Yorkshire | The Herriot Way II

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Nach einer gut verbrachten Nacht in einem schönen und sympathischen B&B in Hawes ist die erste Feststellung: ich bin immer noch in einem Zustand der Umnebelung nach dem 7:1 gegen Brasilien. Wenn nicht ständig Facebook-Kommentare hin- und hergeflogen wären, hätte ich fest geglaubt, zu halluzinieren. Die zweite Feststellung: ich habe keinen Fatz Muskelkater (okay, war hauptsächlich flach, aber 20km sind 20km). Dafür aber zwei riesige Blasen an den Fersen. Im wahrsten Sinne des Wortes meine Achillesfersen.

I had a great night at a beautiful and friendly B&B in Hawes and am still dumbfounded by the 7:1 against Brazil last night. If there hadn’t been constant Facebook comments flying back and forth I would have thought I was hallucinating. Second realization: no muscle ache (okay, it was a flat stage but 20km/13miles are 20km/13 miles nevertheless). But two huge blisters on my heels – literally my Achille’s heels…

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In Hawes war kurz nach Ankunft um 17 Uhr gestern bereits alles dicht, was ich sehr schade fand. Und heute morgen ist NOCH alles dicht, als ich wieder aufgebrochen bin. Aber das Wetter ist gut!

Everything was closed already when I arrived in Hawes shortly after 5 pm yesterday, which really was a shame. And this morning everything was STILL closed when I was on my way again. But the weather is good!

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Und die Fersen geben nach etwa 45 Minuten Ruhe. Es steht ja auch die erste von zwei Bergetappen dieser Tour an, auf den Great Shunner Fell. Erst ist es wieder schön eben, aber ganz bald fängt der Aufstieg an. Mein Gastgeber in Hawes hatte mich informiert: es ist ein relativ flacher Anstieg, aber andauernd… und man denkt viermal, man hätte gleich den Gipfel erreicht, bis der fünfte es dann tatsächlich ist.

And the heels stop bothering me after about 45 minutes. Which is a relief as today is the first of two mountain stages on this tour, up Great Shunner Fell. Nice and flat at the outset but very soon the climb starts. My host in Hawes had informed me: it is a relatively easy but steady climb… and there are four fake summits before you reach the actual one.

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Auch die Mitwanderer von gestern treffe ich wieder, sie überholen mich noch in der Ebene. Aber dann biegen sie falsch ab und irgendwann habe ich sie auf einmal wieder hinter mir. Allerdings auch wieder nur vorübergehend 😉

The fellow hikers I met yesterday pass me very early on today, when it was still flat. But then they take a wrong turn and suddenly they come up from behind again. That was only a temporary set-up, though 😉

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Ein beträchtlicher Teil des Wegs in der Moor- und Heidelandschaft ist „gepflastert“, damit nicht alles überall platt getreten wird.

Quite a large part of the way through the moor and heather landscape is on limestone slabs which were put in place so as to keep people from trampling on everything all over the place.

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Die riesigen Steinplatten schwabbeln teilweise im Moor rum, so dass trockene Füße nicht unbedingt garantiert sind. Besonders nicht, wenn man darauf rumwippt um zu sehen, wie hoch das Wasser denn wohl schwappen wird…

The large slabs sort of wobble on the moor so dry feet aren’t guaranteed. Especially not if you rock back and forth a little to see just how much water might come up…

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Die Sicht vom Gipfel ist fantastisch – das Wetter einfach herrlich, wenn auch hier oben etwas windig. Dabei war die Vorhersage eher unerfreulich. Aber egal: umso besser.

The view from the summit is marvellous – the weather is simply glorious, though maybe a little windy up here. And the forecast had been rather gloomy… oh well, so much the better.

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Der Abstieg Richtung Thwaite zog und zog sich, wenn es auch weiterhin viel zu beobachten gab.

The descent to Thwaite was neverending even though of course there will plenty of things to observe.

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Ich kann mich ja auch nicht satt sehen an diesem Farbenspiel in grün, wenn die Wolken schnell über die Landschaft ziehen und sich die Farben immer wieder schnell verändern. Das ist besser als Kino.

I could spend hours watching the changing hues of green when the clouds pass over the landscape and drown out the sun in certain spots for a short time. It’s better than cinema.

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Und was hier nicht grün ist, ist pink/lila. Entweder die Disteln, der Fingerhut, die wilden Orchideen – oder dann bald die blühende Heide.

And what ever it is that is not green, it is almost certainly pinkish/purple. Either the thistles, the foxglove, the wild orchids – or soon the heather.

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Nach Thwaite, wo ich die Mitwanderer im einzigen Tea Room wieder traf, stand noch das letzte Stück der Etappe an, bis Keld. Und dann auch bald eine Entscheidung. Meine Karte zeigte den Pennine Way als einer Höhenlinie folgend um den Berg – also ohne viel auf und ab. Der Herriot Way jedoch dirigierte mich einen steilen Anstieg hoch – ich schätze mit 30% Steigung. Der innere Schweinehund wurde besiegt und ich bin den Berg hoch… nur um dann kurz vor dem letzten Gatter in hysterisches, dem Wahnsinn nahes Gelächter auszubrechen:

After passing through Thwaite (not without having a stop at their tea room where I met Jen and Jim again) it was for the final part of this stage to Keld. And very soon I was faced with a dilemma. My map showed the Pennine Way forking off to the right, nicely sticking to a contour line, so no ups and downs but the guide said the Herriot Way is off to the left, up a very steep hill – I would guess of about 30%. My weaker self lost this fight and I chose the steep climb… only to find myself faced with this situation only meters from the last gate when I started to laugh hysterically:

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Ich habe eine Weile auf sie eingeredet und mich allen Mamas bemerkbar gemacht und bin dann links an ihnen vorbei… keine hat sich gerührt, nur die Kälber wurden unruhig.

I talked to them for a while and introduced myself and my mission 😉 and then successfully attempted to pass them on the left where there was some room… Not one of the mamas moved, only the calves were a bit nervous.

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Etwas den Berg hinunter auf der anderen Seite hatte ich einen einfach wunderbaren Blick, den das Foto nur absolut unzureichend wiedergibt:

And a bit down the hill on the other side I had this wonderful view which you can only start to imagine on the basis of this picture:

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Der kleine Ort Keld selbst ist am Ortseingang definiert wie so viele andere: Kriegsdenkmal, Bushaltestelle, Telefonzelle. Aber dieser Anblick erinnert mich irgendwie an Lang lebe Ned Devine.

The little village of Keld introduces itself as so many others do: war memorial, bus stop, phone booth. But this particular view somehow reminded me of Long live Ned Devine.

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Von dort noch 500m bis zu meiner „Luxus Jurte“… gute Nacht!

It was another 500m from there to my „luxury yurt“… good night!

Barbara

4 Kommentare zu “Yorkshire | The Herriot Way II

  1. Das ist ja wirklich eine schöne Wanderung in einer reizvollen Landschaft. Da kommt die Seele zur Ruhe oder ins Baumeln. Gegen Blasen gibt es in der Apotheke Blasenpflaster. Die helfen wirklich. DAS LIEBE VIEH IST AUCH ALLERLIEBST:

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  2. Beeindruckende Landschaft ! De Bilder strahlen eine meditative Ruhe aus. Hier bei uns an der küste geht es etwas lebhafter zu. Man müsste einmal im Frühling durch die Provence wandern .Das ist sicher auch toll. im Sommer ist es einfach zu warm.

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