Tag 9

20:48 Uhr
Puuuuhhh… was ist denn bloß im Biathlon bei den Herren los? Da kann man ja auf nichts mehr wetten. Es gewinnt der Russe Ustjugow vor dem Franzosen Martin Fourcade… und dann der Slowake Pavol Hurajt. Alles klar. Der erste Deutsche Michael Greis auf Platz 10… Und die Norweger?? Svendsen erst auf… und Björndalen auf Platz 27 (siebenundzwanzig). Das Stehendschießen war der Untergang. Mal sehen, wie sich gleich die Damen schlagen…

21:55 Uhr
So eine Super-Kombination der alpinen ist ja eine faszinierende Angelegenheit: erst muss man sich eine anspruchsvolle Abfahrt runterstürzen und dann einen komplizierten Slalom hinter sich bringen. Viel verschiedener kann es ja nicht sein und es gibt wirklich Leute, die beides richtig gut können. Nach der Abfahrt führte wieder einmal Aksel Lund Svindal vor einem unbekannten Italiener namens Dominik Paris… Dann jedoch, unglaublich, aber wahr, gewann Bode Miller die Goldmedaille, vor dem Kroaten Ivica Kostelic und dem Schweizer Silvan Zurbriggen (weder verwandt noch verschwägert mit Pirmin). Und der gute Aksel scheidet kurz vor dem Ziel an einer eigentlich unspektakulären Stelle aus… Die USA ziehen im Medaillenspiegel davon, haben zu diesem Zeitpunkt bereits 24 gewonnen, davon 7 goldene… Deutschland hat 14 insgesamt, goldene 4. Mal sehen, was der Massenstart der Biathletinnen daran ändern kann.

22:45 Uhr
Ha! Gold für Deutschland in besagtem Massenstart der Biathletinnen! UND Bronze! Es hätte stattdessen auch Silber sein können, aber ich habe wohl nicht laut genug angefeuert. Magdalena Neuner gewinnt vor Olga Zaitsewa und Simone Hauswald… DAMIT haben wir Norwegen im Medaillenspiegel wieder überholt und liegen nun gleich hinter den USA auf Platz zwei. Wat schön dat alles.

Was mache ich nun nur… um Mitternacht kommt die Eisschnelllaufentscheidung, die Bobfahrer kommen erst ab 2 Uhr… nebenher laufen Highlights im Eishockey bis in die frühen Morgenstunden…

23:08 Uhr
Ski Cross. Sagte mir bis vor einer Woche überhaupt nichts. Jetzt laufen da gerade die Achtelfinals und es ist schon ziemlich irre, muss ich sagen. So ein bisschen wie Short Track nur auf Ski. Es ist eine breite Skibahn mit vielen hohen Sprüngen und engen Kurven und es fahren immer vier Läufer gleichzeitig! Die beiden ersten eines jeden Laufs kommen in die nächste Runde. Es läuft keine Uhr, denn das Ergebnis ist klar. Mittlerweile ist es schon im Viertelfinale und kein Deutscher ist mehr dabei, aber egal. Es wird auf jeden Fall kein Gold für die USA geben, denn auch die sind raus 🙂 Mensch, da ist vielleicht Stimmung… So, nun Finale, jeweils ein Vertreter der Schweiz, Österreichs, Kanadas und Norwegens. Schwerer Sturz des Kanadiers vor dem letzten Sprung – Gold für Michael Schmid aus der Schweiz, Silber an Andi Matt aus Österreich und Bronze an Audun Groenvold aus Norwegen.

23:25 Uhr
Bed time. Es hat keinen Sinn. Ich könnte zum Eishockey Schweden-Finnland morgen früh um 6 Uhr aufstehen. Oder auch nicht.

Es wird ein Morgen geben. Gute Nacht.
Barbara

Tag 7 und 8!

Auch in der tief verschneiten Eifel – zusammengeräumte Schneeberge unglaublichen Ausmaßes im Dorf, man konnte sich vorkommen wie in einem Skiort in den Alpen… auch in diesem Winterwunderland also habe ich ausgiebig die Entwicklungen in Vancouver verfolgt. Und wieder waren es zum Teil dramatisch spannende Entscheidungen!

Ein amerikanischer Kollege, der uns zurzeit in Deutschland mit seiner Anwesenheit erfreut, hatte auch mal reingeguckt und sich gewundert über diese abgefahrene Sportart, wie hieß sie denn noch gleich, wo die Sportler durch den Wald Ski laufen und dann schießen. “Biathlon,” klärte ich ihn auf und wies auf die am gleichen Abend noch stattfindenden Einzelrennen bei Frauen und Männern hin – wobei grundsätzlich die für Sonntag angesetzten Massenstartrennen besser zu verfolgen und damit spannender seien. Wie auch immer, es waren interessante Rennen, die bei den Herren endlich die favorisierten Norweger auf dem Treppchen sahen: Svendsen vor Björndalen und dem Weißrussen Sergey Novikov (beide zeitgleich Silber). Bei den Damen schafften es die Schwedinnen wieder nicht und die Medaillen gingen an Tora Berger aus Norwegen vor der überraschungszweiten Kasachin Elena Khrustaleva und Darya Domracheva aus Weißrussland.

Bei den alpinen gab es den Super-G der Herren zu bewundern: mit Aksel Lund Svindal ging auch hier der Sieg an Norwegen, vor dem Amerikaner Bode Miller und dessen Landsmann Andrew Weibrecht. Die Übertragung endete mit dem furchtbaren Sturz des Schweden Anders Järbyn – aber wie man hört, soll er sich außer ein paar Prellungen nichts getan haben.

Das Gegenstück bei den Damen folgte am Samstag und nachdem Maria Riesch nicht in die Medaillenränge laufen konnte fand ich mich in der völlig neuen Situation wieder, eine Österreicherin zum Sieg zu schreien – alles, wirklich alles, war mir recht, nur nicht Lindsey Vonn. Die hat es sich wirklich versaut mit mir. So gewann eben jene Österreicherin Andrea Fischbacher vor der Slowenin Tina Maze und Vonn musste sich mit Bronze zufrieden geben. Auch hier gab es viele Ausfälle, aber weniger durch Stürze, als durch verpasste Tore… Wie auch immer: meine Glückwünsche nach Wien!

Auch noch am Freitag gab es die ersten Medaillen für deutsche Skeletonis. Skeleton ist eine Sportart, die im Eiskanal stattfindet und die man sich wie rodeln vorstellen kann, nur schmeißen sich die Sportler mit dem Kopf voran in die Tiefe. Als ich hörte, dass sich irgendwelche besoffenen Briten das mal überlegt hatten, dachte ich zuerst, dass das ja passe – bis mir einfiel, dass wir wohl selbst “früher” auf den normalen Schlitten auch hier und da mal diese Herangehensweise gefahren sind. Es muss einem also doch irgendwie einfach so in den Sinn kommen. Silber und Bronze gab es für Anja Huber und Kerstin Szymkowiak, hinter der Britin Amy Williams.

Es geht das Gerücht, dass die Langlaufwettbewerbe langweilig seien. Da muss ich dann doch sagen, dass sowohl die Doppelverfolgung der Damen am Freitag als auch und mehr noch der gleiche Wettbewerb bei den Herren am Samstag das Gegenteil unter Beweis stellen konnten. Bei einer Doppelverfolgung wird der erste Teil des Rennens (Damen 7,5km, Herren 15km) im klassischen Stil absolviert, bevor man in der sog. Wechselzone die Ski wechselt und dann noch mal die gleiche Entfernung in der Skatingtechnik zurücklegt. Die Norwegerin Marit Björgen setzte sich in einem Anstieg von ihren Verfolgerinnen ab, um das Rennen dann sicher zu gewinnen – aber der Kampf um die Plätze zwei und drei ging dann bis aufs Messer. Am Ende sicherte sich die Schwedin Anna Haag die Silbermedaille vor der Polin Justina Kowalczyk.

Bei den Herren sah es lange so aus, als würde es ein Start-Zielsieg für den Schweden Johan Olsson, dem von seinen Team-Kollegen Magnus Hellner und Anders Södergren der Rücken frei gehalten wurde. Mein Blut geriet so richtig in Wallung, als mir klar wurde, dass es evtl. sogar zu einem Dreifachtriumph der “Tre Kronor” kommen könnte. Der Führende wurde eingeholt und letztlich kämpften vier Läufer um die drei Medaillen (die Norweger wieder erstaunlich abwesend), die letztlich im schwedisch-deutschen Sandwichverfahren an Magnus Hellner, Tobias Angerer und Johan Olsson gingen. Selten waren taktische Spielchen so interessant und gut mit anzusehen. So findet man sich dann nachts kurz vor 1 auf und nieder hüpfend und laut schreiend vor dem Fernseher wieder. Meine Glückwünsche nach Karlshamn, Lund, Malmö, in den Christoph-Fischer-Weg und wo auch immer sich jemand über einen schwedischen Sieg freut!

Das Skispringen von der Großschanze war aus deutscher Sicht insgesamt wieder einmal eher enttäuschend. Es gewann der Schweizer Simon Amann vor dem Polen Adam Malysz und dem Österreischer Gregor Schlierenzauer. Damit ist es Simon Amann als erstem Skispringer überhaupt gelungen, vier olympische Goldmedaillen im Einzel zu gewinnen (nach bereits zwei bei den olympischen Spielen in Salt Lake City 2002).

Auch eine Eisschnelllaufentscheidung bei den Herren hat es gegeben und erneut gehen meine Glückwünsche nach Bergen für den Sieg des Niederländers Mark Tuitert, der den amerikanischen Favoriten Shani Davis überraschend in die Schranken wies. Ob das Eis diesmal weniger hubbelig war?!

Die deutsche Eishockeymannschaft bekleckert sich weiterhin alles andere als mit Ruhm… das können ja schöne Tage bei der im Mai stattfindenden WM im Heimatland werden… Die Deutschen Zweierbobfahrer stehen nach den ersten beiden Läufen ideal da – die Entscheidung folgt heute Nacht. Mal sehen, wie lange ich live dabei sein werde…

Bis bald!
Barbara

Tag 4… und 5!

Nicht, dass einer denkt, gestern wäre Olympia ausgefallen oder gar, dass ich nicht geguckt hätte! Nein, nein… nur hatte die Nacht davor etwa 4 Stunden Schlaf zuwenig, so dass ich es gerade noch schaffte, wenigstens bis Mitternacht zu gucken, aber die Energie reichte nicht mehr zum bloggen.

Dabei hätte es ja einige Dinge gegeben, über die dann nun im Nachhinein noch berichtet werden muss. Allen voran natürlich die vielgefeierte Goldmedaille von Magdalena Neuner in der Verfolgung bei den Biathletinnen, YES! Und hossa, was war der gleiche Wettbewerb bei den Herren eine spannende Angelegenheit – mit einem schwedischen Sieger auch wieder ganz nach meinem Gusto. Mit diesen beiden Highlights kam dann auch der letzte Goji-Pikkolo zum Einsatz.

Die deutschen Rodeldamen sorgten für zwei weitere Medaillen, Gold und Bronze. Immer heißt es (und bislang war es so), sie seien eine Bank, aber ich kriege ja immer einen Hauch von schlechtem Bauchgefühl, wenn die Kommentatoren immer so tun, als könnte da nichts dazwischen kommen. Hat man ja gesehen, was da dazwischen kommen kann.

Und endlich wurde gecurlt. Ich weiß nicht, warum einem diese Sportart als Zuschauer soviel Spaß macht – und ich weiß aus sicherer Quelle, dass es nicht nur mir so geht. In einer bekannten Online-Enzyklopädie wir die Sportart als dem Boule oder Boccia ähnlich beschrieben. Mich erinnert es mehr an Billiard mit Medizinbällen. Die Sportart wurde von den Schotten erfunden – der älteste bekannte Curlingstein datiert auf 1511. Die Steine sind knapp 20kg schwer und (der Klassiker) aus Granit, der auf der schottischen Insel Ailsa Craig abgebaut wird. Wer mehr dazu lesen möchte, kann das hier tun – ich stimme der Einstufung des Artikels als „lesenswert“ ohne Einschränkungen zu. Und was ich eigentlich sagen wollte: die deutschen Herren haben die Amerikaner in der Vorrunde besiegt!

Gott sei Dank war ich auf Stand, als ich mich heute über die Stippvisite eines niederländischen Kollegen freuen konnte: NATÜRLICH hatte es schon Gold gegeben für Sven Kramer, wenn auch Ireen Wüst es – aus seiner Perspektive – leider nicht geschafft hatte.

Mamma Mia… die Langlaufsprint-Entscheidungen. Genauso, wie ich im Tennis lieber ewig währende Grundlinienduelle sehe, mag ich auch hier eigentlich lieber die 50km… am 28.2. ist es soweit, traditionell am letzten Tag der Olympischen Spiele. Aber Mensch, was hat das heute Spaß gebracht! Ein norwegischer Sieg bei den Damen durch Marit Björgen… und ein russischer Doppelsieg bei den Herren. Bei letzterem war es zwar spannend, aber ich konnte mich bis zum Schluss nicht für den einen oder anderen Russen entscheiden – und wenn man keine Präferenz hat, wird es nicht wirklich packend. Aber DRAMATISCH, wie es gerade aus dem Olympia-Studio kommt, war es wohl allemal.

Und heute dann als Highlight die Damen-Abfahrt… So jedenfalls hatte ich mir das vorgestellt. Und es sah auch so gut aus: fantastisches Winterwetter (endlich!), über Nacht „gezuckerte“ Wälder, herrliche Vistas… und dann kam der Start. Von Anfang an dachte ich: oh Mann, der Zielsprung wird uns nicht gefallen. Und dann ein Sturz“festival“… anfangs dachte ich, das sind alles Leute, die einfach konditionell nicht auf der Höhe sind – da auch kaum einer stehend im Ziel zum Stillstand kam. Und dann noch der Totalausfall einer Starterin ca. 10m nach dem Start… mein Gott, war meine erste Reaktion, wie doof kann man sein… bevor mir dann der Herren-Super-G von Calgary 1988 und Markus Wasmeier wieder in den Sinn kamen… Zurück zur heutigen Abfahrt: als es dann auch Anja Paersson erwischte war meine Anfeuerung für Maria Riesch nur noch: „Komm an! Komm an! Da sind noch einige andere Medaillenchancen!“ Sie hat mir zugehört… und darauf stoße ich an! Und darauf, dass Rennen kommen werden, die Spaß machen.

So, nun geht’s wieder zum Curling der Damen (die auch gegen die USA antreten) und ich verabschiede mich für heute! Gute Nacht!
Barbara

Tag 3

Es kam, woie es kommen sollte in der letzten Nacht: Gold UND Silber für Deutschland im Rodeln (Einsitzer Herren)!! Das Aufbleiben hat sich definitiv gelohnt 🙂

Im 10km Freistilrennen der Damen konnte ich mich über Gold für Schweden freuen – das ist doch auch was, so lange sie keine Deutschen direkt verdrängen! Ähnlich ging es mir mit der nun nachgeholten Herrenabfahrt – da schlug mein Herz für Aksel Lund Svindal als Vertreter Skandinaviens… es reichte leider „nur“ für Silber. Es gewann der „falsche Didier“: Didier Defago für die Schweiz. Der richtige Didier wäre Didier Cuche gewesen, ebenfalls Schweizer. Ein bisschen leid tat es mir für die Kanadier, die weit hinter den Erwartungen zurückblieben.

Das Einzelrennen über 15km bei den Herren geht dem Ende entgegen – also, zumindest sind dann bald alle die, die eine Chance auf eine Medaille haben, im Ziel. Ich glaube ich habe mich verhört: es sollen über 300 Starter sein? Die ersten 40 sind gleich im Ziel, und es sind alles bekannte Namen auf Medaillenpositionen… Und Gold wohl wieder für die Schweiz… damit überholen sie uns im Medaillenspigel! Zumindest im Moment!

Und NUN gehe ich wohl doch schon ins Bett. Aber man muss den Schlaf halt dann kriegen, wenn man ihn bekommen kann 😉

Viele Grüße
Barbara

Tag 2

Der zweite Tag läuft auf Hochtouren und ich bin in freudiger Erwartung des vierten und letzten Laufs der Rodelentscheidung der Herren. Es fiel mir bislang auf, dass trotz der verkürzten Bahn Geschwindigkeiten weit über 140 km/h erreicht wurden… wie auch immer. Es sieht jedenfalls so aus, als könnte es ein deutscher Doppelsieg werden. Also drücken wir die Daumen!

Zuvor jedoch das Portrait eines kleinen Freundes, den wir nach dem Brunch noch besucht haben – als Teil eines anderthalbstündigen „Hallo wach“-Spaziergangs in einem eingeschneiten Naherholungsgebiet 15 Busminuten von meiner Haustür.

Derweil läuft dann doch noch Damen-Eishockey, USA-China, und das Spiel geht 12:1 aus – eine entsprechend spannende Angelegenheit. Da haben wir heute doch schon ganz anderes gesehen, auch wenn es recht ernüchternd begann. Beim Springen der Nordischen Kombinierer, das für die Deutschen nicht so prickelnd ausging, witzelten wir noch gönnerhaft, dass es „doch die Ösis gewinnen sollen, die gewinnen ja sonst nix“ 😉 Kombination heißt ja aber, dass es mindestens zwei Dinge gibt, in diesem Fall Skispringen und dann noch Langlauf. Und: wenn das Springen schon nicht so toll war, kommt im Fall der Deutschen beim Laufen auch nicht mehr soviel rüber. Das jedoch war am Ende egal, denn man muss sich dann nur für jemanden entscheiden, den man nach vorne schreit. In diesem Fall überkam es uns, wie die Blöden „Allez les bleus“ zu kreischen, denn sowas von einem spannenden Finish gegen einen Ami und einen Italiener hat man ja selten gesehen, mit gutem Ende für Jason Lamy Chappuis.

Viel vorher jedoch war die lang ersehnte erste Biathlon-Entscheidung der Herren wortwörtlich ins Wasser gefallen. Es war einfach kein schöner Wettbewerb und auf den ersten Blick war der einzige, der auf’s Treppchen gehörte, der Silbermedaillengewinner Emil Hegle Svendsen aus Norwegen. Sieger wurde noch ein Franzose, Vincent Jay… den Namen hatte man ja schonmal gehört, aber… ein Weltcuprennen hat er bislang gewonnen – und zwar ein Einzel in Vancouver in 2009… Hm. Und dann regte Herr Jakov Fak auf Platz drei zu verwandten unflätigen Ausrufen an – WER um alles in der Welt ist DAS?? Eigentlich ist er noch nie wirklich in Erscheinung getreten… bis auf die Bronzemedaille bei der WM in Pyeongchang. Also so ein Mann für die großen Events?! Jedenfalls entschieden wir, wenn schon nicht auf eine Medaille, dann auf den sympathischen Arnd Peiffer zu anzustoßen – heute allerdings mit irischer Kaffeecreme.

Weitere emotionale Wellen schlug die Entscheidung 3000m Eisschnelllauf der Damen – da gab’s Silber zu feiern für die junge Deutsche Stephanie Beckert. Die Fachleute redeten immer wissend vom „finish“, aber so wirklich stellt man sich darunter ja nichts vor… bis man es dann erlebt hat. WOW. Die irische Kaffeecreme stand noch bereit auf dem Tisch. Ich frage mich so nebenher, ob auf den Anzügen der deutschen Sportlerinnen nicht Schleichwerbung zu sehen war…

Die alpinen Wettbewerbe kommen wetterbedingt immer noch nicht aus’m Quark… wie soll es nur werden? Wir werden es erleben… Eine neue kreative Herausforderung ist auch online – ich werde also keine Probleme haben, den tollen Montag zu verbringen 🙂 Und jetzt wird es langsam spannend; ich muss mich auf den Eiskanal konzentrieren!

Viele Grüße
Barbara

Tag 1

Der erste Tag Olympia läuft… und war ein guter Tag, nachdem man sich ein bisschen vom Schock des Todesfalls im Rodeltraining erholt hatte. Endlich hatte irgendjemand ein Einsehen und der Crash selbst wurde nicht mehr gezeigt; im Internet auf „DuRöhre“ war ein eingestellter Clip auf Betreiben des IOC wieder entfernt worden, ein weiterer war nicht direkt zugänglich und als „frei ab 18“ markiert. Dass es sowas gibt… auch wenn sich das ja problemlos umgehen lässt. Naja.

Der Rückblick auf alle olympischen Winterspiele bislang kam unerwartet erst heute Mittag… der heulende Wolf von Sarajevo riss mich jäh aus den kulinarischen Vorbereitungen für den Abend… Und was einem jetzt so auffällt: im Vergleich zum Beginn seiner Karriere redet der Hackl Schorsch jetzt tatsächlich sowas wie Hochdeutsch.

In einem Anflug von Langzeitplanung hatte ich darauf verzichtet, die Eröffnungsfeier live zu sehen – man muss ja haushalten mit seinen Kräften, so auf zwei Wochen betrachtet. Und dass, obwohl ich um 1 Uhr noch fit war wie ein Turnschuh. Die immerhin noch zweistündige Zusammenfassung heute (oder jetzt schon: gestern) war beeindruckend – hat mir super gefallen. Am besten der Eisbär und die Orcas… und die Totems. Und die Fiedler. Und die verklemmte Flamme. Und… und… und…

Ein vorbeugendes Schläfchen am Nachmittag musste per Wecker beendet werden und dann ging es auch schon los. Und aus deutscher Sicht unerwartet spannend wurde schon die Skisprung-Entscheidung von der Normalschanze! Wir entschieden uns umgehend, auch einen so unerwarteten 5. Platz von Michael Uhrmann mit einem Pikkolöchen Goji-Secco zu feiern – der war an Silvester nach Champagner und Feuerzangenbowle als überflüssig empfunden worden und harrte einer anderweitigen Verwendung. Kennt irgendjemand Goji-Beeren? Hört sich schöner an als „gemeiner Bocksdorn“… So oder so sind sie mir erst seit November bekannt… hochgradig Vitamin C-haltige Beeren aus China. War also ganz gesund, das Anstoßen!

Das mit dem Anstoßen ging dann beim Biathlon-Sprint der Frauen gleich weiter – drei Pikkolos standen zur Verfügung: Silber für Magdalena Neuner!! So wirklich einen Plan scheint der kanadische Regisseur von diesem Rennen nicht gehabt zu haben… es war selbst für den gewieften Biathlon-Zuschauer teilweise sehr verwirrend. Tipp für Olympia-Desinteressierte: auf dieses Rennen folgt die sog. Verfolgung – viel spannendere Wettbewerbe gibt es nicht! Am Dienstag Abend gibt es dann auch gleich zwei davon 😉

Die Abfahrt der Herren wurde leider abgesagt und auf Montag verschoben (da hat der Wetterfrosch doch Recht behalten). Schau’n wir also mal. Dafür blieb mehr Zeit für die 5000m Eisschnelllauf der Männer… Aber ach, was waren das noch für Zeiten, als Johann Olav Koss noch aktiv war, Mr. Oberschenkel… Und dann gewinnt doch auch gleich ein Niederländer die erste Goldmedaille… Meine Glückwünsche gehen nach Bergen 😉

Und nun geht es doch ins Bett, für Buckelpiste und Damen-Eishockey schlage ich mir dann doch keine Nacht komplett um die Ohren und bei der Rodelentscheidung reichen mir die Läufe 3 und 4 morgen Abend…

Bis morgen!
Barbara

P.S.: Die Zahl der Teilnehmer an diesem Kartenwettbewerb ist nun auf 375 gestiegen…