A Day on the Way to… VETLANDA!


Hin und wieder bekam man den Eindruck, man sei in Indien unterwegs… was so den Fokus auf die Kuh angeht. Nicht viel exotischer war offenbar unser Vorhaben, zwei Nächte in Vetlanda zu verbringen. „Vet-LAN-da?!“ fragte uns jeder, der es hörte – „was um alles in der Welt macht ihr denn in Vetlanda?“ Naja, wir wären nie hingekommen, wenn wir nicht eigentlich einen Freund und seine Familie in der Nähe hätten besuchen wollen – der aber, als Flüchtling, mal kurzfristig 500km „umgezogen“ wurde. Ich rätsele immer noch ob der Frage, warum ein anerkannter Flüchtling innerhalb ziemlich kurzer „Warnung“ wieder umgezogen wird (in das vierte mir bekannte Umfeld) und wie die Leute dann irgendwann mal Fuß fassen sollen, aber das steht auf einem anderen Blatt. In Vetlanda haben wir tatsächlich nichts unternommen. Auch dem Hinweis, dass dort vor ca. 65 Jahren leckere Soldaten stationiert waren, die von der Schulausbildung ablenkten, sind wir nicht weiter nachgegangen.

Every now and then it felt a little bit as if we were traveling in India… as far as the focus on cows is concerned. Apparently, our two-night stay in Vetlanda was no less exotic. „Vet-LAN-da?!“ everybody gasped when we mentioned it – „what on earth do you want to do in Vetlanda?“ Well, we would never have considered it, hadn’t it been for a friend and his family we wanted to see who lived close by – but who, as refugees, had been moved 500km north at short notice. I still wonder what the rationale behind this is, to move people who have all the papers they need yet again (to the fourth place I know of) and how they are supposed to ever manage to actually settle. Anyhow – we did not do anything worth mentioning in Vetlanda. We also didn’t follow up on the cue that about 65 years ago there were handsome soldiers stationed there who distracted our source from her studies.

Stattdessen fuhren wir zum Skullaryd Älgpark – ein Schweden-Aufenthalt ohne Besuch bei den Elchen ist für mich nicht mehr möglich! Zuerst sahen wir jedoch das Rotwild – ca. 70 Tiere, die recht zügig angetrabt kamen und so ein bisschen Serengeti-Feeling aufkommen ließen. Und der Chef der Truppe, Albin, kam etwas ruhig, aber dennoch geschäftig, hinterher – und benahm sich genauso, wie er auf dem Foto (oben rechts) den Eindruck macht: leicht genervt, aber die Sache voll im Griff. Trotzdem ging es mir ja so wirklich nur um die Elche, die wesentlich ruhiger waren und sich gaaaaaanz langsam von ihren Schattenplätzen erhoben und mal rübergeschlenkert kamen, um zu sehen, was denn so Sache sei.

Instead, we went to Skullaryd Älgpark – a visit in Sweden without seeing moose seems impossible! We first got to see a huge group of red deer – about 70 animals who came trotting towards us at quite a pace and gave us a little stampede feeling. And the boss of them, Albin, approached us a little later, a calm authoritiy, somehow still bustling – and behaved just what it looks like on the picture (top right): just a tad annoyed, but everything under control. But really, all I wanted to see was the moose who were a lot calmer and ever so slowly decided to get up from their spot in the shade and sort of swing over to see what the hype was all about.

Den Specht haben wir auf einer Wanderung am Nachmittag gesehen. Gehört haben wir ihn schnell, ihn zu sehen dauerte eine Weile. Und das Foto, gegen einen bedeckten Himmel fotografiert, musste ich etwas bearbeiten, damit man sein Federkleid erkennen kann. Die Wanderung an sich brachte uns zur Skurugata, einer Schlucht, und weiter zum Skuruhatt, dem mit 337m höchsten Punkt in Småland.

We saw that woodpecker on a hike in the afternoon. We had heard him long before we could locate him. And the photo, taken against a cloudy sky, needed a little manipulation for the plumage to show. The hike brought us to Skurugata, a ravine, and on to Skuruhatt, at 337m / 1105 ft. the highest elevation in Småland.

So einige natürliche Formationen haben mich an die Serie Jordskott denken lassen – „die Rache des Waldes.“ Vielleicht hätte ich die doch nicht gucken sollen, denn hier und da kam mir schon der Gedanke, dass da aus dem komischen Hohlraum ja jetzt die Mörderwurzeln kommen und mich runterziehen wollen oder so… Die Schlucht jedoch brachte mich auf ganz andere und viel schönere Gedanken. Besonders an der Stelle mit der Geröllhalde sah das für mich eindeutig aus wie die Wolfsschlucht in der Mattisburg bei Ronja Räubertochter.

Some of the formations in nature that we came across did remind me a bit of the TV show Jordskott (in German somewhat aptly subtitled „Revenge of the Woods“). Maybe I shouldn’t have watched it after all as every now and then I did feel that some sort of murderous root was going to shoot out of some weird cavity to drag me underneath… The ravine, however, triggered quite different and much nicer thoughts (especially the part with the scree): to me, it looked a lot like the chasm cutting through Matt’s Fort in Ronja, the Robber’s Daughter.

Auf dem Skuruhatt angekommen, war für mich eigentlich klar, dass das der Ort für Ronjas Frühlingsschrei gewesen sein muss. Ich konnte mich mit meinem Sommerschrei noch gerade so im Zaum halten:

Upon reaching Skuruhatt, it was obvious to me that this must have been the place for Ronja’s spring howl. I did manage to refrain from a summer howl myself:

Meine Kamera mit diesem Megazoom macht mich noch zum Vogelliebhaber. Wenn ich das richtig recherchiert habe, handelt es sich bei diesem Exemplar um einen männlichen Buchfink… Wir mussten uns quasi zwingen, den Rückweg anzutreten – gerne wäre ich bis zum Sonnenuntergang geblieben, aber das hätte noch einige Stunden gedauert.

My camera with its megazoom will convert me into a bird watcher one of these days. If I researched this correctly, the bird is a common chaffinch (male)… we practically had to force ourselves to head back again – I would have loved to stay until the sun set but that was still hours to go.

Und dann gab es ja noch einen Tag, den wir nicht in Vetlanda verbracht haben…

And then there was another day that we didn’t spent in Vetlanda…

Barbara

Hours Upon Hours Spent at… LOPPIS


Loppis ist kein Ort in Schweden – aber jeder Ort kann Loppis sein. Ein Loppis (loppmarknad) ist ein Flohmarkt. Aber anders als hier ist das meistens keine großartig angekündigte Sache gigantischen Ausmaßes, sondern ein Sammler, der sonntags seine Garage öffnet, ein Besitzer eines alten Hofs in der småländischen Einsamkeit, der die Scheune umfunktioniert hat und wann immer er da ist, das Schild „LOPPIS – öppet“ an die Straße hängt. Die Fotos hier sind allerdings alle vom kommerziellen Loppis in Moheda, der jeden Samstagnachmittag stattfindet.

Loppis is not the name of a Swedish town – but every town can potentially have a Loppis. A Loppis (loppmarknad) is a flea market. But often it’s not a huge official thing that’s been published in the papers but maybe a collector opening his garage on Sunday afternoons, the owner of an old farm in the solitude of Småland who has found a new use for the large barn and puts up the sign „LOPPIS – öppet“ by the main road whenever he’s available. The pictures here, though, are all from a larger commercial loppis in Moheda who is open every Saturday afternoon.

Es gibt so ziemlich alles – und es ist die Hölle los. Ein Café gab es dort auch und eine Würstchenbude. Aber die kleineren waren mir lieber, da kommt man mit den Verkäufern ins Gespräch und kann auch noch was zur Gegend in Erfahrung bringen und überhaupt einfach quatschen. Einer der letzten, den wir aufgetan haben, war auch ein größerer Akt, der nur für drei Wochen, aber täglich geöffnet war und von der örtlichen Kirchengemeinde organisiert war. Wahnsinn, das Angebot – und es warteten noch Wagenladungen voller Kisten auf’s Auspacken.

There’s nothing you can’t get – and it’s crowded. They even had a café and a hot dog stall. But I much preferred the smaller ones where you can chat with the sellers and find out about the region and whatever else. One of the last ones we found was also a larger event that was only going on for three weeks but open daily, organized from the local church community. The range of items was incredible – and there were still truckloads of boxes waiting to be unpacked.

Sagen wir mal so: es war ein Segen und ein Fluch, dass ich ein Auto zur Verfügung hatte…

Let’s put it this way: it was a blessing and a curse that I had a car at my disposal…

… und solltet ihr hören, dass ich beim nächsten Mal mit Anhänger fahre, schreitet ein!

… and should you hear that I plan to take a trailer next time, please do intervene!

Barbara

Another Week in… ÄLMHULT!


Falls das Foto allein die Aussage nicht rüberbringt: es blieb weiter sonnig… und warum ich basierend auf der Erfahrung des letzten Aufenthalts nicht gleich zwei Wochen in die Hütte am See gezogen bin, wird mir für immer ein Rätsel bleiben. Unverändert hat mich eigentlich nichts weggezogen vom See, gemütlichen Frühstücks auf der Terrasse, Sonnenuntergang auf der Hollywood-Schaukel…

Just in case the picture above doesn’t get the idea across: it continued to be sunny! And why exactly I came for only one week again (well knowing from my last stay how absolutely wonderful it would be), will forever remain a mystery. And again, I had a hard time parting with the lake, cozy breakfasts on the terrace, sunsets seen from the porch swing…

Es passt so unglaublich gut, dass ich mich selbst morgens schon zum schwimmen aufraffen kann… Aber dann könnte es nach Frühstück und/oder Mittagessen mit viel frischem Obst auch einfach in einem Nachmittag lesen am Strand enden!

It is just so wonderful that even I can get motivated for a swim in the morning already… But after a breakfast and/or lunch with lots of fresh fruit I could just call it a day and retire to the beach to spend the rest of the day reading!

Aber mit Aussicht auf ein leckeres Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee im Garten-Café konnte ich auch dazu bewogen werden, mir (erneut) Linnés Råshult anzusehen… Und nur einen Monat später im Jahr sah es doch sehr anders aus – was sicher auch am lange ausgebliebenen Regen lag.

But with the prospect of having a yummy piece of cake and a coffee in the garden café I could be persuaded to see Linné’s Råshult (again)… And only one month later than last time, things looked decidedly different – maybe that was exacerbated by the drought this year.

Im Gegensatz zum letzten Mal habe ich auch die große Runde kennengelernt, die unter anderem auch solch postkartenkitschige Aussichten bereithielt:

This time I also managed to do the „large loop“ which offered views like this one – if you saw it on a postcard you’d think it’s unreal or this exceptional place… but we saw them over and over again:

Ein weiteres Ziel war das IKEA Museum in Älmhult, das ich gut gemacht und in großen Teilen auch sehr interessant fand. In Sachen Geschäftskarriere bin ich offenbar auf dem richtigen Weg: IKEA-Gründer Ingvar Kamprad fing mit Streichhölzern und… Weihnachtskarten an. Das kann also was werden 😉 Die teilweise jahrzehntealten Beispielzimmer waren faszinierend – im folgenden Bild oben ist eine aus dem Katalog von 1962, darunter in klein von 1999 (links) und 1976 (rechts).

On another day we made it to the IKEA Museum in Älmhult, which I found to be very well made and for the most part very interesting, too. As for entrepreneurship I seem to be on the right way: IKEA founder Ingvar Kmaprad started out with matches and… Christmas cards. I’m getting there 😉 The sample rooms from different decades were fascinating – the picture below shows one from the 1962 catalogue on top (followed by 1999 and 1976, left to right).

Zuletzt gab es eine Ausstellung unter anderem zu IKEAHacks – Gegenständen (oder Kunstwerken), die aus IKEA-Möbelsätzen gefertigt, aber abgewandelt wurden. Oder auch die schwedische Tracht aus den blauen und gelben IKEA-Tüten.

The last part was dedicated to IKEAHacks – items (or pieces of art) that were made by modifying the original purpose of a certain IKEA product. Or the traditional Swedish dress made from IKEA’s blue and yellow bags.

Also, nächstes Mal zwei Wochen, mindestens. Und für den Fall, dass sich einer fragt: wir hatten nicht einen einzigen Tag ein echtes Mückenproblem, das Mückenspray wurde nicht gebraucht. Vielleicht auch ein Ausnahmezustand, aber egal… es war ein Fakt! Doch nun auf bald!

Alright then: two weeks next time, minimum. And just in case you were wondering: there was not a single day that we were really plagued by mosquitos, I brought the repellent in vain. Maybe that is exceptional, too but anyhow: it was a fact! Take care!

Barbara

A Day in… VÄXJÖ!


Auf dem Weg zur legendären „Hütte am See“ haben wir einen Tag in Växjö verbracht. Da kann ich ja aufgrund meiner jahrzehntelangen Mats Wilander-Affinität immer wieder hinfahren – aber dieses Mal hat es sich gleich mehrfach gelohnt. Doch kurz vorher haben wir noch einen Stopp in Dädesjö gemacht, um die mittelalterliche Kirche mit den wunderbaren Deckengemälden zu bewundern. Auch ein Erlebnis, wenn man im Gästebuch den Eintrag vom letzten Mal wiederfindet!

On our way to the legendary „Cottage by the lake“ we spent a day in Växjö. Seeing as I’m such a Mats Wilander fan, that’s a place I can return to often – but this time it was special. But before we got there we made a stop in Dädesjö to have a look at the medieval church with its wonderful ceiling paintings. Quite something when you find your own entry in the guest book from the last visit!


Weil wir uns verquatscht und die Ausfahrt verpasst hatten
Der erste Anlaufpunkt in bzw. bei Växjö war die Burgruine Kronoberg. Malerisch im See gelegen, Seerosen noch malerischer davor – es war ja ehrlich gesagt vollkommen egal, was es zu sehen gab bei dem Träumchen von Wetter. So haben wir dann auch noch ein Köttbullar Smörgas im Café daneben genossen bevor es weiterging.

As we had chatted away and missed the exit Our first stop in (or near) Växjö was the ruin of Kronoberg Castle. Situated in a lake it looked like a painting, water lilies pushing the picturesque almost beyond bearable – it didn’t really matter what there was to see at all in this breathtakingly gorgeous weather. So we decided to have a meatball sandwich right there and then, too.

Aber dann ging es auch noch in die Stadt, denn den Dom kann man ja keinem vorenthalten. Vertreter der schwedischen Kirche hatten so einen komischen Stand davor aufgebaut, wo gelbe T-Shirts und Wasser verkauft wurden – so richtig kriegten wir das allerdings zu dem Zeitpunkt noch nicht übereinander und haben erstmal den schönen „Glasbaum“ in Innern bewundert. Den kenne ich in diesem Jahr auch schon 20 Jahre… so lange ist das Austauschjahr schon her, wie mir per soziale Medien vermittelt wurde. Hatte ich ganz vergessen.

But then we hit the city as the cathedral is a must-see. Some people from the Church of Sweden were selling yellow t-shirts and water bottles in front of it – but we couldn’t really wrap our heads around that at the time. So we went inside instead to have a look at the wonderful „glass tree“. I’ve known that for 20 years this year… that’s how long ago the exchange year started – as I was told by friends on a social media website.

Wieder draußen wuchs die Zahl der Menschen in gelb, die hier und da mit Kühltaschen und Klappstühlen ausgerüstet am Dom entlang hasteten – und der Groschen fiel: hier war ein Public Viewing des Achtelfinales Schweden gegen die Schweiz zu erwarten. Unsere weitere Planung änderte sich kurzfristig… meine Mitreisende verlor jegliches Mitbestimmungsrecht.

Outside again there was a marked increase in the number of people in yellow, many of which carried coolers and folding chairs while rushing along the side of the cathedral. I finally made the connection: they were going to attend a Public Viewing of the last sixteen game between Sweden and Switzerland. The planning for the remainder of the day was adjusted promptly as my friend lost any right to determine her own fate.

Wie wir jetzt alle wissen, ging das seht gut aus – aber dann im Viertelfinale nicht mehr. Es könnte darauf zurückzuführen sein, dass wir einen taktischen Fehler begangen haben. Zu diesem Spiel war ich bei einer Freundin eingeladen, die diverse Test-Kuchen vorbereitet hatte. Nicht nur stellten wir übereinstimmend fest, dass der Kuchen mit der England-Fahne der leckerste war – das hätte vielleicht noch keine Folgen gehabt. Aber wir haben die englischen Kuchen nicht platt gemacht! Das konnte ja nicht gut gehen!!! So waren sie dann mittwochs noch Helden und Sonntag sprach man nicht mehr von ihnen. Oder, wie es Ingemar, der Vermieter der Hütte am See zusammenfasste: „Die Engländer waren von Anfang an besser und haben verdient gewonnen. Da danken wir für die gute Unterhaltung bis dahin und genießen nun den Rest des Turniers ohne sie.“

As we all know now, this ended very well for Sweden – though not so much in the quarter finals. Maybe that was due to the fact that we didn’t give a thought to tactics. I was invited at a friends‘ place for that game and she had prepared a few experimental cakes. We tried them all and not only did we all feel that the one decorated with the English flag was the best – we also didn’t finish it off! It just couldn’t end well after that!! And that’s how they were heroes on Wednesday and all but forgotten by Sunday. Or, as Ingemar, our landlord in the cottage put it: „The English team was better from the start and deserved to win. So we thank our team for the entertainment we had and now enjoy the rest of the tournament without them.“

Bis die Tage

See you later

Barbara

A day on… TÄRNÖ


Wahlweise der Schärengarten vor Karlshamn oder Karlskrona war mir bei meinem Besuch 2016 von einer Freundin ans Herz gelegt worden – klitzeklein im Vergleich zu dem vor Stockholm beispielsweise, aber fein. Dazu kam es dann leider nicht mehr wirklich, aber dieses Mal war es soweit. Wir hatten uns für Karlshamn bzw. Matvik als Ausgangspunkt entschieden und für Tärnö, die am weitesten im Meer gelegene Insel. Mein Navi fand den Hafen nicht, so dass wir quasi mit qietschenden Reifen um 10:04 Uhr (Abfahrt 10:05 Uhr) an der Fähre ankamen. Ein hektischer Auftakt also, aber wie immer, wenn ich auf dem Wasser bin, setzte sofort Urlaubsgefühl ein.

Last time I was in Sweden, a friend recommended a tour of the archipelago either off Kalrshamn or Karlskrona – tiny ones when compared to the one off Stockholm for example, but nice. I didn’t get to it back then but this time I made it happen. We chose Karlshamn or Matvik, rather, as the starting point, to go to Tärnö, the island farthest out. My GPS wouldn’t find the harbor so we finally reached it with squealing tires at about 10:04 (the ferry was suppoed to leave 10:05). It was a hectic start but as usual when a boat ride is involved, I instantly relaxed and was back in vacation mode.

Tärnö hatte es mir dann auch direkt angetan… die Insel hat keine dauerhaften Bewohner mehr, es sind nur noch Sommerhäuser. Geteerte Straßen: Fehlanzeige. Autos: Fehlanzeige. Geschäfte und Restaurants: Fehlanzeige. Ein kleiner Kiosk am Hafen, wo ich das in der beschriebenen Hektik vergessene Wasser aufstocken konnte, und kleine Kieswege in die lockere Bebauung mit malerischen „Schwedenhäuschen“. Hatte schon was von Saltkrokan. Vielleicht war auch die Form der Insel gleich überzeugend: sieht sie nicht aus wie ein Elchkopf mit Geweih?

I fell in love with Tärnö instantly… the island has no permanent residents anymore, all the houses are summer cottages. Asphalt roads: none. Cars: none. Shops and restaurants: none. There was a small kiosk at the harbor where luckily I could stock up on water which I had forgotten in the car during our hectic arrival/departure act. Small gravel paths and red and white cottages dotting the landscape. It did feel a bit like Seacrow Island. Maybe I subconsciously found the shape of the island endearing: doesn’t it look like a moose head with antlers and all?

Es war ein gemütlicher Spaziergang durch den bebauten Teil der Insel und ich wäre in so gut wie jedes Haus auf unserem Weg sofort eingezogen… auch ganzjährig, so lange Post kommt 😉 Es herrschte eine wunderbare Stille und nur ganz selten begegnete man mal einem der anderen etwa 20 Passagiere, die mit uns angekommen waren. Und das in der Hochsaison.

It was an easy stroll through the built-up part of the island and I could have moved into just about any of the houses we passed, no questions asked… even year-round, as long as there was mail delivery 😉 it was so wonderfully quiet and only a few times did we meet any of the other about 20 people who had arrived with us. And this is peak season.

Das erste Ziel war die alte und mittlerweile ziemlich tote und hohle Eiche, die über viele Jahr(hundert)e als Orientierungspunkt für Seefahrer diente. Immer noch ziemlich beeindruckend.

The first destination was the centuries old and by now rather dead and hollow oak tree which served as a landmark for seamen for a long time. Still quite impressive.

Weiter ging es vom roten auf den blauen Pfad, zum Leuchtturm. Wobei ich „Turm“ hier fast vermessen finde. Ich nenne ihn nur den kleinen Dicken, gerade mal hoch genug für eine Eingangstür! Ein bisschen weiter erreichten wir den höchsten Punkt, mit Blick auf einige der anderen Inseln.

We continued from the red to the blue path which brought us to the lighthouse. Though „house“ is a bit presumptuous, I think. I’ve come to call him the little chubby one, just about large enough for a front door! I little further down the path we got to the island’s highest point, with view of the archipelago.

Auch auf Tärnö blieben wir unserer Devise treu: viel Ruhe, viel lesen, viel Strand. Aber der Strand ließ zu wünschen übrig. Nicht, weil er eher klein bemessen war (im Zweifelsfall hätte auch die Wiese dahinter noch Liegefläche geboten), sondern weil man nicht ins Wasser kam. Ich habe keinen Weg über die Steine/Felsen in einen schwimmbaren Teil gefunden, alles von Algen überwachsen, so dass das „Überklettern“ ziemlich gewagt schien. Es hat auch sonst keiner geschafft. Ein kleiner Steg mit Treppe ins Wasser wäre vielleicht alles, was es braucht. Eine dringender Hinweis also an die Verantwortlichen in Blekinge!

We stuck to our motto on Tärnö as well: lots of downtime, lots of reading, lots of beach time. But the beach left a lot to be desired. Not because it was small (had it been crowded, the lawn in its back would have offered excellent room as well) but because you couldn’t get into the water. I did not manage to find a way past the rocks to reach a swimmable part – all coverd in slippery algae so that climbing over them was rather risky. Nobody else managed, either. A tiny little landing with a ladder would probabaly do the job. So: an urgent request to the authorities in Blekinge!

Das war’s vorläufig vom Meer – es geht nun auf nach Småland!

This was our Good-bye to the sea, we will now move on to Småland!

Barbara

A few days in… ÖSTERLEN


Schweden hat mich wieder! Nach einer Nacht auf der Fähre machten wir uns gut ausgeruht gleich auf den Weg nach Höllviken, wo ein Wikingermuseum auf dem Plan stand. Was wir nicht wussten: es fand auch ein Wikingermarkt statt und Wikinger-Fans aus ganz Europa und darüber hinaus hatten sich auf den Weg gemacht, um daran teilzunehmen. Es schien, als würden einige den ganzen Sommer lang nur von einem Festival zum anderen ziehen. Bei dem Wetter kann ich mir das auch ganz schön vorstellen in den einfachen Zelten am Lagerfeuer und so weiter… aber bei klassischem Festivalwetter in Matsch und Regen…?

Back in Sweden! After a night on the ferry we reached Trelleborg well rested and moved right on to Höllviken to see the Viking Museum there. What we didn’t realize: they also hosted a Viking Market that weekend and Viking fans (reenacting Viking life) from all over Europe and beyond had come to be a part of it. Apparently, some spend their summers moving from one such place to the next. Seeing as the weather was gorgeous I could have imagined joining them for a while, living in simple tents, cooking on open fires etc… but once it all turned to classic festival weather with mud and rain…?

Das Museum an sich war eine kleine, dunkle und überhitzte Angelegenheit, so dass wir uns schnell aufmachten in den Open Air-Teil, der auch viel interessanter war. Am erstaunlichsten war, wie viele Schoßhündchen der Wikinger an sich so durchfütterte… Aber es gab auch jene, die eindrücklich dabei waren irgendwelche Jagdbeute zu häuten (wenn da mal kein Schoßhündchen darunter war) oder mit tatsächlich einfachsten Mitteln ein Mittagessen zuzubereiten. In der Summe ein schöner Start für diese Reise, die mit Bezug auf die Route sehr der von 2016 ähnelt, aber doch ein paar Neuentdeckungen aufzuweisen hat.

The museum as such was a small, dark and overheated affair so that we quickly made our way to the open air part of it – which was much more interesting anyway. It was amazing to see how many lap dogs the old Vikings kept around… But others were skinning their kill (I hope it wasn’t one of the lap dogs) or preparing their lunches in the simplest possible way. Anyhow, this place was a great start for our trip which is pretty similar to the one in 2016.

Das Wetter war und ist fantastisch – für uns Touristen. Wie wir immer wieder hörten, ist hier seit zwei Monaten kein nennenswerter Regen gefallen und Skåne sieht auch mehr oder weniger aus wie Südfrankreich Ende August. Wer hätte gedacht, dass einem beim Schwedenurlaub mal Sätze wie „Da! Schnell! Da ist noch ein Parkplatz im Schatten!“ oder „Oh, die Hütte hat sogar Klimaanlage!“ entfleuchen. Unsere Unterkünfte waren bislang übrigens alle schön, einmal gab’s Frühstück quasi im Kornfeld.

The weather has been gorgeous – for us tourists. We are told over and over again that (this part of Sweden at least) hasn’t seen any rain worth mentioning in more than two months and Skåne looks pretty much like Southern France at the end of August. Who would have thought that we would ever utter sentences like „Over there! Quick, there’s a parking spot in the shade!“ or „Oh, this cabin has A/C!“ while vacationing in Sweden? The places we stayed at have all been very nice so far. At Björn and Maria’s in Gnalöv we basically had breakfast in a wheat field (okay, next to):

Ein Muss für ein Schweden-Greenhorn wie meine Mitreisende ist meines Erachtens Ales Stenar in Kåseberga – an der Steilküste den Wind um die Nase wehen lassen, Blick auf’s Meer, die Paraglider vorbeihuschend, steinalte Schiffssetzung im Rücken und mit leckerem geräucherten Lachs zur Mittagspause. Zum Abschluss ein Eis am Hafen…

For my travel companion, a greenhorn to Sweden, Ales Stenar in Kåseberga was a must-do, I think – sitting in the breeze at the edge of the cliff, looking out to sea, the paragliders… well, gliding by, the centuries old megalithic monument in our backs and with yummy smoked salmon for lunch. And then an ice-cream for dessert down by the harbor…

Und dann die Strände. Nicht gerade Badewannentemperatur, aber besonders in Sandhammaren (mittlere Fotos) war es wunderbar. Im Stenshuvud Nationalpark war es eine größere Überwindung (unten), aber einmal drin war auch das gut 🙂

And then the beaches. Not exactly bathtub temperature water but Sandhammaren in particular (small pictures in the middle) was just wonderful. It took a bit more to get in at Stenshuvud National Park (bottom picture) but once in it was a pleasure, too 🙂

Apropos Stenshuvud: ich glaube, ich habe Teile gesehen, wo ich vorher noch nie war… oder sollte ich den Leuchtturm und das „Tor des Riesen“ vergessen haben??

Talking about Stenshuvud: I think I got to see parts I’ve never been to before… or could I have forgotten the lighthouse and the „Giant’s Gate“??

Das waren sie, die drei Tage in Österlen… doch es geht noch weiter. Bleibt dran!

Three days in Österlen… but there’s more to come. Stay tuned!

Barbara

A Week in… ÄLMHULT

ALM1
Wer Älmhult als Städtchen kennt, wird mich bedauern wollen. Hier ist die Geburtsstätte von IKEA und außer IKEA gibt es nicht viel – dadurch jedoch immerhin sowas um die 4.500 Arbeitsplätze. Ich habe im Zentrum allerdings vergeblich nach einem Briefkasten gesucht. Aber haltet euch zurück mit den Bedauerungen, denn ich war außerhalb, in Sällhult. Dort habe ich eine kleine Hütte gemietet, die ich nach langer Suche im Internet gefunden hatte. Die Suche hat sich gelohnt. Oben der Blick aus dem Küchenfenster.

Those who know Älmhult might want to pity me. It’s the birthplace of IKEA and there is not much other than IKEA – which after all provides something like 4,500 jobs. I couldn’t even find a mail box in the center, though. But wait a moment before you feel sorry for me – I wasn’t in Älmhult proper, I was in Sällhult. I had rented a little cottage there that I had found after long nights of searching on the internet. It was worth every minute. Above you see the view from the kitchen.

ALM2

Schon das Willkommen der älteren Generation der Vermieterfamilie war sehr schön – da fühlt man sich gleich gut aufgehoben. Am ersten Morgen dann fragte ich im Scherz (war es wirklich im Scherz?), ob ich nicht den einen oder anderen Monat verlängern könnte… und Ingemar hat mich immer und immer wieder darauf hingewiesen, dass ich aber auch wirklich Glück mit dem Wetter hätte. Einen Abend gab es mal Regen, aber der ging vorbei und dann schien die Sonne wieder. Aber es könnte auch kalt sein und nur regnerisch und sehr windig. Nun ja, war es aber nicht. Morgens schien die Sonne auf der einen Seite des Häuschens…

It was a really warm welcome by the older generation of the landlord family – they make you feel at home from the start. On the first morning I jokingly asked (was it really only jokingly, I wonder) whether I could extend for a few months… and Ingemar never tired to remind me that I was very, very lucky with the weather. I had rain once, in the evening – and when that was over the sun came back. But it could have been rather cold and only rainy and very windy. Well, it just wasn’t. In the morning the sun was on the back porch…

ALM3

… und nachmittags ziehe ich 90° weiter auf die nächste kleine Terrasse, mit Buch und Kaffee:

… and in the afternoons I move by 90° around the house to the next porch, with a book and a coffee:

ALM4

Warum sollte ich mich überhaupt hier wegbewegen? Wasser im See 21° – das war angenehm. Leider hatte die Möwe oben auf dem Fels ein Nest und fand es nicht witzig, wenn man ins Wasser kam, da wurden sofort Angriffe geflogen. Auch sonst war ich nicht viel unterwegs, zwei Kurzausflüge habe ich gemacht, aber es war von Anfang an so gedacht, dass ich da bleiben und lesen wollte. Nachdem ich hier auch mal den Kofferraum leer- und aufgeräumt habe musste ich mir den totalen Kontrollverlust eingestehen: 21 Bücher gekauft… Und dann durfte ich diesen Abend erleben, zwischen 22 und 23:30 Uhr:

Why should I move from this spot at all? The water temperature was at 21°C – comfortable. Unfortunately, the seagull above was nesting on that very rock and didn’t like it at all when anybody got in the water – it felt like (s)he was dive bombing me. I didn’t do all that much at all, two little excursions, but I had wanted this to be very laid back from the start, just stay put and read. And when I had emptied and reorganized my trunk here I had to admit to a total loss of control: I had bought 21 books… Anyhow, I then got to experience this evening, between 10 and 11:30 pm:

ALM5

ALM6

ALM7

Gerade sitze ich hier so und frage mich, ob ich nicht gleich wieder buchen soll. Und dann das Rahmenprogramm weglassen. Rüber nach Älmhult mit dem Koffer voller Bücher und raus aus allem. Wie gesagt, dort sind sie alle Überzeugungstäter. Zum schwedischen Nationalfeiertag gab’s leckeren Kuchen und eine (nicht abgebildete) schwedische Fahne… die wird sich gut neben meinem Dala häst zuhause machen. Und zum Abschied die Einladung zu Waffeln und einem netten Schwätzchen über Gott und die Welt.

I’m sitting here wondering whether I should make another booking now. And forget about the supporting program. Just get to Älmhult with a suitcase full of books and get away from it all. As I said, the whole family does this out of conviction. On the Swedish national holiday there was yummy cake and a wooden Swedish flag (not shown)… That will look great with my Dala häst at home. And in the afternoon before I was to leave I was invited for waffles and a nice chat about all the world.

ALM8

Für heute – macht’s gut!

That’s it for today – take care!

Barbara

A Night in… UPPVIDINGE!

UPP1
Hier war es soweit: ich kam, sah und schwamm. Ich war auf dem Weg von Kalmar nach Uppvidinge, im Irgendwo von Småland, und zog mir den Zorn des Navis zu. „Bitte wenden,“ hielt sie sich dran, „wenn möglich, bitte wenden.“ Ich wendete jedoch nicht und fuhr stur einfach in Richtung Björkhult, weil es irgendwie gut aussah. Und dann das. Und es war noch nicht mal quietschend 10 Minuten brauchend um ins Wasser zu steigen kalt. Es ging zack, zack. Und hach, was war das schön. Und es kam schöner.

This is where it finally happened: I came, saw and swam. I was on my way from Kalmar to Uppvidinge, somewhere in Småland, when I got to feel the full wrath of my GPS. „Please turn around,“ she insisted, „if possible, please turn around.“ I did not and stubbornly kept going towards Björkhult because somehow the road looked inviting. And then this view. And there wasn’t even any of the 10-minute squealing and hesitating to get in… it was warm. It was just like that. Oh, it was beautiful. And more beauty was yet to come.

UPP5

Es war der Lupinen-Wahnsinn in Uppvidinge. Unter anderem. Ich hatte hier gezögert, dem Navi zu glauben. Dahin soll ich abbiegen? Auf diesen Waldweg? Das einzige, was mich bei der Stange hielt, war, dass hier und da eine Mülltonne, offenbar bereit zur Leerung, irgendwo im Wald rumstand. Die dazugehörigen Häuser blieben verborgen. Ich glaube, ich wiederhole mich: aber deswegen macht mir airbnb so einen Spaß. Man kommt in Gegenden, die man sonst nie in Erwägung ziehen würde und erlebt die wunderbarsten Dinge.

It was a lupine frenzy in Uppvidinge. Among others. I had hesitated to follow the GPS‘ directions in getting here. You want me to turn onto that… path? What kept me going in the end was the fact that every now and then there were garbage cans standing in the woods, apparently ready for emptying. The houses to go with them remained obscure. I think I’m being repetitive but this is part of why I’ve come to like airbnb so much: you get to see places you wouldn’t have known existed and would much less have visited – and come to experience the most amazing things.

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Die Lupinen müssen sein – wer weiß, wann ich nach diesem Urlaub noch mal in diesen Hochgenuss komme. Und dann diese ganzen Flechten da… müsste das nicht 1A-Elchfutter sein??

There will be some more lupines, please bear with me – who knows when I’ll ever get to see them again after this vacation’s over. And then all those lichen there… wouldn’t that be a delicacy for a moose??

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Ich sollte auch nicht lange allein bleiben mit den Lupinen:

I wasn’t going to be by myself with all the lupines for a long time:

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Und auch nicht zu zweit – streckt die mir da etwa allen Ernstes die Zungen raus?!

And there was more to come – is she sticking out her tongue at me?!

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Das Licht macht mich fix und fertig, hier muss es gegen 21:30 Uhr gewesen sein. Und nein, ich wurde bei diesem Spaziergang von keiner einzigen Mücke belästigt.

The light is just too much – this must have been about 9:30 pm. And no, I was not bothered by a single mosquito on this walk.

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Es stellt sich die Frage, warum ich nicht einfach im Wald bleibe and hier und da mal in einen See hüpfe… bis bald!

I wonder why I don’t just stay in these woods and go for an occasional swim… more to come!

Barbara

A Couple of Days… in KARLSKRONA and KALMAR

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Vor Blekinge gibt es auch einen Schärengarten – der südlichste in Schweden. Er umfasst ungefähr 1000 Inseln. Da wollte ich, wenn das Wetter es denn zuließe, eine kleine Fährrundfahrt machen. Das Wetter spielte mit, aber die Auswahl war, da immer noch Nebensaison, nicht groß und so bin ich nach Karlskrona gefahren, um dort um 10 Uhr loszukommen. Abgesehen vom besten Wetter überhaupt, hat es mich allerdings nicht vom Hocker gehauen. Ich glaube, ich habe mir das alles „enger“ vorgestellt. Aber bei Sonne auf dem Wasser reicht ja eigentlich schon.

The Baltic Sea bordering Blekinge province has its own archipelago of about 1,000 islands – the Southernmost and I assume least well known in Sweden. I had thought of going on a boat ride through it, weather permitting. Well, the weater permitted generously but this still being low season the choice was not large, so I went to Karlskrona to board a trip leaving at 10 am. I have to say, though, that apart from the weather I wasn’t much taken with it. I think I have imagined this to be more crowded island-wise. But being on the water when the sun is shining is usually suffient to create this „vacation feeling“.

KKA2

Karlskrona als Stadt bin ich nicht gerecht geworden. Hier spielt dann ein bisschen der Vorabreisewahnsinn rein, in dem ich nicht annähernd das habe vorbereiten können, was ich normalerweise so mache. So dachte ich, ein Stündchen durch Karlskrona streifen wird’s schon tun – Fehleinschätzung. Ich bin mehr oder weniger durch diese Barockstadt geirrt, ohne jeden Plan und bin dann unzufrieden aufgebrochen. Unzufrieden, weil ich gemerkt habe, dass das viel mehr drin gewesen wäre – aber Kalmar rief.

I didn’t do the city of Karlskrona justice. Part of it was certainly due to the utter madness that reigned before I left for vacation and which kept me from going into proper preparations. A short stroll through Karlskrona would be sufficient – or so I had thought. Major misjudgment. I was walking the streets of this baroque city without orientation and then decided to leave as planned – but not satisfied at all. I think that was because I realized how much more there would have been to discover – but it was Kalmar next.

KKA8

Kalmar hat mir sehr gefallen – da kann man gut einfach abhängen und an den verschiedensten Orten sitzen oder liegen und lesen oder wegdämmern. Machen auch genügend Leute. Die Straßen mit all den alten Gebäuden zu durchstreifen macht mindestens genauso viel Spaß… wie auch das dreistöckige second-hand-Kaufhaus, wo ich mir gleich mal einen Reisewecker für SEK 10 (etwa 1,10 Euro) zugelegt habe, da mein alter Knochen von Handy, der nur zu diesem Zweck und als Packstation-Bedienelement dient, sich irgendwo verabschiedet hatte.

I really enjoyed Kalmar – a good place to just chill, in all kinds of places where you can just sit or lie down to read or nod off. Which many people do. It’s at least as much fun to walk the streets lined with a seeminly neverending number of historically remarkable buildings. Or the three-story second hand store, where I spent SEK 10 (about 1.10 Euros) on a travel alarm clock as my ancient mobile phone, which is only ever used as an alarm clock, decided to part with me somewhere.

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Das Schloss von Kalmar ist ein Muss und darauf hatte ich mich besonders gefreut. Die ganze Hektik in Karlskrona war allerdings umsonst, denn es machte schon um 16 Uhr zu (Nebensaison, wie gesagt). Also weitere Reiseplanung überdacht, die Astrid Lindgren-Gedächtnis-Schleife, die ich für den nächsten Tag geplant hatte, aus dem Programm genommen und alles auf Kalmar.

The Kalmar Castle is a must-see and I had been very much looking forward to it. All the stress about leaving Karlskrona turned out to be unnecessary as the castle closed its doors at 4 pm already (low season – again). So I quickly had a look at my further planning and decided to scrap the Astrid Lindgren-loop I had planned for the following day in order to have more time for Kalmar and the castle in particular.

KKA5

Ein Teil war nicht zugänglich, weil eine Schule den Grünen Saal für ihre Abiturfeierlichkeiten angemietet hatte. Es hat die Besichtigung aber nur unwesentlich beeinträchtigt, denn es gab genug anderes zu bestaunen. Besonders gefallen hat mir, dass in vielen Räumen „Leben“ drin war: eine voll gedeckte Festtafel, in der Küche brodelten die Töpfe, ein Schreibtisch sah aus, als sei der Herr des Hauses nur mal schnell für kleine Jungs.

Part of the castle was not accessible as a school had rented the Green Hall for their graduation ceremony. It didn’t take too much away from the visit – there were enough other things to look at. I particularly liked the fact that some rooms were infused with „life“ somehow: a fully equipped dinner table, boiling pots in the kitchen, a desk that looked as if the king had just gotten up to use the bathroom – or whatever it would have been he used.

KKA3

Die vielen Lupinen habe ich ja bereits erwähnt: aber auch den Fliederdurft, der hier oft in den Straßen liegt? Es war mir nie aufgefallen, wieviel Flieder in Südschweden rumsteht. So auch im Stadtpark von Kalmar, der die Stadt mit dem Schloss verbindet (oder vielleicht ist sie nicht mehr Teil des Parks, die Promenade gegenüber):

I have already mentioned the many seas of lupines: but also the scent of lilac that hovers over many places? I never took note just how many lilac trees there are around in Sweden. The city’s park – or maybe it’s not the park anymore but the esplanade vis-à-vis? – features a whole alley:

KKA6

Der Park an sich wird von vielen zum Sonnenbaden benutzt – wo die Sonne scheint. In anderen Bereichen ist er wunderbar kühl… und wer hätte gedacht, dass ich das in einem Schwedenurlaub Anfang Juni positiv hervorheben würde. Noch nie vorher gesehen: der Taschentuch-Baum (Davidia involucrata):

The park is frequented by many who wish to sunbathe – where the sun shines. In other parts it’s wonderfully cool… and who would have thought that this is a feature I mention in the context of a vacation in Sweden in eraly June. Never seen before: the handkerchief tree (Davidia involucrata):

KKA7

Hier war die Unterkunft ein B&B – keine Privatunterkunft über airbnb. Ich hatte mich ein bisschen über den Namen gewundert, Kattrumpan’s B&B… was soviel heißt wie B&B des Katzenhinterns. Aber so heißt die Altstadtinsel! Das Frühstück war top und so ging’s dann ohne Mittagessen am frühen Nachmittag weiter nach Småland… dazu bald mehr!

I didn’t stay in a private home in Kalmar, but a B&B. When I booked it I wondered about its name, Kattrumpan’s B&B which means something like „B&B of the cat’s behind“. But that is what the old town is called! The breakfast was excellent and so I skipped lunch to continue into Småland in the early afternoon. More about that… soon!

Barbara

A Day… by the Sea!

YAK1
Nach einer ruhigen Nacht in Brösarp war das Ziel des Tages Karlshamn, wo ich eine weitere Freundin aus Lunder Tagen treffen und ihre Familie kennenlernen würde. Aber bis dahin sollte noch etwas Zeit vergehen. Åhus war im Reiseführer als interessant vermerkt, aber bis dahin kam ich erstmal gar nicht, denn da waren auf einmal Schilder nach Yngsjö… wo wir, ich glaube im Januar 1999 (jedenfalls war der Strand gefroren) ein Wochenende im Ferienhaus der Eltern eines befreundeten Austauschstudenten verbrachten. Ich erinnere mich an lange Strandspaziergänge und Svens Bauernfrühstück für alle. Also jedenfalls war ich wohl noch keine 15 Minuten unterwegs, da habe ich schon wieder geparkt. Und bin am frühen Morgen gleich wieder am Strand eingeschlafen. Aber wie soll man auch nicht?

After a quiet night in Brösarp this day’s destination was Karlshamn where I was to meet another friend from the Lund days and her family. But there was almost a whole day to spend before that would happen. The guide said that Åhus was worth the visit but I didn’t get there that easily as suddenly I saw signs to Yngsjö… where we spent a weekend in January 1999, I believe (the beach was frozen anyhow), in the cottage of the parents of a fellow exchange student. I remember long walks on the beach and Sven doing his „farmer’s breakfast“ for all of us. Well, I think I had been on the road for all of 15 minutes when I parked the car again already. And fell asleep on the beach again, in the morning this time. But how couldn’t I?

YAK2

Nicht erst hier, aber verstärkt hier, stelle ich mir die Frage, warum ich überhaupt noch weiter irgendwohin fahren soll. Aber wie man das dann so macht, man fährt doch weiter. Und apropos fahren: das ist eine verdammt entspannte Angelegenheit hier, von Anfang an. Kaum nennenswerter Verkehr überhaupt, selbst in Malmö nicht, und null Hektik. Und ja: Lupinen, überall Lupinen und das zuvorderst an den Hängen der „Autobahn“, wo man diese Meere an lila-weiß-rosa nicht ablichten kann. Als diese Frau auf dem gefühlt 30cm breiten Seitenstreifen gegen den Verkehr, der mit 100 Sachen an ihr vorbeirauschte, entlangspaziert kam, dachte ich zuerst, sie sei selbstmordgefährdet – nur um dann einzusehen, dass sie wahrscheinlich eben so scharf auf die Lupinen ist und sich was traut in der Sache, im Gegensatz zu mir!

It’s not for the first time that I wonder why I should continue to go anywhere. But that’s how it goes, I do go on (feel like the dude in my favorite poem by Robert Frost „but I have promises to keep and miles to go before I sleep“). Talking about it, going somewhere: traffic. What a relaxed affair that has been here, right from the start. Hardly any traffic to mention, not even in Malmö, and no stress. And yes: lupines everywhere, mainly on the slopes along the „highway“ where you can’t really stop to take it in – and take a picture of it. Then this woman walks against the oncoming traffic on the shoulder that feels like it’s max. 30 cm wide and the cars swoosh by at 100 km/h – and at first I think she must be suicidal but then I realize that she probably likes the lupines just as much and follows her dream or something!

YAK3

Und dann war ich doch im pittoresken Åhus angekommen. Verschlafen war die Altstadt, aber malerisch. Den Hafen erreicht, sollte man sich den Eindruck nicht mit einem Blick auf das moderne Åhus und den Industriehafen verderben… Bei der Durchsicht der Fotos kam hier dann Verwirrung auf – was macht das Haus aus Ystad in der Chronologie zwischen den Åhus-Fotos? Nebeneinander gestellt sieht man dann aber doch deutliche Unterschiede (Åhus oben).

I finally did make it to picturesque Åhus. It’s a sleepy but no less scenic old town. Once you reach the harbor, though, try not to turn towards the modern part with the industrial harbor looming in the distance… When I looked through the pictures I got really confused: how did the Ystad house end up among the Åhus pictures… when there’s chronological order? But when I looked at them side by side the differences are numerous (Åhus on top).

YAK5

Schon bald ertappte ich mich dabei, nach einem Grund zu suchen, den nächsten Strand aufzusuchen. Der war schnell gefunden: irgendwo muss man ja schließlich Mittagessen. Und warum nicht in aller Ruhe am Strand? Und als dann auch noch Erdbeeren ins Spiel kamen, war es um mich geschehen.

Soon, I caught myself wondering about another visit to a beach and I soon found a good reason for that: you need to have lunch somewhere, right? So why not on the beach, in peace and quiet. And when strawberries came into the picture as well, I was game.

YAK4

Am frühen Nachmittag kam ich dann in Karlshamn an und es reichte noch für einen kurzen Rundgang in der Innenstadt. Aber dann ging’s auf zu Helena und in die nächste Erinnerungs- und Kennenlernrunde über einem gemütlichen Abendessen. Wo ich schon zum zweiten Mal u.a. in den Genuss von Linas Matkasse (Linas Essenstüte) kam – ein offenbar sehr weit verbreitetes Konzept in Schweden. Ähnlich den Gemüsekisten, die man im Bioladen bestellen kann, werden hier alle Zutaten für 4 Mahlzeiten inkl. Rezepte geliefert – für kleine oder große Familien, für Paare, für Vegetarier, für Kinder, für Kinder glutenfrei… es gibt 10 verschiedene Varianten die dann noch mit einer zusätzlichen Fruchttüte oder anderem kombiniert werden können. Nach zwei Testessen bin ich jedenfalls überzeugt! Vielleicht würde ich dann auch öfter kochen – oft scheitert es daran, dass mein Hirn nicht mehr darüber nachdenken will, was ich denn noch machen soll. Was für ein Luxusproblem… aber Fakt.

I reached Karlshamn in the early afternoon and I still had time for a short stroll through the center. Then off I went to Helena’s and the next nostalgia and meet my family date over a yummy dinner. Which reminds me: it was the second time I got to try the results from Lina’s Matkasse (Lina’s Food Bag) – apparently that’s very popular in Sweden. It’s similar to the veggie boxes you can order at organic food places in Germany but here you get all ingredients (down to the spices) for 4 dinners – for small or larg(er) families, for couples, for vegetarians, for kids, for kids (gluten free)… there are 10 different ones that you can further combine with an extra fruit bag etc. I have to say that I’m convinced after these first two tries. Maybe I would cook more often, too – it so often doesn’t happen because my brain refuses to think about WHAT to cook. What an extravagant problem… but a fact.

YAK6

Der richtige Reiz am Standort Karlshamn kam dann nach dem Abendessen raus… wenn man in gut zehn Minuten zu Fuß von einem ganz normalen Wohngebiet plötzlich hier steht:

The true attractiveness of Karlshamn as a place to live became apparent after dinner… when it takes you about ten minutes on foot to get from a totally normal residential area to here:

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Es war faszinierend zu beobachten, wie die Leute da wirklich einfach mit dem Fahrrad angefahren kommen, ein paar Worte wechseln, ins Wasser gehen oder springen (einhellige Meinung war, dass es wohl so 16 Grad hatte), fünf Züge schwimmen und dann wieder rauskommen und – ruckzuck – auf dem Fahrrad sitzen und den Heimweg antreten. Ich war da noch zurückhaltend. Mal sehen, was es braucht, um mich zu überzeugen… auf bald!

It was fascinating to see people getting there by bike, do some small talk, climb or jump into the water (which all agreed must have been at about 16°C), do five strokes, get back out and sit on their bike again in no time. I was reluctant. We’ll see what it takes to convince me… talk with you soon!

Barbara