Yorkshire | Le Grand Départ

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Noch am Tag der Abreise hatte ich den Tour de France-Auftakt komplett abgeschrieben. Kein Johannes (Fröhlinger) dabei. Keine Zeit für ordentliche Vorbereitungen gehabt. Keine Lust zum frühen Aufstehen. Keinen Nerv rauszufinden, wie man bei weiträumigen Straßensperrungen am besten noch wo hinkommt.

Even on the morning of my departure for Yorkshire I was ready to leave „Le Grand Départ“ on the sidelines. No Johannes (Fröhlinger). No time for proper preparations. No inclination to get up in the early morning hours. No desire to spend time figuring out how to get to places with road closures all over the place.

Er hat sogar in die Pedale getreten! - He even pedalled!

Er hat sogar in die Pedale getreten! – He even pedalled!

Aber es kam anders. Schon beim Boarding sah ich aus dem Bus, der uns zum Flieger bringen sollte, wie einige junge Männer per Handschlag begrüßt wurden. Habe nicht weiter drüber nachgedacht. In Leeds dann im Bus zum Terminal stelle ich fest: es waren mindestens zwei Fahrer des Teams Giant Shimano an Bord meines Flugs – die ich als Roy Curvers und Tom Dumoulin identifizieren konnte. Ich wollte sie noch abfangen und fragen, wo sie denn Johannes gelassen haben, aber sie waren zu schnell unterwegs am Gepäckband. Ich hätte Johannes auch noch einen last minute Flug günstig anbieten können, hatte doch die Freundin, mit der die Reise geplant war, kurzfristig einen Rückzieher gemacht 😉

But then things changed. I was watching from the bus that was taking us to the plane how a few young men were greeted with a handshake at boarding. Didn’t give it much thought, though. Then on the bus to the terminal in Leeds I realized: there were at least two riders of Team Giant Shimano on my flight – I could identify them as being Roy Curvers and Tom Dumoulin. I had intended to confront them and ask where they’d left Johannes but they were too quick at the baggage claim. I could have offered Johannes an inexpensive last minute flight as the friend who was going to come on this trip with me cancelled it only a couple of weeks or so before 😉

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Wie auch immer, ich war auf einmal wieder total angefixt. So wie die Herrschaften oben, die schon in aller Herrgottsfrühe (gegen 9:30 – die Tour de France würde so gegen 13:10 durchkommen) die Plätze sicherten. Alles wurde auch besser, als ich wusste, wer/was der/die/das Schanse Liese war. Und so war ich dann auch gleich bei BEIDEN Etappen, mit Unterstützung der Freunde aus Bradford. Den Auftakt habe ich in Ilkley gesehen – mit freundlicher Unterstützung einer Freundin der Freundin, bei der ich übernachten konnte und die dann auch mit an der Strecke war.

Anyhow, I was hooked again. A little like the couple above who had saved their spot very early already (about 9:30am – when the Tour wasn’t supposed to come through until about 1:30pm). So in the end I went to see BOTH stages, with the support of the friends in Bradford. I saw the first one in Ilkley with the kind support of a friend of those friends who had offered the overnight and also provided all the equipment – and companionship! – for the day.

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Es war mir bislang nicht aufgefallen, dass die französische Gendarmerie auch bei den „Auswärts-Etappen“ mit dabei ist – und das in relativ großer Zahl. Sie wurden freudig begrüßt, genauso wie ihre britischen Kollegen, für die beide Tage eine besondere Wertschätzung gewesen sein muss. Großer Applaus für die motorisierten Bobbies, die alle hupten und teilweise die Hände zum Einschlagen ausstreckten. Bestimmt erfreulicher, als wenn man bei einem Fußballspiel die Hooligans auseinanderhalten muss.

I hadn’t noticed this before but apparently the French „Gendarmerie“ is also on board on the stages abroad – and in quite large numbers, too. They were greeted in a most friendly way, just as their British colleagues for whom it must have felt like public appreciation days or something. Loads of applause and happy chanting for them all which they replied to honking and using their sirens. Some also held out their hands for a „low-five“ so to speak. I would think it was a whole lot more fun than keeping different groups of hooligans apart at soccer games.

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Die Fotos der Werbekaravane sind alle vom zweiten Tag in Haworth – wo nichts anders war – nur stand die Sonne besser! Das gilt auch für die Fotos der Fahrer, die hier gerade noch locker (?) vorbeirasen…

The pictures of the advertising caravane are all from the second day in Haworth – where nothing was different, only the sun was in my back when I took them. The same is true for the ones of the riders who came through here at high speed…

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… um über die Brücke in gelb zu fahren…

… to cross the bridge all in yellow…

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… und dann vor dem Beginn des fiesen Anstiegs zu stehen, erst auf Asphalt, wie diese Amateurfahrer einige Stunden vorher…

… only to then face the start of this nasty climb, first on asphalt as these amateur riders did a few hours earlier…

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… und wo die Eingentümer dieses Vorgartens eigentlich 200 Pfund für die Teilnahme an ihrem Barbecue hätten kassieren sollen – die wären bezahlt worden, ich bin mir sicher!

… and where the owners of this garden should have charged 200 pounds for participation in their barbecue party – they would have sold the tickets, I’m sure!

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Und nach grob der Hälfte ging es dann auf die Pflasterstraße über, die nur zwei Tage vorher so ausgesehen hatte:

After about half of it the surface changed to cobblestones, on a street that only two days earlier had looked like this:

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Doch an diesem Tag der zweiten Etappe sah das so aus (Photo credit: BBC):

But on this day of the second stage it looked like this (photo credit: BBC):

haworth BBC

In Ilkley sind wir, nachdem die Tour „live“ durchgekommen war, zu einem Spectator Hub gegangen (ja, „public viewing“ gibt es, als Titel für ein solches Event, nur in Deutschland). Das war auch fantastisch und es hat mich einfach so gefreut für die Leute, die hier rumdekoriert haben wie blöd usw., dass das alles perfekt war – Stimmung, Wetter usw.

In Ilkley, we went to a Spectator Hub once the riders had passed us „in the flesh“. That was quite something really, and I was just so happy for all the people who had decorated their houses and gardens with so much creativity and ensuring that this would be a great day – and it turned out to be perfect, the atmosphere, the weather – everything.

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Das war es zumindest, bis es zum Crash von Marc Cavendish kam. Das war etwas komisch (nicht im Sinne von lustig), denn erst war ja nicht klar, wer darin verwickelt war. Das Rennen geht weiter, Kittel gewinnt, ich springe auf, schmeiße den Stuhl um (also fast) und breche als einziger von geschätzten 3000 Anwesenden in Siegesgeschrei aus – und dann stöhnen die anderen 2999 als klar wurde, dass es Cavendish erwischt hat.

It was, at least, until the awful crash of Marc Cavendish just ahead of the finishing line. That was a little weird as at first it wasn’t clear who was involved. The race continues, Kittel wins, I jump up and turn over the chair (well, almost) and am the only one of about 3,000 spectators cheering – and then the other 2,999 start moaning when they got to know Cavendish was involved and apparently badly injured.

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So… ein Wochenende in Paris ist diesen Sommer nicht mehr drin. Aber was ist mit dem Auftakt nächstes Jahr in Utrecht?!

Well… a weekend in Paris just won’t be possible this summer. But what about Le Grand Départ next year in Utrecht?!

Barbara

2 Kommentare zu “Yorkshire | Le Grand Départ

  1. Toller Bericht. Schön, wenn man da mal so dicht dran ist. Ich hab´s im Fernsehen gesehen. Cavendish selbst war nicht gerade unschuldig am Sturz. Aber Hochachtung vor Marcel Kittel. Seine Siege setzen sich ja noch fort.

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