Madagascar | Antsirabe

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An einem Sonntag ging es auf ins Hochland – und den Wochentag hätte man nicht verwechseln können, denn alle waren in ihrem besten Sonntagsstaat auf dem Weg zur Kirche. Über Kilometer. Manchmal schien es sogar eine Art Kirchenuniform zu geben, alle in rot-weiß (bei uns hätte man sie wohl eher auf dem Weg ins Stadion vermutet…). Apropos Stadion…

It was a Sunday when we set out to reach the highlands – and you couldn’t have confused it with any other day of the week as everybody was wearing their Sunday best and on their way to church. Over miles and miles. Sometimes there were even some sort of uniforms – at least that’s what it looked like to us, everybody dressed in red and white (I guess at home people would have thought they were on their way to the soccer stadium instead). Talking about a stadium….

Antsi4

Dieses Foto sollte mit dem Titel „Dumm wie Brot“ versehen daherkommen. Was sieht man, neben wunderbar zum trocknen arrangierten Maiskolben? Einen Kicker. Wie er in fast jedem Dorf mindestens einmal zu finden ist, bei Nichtnutzung ordentlich abgedeckt. Doch nicht nur das, guckt genau hin: den Kicker ziert eine Deutschlandfahne. Und nun die Frage: wie dumm kann man sein, quasi als amtierender Weltmeister ohne all die übriggebliebenen Aufkleber diverser Herkunft hierher zu reisen?? Wo auch immer man mit Kindern oder Jugendlichen ins Gespräch kommt, laufen die Unterhaltungen ungefähr so:

„Ihr kommt aus Deutschland?“
„Ja!“
„Podolski!!“ schreit der erste.
„Klose!“ schreit der zweite.
„Robben!“ schreit der dritte.
„ROBBEN?!“ antworte ich gespielt entsetzt. „ROBBEN?! Das ist ein Niederländer!!!“
„Wirklich?“ kommt es total erschüttert.
„Ja – aber vielleicht verwechselst du das? Der spielt bei Bayern…“

The picture above should bear the caption „As dumb as a post.“ What do you see, apart from the beautifully arranged corn cobs, left to dry? A tabletop soccer… thing. You can find it in almost every village, sometimes even two. And if they are not in use they are nicely covered. But what else: there’s a German flag on it. And now the crucial qestion: how stupid do you have to be – as the current World Champion in soccer, so to speak – not to bring all those left-over stickers that you still have left from last year?? Wherever we go, the conversations with kids and adolescents usually go along these lines:

„You are from Germany?“
„Yes!“
„Podolski!!“ the first one shouts.
„Klose!!“ the second one.
„Robben!!“ goes the third.
„ROBBEN?!“ is my mock indignant reply. „ROBBEN?! He is Dutch!“
„Really?“ is the devastated answer.
„Yes – but maybe you confuse that because he plays with Bayern Munich?“

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Von Antsirabe selbst haben wir nicht so sehr viel gesehen – wir waren uns mit unserem Fahrer, Führer und Mann für alle Fälle über die Art der Reise noch nicht so einig. Für ihn sind die Städte vollkommen uninteressant und mit einem schenllen Vorbeirauschen an Kolonialbauten und dem Markt ist es getan. Aber das konnten wir dann nach der ersten Verkaufsveranstaltung in einem Zebu-Horn verarbeitenden Betrieb rasch klären. Auf seinem Plan stand aber eh auch ein Besuch am Lac Tritriva.

We didn’t see all that much of Antsirabe – on that first day our driver and guide didn’t realize where our priorities were (and how should he have). He considers the cities rather irrelevant and just whooshing by the colonial buildings and the market is fine. But after he had stopped at the first show room for products made from zebu horn we got that all on track. Anyhow, he had also planned to take us to Lac Tritriva.

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Das ist ein Vulkankrater mit um die hundert Meter Wassertiefe, wunderschön gelegen… es war die etwa 10km auf schlechter Piste definitiv wert. Fast ärgerlich, dass wir weder Picknick noch Badeanzüge dabei hatten. Ein Führer aus dem Dorf (der sehr gut Englisch sprach… und auch Jaona hieß) hat uns einiges zur Tier- und Pflanzenwelt und auch zur Geologie erklärt. Es war eine wirklich schöne kleine Wanderung um den See.

It’s a crater lake that’s about 100m deep, in such picturesque surroundings – well worth the extra 10 km on a really bad road. We so wished we had brought a picknick and our bathing suits. A guide from the village (who spoke excellent English and who was also called Jaona) explained a lot about the local flora and fauna as well as the geology. It was a truly wonderful little walk around the lake.

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Die drei verfolgten und auf Schritt und Tritt – sozusagen als Abordnung einer viel größeren Gruppe, die uns schon am Auto mit diversen Souvenirangeboten belagert hatte. Da ließen wir uns zu nichts beknien, was dann alle dazu veranlasste zu rufen: „Après?“, also „Danach?“. Der junge Mann rechts (auch ein ausgesprochener Fußball-Fan, wie sollte es anders sein), rief dazu „Don’t forget Patrick!!“ Das dann auch wiederholt entlang des Sees. Und was soll ich sagen… ich habe ihn natürlich nicht vergessen. Aber einen Aufkleber von Mats Hummels hätte ich ihm gerne auch noch gegeben.

That threesome followed our every step – as a delegation from a much larger group that had welcomed us back at the car already and offered souvenirs. We didn’t buy anything there and then which made them all shout: „Après?“, „Afterwards?“. The young gentleman on the right (also a soccer lover, could it be different?) added „Don’t forget Patrick!“ And kept repeating that along the lake… a sales strategy that did work, I have to admit. I still would have liked to give him a sticker of Mats Hummels, though.

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Und das ist Sylvia. Als sie hörte, dass ich in meinem Heimatdorf („Du kommst auch aus einem Dorf?“) auch eine Freundin habe, die Sylvia heißt, war sie ganz angetan. Ich durfte dann ein Foto machen nachdem sie mir das Versprechen abgerungen hatte, eins von der anderen Sylvia zu schicken. Da weißt du Bescheid, Sylvia!

And this is Sylvia. When she heard that I have a friend called Sylvia in the village where I come from („You come from a village, too?“), she was thrilled. I was allowed to take a picture when I promised to send one of the other Sylvia instead. So Sylvia, be prepared!

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Auf dem Rückweg kamen wir auch an einer Kohlernte vorbei… Wenn hier Leute unterernährt sind, liegt es sicher nicht an schwierigen Anbaubedingungen oder mangelndem Angebot. Was sieht man nicht alles auf den Feldern und auf den Märkten. Wobei „Gemüse“ auf den Speisekarten derzeit IMMER Möhren, Bohnen und Zucchini heißt. Saisongemüse eben. Und Pommes oder Nudeln gibt es wohl nur für Touristen, ansonsten ist hier Reis angesagt:

On our way back we passed a cabbage harvest, huge amounts… If people here are malnourished, it doesn’t seem to be a problem of depleted soils or lack of supply. We see so many different things on the fields and markets. „Vegetables“ on the menu, though, invariably means carrots, beans and zucchini these days. Seasonal vegetables. French fries and pasta seem to be for tourists only, rice is the staple of choice:

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Zebu ist die hier verbreitete Rinderart. Die sieht man grasend, Karren ziehend oder auch pflügend in den Reisfeldern. Oder auch auf dem Weg wohin auch immer. Wahrscheinlich oft nach Ambalavao, da gibt es einen großen Zebu-Markt, den wir in ein paar Tagen wohl auch noch sehen werden.

Zebus are the kind of cattle popular around here. You can see them grazing, pulling carts or plowing the fields and rice paddies. Or on there way wherever. Probably often to Ambalavao, where there’s a large zebu market every week which we will get to see in a bit as well.

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Hier und da kommt man mal an Gleisen vorbei und fährt über Bahnübergänge – die aber zumeist nicht mehr genutzt werden. Momentan gibt es nur noch eine Strecke, die befahren wird. Und hier sieht es überhaupt nur so aus – es war eine Brücke.

Every now and then you come across train tracks – but most of them are not in use anymore. Currently only one connection is still being serviced. And on the picture below it only looks like a train crossing anyway, it’s a bridge.

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Und nun zum guten Schluss fällt mir dann auch noch auf, dass ich das „landschaftliche Highlight des Tages“ noch gar nicht präsentiert habe. Man könnte sagen, ich habe es mir als Bonbon aufgehoben… aber nein, es kam alles nur irgendwie anders. Aber ist das nicht zum Niederknien??

Last but not least I notice that I have so far not presented the day’s top pick in the landscape category. You could say I saved the best for last… but no, I just got onto a different track with this post is all. But isn’t this just too beautiful for words??

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Viele Grüße aus Antsirabe!

Lots of love from Antsirabe!

Barbara

2 Kommentare zu “Madagascar | Antsirabe

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