Die Bedeutung von grün / The meaning of green

La Palma ist die grüne Insel. Das hörte sich gut an. Und ist auch gut. Wo es grün ist, muss jedoch auch viel Wasser sein – und somit auch viel Regen. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag regnete es so stark, dass ich davon wach wurde und so ganz hatte es sich auch morgens nicht verzogen. Also würde Freitag weder ein Strand- noch ein Wandertag werden. Für ein bisschen mehr Besichtigungen hatte ich kurzerhand die Hauptstadt Santa Cruz de La Palma ins Visier genommen.

La Palma is the green island. That sounded just right. And it is right. Green places need to have lots of water, too – and therefore lots of rain. There were torrential rains during the night from Thursday to Friday that actually woke me up and in the morning it wasn’t all done yet. So Friday was going to be neither a beach nor a hiking day. So I decided on some more sight-seeing in the island’s capital Santa Cruz de La Palma.

Wieder den Bus nach Los Llanos, umsteigen und direkt weiter nach Santa Cruz, alles in allem anderthalb Stunden. Summe: 4 Euro. Die Fahrt war waghalsig, denn kurz nachdem wir in Los Llanos losfuhren fing es wieder an zu schütten, wie ich es selten erlebt habe. In El Paso gibt es glaube ich keine Kanalisation (oder sie war überfordert), aber es ist auch egal: hier geht alles immer bergab und verabschiedet sich somit irgendwann von selbst. Dass im Tunnel das Wasser jedoch weiterhin von oben kam, fand ich allerdings eher beunruhigend.

I boarded the bus to Los Llanos again, quickly changed busses there and moved on to Santa Cruz, one and a half hours in all. Total: 4 Euros. The ride was nerve wrecking as the torrential rains like I’d hardly ever seen before started anew shortly after we had left Los Llanos. It seems there’s no sewer system in El Paso (or it was overwhelmed), but then why bother: everything is swiftly going downhill anyway. I did find it a bit unnerving that water was coming from up above inside the tunnel as well, though.

Unglaublich, aber wahr: einmal in Santa Cruz angekommen, kam es mir erst fast hektisch vor (mit seinen gut 17.000 Einwohnern…). Aber vielleicht lag es nur an der wilden Straßenführung, der mittendrin liegenden Bushaltestelle und dem Hafen an der anderen Seite. Es sollte sich jäh ändern, als ich ein paar Meter in die Calle O’Daly reinspaziert war. In jener Straße steht u.a. das Casa Salazar – an welchem ich erst vorbeilief und dann wie so häufig die Siesta außer Betracht ließ und somit den „stilvollen Innenhof, diverse Balustraden und schöne Holzdecken [des beeindruckenden Palastgebäudes]“ verpasst habe.

Believe it or not: once I got there it almost felt hectic (with its appr. 17,000 inhabitants…). Maybe it can be laid down to the crazy set-up of the intersection, the bus stop right in the middle of it and the harbor on the other side. The feeling changed rapidly once I started walking up Calle O’Daly where among others the Casa Salazar is located. I missed it on this first try, though, and then AGAIN forgot all about the siesta and had to pass on the opportunity to see the „stylish patio, several balustrades and nice wooden ceilings of this impressive palatial building“.

Die Erlöserkirche (Iglesia El Salvador) am Plaza de Espana hingegen konnte besichtigt werden. Aber wieder war alles eigentlich viel zu dunkel – die angekündigt prachtvolle Holzdecke konnte man ein bisschen erahnen (und immer mehr verstehe ich die revolutionäre Bauweise um die sich Die Säulen der Erde dreht). Um den Platz ist ein ganzes Ensemble schöner Bauten, u.a. das Rathaus. Mich jedoch zog es weiter gen Norden, bis zum Plaza Alameda (Foto oben), an dessen Ende das Museo Naval in Form der nachgebauten Santa Maria von Kolumbus zu besichtigen ist. Das hatte jedoch geschlossen, wegen „Verbesserungsmaßnahmen“. Nun gut, dann wenden wir uns halt eine Parallelstraße weiter Richtung Meer und schauen uns das Castillo de Santa Catalina an. Leider war mir bei der Lektüre des Reiseführers entgangen, dass dieses seit 1951 nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich ist…

Luckily the Church of our Savior (Iglesia El Savador) on Plaza de Espana was welcoming visitors. But again it was much too dark inside to appreciate it – another beautiful wooden ceiling had been announced which I could only guess at (but it’s only now I fully appreciate the revolutionary changes in architecture described in The Pillars of the Earth). The Plaza is surrounded by a whole ensemble of beautiful buildings, among others city hall. But I was drawn further North to the Plaza Alameda (see above) and the adjoining Museo Naval, located in a replica of Columbus‘ Santa Maria. Alas, it was closed. Alright, so then we’ll just turn down one street toward the ocean and have a look at the Castillo de Santa Catalina. Unfortunately, I had failed to take note of the fact that it had been closed to the public since 1951…

Einige der schönsten Häuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert stehen auf der Avenida Maritima, der Uferstraße. Typisch sind ihre maurisch beeinflussten Holzbalkone, über die ich gesondert in einem „Nur Fotos“ Eintrag berichten werde. Interessant fand ich, dass die Fassade ursprünglich dem Meer abgewandt war – so erreicht man die nun in den Häusern vorzufindenden Geschäfte und Restaurants zumeist nicht von der Uferstraße aus.

Some of the most beautiful 16th and 17th centuries houses can be found on Avenida Maritima, the waterfront. They are famous for their wooden balconies of Moorish influence that will be the sole subject of a „Photos only“ entry soon to come. I found it particularly intersting to learn that these houses originally faced inland – even today there are some shops and restaurants housed in them that you can’t reach from the waterfront.

Es fällt mir auf, dass auf La Palma ziemlich viele Deutsche und Niederländer ihren Altersruhesitz gefunden zu haben scheinen. Ein Gedanke (neben einigen anderen), der mir aber recht bald kam war: was ist, wenn man dann nicht mehr so gut zu Fuß ist und hier alles immer den Berg rauf oder runter geht? Das lebhafte Gespräch eines deutschen Rentners mit einer Touristin aus der Schweiz war leider nicht zu überhören – er lebe seit 20 Jahren hier, von einer kleinen Rente, denn er habe nie länger als bis 50 arbeiten wollen, habe es nie bereut… in einer Art aggressiven Verteidigungshaltung. Ich dachte nur, „ist ja gut – mein Ding wär’s nicht,“ (ich brauche schließlich Winter und Weihnachten… wobei hier quasi immer Weihnachten ist, denn hier wachsen Weihnachtssterne wild und sind Motiv von handgearbeiteten Tischdeckchen…), „aber jedem das Seine…“

It’s not hard to notice that there are quite a few Germans and Dutch who have established their post work-life homes on La Palma. I can’t help thinking though whether this island in particular isn’t a bad choice once walking isn’t as easy as it used to be, when all you ever do is walk up or downhill. A German senior was loudly discussing this with a Swiss tourist – he had been living here for 20 years, on a small pension because he never wanted to work longer than up until his 50th birthday, never regretted his move… in some sort of aggressive defense. I only thought, „whoa, easy – it wouldn’t be my thing to do,“ (I need winter and Christmas after all… but then you could argue that it’s always Christmas here as poinsettias grow in the wild and offer a motif for hand-made tablecloths…), „but to each their own.“

Wieder am Ausgangspunkt angekommen, bin ich erneut gen Norden aufgebrochen, um mir das Museo Insular im ehemaligen Franziskanerkloster anzusehen. Die dazugehörige Kirche war leider geschlossen. Das Museo Insular ist… niedlich. Ich fand den Bau an sich faszinierender als die gesammelten Exponate. Aber vielleicht bin ich irgendwie ab von Museen, ich bin lieber einfach zu Fuß in der Stadt unterwegs. Ein ganzer Raum voller Muscheln, eine Wand voller Hobel… die Sammlung ausgestopfter Tiere hatte Kuriositäten wie Ziegen mit 6 Beinen oder auch eine mit vier Beinen nach unten und vieren nach oben zu bieten. Aber am besten finde ich den Humor, angsteinflößende Haie gleich über niedlichen Hasen und Hundebabies zu platzieren.

When I got back to where I had started from I turned North again to have a look at the Museo Insular at a former Franziscan abbey. The church that goes with it was closed. The Museo Insular is… cute. I found the buldings more fascinating than the exhibits. But maybe I’m not much into museums as such these days, I just so much prefer walking city streets. A whole room dedicated to shells, a whole wall covered with planers… the collection of animals featured a 6-legged goat or another with 4 regular legs and another set of four sticking up from its back. But I fully appreciate the humor that led to placing the truly scary shark jaws right on top of the cute little bunnies and puppies.

Mal sehen, wie das Wetter morgen wird – ich hoffe auf Strandwetter!
We’ll see what Saint Peter has in store for us tomorrow – I hope for beach weather!
Barbara

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