Noch ein Tag / Another day in KUOPIO

KUO2_8Nachdem ich im vorherigen Eintrag gesagt habe, das Kuopio als Stadt vielleicht nicht so der Touristenmagnet ist, muss ich ja auch anmerken, was daran die Faszination ausmacht… Das Bild oben sagt hoffentlich schon alles. Die Landschaft ist atemberaubend. Das ist der Blick von neben den Schanzen auf den Kallavesi See, der komplett zugefroren ist. Lang- und Schlittschuhläufer, Eisfischer, Spaziergänger und hin und wieder ein Motorschlitten vergnügen sich darauf.

After I explained in the previous post why Kuopio as a city might not be a tourist magnet, I will today explain what the fascination is… Maybe the picture above says it all already. The landscape is breathtaking. This is the view of frozen Lake Kallavesi from right next to the jumps. Cross country skiers, ice skaters, ice fishers, pedestrians and the odd motor sleigh enjoy its frozen vastness.

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Neben dieser Schanze also hat man diesen Blick – und den sollten die Skispringer da oben noch besser gehabt haben. Die Kamera ist der Wahnsinn. Wie auch immer: ich könnte jetzt so tun, als wäre dieser Tag ausschließlich dem Skispringen gewidmet gewesen. Das war er nicht. Wir waren vorher noch im Stadtmuseum (zweiter Ex-Elch, aber immerhin ausgestopft und von beeindruckender Statur) und im Museumsviertel Alt Kuopio, wo man alte Holzhäuser und ihre Ausstattung zusammengetragen hat. An solchen Orten halte ich mich ja immer gerne auf. Aber das alles würde den Umfang dieses Eintrags sprengen.

It’s right next to this jump where you get that view – and the jumpers way up on top should have had an even better one. This new camera is just great! Anyhow, I could pretend that going to see the competition was all we did that day but that would be a lie. In the morning we went to the City Museum (second ex-moose but mounted and of impressive size) as well as to the museum quarter of Old Kuopio where old wooden houses and their interiors have been set up and preserved. I love places like that. But all that would be too much for this post.

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Das Skispringen war ein ganz wunderbares Erlebnis und das zum großen Teil glaube ich auch deswegen, weil da nicht Zehntausende aufgeschlagen sind und man sich für eine Wurst (die hier im Papiertütchen serviert werden) 40 Minuten anstellen musste. Kein Gedränge, jeder hatte Platz und man kam gut mit den Leuten ins Gespräch. So u.a. mit einer Gruppe, die ein Plakat für Kamil Stoch und Severin Freund hatten, eine japanische Flagge und in einem Fall slowenische Kriegsbemalung – eine bunt gemischt Gruppe von Erasmus-Studenten.

The competition was a truly wonderful experience and I believe that that was at least in part due to the fact that there weren’t tens of thousands attending and you had to stand in line for 40 minutes to get a sausage (which, by the way, is served in a paper pouch here). No pushing and shoving, there was room for everybody and it was easy to start a conversation with people. Like with the group that had a banner for Kamil Stoch (from Poland) and Severin Freund (from Germany), a Japanese flag and a face painted with the Slovenian colors – a truly mixed group of Erasmus exchange students.

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Die Bedingungen für das Springen waren, ohne über die Details informiert zu sein, glaube ich ideal. Oben schien es so gut wie windstill und da die Weiten teilweise beeindruckend waren, muss es gepasst haben. Auch in Finnland bricht das gesamte Publikum übrigens in Jubelschreie aus, wenn Noriaki Kasai in der Luft ist.

The conditions must have been ideal – of course I don’t know the details ut it looked as if there was almost no wind at all at the very top and as some of the jumps were really impressive it must have all fallen into place. In Finland, too, EVERYBOBY cheers for Noriaki Kasai from Japan, by the way.

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Die Boxen oben hielt ich zuerst für luxuriöse Dixie-Klos – womöglich mit Ausblick?! – aber es waren die Kommentatorenkabinen. Die hatten sicher einen guten Tag, denn der Wettbewerb kam ohne Verzögerungen aus und war spannend bis zum allerletzten Springer – besonders natürlich aus deutscher Sicht. Severin Freund hat es ja knapp nicht geschafft, aber über den zweiten Platz haben wir uns genauso gefreut. Mit den Finnen habe ich allerdings gelitten, als Ville Larinto, der nach dem ersten Durchgang sehr gut auf Platz drei lag, dann im zweiten alles vergeigt hat und nur 21. wurde.

I first thought these boxes above were luxurious portaloos with a view – but they were of course for the commentators of the different stations. And they probably had a good day reporting as the competition was without delays and a thriller until the very last jumper had come down – especially from a German perspective. Severin Freund missed victory by only a scratch but we were celebrating the runner-up just as if he’d won. I have to say I suffered with the Finns when Ville Larinto, third after the first round, ruined it all with his second jump and went down to 21st.

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Ich war nicht mit einem Presseausweis ausgestattet und habe direkt vor dem Podest gestanden, wie diese Fotos vielleicht glauben machen. Ich war eher so 30 Meter weg. Hatte ich erwähnt, wie sehr mich die Kamera begeistert?! 😉 Deswegen auch schnell noch ein paar Portraits von Teilnehmern am Puijon Kisat 2014, wie das hier heißt. Puijo ist der Berg und in der Kombination heißt das sowas wie die Puijo Wettbewerbe. Nein, nein, das Skipringen an sich zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht: mäkihyppy. Hört sich an wie hüpfen. Eine leichte Untertreibung. Und, kennt ihr alle?

I was not an accredited press photographer standing right in front of the podium as these pictures might make you believe. I was maybe about 30 meters away from it all. Did I mention how much I like that new camera?! 😉 And that’s why I’ll treat you to a few portraits of participants in the so-called Puijon Kisat 2014. Puijo is the mountain and in this combination it means something like the Puijo Competitions. The word for ski jumping in general is mäkihyppy… which is sort of funny to the German ear as it sounds a bit like hüpfen, to hop. Which would be quite an understatement. So – do you know any of the jumpers?

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In der Pause zwischen den beiden Durchgängen kam es zu einem interessanten Einblick in die finnische Unterhaltungsindustrie. Diese drei Herren boten einen Song dar, der wahrscheinlich eine Mischung aus dem Holzmichel und der Polonaise ist (was es mit dem Mofa auf sich hat, weiß ich nicht). Ich habe davon auch ein Video, aber leider kooperiert mein Programm zu dessen Bearbeitung gerade nicht. Innerhalb weniger Augenblicke war die halbe Zuschauerschaft jedoch voll aktiv mit dabei.

The break between the two rounds afforded an interesting insight into the Finnish entertainment industry. These three gentlemen performed a song that immediately got people on their legs to form a conga line (don’t ask me what the motorcycle is about). I also have a video of this but unfortunately, the program for cutting etc. isn’t cooperating at the moment.

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Der wirklich krönende Abschluss dieser denkwürdigen Sportveranstaltung war ein Feuerwerk über dem Puijo-Turm und den Schanzen. Und es war weit genug weg, so dass ich es ohne größeren Herzklabaster genießen konnte.

The finish of this memorable experience was a fireworks display above the Puijo Tower and the jumps. And it was far enough away for me to be able to enjoy it and not suffer a series of heart attacks.

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Das war also mein Highlight des Profisports für 2014. Die Planungen für 2015 können beginnen…

So this was my highlight of professional sports for 2014. Let the planning for 2015 begin!

Barbara

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Ein Tag / A day in KUOPIO

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Du weißt, du bist in Finnland, wenn schon am Flughafen an jedem Kiosk die Mumins zu finden sind. Wenn es neben „Achtung: Elch!“ auch „Achtung: Skifahrer!“-Schilder gibt. Wenn Geschäfte Namen tragen wie Huonekalukeskus und Garfield Karvinen heißt. Wenn mindestens 8 spindeldürre Birken auf einem Quadratmeter stehen und das, soweit das Auge reicht. Und wenn an der Markthalle in Kuopio, siehe oben, Kauppi Halli steht.

You know you are in Finland when you find Moomins at every airport kiosk. When there are not only „Watch out for moose“ but also „Watch out for skiers“ signs. When there are at least 8 spindly birch-trees to the sqaure meter and for as far as the eye can see. When stores bear names like Huonekalukeskus and Garfield strangely goes by the name of Karvinen. And when the Kuopio market hall, see above, is called Kauppi Halli.

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Oder auch, wenn an den Ständen in der Markthalle Dinge stehen wie Herkkukauppa Pikkumakkee. Es muss mit Süßwaren zu tun haben. Jedenfalls bin ich ins ca. 106.000 Einwohner zählende Kuopio gekommen, um meine Freundin Anna und ihre Familie zu besuchen. Wir kennen uns seit einem gemeinsamen Austauschjahr in Schweden vor 15 Jahren.

Or, when you see stalls called Kerkkukauppa Pikkumakkee. It must have something to do with candy. Anyhow, I came to Kuopio, a city of about 106,000 inhabitants, to see my friend Anna and her family. We first met during an exchange year at Lund University in Sweden 15 years ago.

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Das Stadtzentrum ist rein von der Bebauung her nicht gerade als Touristenmagnet geeignet. Die über die Jahrhunderte das Stadtbild prägenden Holzhäuser sind entweder abgebrannt oder man entschied sich bewusst zum Abriss, um der Moderne Einzug zu gewähren. Kauf-, Büro- und Wohnhäuser im wenig ansprechenden Betonbaustil der 1950er bis 1970er Jahre. Aber hier und da gibt es auch noch solche Schätzchen:

The city center won’t easily work as a tourist magnet. For centuries, there were beautiful wooden houses but they either burned down or it was decided to demolish them in order to let „modernity“ take root. Department stores, office and residential buildings all in the less than appealing concrete architecture of the 1950s to 1970s. But every now and then you do still come across treasures like this one:

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Die Verkehrsführung im Stadtzentrum war ziemlich interessant: Autos befahren nur jede zweite Parallelstraße, die anderen sind Fußgängerstraßen. Am Anfang war es etwas verwirrend, die Leute in aller Ruhe mitten auf der Straße trotten zu sehen, als gehöre sie ihnen… was sie ja in gewissem Sinn auch tut. Und an diese Lösung gewöhnt man sich gern.

There’s an unusual way of traffic routing downtown: cars are allowed only in every other parallel street, the others are pedestrians only. It was quite confusing in the beginning to see those pedestrians trotting in the middle of the street as if they owned it. Which, in some way, they do. And it’s a set-up you learn to appreciate really quickly.

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Ein weiteres städtisches Highlight ist der Dom, hier vom darunter liegenden Park aus betrachtet, mit der Statue von Johann Vilhelm Snellman, einem finnischen Philosoph und Staatsmann.

Another highlight is the cathedral. I took the picture from the park right below it. You can also see the statue of Johann Vilhelm Snellman, a Finnish philosopher and statesman.

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Ein weiterer Grund für mein Kommen war das an der Puijo-Schanze stattfindende Weltcup-Skispringen und auf unserem Stadtrundgang haben wir dann zufällig auch das Hotel der Skispringer gefunden… auch wenn ich das Foto erstmal wegen des Namens des Hotel gemacht habe – die Anzüge in den Fenstern habe ich erst später bemerkt!

Another reason for my coming here was the Ski Jumping World Cup at Puijo and as luck would have it we passed the hotel of the ski jumpers downtown (look for the suits of the ski jumpers hanging in the windows):

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Zum Training wollten wir zwar noch nicht wirklich an die Schanze, hatten aber in diesem stadtnahen Freizeitgebiet sowieso noch anderes vor, so dass wir uns erstmal an den Bus geheftet haben, der vor dem Hotel abfuhr.

We hadn’t really planned on being at the jump (located in a recreational area close to the center) for the training sessions already but now that we had the chance we started on a little „stalking“ of the bus that was just leaving from the hotel.

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Das Wetter machte alsbald eher weniger Spaß für Außenaktivitäten… ich war wahrscheinlich der einzige, der sich über den Schnee gefreut hat, aber zum Skispringen lud es nun wirklich nicht ein. Und dem Bus entstiegen dann auch nur unbekannte italienische Springer.

The weather had turned and wasn’t really inviting for outdoor activities of any kind, let alone ski jumping. I might have been the only living soul welcoming the snow. And there were only unknown Italian ski jumpers exiting the bus.

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Wir blieben aber wie gesagt im Gebiet und machten uns auf den Weg zum Konttila Hof. Da kann man gemütlich einen Kaffee trinken und ein Stück Kuchen dazu nehmen, sich mit Hühnern, Schafen und einem Pferd anfreunden und sich in einem weiteren ehemaligen Wirtschaftsgebäude über Geologie, Landwirtschaft in früheren Tagen und anderes informieren.

But as I said we stayed in the area and found our way to the Konttila farmstead. There’s a little, I’d say alternative café and you have the chance to make friends amongst the chickens, sheep and horse. One of the former farm buildings houses a tiny museum where you can learn about the geology of the region or the way farming was done in the old days.

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Und wenn man einen Schlitten und ein Pferd zusammenbringt, kann man auch noch eine Schlittenfahrt im verschneiten Winterwald machen! Das war eine in Teilen ganz schön rasante Angelegenheit. Die Elchsuche verlief derweil erfolglos – der Ex-Elch im Café zählt nicht.

And if you add a sleigh and to a horse you can even go on a sleigh ride in the snowy woods! That was, in part at least, quite a racy undertaking. The search for moose was without success that day as the ex-moose in the café did not count.

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Zurück an der Schanze haben wir noch den letzten Rest des Trainingsdurchgangs mitbekommen. Die Zeit bis zur Qualifikation wurde uns aber auch nicht lang. Die Abenteuerlustigen unter uns schossen den Berg hinab (und ich glaube, sie hätte ihren Bob auch die Großschanze runtergesteuert, wenn wir es vorgeschlagen hätten)…

Back at the jump we were right in time for the very last minutes of the training. We all found our ways to pass the time until the qualification jumps. The bolder amongst us zoomed down the hill (and I think she would have steered her bob down the large hill as well, had we suggested it)….

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… während andere den eher beschaulichen Bau eines Schneemanns bevorzugten.

… while others preferred the more contemplative creation of a snowman..

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Mein wachsames Auge sah schon den starken Seitenwind die Fahnen auf der Spitze des Sprungturms bearbeiten und die Schneeflocken darüber hinwegtreiben. Und leider war es dann tatsächlich so, dass die Qualififkation abgesagt werden musste. Aber das Programm war noch nicht vorbei. So werden Goldmedaillen-Gewinner im Teamsprint von Sochi empfangen:

I had been alerted early on by the strong side winds beating the flags and the snowflakes on top of the jump. And unfortunately, conditions were really too bad to have the qualifying that night. But the program was far from over. This is the way gold medallists from Sochi are welcomed:

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Ich musste also mitansehen, wie der Teamkamerad des unsäglichen Finnen, der Hannes Dotzler auf der Zielgeraden rausgehauen hat, gefeiert wird… Aber immerhin gab es Lose zum Gewinn der druckfrischen Sondermarken der finnischen Post, die die beiden Helden zeigen. So hing ich also quasi an den Lippen von Iivo Niskanen und hoffte darauf, dass ich alsbald die glückbringenden Worte neljä-yksi-kahdeksan, 4-1-8 hören würde. Aber daraus wurde nichts und ich wandte mich den im Laufe des Tages entstandenen Schneeskulpturen zu.

So I actually had to stand and watch how the teammate of the infamous Finn who practically kicked out Hannes Dotzler on the home stretch was celebrated… But at least we all got a lottery ticket to win the new special issue stamps of their win. So I was practically hanging on his lips waiting for him to utter the lucky words neljä-yksi-kahdeksan, 4-1-8. But it didn’t happen and I turned to have a look at the snow sculptures that had been created throughout the day.

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Und so fand ein ereignisreicher Tag sein Ende… und ich kam nicht umhin mich zu fragen: was könnte denn morgen noch kommen??

An eventful day came to its end… and I couldn’t help wondering: what could tomorrow possibly have in store for me??

Barbara

Schatten / Shadows

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Als ich das Motto der Woche bei Our Beautiful World gelesen habe, SCHATTEN, ist mir sofort dieses Bild eingefallen. Es ist aus analogen Tagen und ich habe es (wie alle anderen Fotos dieses Eintrags) eingescannt. Es entstand im März 1999 auf einer legendären Reise.

When I read this week’s prompt over at Our Beautiful World, SHADOWS, I immediately thought of the picture above. It is from pre-digital days and I scanned it (just like all the other pics in this post). It was taken on a legendary trip in March 1999.

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Meine Schwester Kathrin und meine Freundin Eva reisten zu mir nach Schweden an, um mich bei dem Unternehmen „Teilnahme am Vasalauf“ zu unterstützen. Wir waren erst noch ein paar Tage in Südschweden unterwegs, wo sich eine geduldige Geologin von einer begeisterten Geografin die Bestandteile dieses Granits erläutern ließ…

My sister Kathrin and my friend Eva came to see me in Sweden as the support crew for my adventure „Participation in the Vasaloppet“. We first spent a few days in Southern Sweden where a patient geologist listened to an overexcited geographer explaining the granite at hand…

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… während meine Schwester sich berufen fühlte, am Strand von Ystad Céline Dion zu geben.

… while my sister felt moved to do an a capella version of Céline Dion on the beach in Ystad.

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Dann ging es Richtung Norden, und auch, wenn uns Elche quasi versprochen wurden, haben wir keine gesehen.

We then went north and even though moose sightings were constantly announced, we never got to see any.

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Es waren die Polo-Zeiten mit 40 PS, dazu Wintergepäck, Schlafsäcke, Skiausrüstung, Essen – ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr ganz genau, wie wir das alles (und uns) in das Auto gequetscht haben.

Those were the days of my 40 horsepower VW Polo, add winter luggage, sleeping bags, ski equipment, food – I really don’t know anymore how we squeezed all that (and us) into this car.

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Der Vasalauf ist eigentlich eine 90km lange Angelegenheit zwischen Sälen und Mora, aber ich habe an der Kurzfassung teilgenommen, 30km von Oxberg nach Mora. Es war eine der wunderbarsten Erfahrungen überhaupt. Allein in diesem Lauf waren irgendwas zwischen 4000 und 5000 Läufer unterwegs und oft war es einfach nur still im dick verschneiten schwedischen Wald. An einem einsamen Haus konnte man auch schonmal einen Menschen mit einem Bauchladen antreffen, der Blaubeersuppe verteilte. Oder dieses ältere Ehepaar, positioniert an einer langen Geraden, er mit Fernglas ihr die Trikotnummer durchgebend. Sie blätterte im Begleitheft zum Rennen und pünktlich zu meiner Ankunft hörte ich die höchst persönliche Anfeuerung „1417! Heja, Barbara Kürschteeen, heja!!“

The Vasaloppet actually is a 90km (appr. 60 miles) ski race between Sälen and Mora but I only participated in the short version of 30km (20 miles) between Oxberg and Mora. It was one of the most memorable experiences ever. There were somewhere between 4000 and 5000 participants in this event alone and still sometimes you were somewhere all by yourself, deep in the snowy Swedish woods. Sometimes there would be a guy standing next to his lonely house offering blueberry soup to everybody. Or this elderly couple, standing at a straight part, he checking peoples‘ numbers with binoculars, telling his wife who’d be leafing through the brochure of the event. And as soon as I reached them I would hear my very personal cheerleaders „1417! Heja, Barbara Kürschteeeen, heja!!“

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Ich bin angekommen, wenn ich auch nach vielversprechendem Auftakt am Ende für die 30km fast doppelt solange gebraucht habe wie der Gewinner des eigentlichen Laufs für 90km! Und meinen Privatwettbewerb mit einem etwa 70-jährigen Buckligen habe ich zu guter Letzt auch noch verloren. Die drei nachfolgenden Tage habe ich hauptsächlich so verbracht:

I did reach the finish line even though I couldn’t quite deliver on the promising performance at the first split time. In fact, I took about twice as long for 30km than the winner of the real 90km race did… And I also lost my private little competition with an about 70-year old hunchbacked man. During the the three following days you would mostly find me like this:

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Und dennoch… ich sollte das nochmal angehen!

And still… I should tackle that again!

Barbara

Tag 2 / Day 2

Auch wenn die Nacht eher schlaflos und früh zuende war, so stand doch heute wieder Olympia auf dem Programm. Ich bin ja schon immer wieder verwundert, wie schnell mich das vollkommen in seinen Bann ziehen kann. Schon die Doku über die Jahre 1896 bis 1936 vorher. Und es sind diese winzigen, für das Weltgeschehen nicht wirklich wichtigen Details, die hängenbleiben. Dass ein Badminton Feder Shuttle aus 16 Gänsefedern besteht – nur vom linken Flügel wohlgemerkt. Und dass pro Match bis zu 12 davon verballert werden.

Last night was too short and over way too soon again but nothing can deter me from the Olympics. It does surprise me every time how fast I’m swallowed up by it. I was already glued to the screen when a documentary about the games 1896 through 1936 was on before today’s competitions started. And there are all those tiny details that I always remember… like that a badminton feather shuttle is made of 16 goose feathers – all taken from a left wing, mind you. And that up to 12 shuttles are used during one match.

Aber viel schlimmer sind ja die ganzen Erkenntnisse. Schon gestern beim Straßenradrennen der Herren musste ich hören, dass einer der Profis eine Leistung bis zu 1600 Watt erbringen kann. Ich sah nur das Display des Crosstrainers im Fitness-Studio vor mir und dachte: oh Herrje, vergiss es doch.

But all these realizations are much worse. It was yesterday already during the men’s bicycle road race that I heard that some of the professionals there reach a performance of up to 1600 watts. And I only pictured the display of the cross-trainer I use at the health club and thought: oh jeez, why don’t you just forget about it.

Und dann die ganze Wahrheit: ich verfolgte das Tennisspiel zwischen Julia Görges und Agnieska Radwanska. Der Kommentator beschreibt den Stil der polnischen Spielerin und sagt zusammenfassend: „Für die älteren unter Ihnen: das ist wie früher bei Miloslav Mecir.“ Letzterer Tschechoslowake hat sich 1988 im Viertelfinale von Wimbledon alles mit mir verscherzt. Da hat „die Katze“ nämlich Mats Wilander in drei glatten Sätzen rausgehauen und den Grand Slam verhindert. Für die nicht so alten unter euch.

And then the all-out truth: I was following the tennis match between Julia Görges and Agnieska Radwanska. The commentator goes on to describe the game of the Polish player and then sums it up: „For the older ones in our audience: you can compare it to Miloslav Mecir at the time.“ The latter Czechoslovakian spoiled it all with me in Wimbledon in 1988. He beat Mats Wilander in the quarter finals (in straight sets), thereby ruining his chances of winnning the Grand Slam. For the not so old ones amongst you.

Während des Bodenturnens – obwohl „die Zeiten, da nur russisches Gedudel zu hören war, vorbei sind“ – habe ich mich mal kurz in meine Bastelecke zurückgezogen und einen Wettbewerbsbeitrag für die UnstampaBelles gemacht. Eine einfache, aber wie ich finde bezaubernde Babykarte:

While gymnastics was on – even though „the times when we only heard Russian tootling have long since passed“ – I quickly sat down to make a card for this month’s challenge of the UnstampaBelles. It’s a simple but enchanting baby card (ahem, if I may say so):

Und nun geht es weiter – die Schwimmwettbewerbe gehen in die zweite Runde heute. Nicht, dass es aus deutscher Sicht so wunderbar aussähe, aber das ist wie mit den Läufen in der Leichtathletik… immer spannend.

And now I have to focus again – the swimming competitions will be on shortly. It’s not as if I had to cheer much for the Germans but it’s just as with track racing – always exciting!

Barbara

Tag 1 / Day 1

Eigentlich war ich gar nicht von Olympia angesteckt. Aber dann von der Sommergrippe, die mich heute den sechsten Tag an die Wohnung fesselt, was zur Folge hat, dass ich das Wochenende nicht wie geplant in Süddeutschland verbringen konnte… So kam ich unerwartet in den Genuss der Eröffnungsfeier aus London gestern Abend.

I hadn’t really caught the Olympics bug – but the flu instead. Today is more or less the 6th day at home and one unwelcome result of this is that I had to cancel a four-day trip to Southern Germany that had been planned for such a long time… But so I got to enjoy last night’s opening ceremonies in London.

Was für ein Fest! Eine mitreißende Supershow – und ich wüsste gar nicht, wo ich anfangen sollte, wollte ich beschreiben, was mir alles gefallen hat. Mit Paul McCartneys Hey Jude im Ohr bin ich ins Bett gegangen – und mit ihm wieder aufgestanden, denn die Wiederholung lief 😉

What a party! An exciting super show – I wouldn’t know where to start to describe all the things I liked about it. Paul McCartney’s Hey Jude was still in my ears when I went to bed – and it’s what I got up to, too, as the replay was on 😉

Und dann habe ich heute ganz dem Bild entsprochen, das eine gute Freundin bereits während der Olympischen Spiele 1988 in Seoul von mir bekommen und festgehalten hat…

And then I totally lived up to the impression a good friend got of me early on, during the Olympics in Seoul in 1988, and eternalized in this cartoon, starting with the opening ceremony, then „after one week“, „after 14 days“, at the closing ceremony…

Alles, was ich sagen kann: ich habe gut angefangen. Ich bin in der 12. Stunde der Liveübertragungen, habe mich schon königlich über den Badminton-Kommentator aufgeregt, gesehen, dass man beim Judo bewusstlos werden kann, fantastische Aufnahmen der Ruderwettbewerbe bewundert, von Fliegen irritierte Vielseitigkeitspferde bestaunt…

All I can say is: I am off to a good start. I’m in the 12th hour of live broadcasts, got really agitated about the badminton commentator, saw that you can become unconscious in judo, admired breathtaking aerial views of the rowing competitions, marvelled at a military horse being irritated by a fly…

Aber jetzt muss ich ins Bett. Und es ist zu befürchten besteht Hoffnung, dass mich der Husten nicht wachhält…

But now I have to go to bed. It is to be feared hoped that coughing won’t keep me up all night…

Barbara

1 Stunde / 1 hour of Badminton


Das Fieber hat uns gepackt – was kann man in einer Stunde alles machen? Am gestrigen Dienstag entschlossen wir uns, die wöchentlich stattfindende Badmintonrunde gegen den Hunger zu spielen. Was bei mir bizarrerweise auch noch den Effekt hat, gegen meinen eigenen Schokoladenhunger anzukämpfen, aber das steht auf einem anderen Blatt.

We caught the fever – what can be done in one hour? Every Tuesday we (varying participants out of a group of ten) meet for two hours of badminton. Yesterday we decided to dedicate 1 hour to the fight against hunger. Which coincidentally – and bizarrely – is also a fight against my very own hunger for chocolate. But that’s a whole different story.

Gestern waren wir nur zu fünft – die erste Woche der Osterferien machte sich bemerkbar. Aber wir hatten schon vor dem Start eine Menge Spaß und das mehr oder weniger offene Interesse der Spieler auf den anderen Plätzen auf uns gezogen.

This being the first week of Easter vacation, there were only five of us yesterday. But we were having a grand time even before we started playing and had drawn the other players‘ attention to what was going on (some wanted to know, others silently wondered…)

Die Idee war einfach: es wurden Doppel gespielt und die Verlierer mussten latzen. Geht ein Satz bspw. 21:16 aus, liegt der Unterschied bei 5 Punkten, wobei jeder Punkt ein Euro wert ist. Heißt, auf jeden der beiden Doppelpartner entfallen 2,50 Euro.

The idea was simple: we played doubles and the losers had to pay. Say a set ends 21:16, so we have a difference of 5 points and each point is worth 1 Euro. That means every player of the losing team needs to pay 2.50 €.

Nach dreiwöchiger Abstinenz war ich darauf eingestellt, ungefähr die Steuerrückzahlung investieren zu müssen. Aber es kam anders. Alle Sätze waren vergleichsweise eng (was für die Kasse nicht so gut war) – da hatte ich schon deutlich größere Desaster erlebt. Woran mag es liegen? An der zusätzlichen Motivation? An der Tatsache, dass zwei Top-Spieler fiebergeschwächt bzw. verletzt waren? Daran, dass ich nun schon in der dritten Woche das Fahrrad ins Büro nehme und doch wieder mehr laufe (wenn auch noch weit entfernt von den Speedy Gonzalez Zeiten…)?

I hadn’t played in three weeks and was ready to pay an amount of what I expect to get back in taxes this year. But that wasn’t what happened. The sets were pretty close (which wasn’t too good for the cause) – I had seen far larger disasters. How come? Because we were all exceptionally motivated? Because two of our top players were sick or injured respectively? Or because I’ve been taking the bike to work for three weeks now and am more inclined to run now (even though I’m still a shadow of my former „Speedy Gonzales“ self…)?

Insgesamt wurden in einer Stunde 5 Sätze gespielt. Der Einsatz aller Beteiligten war bemerkenswert. Es gab Killer Aufschläge, unwiderstehliche Netzattacken, zermürbende Grundlinienduelle und berauschende Ballwechsel, die keiner verlieren wollte oder zu verlieren verdient hätte. Der Sog eines Schmetterballs des Bernhard H. war zuviel für meine Sehhilfe, wohingegen die Stopps des Alex S. und des Detlef K. abgezirkelt Millimeter hinter dem Netz zu Boden fielen.

We played five sets in one hour. The performance of each and everyone was remarkable. There were killer serves, irresistable attacks at the net, back-breaking base-line fights and intoxicating rallys that nobody wanted or would have deserved to lose. The base drag of a smash of Bernhard H. was too much for my vision aids and the drop shots of Alex S. and Detlef K. came down only unreturnable millimeters behind the net.

Auch Badminton funktioniert also – per direkt durchgeführter Berechnung kam ein Betrag von 24 Euro zustande, der hier und da aufgerundet wurde, so dass wir am Ende glatte 30 Euro beisammen hatten. Es schreit nach einer Wiederholung.

So badminton works, too. The calculation after one hour resulted in 24 Euros which was rounded up here and there so we had collected 30 Euros in the end. This calls for a repeat!

Barbara

Bahnfahren zum Abgewöhnen / Train ride(s) to pass on

Es war heiß. Das Thermometer vor dem Stadion zeigte 37 Grad an. Entgegen der mit den Tickets gesandten Info waren auch große Wasserflaschen im Stadion zugelassen. Es war mir im Schatten zu heiß, um mich bei La Ola überhaupt vom Sitz zu erheben. Aber vielleicht war ich auch schon festgeklebt. Und da unten auf dem Grün rannten sich zwei Teams über 90 Minuten zumeist in der Sonne die Seele aus dem Leib: Kolumbien gegen Schweden.

It was hot. The thermometer outside the stadium read 37°C. We were allowed to bring large water bottles after all, despite other information sent with the tickets. I was too hot even in the shade to get up from my seat for „the wave“. But maybe I had already been glued to it. And down on the green 2 teams ran back and forth for more than 90 minutes, mostly in the sun: Colombia vs. Sweden.

Das Spiel fing verheißungsvoll mit einem druckvollen, überlegenen schwedischen Team am – nach 10 Minuten hätte es eigentlich mindestens 3:0 stehen müssen. Aber bald flachte es ab und die unzähligen vergebenen Chancen wurden immer schmerzhafter. So sagte selbst Trainer Dennerby nach dem Spiel, es sei furchtbar gewesen. Aber wie gesagt: kein Vorwurf meinerseits; ein Wunder, dass sich überhaupt schneller als im Schritttempo bewegt wurde.

The game was off to a promising start with the Swedes playing a powerful, superior soccer – it should have been at least 3-0 after 10 minutes. But soon it was as if somebody had pulled a plug and the numerous missed chances grew increasingly painful. The Swedish coach Dennerby himself said after the game that it had been terrible. But as I said: I won’t criticize; it’s a miracle that the players moved faster than at walking speed.

Viel nerviger und erschreckender, peinlicher war, was sich im Umfeld transporttechnisch abspielte. Am Bahnhof angekommen steuerten wir einen Stand mit „Volunteers“ an um zu erfahren, wo denn nun die Busse zum Stadion abführen. Das konnte man uns nicht sagen. Nirgendwo waren die erwarteten großen Schilder à la „Hier zum WM-Stadion“ – wir fragten uns von einem Bus zum anderen…

All kinds of transportation issues were much more annoying and scary, embarrassing. When we got out of the train station we headed for one of the volunteer info booths to find out where the buses for the stadium left from. They didn’t know. None of the expected huge signs à la „Busses to stadium leave from here“ – we went around asking the drivers…

Aber nichts hätte uns auf die Heimfahrt vorbereiten können, die 3 Stunden dauerte. Plötzlich tauchten Pendelbusse auf, die kein Ziel angaben. Aber wo sollten sie schon hin, außer zum Bahnhof? Nun, sie fuhren zum S-Bahnhof – am Bahnhof vorbei ohne anzuhalten… So standen wir am S-Bahnhof und warteten. Eine Bahn kam, aber wir nicht rein. Wir warteten auf die nächste Bahn, die sich derart verspätete, dass wir vorher eine zurück zum Bahnhof nahmen. Dort verpassten wir gerade den Zug. Der nächste fiel aus. Der darauf folgende war 10 Minuten verspätet und in Teilen ohne Klimaanlage, so dass alle Passagiere umsortiert und weiter zusammengepfercht werden mussten. Verspätung angewachsen auf fast 30 Minuten. Das einzige, was funktionierte, war die Radstation: dort hatte ein verlässlicher Mitarbeiter mein Fahrrad schon rausgesucht, so dass ich nur noch aufsteigen musste. Aber das ist wirklich Bahnfahren zum Abgewöhnen. Mit dem Auto wären wir selbst mit Stau deutlich schneller gewesen und dabei mit funktionierender Klimaanlage. Lektion gelernt.

Nothing could have prepared us for the trip back, though, which lasted three hours. Suddenly, shuttle buses appeared – but they didn’t disclose where they were headed. But where should they be headed if not the train station? Well, they went to the commuter rail station – and passed the train station without stopping. So we were stranded at the commuter rail station and waited. A train arrived but we didn’t get inside. So we waited for the next that was inexlicably late so we decided to take one back to the train station – where we missed the train to Bonn by a minute or so. The next train was cancelled. The next one after that was 10 minutes late and partly without AC so all passengers had to be „sorted“ and further penned up. We were now almost 30 minutes late. The only thing that did work well was the bike station: my bike had already been taken out and was waiting for me to mount it. But that really is a train ride to pass on. We’d have been much faster by car, traffic jams included, and would have had a functioning AC. Lesson learned.

Besonders schade ist, dass ich so nur noch wenige Minuten des Spiels USA gegen Nordkorea sehen konnte. Ich hätte den Nordkoreanerinnen (und mir!!!) noch ein Tor zum Schluss gewünscht… mein Tipp war ein 2:1 für die USA.

What a shame that I missed the game USA vs. North Korea – I only got to see the last few minutes. I had cheered on the Koreans for a goal towards the end… my bet was a 2-1 for the USA.

Macht’s gut!
Take care!
Barbara

Gruppe D / Group D

Oh, ist das ein Stress heute… Gruppe D ist noch nicht vorgestellt und gleich geht’s ins Stadion zur Gruppe C. Also los:

Geez, I’m way behind… haven’t presented Group D yet and am basically off to the stadium to inspect Group C. So here goes:


Quelle/Source: www.womenssoccerunited.com

Brasilien. Gleiche Nummer wie bei den Herren: Favorit. Marta ist vielen schon ein Begriff, auch wenn ich gar nicht so genau weiß, woher eigentlich. Wahrscheinlich von der letzten WM, auch wenn ich mich nicht erinnern kann, ein Spiel gesehen zu haben. Das Team unterzieht sich einem Generationenwechsel, so dass man sehen muss, wie erfolgreich die als kompromisslos bekannten Ballkünstlerinnen letztlich sein werden.

Brazil. Same as with the men: a favorite. Marta is known to many already but how come? Maybe it was the last World Cup even though I can’t remember watching a single game. The team is undergoing a change towards a new generation so we’ll have to wait and see inhowfar the uncompromising ball wizards can live up to the expectations.


Quelle/Source: www.womenssoccerunited.com

„Der Schrecken Asiens“ titelt 11 Freundinnen zu Australien im WM-Heft… und wenn ich den Spitznamen „Matildas“ höre, denke ich nur an den waltzenden Rod Stewart. Aber zum Fußball. Nachdem man in großen Turnieren immer in der Vorrunde ausgeschieden war, entschied man sich, in die asisatische Konföderation zu wechseln, um durch kompetentere Gegner in den Qualifikationssturnieren besser zu werden. Das hat ganz gut geklappt: Sieger in der Quali gegen Nordkorea. Aber die Gruppe ist schwer – Brasilien und Norwegen sind ja nun eigentlich im Viertelfinale gesetzt…

The article on the Australian team in 11 Freundinnen bears the title: „The horror of Asia“… all I hear when they’re nicknamed „Matildas“ is Rod Stewart waltzing away. But back to soccer. After they never managed to survive the group rounds in larger tournaments it was decided to switch to the Asian Confederation to improve their own game by playing more competent teams when qualifying. It worked out well: they recently beat North Korea and thereby qualified for this World Cup. But the group is a difficult one: Brazil and Norway are basically booked for the quarter finals…


Quelle/Source: www.womenssoccerunited.com

Wie oben gesagt ist Norwegen für mich gesetzt. Aber was war das über Jahre ein Chaos im norwegischen Team – da ist von psychologischer Aufbauarbeit durch die neue Trainerin die Rede und man wird sehen müssen. Aber es wird viel gestestet und vielleicht müssen sich die Gegner auf vollkommen unerwartete Taktiken einstellen. Die Quali war souverän und ich bleibe dabei: Norwegen ist für mich eine feste Hausnummer.

As I said above: I think Norway is booked for the quarter finals. But for years chaos reigned in the Norwegian team – so their new coach had to start with a psychological „reconstruction“ approach. We’ll have to wait and see. They try many different things and maybe the opponents will be taken aback with completely unexpected tactics. The qualifying was superior and I stick with it: Norway is a set quarter finalist for me.


Quelle/Source: www.womenssoccerunited.com

Die Einschätzung der Buchmacher auf einen Weltmeister Äquatorial-Guinea lag bei 1:300. Dabei sind die Damen im Kommen: so ist es ihnen als erstem afrikanischen Tema gelungen, Nigeria zu besiegen. Sie rangieren aber nur auf Rang 61 der Fifa-Rangliste. Vielleicht hat ihr brasilianischer Trainer aber auch schon eindeutige Tendenzen Richtung des Gruppengegners entwickeln können? Man darf gespannt sein auf ihr erstes Spiel gegen Norwegen.

The bookmakers saw a 1/300 chance of Equatorial Guinea winning the World Cup. But the ladies are definitely on the upward slope: they were the first African team ever to beat Nigeria – even though they are only ranked 61st by Fifa. But maybe their Brazilian coach was able to develop clear tendencies towards their opponent? I’m looking forward to see them perform in their first game against Norway.

Und jetzt… ich freue mich jetzt auf Kolumbien gegen Schweden heute in Leverkusen. Heja, Sverige! Es wird berichtet 🙂
And now… now I’m looking forward to Columbi vs. Sweden in Leverkusen. Heja, Sverige! A report will follow 🙂
Barbara

P.S.: (For German speakers only) Ich empfehle zur Info auch das WM Center auf ZDF.de!

Jetzt geht’s los!! / Ready to rumble!!

Heute Nachmittag ist die Fußball-WM erfolgreich gestartet, nach einem Moment des Entsetzens… so gegen 14:40, als ich von der Formel 1 in Valencia zum Vorprogramm des Spiels Frankreich-Nigeria wechselte… und das Stadion war 20 Minuten vor Anpfiff menschenleer. Es stellte sich aber bald heraus, dass es Berlin war und nicht Sinsheim…

The World Cup started successfully this afternoon after a moment of shock… it was about 2:40 pm when I briefly switched from Formula 1 in Valencia to pre-game reports on Nigeria vs. France… and 20 minutes before the game was supposed to start not a soul was in the stadium. But soon I realized they were in Berlin, not Sinsheim…

Ich war viel zu spät in der Eifel losgekommen und geriet dann zu allem Überfluss auch noch in den Rückreiseverkehr des 24-Stunden-Rennens am Nürburgring. Nach einer Stunde endlich auf der Autobahn musste ich meinen tschechischen Kleinwagen an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit bringen, um es rechtzeitig zum Anpiff nach Hause zu schaffen.

I got going way too late and then ended up in homebound traffic from the 24-h-race at the Nürburgring. I finally reached the highway after an hour and then had to force my small Czech car to outperform to be home in time for the kick off.


Quelle/Source: www.tagesschau.de

Aber das Spiel war gut, besonders in der ersten Halbzeit. Dann hätte sehr gut schon Schluss sein können, denn das durch Kerstin Garefrekes und Célia Okoyino da Mbabi erzielte 2:0 für Deutschland war mein Tippergebnis. Doch es sollte nicht sein. In der zweite Hälfte wurde das Spiel zerfahrener und der Kanadierin Sinclair gelang ein phänomenales Freistoßtor zum Endstand 2:1. Ebenso atemberaubend war ein Schuss von Simone Laudehr aus dem Mittelfeld – ein wahrhafter Lattenkracher. Ähnlich unbegreifliche Genauigkeit wie sie einem an der Fleischtheke widerfährt, wenn man 375g Hackfleisch haben will und ein gekonntes Eintauchen in die Masse 375,5g auf die Waage bringt. Mehr davon! Abgezirkelte, knallharte Distanzschüsse meine ich, weniger Hackfleisch.

But it was a great game, the first half in particular. I wish it had ended there at 2-0 with goals by Kerstin Garefrekes and Célia Okoyino da Mbabi as that was my bet. But it wasn’t meant to be. The Germans lost their grip on it in the second half and the Canadian Sinclair scored a phenomenal goal by free kick, 2-1. A shot by Simone Laudehr from midfield was equally awe-inspiring, crashing into the bar. This is the kind of precision that reminds me of shopping at my butcher’s: you order 375g ground beef and after the expert behind the counter has nonchalantly dived into the mass of red the balance reads 375.5g. More of that! Calculated, hard long distance shots, I mean, not so much ground beef.

Morgen gibt’s Japan-Neuseeland und Mexiko-England!
Tomorrow Japan plays New Zealand and Mexico plays England!
Barbara

Gruppe C / Group C

Vor dem für viele langen Wochenende ist zu vermelden, dass sich nach meinem letzten Stand 45 Kollegen für das Tippspiel begeistern ließen – auch wenn mir angeraten wurde, im Falle eines Karrierewechsel mal über einen Job als Staubsaugervertreter nachzudenken, denn ich könne sicher allen alles aufquatschen.

Now that a long weekend is upon many of us I can announce that (at last count) 45 colleagues signed up for the betting pool – though in one case I was told that should I ever consider a career change I should apply as door-to-door salesman for vacuum cleaners as apparently I can talk anybody into anything.

Hier sollte jetzt zuerst ein Foto des Teams der USA stehen, aber ich habe online kein aktuelles finden können und zum scannen konnte ich mich jetzt nicht aufraffen. Dann eben nur das nackte Wort. Das Team steht auf Fifa-Rang eins und ist somit eines der Favoriten. Die Qualifikation lief nicht so prickelnd, aber trotzdem ist wohl alles außer dem Titel eine Enttäuschung. Waghalsige Prognosen halten ein Scheitern der athletischen und riskofreudigen Truppe schon in der Vorrunde für möglich… Und ist Christie Rampone als 36-jährige Oma für ihre unumstößliche Präsenz bekannt, so spiegelt sich das auch bei den Panini-Bildchen wieder… ich könnte sie dreimal zum Tausch anbieten. Interesse irgendwer?

There should have been a photo of the US Team here but I couldn’t find any recent ones online and scanning one is too much of an effort just now. So I’ll just stick to mere words. They are first in the Fifa rankings and one of the favorites. Qualifying for the tournament turned out to be a lot harder than expected but still anything but winning the World Cup would be a disappointment. Audacious souls consider the possibility of their failure in the group round… Christie Rampone, the 36-year old Granny of the team, is known to be an unbudgeable presence on the lawn – and it’s no different when it comes to Panini stickers… could swap her three times. Anybody interested?


Quelle/Source: www.womenssoccerunited.com

Nordkorea ist das Überraschungsei. Gesehen hat sie bislang kaum jemand und in Dresden kam es schon zum Eklat: die Einladung zum Empfang des Bürgermeisters wurde abgelehnt und die Amis gingen allein hin. Wenn ich mir diverse Quellen so ansehe, könnten die Spiele gegen das Team langweilig werden… da ist viel von Abwehr die Rede… machen die einfach hinten dicht und fahren seltene, laufstarke Attacken?

North Korea is a dark horse. The players have not been seen yet and there has already been a scandal in Dresden: they declined the mayor’s invitation for a formal reception and the US team were the only to attend. Looking at several sources I get a feeling that their games could be rather boring… there’s a lot of talk of defence… Maybe they just shut down their own penalty area and go for rare but incredibly fast attacks?


Quelle/Source: as above

In ganz Kolumbien gibt es nur 2000 Fußballerinnen (für Deutschland sind 1,06 Mio. angegeben, für die USA gar 18 Mio.) – umso erstaulicher, dass sie die WM-Qualifikation geschafft haben. Aber wer weiß schon so genau, wie es in Peru oder Chile aussieht. Ob von der südamerikanischen Spielkunst was zutage tritt, sehen wir am Dienstag im Spiel gegen Schweden.

There are only 2000 female soccer players in Colombia (there are 1.06 million in Germany and even 18 million in the US) – all the more remarkable that they qualified for the tournament. But then who knows the state of women’s soccer in Peru or Chile? We’ll get a close look at their performance against Sweden this coming Tuesday.


Quelle/Source: wie oben/as above

Apropos Schweden. Unter dem Titel „Scheitern für Fortgeschrittene“ werden die schwedischen WM-Chancen durch 11 Freundinnen erläutert – wie so oft zählen sie zu den Favoriten und haben doch seit der EM 1984 keinen Titel mit nach Hause bringen können. Vielleicht kann meine Präsenz im Stadion ja eine Änderung herbeiführen. Äh, Logikfehler: Deutschland muss doch Weltmeister werden… Ein kleiner Realitätscheck zum Schluss: die schwedische Liga erfährt eine „Resonanz, von der selbst die deutsche Bundesliga nur träumen kann. Durchschnittlich besuchen 1000 Zuschauer die Spiele.“

Talking about Sweden. Entitled „Advanced Failure“ (German only) an article in 11 Freundinnen explains how Sweden is always a favorite but hasn’t returned home with a title since 1984. Maybe my presence in the stadium can bring about change. Ahem, logic error: Germany has to win the World Cup… A little reality check at the end: the Swedish league „gets a reponse the German league can only dream of. An average of 1,000 fans attend the games.“

Auf bald!
Talk with you soon!
Barbara

P.S.: Wer noch Interesse am Basis-Fan-Paket hat, sollte vielleicht mal die Kommentare hier studieren und entsprechend handeln…