Madagascar | Ambohimanga

Kohlesäcke

Den zweiten Hauptstadttag haben wir nicht in der Hauptstadt verbracht. Wir haben uns für den Tag ein Auto mit Fahrer gemietet. Jaona heißt er, was sich eigentlich ein bisschen wie Johnny anhört. Mit dem machen wir und auf den Weg nach Ambohimanga (Amboïmang, wieder mit leicht verschlucktem e am Ende), was „blauer Hügel“ heißt. Und schon auf der Fahrt setzt leichte Reizüberflutung ein. Die Dame oben hat, scheints noch wenig motiviert, Säcke voller Holzkohle im Angebot. Der Herr unten steht mit seinem noch leeren Karren vor einem Geschäft, in dem Betonplatten und –pfeiler erworben werden können.

We decided to spend the second day in the capital outside of it. We rented a car with driver for the day. His name is Jaona, which sounds a little bit like Johnny. Together we go out to Ambohimanga (Amboïmongue), which means „blue hill“. And in the car we are about to get a stiff neck from looking this way, that way, this way again… there’s so much to take in. The lady above is trying to sell bags of charcoal. The gentleman below is pulling a large cart and taking a break from it in front of a store that sells concrete tiles and pillars.

Pfeilershop

Einmal angekommen ist der Besuch in diesem UNESCO Weltkulturerbe eine wahre Freude. Wir werden von einer sehr freundlichen Führerin begrüßt, die uns in fließendem Englisch die Geschichte dieser seit König Andrianampoinimerina als Sommerresidenz genutzten Anlage näherbringt. Sein Holzpalast ist in der Mitte – ein hohes Einraumgebäude mit Spitzdach, dass als Schlaf-, Ess- und Empfangsraum diente. Ein Studio, wenn man so will. Sehr einfach, mit gestampftem Lehmboden… und einem Hochbett für den König. Als wir sagten, dass in Deutschland viele Studenten aus Platzgründen Hochbetten hatten, war sie etwas sprachlos, meinte dann aber lächelnd, dass sie sich dann wie Könige und Königinnen fühlen könnten.

Once we got there, visiting this UNESCO World Heritage Site was a real pleasure. We were welcomed by a very nice guide who explained the history of this place, that was a royal summer residence since King Andrianampoinimerina used it as such. His wooden palace is in the center – a very high ceilinged one-room building with a pointed roof which was used as bed-, dining- and reception room. A studio apartment, if you wish. Very simple with a floor of compacted soil… and a raised bed for the king. When we mentioned that raised beds are often used by students in Germany, trying to make the most out of small rooms, our guide was a little speechless but then remarked with a smile that they can surely feel like kings and queens then.

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Grabstätten wie im Rova in Tana gab es auch wieder, aber interessanter waren eigentlich die beiden von Königin Ranavolona I. 1871 gebauten zweistöckigen Gebäude, oben jeweils mit einer Galerie /Balkonen und schönen Holzverzierungen. Im ersten Stock sind die Gebäude über eine Brücke verbunden. Innen war das Fotografieren nicht gestattet, da es sich um heilige Stätten handelt. Es kommen weiterhin Menschen, um hier zu opfern und zu beten. Aber besonders der Empfangs- und Speisesaal im Erdgeschoss des einen Hauses war beeindruckend (hier wurde u.a. auch Winston Churchill empfangen), sowie das vollkommen verglaste Arbeitszimmer im zweiten Stock des anderen Hauses, mit fantastischem Ausblick.

Again there were also tombs as we had also seen at the Rova in Tana but the two two-floor buildings added by Queen Ranavolona I. in 1871 were rather more fascinating. They both have a gallery /balcony and featuring very pretty woodwork. On the second floor the buildings are connected via a bridge. Photography inside was not permitted as the buildings are considered sacred places. TO this day people come to pray and sacrifice. But the reception and dining room on the first floor of one building in particular was impressive (Winston Churchill apparently dined there once) – as was the office on the second floor of the other house, featuring a breathtaking view.

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So als Weihnachtsfan ist man hier auch bestens aufgehoben, denn es gibt an jeder Ecke riesige Büsche, um nicht zu sagen WeihnachtssternBÄUME. Unsere Führerin, die sich auch mal ein bisschen Deutsch angeeignet hat, hatte die Vokabel Weihnachtsstern auch parat und hat uns dazu dann noch erklärt, dass die Pflanze hier einfach die Madagaskar-Pflanze ist, weil die grünen Blätter, wenn man sie in der Mitte faltet, die Form der Insel haben.

This is a wonderful place for a Christmas fan, too, as there are huge bushes – or should I say trees – of poinsettia on practically every corner. Our guide who has also endeavored to learn some German some time ago, even knew the German word for it and went on to explain that here they simply call it the Madagascar plant because when you fold the green leaves down the middle, the shape is more or less that of Madagascar.

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Nichts jedoch toppt den Ausblick vom Gipfel des blauen Hügels – es war ein ähnlicher Anblick wie vor zwei Jahren in Sigiriya in Sri Lanka: schier unendliche Weiten bis nach Tana und das Hochland im Hintergrund und man sitzt da einfach nur sprachlos in der Brise und genießt. Und stellt mal wieder fest: bei Königs wissen sie schon, wie man es sich gutgehen lässt!

Absolutely nothing, though, beats the view from atop the blue hill – it was similar to that in Sigiriya in Sri Lanka two years ago: endless views all the way to Tana and the highlands beyond and you just sit there in the breeze and enjoy. And notice again: the royals sure did know where and how to get the best of everything!

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Und selbst DAS gibt es auch mit Weihnachtsstern!

And even that can be had with poinsettias!

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Beim Abstieg wurde es dann auch deutlich lebhafter: Schulklassen und riesige Horden Pfadfinder waren ebenfalls zur Besichtigung gekommen.

When we descended again things got a lot livelier as there were school classes and huge crowds of boy scouts coming to visit.

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Und, wer hätte es vermutet, hier ist ja jeder Vorgarten bzw. der Straßenrand ein halber botanischer Garten. Deswegen dürfen auch erste Einblick aus diesem Bereich nicht fehlen.

And who would have guessed: every front yard or just the road side here are practically botanical gardens. So of course a few impressions from that end must be included as well.

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Auf dem Rückweg zum alten und original erhaltenen Eingangstor (ein gutes Stück vom Palastkomplex entfernt) konnten dann auch noch einige Eindrücke des Alltagslebens gesammelt werden.

On our way back to the old and original entrance gate (quite a ways away from the actual palace grounds) we were able to take in a bit more of daily life in Ambohimanga village.

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Zurück in Tana wollten wir eigentlich noch den Zoo und Botanischen Garten besuchen, aber der war unerwartet geschlossen. Vielleicht ergibt sich da gegen Ende der Reise noch eine Gelegenheit. Jetzt geht es erstmal los Richtung Süden!

Back in Tana we had planned to go see the zoo and botanical gardens, too, but they were unexpectedly closed. Maybe there will be an opportunity towards the end of the trip. For now, we are getting ready to go south!

Barbara

3 Kommentare zu “Madagascar | Ambohimanga

  1. Wonderful commentary & pictures!!
    I too have seen poinsettia ‚trees‘ in the Phillipines.
    Absolutely stunning!
    You brought back great memories for me!

    Gefällt mir

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