das Wetter es denn zuließe, eine kleine Fährrundfahrt machen. Das Wetter spielte mit, aber die Auswahl war, da immer noch Nebensaison, nicht groß und so bin ich nach Karlskrona gefahren, um dort um 10 Uhr loszukommen. Abgesehen vom besten Wetter überhaupt, hat es mich allerdings nicht vom Hocker gehauen. Ich glaube, ich habe mir das alles „enger“ vorgestellt. Aber bei Sonne auf dem Wasser reicht ja eigentlich schon.

The Baltic Sea bordering Blekinge province has its own archipelago of about 1,000 islands – the Southernmost and I assume least well known in Sweden. I had thought of going on a boat ride through it, weather permitting. Well, the weater permitted generously but this still being low season the choice was not large, so I went to Karlskrona to board a trip leaving at 10 am. I have to say, though, that apart from the weather I wasn’t much taken with it. I think I have imagined this to be more crowded island-wise. But being on the water when the sun is shining is usually suffient to create this „vacation feeling“.

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Karlskrona als Stadt bin ich nicht gerecht geworden. Hier spielt dann ein bisschen der Vorabreisewahnsinn rein, in dem ich nicht annähernd das habe vorbereiten können, was ich normalerweise so mache. So dachte ich, ein Stündchen durch Karlskrona streifen wird’s schon tun – Fehleinschätzung. Ich bin mehr oder weniger durch diese Barockstadt geirrt, ohne jeden Plan und bin dann unzufrieden aufgebrochen. Unzufrieden, weil ich gemerkt habe, dass das viel mehr drin gewesen wäre – aber Kalmar rief.

I didn’t do the city of Karlskrona justice. Part of it was certainly due to the utter madness that reigned before I left for vacation and which kept me from going into proper preparations. A short stroll through Karlskrona would be sufficient – or so I had thought. Major misjudgment. I was walking the streets of this baroque city without orientation and then decided to leave as planned – but not satisfied at all. I think that was because I realized how much more there would have been to discover – but it was Kalmar next.

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Kalmar hat mir sehr gefallen – da kann man gut einfach abhängen und an den verschiedensten Orten sitzen oder liegen und lesen oder wegdämmern. Machen auch genügend Leute. Die Straßen mit all den alten Gebäuden zu durchstreifen macht mindestens genauso viel Spaß… wie auch das dreistöckige second-hand-Kaufhaus, wo ich mir gleich mal einen Reisewecker für SEK 10 (etwa 1,10 Euro) zugelegt habe, da mein alter Knochen von Handy, der nur zu diesem Zweck und als Packstation-Bedienelement dient, sich irgendwo verabschiedet hatte.

I really enjoyed Kalmar – a good place to just chill, in all kinds of places where you can just sit or lie down to read or nod off. Which many people do. It’s at least as much fun to walk the streets lined with a seeminly neverending number of historically remarkable buildings. Or the three-story second hand store, where I spent SEK 10 (about 1.10 Euros) on a travel alarm clock as my ancient mobile phone, which is only ever used as an alarm clock, decided to part with me somewhere.

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Das Schloss von Kalmar ist ein Muss und darauf hatte ich mich besonders gefreut. Die ganze Hektik in Karlskrona war allerdings umsonst, denn es machte schon um 16 Uhr zu (Nebensaison, wie gesagt). Also weitere Reiseplanung überdacht, die Astrid Lindgren-Gedächtnis-Schleife, die ich für den nächsten Tag geplant hatte, aus dem Programm genommen und alles auf Kalmar.

The Kalmar Castle is a must-see and I had been very much looking forward to it. All the stress about leaving Karlskrona turned out to be unnecessary as the castle closed its doors at 4 pm already (low season – again). So I quickly had a look at my further planning and decided to scrap the Astrid Lindgren-loop I had planned for the following day in order to have more time for Kalmar and the castle in particular.

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Ein Teil war nicht zugänglich, weil eine Schule den Grünen Saal für ihre Abiturfeierlichkeiten angemietet hatte. Es hat die Besichtigung aber nur unwesentlich beeinträchtigt, denn es gab genug anderes zu bestaunen. Besonders gefallen hat mir, dass in vielen Räumen „Leben“ drin war: eine voll gedeckte Festtafel, in der Küche brodelten die Töpfe, ein Schreibtisch sah aus, als sei der Herr des Hauses nur mal schnell für kleine Jungs.

Part of the castle was not accessible as a school had rented the Green Hall for their graduation ceremony. It didn’t take too much away from the visit – there were enough other things to look at. I particularly liked the fact that some rooms were infused with „life“ somehow: a fully equipped dinner table, boiling pots in the kitchen, a desk that looked as if the king had just gotten up to use the bathroom – or whatever it would have been he used.

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Die vielen Lupinen habe ich ja bereits erwähnt: aber auch den Fliederdurft, der hier oft in den Straßen liegt? Es war mir nie aufgefallen, wieviel Flieder in Südschweden rumsteht. So auch im Stadtpark von Kalmar, der die Stadt mit dem Schloss verbindet (oder vielleicht ist sie nicht mehr Teil des Parks, die Promenade gegenüber):

I have already mentioned the many seas of lupines: but also the scent of lilac that hovers over many places? I never took note just how many lilac trees there are around in Sweden. The city’s park – or maybe it’s not the park anymore but the esplanade vis-à-vis? – features a whole alley:

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Der Park an sich wird von vielen zum Sonnenbaden benutzt – wo die Sonne scheint. In anderen Bereichen ist er wunderbar kühl… und wer hätte gedacht, dass ich das in einem Schwedenurlaub Anfang Juni positiv hervorheben würde. Noch nie vorher gesehen: der Taschentuch-Baum (Davidia involucrata):

The park is frequented by many who wish to sunbathe – where the sun shines. In other parts it’s wonderfully cool… and who would have thought that this is a feature I mention in the context of a vacation in Sweden in eraly June. Never seen before: the handkerchief tree (Davidia involucrata):

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Hier war die Unterkunft ein B&B – keine Privatunterkunft über airbnb. Ich hatte mich ein bisschen über den Namen gewundert, Kattrumpan’s B&B… was soviel heißt wie B&B des Katzenhinterns. Aber so heißt die Altstadtinsel! Das Frühstück war top und so ging’s dann ohne Mittagessen am frühen Nachmittag weiter nach Småland… dazu bald mehr!

I didn’t stay in a private home in Kalmar, but a B&B. When I booked it I wondered about its name, Kattrumpan’s B&B which means something like „B&B of the cat’s behind“. But that is what the old town is called! The breakfast was excellent and so I skipped lunch to continue into Småland in the early afternoon. More about that… soon!

Barbara

A Day… by the Sea!

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Nach einer ruhigen Nacht in Brösarp war das Ziel des Tages Karlshamn, wo ich eine weitere Freundin aus Lunder Tagen treffen und ihre Familie kennenlernen würde. Aber bis dahin sollte noch etwas Zeit vergehen. Åhus war im Reiseführer als interessant vermerkt, aber bis dahin kam ich erstmal gar nicht, denn da waren auf einmal Schilder nach Yngsjö… wo wir, ich glaube im Januar 1999 (jedenfalls war der Strand gefroren) ein Wochenende im Ferienhaus der Eltern eines befreundeten Austauschstudenten verbrachten. Ich erinnere mich an lange Strandspaziergänge und Svens Bauernfrühstück für alle. Also jedenfalls war ich wohl noch keine 15 Minuten unterwegs, da habe ich schon wieder geparkt. Und bin am frühen Morgen gleich wieder am Strand eingeschlafen. Aber wie soll man auch nicht?

After a quiet night in Brösarp this day’s destination was Karlshamn where I was to meet another friend from the Lund days and her family. But there was almost a whole day to spend before that would happen. The guide said that Åhus was worth the visit but I didn’t get there that easily as suddenly I saw signs to Yngsjö… where we spent a weekend in January 1999, I believe (the beach was frozen anyhow), in the cottage of the parents of a fellow exchange student. I remember long walks on the beach and Sven doing his „farmer’s breakfast“ for all of us. Well, I think I had been on the road for all of 15 minutes when I parked the car again already. And fell asleep on the beach again, in the morning this time. But how couldn’t I?

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Nicht erst hier, aber verstärkt hier, stelle ich mir die Frage, warum ich überhaupt noch weiter irgendwohin fahren soll. Aber wie man das dann so macht, man fährt doch weiter. Und apropos fahren: das ist eine verdammt entspannte Angelegenheit hier, von Anfang an. Kaum nennenswerter Verkehr überhaupt, selbst in Malmö nicht, und null Hektik. Und ja: Lupinen, überall Lupinen und das zuvorderst an den Hängen der „Autobahn“, wo man diese Meere an lila-weiß-rosa nicht ablichten kann. Als diese Frau auf dem gefühlt 30cm breiten Seitenstreifen gegen den Verkehr, der mit 100 Sachen an ihr vorbeirauschte, entlangspaziert kam, dachte ich zuerst, sie sei selbstmordgefährdet – nur um dann einzusehen, dass sie wahrscheinlich eben so scharf auf die Lupinen ist und sich was traut in der Sache, im Gegensatz zu mir!

It’s not for the first time that I wonder why I should continue to go anywhere. But that’s how it goes, I do go on (feel like the dude in my favorite poem by Robert Frost „but I have promises to keep and miles to go before I sleep“). Talking about it, going somewhere: traffic. What a relaxed affair that has been here, right from the start. Hardly any traffic to mention, not even in Malmö, and no stress. And yes: lupines everywhere, mainly on the slopes along the „highway“ where you can’t really stop to take it in – and take a picture of it. Then this woman walks against the oncoming traffic on the shoulder that feels like it’s max. 30 cm wide and the cars swoosh by at 100 km/h – and at first I think she must be suicidal but then I realize that she probably likes the lupines just as much and follows her dream or something!

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Und dann war ich doch im pittoresken Åhus angekommen. Verschlafen war die Altstadt, aber malerisch. Den Hafen erreicht, sollte man sich den Eindruck nicht mit einem Blick auf das moderne Åhus und den Industriehafen verderben… Bei der Durchsicht der Fotos kam hier dann Verwirrung auf – was macht das Haus aus Ystad in der Chronologie zwischen den Åhus-Fotos? Nebeneinander gestellt sieht man dann aber doch deutliche Unterschiede (Åhus oben).

I finally did make it to picturesque Åhus. It’s a sleepy but no less scenic old town. Once you reach the harbor, though, try not to turn towards the modern part with the industrial harbor looming in the distance… When I looked through the pictures I got really confused: how did the Ystad house end up among the Åhus pictures… when there’s chronological order? But when I looked at them side by side the differences are numerous (Åhus on top).

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Schon bald ertappte ich mich dabei, nach einem Grund zu suchen, den nächsten Strand aufzusuchen. Der war schnell gefunden: irgendwo muss man ja schließlich Mittagessen. Und warum nicht in aller Ruhe am Strand? Und als dann auch noch Erdbeeren ins Spiel kamen, war es um mich geschehen.

Soon, I caught myself wondering about another visit to a beach and I soon found a good reason for that: you need to have lunch somewhere, right? So why not on the beach, in peace and quiet. And when strawberries came into the picture as well, I was game.

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Am frühen Nachmittag kam ich dann in Karlshamn an und es reichte noch für einen kurzen Rundgang in der Innenstadt. Aber dann ging’s auf zu Helena und in die nächste Erinnerungs- und Kennenlernrunde über einem gemütlichen Abendessen. Wo ich schon zum zweiten Mal u.a. in den Genuss von Linas Matkasse (Linas Essenstüte) kam – ein offenbar sehr weit verbreitetes Konzept in Schweden. Ähnlich den Gemüsekisten, die man im Bioladen bestellen kann, werden hier alle Zutaten für 4 Mahlzeiten inkl. Rezepte geliefert – für kleine oder große Familien, für Paare, für Vegetarier, für Kinder, für Kinder glutenfrei… es gibt 10 verschiedene Varianten die dann noch mit einer zusätzlichen Fruchttüte oder anderem kombiniert werden können. Nach zwei Testessen bin ich jedenfalls überzeugt! Vielleicht würde ich dann auch öfter kochen – oft scheitert es daran, dass mein Hirn nicht mehr darüber nachdenken will, was ich denn noch machen soll. Was für ein Luxusproblem… aber Fakt.

I reached Karlshamn in the early afternoon and I still had time for a short stroll through the center. Then off I went to Helena’s and the next nostalgia and meet my family date over a yummy dinner. Which reminds me: it was the second time I got to try the results from Lina’s Matkasse (Lina’s Food Bag) – apparently that’s very popular in Sweden. It’s similar to the veggie boxes you can order at organic food places in Germany but here you get all ingredients (down to the spices) for 4 dinners – for small or larg(er) families, for couples, for vegetarians, for kids, for kids (gluten free)… there are 10 different ones that you can further combine with an extra fruit bag etc. I have to say that I’m convinced after these first two tries. Maybe I would cook more often, too – it so often doesn’t happen because my brain refuses to think about WHAT to cook. What an extravagant problem… but a fact.

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Der richtige Reiz am Standort Karlshamn kam dann nach dem Abendessen raus… wenn man in gut zehn Minuten zu Fuß von einem ganz normalen Wohngebiet plötzlich hier steht:

The true attractiveness of Karlshamn as a place to live became apparent after dinner… when it takes you about ten minutes on foot to get from a totally normal residential area to here:

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Es war faszinierend zu beobachten, wie die Leute da wirklich einfach mit dem Fahrrad angefahren kommen, ein paar Worte wechseln, ins Wasser gehen oder springen (einhellige Meinung war, dass es wohl so 16 Grad hatte), fünf Züge schwimmen und dann wieder rauskommen und – ruckzuck – auf dem Fahrrad sitzen und den Heimweg antreten. Ich war da noch zurückhaltend. Mal sehen, was es braucht, um mich zu überzeugen… auf bald!

It was fascinating to see people getting there by bike, do some small talk, climb or jump into the water (which all agreed must have been at about 16°C), do five strokes, get back out and sit on their bike again in no time. I was reluctant. We’ll see what it takes to convince me… talk with you soon!

Barbara

A Day in… YSTAD – and ÖSTERLEN!

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Nach einem supernetten Abend mit Heléne, deren niedliches Gartenhaus ich über airbnb gebucht hatte, wurde ich wach zu sintflutartigen Regenfällen. Hm, ausgerechnet heute, wo keine Museen als Alternativprogramm zur Verfügung gestanden hätten. Ich ließ es langsam angehen und war dann gegen 10 Uhr im Zentrum von Ystad – wo aber gerade die zweite Halbzeit Sintflut begann. Auch das kam jedoch zu einem Ende und sollte der letzte Regen für den Tag gewesen sein.

After a lovely evening spent with Heléne, whose cute garden cottage I had rented via airbnb, I woke up to torrential rains. Mmh, today of all days – when no museums could be the alternative option. I took it easy that morning and arrived at the center about 10 am – right in time for the second half of the Flood. But that was to end soon and turned out to be the last I saw of it for that day.

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Angefangen habe ich mit dem Gråbröder-Kloster, das seit 1267 besteht, allerdings im Laufe der Jahrhunderte zu so ziemlich allem verwendet wurde. Die Kirche war nicht zu besichtigen (anstehende Beerdigung), das Museum hatte wegen der Zwischensaison noch geschlossen, aber die diversen Gärten waren zu bewundern… es gab so gar einen eigens für Pfingstrosen, die größtenteils erst kurz vor der Blüte standen.

I started out with the Gråbröder Monastery which has been around since 1267 but it has been used for all kinds of things over the centuries. The church was off limits due to an upcoming funeral and the museum was still closed on grounds of it still being off-season. But the gardens were freely accessible… there was even one dedicated to peonies, most of which were only just about to bloom.

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Ystad ist ein malerisches Städtchen, in dem noch ungefähr 300 schmucke Fachwerkhäuser erhalten sind. Kommissar Wallander ist sicher vielen ein Begriff, der ermittelt hier und drumherum – man kann auch auf seinen Spuren wandern, das habe ich aber gelassen. Ich lese lieber die Bücher (oder gucke die Filme… aber die schwedischen, nicht die britischen!). Per Helsas Gård war mir neu. Aber ich sehe, dass auch erst 2007 beschlossen wurde, daraus was „zu machen“. Es ist eines der besten erhaltenen Fachwerkviertel in Skandinavien.

Ystad is a picturesque little town where you can still find about 300 timber frame houses. Most of you will know Detective Wallander who investigates here – apparently, there are tours to follow in his steps, too, but I passed on that. I’d rather read the books (or watch the movies… but the Swedish ones, not the British ones!). I had not heard of Per Helsas Gård last time I was here. But now I see that it was only in 2007 that the city council decided to „make“ something out of it. It’s one of the best preserved timber frame neighborhoods in Scandinavia.

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Meine nächste Station war Kåseberga, wo es Ales Stenar zu bewundern gibt, eine 67m lange und 19m breite Schiffssetzung, die wohl seit ungefähr 600 n.Chr. besteht. Die Lage ist atemberaubend, an einer Steilküste, wo immer ordentlich Wind geht – an diesem Tag eher Orkanstärke, so dass ich mich wirklich nicht an den Rand getraut habe. Wie ich jetzt weiß, ist es auch ein beliebter Ort für Paraglider. Trotz zweier Schulklassen, diversen Rentnern und einem Bus neu Zugewanderte kann man meinen, ich sei allein dort gewesen.

Next stop: Kåseberga, where Ales stenar is the must-see: a stone ship 67m long and 19m wide, which was probably set about 600 CE. The location is breathtaking – in more than one sense: atop a cliff where there’s always strong winds and on this day it felt like a force 9 blowing on the Beaufort scale (if I may quote Billy Joel) – so I didn’t dare go too close to the edge. I now also know that it is a favorite spot for paragliders. Despite there being about 40 students, several pensioners and a busload of newly arrived citizens you can sometimes think that I was there by myself.

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Ich denke, ich war mindestens dreimal dort, einmal auch Ende Februar/Anfang März 1999 mit meinem Support-Team für den Vasalauf (KortVasan). Für Eva habe ich extra nochmal einen der Kolosse geherzt. Man kommt aber nicht nur wegen der Schiffssetzung, sondern auch wegen des geräucherten Fischs, der im Hafen angeboten wird. Ich habe es falschrum gemacht: es hatte sich zu einem Brauch entwickelt, den Fisch einzukaufen…

I think I was there at least three times, one time was February/March 1999 with my support team for the Vasaloppet (KortVasan). For Eva in particular I hugged one of the colossal rocks. But you don’t come there for the monument only: there’s delicious smoked fish to be had at the harbor. I did it the wrong way round: traditionally, you buy the fish…

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… um es sich dann bei Ales Stenar gemütlich zu machen und die wunderbare Aussicht zu genießen:

… to then ascend to Ales Stenar and have a picknick with a view:

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Schieben wir es auf’s den Wind – und auf meine Ungeduld, nach oben zu kommen. Der Tag war noch lange nicht vorbei, es bleibt ja lange hell hier. So musste ich zwar Simrishamn kurzerhand aus dem Plan nehmen, denn der Stenshuvud Nationalpark musste sein. Der ist klein, aber sehr fein. Durch den lichten Laubwald steigt man auf zum Gipfel:

Let’s blame it on the wind – and on my impatience to get to the top. The day was long from over, it’s light out until about 11pm. I had to bypass Simrishamn, though, because there was a clear preference for Stenshuvud National Park. It’s small but precious. You ascend the peak while walking through light deciduous forest:

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… um festzustellen dass die Natur seit 1998 den Ausblick ruiniert hat (Danke für das Foto, Jo)!!! So ein Sch…:) Aber es bleibt ein lauschiges Plätzchen für eine Pause, ein paar Kapitel lesen und diesen Geruch von sonnenaufgeheizten Steinen, langsam austrocknemden Gras im Sommer – weiß einer, wovon ich rede?

… to find out that nature has worked hard since 1998 to ruin the view (thanks for the pic, Jo)!!! Cra…:) But it still is a cozy spot to have a break and read a few chapters, enjoying the summer smell of sunheated rocks, slowly drying up grass – does anybody know what I’m talking about?

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Und man kann dann natürlich auch runter gehen ans Meer und ggf. baden… im Mai 1999 war ich da drin, zumindest bis an die Knie, da gibt’s Beweisfotos. Der Strand erinnert mich auch an die legendäre Coverversion, die meine Schwester von Céline Dions My Heart Will Go On gegeben hat – allerdings am Strand von Ystad. Heute habe ich mich in aller Ruhe an den Strand gelegt… und bin eingeschlafen.

And then of course you can get down to the beach as well and take a dip… I did go in in May 1999, at least up to the knees – there’s photo proof of that. The beach also reminds me of my sister’s legendary rendering of Céline Dion’s My Heart Will Go On – though that was on Ystad’s beach. Anyway, this time I prefer to lie down on the beach… and actually fall asleep.

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Und dann werde ich wach und denke, huch – da waren Schranken am Parkplatz… keine Ahnung, ob und wann die zugemacht werden. Aber das ist gut gegangen und ich war noch pünktlich zum abgemachten Check-in in Brösarp. Bald mehr!

And then I wake up with a start thinking, shoot, there were these bars at the parking lot… no idea whether and when they will be closed. But it went well and I made it to Brösarp in time for the agreed check-in. More to come!

Barbara

A Day in… MALMÖ!

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Auch wenn Malmö ebenfalls ein Hansekontor war – ich bin mit der Stadt trotz hoher Temperaturen und bei schönstem Sonnenschein nicht warm geworden. Ich konnte mich schon nicht erinnern, während des Austauschsjahrs mal dort gewesen zu sein und hatte jetzt das Bedürfnis, das nachzuholen. War überflüssig, so rein aus meiner touristischen Sicht. Da hätte ich mir ganz andere Dinge ansehen können.

Even though Malmö used to be part of the Hanse, I didn’t warm to it, despite high temperatures and wonderful sunshine. I couldn’t remember visiting it during that whole exchange year and now felt it was high time I did. It wasn’t worth it, from my tourist’s perspective – I could have done much more interesting things instead.

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Nicht überflüssig hingegen war das Treffen mit einer weiteren Freundin, die für den Tag aus Kopenhagen rübergekommen war. Nicht, dass wir uns nicht gerade erst vor einem guten Monat in Kopenhagen gesehen hätten – aber man muss ja sozusagen die Fest feiern wie sie fallen.

It wasn’t a waste of time, though, as I met another friend who had come over from Copenhagen for the day. Not that we hadn’t met only a good month before in Copenhagen but you have to make use of every opportunity.

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Ich will nicht sagen, dass Malmö nichts zu bieten hat – das wäre sicher Quatsch. Aber vielleicht war das Angebot nicht das für uns passende an dem Tag. Das Malmöhus Slott (oben), wo wir uns morgens getroffen haben, beherbergt einige Museen und die aktuellen Ausstellungen schienen durchaus sehenswert. Nur: wer will sich bei dem Wetterchen in klimatisierten Räumen aufhalten?

I don’t want to claim that Malmö has nothing to offer – that would certainly be ridiculous. But maybe the offer didn’t meet the demand that very day. Malmöhus Slott (above) houses a number of museums which currently have very interesting exhibitions. But: who wants to wander about in airconditioned rooms when it’s the perfect summer day outside?

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Und es gibt reichlich moderne Architektur zu bewundern, die mich in ihrem Zusammenspiel mit alten Gebäuden an mancher Stelle an Boston erinnert hat. Der Turning Torso war mir schon bekannt. Ich finde solche einzelstehenden Wolkenkratzer nur immer etwas seltsam. Es ist zwar davon auszugehen, dass auch New York mal mit einem ersten Wolkenkratzer angefangen hat – aber sicher nicht mit einem, der alles andere gleich um soviel überragt hat. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass er so bald Gesellschaft von vielen anderen bekommt. Ist halt doch nicht New York oder Dubai.

There’s lots of modern architecture to admire which in some cases reminded me of Boston, when they were right next to quite obviously historical buildings. I had heard of the Turning Torso before. I find these single high-rises a little strange. I mean, I guess New York City started out with the first of its kind at some point, too – but surely not with one that was so much higher than everything else around it. And somehow I have difficulty imagining that this one is going to be with „friends“ any time soon. It’s not NYC or Dubai after all.

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Das Viertel Västra Hamn, wo auch der Turm steht, ist offenbar das, wo wiederbelebungsmäßig gerade der Bär steppt – ein weiteres Beispiel für „waterfront redevelopment“. Wasser ist natürlich immer gut und so sind wir nett entlangspaziert, eigentlich auf dem Weg zum Turm, dann aber hängengeblieben, wo die Menge auch hängenblieb zum Sonnenbaden und dem ersten Eintauchen in den Öresund. Wir haben es beim Eintauchen der Füße belassen. An den Turm sind wir dann nie gekommen, weil es irgendwann Zeit wurde für den Rückweg.

The Västra Hamn neighborhood is the one to be part of these days – another example of waterfront redevelopment. Being by the water is of course always desirable so we strolled along the Öresund, actually heading for the Turning Torso, but then joined the crowds of sunbathers and those who took a first dip in the Öresund. We left it at dipping our feet in it. We never reached the tower as at some point it was time to return.

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Der Zug fuhr nach Kopenhagen – und ich weiter nach Ystad. Bald mehr!

The train went back to Copenhagen – and I continued to Ystad. More to come!

Barbara