Bahnfahren zum Abgewöhnen / Train ride(s) to pass on

Es war heiß. Das Thermometer vor dem Stadion zeigte 37 Grad an. Entgegen der mit den Tickets gesandten Info waren auch große Wasserflaschen im Stadion zugelassen. Es war mir im Schatten zu heiß, um mich bei La Ola überhaupt vom Sitz zu erheben. Aber vielleicht war ich auch schon festgeklebt. Und da unten auf dem Grün rannten sich zwei Teams über 90 Minuten zumeist in der Sonne die Seele aus dem Leib: Kolumbien gegen Schweden.

It was hot. The thermometer outside the stadium read 37°C. We were allowed to bring large water bottles after all, despite other information sent with the tickets. I was too hot even in the shade to get up from my seat for „the wave“. But maybe I had already been glued to it. And down on the green 2 teams ran back and forth for more than 90 minutes, mostly in the sun: Colombia vs. Sweden.

Das Spiel fing verheißungsvoll mit einem druckvollen, überlegenen schwedischen Team am – nach 10 Minuten hätte es eigentlich mindestens 3:0 stehen müssen. Aber bald flachte es ab und die unzähligen vergebenen Chancen wurden immer schmerzhafter. So sagte selbst Trainer Dennerby nach dem Spiel, es sei furchtbar gewesen. Aber wie gesagt: kein Vorwurf meinerseits; ein Wunder, dass sich überhaupt schneller als im Schritttempo bewegt wurde.

The game was off to a promising start with the Swedes playing a powerful, superior soccer – it should have been at least 3-0 after 10 minutes. But soon it was as if somebody had pulled a plug and the numerous missed chances grew increasingly painful. The Swedish coach Dennerby himself said after the game that it had been terrible. But as I said: I won’t criticize; it’s a miracle that the players moved faster than at walking speed.

Viel nerviger und erschreckender, peinlicher war, was sich im Umfeld transporttechnisch abspielte. Am Bahnhof angekommen steuerten wir einen Stand mit „Volunteers“ an um zu erfahren, wo denn nun die Busse zum Stadion abführen. Das konnte man uns nicht sagen. Nirgendwo waren die erwarteten großen Schilder à la „Hier zum WM-Stadion“ – wir fragten uns von einem Bus zum anderen…

All kinds of transportation issues were much more annoying and scary, embarrassing. When we got out of the train station we headed for one of the volunteer info booths to find out where the buses for the stadium left from. They didn’t know. None of the expected huge signs à la „Busses to stadium leave from here“ – we went around asking the drivers…

Aber nichts hätte uns auf die Heimfahrt vorbereiten können, die 3 Stunden dauerte. Plötzlich tauchten Pendelbusse auf, die kein Ziel angaben. Aber wo sollten sie schon hin, außer zum Bahnhof? Nun, sie fuhren zum S-Bahnhof – am Bahnhof vorbei ohne anzuhalten… So standen wir am S-Bahnhof und warteten. Eine Bahn kam, aber wir nicht rein. Wir warteten auf die nächste Bahn, die sich derart verspätete, dass wir vorher eine zurück zum Bahnhof nahmen. Dort verpassten wir gerade den Zug. Der nächste fiel aus. Der darauf folgende war 10 Minuten verspätet und in Teilen ohne Klimaanlage, so dass alle Passagiere umsortiert und weiter zusammengepfercht werden mussten. Verspätung angewachsen auf fast 30 Minuten. Das einzige, was funktionierte, war die Radstation: dort hatte ein verlässlicher Mitarbeiter mein Fahrrad schon rausgesucht, so dass ich nur noch aufsteigen musste. Aber das ist wirklich Bahnfahren zum Abgewöhnen. Mit dem Auto wären wir selbst mit Stau deutlich schneller gewesen und dabei mit funktionierender Klimaanlage. Lektion gelernt.

Nothing could have prepared us for the trip back, though, which lasted three hours. Suddenly, shuttle buses appeared – but they didn’t disclose where they were headed. But where should they be headed if not the train station? Well, they went to the commuter rail station – and passed the train station without stopping. So we were stranded at the commuter rail station and waited. A train arrived but we didn’t get inside. So we waited for the next that was inexlicably late so we decided to take one back to the train station – where we missed the train to Bonn by a minute or so. The next train was cancelled. The next one after that was 10 minutes late and partly without AC so all passengers had to be „sorted“ and further penned up. We were now almost 30 minutes late. The only thing that did work well was the bike station: my bike had already been taken out and was waiting for me to mount it. But that really is a train ride to pass on. We’d have been much faster by car, traffic jams included, and would have had a functioning AC. Lesson learned.

Besonders schade ist, dass ich so nur noch wenige Minuten des Spiels USA gegen Nordkorea sehen konnte. Ich hätte den Nordkoreanerinnen (und mir!!!) noch ein Tor zum Schluss gewünscht… mein Tipp war ein 2:1 für die USA.

What a shame that I missed the game USA vs. North Korea – I only got to see the last few minutes. I had cheered on the Koreans for a goal towards the end… my bet was a 2-1 for the USA.

Macht’s gut!
Take care!
Barbara

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