Back on the paper trail… again

FINALLY!! I can hardly contain my excitement! For the first time ever since I started working on the apartment some time in mid-June I have found an afternoon on which to totally indulge in paper creations. Pure bliss!
Even more excitement to think that by writing this entry today I also manage to participate in the September challenge of CCALR. This month’s challenge: create five Christmas cards in an unsual format – that is other than 4 1/4 x 5 1/2 inches… (which I believe would be 10.8 x 14 cm). I have made all my cards in 2.95 x 8.27 inches – which is 7.5 x 21 cm. And I had a blast. Here goes:

I had initially planned to mass produce this one but after two I realized I'd run out of the snowflake netting in the background. So I thought of other designs...


Oh yes - I like stripes almost anywhere, not only on my shirts! This also allowed me to make use of some of the scraps that have been accumulating here... I think I'll make some more of these cards. I really like them.

One of those days I will also figure out a way to ensure better lighting when I take pictures of the cards…

Oh and yes… I have been cheating: last night’s post on Liberia already came from home – I’m back!

Have a nice rest of the weekend!
Barbara

Flowery Christmas in May

This has been one of those days when you get home from work and just need something to take your mind off things… that is to say perfect to finish the last cards for this month’s challenge at the blog of fellow Christmas card crazies. The challenge was:

Here’s our challenge for May….Since April showers bring May flowers, let’s use flowers on our cards this month along with ribbon(s) and button(s).

I admit: mine usually only feature flowers and never buttons but I decided to post them anyway. Again, I was challenged to make cards I wouldn’t really think of by myself. That will forever be the favorite part of these challenges for me. Anyway, here they are:

I guess that could have been an entry for the April challenge as well - creations in pastel colors...

Oh gosh, there IS a button after all! Completely forgot about it!

And there are some ribbons...!

I think this is my favorite... or maybe the one with the Christmas tree.

Can’t wait for June… and for whenever it happens that I’ll re-do „the other room“ and finally have a fixed creative corner…
Barbara

Snowmen in green

It has finally happened: I have found a community that seems to be just about as crazy about Christmas as I am… creating „Christmas cards all year round“! That’s the end of being defensive about this hobby 🙂

They do a challenge every month and for the month of March the idea was to create five cards that are mainly green and feature a snowman. It was something I would never have thought of: to me, snowmen somehow go with blue… probably having in mind ice that has a blue hue or the perfect blue sky of a winter day. Or just that green is associated with spring, with all the fresh flowers etc. Whatever. But thanks so much for suggesting this – I really like the combination and am happy that I was pushed towards trying!

One of the cards also is in this week’s CPS 157 challenge.. I had already published it here but will add it again into my display here.

Green Christmas No 1 - loosely based on the circle design of the CPS challenge #157

Cardstock: Artoz
Other papers: unknown origin
3D images: KARS
Glitter: Stickles Glitter Glue

Green Christmas No 2

Cardstock: Paper Source
Background paper: K&Company Peppermint Twist
3D image: Die Idee

Green Christmas No 3

Cardstock and papers: unknown origin
3D image: Die Idee

Green Christmas No 4

Cardstock: Artoz
Other papers: unknown origin
3D image: last year’s wrapping paper
Stars: Weltbild

Green Christmas No 5

Cardstock: Clairefontaine Pollen
Dark green paper: Artoz
Other papers: unknown origin
3D image: Kreativ mit Karten magazine
Felt stars: Zeeman

Christmas in March – CPS 157


I have come across a website where I can see what other crazies like me do when it’s not exactly Christmas time – they make Christmas cards! This must be heaven 🙂 … and such a relief that others share my addiction… Anyway, it’s Christmas Cards All Year Round. How will I survive may almost one-month vacation starting March 27, traveling and not being able to make cards?! I guess I just have to be strong 😉 The March challenge on Christmas Cards All Year Round is to create five Christmas cards in mainly green that feature a snowman. The first one I made for that also fits the CPS sketch #157 – only that it’s not square. But I will pass on making square cards for the time being just because the postage for them is so incredibly expensive in Germany. Here’s the result:

Supplies:
Cardstock: Artoz
Papers: unknown origin
3D images: Kars
Glitter: Stickles Glitter Glue

Frohes neues!

aus: Boston Globe, 28.12.2009

Unser Eggnog war auch gut und erstaunlich schnell weg; da müssen wir 2010 vielleicht doch mal das Rezept verdoppeln. Aber jetzt ist es halt offiziell: Weihnachten ist vorbei. Ich habe den Baum und das allermeiste andere an Deko heute abgebaut. Gestern Abend habe ich die Kugeln bereits verpackt und die Lichterketten aufgerollt – und mich dann ca. zwei Stunden gefragt, ob ich den Baum wohl wie bisher immer „intakt“ durchs Treppenhaus zur Straße bringen, Knut spielen und ihn nachts um 2 oder 3 Uhr auf die Straße werfen oder tatsächlich die vom Onkel geschenkte neue Stichsäge zum Einsatz bringen soll. Schließlich hatte ich es in einem Gespräch mit einer Großtante jenseits der 80 aus Frankfurt schon angekündigt:

„Barbara, frohe Weihnachten! Was hat denn dir des Christkind gebracht?“
„Frohe Weihnachten! Oh, eine Stichsäge zum Beispiel.“
„A Stichsääsch? Ja, was machst denn du mit a Stichsääsch?“
„Alles mögliche, aber wahrscheinlich zuerst mal im Januar den Weihnachtsbaum klein.“
„Ahja… Ja, ja, des Christkind des weiß halt immer, was man braucht, gell?“

Die Nacht vom 21. auf den 22.12. brachte gegen 1:30 Uhr mit dem letzten von ca. 90 Zimtsternen den größten Triumph der letzten Jahrzehnte. Nach einem immerwährenden Kampf, der schon so lange anhielt, wie ich in Eigenregie Plätzchen gebacken habe, und jedes Jahr mit einem neuen Rezept als Strategie geführt wurde, wurde ein Traum wahr: ich habe Zimtsterne gebacken, die NICHT hart wurden. Und nicht grau aussahen. Und nach Zimt schmeckten. Und in Form blieben. Die einfach PERFEKT waren. Ich vermute, es lag an einem Esslöffel Johannisbeergelee, den das neueste Rezept vorsieht. Damit war klar: es konnte kommen was wolle, Weihnachten würde gut werden. Auch wenn der Schnee pünktlich zu Heiligabend wieder weg war. Aber es wurde mir außerdem klar, warum das Schreiben von Weihnachtskarten mir so wichtig ist. Frank Sinatra ist schuld. Der träumt nicht nur von einer weißen Weihnacht, sondern tut das mit jeder Weihnachtskarte die er schreibt – da kommt also eins zum anderen… („I’m dreaming of a white Christmas, with every Christmas card I write.“)

Ernsthafte Sorgen bereitete mir das im Sommer formulierte “Jahresendziel”, also am Morgen des 31.12.2009 10 kg weniger zu wiegen als zu Beginn meiner Aktion im Juli. Von kalorienreduzierten Plätzchen u.ä. hatte ich ja schon seit langem Abstand genommen, dann kamen die eigentlichen Feiertage… und dann auch noch ein Spieleabend mit Drei-Gänge-Menü… Aber, allen Unkenrufen zum Trotz, hat es dennoch geklappt, es waren 10,5 kg weniger. So kann es also weitergehen, im neuen Jahr. Weitere 10 kg stehen auf dem Plan. ATTACKE!

Dass es langsam noch mal Zeit wurde, einen neuen Blog-Eintrag zu formulieren, wurde spätestens vorgestern morgen im Bus zum Bahnhof klar (ja, bei diesem Wetter lasse ich das Fahrrad stehen und wie sich zeigte, entgeht einem einiges, wenn man nicht hier und da mal Bus fährt). Wahrscheinlich ist es keine allgemeine Charme-Offensive der Stadtwerke, sondern eine engagierte Einzelperson… Der Bus platzte aus allen Nähten und wie immer war die ganz hinten zuletzt eingestiegene Person in der Lichtschranke und es ging nicht weiter, denn die Tür blieb auf. Es kam jedoch kein geranztes „Tür frei machen!“ vom Busfahrer, sondern ein nicht akzentfreies „Guten Morgen! Auch heute kann ich leider nur weiterfahren, wenn die letzte Tür frei ist. Vielen Dank!“ Zack, weg, Tür zu, Bus fährt los. An der übernächsten Haltestelle, wo gewohnt viele Schüler ausstiegen, meldete er sich erneut: „So, hier Beringstraße, wo die Schüler alle aussteigen müssen. Allen, die nun in die Schule dürfen oder auch müssen wünsche ich einen ganz tollen Tag!“ So langsam machte sich auf jedem Gesicht ein Lächeln breit und irgendwie wurde es auch still. „Einmal rechts noch dann sind wir am Bahnhof. Ich wünsche allen, die zur Arbeit gehen, einen angenehmen Tag und wenn noch Schüler dabei sind, viel Spaß in der Schule! Auf Wiedersehen!“ Er kam an, und wie. „Voll korrekt, der Busfahrer, echt Klasse!“ meinte ein plötzlich gar nicht mehr verschlafener 15-jähriger zu seinem Kumpel und ein Mädchen der gleichen Altersgruppe erzählte brühwarm einer Freundin, die aus einem anderen Bus kam, was wir für einen coolen Busfahrer hatten, der einem einen angenehmen Tag wünscht. „Voll krass,“ meinte die Freundin.

Das Postcrossing geht auch weiter. Mittlerweile habe ich 12 Karten erhalten und auf eine Karte, die ich an eine Frau in Auburn, Kalifornien geschrieben habe die Rückfrage, ob wir nicht mal ein paar Briefe austauschen wollen. Mit der Vorwarnung, dass es bei mir schon mal Monate dauert, bis die Antwort kommt, hat sie sich darauf eingelassen und angekündigt, als erste zu schreiben. Dann bin ich ja mal gespannt. Nein, ich habe noch nicht genug zu tun… Ein Herr aus Bahrain hat mich angeschrieben und direkten Postkartenaustausch angefragt – das habe ich abgelehnt, aber Postkarten gegen Sand vorgeschlagen, ich habe nun eine Postkarte geschickt und werde, sollte jemals Sand ankommen, eine weitere Postkarte schicken.

Noch 33 Tage bis Vancouver! 🙂

Bis bald
Barbara

Endlich kalt!

Na, wenigstens halbwegs. Und laut einer großen Tageszeitung wird dem Rheinland eine 75%ige Chance auf eine weiße Weihnacht gegeben. Da kann man ja hoffen!

Bereit für die Invasion der Kaffeeklatschler

Schon der dritte Advent – und wieder geht das alles viel zu schnell vorbei. Ich muss im kommenden Jahr den Advent vielleicht schon auf Anfang November ziehen und dem Kranz 8 Kerzen verpassen. Wäre doch auch vielleicht mal eine Maßnahme? Hier „em Veedel“ gab es am Freitag vor dem zweiten Advent sogar eine Adventsnacht, in der die Geschäfte bis 24 Uhr geöffnet hatten. Eine Erkundungstour gegen 21 Uhr brachte zutage, dass das gar nicht so schlecht anzukommen schien. Die Glühwein-, Waffel- und sonst was Stände hatten allerdings nicht wirklich Konjunktur – das Wetter war wohl einfach zu schlecht. Auf den Wahnsinn des heutigen verkaufsoffenen Sonntags kann ich gut verzichten und habe mich meiner altbekannten Leidenschaft gewidmet: Wintersport. Vom Sofa aus. Biathlon, Bob, Ski Alpin, Skilanglauf… man muss ja in dieser Saison noch besser als sonst wissen, wovon man redet, denn es ist ja wieder soweit: OLYMPIA. 61 Tage noch. Und auch die Curler kommen in Form, jedenfalls die Frauen, die sind Europameister geworden.

Advent hin oder her – man sieht ja trotzdem auch mal fern, wenn man nicht für den Auftritt des Chors probt und trällernd Abendessen zubereitet. Jedenfalls sieht man dann, mit einem gern gesehenen Gast auf der Couch, so eine amerikanische Serie, die man häufiger auf dem Plan hat. Und in dieser Serie war die Frau die Böse, die – und weil sie – seit über 30 Jahren ihr ungeborenes Kind im Bauch trägt. Ja, genau – das war die Aussage. Wir sahen uns nur an und zogen ernsthaft in Erwägung, dann doch in Zukunft andere Kanäle zu wählen, denn schwachsinniger könnte es kaum werden. Aber es war ja so bizarr, dass ich es nicht lassen konnte und begab mich an eine Internetrecherche. Und was denkt man: das gibt es tatsächlich. Das Phänomen ist als „Steinbaby“, „Stone baby“ oder „Lithopedion“ bekannt. Es handelt sich um versteinerte Föten, die, meist im Rahmen einer Bauchdeckenschwangerschaft (gibt’s das? „abdominal pregnancy“?) starben und von einer für den Körper der Frau schützenden Kalkschicht überzogen werden. In 400 Jahren medizinischer Aufzeichnungen sind weniger als 300 Fälle bekannt. Die meisten gibt es in weniger entwickelten Ländern, wo die Frauen es, weil sie beschwerdefrei sind, jahrzehntelang nicht merken… abgesehen von diesem bis zu 7 Pfund schweren irgendwas im Bauch… Eine hatte danach fünf weitere erfolgreiche Schwangerschaften… Das ist schon ziemlich spooky und kein Wunder, dass sich Halloween-Seiten diesem Thema widmen… Aber es gibt echt nichts, das es nicht gibt, oder?!

Ein Update zum Thema „Postcrossing“… Bislang habe ich neun verschickt, von denen vier als angekommen registriert wurden. Und erhalten habe ich auch schon drei: eine von einer auf Klassenfahrt befindlichen Schülerin aus Finnland, eine von einem Postbeamten aus der tschechischen Republik und eine weitere von einer Weihnachtskartenbastlerin aus Malaysia. Es scheinen besonders Finnen an diesem Hobby Gefallen zu finden (speziell mit Blick auf die kleine Grundgesamtheit…). Aus Finnland wurden bereits 643.118 Karten versandt – aus China 107.390. Oder aus Deutschland, vielleicht der bessere Vergleich: 434.253. Ich bin gespannt, wie es weitergeht! „Nicht teilnehmende Länder“ sind fast ausschließlich in Afrika – selbst in Afghanistan gibt es 11 Nutzer. Fiji ist noch nicht vertreten. Die DR Kongo hat einen, aber der hat noch keine Karte verschickt… Ich liebe Statistiken.

Mich aber erinnerte dieses „finnische Interesse“ an IYS, den International Youth Service, mit Sitz in Finnland, der mir ab ca. 1985 sicher an die 30 Brieffreunde in aller Welt vermittelt hat. Habe das eben mal gegoogelt und musste – nicht ganz unerwartet – feststellen, dass die Organisation, die es seit 1952 gab, im Sommer 2008 ihre Dienste für immer eingestellt hat – überrollt vom Internet. Dazu las ich aber einen schönen Blog von jemandem, die auch ein Fan von Brieffreundschaften war und ist… Ach ja…

Aber nun sind noch einige HANDSCHRIFTLICHTE, PAPIERNE Weihnachtsgrüße zu schreiben und ich mache mich besser mal daran…

Happy Advent! 😉
Barbara

Endlich Advent!

aus: Boston Globe, 02.12.2009

Lang, lang ist’s her, seit ich zuletzt gebloggt habe – aber auf vielfache Nachfrage (ernsthaft!) kommt nun mal wieder was … aber ich bin derart in der Kreation von Weihnachtskarten aufgegangen, dass ich, wenn ich „home alone“ war, nicht viel anderes gemacht habe. Und ich könnte auch jetzt noch immer weiter basteln – wo ich auch gerade festgestellt habe, was im nächsten Jahr das Hauptmotiv für die Karten sein wird.

Es freut mich beim täglichen Check des Cartoon-Teils des Boston Globe immer wieder, dass auch Garfield so ein Weihnachtsfanatiker ist. Und wie gerne hätte ich den schon einmal verwendeten Cartoon von Jons Baumkauf noch mal benutzt… aber das wäre ja langweilig. Aber ich kam mir schon so ein bisschen vor wie er („Ich möchte einen großen Weihnachtsbaum!“ – „Sie gefallen mir!“ – „Ich rede von RIESIG!“ – „Reden wir über die Finanzierung!“). Das Bau- und Gartencenter meines Vertrauens hat mich in diesem Jahr schwer enttäuscht. Das, was da rum stand, war eher als Krüppelkiefer zu bezeichnen, denn als Nordmanntanne. Da stand ich dann, bereit zu allem, und nichts ging. Hektisch überlegte ich, wo ich den bloß noch einen Baum würde auftreiben können… und da fielen mir die zahlreichen Busfahrten von vor vielen Jahren ein, als ich noch sozusagen in einem Suburb wohnte und in der Adventszeit immer an diesem privaten Weihnachtsbaumverkauf lang gefahren war. Ich machte mich auf den Weg dorthin und mein Herz sank mit in die Kniekehlen, als ich den spärlich ausgestatteten Vorgarten des Hauses sah. Ich war kurz davor, unverrichteter Dinge wieder umzudrehen, aufzugeben, mich der Enttäuschung hinzugeben – stieg dann aber doch aus und brachte mein Anliegen vor. „Kommen Sie mal mit nach hinten,“ sagte der freundliche Verkäufer und ich dachte „Jeder nur einen Baum!“ Und da hinten tat sich ein riesiges Lager auf, HUNDERTE von Bäumen, einer schöner als der andere. Da kam der Finanzierungsaspekt ins Spiel und ich konnte ihn um 10 Euro runterhandeln bei meiner 3m-Nordmanntanne… Sie hätten auch geliefert – nächstes Jahr mache ich das direkt da, dann miete ich nicht extra ein Auto an… die Bushaltestelle ist direkt vor dem Haus.

Der Santa aus Uganda... könnte auch neues Mitglied bei ZZ Top werden...

Nun steht er also, der Baum, fast schon eine Woche, gehen wir doch rasant auf den zweiten Advent zu. Ich hatte mir zu meiner üblichen „einfache rote Kugeln“-Ausstattung auf den Tipp und mit der Organisation einer Freundin noch ein paar Highlights besorgt – rote Kugeln mit Glitzer! Und ich bin begeistert. Die Elche werden auch immer zahlreicher… auf dem Weihnachtsmarkt gab es im Shop der Kitschigkeiten aus Rothenburg o.d.T. auch welche… und EINER wenigstens musste ja sein. Eine Freundin aus Uganda hat mich darüber hinaus mit zwei weiteren Besonderheiten versorgt.

Der Engel aus Uganda... weiß, blond, elfenhaft wie wir sie kennen... total schön.

Auch die Weihnachtsbäckerei lief schon auf Hochtouren, aber zu den neuen Rezepte, die ich ausprobieren wollte, bin ich noch nicht gekommen. Aber Lebkuchen-Brownies hören sich doch verführerisch an, oder? Oder Orangen-Himbeer-Taler gedippt in Zartbitter-Schokolade? Ja, ich zähle auch noch Punkte, befinde mich aber momentan in einer Konsolidierungsphase 🙂 Vor einigen Wochen hatte ich ja bereits durch einen Selbstversuch leidvoll erfahren müssen, dass „kalorienreduziert“ und „Weihnachten“ zwei nicht miteinander vereinbare Konzepte sind. Das habe ich nun akzeptiert, bin noch bei -12kg und wenn es am Morgen des 31.12. noch -10 sind, dann ist das gesetzte Ziel erreicht. Ab Januar gehe ich dann wieder in die Vollen.

Da gibt man dann also Beträge, die man besser gleich wieder vergisst, für einen Baum aus, für Christbaumkugeln, für Elche, backt aufwändige Leckereien – man gönnt sich ja sonst nichts. Und dann kommt man ins Gespräch mit dem Menschen, dem man an der Unterführung immer die Obdachlosenzeitung abkauft. Kennt ihr die? fifty-fifty. 50% des Preises gehen an den Verkäufer. Und ich kaufe sie mittlerweile nicht mehr nur, um den „Euro“ abzudrücken, sondern weil da wirklich interessante Artikel drinstehen. Da reden wir nun über das Wetter, über das Interview mit Bob Dylan in der neuesten Ausgabe oder dass das Geschäft schlecht geht und ich habe nichts aufbauenderes zu sagen als „Komisch, dabei gab’s doch schon Weihnachtsgeld…“ Und dann frage ich, wie lange er hier denn täglich so rum steht und was dabei rumkommt. Naja, so 8 oder 9 Stunden, wenn’s nicht zu kalt ist oder NUR regnet. Und an guten Tagen verkauft er vielleicht 15 oder 17 Zeitungen – was einen Reingewinn von sage und schreibe 15,30 Euro ausmacht. Leute, kauft von den Zeitungen.

Das hier könnte ein ganz langer Eintrag werden, ein rekordverdächtiger, aber ich beschränke mich auf nur noch einen weiteren Hinweis. Man hat mich mit einer neuen Sucht infiziert. Sie kam ganz harmlos an, aus Kanada, eine kurze Mail mit einem Link und dem Hinweis, dass das sicher was für mich sei. Postcrossing heißt meine neue Sucht. Und für Ex-Brieffreundschaftsabhängige ist das der definitive Rückfall. Es geht um den Austausch von ECHTEN Postkarten, nix virtuelles. PAPIER. HANDSCHRIFT. POSTSTEMPEL. Man meldet sich da also an, nennt seinen Namen, Adresse und Geburtstag, wenn man will noch sein Geschlecht und dann geht’s los. Man kann immer bis zu 5 Postkarten „am laufen“ haben. Vollkommen wahllos werden einem auf Anfrage Adressen von Menschen irgendwo auf diesem Planeten genannt, die gerne eine hätten. Eine Postkarte. Meine ersten fünf Kontakte waren nach Taiwan, Australien, Holland, USA und Spanien. In Taiwan war die Karte nach 5 Tagen angekommen. Heute meldete sich der Spanier. Jede Karte, die als angekommen registriert ist, macht mir wieder eine neue Möglichkeit frei, eine Adresse anzufordern. Taiwan habe ich gegen Russland eingetauscht, Spanien gegen Finnland. Da kann man mehr draus machen oder es dann auch sein lassen. Bekommen habe ich noch keine… Und, der Clou für so (land-)kartenverliebte Menschen wie mich: alle registrierten Karten werden auf einer Weltkarte eingetragen…

So denn, ich muss das nun noch online stellen… Upps, ob ich überhaupt noch weiß, wie das geht?!
Viele Grüße!!
Barbara

Der Baum


aus: Boston Globe, 17.12.2001

Trotz aller beunruhigenden Unkenrufe vor meiner Abreise, dass als Maßnahme zur Stabilisierung der Sicherheitslage im Ostkongo die Grenze zu Ruanda am 1.12. geschlossen werden sollte und ich somit meinen Rückflug ab Kigali nicht hätte erreichen können, bin ich heute morgen um 5:30 Uhr sicher in Frankfurt gelandet.

Zum ersten Mal war ich auf der Fahrt zwischen Goma und Kigali nicht hundsmüde und habe die interessantesten Dinge entdeckt. Große dunkelrot blühende Blumen, ein bisschen wie Dahlien, aber mannshoch. Was könnte man daraus ein schönes weihnachtliches Bouquet machen, dachte ich. Auch die bis zum Horizont reichenden Teeplantagen habe ich wahrgenommen – nun ist der Horizont im Land der tausend Hügel zwar nicht so fern, aber immerhin. Tee… da wartet doch so eine leckere Weihnachtsteemischung auf mich in Bonn, dachte ich. Und was sind das für komische hölzerne Zylinder hoch in ganz dünnen Bäumen, fragte ich den Fahrer. „Da wohnen die Bienen,“ antwortete er. Was würde der Honig in meinem Weihnachtstee lecker schmecken, dachte ich.

So ist es denn auch kein Wunder, dass mich nach meiner Rückkehr gleich die Weihnachtsstimmung vollkommen überflutete. An schlafen war nicht zu denken; dummerweise hatte ich auch noch ein gültiges Fernsehprogrammheft: Biathlon aus Hochfilzen war angekündigt. Darüber bin ich dann zwar doch weggedöst, aber es musste sein. So musste es denn auch sein, dass ich NOCH HEUTE einen Baum gekauft habe. Die Herren bei Knauber haben wahrscheinlich gedacht, ich ginge gar nicht mehr – ich habe jeden einzelnen Baum über 2m mehrfach rausgezerrt angeguckt, gedreht, nachdenklich das Kinn in die Hand gestützt, über Preise nachgedacht, über die Enge meiner Wohnung, darüber, was eine Koreatanne wohl im speziellen auszeichnet… und mich dann letztlich doch wieder für eine Nordmanntanne entschieden und dafür, dass die nächste (Altbau-) Wohnung ein Weihnachtszimmer haben muss, in dem ich einen 3,50-Baum voll zur Geltung kommend unterbringen kann!

Nun steht er, der Baum, wenn auch noch ohne Schmuck – das schaffe ich dann heute wohl doch nicht mehr. Und es ist eigentlich vollkommen unverständlich, warum die Weihnachtsstimmung so explodiert ist, hat man sich in Goma doch alle Mühe gemacht, Bonn in nichts nachzustehen. Ich selbst war mit Marzipankartoffeln, Lebkuchen und einem Adventskalenderbuch versorgt, der bekannte Bruder brachte am 4.12. extra kongolesische Barbarazweige vorbei (Palmenblätter), die Kollegin hatte ein tropisches Adventsgesteck organisiert über dem wir den ersten Advent besungen haben und mit der auf Urlaub in Goma weilenden Frau eines anderen Kollegen habe ich mich über Plätzchenrezepte ausgetauscht und festgestellt, dass ich diese „Wespennester“ dringend mal ausprobieren muss. Gleich morgen muss ich mal anrufen und nach dem Rezept fragen…

Ich wünsche euch allen einen tollen zweiten Advent, mit viel Plätzchenbacken, Geschenke verpacken, Geschenke basteln, Karten schreiben, einfach nur abhängen, Wintersport in der ARD oder was auch immer ihn zu einem gelungenen Tag werden lässt!

Bis bald
Barbara