Auf der Suche nach Ruhe? / Looking for tranquility?


Der wunderbaren Ruhe im Schwarzwald musste ich leider viel zu früh wieder den Rücken kehren – und wie das dann so ist, dauert es seine Zeit bis man zu den Dingen kommt… Ich wollte euch ja noch mehr erzählen zum Kailash Guesthouse in St. Georgen, das im September 2018 seine Tore geöffnet hat. Die Reise dorthin war ein spontaner Entschluss, nachdem ich einen Flyer dazu in der Post hatte. Daniela, die Miteigentümerin, ist eine, tja… „verloren gegangene Bekanntschaft“- wir hatten sicher 10 Jahre keinen Kontakt, aber sie hatte sich an mich erinnert und recherchiert, wo ich dieser Tage anzutreffen bin.

The day I had to leave the peaceful Black Forest again of course came much too soon – and as often happens, the daily grind kept me from writing the promised post about the Kailash Guesthouse in St. Georgen, that opened in September 2018. Traveling there was a very spontaneous decision after I had received a flyer in the mail. Daniela, co-owner of the guesthouse, is a long-lost acquaintance – we had lost touch at least 10 years ago but she was thinking of me and found out how to get in touch.

Bei meiner Ankunft war es bereits dunkel, aber trotzdem fühlte ich mich gleich gut aufgehoben – durch das herzliche Willkommen und einige Dinge, die mir direkt ins Auge fielen: die Kaminecke (ich liebe Kaminfeuer), die Farbe des Mobiliars in der Lounge (oooohhhh… petrol!), die nicht von einem amerikanischen Großkonzern hergestellte Getränkeauswahl, das Gebäck in der Kühlung… und die kurzfristig noch servierte Kürbissuppe mit Käseauswahl!

It was already dark when I got there but I felt I had come to the right place immediately. It was a very warm welcome and then there were a few things that met my eye even after I had been on the road for 5 hours: the fireplace (I love fireplaces), the color of the furniture in the lounge (ooooohhh… teal!), the choice of sodas from a regional producer, the pastries in the glass refrigerator… and the yummy pumpkin soup with a selection of cheeses that I was offered!

Am folgenden Morgen war selbst bei bedecktem Himmel nicht zu verkennen, wie absolut lichtdurchflutet das Erdgeschoss mit Lounge, Frühstücksraum und Meditationssaal ist. Das Problem: man will gar nicht mehr weg. Erst das Licht, dann noch das Essen. Und das Konzept des Frühstücks hat mir gefallen. Man wählt quasi classic, vegetarisch oder vegan und dazu gibt es täglich wechselnde Frühstücksbreis und Kuchen, frischen Apfel- und Orangensaft, Eier und sehr gute Brötchen und Croissants. Sollte es noch besondere Bedürfnisse geben: einfach Bescheid sagen. Und das gefällt weiter: der Schwerpunkt liegt auf regionalen, saisonalen und möglichst aus ökologisch kontrolliertem Anbau stammenden Produkten.

On the first morning, although it was foggy, another feature couldn’t be missed: the ground floor with the lounge, the breakfast room and the meditation hall are just bathed in light. That causes a serious problem: you don’t want to leave. First the light, then also the food. I liked the concept of the breakfast, too – it caters to all needs. You first choose classic, vegetarian or vegan and then there’s side dishes (porridges and pastries) that change daily (and are all vegan, yet – and this comes from a guilt-ridden carnivore – almost 🙂 all delicious). Add fresh apple and orange juices, boiled eggs and very good buns and croissants. If there are even more specific needs to meet: just ask. There’s more to like: they try to focus on regional, seasonal and organic products.

Und wenn wir dann gerade beim Essen sind: man kann ein Lunch-Paket buchen. Auch das entspricht den genannten Kriterien und noch weiteren, um Nachhaltigkeit bemühten Ansätzen: kein Einmalplastik, keine Kleinstverpackungen. Das sieht dann allen Ernstes so aus (und nein, ich konnte abends nicht schon wieder essen):

Now that we’re talking about food: you can also order a packed lunch. That, too, goes along the criteria mentioned above and adds a few more aspects in the sustainability section: no single-use plastics, no micro packages. It seriously looks like this (and no, I couldn’t order dinner that night):

… und dann so:

… and then like this:

Ich hatte ein Einzelzimmer gebucht, das eine gute Größe hatte und sympathisch eingerichtet war. Erst war ich unsicher, ob es eine gute Idee war, sich auf ein Zimmer ohne (Schreib-) Tisch einzulassen, konnte mich dann aber nicht nur ungehindert, sondern willkommen in der Lounge mit meinen Vorhaben ausbreiten. Es war eine sehr familiäre Atmosphäre: während ich vor mich hinbastelte oder -schrieb, quatschten andere beim prasselnden Kaminfeuer, und eine dritte Gruppe unterhielt sich in der lieblingsfarbenen Sitzgruppe. Das Wlan war fantastisch und für wen das relevant ist: der Fernseher im Zimmer hat Netflix. Ich würde mal dreist vermuten, dass man sich auch noch für ein Brettspiel im Frühstücksraum hätte einfinden können.

I booked a single room of a decent size and that I felt was cozy. Before I got there I was wondering whether it had been a good choice to go for a room without a desk but it was no problem at all to „do my thing“ in the lounge. It was a family-like atmosphere: while I was crafting or typing away, others chatted by the fire and another group were talking in the seating area of my favorite color. The Wifi was fantastic and for those to whom that is relevant: there’s Netflix on the TVs in the rooms. I dare say that if you felt you wanted to play a boardgame in the breakfast room, that wouldn’t be off-limits either.

Was man bei allen Unterkünften im „Ferienland“ gegen eine geringe tägliche Gebühr bekommt, ist eine Karte, die für den gesamten Aufenthalt die kostenlose Nutzung des ÖPNV in der Region ermöglicht (sogar bis Freiburg). Damit ist auch die kostenlose Nutzung des Hallenbads in St. Georgen möglich (5 Gehminuten entfernt) und einige andere touristische Ziele sind vergünstigt zu haben. Die Lage, abgesehen vom Schwimmbad: in gut 5 Gehminuten ist man auch im Zentrum St. Georgens und in 10 am Wald und gleich an gut ausgeschilderten Wanderwegen. Ich hatte für die Anreise zwar das Auto gewählt, aber in St. Georgen hält auch ein IC und man kann sich vom Bahnhof abholen lassen. Das sollte man auch – das ist ein ziemlich langer Weg verteufelt steil den Berg hoch.

You have to pay a small daily fee wherever you stay in the „Ferienland“ region but you get a card in return that entitles you to free use of the public transport system (even down to Freiburg). It also gives you access to the pool in St. Georgen free of charge (a 5-minute walk from the guesthouse) and a few other sights have reduced prices for cardholders. The location, apart from the pool: a 5-minute walk in another direction will take you to the center of St. Georgen and 10 minutes in the direction and past the pool will get you to the forest and to the trail system. I had chosen to come by car but St. Georgen is also a stop for IC trains and you can ask to be picked up from the train station – which I would recommend because it’s quite a hike, and a steep one at that.

In der Summe: ich fand das Preis-Leistungsverhältnis vollkommen in Ordnung und komme gerne wieder. Man kann sicher kostengünstiger unterkommen (wenn man z.B. mit mehreren Personen ein Häuschen mietet oder so), aber wenn einem an den diversen Vorzügen dieses Guesthouse liegt (bio, nachhaltiger Ansatz usw.), dann ist es das allemal wert. Und da ich dies gerade aus einem vollkommen seelenlosen und dabei hochgradig überteuerten Hotel in Bern, Schweiz, schreibe, macht es mir gleich noch mehr Sinn…

In a nutshell: I found this to be good value for money and am looking forward to coming again. There are certainly places where you can stay for a lower price (for example when you rent a cottage with a group of people) but if you appreciate the approach of this guesthouse (organic food, sustainability etc.) it’s totally worth it. As I’m writing this from a soul-less hugely overpriced hotel in Bern, Switzerland, it somehow seems to make even more sense…

Barbara

P.S.: All pictures in this post are either by myself or taken from the official website of the Kailash Guesthouse – with the express consent of the owners.

A Day on the Way to and in… TRIBERG!


Zweiter Tag im Schwarzwald: Zeit für eine ordentliche Wanderung. Auch das Wetter sollte halbwegs mitspielen – zwar keine Sonne, aber auch kein Regen. Der Plan: von St. Georgen nach Triberg und dort zu den höchsten Wasserfällen Deutschlands. So prahlt auf jeden Fall der Flyer. Der erste Teil brachte mich auf den gleichen Weg wie am Vortag – und ich schwöre, über Nacht sind neue Pilze gewachsen.

Second day in the Black Forest: time for a real hike. And the weather was not going to spoil it, either – no sunshine but also no rain. The plan: walk from St. Georgen to Triberg and see Germany’s highest waterfall there (or so the flyer boasts). I had already walked the very first part the day before – and I swear, new mushrooms had grown over night.

Sollte das überhaupt möglich sein, war der größte Teil der Wanderung noch einsamer. Nach einem wieder einmal sehr ausgiebigen Frühstück hatte ich auch ein Lunch Paket dabei, das ich im Guesthouse bestellt hatte. Die Neugier brachte mich bald dazu, mir das mal genauer anzusehen, aber es war derart umfangreich, dass die letzten Brote erst auf der Zugfahrt zurück verputzt werden konnten (okay, ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte kam noch dazwischen).

If at all possible, there were even fewer people around this time, at least for most of the hike. After another grand breakfast I got a packed lunch prepared by the guesthouse. I was soon curious to see what it all was – and it was so huge that I had the last sandwiches on the train back at the end of the day (okay, I also had to try a slice of Black Forest cake in the afternoon).

Dieses Mal gab es neben Wald auch weite Ausblicke mit oft wunderbarem Farbenspiel des Herbstlaubs.

This time there wasn’t only forest but also wonderful vistas and lots of beautiful fall foliage:

Die eifrigen Eichhörnchen waren zu fix, um sich fotografieren zu lassen, aber neben dem Tannenhäher gab es noch andere interessierte Typen am Wegesrand:

The busy squirrels were too quick to be photographed but in addition to the spotted nutcracker (sounds more fun in English than in German…) there were a few more interested characters along the way:

In Triberg angekommen ist es noch ein gutes Stück entlang der Hauptverkehrsstraße den Berg hoch – und es wird sehr touristisch. Für den Zugang zu den Wasserfällen muss man Eintritt zahlen, aber der weiter steil den Berg hochgehende Pfad entlang der ca. 160m Höhenunterschied, die die Fälle über sieben Stufen überwinden, ist gut ausgebaut und mit Infotafeln gespickt. Für einen Wochentag im November bei mäßigem Wetter war ziemlich was los – ich möchte mir das nicht im Sommer vorstellen.

When I reached Triberg I had to walk along the main road into the center of town – quite a steep affair already. You need to get a ticket to get access to the falls but at least the path along the falls (an incline of 160m) is well maintained and offers quite a few info posts. Considering that it was a week day in November with not exactly nice weather there was a sizeable crowd – I don’t want to imagine what it’s like in the summer.

Der Ort Triberg ist nicht so malerisch, wie er sein könnte – trotz der interessanten alten (?) Schilder:

Triberg itself is not as picturesque as it could be – despite the interesting old (?) signs:

Es ist nicht verwunderlich, aber es gibt eine Menge Souvenirläden – mal mehr, mal weniger hochwertig. Die Schnitzkunst steht in der Gegend hoch im Kurs und es gibt wirklich schöne Objekte, die allerdings auch ihren Preis haben. In einem Geschäft war ein Schild „Wir sind kein Museum, wir möchten Ihnen etwas schönes verkaufen.“ Es könnte also offenbar besser laufen, das Geschäft. Die berühmten Kuckucksuhren sind im Überfluss vorhanden. Ich würde zwar nie auf den Gedanken kommen, mir eine zu kaufen, war aber dann doch fasziniert von den verschiedenen „Szenen“, die da kreiert werden. Und wenn ich schon lange mit dem Gedanken spiele, mir eine Weihnachtspyramide zuzulegen – wieso dann keine Kuckucksuhr? So rein prinzipiell? Es bleibt bei „auf keinen Fall“, aber einen kleinen Eindruck möchte ich euch doch geben – vielleicht ist es ja was für euch?

It’s not surprising that there are a number of souvenir shops – sometimes more, sometimes less high quality. Carpentry is a craft traditionally practised here and there are really marvellous objects to be had but they are quite expensive. One store had a sign up „We are not a museum, we would like to sell you something nice.“ It seems business could be better. The famous cuckoo clocks can be found in abundance. I would never consider getting one but was still fascinated by all the „scenes“ that were created. And as I’ve been thinking about getting a Christmas pyramid for years already – why not a cuckoo clock? In general, I mean? I rest with my „no way!“, but I would like to show you a few. Maybe you fall in love?

Es gibt auch, hm, zeitgenössischere Ausführungen:

There are also more contemporary designs:

Schon im Dunkeln wieder in St. Georgen angekommen, konnte ich den Kunsthandwerk-Markt natürlich nicht links liegen lassen, aber ich habe mich am Riemen gerissen. Rechtschaffen müde bin ich dann auch recht bald ins Bett gefallen…

It was already dark when I got back to St. Georgen but of course I couldn’t skip the crafts show they had that night. But relax, I was a good girl. Soon after reaching the guesthouse I crashed and had a good night’s sleep…

Barbara

A Day in… ST. GEORGEN!


Schwarzwald, ich bin im Schwarzwald! Es war ein vages Gefühl von „ich muss hier raus“ kombiniert mit dem Flyer des neuen Kailash Guesthouse in St. Georgen, der mir in den Briefkasten flatterte, komplett mit einem Anschreiben unterzeichnet mit „Herzliche Grüße nach so langer Zeit, Daniela und Peter.“ Wer?! Das fand ich bald heraus – es war so ungefähr 15 Jahre her… jedenfalls bin ich jetzt hier.

Black Forest, I’m in the Black Forest! It was this opaque feeling of „I need to get away“ combined with a flyer advertizing the new Kailash Guesthouse in St. Georgen that found its way to my mailbox, complete with an accompanying letter signed „Best regards after such a long time, Daniela and Peter.“ Who?! I found out soon enough – it’s been about 15 years… anyhow, now I’m here.

Wie spontan das war zeigte sich schon gestern bei der Anreise. Es war mir nur vage klar, dass ich nach Süden Richtung Schweiz fahren würde und noch während ich mich fragte, ob ich von dem Megastau wegen umgekippten Schwertransports auf der A Hab ich vergessen betroffen wäre, stieß ich auf das Schild „France 1000m.“ Was jetzt? Ich war also noch kurz in Frankreich und konnte dann, im Gegenverkehr, erleben, wie sich die feierabendliche rush hour von Deutschland Richtung Frankreich gestaltet. Wahnsinn. Und je näher ich dem Ziel kam, umso alpiner wurde die Straßenführung und ich überlegte, ob der Schwarzwald wohl seinen Namen daher hat, dass es hier nach Sonnenuntergang dunkel ist wie in einem Affenarsch. Pardon, aber das genau habe ich gedacht. So gut wie keine Straßenbeleuchtungen. Ich habe noch nie so viele Menschen mit Stirnlampen rumlaufen sehen.

Let me tell you a bit about getting here so you get an idea of how spontaneous that trip is. I was only vaguely aware of the routing (South towards Switzerland) and listening to the traffic advisory started wondering whether I would be affected by the mega traffic jam on route whatever when I passed a sign „France 1000m.“ What? I was on a little detour through France and when getting towards Germany again got an idea, by way of the oncoming traffic, of what the rush hour between the countries is like here. Crazy. The closer I got to my destination, the more Alpine the roads got and I thought that the Black Forest may have gotten its name because it’s as dark as a monkey’s bum, as we so nicely put it in German, after the sun has set. Sorry, but that was my thought verbatim. Next to no street lighting. I’ve never seen so many people walking around with head lamps.

Der Morgen danach begann mit einem gemütlichen Frühstück und einer Erkundung St. Georgens. Ich war auch nicht darauf vorbereitet, dass es hier so viele Backsteinhäuser unterschiedlichster Facon gibt. Der Ursprung der Stadt geht wohl auf ein Benediktinerkloster zurück, dessen Reste vor einigen Jahren im wahrsten Sinne des Wortes zubetoniert wurden – der Marktplatz ist ein Schandfleck erster Güte. Aber dann guckt man halt da hin, wo es schön ist oder es interessantes zu sehen gibt.

My first morning started with a cozy breakfast and a stroll through central St. Georgen. I was also not prepared to see that there is a lot of brick architecture in the Black Forest. The first settlement St. Georgen was a Benedictine monastery the remains of which were literally covered in concrete a few decades ago – the central square is a major eyesore. But then don’t linger, go where it’s nice or interesting.

Bei bestem Wetter (und wegen Feiertags geschlossener Geschäfte) zog es mich aber raus in den Wald. Vom Guesthouse aus hat man den in zehn Minuten Fußweg erreicht. Trotz des Feiertags und trotz fantastischen Wetters war ich so gut wie allein unterwegs. Wenn da mal alle halbe Stunde ein Jogger oder Mountainbiker vorbeikam oder ein Wanderer in Gegenrichtung. Diese wunderbare Ruhe. Wind in den Tannenwipfeln, Vogelgezwitscher – und womöglich ein vorbeihuschender Elch. Oder ein vornübergebeugter Jogger im braunen Dress. Ich tendiere zum Elch.

As the weather was absolutely gorgeous (and the stores closed due to a public holiday) I was drawn to the woods, where you get within a ten-minute walk from the guesthouse. And despite it being a holiday with gorgeous weather, there was hardly anyone around. I met a few joggers and the odd mountain biker, a few hikers. This wonderful silence. Wind in the tree tops, birds chirping – and possibly even a moose scurrying by in the distance. Or a stooped over jogger in a brown suit. I tend to believe it was a moose.

Muße, ungefähr 57 Fotos von Pilzen zu schießen. Der eine sah aus, als ob Alice (die aus dem Wunderland) dran geknabbert hätte, aber die Wasserpfeife schmauchende Raupe war weit und breit nicht zu sehen.

Being at leisure to take about 57 pictures of mushrooms. One looked as if Alice (of Wonderland fame) had taken a bite – but the hookah smoking caterpillar was nowhere to be seen.

Ich war ohne Karte unterwegs und bin etwas orientierungslos durch die Gegend gestolpert, aber wirklich verlaufen kann man sich eigentlich nicht, denn alles ist gut ausgeschildert. Man muss halt nur mit einem Mindestmaß an Konzentration bei der Sache sein 🙂 Die Wege sind nicht nur im Wald, einen leichten Sonnenbrand kann man sich auch einfangen, wenn man sich für ein Kapitel mit einem guten Buch auf einer Bank im Sonnenschein niederlässt.

I was out and about without a map and didn’t really know where I was going. But then you can’t really get lost as there are tons of signs. It’s just a matter of mustering a minimum of concentration 🙂 Also, the paths are not all deep in the not so dark forest – I think I got a little sunburnt while sitting on a sunny bench with a good book.

Es war ein sehr guter Auftakt – mal sehen, was die kommenden Tage noch in petto haben.

It was a great start into my stay – let’s see what the next days have in store for me.

Barbara

A Day in… the Watersheds of Zerafshon Basin


In Sarvoda, einer ehemals modernen Bergbausiedlung mit Wohnblöcken, Heizkraftwerk und Kino, biegen wir von der M34 ab und machen uns auf in das erste von insgesamt sieben Wassereinzugsgebieten, die im Rahmen eines ehrgeizigen Projekts von fünf Hilfsorganisationen betreut werden: Pasrud. Es geht dabei um nachhaltige Bewirtschaftung und Schutz natürlicher Ressourcen und Wasservorkommen in den oberen Einzugsgebieten des Zerafshon. Das soll – ganz grundsätzlich gesagt – passieren durch eine Sicherung der Lebensgrundlage für die Bevölkerung in diesen Gebieten (etwa 70.000 Menschen): nachhaltige Armutsreduzierung durch bewussten Umgang mit den Ressourcen bei verbesserter Ernährungssituation.

We take a turn off M34 in Sarvoda, a formerly modern mining settlement with housing blocks, heating plant and movie theater, towards one of a total of seven water catchments which are managed as part of an ambitious project of a consortium of five non-governmental organizations: Pasrud. It’s all about protection and sustainable management of water and natural resources in the upper catchments of the Zerafshon basin. This is supposed to happen – to sum it up – via a stabilization of livelihoods of the population (about 70,000) through sustainable poverty reduction via conservative utilization of the resources for an improved food and nutrition security.

Bergbau? fragt man sich… Unter anderem Steinkohle, die Flöze liegen teilweise direkt an der Oberfläche. Fotografisch festgehalten habe ich nur kleinere Anlagen, die teilweise unglaublich an steile Felswände „geklatscht“ scheinen. Aber es gibt auch Abbau im großen Stil, was auf dem Weg nach Dushanbe, auf dem sich ein Kohle-beladener LKW an den anderen reiht, nicht zu übersehen ist.

Mining? one wonders… Hard coal, among others, with the beds to been seen protruding from the mountains in places. I managed to take pictures only of the smaller enterprises which were often precariously situated, seemingly „glued“ to steep mountain sides. But there is large-scale mining, too, which you can’t miss going back to Dushanbe where all you seem to be doing is pass one coal truck after the next.

Doch zurück zum Thema… aber eigentlich ist es Teil des Themas, wenn du bei der Trinkwasserversorgung einer Ortschaft feststellen musst, dass der eigentlich vorgesehene Fluss dafür nicht in Frage kommt, da schwerst belastet durch Einleitungen einer Goldmine. Und auch wenn sich alles ums Wasser dreht, geht es in diesem ersten besuchten Einzugsgebiet erstmal nur indirekt um Wasser: Testfelder anhand derer man rausfinden möchte, wie sich die Qualität der Weideflächen verbessern lässt. Mehr Gras und variantenreicheres, so dass man größere und gesündere Herden halten kann. Von der Maßzahl „Großvieheinheit pro Hektar“ sollte man sich nicht verwirren lassen: hier oben (wir kamen bis etwa 2.300 m) sind wohl eher Schafe das Vieh der Wahl. Außerdem gibt es Testflächen, die mit Terrassierungen, dem Anbau trockenresistenter Büsche und Scheibenpflugtechniken experimentieren. Der Weg war ziemlich belebt mit bepackten Eseln, die natürlichen Dünger aus den Orten zu den Feldern transportiert haben. Wie so ziemlich alles hier eine langwierge Arbeit.

But let’s return to the subject… but actually, the mining is also part of it if you’re trying to figure out how to set up a drinking water supply for a village and find out that you can’t use the river you thought to use because it’s polluted by the gold mine upstream. Even if all is about water here, I get to see activities in this catchment that are at first sight only indirectly related to water: demo plots on which tests are being run to find out how to improve pasture quality. The goal is to find a way to grow more grass and more varied pasture in order to be able to have larger and healthier herds. If you want to phrase it more academically, you speak about „livestock units per hectare“. We reached about 2,300 m and not that far below there were more demo plots experimenting with banking, cultivation of drought resistant bushes and low-tillage techniques. The „road“ was pretty busy with donkeys carrying sacks of natural fertilizer from the village to the fields. A time-consuming and tiring work, like so many here.

Ja, ich konnte mich mit den Fotos nur ganz schwer entscheiden! Neben vielen anderen Dingen kann einen die Landschaft hier, in mehrfacher Hinsicht und im positiven Sinn, fertig machen: Hochgebirge an sich, mit atemberaubenden Felsformationen, die nach jeder Kurve wieder komplett anders aussehen und an mancher Stelle ein wahnsinniges Farbspektakel bieten. Hier kann man, wenn man mit der Höhe umgehen kann, wunderbar wandern. Die kleinen Orte sind auch, in bescheidenem Maße, auf Touristen eingestellt und bieten Homestays an. Eine Wanderkarte gibt es auch. Lust?

Yes, I had a hard time deciding which pictures to include. This landscape can really be too much (in a positive sense) on many levels: high mountains, breathtaking rock formations and a completely different look every time you turn a corner and sometimes the colors are almost too much to take in. If you can handle the altitude, this is a hiker’s heaven. You can get a map with hiking trails. The villages are prepared for tourists, too, and offer home stays. Wanna try?

Weiter geht’s zum Madm-Tal, wo es riesige Aprikosenhaine gibt, kurz vor der Blüte. Ich bin vielleicht zwei Wochen zu früh dran – es muss ganz wunderbar aussehen. Alles, was da so rot wirkt an den Bäumen, sind die Knospen. Hier gibt’s wieder ein Testfeld zu begutachten: Anbau von Obstbäumen mit Wasserversorgung. Ein Tank oberhalb des Testsfelds wird durch eine solarbetriebene Pumpe versorgt, so dass auch in den Sommermonaten, nach der Ernte, gegossen werden kann. Die Wasserversorgung dann ist wichtig, damit die Bäume quasi in der Vorbereitung auf die nächste Saison nicht in Stress geraten. Dazu gibt es Trainings im Pflanzen und Obstbaumschnitt, damit auch in dieser Hinsicht das beste rausgeholt werden kann. Dazu kommt, dass die bestehenden Aprikosenbäume schon viel Totholz aufweisen und dann gelegentlich auch mal ersetzt werden sollten.

On we go to the Madm valley, to large apricot groves, about to bloom. I’m maybe two weeks early – it must be an amazing sight. Everything that looks red on the trees are buds getting ready to bloom. There’s another demo plot here: cultivation of fruit trees with water management. A tank higher up on the hill is filled with the help of solar-powered pumps so that the trees can be watered in the summer months, too, after the harvest. It’s important to have water around then as well so that the trees don’t get stressed in preparation for the next season. Add to that training in planting and pruning and things look good for a higher yield. The old apricot trees feature a lot of deadwood already and should be replaced at some point in the not too far future.

Im langsam weniger werdenden Tageslicht war Kum der letzte Anlaufpunkt, wo wir uns die Uferbefestigung des Kum mit Gabionen (diese steingefüllten „Käfige“) angeguckt haben. Als Gartenbauelement finde ich die immer ziemlich fragwürdig bis geschmacklos, aber hier sind sie offenbar am richtigen Platz. Die Dorfgemeinschaft wies außerdem darauf hin, dass eine neue Brücke vielleicht auch mal eine Maßnahme wäre. Könnte man drüber nachdenken, aber da sollte erstmal geklärt werden, ob sie die notwendige Eigenbeteiligung stemmen können.

In the fading daylight we reached Kum where we had a quick look at the bank reinforcement by way of gabions (those „cages“ filled with rocks). I always find them a spectacularly bad choice in landscape gardening but here they seem to be in the right spot. The community took the opportunity to mention that a new bridge could be a helpful measure as well. That could be taken into consideration but the community would need to discuss how to make sure they can offer the financial contribution that would be expected of them.

Das war nur ein kleiner Einblick in einen sehr vielfältigen Korb an Maßnahmen und Aktivitäten. Da wären u.a. noch Latrinen-/Toilettenbau, Kanalrehabilitation, die Unterstützung von Frauengruppen, Saatzuschüsse, die Bildung von Gesellschaften zur Organisation der Wassernutzung, Vermarktung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Trainings, Trainings, Trainings. Aber damit muss hier Schluss sein – Glückwunsch an alle, die bis hierher gekommen sind!

This was just a glimpse into a very varied „basket“ of measures and activities. Add to that the construction of latrines/toilets, canal rehabilitation, the support of women’s groups, grants for seed purchases, the formation of water user associations, marketing of agricultural produce and trainings, trainings, trainings. But this just has to be the end of it – congrats to all who made it this far!

Barbara

On the Road in… TAJIKISTAN


Bei meinem Besuch bin ich auch ein bisschen aus der Hauptstadt rausgekommen: bis Ayni, ca. zweieinhalb Autostunden nördlich von Dushanbe. Es wird dann schnell gebirgig und am Vorabend gab es eine Lawinenwarnung. Morgens jedoch konnten wir los, es gab keine weiteren Meldungen. Die erreichte uns dann aber nach etwa 45 Minuten: Straße gesperrt wegen eines Lawinenabgangs einige Kilometer weiter. Die Gerüchteküche reichte von 10 bis 100 Meter Schneemassen. Also erstmal Pause in einer Art „Raststättenort“ beim Nationalgericht Ploff (oder wie immer man das schreibt) und Schwarztee mit Zitrone. Und einmal angehalten, wurden auch die gut geführten Örtlichkeiten in Anspruch genommen.

My visit to Tajikistan finally brought me out of the capital, too: to Ayni, about two and a half hours north of Dushanbe. Very soon the landscape becomes really mountainous and on the eve of our departure we received warning messages about possible avalanches. But in the morning, there were no more bad news so we started on our way. We were on the road for only about 45 minutes when we were stopped abruptly: the road was closed… due to an avalanche quite a few kilometers further up the road. Rumor had it it was 10 meters. Or 100 meters, depending on who you talked to. So we decided to have a very early lunch of ploff (or however you would spell that) and black tea with lemon in a little village that catered to travelers. It also offered a well-run public restroom.

Das Restaurant war sehr gut besucht – alle mussten ja warten. Aber plötzlich waren wir als einzige übrig. Irgendwer hatte offenbar die Nachricht erhalten, dass die Straße wieder auf sei und schwupps waren die ganzen Trucker wieder unterwegs. Und wir dann auch.

The restaurant was almost full – everybody had to wait somewhere after all. But all of a sudden we were the only ones left. Somebody had recived the message that the road was open again and just like that everybody was behind their steering wheels again. And so were we.

Die Fahrt brachte uns auch durch den 5km langen „Tunnel des Todes“, eine bis vor kurzem vollkommen unbeleuchtete, unbelüftete, dafür nasse Angelegenheit mit Schlaglöchern. Nun gibt es Licht, aber auch nicht immer, wie ich auf der Rückfahrt feststellen konnte… was allerdings einen Fahrer trotz nicht vorhandenen Lichts auch an seinem Auto nicht davon abhalten konnte, trotzdem durch zu fahren, sozusagen auf Gefühl, meist mittig und immerhin mit Warnblinklicht. Die Belüftung fehlt weiter – dagegen wirkt so manches Feinstaubproblem irgendwie fimschig.

As part of the trip we also had to pass the „Tunnel of Death“, a rather wet, unlit, unventilated and pothole-pocked affair. Now there’s light but then not always, either, as I noticed on the way back… minor detail for a driver whose head- and taillights were broken to happily drive right into it, literally feeling his way around, mostly in the center of the tunnel, trusting the hazard lights would take him through it. The ventilation is still missing – and discussion in our parts about particulate matters seem almost ridiculous in comparison.

Eine überraschende Entdeckung war, dass der Opel der Toyota Tajikistans ist – es muss das Land mit der höchsten Opel-Dichte weltweit sein, wie auch immer es dazu kommen konnte. Neben den Autos wurde gleich das Motto mitgeliefert: „Opel fahrn is‘ wie wennze fliechs“… es gab die abenteuerlichsten Manöver. Und Opel-Witze gibt es auch: Fragt ein Mädchen seinen Freund: „Hast du ein Auto?“ – „Nein,“ antwortet der. Das Mädchen ist sichtlich enttäuscht, gibt aber nicht auf und fragt: „Hast du denn vielleicht einen Opel?“

I was very surprised to see that apparently Opel is the Toyota of Tajikistan – it must be the country with the highest Opel density worldwide. I wonder how that could have happened. Anyhow, the cars came equipped with the motto for which they are known in Germany: „Driving Opel feels like flying“ – I witnessed quite a few hair-raising maneuvers. And there are Opel jokes, too: A girl asked her boyfriend: „Do you have a car?“ – „No,“ he answers and the girl has a hard time hiding her disappointment but continues: „Then do you maybe have an Opel?“

Immer auf der Suche nach neuen Methoden bin ich mehrfach auf einen Recycling-Ansatz im Brückenbau gestoßen:

Always on the look-out for new methods I came across a recycling approach in bridge construction:

Es gibt immer und überall so viel zu sehen. Aber nun erstmal: auf bald!

There’s always so much to see all over the place. But for now: take care!

Barbara

P.S.: Auf youtube gibt es eine Menge zum Tunnel of Death vor der „Sanierung“, hier ein Beispiel:

P.S.: There are tons of youtube videos about the Tunnel of Death before its rehabilitation, this is just one example:

Hiking in… CINQUE TERRE | Day One

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Eine Woche Bildungsurlaub zum Thema „Cinque Terre – Ökologie und Naturschutz in einer Kulturlandschaft an der ligurischen Küste“ und wie die Vorstellungsrunde zeigte, ging es mir wie einigen anderen Teilnehmern auch: Bildungsurlaub auf jeden Fall, aber wenn ich drinnen auf eine Power Point Präsentation nach der anderen starren muss, werde ich verrückt. Mein Geografenherz meldete sich auch mal wieder, der Termin war zwischen alles mögliche andere zu quetschen – und so wurde es Cinque Terre.

One week educational leave, learning all about „Cinque Terre – Ecology and nature conservation in a cultural landscape on the Ligurian coast,“ and as the round of introductions showed, my motivation was that of some of the other participants as well: a clear yes to make use of my educational leave but if that meant sitting indoors and staring at one uninspired Power Point presentation after the other, I’d go crazy. Also, my „geographer’s heart“ was in need of attention again, the timing fit the schedule – and so I went to Cinque Terre.

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Ich hatte mir nur im Netz schnell Fotos angeguckt, entschieden: schön, und fertig. Untergekommen bin ich in Riomaggiore, dem südlichsten der fünf Orte. Mit der Auswahl der Unterkunft an sich kann ich zufrieden sein, aber ich habe mir zielgenau eine ausgesucht, die am oberen Ortsrand liegt. Das heißt im Detail: nach einem langen Tag Wanderung erklimme ich zum Abschluss, den Rucksack voller Lebensmittel, noch mal kurz den Kölner Dom. Im Ernst: es sind allein so um die 250 Treppenstufen und dann noch ein gutes Stück ohne Stufen aber steil bergan. Nach der Dusche zieht mich nichts mehr ins Zentrum, soviel ist sicher.

I had only very quickly looked at a few photos online and made up my mind: beautiful, so I booked. I found a place to stay in Riomaggiore, the southernmost of the five towns. I’m satisfied with the accommodation as such but I went for one right at the uppermost edge of the town. That means: after a long day of hiking, the backpack full of recently purchased groceries, I get to climb the bell tower of Cologne Cathedral. Seriously: It’s about 250 steps and then another chunk that’s just a steep road. One thing’s for sure: once I’ve had that shower, nothing will make me walk down to the center again.

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Es gibt nur wenige Straßen, die diesen Namen verdienen – die Bebauung ist sehr eng, schmal und hoch, durchdrungen von kleinen Gassen. Wunderbar malerisch, wenn man hier mal ein paar Tage verbringt. Die eigentliche Bevölkerung hier zu halten ist nicht so einfach, denn die Wohnungen sind entsprechend klein und dunkel. Ich sitze zwar auf einer schönen Terrasse, aber das Schlafzimmer ist wie ein Bunker im Berg, ohne Fenster. Aber da habe ich ja eh die Augen zu. Es heißt, der Platz vor der Kirche oben ist der einzige, wo sich die Kinder zum Fußballspielen treffen können.

There are only few streets worthy to be called that – the architecture is narrow, both the houses themselves and the distance between them, and high, with little alleyways. Very picturesque if you spend a few days here. But it’s pretty hard to keep the locals here as the apartments are small and dark. Just now, I’m sitting on a nice terrace but my bedroom is like a bunker inside the mountain, lacking windows. But then I usually have my eyes closed in there anyway. As I understand, the little square in front of the church on the photo above is the only one where kids can come to play soccer.

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Der erste Tag begann mit der Entspannung: Bootstour von Riomaggiore nach Monterosso, dem nördlichsten Ort. Da konnte man einen wunderbaren Blick auf die Steilküste werfen, auf die kleinen Orte, die wir drangeklebt aussehen – und man fragt sich, warum um alles in der Welt irgendwer auf den Gedanken kam, sich hier niederzulassen. Und dann auf diesen Wahnsinnshängen auch noch Landwirtschaft betreiben zu wollen. Sie müssen vom heftigst gefalteten Sedimentgestein bezirzt gewesen sein:

The first day started out relaxing: a boat ride to Monterosso, the northernmost place. It offered great views of the steep coast, of the little towns that look like they were glued in place there – and you can’t stop wondering why anyone would have decided to settle her. And then not make a living from fishing but from agriculture?? They must have been bewitched by the heavily folded sedimentary rock:

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Aber da sag ich’s: Steilküste. Da reicht der Blick auf eine Postkarte, dafür muss man keine topografischen Karten studieren. Wer hier irgendwas zu Fuß machen will, muss bergauf. Es war von Anfang an klar: das wird ’ne ganz harte Nummer. Und wenn man dann auch noch mit einem Diplom-Geologen unterwegs ist… einem Diplom-Geo-was-auch-immer, dann ist auch klar: die Geschwindigkeit wird hoch. Und die erste Etappe begann mit verteufelt steilen 311 Höhenmetern. In praller Sonne. Und die Tatsache, dass die Aleppo-Kiefer ein immer wieder erwähnter wichtiger Bestandteil der mediterranen immergrünen Macchia-Vegetation ist, hat nicht dazu beigretragen, dass ich so sonderlich gut abschalten konnte.

There, I said it: steep coast. Having a look at a postcard is enough to know what you’re in for, no need to study topographic maps. Whatever you want to do on foot, it will be an uphill battle, quite literally. I knew it was going to be tough. And I also knew that our guide was going to be a geologist… and when you’re out and about with a geo-whatever, the speed can be assumed to be of the breakneck variety. The first stage started out with an incredibly steep ascent from 0 to 311 above sea level. In scorching sun. And the fact that the Aleppo pine is an important part of the indecidious mediterranean Macchia vegetation and was frequently mentioned didn’t help one bit to make my thoughts move away from „business“.

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Der vollkommen geschmacklosen Frucht des Erdbeerbaums (die Kugeln in gelb-orange-rot oben) konnte ich nicht widerstehen – wahrscheinlich tatsächlich eher als Likör zu genießen… „Mit Alkohol schmeckt halt alles,“ wie der Guide meinte. Das mittägliche Picknick nach der Anstrengung schmeckte umso besser und der Ausblick machte die Anstrengung vergessen.

I couldn’t resist trying the 100% tasteless fruits of the strawberry tree (arbutus), the yellow-orange-red balls above – probably much better when taken in the form of a liqueur… „Everything is tasty with alcohol,“ as our guide observed. The picknick lunch tasted so much the better after the great effort and the view let us forget the exhaustion for while.

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Der Ausblick, eigentlich fast egal von wo, war immer atemberaubend. An vielen Stellen musste man aber definitiv auf den Weg und nicht den Ausblick fokussieren – wie man auch nur annähernd auf den Gedanken kommen kann, sich hier mit Flipflops zu bewegen, ist mir ein Rätsel. Kam aber immer wieder vor.

The view, no matter from where, come to think of it, was always breathtaking. For much of the hike, though, it was important to focus on the path and not on the view – I just do not understand how people decide to hike anywhere in flipflops. We saw it a number of times.

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Und hier ist der Weg mal für ein kurzes Stück ein Spaziergang… die Herausforderung liegt mehr darin, nicht einfach nur auf das glitzernde blaue etwas zuzusteuern und die 311 Höhenmeter rasant zu reduzieren.

This is one of the few instances when the path was a walk in the park… the challenge being not to be drawn to the sparkling blue something and reduce those 311 m above sea level much too rapidly.

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Am Ende des Tages stand ein Bad am Strand von Levanto und/oder ein Eis und die Zugfahrt zurück nach Riomaggiore. Leider gab es auch den ersten Ausfall mit Knieproblemen, aber vielleicht wird das ja wieder für den Rest der Woche. Auf bald!

Upon reaching Levanto it was beach time and/or the ice-cream parlor and later the train ride back to Riomaggiore. Unfortunately, one participant got a knee problem and was out… but maybe she can join us again later in the week. Take care!

Barbara

Wandern mit dem Bürgermeister / Hiking with the Mayor

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In der Verbandsgemeinde Brohltal gibt es seit vielen Jahren die Tradition, an drei Tagen im Sommer mit dem Bürgermeister wandern zu gehen. Zu dieser Ehre kam ich dadurch, dass eine Freundin dort wohnt und das Event vorschlug. Und so waren wir gestern dort unterwegs.

It’s been a longstanding tradition in the Brohltal municipality to go hiking with the mayor on three days in the summer. I heard of it from a friend who lives there and who suggested we participate. And so we did yesterday.

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Zuerst ging es ab Oberzissen vorbei an Kornfeldern, über Wiesen und Weiden und durch Waldstücke mit der Brohltalbahn nach Engeln. Dann bei ziemlicher Hitze auf die ca. 13km lange geführte Tour.

We boarded the Brohltal train at Oberzissen and passed grainfields, meadows and woodland on our way to Engeln. From there we started our hike of appr. 13km in scorching heat.

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Burg Olbrück hatten wir dabei zumeist im Blick.

Olbrück Castle was usually in sight.

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Teil der Wanderung war eine gesponsorte Rast bei einem nicht mehr bewohnten Einsiedlerhof. Die Getränke waren sehr gefragt, die rustikalen Brötchen ebenfalls. Eine glänzende Idee fand ich auch, dass „Emilio“ mit seinem Eisauto vor Ort war.

The mayor extended an invitation for a break with sandwiches and beverages near an abandoned isolated farm. It was brilliant to have „Emilio“ there as well, with his well-stocked Italian ice-cream truck.

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Das alte Fachwerkhaus mit separater Scheune und Stallungen sowie einem überwucherten Bauerngarten wäre genau das, was ich mir so als Traumhaus vorstelle… und nach langen Jahrzehnten (Jahrhunderten) des Darbens ist nun wohl auch die Wasser- und Stromversorgung gesichert.

The old timber frame house with its separate stable and barn and the overgrown „farmer’s garden“ pretty much looked like my dream property… And after decades (centuries) of dire need the water and power supply have been in a place for a while now.

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Kurz vor dem Ende der Wanderung kam mit Blitz und Donner dann der lang ersehnte große Regen. Auf spontane Initiative des Bürgermeisters fanden wir schnell Unterschlupf in einem fest installierten Partyzelt, wo der Eigentümer kurz entschlossen den Wirt gab und gekühlte Getränke unter’s Volk brachte. Es war ein, hauptsächlich durch die Hitze, anstrengender Tag – aber nach körperlicher Anstrengung ist das immer so eine süße Müdigkeit… jetzt genieße ich die Kühle!

Only a couple of kilometers before we reached the finishing line the longed for rains finally came, with thunder and lightning. The mayor knew his way around, though, and within moments secured shelter for our group in a party tent. The owner was not unhappy to find we all gratefully made use of his sheer endless stock of ice cold beverages. It was an exhausting day – mainly due to the heat… but it’s that sweet kind of tiredness after physical strain. I now enjoy the cool!

Barbara