Neues von der Couch

Und das im wahrsten Sinne des Wortes! Es läuft in diesem Moment die Qualifikation für den olympischen Skisprung-Wettbewerb von der Normalschanze, die Deutschen schlagen sich gut und ich kann es nicht erwarten, dass es so richtig losgeht!! Auch wenn der Wetterfrosch im Ersten schon unkte, dass es morgen wetterbedingt wohl nichts werden wird mit der Herren-Abfahrt. Es liegt am sog. Pineapple-Express, einer Warmluftströmung, die von Hawai’i her auf Vancouver und benachbarte Gebiete zufließt. Wieder was gelernt. Aber ob die Abfahrt trotzdem ausfallen muss, werden wir ja noch sehen, HA!

Auf der Couch, wie gesagt, das Netbook auf den Oberschenkeln und während noch irgendwelche Südkoreaner von der Schanze gingen, klingelte das Telefon und alles was zu hören war, war ein verzerrtes Quetschkommoden-Duo… bis sich meine Mutter meldete und meinte, sie wolle mir diese musikalische Einlage während des Kurzurlaubs in Inzell nicht vorenthalten. Wenn da nicht doch noch ein wenig Affinität zur Technik geweckt werden kann…

Also, auf der Couch, wo ich zu viel bin, viel zu viel. Ich will Fahrrad fahren, denn ich merke, dass mir einmal Badminton pro Woche nicht reicht… aber es ist viel zu kalt, viel zu glatt… stattdessen wahre Fressattacken, die ich einfach nicht in den Griff kriege… aber noch steht das Jahresendziel und hoffentlich bleibt es dabei, bis ich wieder richtig loslegen kann. Aber dann kommt ja auch noch ein Urlaub dazwischen… 44 Tage noch bis zur Abreise… dann Java, Bali und Malaysia… aber dazu beizeiten mehr – jetzt geht’s um Winter.

Auf der Couch, wie gesagt, wenn ich nicht am Tisch sitze und… bastele. Wer den Blog auch ohne Wink mit dem Zaunpfahl verfolgt wird bemerkt haben, dass es in der Zwischenzeit bereits zwei nicht angekündigte Einträge gegeben hat, noch dazu in englischer Sprache. Ich bin den Wettbewerben der Card Positioning Systems verfallen, habe in der Zwischenzeit zweimal teilgenommen und habe doch allen Ernstes schon drei Kommentare von Mitbastlern bekommen. Es ist spannend. Und es macht Spaß. Ich probiere viel aus… Und habe mir – auf der Couch – alle 315 bislang eingestellten Wettbewerbsteilnehmer angesehen. Ja, die Teilnehmer – und ihre Kreationen. Eine neue Vokabel habe ich dabei auch gelernt: SAHM (Stay At Home Mom), so beschreiben sich die meisten, wenn sie denn US-Amerikanerinnen sind. Aber da gibt es Teilnehmer aus Russland, Finnland, den Niederlanden, Spanien, Neuseeland, Israel… jetzt auch eine aus Deutschland!

Auf der Couch… nein, am Schreibtisch geht auch mein Postcrossing weiter. Daraus ist dann nun doch eine Brieffreundschaft entstanden, je ein Brief wurde bereits verschickt. Mein Gegenüber ist eine 67-jährige Frau aus Kalifornien, die das Leben lebt, das ich mir für 67 erträumen würde. In Rente seit Ende 40 verbringt sie den Tag mit Briefeschreiben, lesen, und BASTELN, wenn sie nicht mit ihrem Mann auf Reisen ist. Und wir reden von REISEN, nicht Urlaub. Wir reden von 7 Wochen Indonesien oder 4 Wochen Patagonien und so was… Ich las und las und meine Kinnlade fiel immer weiter runter. Ich sehe mich leider mit 67 immer noch berufstätig, aber wofür spielt man schon Lotto…

So, nun habe ich noch ca. 3,5 Stunden Zeit bis der Rückblick auf 86 Jahre (oder so) olympische Winterspiele kommt. Und vielleicht stelle ich mir doch noch den Wecker für die Eröffnungsfeier. Ich muss aber ja auch morgen fit sein, denn ich kriege Besuch auf der Couch. Ein Olympia-Gast, der evtl. bis Montag bleibt. Das ist Sport, fördert den Teamgeist!! So werden wir dann gemeinsam schreien… und ich kann den Nachbarn gegenüber behaupten, dass ich für den Krach nicht verantwortlich bin… Die Couch steht allen Wintersportbegeisterten an jedem Abend offen – ich bin hier. Aber NUR für die Sportübertragungen, kein Small-Talk in spannenden Momenten, das führt zur sofortigen Disqualifikation!

Also, Ski heil und schönes Wochenende!
Barbara

Mummy – CPS 153

Okay, now it’s official: I got hooked… There are tons of firsts that went into this week’s card creation: first square card I ever made, first „baby card“, first-time use of brads… getting there. It made for a relaxing Sunday afternoon!

Supplies
Card: Max Bringmann KG
Paper: BasicGrey lemonade paper pad (green), no-name (pink)
3D image: courtesy of „Kreativ mit Karten“ fall 2009
Brads: no-name
Ribbon: from a box of chocolates (you can tell: I’m into recycling)
Punch: Westcott
Glitter: Stickles (magenta)

CPS 152

Here goes… As some of you have realized, I’ve been getting more and more into paper crafts, mainly the creation of cards. I follow a few blogs on the subject regularly (read: daily) and have started testing new techniques as well. A couple of days ago I came across what I believe to be a recurring challenge by CPS – Card Positioning Systems. They give you a sketch which sort of outlines the basic set-up your card is supposed to have and lets your imagination run wild along these lines. I found no „rules“ anywhere but… I decided to participate with an entry… I have wondered all along just HOW creative these people have to be who basically come up with a new idea every day. I find it hard to be creative on schedule so my intention with this was to just get it done – be inspired enough to create something that I wouldn’t be completely embarrassed to see posted on my blog. Mission accoplished.

I realize that everybody always tells people what materials they used. Well…
Cardstock: Clairefontaine Pollen
Papers: BasicGrey Eva paper pad
Flowers: no-name products
Ribbons: no-name products

Frohes neues!

aus: Boston Globe, 28.12.2009

Unser Eggnog war auch gut und erstaunlich schnell weg; da müssen wir 2010 vielleicht doch mal das Rezept verdoppeln. Aber jetzt ist es halt offiziell: Weihnachten ist vorbei. Ich habe den Baum und das allermeiste andere an Deko heute abgebaut. Gestern Abend habe ich die Kugeln bereits verpackt und die Lichterketten aufgerollt – und mich dann ca. zwei Stunden gefragt, ob ich den Baum wohl wie bisher immer „intakt“ durchs Treppenhaus zur Straße bringen, Knut spielen und ihn nachts um 2 oder 3 Uhr auf die Straße werfen oder tatsächlich die vom Onkel geschenkte neue Stichsäge zum Einsatz bringen soll. Schließlich hatte ich es in einem Gespräch mit einer Großtante jenseits der 80 aus Frankfurt schon angekündigt:

„Barbara, frohe Weihnachten! Was hat denn dir des Christkind gebracht?“
„Frohe Weihnachten! Oh, eine Stichsäge zum Beispiel.“
„A Stichsääsch? Ja, was machst denn du mit a Stichsääsch?“
„Alles mögliche, aber wahrscheinlich zuerst mal im Januar den Weihnachtsbaum klein.“
„Ahja… Ja, ja, des Christkind des weiß halt immer, was man braucht, gell?“

Die Nacht vom 21. auf den 22.12. brachte gegen 1:30 Uhr mit dem letzten von ca. 90 Zimtsternen den größten Triumph der letzten Jahrzehnte. Nach einem immerwährenden Kampf, der schon so lange anhielt, wie ich in Eigenregie Plätzchen gebacken habe, und jedes Jahr mit einem neuen Rezept als Strategie geführt wurde, wurde ein Traum wahr: ich habe Zimtsterne gebacken, die NICHT hart wurden. Und nicht grau aussahen. Und nach Zimt schmeckten. Und in Form blieben. Die einfach PERFEKT waren. Ich vermute, es lag an einem Esslöffel Johannisbeergelee, den das neueste Rezept vorsieht. Damit war klar: es konnte kommen was wolle, Weihnachten würde gut werden. Auch wenn der Schnee pünktlich zu Heiligabend wieder weg war. Aber es wurde mir außerdem klar, warum das Schreiben von Weihnachtskarten mir so wichtig ist. Frank Sinatra ist schuld. Der träumt nicht nur von einer weißen Weihnacht, sondern tut das mit jeder Weihnachtskarte die er schreibt – da kommt also eins zum anderen… („I’m dreaming of a white Christmas, with every Christmas card I write.“)

Ernsthafte Sorgen bereitete mir das im Sommer formulierte “Jahresendziel”, also am Morgen des 31.12.2009 10 kg weniger zu wiegen als zu Beginn meiner Aktion im Juli. Von kalorienreduzierten Plätzchen u.ä. hatte ich ja schon seit langem Abstand genommen, dann kamen die eigentlichen Feiertage… und dann auch noch ein Spieleabend mit Drei-Gänge-Menü… Aber, allen Unkenrufen zum Trotz, hat es dennoch geklappt, es waren 10,5 kg weniger. So kann es also weitergehen, im neuen Jahr. Weitere 10 kg stehen auf dem Plan. ATTACKE!

Dass es langsam noch mal Zeit wurde, einen neuen Blog-Eintrag zu formulieren, wurde spätestens vorgestern morgen im Bus zum Bahnhof klar (ja, bei diesem Wetter lasse ich das Fahrrad stehen und wie sich zeigte, entgeht einem einiges, wenn man nicht hier und da mal Bus fährt). Wahrscheinlich ist es keine allgemeine Charme-Offensive der Stadtwerke, sondern eine engagierte Einzelperson… Der Bus platzte aus allen Nähten und wie immer war die ganz hinten zuletzt eingestiegene Person in der Lichtschranke und es ging nicht weiter, denn die Tür blieb auf. Es kam jedoch kein geranztes „Tür frei machen!“ vom Busfahrer, sondern ein nicht akzentfreies „Guten Morgen! Auch heute kann ich leider nur weiterfahren, wenn die letzte Tür frei ist. Vielen Dank!“ Zack, weg, Tür zu, Bus fährt los. An der übernächsten Haltestelle, wo gewohnt viele Schüler ausstiegen, meldete er sich erneut: „So, hier Beringstraße, wo die Schüler alle aussteigen müssen. Allen, die nun in die Schule dürfen oder auch müssen wünsche ich einen ganz tollen Tag!“ So langsam machte sich auf jedem Gesicht ein Lächeln breit und irgendwie wurde es auch still. „Einmal rechts noch dann sind wir am Bahnhof. Ich wünsche allen, die zur Arbeit gehen, einen angenehmen Tag und wenn noch Schüler dabei sind, viel Spaß in der Schule! Auf Wiedersehen!“ Er kam an, und wie. „Voll korrekt, der Busfahrer, echt Klasse!“ meinte ein plötzlich gar nicht mehr verschlafener 15-jähriger zu seinem Kumpel und ein Mädchen der gleichen Altersgruppe erzählte brühwarm einer Freundin, die aus einem anderen Bus kam, was wir für einen coolen Busfahrer hatten, der einem einen angenehmen Tag wünscht. „Voll krass,“ meinte die Freundin.

Das Postcrossing geht auch weiter. Mittlerweile habe ich 12 Karten erhalten und auf eine Karte, die ich an eine Frau in Auburn, Kalifornien geschrieben habe die Rückfrage, ob wir nicht mal ein paar Briefe austauschen wollen. Mit der Vorwarnung, dass es bei mir schon mal Monate dauert, bis die Antwort kommt, hat sie sich darauf eingelassen und angekündigt, als erste zu schreiben. Dann bin ich ja mal gespannt. Nein, ich habe noch nicht genug zu tun… Ein Herr aus Bahrain hat mich angeschrieben und direkten Postkartenaustausch angefragt – das habe ich abgelehnt, aber Postkarten gegen Sand vorgeschlagen, ich habe nun eine Postkarte geschickt und werde, sollte jemals Sand ankommen, eine weitere Postkarte schicken.

Noch 33 Tage bis Vancouver! 🙂

Bis bald
Barbara

Endlich kalt!

Na, wenigstens halbwegs. Und laut einer großen Tageszeitung wird dem Rheinland eine 75%ige Chance auf eine weiße Weihnacht gegeben. Da kann man ja hoffen!

Bereit für die Invasion der Kaffeeklatschler

Schon der dritte Advent – und wieder geht das alles viel zu schnell vorbei. Ich muss im kommenden Jahr den Advent vielleicht schon auf Anfang November ziehen und dem Kranz 8 Kerzen verpassen. Wäre doch auch vielleicht mal eine Maßnahme? Hier „em Veedel“ gab es am Freitag vor dem zweiten Advent sogar eine Adventsnacht, in der die Geschäfte bis 24 Uhr geöffnet hatten. Eine Erkundungstour gegen 21 Uhr brachte zutage, dass das gar nicht so schlecht anzukommen schien. Die Glühwein-, Waffel- und sonst was Stände hatten allerdings nicht wirklich Konjunktur – das Wetter war wohl einfach zu schlecht. Auf den Wahnsinn des heutigen verkaufsoffenen Sonntags kann ich gut verzichten und habe mich meiner altbekannten Leidenschaft gewidmet: Wintersport. Vom Sofa aus. Biathlon, Bob, Ski Alpin, Skilanglauf… man muss ja in dieser Saison noch besser als sonst wissen, wovon man redet, denn es ist ja wieder soweit: OLYMPIA. 61 Tage noch. Und auch die Curler kommen in Form, jedenfalls die Frauen, die sind Europameister geworden.

Advent hin oder her – man sieht ja trotzdem auch mal fern, wenn man nicht für den Auftritt des Chors probt und trällernd Abendessen zubereitet. Jedenfalls sieht man dann, mit einem gern gesehenen Gast auf der Couch, so eine amerikanische Serie, die man häufiger auf dem Plan hat. Und in dieser Serie war die Frau die Böse, die – und weil sie – seit über 30 Jahren ihr ungeborenes Kind im Bauch trägt. Ja, genau – das war die Aussage. Wir sahen uns nur an und zogen ernsthaft in Erwägung, dann doch in Zukunft andere Kanäle zu wählen, denn schwachsinniger könnte es kaum werden. Aber es war ja so bizarr, dass ich es nicht lassen konnte und begab mich an eine Internetrecherche. Und was denkt man: das gibt es tatsächlich. Das Phänomen ist als „Steinbaby“, „Stone baby“ oder „Lithopedion“ bekannt. Es handelt sich um versteinerte Föten, die, meist im Rahmen einer Bauchdeckenschwangerschaft (gibt’s das? „abdominal pregnancy“?) starben und von einer für den Körper der Frau schützenden Kalkschicht überzogen werden. In 400 Jahren medizinischer Aufzeichnungen sind weniger als 300 Fälle bekannt. Die meisten gibt es in weniger entwickelten Ländern, wo die Frauen es, weil sie beschwerdefrei sind, jahrzehntelang nicht merken… abgesehen von diesem bis zu 7 Pfund schweren irgendwas im Bauch… Eine hatte danach fünf weitere erfolgreiche Schwangerschaften… Das ist schon ziemlich spooky und kein Wunder, dass sich Halloween-Seiten diesem Thema widmen… Aber es gibt echt nichts, das es nicht gibt, oder?!

Ein Update zum Thema „Postcrossing“… Bislang habe ich neun verschickt, von denen vier als angekommen registriert wurden. Und erhalten habe ich auch schon drei: eine von einer auf Klassenfahrt befindlichen Schülerin aus Finnland, eine von einem Postbeamten aus der tschechischen Republik und eine weitere von einer Weihnachtskartenbastlerin aus Malaysia. Es scheinen besonders Finnen an diesem Hobby Gefallen zu finden (speziell mit Blick auf die kleine Grundgesamtheit…). Aus Finnland wurden bereits 643.118 Karten versandt – aus China 107.390. Oder aus Deutschland, vielleicht der bessere Vergleich: 434.253. Ich bin gespannt, wie es weitergeht! „Nicht teilnehmende Länder“ sind fast ausschließlich in Afrika – selbst in Afghanistan gibt es 11 Nutzer. Fiji ist noch nicht vertreten. Die DR Kongo hat einen, aber der hat noch keine Karte verschickt… Ich liebe Statistiken.

Mich aber erinnerte dieses „finnische Interesse“ an IYS, den International Youth Service, mit Sitz in Finnland, der mir ab ca. 1985 sicher an die 30 Brieffreunde in aller Welt vermittelt hat. Habe das eben mal gegoogelt und musste – nicht ganz unerwartet – feststellen, dass die Organisation, die es seit 1952 gab, im Sommer 2008 ihre Dienste für immer eingestellt hat – überrollt vom Internet. Dazu las ich aber einen schönen Blog von jemandem, die auch ein Fan von Brieffreundschaften war und ist… Ach ja…

Aber nun sind noch einige HANDSCHRIFTLICHTE, PAPIERNE Weihnachtsgrüße zu schreiben und ich mache mich besser mal daran…

Happy Advent! 😉
Barbara

Endlich Advent!

aus: Boston Globe, 02.12.2009

Lang, lang ist’s her, seit ich zuletzt gebloggt habe – aber auf vielfache Nachfrage (ernsthaft!) kommt nun mal wieder was … aber ich bin derart in der Kreation von Weihnachtskarten aufgegangen, dass ich, wenn ich „home alone“ war, nicht viel anderes gemacht habe. Und ich könnte auch jetzt noch immer weiter basteln – wo ich auch gerade festgestellt habe, was im nächsten Jahr das Hauptmotiv für die Karten sein wird.

Es freut mich beim täglichen Check des Cartoon-Teils des Boston Globe immer wieder, dass auch Garfield so ein Weihnachtsfanatiker ist. Und wie gerne hätte ich den schon einmal verwendeten Cartoon von Jons Baumkauf noch mal benutzt… aber das wäre ja langweilig. Aber ich kam mir schon so ein bisschen vor wie er („Ich möchte einen großen Weihnachtsbaum!“ – „Sie gefallen mir!“ – „Ich rede von RIESIG!“ – „Reden wir über die Finanzierung!“). Das Bau- und Gartencenter meines Vertrauens hat mich in diesem Jahr schwer enttäuscht. Das, was da rum stand, war eher als Krüppelkiefer zu bezeichnen, denn als Nordmanntanne. Da stand ich dann, bereit zu allem, und nichts ging. Hektisch überlegte ich, wo ich den bloß noch einen Baum würde auftreiben können… und da fielen mir die zahlreichen Busfahrten von vor vielen Jahren ein, als ich noch sozusagen in einem Suburb wohnte und in der Adventszeit immer an diesem privaten Weihnachtsbaumverkauf lang gefahren war. Ich machte mich auf den Weg dorthin und mein Herz sank mit in die Kniekehlen, als ich den spärlich ausgestatteten Vorgarten des Hauses sah. Ich war kurz davor, unverrichteter Dinge wieder umzudrehen, aufzugeben, mich der Enttäuschung hinzugeben – stieg dann aber doch aus und brachte mein Anliegen vor. „Kommen Sie mal mit nach hinten,“ sagte der freundliche Verkäufer und ich dachte „Jeder nur einen Baum!“ Und da hinten tat sich ein riesiges Lager auf, HUNDERTE von Bäumen, einer schöner als der andere. Da kam der Finanzierungsaspekt ins Spiel und ich konnte ihn um 10 Euro runterhandeln bei meiner 3m-Nordmanntanne… Sie hätten auch geliefert – nächstes Jahr mache ich das direkt da, dann miete ich nicht extra ein Auto an… die Bushaltestelle ist direkt vor dem Haus.

Der Santa aus Uganda... könnte auch neues Mitglied bei ZZ Top werden...

Nun steht er also, der Baum, fast schon eine Woche, gehen wir doch rasant auf den zweiten Advent zu. Ich hatte mir zu meiner üblichen „einfache rote Kugeln“-Ausstattung auf den Tipp und mit der Organisation einer Freundin noch ein paar Highlights besorgt – rote Kugeln mit Glitzer! Und ich bin begeistert. Die Elche werden auch immer zahlreicher… auf dem Weihnachtsmarkt gab es im Shop der Kitschigkeiten aus Rothenburg o.d.T. auch welche… und EINER wenigstens musste ja sein. Eine Freundin aus Uganda hat mich darüber hinaus mit zwei weiteren Besonderheiten versorgt.

Der Engel aus Uganda... weiß, blond, elfenhaft wie wir sie kennen... total schön.

Auch die Weihnachtsbäckerei lief schon auf Hochtouren, aber zu den neuen Rezepte, die ich ausprobieren wollte, bin ich noch nicht gekommen. Aber Lebkuchen-Brownies hören sich doch verführerisch an, oder? Oder Orangen-Himbeer-Taler gedippt in Zartbitter-Schokolade? Ja, ich zähle auch noch Punkte, befinde mich aber momentan in einer Konsolidierungsphase 🙂 Vor einigen Wochen hatte ich ja bereits durch einen Selbstversuch leidvoll erfahren müssen, dass „kalorienreduziert“ und „Weihnachten“ zwei nicht miteinander vereinbare Konzepte sind. Das habe ich nun akzeptiert, bin noch bei -12kg und wenn es am Morgen des 31.12. noch -10 sind, dann ist das gesetzte Ziel erreicht. Ab Januar gehe ich dann wieder in die Vollen.

Da gibt man dann also Beträge, die man besser gleich wieder vergisst, für einen Baum aus, für Christbaumkugeln, für Elche, backt aufwändige Leckereien – man gönnt sich ja sonst nichts. Und dann kommt man ins Gespräch mit dem Menschen, dem man an der Unterführung immer die Obdachlosenzeitung abkauft. Kennt ihr die? fifty-fifty. 50% des Preises gehen an den Verkäufer. Und ich kaufe sie mittlerweile nicht mehr nur, um den „Euro“ abzudrücken, sondern weil da wirklich interessante Artikel drinstehen. Da reden wir nun über das Wetter, über das Interview mit Bob Dylan in der neuesten Ausgabe oder dass das Geschäft schlecht geht und ich habe nichts aufbauenderes zu sagen als „Komisch, dabei gab’s doch schon Weihnachtsgeld…“ Und dann frage ich, wie lange er hier denn täglich so rum steht und was dabei rumkommt. Naja, so 8 oder 9 Stunden, wenn’s nicht zu kalt ist oder NUR regnet. Und an guten Tagen verkauft er vielleicht 15 oder 17 Zeitungen – was einen Reingewinn von sage und schreibe 15,30 Euro ausmacht. Leute, kauft von den Zeitungen.

Das hier könnte ein ganz langer Eintrag werden, ein rekordverdächtiger, aber ich beschränke mich auf nur noch einen weiteren Hinweis. Man hat mich mit einer neuen Sucht infiziert. Sie kam ganz harmlos an, aus Kanada, eine kurze Mail mit einem Link und dem Hinweis, dass das sicher was für mich sei. Postcrossing heißt meine neue Sucht. Und für Ex-Brieffreundschaftsabhängige ist das der definitive Rückfall. Es geht um den Austausch von ECHTEN Postkarten, nix virtuelles. PAPIER. HANDSCHRIFT. POSTSTEMPEL. Man meldet sich da also an, nennt seinen Namen, Adresse und Geburtstag, wenn man will noch sein Geschlecht und dann geht’s los. Man kann immer bis zu 5 Postkarten „am laufen“ haben. Vollkommen wahllos werden einem auf Anfrage Adressen von Menschen irgendwo auf diesem Planeten genannt, die gerne eine hätten. Eine Postkarte. Meine ersten fünf Kontakte waren nach Taiwan, Australien, Holland, USA und Spanien. In Taiwan war die Karte nach 5 Tagen angekommen. Heute meldete sich der Spanier. Jede Karte, die als angekommen registriert ist, macht mir wieder eine neue Möglichkeit frei, eine Adresse anzufordern. Taiwan habe ich gegen Russland eingetauscht, Spanien gegen Finnland. Da kann man mehr draus machen oder es dann auch sein lassen. Bekommen habe ich noch keine… Und, der Clou für so (land-)kartenverliebte Menschen wie mich: alle registrierten Karten werden auf einer Weltkarte eingetragen…

So denn, ich muss das nun noch online stellen… Upps, ob ich überhaupt noch weiß, wie das geht?!
Viele Grüße!!
Barbara

Erkenntnisse

Winterzeit… die Umstellung auf selbige kam mir sehr gelegen am vergangenen Wochenende. Es geht mal wieder soviel ab, man kommt zu nichts – was auch an der ungewohnt langen Pause an dieser Stelle zu merken war.

Die vergangenen Wochen haben allerdings auch wichtige Erkenntnisse erbracht.
Stand-der-Dinge-neu1) Man kann auch nach einer Woche mit wie gewohnt exzessivem Kaffeeklatsch das Gewicht halten
2) Die Olympischen Winterspiele in Vancouver 2010 finden tatsächlich über Karneval statt – Eröffnungsfeier am Freitag nach Weiberfastnacht. Noch besser wäre natürlich, wenn es eine Woche vorher wäre, aber man nimmt, was man kriegen kann.
3) Das Test-Backen von kalorienreduzierten Weihnachtsplätzchen ist schiefgegangen. Einfach nur ekelhaft. Sie waren nicht nur nicht Gästen anzubieten, ich habe sie komplett weggeschmissen. Erkenntnis: kalorienreduziert und Weihnachtsplätzchen in einem Sinnzusammenhang ist nicht möglich. Aber dafür habe ich den Testballon ja auch frühzeitig gestartet…
4) Fliegende Viecher in Deutschland lieben mich – per Fahrrad auf dem Weg zur Stadt am Drachenfels am vergangenen Freitag hatte ich eine Kollision mit einer Wespe, wie ich vermute, ich habe sie nicht gesehen. Die hat es geschafft, bei hochgestelltem Kragen einer Fleece-Jacke den Hals zu finden – und zuzustechen. Bin mal gespannt, wann denn wohl die Schwellung verschwindet.
5) Jetzt ist es schon soweit, dass mir von Lesern dieses Blogs „unaufgefordert“ Bücher zugesandt werden (vielen Dank dafür!).

Bei diesem Buch handelt es sich um „Mit der 5-Elemente-Ernährung zur Wohlfühlfigur. Wie Sie Ihr Gewicht dauerhaft halten oder reduzieren – und sich vor Ernährungsirrtümern schützen“ von Barbara Temelie. Ihr Ansatz basiert auf der Traditionellen Chinesischen Medizin, was mir den Zugang deutlich erschwert – ich glaube, ich bin dauerhaft traumatisiert! („Chinesen wollen immer nur das eine – sie wollen ihr Qi vermehren.“) Nein, im Ernst: ich bin noch nicht dazu gekommen, mich eingehender damit zu beschäftigen. Sympathisch fand ich schon in der Einleitung den Hinweis auf die praxisorientierten Kapitel, wenn man das ganze theoretische Drumherum nicht durchexerzieren will.

Aber nun denn. Ich habe immer noch keine neue Sportoption für den Winter gefunden. Ich war schon soweit, mich für einen Aerobic-Kurs anzumelden – leider hat das Fitness-Studio, dass ich ins Auge gefasst hatte, mittlerweile dicht gemacht. Hm. Sehen wir also weiter…

Macht’s gut!
Barbara

Sabotage

Nach Feierabend unterwegs am herbstlichen Rhein

Nach Feierabend unterwegs am herbstlichen Rhein

Es ist nicht immer nur der innere Schweinehund, den es zu überwinden gilt. Am vergangenen Montag holte ich nach der Arbeit das Fahrrad in der Radstation ab – und es war platt. Also keine Radtour. Als ich dann nach Ewigkeiten mit dem Bus doch noch „em Veedel“ ankam (zu Fuß wäre ich wahrscheinlich 10 Minuten früher da gewesen), fraß der Geldautomat meine Karte. Noch 5,52 Euro im Portemonnaie und ein leerer Kühlschrank – mittlerweile, nach all dem Hin und Her mit Fahrrad und Bus, hatte die Filiale direkt daneben leider auch schon geschlossen…

Entnervt die Wohnung betreten und das klingelnde Telefon abgenommen: das Geldinstitut mit der Nachricht, man habe meine Karte eingezogen (ach!), denn es existiere in Frankreich eine Dublette davon (ACH!!!!!!!). Irgendwie, irgendwo im Urlaub kopiert worden. Der Versuch an Geld zu kommen scheiterte für die Verbrecher jedoch, weil man bei der französischen Bank irgendwie gemerkt hatte, dass es sich um eine falsche Karte handelte. Glück gehabt. Neue Karte bereits in Auftrag.

Am nächsten Tag repariertes Fahrrad geholt, abends beim Badminton gewesen – am Morgen danach schon wieder platt (Fahrrad und Fahrer). Also wieder ein Tag ohne Chance auf Bewegung. Dafür über Umwege und das Unternehmen, das sich meiner allgemeinen Meinung nach, besonders wenn ich in der Mittagspause in der Schlange zum Erwerb simpler Postwertzeichen stehe und ca. sieben Menschen jenseits der Erwerbstätigkeit eingehende Beratung für anstehende Investitionen einholen müssen, auf das Geschäft der Briefzustellung konzentrieren sollte – dieses Unternehmen nun schaffte es, mir ohne Karte Zugang auf mein dortiges Sparkonto und somit Geld zu verschaffen… „Lassen Sie mich mal was fummeln.“ Einerseits habe ich mich gefreut, dass ich wieder flüssig war (eine Frage der Öffnungszeiten), andererseits kann einem das auch Angst machen, oder?!

Nun ja, so geht es weiter – das Wochenende war sehr kreativ mit Blick auf Weihnachten, was zur Folge hat, dass ich in mir ruhe (kann nicht allzu lange anhalten…) und trotz nun vorhandener Tintenpatrone eine neue Grafik auf nächste Woche verschiebe. Nur soviel: es geht weiter abwärts. Das Dutzend ist fast voll. Noch drei mehr vor der Adventszeit und ich bin beruhigt. Glaube ich.

Macht’s gut – bis bald!
Barbara

Schweinehund, innerer

Tja, ich müsste wohl wieder so ein bisschen in meinen Sport-Rhythmus kommen. Ach ja, vielleicht fahre ich Fahrrad? Aber es sieht so regnerisch aus. Es regnet bestimmt gleich. Und nass werden ist jetzt auch nicht so der Bringer. Aber ich muss was tun. Noch ist es ja trocken. Und ein bisschen Regen hat noch keinem geschadet. Aber wenn’s jetzt richtig schüttet…? Da habe ich echt keine Lust drauf. Und irgendwie, ich müsste ja auch noch einkaufen, morgen ist Feiertag. Wie viele Punkte mich wohl der Süßkram eben gekostet hat? Mann, dass ich da nicht standhaft bleiben konnte, dämliche Jubiläumspackung. Sollte ich die mal online durchrechnen… 647 kcal pro hundert Gramm. Holla. Auf die gleiche Menge 47g Fett. Hmmmmmm. Wie viel war in der Packung? 137 Gramm. Scheiße… Oh GOTT!!! 21 Punkte nur dafür!! Ich hätte das nicht nachrechnen dürfen, Mist, Mist, Mist. Da kann ich soviel Rad fahren wie ich will, das krieg ich nicht mehr aufgeholt diese Woche. Aber komm, so ein bisschen Rad fahren – alles ist besser als nichts. Wenn du einmal drauf sitzt, ist es doch gut. Und wirklich, man kann sich ja auch mal ein paar Minuten unterstellen, wenn es ganz schlimm kommen sollte. Och nee, jetzt einfach ne Kanne heißen Tee aufbrühen und hier sitzen bleiben, die Woche ausklingen lassen – hört sich doch viel besser an. Oder aber ich schaffe mir einen echten Anlass, mich auf’s Rad zu schwingen, nicht so was abstraktes wie „das ist gesund und verbrennt Kalorien“. Okay… okay… Was könnte ich machen? Ich brauche eine neue Tintenpatrone. Ich könnte die alte füllen lassen in dem Laden abseits von allem. Ja, komm, mach das. Du brauchst Tinte für die nächste Gewichtsgrafik, wenn schon für nichts anderes. Okay… okay… Wo ist das Portemonnaie…

Boah, ist das kalt. Und dann tränen die Augen jetzt beim Fahrradfahren. Vielleicht sollte ich die Sonnenbrille aufsetzen, die ist größer und hält den Wind besser ab. Aber das sähe ja schon irgendwie ziemlich dämlich aus bei diesem Wetter. Naja, nach so ein bisschen fahren ist es so kalt auch gar nicht mehr. Irgendwie hängen die Wolken auch viel zu hoch für Regen… Die Fleece-Jacke hätte wohl auch gereicht. Mensch, da ist der Laden ja schon.

„Guten Tag, wie kann ich Ihnen helfen?“
„Äähh…, *wühl in den Taschen*… also, eigentlich wollte ich eine Tintenpatrone auffüllen lassen… aber die habe ich jetzt wohl zuhause vergessen…“

Stand-der-Dinge