Madagascar | Fianarantsoa

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Nach Natur pur war mal wieder ein Städtchen angesagt, Fianarantsoa – auf der Liste der 100 schützenswertesten Städte weltweit des World Monument Watch… die Altstadt zumindest. Aber bevor wir da einsteigen, noch ein paar Fotos von unterwegs. Und noch ein letztes aus Ranomafana. Naturschmuck am Straßenrand.

After we went natural we were headed for the city again, Fianarantsoa – listed among the 100 Most Endangered Sites by World Monument Watch… the old town, that is. But before we get into that some more, let me show you some pictures from on the road. And a last one from Ranomafana. Natural jewelry by the roadside.

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Auf dieser Fahrt gab es irgendwie noch mehr Menschen zu sehen, als sonst. Jedenfalls macht mich meine Fotoausbeute das glauben. Hier allerdings kriege ich Rückenschmerzen nur vom Hinsehen.

It felt as if there were even more people to see than usual on this stretch. At least the pictures I took on that day seem to be telling me that. This first one makes my back ache just from looking at it, though.

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Die Reisfelder gingen noch ein Weilchen weiter – und ich wette, ich könnte dieses Foto auch als in Asien aufgenommen „verkaufen“… wie so einiges aus dem Hochland.

We saw yet more rice paddies along the road – and I bet I could „sell“ this claiming it was taken somewhere in Asia… like quite a few taken in the highlands.

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Aber dann erreichten wie Fianarantsoa. Nach dem Einchecken im Hotel machten wir uns zum Schrecken aller zu Fuß auf den Weg zur auf dem Hügel gelegenen Altstadt, den auch mal ein Königspalast zierte. Der jedoch ist nicht mehr. Sofort von vielen Kindern umlagert, die wahlweise (angeblich) selbst gemachte Karten verkaufen oder Geld für Schreibhefte haben wollten, war es anfangs ein Kampf. Bei Erreichen der Altstadt allerdings war es dann wie abgeschnitten. Wahrscheinlich gibt es ein ungeschriebenes Gesetz, dass da dann Schluss ist. Ich fasse immer noch nicht, dass Pierre sich bis zuletzt nicht auf mein Angebot für die Karten einlassen wollte. Habe ich vielleicht doch extrem (und beleidigend) unterboten. Aber es ist auch wirklich schwer einzuschätzen manchmal.

But then we reached Fianarantsoa. When we had checked in at the hotel we started out on foot – imagine that! – up the hill to the old town which once was crowned by a palace, too. But no more. Almost immediately we found ourselves in a crowd of kids who alternatively tried to sell (supposedly) self-made cards or asked for exercise books – and it was a bit of a fight at the start. When we reached the old town, though, it stopped as if there was some hidden boundary. Maybe there is an unwritten law that they are not to follow tourists to that part. I still can’t believe that Pierre did not accept my final offer for his cards. Maybe I did negotiate to an insulting level. But sometimes it’s really hard to tell.

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Auch hier waren wieder Holzbalkone das Thema – neben kleinen Gässchen, umzäunten Gärten und gleich drei Kirchen, die aber (wie immer und überall) abgeschlossen waren. Und, äh, Spinnen. Die man von einer wunderschönen Restaurantterrasse MIT DEM BLOßEN AUGE etwa 10 Meter entfernt zu Dutzenden zwischen zwei Häusern hängen sah. Ich verzichte auf Fotobeweise.

Wooden balconies were again en vogue – and tiny alleyways, fenced gardens and three churches which were (as always and everywhere) locked, though. And, ahem, spiders. Which were visible TO THE NAKED EYE by the dozen over a distance of about 10m (33 feet) from a wonderful restaurant terrace where we had lunch. I pass on photo proof in this case.

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Auf dem Gipfel des Hügels angekommen wandelten wir ein bisschen über undurchsichtige Pfade und kamen an einen (nicht spektakulären) Aussichtspunkt, an dem gerade Oma, Mutter und Tochter rasteten und entgeistert fragten, ob wir etwa ohne Führer unterwegs seien. Das haben wir bejaht und scherzhaft hinzugefügt, dass wir einen Buchführer dabei hätten. Was die Verwunderung nicht wesentlich reduzierte. Vielleicht sprachen sie aber auch nicht wirklich französisch. Die Situation wurde gerettet, da wir uns mittlerweile auch mit dem madagassischen veluma verabschieden können. In diesem Fall wäre noch die Frage zu klären, wie man es eigentlich schreibt!

When we got to the top of the hill we were walking somewhat unclear paths for a couple of minutes and got to an unspectacular viewpoint, where grandmother, mother and daughter were having a break and asked in a totally flabbergasted fashion whether we weren’t walking with a guide. We confirmed we were by ourselves and added that we were with a „book guide“. Which didn’t seem to mean much to them. Maybe they didn’t speak much French either. We saved the day by saying good-bye in Malagasy, veluma. In this particular case we would still have to find out, though, how to write it!

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Darf ich vorstellen: die allererste Katze, die wir auf Madagaskar gesehen haben. Dauphin in Ranomafana hatte berichtet, dass jeder Haushalt sie zum Rattenfangen habe. Wir waren skeptisch, weil wir wirklich bislang keine gesehen hatten. Es kann ja fast nur heißen, dass sie ziemlich viel zu tun haben…

May I introduce: the very first cat we sighted in Madagascar. In Ranomafana, Dauphin had told us that practically every household had cats to keep the upper hand over the rats. We were sceptical because there were none to be seen. Maybe it means that they are just really, really busy…

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Was übrigens das Frühstück (und andere Mahlzeiten) angeht, so bin ich sehr dankbar, dass die Franzosen einen bleibenden Eindruck in Madagaskar hinterlassen haben. Leckerste Croissants und Schoko-Croissants… denke ich gerade dran, weil die im Hotel in Fianarantsoa bislang unübertroffen waren. Damit kann ich, besonders auf Dauer, deutlich besser umgehen als mit Rührei und trockenem Toast. Was für ein Luxusproblem. Zum Abschluss fällt mir auf, dass ich schon lange keine Weihnachtssterne mehr untergebracht habe…

When it comes to breakfast (and other meals), I am grateful that France left a lasting impression in Madagascar. Fantastic croissants and chocolate croissants… Just remembering that as the ones at the hotel in Fianarantsoa were the best. That is much more to my liking than scrambled eggs and dry toast. A problem that is nice to have, though. Coming towards the end, I realize there has recently been a lack of poinsettias here…

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Beste Grüße – aus Fianarantsoa!

Best regards – from Fianarantsoa!

Barbara

Madagascar | Ranomafana Night Walk

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Auf Vorschlag unseres Guide Dauphin haben wir uns am gleichen Abend auch noch auf eine Exkursion in der Dunkelheit eingelassen – nicht im Park, sondern einfach entlang der Straße. Die Ergebnisse waren verblüffend, auch wenn wir den kleinen Mausmaki (Lemur in Mausgröße) nicht haben finden können. Hatte mich allerdings schon über Tag fasziniert, was die alles sehen, so war ich in der Dunkelheit komplett fertig. Mit der Taschenlampe in einem Affenzahn über die Bäume und Sträucher geleuchtet und schon was gefunden. Nun mag es ja so sein, dass die Tierchen vielleicht sogar bekannte Lieblingsbäume haben… aber dass sie immer an der selben Stelle sitzen?!

Our guide Dauphon had suggested to go on a night walk, too – not in the park but just along the road. The results were amazing, though we failed to find the mouse maki (apparently a lemur the size of a mouse). I was already fascinated during the day how they find all kinds of animals easily but the night walk left me awestruck. They were moving their torches across the trees and bushes at incredible speed… and actually found animals. Well, maybe, just maybe these little critters have their favorite trees – but would they be sitting in exactly the same spot every night?!

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Am allerfaszinierensten war jedoch letztlich, dass wir nach einem wunderbar verbrachten Abend zurück ins Hotel kommen, sozusagen am anderen Ende des Tals, und eine ziemliche Verwüstung vorfanden: Zimmer unter Wasser (Koffer inklusive), Bäume umgefallen, Teile des Dachs abgedeckt, der Strom kam bis zur Anreise gar nicht mehr wieder… hier war in unserer Abwesenheit wohl ein lokal sehr beschränkter Mini-Zyklon durchgegangen. Unsere Wirtin guckte uns nur ungläubig an, als wir meinten, wir hätten in aller Ruhe alles mögliche beobachtet… wie z.B. das schlafende blaubeinige Chamäleon unten.

Really the most fascinating part of the evening though awaited us upon the return to our hotel at the other end of the valley, so to speak. We returned to devastation: rooms were flooded (luggage, too), trees had fallen, parts of the roof flown away, power outage… apparently something like a local mini cyclone passed through while we were absent. Our host just looked at us unbelievingly when we said we’d had a splendid evening seeing all kinds of animals… as for example the sleeping blue-legged chameleon blow.

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Der Kleine gefällt mir richtig gut… Viele Grüße!

I really like that little guy! Best from Ranomafana!

Barbara

Madagascar | Ranomafana National Park

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Ihr könnt es ruhig zugeben: ihr habt euch schon gefragt, ob es in Madagaskar nur Ortsnamen gibt, die mit „A“ beginnen. Nein. Aber es kommen schon noch ein paar. In Ranomafana war Natur pur angesagt. Der gleichnamige Nationalpark ist 41.000 Hektar (oder 410 km²) groß – und für Touristen ist nur ein klitzekleiner Teil erschlossen. Wir haben uns für eine vierstündige Tour entschieden, bei der es uns hauptsächlich um das Sichten von Lemuren ging – eine Tierart, die es nur in Madagaskar gibt. Erstmal sahen wir nur Menschen, die für irgendwelche wissenschaftlichen Untersuchungen mit Pipi-Fängern ausgestattet auf der gleichen Suche waren.

Admit it: you have been wondering already whether all place names in Madagascar start with an „A“. No. But there are a few more ahead. In Ranomafana we were ready wo explore nature some more. The national park of the same name covers more than 41,000 hectares (or 410 km²) – and only a fraction of that is accessible for tourists. We went on a four-hour hike that was to show us some of the lemurs that are endemic to Madagaskar. At the start we only saw people on the same mission but equipped to catch lemur pee for some scientific reason.

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Aber es gab auch interessante Dinge am Wegesrand zu sehen – eigentlich viel zu viel und ich musste höllisch aufpassen, dass ich von den ganzen Pflanzen und Tieren nicht zu sehr abgelenkt war und mir womöglich unaufmerksam noch ein Bein gebrochen hätte oder so. Es war faszinierend, wie unser Führer, Dauphin, die abgefahrensten Sachen einfach mal so im Vorbeigehen gefunden hat… mir kommt meine kleine Collage schon vor wie eine neue Ausgabe von Wo ist Walter?

But there were countless interesting things to see just along the path – too much really, I got so distracted by all the plants and animals that I had to be careful not to break a leg or something. It was even more fascinating to see how our guide, Dauphin, just ambled along the paths and found all kinds of amazing things… my little collage already reminds me of a new edition of Where’s Wally?

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Aber ich kann euch sagen: wir haben sie in Massen gesehen, die Lemuren. Sifakas, deren Rückenfell eigentlich vermuten lässt, dass der Blick ein Stück tiefer ruht.

But boy, let me tell you: we saw loads of lemurs. Sifakas, whose back fur actually makes you think for a moment you’re looking at a part a little lower.

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Das Fotografieren durch Farne, Zweige, Blätter und Früchte war schwierig, aber eins ist ganz gut geworden:

It was hard to take pictures – the view being obstructed by ferns, branches, leaves and fruits but one really turned out well:

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Ich muss ganz ehrlich sagen, bei den anderen geraten mir die Namen durcheinander, aber diese Lady hat sich ganz schön lange vor uns rumgeräkelt.

I have to admit that I got confused with all the different types but this lady was showing off in front of us for quite a while.

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Genau wie dieser kleine Kerl:

Just as this little dude:

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Dieser hingegen hat sich hoch über unseren Köpfen genüsslich den Bauch vollgeschlagen:

This one was having a feast high above our heads:

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Ganz heimlich, still und leise bin ich dann noch zum Hand- und Fußfetischisten geworden:

And almost unnoticed, I seem to have developed a hand and foot fetish:

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Zusammenfassend: ein wunderbarer Tag!

In a nutshell: a wonderful day!

Barbara

Madagascar | Ambositra

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Wir sind weiter unterwegs auf der Route Nationale 7 – sowas wie die A1 von Madagaskar. Der motorisierte Verkehr hält sich in ganz eng gesteckten Grenzen: wenige Autos, noch weniger Motorräder, einige LKW und immer wieder Taxi-Brousse (bis auf den letzten Platz besetzte Vans, die die Wagenhöhe durch ihre Dachbeladung mal schnell verdoppeln). Ansonsten: Fußgänger, Fußgänger, Fußgänger. Und Radfahrer.

We continue to go down Route Nationale 7 – the I-95 of Madagascar so to speak. Motorized traffic is very limited: few cars, even fewer motorcycles, a few trucks and quite a few taxi-brousse (vans filled to the last spot and with roof-top cargo that almost doubles the height of the vehicle). Other than that: pedestrians, pedestrians, pedestrians. And cyclists.

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In den Städten sieht man nun immer häufiger die Pousse-pousse, wie hier in Ambositra. Und wer jetzt glaubt, er könne den Namen der Stadt aussprechen, dem sei gesagt: Ambuscht(r). In Ambositra haben wir einen Halt eingelegt, um das geschäftige Treiben im Zentrum unter die Lupe zu nehmen und uns schöne Backsteinhäuser mit Holzbalkonen anzusehen (auch in ländlichen Bereichen ist das hier die gängige Bauart, aber in der Stadt gibt es ganze Straßenzüge).

In the cities we notice that the number of pousse-pousses is increasing, like here in Ambositra. And if you think you can pronounce that name correctly, think twice: am-BOOSH-t(r). We decided on a stop there to have a look at the brick architecture with wooden balconies (which is also seen in the rural areas but here we were hoping for whole streets with it) and just enjoy „city life“.

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Beim Blick auf ein Haus wurde ich von einer Frau beobachtet, die aussah, als würde sie an einer nicht vorhandenen Haltestelle auf einen Bus warten und mir zurief, was ich denn so anstarren würde.

„Das Haus!“
„Dieses heruntergekommene Haus? Warum das denn?“
„Na, man sieht doch, wie schön das war – so ein toller Balkon da oben.“
„Ach Herrje, wegen sowas kommen Sie hierher? Wo kommen Sie denn her?“
„Aus Deutschland. Und Sie? Wohnen Sie schon immer in Ambositra?“
„Ja, seit ich zwölf bin. Wie alt sind Sie eigentlich?“
„Ich bin 39. Und Sie?“
„Raten Sie mal!“
[Oh, schwierige Frage, ich zögere.]
„63!“ sagt sie sichtlich – und zurecht – stolz.
„Nein, das kann man ja nicht glauben! Dann muss man wohl nach Madagaskar ziehen, um so jung zu bleiben?“
Ja, das wäre wohl eine gute Wahl!

A woman who looked like she was waiting for a bus, only there was no bus-stop, was watching me looking at one of the houses and wondered what I was looking at.

„The house!“
„This derelict house? But why?“
„Well, because you can still see its beauty, that wonderful balcony up there.“
„Good grief, you come here to look at things like that? Where are you from?“
„Germany. And have you always lived here in Ambositra?“
„Yes, ever since I was twelve years old. How old are you, by the way?“
„Thirty-nine. How about you?“
„Take a guess!
[Oh, difficult question… I hesitate.]
„63!“ she says proudly – and rightly so.
„No, I can’t believe that! It looks like I had to move to Madagascar to keep the good looks?“
„Yes, that would be a very good choice!“

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Das Treiben auf der Hauptstraße war wirklich wie in einem Ameisenhaufen und ich wusste oft nicht, wohin ich zuerst gucken soll. Vielleicht die hier ziemlich dünnen Hühner mal genauer inspizieren?

The main street really felt busy as an ant hill at times and I didn’t know where to look first. Maybe have a closer look at these chickens – which are a rather slim breed here?

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Oder doch einen Schnack anfangen mit der Hutverkäuferin?

Or start a chat with the hat seller?

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Die Hüte sind übrigens keine Produkte, mit denen man vorrangig die ohnehin sehr dünn gesäten Touristen beglücken möchte – die werden hier getragen, von jung und alt.

These hats (and others) by the way are not made to target the tourists – which are few and far inbetween anyway. They are in use by every one, young and old.

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Hier habe ich versucht, das Getümmel mal festzuhalten. Leider war ich nicht schnell genug, um den Herrn mit der Schweinehälfte zu erwischen, als der Strohhut noch obenauf lag…

This is a try to capture the busy main street. Unfortunately, I wasn’t fast enough as before the gentleman carrying half the pig had it loosely covered with a straw hat…

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Dann haben wir die Markthallen gefunden, die wir über den Fleisch- und Innereienteil betreten haben. Auch bei dieser teilweise obstrusen Auswahl kann man sich eine Apfelpause gönnen…

We then found the market halls, entering via the meat and entrails section. You can sit down for a break with an apple even here…

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Dazu gab es Trockenfische im wahrsten Sinne des Wortes zuhauf und in allen Größen – aber auch lebendiges Gefieder in interessanter Zusammenstellung.

Added to that were dried fish in all forms and sizes – but also living poultry in interesting combinations.

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Und wie kann es einem in einem Land kulinarisch schlecht gehen, wenn es Kürbisse gibt? Eine ganz fantastische Kürbissuppe habe ich schon genießen können.

And how could you not love the culinary aspects of a country when there’s pumpkins? I have already enjoyed a fantastic pumpkin soup.

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Wie überall, war auch der Markt voller Kinder. Wenn auch nicht immer bester Laune.

As always, the market was full of children, too. If not always in the best of moods.

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Und als ich diese kleine „Szene“ in einem Garten sah, dachte ich nur: wie bei uns.

And when I came across this little backyard scene all I could think of was: just like home.

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Und mit diesem beschaulichen Eindruck – beste Grüße aus Ambositra!

And with this contemplative view – all the best from Ambositra!

Barbara

Madagascar | Antsirabe

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An einem Sonntag ging es auf ins Hochland – und den Wochentag hätte man nicht verwechseln können, denn alle waren in ihrem besten Sonntagsstaat auf dem Weg zur Kirche. Über Kilometer. Manchmal schien es sogar eine Art Kirchenuniform zu geben, alle in rot-weiß (bei uns hätte man sie wohl eher auf dem Weg ins Stadion vermutet…). Apropos Stadion…

It was a Sunday when we set out to reach the highlands – and you couldn’t have confused it with any other day of the week as everybody was wearing their Sunday best and on their way to church. Over miles and miles. Sometimes there were even some sort of uniforms – at least that’s what it looked like to us, everybody dressed in red and white (I guess at home people would have thought they were on their way to the soccer stadium instead). Talking about a stadium….

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Dieses Foto sollte mit dem Titel „Dumm wie Brot“ versehen daherkommen. Was sieht man, neben wunderbar zum trocknen arrangierten Maiskolben? Einen Kicker. Wie er in fast jedem Dorf mindestens einmal zu finden ist, bei Nichtnutzung ordentlich abgedeckt. Doch nicht nur das, guckt genau hin: den Kicker ziert eine Deutschlandfahne. Und nun die Frage: wie dumm kann man sein, quasi als amtierender Weltmeister ohne all die übriggebliebenen Aufkleber diverser Herkunft hierher zu reisen?? Wo auch immer man mit Kindern oder Jugendlichen ins Gespräch kommt, laufen die Unterhaltungen ungefähr so:

„Ihr kommt aus Deutschland?“
„Ja!“
„Podolski!!“ schreit der erste.
„Klose!“ schreit der zweite.
„Robben!“ schreit der dritte.
„ROBBEN?!“ antworte ich gespielt entsetzt. „ROBBEN?! Das ist ein Niederländer!!!“
„Wirklich?“ kommt es total erschüttert.
„Ja – aber vielleicht verwechselst du das? Der spielt bei Bayern…“

The picture above should bear the caption „As dumb as a post.“ What do you see, apart from the beautifully arranged corn cobs, left to dry? A tabletop soccer… thing. You can find it in almost every village, sometimes even two. And if they are not in use they are nicely covered. But what else: there’s a German flag on it. And now the crucial qestion: how stupid do you have to be – as the current World Champion in soccer, so to speak – not to bring all those left-over stickers that you still have left from last year?? Wherever we go, the conversations with kids and adolescents usually go along these lines:

„You are from Germany?“
„Yes!“
„Podolski!!“ the first one shouts.
„Klose!!“ the second one.
„Robben!!“ goes the third.
„ROBBEN?!“ is my mock indignant reply. „ROBBEN?! He is Dutch!“
„Really?“ is the devastated answer.
„Yes – but maybe you confuse that because he plays with Bayern Munich?“

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Von Antsirabe selbst haben wir nicht so sehr viel gesehen – wir waren uns mit unserem Fahrer, Führer und Mann für alle Fälle über die Art der Reise noch nicht so einig. Für ihn sind die Städte vollkommen uninteressant und mit einem schenllen Vorbeirauschen an Kolonialbauten und dem Markt ist es getan. Aber das konnten wir dann nach der ersten Verkaufsveranstaltung in einem Zebu-Horn verarbeitenden Betrieb rasch klären. Auf seinem Plan stand aber eh auch ein Besuch am Lac Tritriva.

We didn’t see all that much of Antsirabe – on that first day our driver and guide didn’t realize where our priorities were (and how should he have). He considers the cities rather irrelevant and just whooshing by the colonial buildings and the market is fine. But after he had stopped at the first show room for products made from zebu horn we got that all on track. Anyhow, he had also planned to take us to Lac Tritriva.

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Das ist ein Vulkankrater mit um die hundert Meter Wassertiefe, wunderschön gelegen… es war die etwa 10km auf schlechter Piste definitiv wert. Fast ärgerlich, dass wir weder Picknick noch Badeanzüge dabei hatten. Ein Führer aus dem Dorf (der sehr gut Englisch sprach… und auch Jaona hieß) hat uns einiges zur Tier- und Pflanzenwelt und auch zur Geologie erklärt. Es war eine wirklich schöne kleine Wanderung um den See.

It’s a crater lake that’s about 100m deep, in such picturesque surroundings – well worth the extra 10 km on a really bad road. We so wished we had brought a picknick and our bathing suits. A guide from the village (who spoke excellent English and who was also called Jaona) explained a lot about the local flora and fauna as well as the geology. It was a truly wonderful little walk around the lake.

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Die drei verfolgten und auf Schritt und Tritt – sozusagen als Abordnung einer viel größeren Gruppe, die uns schon am Auto mit diversen Souvenirangeboten belagert hatte. Da ließen wir uns zu nichts beknien, was dann alle dazu veranlasste zu rufen: „Après?“, also „Danach?“. Der junge Mann rechts (auch ein ausgesprochener Fußball-Fan, wie sollte es anders sein), rief dazu „Don’t forget Patrick!!“ Das dann auch wiederholt entlang des Sees. Und was soll ich sagen… ich habe ihn natürlich nicht vergessen. Aber einen Aufkleber von Mats Hummels hätte ich ihm gerne auch noch gegeben.

That threesome followed our every step – as a delegation from a much larger group that had welcomed us back at the car already and offered souvenirs. We didn’t buy anything there and then which made them all shout: „Après?“, „Afterwards?“. The young gentleman on the right (also a soccer lover, could it be different?) added „Don’t forget Patrick!“ And kept repeating that along the lake… a sales strategy that did work, I have to admit. I still would have liked to give him a sticker of Mats Hummels, though.

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Und das ist Sylvia. Als sie hörte, dass ich in meinem Heimatdorf („Du kommst auch aus einem Dorf?“) auch eine Freundin habe, die Sylvia heißt, war sie ganz angetan. Ich durfte dann ein Foto machen nachdem sie mir das Versprechen abgerungen hatte, eins von der anderen Sylvia zu schicken. Da weißt du Bescheid, Sylvia!

And this is Sylvia. When she heard that I have a friend called Sylvia in the village where I come from („You come from a village, too?“), she was thrilled. I was allowed to take a picture when I promised to send one of the other Sylvia instead. So Sylvia, be prepared!

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Auf dem Rückweg kamen wir auch an einer Kohlernte vorbei… Wenn hier Leute unterernährt sind, liegt es sicher nicht an schwierigen Anbaubedingungen oder mangelndem Angebot. Was sieht man nicht alles auf den Feldern und auf den Märkten. Wobei „Gemüse“ auf den Speisekarten derzeit IMMER Möhren, Bohnen und Zucchini heißt. Saisongemüse eben. Und Pommes oder Nudeln gibt es wohl nur für Touristen, ansonsten ist hier Reis angesagt:

On our way back we passed a cabbage harvest, huge amounts… If people here are malnourished, it doesn’t seem to be a problem of depleted soils or lack of supply. We see so many different things on the fields and markets. „Vegetables“ on the menu, though, invariably means carrots, beans and zucchini these days. Seasonal vegetables. French fries and pasta seem to be for tourists only, rice is the staple of choice:

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Zebu ist die hier verbreitete Rinderart. Die sieht man grasend, Karren ziehend oder auch pflügend in den Reisfeldern. Oder auch auf dem Weg wohin auch immer. Wahrscheinlich oft nach Ambalavao, da gibt es einen großen Zebu-Markt, den wir in ein paar Tagen wohl auch noch sehen werden.

Zebus are the kind of cattle popular around here. You can see them grazing, pulling carts or plowing the fields and rice paddies. Or on there way wherever. Probably often to Ambalavao, where there’s a large zebu market every week which we will get to see in a bit as well.

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Hier und da kommt man mal an Gleisen vorbei und fährt über Bahnübergänge – die aber zumeist nicht mehr genutzt werden. Momentan gibt es nur noch eine Strecke, die befahren wird. Und hier sieht es überhaupt nur so aus – es war eine Brücke.

Every now and then you come across train tracks – but most of them are not in use anymore. Currently only one connection is still being serviced. And on the picture below it only looks like a train crossing anyway, it’s a bridge.

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Und nun zum guten Schluss fällt mir dann auch noch auf, dass ich das „landschaftliche Highlight des Tages“ noch gar nicht präsentiert habe. Man könnte sagen, ich habe es mir als Bonbon aufgehoben… aber nein, es kam alles nur irgendwie anders. Aber ist das nicht zum Niederknien??

Last but not least I notice that I have so far not presented the day’s top pick in the landscape category. You could say I saved the best for last… but no, I just got onto a different track with this post is all. But isn’t this just too beautiful for words??

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Viele Grüße aus Antsirabe!

Lots of love from Antsirabe!

Barbara

Madagascar | Ambohimanga

Kohlesäcke

Den zweiten Hauptstadttag haben wir nicht in der Hauptstadt verbracht. Wir haben uns für den Tag ein Auto mit Fahrer gemietet. Jaona heißt er, was sich eigentlich ein bisschen wie Johnny anhört. Mit dem machen wir und auf den Weg nach Ambohimanga (Amboïmang, wieder mit leicht verschlucktem e am Ende), was „blauer Hügel“ heißt. Und schon auf der Fahrt setzt leichte Reizüberflutung ein. Die Dame oben hat, scheints noch wenig motiviert, Säcke voller Holzkohle im Angebot. Der Herr unten steht mit seinem noch leeren Karren vor einem Geschäft, in dem Betonplatten und –pfeiler erworben werden können.

We decided to spend the second day in the capital outside of it. We rented a car with driver for the day. His name is Jaona, which sounds a little bit like Johnny. Together we go out to Ambohimanga (Amboïmongue), which means „blue hill“. And in the car we are about to get a stiff neck from looking this way, that way, this way again… there’s so much to take in. The lady above is trying to sell bags of charcoal. The gentleman below is pulling a large cart and taking a break from it in front of a store that sells concrete tiles and pillars.

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Einmal angekommen ist der Besuch in diesem UNESCO Weltkulturerbe eine wahre Freude. Wir werden von einer sehr freundlichen Führerin begrüßt, die uns in fließendem Englisch die Geschichte dieser seit König Andrianampoinimerina als Sommerresidenz genutzten Anlage näherbringt. Sein Holzpalast ist in der Mitte – ein hohes Einraumgebäude mit Spitzdach, dass als Schlaf-, Ess- und Empfangsraum diente. Ein Studio, wenn man so will. Sehr einfach, mit gestampftem Lehmboden… und einem Hochbett für den König. Als wir sagten, dass in Deutschland viele Studenten aus Platzgründen Hochbetten hatten, war sie etwas sprachlos, meinte dann aber lächelnd, dass sie sich dann wie Könige und Königinnen fühlen könnten.

Once we got there, visiting this UNESCO World Heritage Site was a real pleasure. We were welcomed by a very nice guide who explained the history of this place, that was a royal summer residence since King Andrianampoinimerina used it as such. His wooden palace is in the center – a very high ceilinged one-room building with a pointed roof which was used as bed-, dining- and reception room. A studio apartment, if you wish. Very simple with a floor of compacted soil… and a raised bed for the king. When we mentioned that raised beds are often used by students in Germany, trying to make the most out of small rooms, our guide was a little speechless but then remarked with a smile that they can surely feel like kings and queens then.

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Grabstätten wie im Rova in Tana gab es auch wieder, aber interessanter waren eigentlich die beiden von Königin Ranavolona I. 1871 gebauten zweistöckigen Gebäude, oben jeweils mit einer Galerie /Balkonen und schönen Holzverzierungen. Im ersten Stock sind die Gebäude über eine Brücke verbunden. Innen war das Fotografieren nicht gestattet, da es sich um heilige Stätten handelt. Es kommen weiterhin Menschen, um hier zu opfern und zu beten. Aber besonders der Empfangs- und Speisesaal im Erdgeschoss des einen Hauses war beeindruckend (hier wurde u.a. auch Winston Churchill empfangen), sowie das vollkommen verglaste Arbeitszimmer im zweiten Stock des anderen Hauses, mit fantastischem Ausblick.

Again there were also tombs as we had also seen at the Rova in Tana but the two two-floor buildings added by Queen Ranavolona I. in 1871 were rather more fascinating. They both have a gallery /balcony and featuring very pretty woodwork. On the second floor the buildings are connected via a bridge. Photography inside was not permitted as the buildings are considered sacred places. TO this day people come to pray and sacrifice. But the reception and dining room on the first floor of one building in particular was impressive (Winston Churchill apparently dined there once) – as was the office on the second floor of the other house, featuring a breathtaking view.

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So als Weihnachtsfan ist man hier auch bestens aufgehoben, denn es gibt an jeder Ecke riesige Büsche, um nicht zu sagen WeihnachtssternBÄUME. Unsere Führerin, die sich auch mal ein bisschen Deutsch angeeignet hat, hatte die Vokabel Weihnachtsstern auch parat und hat uns dazu dann noch erklärt, dass die Pflanze hier einfach die Madagaskar-Pflanze ist, weil die grünen Blätter, wenn man sie in der Mitte faltet, die Form der Insel haben.

This is a wonderful place for a Christmas fan, too, as there are huge bushes – or should I say trees – of poinsettia on practically every corner. Our guide who has also endeavored to learn some German some time ago, even knew the German word for it and went on to explain that here they simply call it the Madagascar plant because when you fold the green leaves down the middle, the shape is more or less that of Madagascar.

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Nichts jedoch toppt den Ausblick vom Gipfel des blauen Hügels – es war ein ähnlicher Anblick wie vor zwei Jahren in Sigiriya in Sri Lanka: schier unendliche Weiten bis nach Tana und das Hochland im Hintergrund und man sitzt da einfach nur sprachlos in der Brise und genießt. Und stellt mal wieder fest: bei Königs wissen sie schon, wie man es sich gutgehen lässt!

Absolutely nothing, though, beats the view from atop the blue hill – it was similar to that in Sigiriya in Sri Lanka two years ago: endless views all the way to Tana and the highlands beyond and you just sit there in the breeze and enjoy. And notice again: the royals sure did know where and how to get the best of everything!

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Und selbst DAS gibt es auch mit Weihnachtsstern!

And even that can be had with poinsettias!

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Beim Abstieg wurde es dann auch deutlich lebhafter: Schulklassen und riesige Horden Pfadfinder waren ebenfalls zur Besichtigung gekommen.

When we descended again things got a lot livelier as there were school classes and huge crowds of boy scouts coming to visit.

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Und, wer hätte es vermutet, hier ist ja jeder Vorgarten bzw. der Straßenrand ein halber botanischer Garten. Deswegen dürfen auch erste Einblick aus diesem Bereich nicht fehlen.

And who would have guessed: every front yard or just the road side here are practically botanical gardens. So of course a few impressions from that end must be included as well.

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Auf dem Rückweg zum alten und original erhaltenen Eingangstor (ein gutes Stück vom Palastkomplex entfernt) konnten dann auch noch einige Eindrücke des Alltagslebens gesammelt werden.

On our way back to the old and original entrance gate (quite a ways away from the actual palace grounds) we were able to take in a bit more of daily life in Ambohimanga village.

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Zurück in Tana wollten wir eigentlich noch den Zoo und Botanischen Garten besuchen, aber der war unerwartet geschlossen. Vielleicht ergibt sich da gegen Ende der Reise noch eine Gelegenheit. Jetzt geht es erstmal los Richtung Süden!

Back in Tana we had planned to go see the zoo and botanical gardens, too, but they were unexpectedly closed. Maybe there will be an opportunity towards the end of the trip. For now, we are getting ready to go south!

Barbara

Madagascar | Antananarivo

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Endlich war es soweit: Aufbruch nach Madagaskar! Trotz Bahnstreiks ging alles einwandfrei. Auch nach langem Flug (über zehn Stunden) konnten wir noch fasziniert die Ausstellung eines „Visa on arrival“ verfolgen. Dazu waren sechs Beamte vonnöten. Einer prüfte die Pässe, die dann zu vier weiteren Kollegen in einen Glaskasten gereicht wurden, die alles mögliche damit angestellt haben und der letzte hat sie dann wieder ausgehändigt. Und dann waren wir drin.

Finally: departure for Madagascar! Despite the fact that the train drivers were on strike, everything went according to plan. And even after a long flight (more than 10 hours) we were fascinated by the visa on arrival process. The passport had to go through the hands of six officials. The first had a look at it and handed it into a glass cube where four colleagues were seated and did whatever with them. And the last one, at the other end of the cube, handed them out again. And then we were in.

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Mehr als einmal war ich gefragt worden: „Madagaskar? Warum Madagaskar?“ Und ich dachte immer nur: warum nicht? Irgendwie hatte ich mich letztes Jahr in diverse Reportagen reingezappt, zu Naturwundern, zu alten Städten, zu den Highlights der hiesigen Fauna und abschließend auch noch zu famadihana, den regelmäßig als große Feierlichkeit stattfindenden Umbettungen der Toten – und es war klar: hochinteressant. Der Ankunftsabend war dann eher weniger spannend, denn kaum eine Menschenseele war noch auf den Straßen unterwegs, hier und da noch eine kleine „Kneipe“ am Straßenrand mit zwei, drei Gästen, aber hauptsächlich Banden marodierender… Hunde.

More than once I was asked: „Madagascar? Why Madagascar?“ And all I could think of was: why not? I had somehow zapped into a number of documentaries last year – about natural wonders, old towns, highlights of the endemic fauna and also about a very particular rite: the famadihana, the „relocation“ of the dead, which is a big celebration that takes place every so many years. I knew: this was going to be highly interesting. The night of our arrival was rather less interesting, though, as not a soul was outside anymore. On a few corners there was a little „pub“ by the side of the road with two or three regulars but mainly just hordes of marauding… dogs.

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Antananarivo („Stadt der Tausend“), so der eingängige Name der Hauptstadt – gern auch kurz Tana – ist, wenn nicht auf einem der vielen Hügel, auf entwässertem Gebiet gebaut. Das Wasser findet man heute im ansehnlichen Lac Anosy, gleich beim Fußballstadion. Aber nicht nur dort: immer mal wieder findet man Streifen mit Reisfeldern mehr oder weniger mitten in der Stadt. Hier hat die urbane Landwirtschaft offenbar Tradition. Und weil ich den Blick von oben liebe (und mich nicht entscheiden konnte), kommt hier die erste kleine Reihe. Ich habe das Gefühl, es werden noch viele weitere kommen…

The capital Antananarivo (“City of Thousands”), or Tana for short, was built on drained land (when it isn’t on one of the many hills). Today that water can be found in picturesque Lac Anosy, right next to the soccer stadium. But not only there: all over the city you can find patches with rice paddies. Apparently, urban agriculture is a traditional concept here. And as I love the bird’s eye view (and couldn’t make up my mind which ONE to take, either), here’s the first little series for you. And I have a feeling there are many more to come.

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Wer jetzt denkt, Antananarivo an sich sei ein Zungenbrecher, dem sei gesagt: es wird ja noch nicht mal ausgesprochen, wie geschrieben wird (mehr so Ntananarive, und das e ist auch verschluckt). Oder wie wäre es mit Andrianampoinimerina, König 1750-1809? Allerdings hörten wir, dass sein voller Name eigentlich 28 Buchstaben umfasst und irgendwie ist er mir entfallen. Und wo wir gerade von Königshäusern sprechen: der Rova, der Palast der Königin, ist eines der Highlights in Sachen Sehenswürdigkeiten (der Herr in grün ist kein Vertreter einer bekannten deutschen Hilfsorganisation):

If you think that Antananarivo itself is a tongue twister, think twice: it isn’t even pronounced as it’s written (more like Ntananareeve). Or how do you like Andrianampoinimerina, king 1750-1809? We did hear, though, that his full name consists of 28 letters but somehow I forgot. And talking about royalty: the Rova, the Queen’s Palace, is one of the city’s sightseeing highlights:

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Der Taxifahrer meinte, eigentlich reiche das durch das Eingangstor gemachte Bild – das Gebäude an sich sei ja eh leer, nach einem verheerenden Brand 1995. Und die Führer seien so aufdringlich – wir sollten uns das sparen. Haben wir dann aber doch nicht, denn es gibt ja auch noch mehr zu sehen als diesen Palast allein. Die Führer waren WAHNSINNIG aufdringlich, aber letztlich konnten wir sie doch abschütteln und die ganze Anlage in Ruhe ein bisschen auf uns wirken lassen.

The taxi driver said to take a picture through the gate (above) and leave it at that – the building as such was empty anyway after a fire in 1995. And that the guides were such a nuisance. We didn’t listen because after all there is more to see than the palace as such. The guides were extremely obtrusive but in the end we were left to explore the place in peace and quiet by ourselves.

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Zum Beispiel diese Königsgräber – neben denen eigentlich noch ein weiterer Palast stand, der aber ebenfalls dem großen Feuer zum Opfer fiel. Eine eigene Kirche hat der Komplex auch: 1881 wurde diese sog. Fiangona, eine anglikanische Kirche, geweiht. Sie steht, vom Eingang aus betrachtet, am anderen Ende des Grundstücks, hinter dem Palast.

These royal tombs for example – which were originally accompanied by another palace that also succumbed to the flames in 1995. The compound has its own church, too: its name is Fiangona, an Anglican church finished in 1881. It’s located at the opposite end of the compound (seen from the entrance), right behind the palace.

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Und wie gesagt… ich mag ja den Blick von oben.

And as mentioned earlier… I like the bird’s eye view.

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Tanas Zentrum ist in eine Unter- und eine Oberstadt eingeteilt. Der Unterstadt haben wir und auch noch ein bisschen gewidmet: ein Spaziergang die Avenue de L’Indépendance am Rathaus vorbei hinunter zum Hauptbahnhof. Die Beschreibung der Avenue im Reiseführer als „beliebte Flaniermeile“ mit Restaurants und gemütlichen Cafés ist allerdings eine Übertreibung besonderen Ausmaßes. Beliebt ja – es war die Hölle los. Aber alles in allem eher heruntergekommen. Nichtsdestotrotz war es sehr interessant; die Erwartungen waren nur andere.

Tana center is split into an upper and a lower city. We have also found the time to have a stroll in the lower city: along Avenue de l’Indépendance past the city hall all the way down to the train station. The description of the Avenue in the guide as a „popular place for a stroll“ with restaurants and cozy cafés is a far cry from reality, though. Popular, yes – it was absolutely crowded. But in all everything was rather run down. Nevertheless, it was a good half hour nicely spent – just the expectations were different.

Tana14Auf dem Rückweg vom Hauptbahnhof, der nicht mehr angefahren wird und heute als kleines Shopping Center dient und offenbar auch für Festlichkeiten angemietet werden kann, fanden wir sehr bald Begleitung von zahlreichen Bettlern und Souvenirverkäufern. Unter letzteren auch Francoise, Chantal und Isabelle, die an Hartnäckigkeit unübertroffen sind. Sie sind uns geschlagene 20 Minuten nicht von der Seite gewichen. Im Angebot waren Vanillestangen, aus Raffia geflochtene Häuschen gefüllt mit Gewürzen u.ä. Die Verhandlungen liefen so:

„Madame, Vanillestangen! Nur 8000!“
„Nein danke, ich brauche keine Vanillestangen.“
„Wieviel wollen sie zahlen? 6000?“
„Nein danke.“
„4000?“
„Auch nicht.“
„2000? 1000? Gar nichts – gratis?“ … und schmiss sich lachend weg. Auch wenn ihr tief im Herzen sicher nicht wirklich nach Lachen zumute war.

On our way back from the train station which by the way is not in use as such anymore today (it houses a little shopping mall and can apparently be rented for parties also), we soon found ourselves accompanied by numerous beggars and souvenir sellers. Among the latter were Francoise, Chantal and Isabelle which have still to find their equals for endurance. They were our constant followers for more than 20 minutes. On offer were vanilla, little houses made from raffia and filled with spices and similar things. The negotiations went like this:

“Madame, vanilla? Only 8000!“
“No, thank you, I don’t need vanilla.“
“How much do you want to pay? 6000?“
“No, thank you.“
“4000?“
“Not 4000, either.“
“2000? 1000? Nothing – for free?“… and doubled over laughing. Even if deep inside she certainly didn’t feel like this was a laughing matter at all.

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Vielversprechende erste Eindrücke also – aber ich muss auch sagen, dass ich voller Vorfreude auf die Tage unterwegs im Land bin.

First impressions that make me look forward to more – mainly to our adventures in the rest of the country.

Barbara