An der Donau / By the Danube


Vom günstigsten Preis eines deutschen Billigfliegers habe ich mich leiten lassen, für vier Tage nach Budapest zu fliegen, wo ich gestern Abend angekommen bin. Immer wieder faszinierend, das Ziel, das man sich gerade noch auf der Karte angesehen hat, dann von oben zu sehen – und Fluss, Parlament – ja, fast das Hotel – ausfindig zu machen.

The cheapest offer of a budget airline brought me to Budapest for four days where I arrived last night. It always fascinates me when I get to fly over a city that I’ve just looked at on a map and recognize landmarks like the river, parliament – I could actually pretty much zoom in on the hotel even!

Doch schon am Flughafen in Deutschland wurde mir eins schlagartig klar: ich hatte ganz offensichtlich noch nie vorher Ungarisch gehört. Ich hätte die Sprache nicht erkannt, hätte sie gar nicht einzuordnen gewusst. Und keine Chance, irgendwas zu verstehen, auch nur einzelne Worte. Viel „schsch“, dabei irgendwie… verschlurft…

But I hadn’t even left Germany yet when I realized that quite obviously I had never ever heard a word of Hungarian. I wouldn’t have recognized it, wouldn’t have known even where to locate it broadly. And no way you’d understand a thing, not a single word. So much „shsh“, somehow… blurred…

So suchte ich am Flughafen erstmal die mosdó auf, um dann an der poggyászkiadás zu warten. Der vám war dann kein Thema und ich folgte einfach allen, die zum kijárat strömten. Den autobusz zu finden war dann weniger ein Problem, die métro war auch gut ausgeschildert. Auch wenn ich die Kontrolleure, die cool und unrasiert an den Aufgang lehnend keine Miene verzogen zuerst für weniger bevorteilte Mitbürger gehalten habe. Mit Sicherheit kann ich sagen, das ein alma ein Apfel ist, alma granny smith, alma gala. Und lédig sind sie auch. Alle. Aber die Trauben auch. Und die Tomaten…

Upon arrival I first looked for the mosdó before I proceeded to the poggyászkiadás. I had no trouble passing the vám and I just followed the crowds to the kijárat. It was no big deal to find the autobusz and there were also plenty of signs for the métro. I have to admit, though, that I took the conductors who were unshaved and lazily leaning against a rail, not batting an eyelid, for some of the less fortunate of our species. I have verfied that an alma is an apple, as in alma granny smith, alma gala. And they are also all lédig. The bunch of them. So are the grapes. And the tomatoes, too… (it’s a pun in German as „ledig“ means „single/unmarried“).

Heute morgen dann war ich früh auf den Beinen (also für meine Verhältnisse): schon vor 9 mit Frühstück im Bauch das Hotel verlassen. Um gleich um die Ecke einen Schreibwarenladen zu finden. Aber trotzdem arbeitete ich mich recht schnell zum Zentralmarkt vor, eine riesige Stahlkonstruktion im Inneren, Backstein außen, im Erdgeschoss Lebensmittel, im Obergeschoss Textilien, Leder, Restaurants, Nippes. Die geschnitzten Väterchen Frosts haben es mir angetan, aber die Preise sind jenseits jeder Diskussion. Ich muss irgendwie rausfinden, wie überteuert die da sind.

I was out and about real early today (for ME it was real early): I left the hotel before 9am, breakfast taken. Right around the corner I found a paper store. But still I swiftly proceeded to the Central Market, a huge steel construction on the inside, bricks on the outside, foodstuffs on the ground floor, textiles, leather, restaurants and knickknack on the first floor. The carved Jack Frosts did it to me but the prices are beyond consideration. I have to find out somehow just how overpriced they are.

Ich hatte mir für heute die Buda’er Seite vorgenommen: das Burgviertel. Durch die noch verwaiste Fußgängerzone bin ich Richtung Kettenbrücke marschiert und habe dabei festgestellt, dass ich eigentlich auch gleich nur durch die Gegend gehen und Fassaden und Türen fotografieren könnte. Jedenfalls nahm ich am anderen Ufer dann die längste Standseilbahn der Welt auf den Berg und habe mich spazierenderweise ca. 3 Stunden im Burgviertel verlustiert. Und fragte mich am Ende, wo denn wohl die Burg war – die hatte ich zur linken glatt übersehen… Dabei laufen gar nicht so viele Touris rum – beim Abstieg zu Fuß war ich mutterseelenallein an den eigentlich interessanten Punkten (Wehrmauern, „Verschnauftor“ u.a.). Ich sah fast schon die Pferde, wie sie EWIG die Kutschen auf dem Pflaster hochgezogen haben, die Wächter an den Toren usw. Die Japaner und Amis machten nur Fotos vom Palast und nehmen dann auch die Bahn bergab.

I had put the Buda side of the Danube on the agenda today: Castle Hill. I walked through the deserted shopping area towards the Chain Bridge and thought that I might as well just keep walking around looking at and taking pictures of facades and doors. Anyway, once on the other side, I took the cable car uphill and strolled around Castle Hill for maybe 3 hours. And was wondering towards the end where the castle would have been – I actually missed it at first, off to the left… And there are not even that many tourists walking there these days – when I walked down the hill again I was all by myself seeing the really interesting parts (like defense walls, gates etc.). I imagined how the horses were laboring up the cobblestone road FOREVER, guards at the gates and all that. As far as I could tell the Japanese and Americans took pictures of the castle and headed downhill with the cable car again.

Es war früh dunkel, schon gegen 17 Uhr! Hat mich total verwirrt. Ich habe dann beschlossen, noch ins Kino zu gehen. Das war aber nicht so einfach. Ich hatte mir eins ausgesucht, das unter Váci ut 1-3 zu finden war. Ich suchte aber bei Váci utca 1-3 und war schon genervt, bis mir die Lektüre des Stadtplans klarmachte, dass es nur 2 U-Bahnstationen weiter war. Ich gehe gern in anderen Ländern ins Kino, um zu sehen, was alles anders ist. Ticket für ca. 3,50 € um 19:30 fand ich gut. Popcorn ist mit Butter und gesalzen. Gott sei Dank sind die meisten Filme im Original mit Untertiteln. „The Guard“ war ein Genuss allererster Güte, aber nichts für zartbesaitete. GANZ schwarzer Humor.

It was dark at 5pm already which confused me completely. I decided to go see a movie. But it wasn’t as easy as I thought. I had picked a theater at Váci ut 1-3. But I was looking for it at Váci utca 1-3 and I was highly annoyed by the time I realized that it was two more stops with the subway and I might still make it in time. I like to go to the movies inother countries and see what it’s like. The ticket at about 3.50 € at 7:30pm was good. Popocorn is buttered and salty. And thank God most movies aren’t dubbed but subtitled. „The Guard“ was fantastic but nothing for the tender-hearted. VERY black humor.

Und morgen? Nun, das werden wir sehen. Auf jeden Fall bleibe ich beim Abstieg in die U-Bahn hochkonzentriert. Beim ersten Mal hätte ich mich fast gewickelt und erinnerte mich umgehend daran, dass es wohl nun eine EU-Verordnung gibt, nach der die Rolltreppen in ganz Europa das gleiche Tempo bekommen sollen (auch Prag war so heftig schnell). Aber hier fährt man auch immer so gefühlte 40 Meter tief. Ich werde das Gefühl nicht los, dass da kein Stadtarchiv zum Einsturz kommt…

And tomorrow? We’ll see. I do remain highly alert when going down into the subway. When I arrived I almost lost my balance and remembered that there is to be an EU regulation that all escalators have to run at the same speed (I remember Prague being really fast as well). But here you go down 40 meters like nothing. I feel that chances here are really slim that the city archives will go under anytime soon (as happened in Cologne)…

Jó éjszakát és hamarosan találkozunk!
Barbara

2 Kommentare zu “An der Donau / By the Danube

  1. Leider gerade erst entdeckt. Wir haben (2005) auf dem Burgberg gewohnt. Einfach toll. U-Bahn Rolltreppen sind echt Wahnsinn. Aaaaaber. Seit Orban können wir da nicht mehr hinfahren. Schade, ist nämlich eine wunderbare Stadt.

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