Tag 7 und 8!

Auch in der tief verschneiten Eifel – zusammengeräumte Schneeberge unglaublichen Ausmaßes im Dorf, man konnte sich vorkommen wie in einem Skiort in den Alpen… auch in diesem Winterwunderland also habe ich ausgiebig die Entwicklungen in Vancouver verfolgt. Und wieder waren es zum Teil dramatisch spannende Entscheidungen!

Ein amerikanischer Kollege, der uns zurzeit in Deutschland mit seiner Anwesenheit erfreut, hatte auch mal reingeguckt und sich gewundert über diese abgefahrene Sportart, wie hieß sie denn noch gleich, wo die Sportler durch den Wald Ski laufen und dann schießen. “Biathlon,” klärte ich ihn auf und wies auf die am gleichen Abend noch stattfindenden Einzelrennen bei Frauen und Männern hin – wobei grundsätzlich die für Sonntag angesetzten Massenstartrennen besser zu verfolgen und damit spannender seien. Wie auch immer, es waren interessante Rennen, die bei den Herren endlich die favorisierten Norweger auf dem Treppchen sahen: Svendsen vor Björndalen und dem Weißrussen Sergey Novikov (beide zeitgleich Silber). Bei den Damen schafften es die Schwedinnen wieder nicht und die Medaillen gingen an Tora Berger aus Norwegen vor der überraschungszweiten Kasachin Elena Khrustaleva und Darya Domracheva aus Weißrussland.

Bei den alpinen gab es den Super-G der Herren zu bewundern: mit Aksel Lund Svindal ging auch hier der Sieg an Norwegen, vor dem Amerikaner Bode Miller und dessen Landsmann Andrew Weibrecht. Die Übertragung endete mit dem furchtbaren Sturz des Schweden Anders Järbyn – aber wie man hört, soll er sich außer ein paar Prellungen nichts getan haben.

Das Gegenstück bei den Damen folgte am Samstag und nachdem Maria Riesch nicht in die Medaillenränge laufen konnte fand ich mich in der völlig neuen Situation wieder, eine Österreicherin zum Sieg zu schreien – alles, wirklich alles, war mir recht, nur nicht Lindsey Vonn. Die hat es sich wirklich versaut mit mir. So gewann eben jene Österreicherin Andrea Fischbacher vor der Slowenin Tina Maze und Vonn musste sich mit Bronze zufrieden geben. Auch hier gab es viele Ausfälle, aber weniger durch Stürze, als durch verpasste Tore… Wie auch immer: meine Glückwünsche nach Wien!

Auch noch am Freitag gab es die ersten Medaillen für deutsche Skeletonis. Skeleton ist eine Sportart, die im Eiskanal stattfindet und die man sich wie rodeln vorstellen kann, nur schmeißen sich die Sportler mit dem Kopf voran in die Tiefe. Als ich hörte, dass sich irgendwelche besoffenen Briten das mal überlegt hatten, dachte ich zuerst, dass das ja passe – bis mir einfiel, dass wir wohl selbst “früher” auf den normalen Schlitten auch hier und da mal diese Herangehensweise gefahren sind. Es muss einem also doch irgendwie einfach so in den Sinn kommen. Silber und Bronze gab es für Anja Huber und Kerstin Szymkowiak, hinter der Britin Amy Williams.

Es geht das Gerücht, dass die Langlaufwettbewerbe langweilig seien. Da muss ich dann doch sagen, dass sowohl die Doppelverfolgung der Damen am Freitag als auch und mehr noch der gleiche Wettbewerb bei den Herren am Samstag das Gegenteil unter Beweis stellen konnten. Bei einer Doppelverfolgung wird der erste Teil des Rennens (Damen 7,5km, Herren 15km) im klassischen Stil absolviert, bevor man in der sog. Wechselzone die Ski wechselt und dann noch mal die gleiche Entfernung in der Skatingtechnik zurücklegt. Die Norwegerin Marit Björgen setzte sich in einem Anstieg von ihren Verfolgerinnen ab, um das Rennen dann sicher zu gewinnen – aber der Kampf um die Plätze zwei und drei ging dann bis aufs Messer. Am Ende sicherte sich die Schwedin Anna Haag die Silbermedaille vor der Polin Justina Kowalczyk.

Bei den Herren sah es lange so aus, als würde es ein Start-Zielsieg für den Schweden Johan Olsson, dem von seinen Team-Kollegen Magnus Hellner und Anders Södergren der Rücken frei gehalten wurde. Mein Blut geriet so richtig in Wallung, als mir klar wurde, dass es evtl. sogar zu einem Dreifachtriumph der “Tre Kronor” kommen könnte. Der Führende wurde eingeholt und letztlich kämpften vier Läufer um die drei Medaillen (die Norweger wieder erstaunlich abwesend), die letztlich im schwedisch-deutschen Sandwichverfahren an Magnus Hellner, Tobias Angerer und Johan Olsson gingen. Selten waren taktische Spielchen so interessant und gut mit anzusehen. So findet man sich dann nachts kurz vor 1 auf und nieder hüpfend und laut schreiend vor dem Fernseher wieder. Meine Glückwünsche nach Karlshamn, Lund, Malmö, in den Christoph-Fischer-Weg und wo auch immer sich jemand über einen schwedischen Sieg freut!

Das Skispringen von der Großschanze war aus deutscher Sicht insgesamt wieder einmal eher enttäuschend. Es gewann der Schweizer Simon Amann vor dem Polen Adam Malysz und dem Österreischer Gregor Schlierenzauer. Damit ist es Simon Amann als erstem Skispringer überhaupt gelungen, vier olympische Goldmedaillen im Einzel zu gewinnen (nach bereits zwei bei den olympischen Spielen in Salt Lake City 2002).

Auch eine Eisschnelllaufentscheidung bei den Herren hat es gegeben und erneut gehen meine Glückwünsche nach Bergen für den Sieg des Niederländers Mark Tuitert, der den amerikanischen Favoriten Shani Davis überraschend in die Schranken wies. Ob das Eis diesmal weniger hubbelig war?!

Die deutsche Eishockeymannschaft bekleckert sich weiterhin alles andere als mit Ruhm… das können ja schöne Tage bei der im Mai stattfindenden WM im Heimatland werden… Die Deutschen Zweierbobfahrer stehen nach den ersten beiden Läufen ideal da – die Entscheidung folgt heute Nacht. Mal sehen, wie lange ich live dabei sein werde…

Bis bald!
Barbara

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