An der Donau / By the Danube


Vom günstigsten Preis eines deutschen Billigfliegers habe ich mich leiten lassen, für vier Tage nach Budapest zu fliegen, wo ich gestern Abend angekommen bin. Immer wieder faszinierend, das Ziel, das man sich gerade noch auf der Karte angesehen hat, dann von oben zu sehen – und Fluss, Parlament – ja, fast das Hotel – ausfindig zu machen.

The cheapest offer of a budget airline brought me to Budapest for four days where I arrived last night. It always fascinates me when I get to fly over a city that I’ve just looked at on a map and recognize landmarks like the river, parliament – I could actually pretty much zoom in on the hotel even!

Doch schon am Flughafen in Deutschland wurde mir eins schlagartig klar: ich hatte ganz offensichtlich noch nie vorher Ungarisch gehört. Ich hätte die Sprache nicht erkannt, hätte sie gar nicht einzuordnen gewusst. Und keine Chance, irgendwas zu verstehen, auch nur einzelne Worte. Viel „schsch“, dabei irgendwie… verschlurft…

But I hadn’t even left Germany yet when I realized that quite obviously I had never ever heard a word of Hungarian. I wouldn’t have recognized it, wouldn’t have known even where to locate it broadly. And no way you’d understand a thing, not a single word. So much „shsh“, somehow… blurred…

So suchte ich am Flughafen erstmal die mosdó auf, um dann an der poggyászkiadás zu warten. Der vám war dann kein Thema und ich folgte einfach allen, die zum kijárat strömten. Den autobusz zu finden war dann weniger ein Problem, die métro war auch gut ausgeschildert. Auch wenn ich die Kontrolleure, die cool und unrasiert an den Aufgang lehnend keine Miene verzogen zuerst für weniger bevorteilte Mitbürger gehalten habe. Mit Sicherheit kann ich sagen, das ein alma ein Apfel ist, alma granny smith, alma gala. Und lédig sind sie auch. Alle. Aber die Trauben auch. Und die Tomaten…

Upon arrival I first looked for the mosdó before I proceeded to the poggyászkiadás. I had no trouble passing the vám and I just followed the crowds to the kijárat. It was no big deal to find the autobusz and there were also plenty of signs for the métro. I have to admit, though, that I took the conductors who were unshaved and lazily leaning against a rail, not batting an eyelid, for some of the less fortunate of our species. I have verfied that an alma is an apple, as in alma granny smith, alma gala. And they are also all lédig. The bunch of them. So are the grapes. And the tomatoes, too… (it’s a pun in German as „ledig“ means „single/unmarried“).

Heute morgen dann war ich früh auf den Beinen (also für meine Verhältnisse): schon vor 9 mit Frühstück im Bauch das Hotel verlassen. Um gleich um die Ecke einen Schreibwarenladen zu finden. Aber trotzdem arbeitete ich mich recht schnell zum Zentralmarkt vor, eine riesige Stahlkonstruktion im Inneren, Backstein außen, im Erdgeschoss Lebensmittel, im Obergeschoss Textilien, Leder, Restaurants, Nippes. Die geschnitzten Väterchen Frosts haben es mir angetan, aber die Preise sind jenseits jeder Diskussion. Ich muss irgendwie rausfinden, wie überteuert die da sind.

I was out and about real early today (for ME it was real early): I left the hotel before 9am, breakfast taken. Right around the corner I found a paper store. But still I swiftly proceeded to the Central Market, a huge steel construction on the inside, bricks on the outside, foodstuffs on the ground floor, textiles, leather, restaurants and knickknack on the first floor. The carved Jack Frosts did it to me but the prices are beyond consideration. I have to find out somehow just how overpriced they are.

Ich hatte mir für heute die Buda’er Seite vorgenommen: das Burgviertel. Durch die noch verwaiste Fußgängerzone bin ich Richtung Kettenbrücke marschiert und habe dabei festgestellt, dass ich eigentlich auch gleich nur durch die Gegend gehen und Fassaden und Türen fotografieren könnte. Jedenfalls nahm ich am anderen Ufer dann die längste Standseilbahn der Welt auf den Berg und habe mich spazierenderweise ca. 3 Stunden im Burgviertel verlustiert. Und fragte mich am Ende, wo denn wohl die Burg war – die hatte ich zur linken glatt übersehen… Dabei laufen gar nicht so viele Touris rum – beim Abstieg zu Fuß war ich mutterseelenallein an den eigentlich interessanten Punkten (Wehrmauern, „Verschnauftor“ u.a.). Ich sah fast schon die Pferde, wie sie EWIG die Kutschen auf dem Pflaster hochgezogen haben, die Wächter an den Toren usw. Die Japaner und Amis machten nur Fotos vom Palast und nehmen dann auch die Bahn bergab.

I had put the Buda side of the Danube on the agenda today: Castle Hill. I walked through the deserted shopping area towards the Chain Bridge and thought that I might as well just keep walking around looking at and taking pictures of facades and doors. Anyway, once on the other side, I took the cable car uphill and strolled around Castle Hill for maybe 3 hours. And was wondering towards the end where the castle would have been – I actually missed it at first, off to the left… And there are not even that many tourists walking there these days – when I walked down the hill again I was all by myself seeing the really interesting parts (like defense walls, gates etc.). I imagined how the horses were laboring up the cobblestone road FOREVER, guards at the gates and all that. As far as I could tell the Japanese and Americans took pictures of the castle and headed downhill with the cable car again.

Es war früh dunkel, schon gegen 17 Uhr! Hat mich total verwirrt. Ich habe dann beschlossen, noch ins Kino zu gehen. Das war aber nicht so einfach. Ich hatte mir eins ausgesucht, das unter Váci ut 1-3 zu finden war. Ich suchte aber bei Váci utca 1-3 und war schon genervt, bis mir die Lektüre des Stadtplans klarmachte, dass es nur 2 U-Bahnstationen weiter war. Ich gehe gern in anderen Ländern ins Kino, um zu sehen, was alles anders ist. Ticket für ca. 3,50 € um 19:30 fand ich gut. Popcorn ist mit Butter und gesalzen. Gott sei Dank sind die meisten Filme im Original mit Untertiteln. „The Guard“ war ein Genuss allererster Güte, aber nichts für zartbesaitete. GANZ schwarzer Humor.

It was dark at 5pm already which confused me completely. I decided to go see a movie. But it wasn’t as easy as I thought. I had picked a theater at Váci ut 1-3. But I was looking for it at Váci utca 1-3 and I was highly annoyed by the time I realized that it was two more stops with the subway and I might still make it in time. I like to go to the movies inother countries and see what it’s like. The ticket at about 3.50 € at 7:30pm was good. Popocorn is buttered and salty. And thank God most movies aren’t dubbed but subtitled. „The Guard“ was fantastic but nothing for the tender-hearted. VERY black humor.

Und morgen? Nun, das werden wir sehen. Auf jeden Fall bleibe ich beim Abstieg in die U-Bahn hochkonzentriert. Beim ersten Mal hätte ich mich fast gewickelt und erinnerte mich umgehend daran, dass es wohl nun eine EU-Verordnung gibt, nach der die Rolltreppen in ganz Europa das gleiche Tempo bekommen sollen (auch Prag war so heftig schnell). Aber hier fährt man auch immer so gefühlte 40 Meter tief. Ich werde das Gefühl nicht los, dass da kein Stadtarchiv zum Einsturz kommt…

And tomorrow? We’ll see. I do remain highly alert when going down into the subway. When I arrived I almost lost my balance and remembered that there is to be an EU regulation that all escalators have to run at the same speed (I remember Prague being really fast as well). But here you go down 40 meters like nothing. I feel that chances here are really slim that the city archives will go under anytime soon (as happened in Cologne)…

Jó éjszakát és hamarosan találkozunk!
Barbara

Exotisches Rätsel / Exotic mystery


Willkommen zu Tag 1 der Feierlichkeiten anlässlich meines Relaunch! Und heute steige ich groß ein mit einem exotischen Freebie. Aber der Reihe nach. Der Blick im Foto oben ist ja fast unbezahlbar – leider habe ich den gerade nicht. So kann man aufwachen, wenn man auf der Insel Sansibar, die zu Tansania gehört, Urlaub macht.

Welcome to day 1 celebrating my relaunch! Today features an exotic freebie. But let’s take it step by step. The view in the picture above is almost invaluable – unfortunately it’s not my view right now. That’s what you can wake up to while vacationing on the island of Zanzibar (Tanzania).

Wenn man sich die Bilder so ansieht, fragt man sich schon, was die da 1890 beim Helgoland-Sansibar-Vertrag im Kopf hatten. Ich meine: nichts gegen Helgoland, aber das hier sieht schon mehr wie ein Traumziel aus, oder?

When I look at these pictures I do wonder what they had in mind when drawing up the Helgoland-Zanzibar-Treaty in 1890. I mean: Helgoland is fine but this does look a lot more like a dream destination, doesn’t it?

Sansibar ist bekannt für seine Gewürze und bildet gemeinsam mit Mafia Island die sog. Spice Islands. Hauptsächlich werden Nelken, Muskatnuss, Zimt und Pfeffer produziert. Hm, weihnachtlich sympathisch!

Zanzibar is known for its spices and is together with Mafia Island often referred to as the Spice Islands. Cloves, nutmeg, cinnamon and pepper are their main products. Mmh, wonderfully Christmassy!


(Quelle / Source)

Aber kommen wir mal zum heutigen Freebie, zur Verfügung gestellt von Katja, einer treuen Leserin und Freebie-Süchtigen (ebenso wie die Fotos, wenn nicht anders angegeben). Vielen Dank dafür! Vielleicht habt ihr es in der Zwischenzeit erraten: es geht im weitesten Sinne um Sansibar! Es gibt einen tansanischen Kanga zu gewinnen UND eine Packung „Mix Pilau Rice“ direkt von Sansibar! Wobei man bei letzterem wahrscheinlich schon gewonnen hat, wenn man die beiliegenden Zubereitungsschritte verstanden hat…

But let’s get to today’s freebie, provided by Katja, a loyal reader and freebie addict (who also took the pictures unless otherwise indicated). Many thanks! Maybe you’ve guessed it in the meantime: it’s basically about Zanzibar! You can win a Tanzanian kanga AND a package of „Mix Pilau Rice“ directly from Zanzibar! Though I guess you’ve won already should you be able to understand the cooking instructions that come with it…

Ein Kanga macht immer eine Aussage, verschiedenster Art. Er hat einen typischen Aufbau: einen Außenrahmen (pindo), den Mittelteil (mji) und einen Schriftzug (jina). Hier eine Nahaufnahme des Schriftzugs, der übersetzt soviel heißt wie: „Unsere Freundschaft ist bemerkenswert, macht es uns nach, wenn ihr könnt.“

A kanga always has something to say. The make-up has three elements: the border (pindo), the middle part (mji) and the inscription (jina). This is a close-up of the inscription which means something like: „Our friendship is remarkable – do as we do if you can.“

Um das Freebie zu gewinnen, musst du einen anderen jina finden, der dir gefällt, und im Original und der Übersetzung in eine Weltsprache (naja, sagen wir mal Englisch, Französisch oder Deutsch) hier als Kommentar hinterlassen. Wenn man es wisenschaftlich angehen will, gibt es hier, hier und hier interessante Abhandlungen zum Thema. Das muss passieren bis 11:11 Uhr MEZ am Freitag, 11.11.11. Und das von mir Anti-Jeck 😉

In order to win the freebie you have to find another jina that you like and leave a comment citing it along with the translation into a world language (well, let’s say English, French or German). If you want to approach it academically, check out the papers here, here and here. That needs to happen until 11:11 am GMT+1 this Friday November 11, 2011. (It’s an important date in German carnival…).


(Quelle / Source)

Viel Glück, und bleibt dran, denn es bleibt exotisch diese Woche! Bis bald!

Good luck and stay tuned, as there’s more to come this week! See you then!

Barbara

Ein perfekter Tag / A perfect day

Heute war der Betriebsausflug angesagt. Ich möchte es nicht verhehlen: ich hatte einige Vorbehalte. Insgesamt waren ungefähr sieben Stunden inaktiver Fährfahrt vorgesehen, unterbrochen lediglich von einem Besuch beim Andernacher Geysir und dem dazugehörigen Erlebniszentrum. So richtig in Stimmung war ich nicht. Und Kaltwassergeysir… kann einen doch kaum hinter’m Ofen vorlocken, wenn man schonmal Old Faithful erlebt hat. Oder?

Today our company outing was on the agenda. I will admit that I wasn’t excited about the program. In all, we were to spend about seven inactive hours on a boat – interrupted only by a brief visit to the Andernach Geyser and the accompanying discovery center. I wasn’t really in the mood. And then a cold-water geyser… honestly: it really isn’t all that exciting when you’ve already stood in awe at Old Faithful, now is it?

Und dann wurde es wieder einer dieser fantastischen Tage, mit denen wir in dieser Woche gesegnet sind. Am Anfang noch etwas neblig, aber doch schon vielversprechend.

And then it turned out to be another one of these fantastic days that we’ve been blessed with this week. It was a bit foggy in the beginning but already quite promising.

Einfach auf der Fähre sitzen und die Nase in die Sonne halten (zugegeben: vormittags hat man dann doch nicht mehr ausgepackt) – und ich bin der festen Überzeugung, dass ich an diesem einen Tag mehr Sonne abgekriegt habe, als den ganzen restlichen „Sommer“.

Just sitting on the boat and having our faces in the sun (okay, we didn’t unwrap anymore until about midday) – and I’m 100% sure that I saw more sun today than during our whole „summer“.

Wieder festes Land unter den Füßen ging es erstmal zum Erlebniszentrum, damit wir später mit einem soliden Wissen auf das Naturspektakel losgelassen werden konnten. Natürlich ist es dann aber nur halb, denn man muss es anbohren, um es auszulösen. Ein Kaltwasser-Geysir ist „eine besondere Form von künstlichen Kohlesäurequellen (gas-artesische Brunnen), die wie echte Geysire ihr Wasser in mehr oder minder regelmäßigen Abständen als Fontäne ausstoßen.“ Wie auch immer: das Erlebniszentrum wird diesem Ausdruck absolut gerecht. Wissen extrem gut aufbereitet mit vielen interaktiven Exponaten – hier werden auch Kinder ihre wahre Freude haben. Und dann ging’s los…

Once we were on solid ground again we continued on to the discovery center so as to get some background info on which to base our cold-water geyser experience. Some might have a problem calling this a natural phenomenon as some drilling is needed to get the geyser going. Cold-water geysers are therefore referred to as misnamed geysers as they are a special form of an artificial carbondioxide source that erupt as a fountain of water at more or less regular intervals. Be it as it may: the discovery center lives up to the expectation. The information on volcanism in general and this phenomenon in particular is brilliantly prepared featuring a number of interactive exhibits – kids will also have a great time here. And then off we went…

Zuerst war er noch sehr zurückhaltend und so ein bisschen dachte ich schon „Ja, ja, höchster Kaltwassergeysir der Welt, 50-60 Meter… Alles klar.“

At first it was a bit shy and I was thinking „Yeah, right: the world’s highest cold-water geyser, 50-60 meters… Sure.“

Aber er riss sich am Riemen, fasste Vertrauen und hat seine ca. alle 2 Stunden zu erwartende Fontäne langsam aufgebaut.

But it got its act together, grew more confident and slowly started building its bi-hourly fountain.

Bei absoluter Windstille ging er kerzengerade in die Höhe und hat uns in diesem Ausmaß ungefähr eine Minute fasziniert, um dann langsam wieder abzubauen.

There was no wind so it rose bolt upright and was at its maximum for about a minute before it slowly started receding again.

Und während die einen fasziniert zusahen und angeregt die wissenschaftlichen Hintergründe diskutierten, …

And while some were intently watching and vividly discussing the scientific facts, …

… waren andere damit beschäftigt, ihren Besuch – genauso fasziniert – auf dem perfekten Foto für die Nachwelt festzuhalten.

… others were busy capturing the perfect shot of their visit for posterity. Though no less fascinated.

Wieder so einiges dazugelernt und eine Menge Spaß gehabt – eben ein perfekter Tag, oder?

Learned something new again and had great fun doing it – a perfect day, wouldn’t you say?

Barbara

Packen / Packing

Es ist der letzte Tag auf La Palma, wettermäßig wieder durchwachsen, was mich aber nicht vom Strand abgehalten hat. Nun geht es noch einmal kanarisch essen und bald hat mich der deutsche Frühling wieder… Noch ein letztes Foto, bevor sich die Türen hier für mich schließen (auch wenn eigentlich mit einladenden Hauseingängen).

It’s the last day on La Palma, the weather wasn’t quite up to par again… but I was not to be kept from the beach. We’ll be having a Canary style dinner (we hope) and soon I’ll be back enjoying the German spring… One last picture before the doors close behind me here (even though I think these actually look inviting).

Adios!
Barbara

Sonne! / Sunshine!

Die Wettervorhersage hatte recht: am gestrigen Dienstag war die Sonne wieder da. Warm ist zwar was anderes (somit war kein Strandwetter), aber wenigstens hatte der Regen aufgehört. Ich hatte schon hören müssen, dass der Flughafen wohl auch gesperrt war wegen Eis und keine Maschinen starten oder landen konnten. Es stellte sich bereits ein Déjà-vu ein… Einer der Tunnel, die Santa Cruz mit der Westküste verbinden, ist weiterhin gesperrt, die Gipfel sind immer noch weiß – und angeblich ist selbst die Straße zum Observatorium unpassierbar (und das schon seit zwei Wochen, wegen der starken Regenfälle). Was also tun…

The weather forecast was right: on Tuesday the sun was back. We’re working on warm now (so, no: no beach weather, but at least the rain has stopped). I had already been informed that the airport had been closed due to ice and that there were in fact cancellations. It was starting to be a déjà-vu… One of the tunnels that connects Santa Cruz with the West coast is closed, the peaks remain covered in white – and apparently the road to the observatory which I planned to visit is also closed (and has been due to heavy rain for the past two weeks). So what to do…

Schon auf dem Transfer vom Flughafen nach Puerto Naos hatte ich die Bekanntschaft einer deutschen Ärztin gemacht, die im gleichen Gebäude wohnt, wie ich. Man lief sich hier und da über den Weg und gestern waren wir dann zu einem Ausflug zusammengekommen. Gemeinsam mit einer weiteren Frau aus Deutschland machten wir uns per Mietwagen auf den Weg nach Santa Cruz, wo ich die Gelegenheit wahrnahm, dann doch das berühmte Casa Salazar zu besichtigen Und ja: ziemlich ausladende Pracht hinter relativ bescheidener Fassade. Nach einem kurzen Spaziergang durch die Stadt und dem Genuss eines baraquito, der lokalen Kaffeespezialität bestehend aus Kaffee, Milch, Kondensmilch und Zimt – mit oder ohne Likör – und der Unterteilung in Touristen nach typischen La Palma-Besuchern (Wanderschuhe, Gore-Tex Jacke etc., evtl. Nordic Walking Stöcke) und Gästen eines vor Anker liegenden Kreuzfahrtschiffs (enorm große Sonnenbrillen, noch enormere Mengen Make-up oder, je nach Geschlecht, Zigarren schmauchend) ging es weiter nordwärts an der Ostküste lang. Ziel: San Andres.

Already on the ride from the airport to Puerto Naos I had met a German doctor who now lives in the same apartment building I live in. Our paths crossed here and there and yesterday we went on a little outing together. We had a third German woman in tow and took a rental car to Santa Cruz where I took the opportunity to have a look at the famous Casa Salazar after all. And yes: quite luxurious „innerds“ behind a rather moderate facade. After a short stroll through the city which included a baraquito, the local specialty consisting of coffee, milk, condensed milk and cinnamon – with or without liquor – and separating the crowds along the lines of typical La Palma visitors (sporting hiking boots, all weather coats etc., possibly with sticks for Nordic Walking) and guests of the huge cruise ship that had just reached the harbor (impossibly large sun glasses, enormous amounts of make-up or, gender-based, smoking cigars) we headed further north to San Andres.

San Andres ist ein kleines Städtchen mit schmucken Kopfsteinpflastergassen, großen Palmen und mit viel Liebe gestalteten Gärten oder Veranden. Es macht einen verschlafenen Eindruck – zumindest, solange man nicht an allen Bebauungsgrenzen an die fast überall auf der Insel anzutreffenden Bananenplantagen stößt. Bananen, Bananen, Bananen – soweit das Auge reicht. Sehr gute Avocados gibt es übrigens auch – aber wo die angebaut werden, habe ich noch nicht gesehen. Diese Ecke soll einmal die Kornkammer der Insel gewesen sein, aber die dafür einst angelegten Terrassen liegen entweder brach oder werden anderweitig genutzt, da nicht maschinell zu bearbeiten. Aber zurück zu San Andres: das Zentrum bildet, wie meist, die Kirche und die angeschlossene Plaza, wo man gemütlich einen Kaffee trinken kann – jeder Tisch von einer Katze bewacht. Sympathisch.

San Andres is a cute little town with picturesque cobblestone streets. Large palm trees and gardens or verandahs that leave no doubt about the owner’s dedication to beautification. It is a sleepy place – that is until you reach the edges of town and get into the sheer endless banana plantations (which you find all over the island). Bananas, bananas, bananas – as far as the eye can reach. There’s also very good avocados – but I haven’t found a spot yet where they are grown. This part of the island used to be the wheat belt but the terraces that were installed are deserted or used for other crops as they can’t be worked with large equipment. Anyway, back to San Andres: there’s the church and the adjoining plaza around which everything is centered as usual, a place where you can have a nice cup of coffee – and every table guarded over by a cat. That’s my style.

… und nach der Plaza de San Andres noch ein Eindruck der Wohnbebauung…
… and after Plaza de San Andres a quick look at residential styles…

Wir waren ein bisschen überrascht davon, wie schnell man auf dieser Seite der Insel von einem Ort zum anderen kommt – es kann oft mühsam sein wegen der engen, steilen Straßen, die sich in endlosen Serpentinen die Berge hinauf- und hinabbewegen (wir hätten doch noch kurz in Santa Cruz beim bekannten schwedischen Möbelhaus halten und reinschauen sollen: die Größe eines Schuhkartons… wahrscheinlich kann man dort nur bestellen und es wird “per Order” angeliefert?!). Jedenfalls war eigentlich nicht mehr wirklich Zeit, aber dann doch, so dass wir noch einen kurzen und absolut unzureichenden Abstecher zum berühmten Lorbeerwald der Region Los Tilos gemacht haben.

We were taken by surprise at how fast we got places on this part of the island – it can be tenuous at times due to the narrow, steep roads that keep winding up and down the mountains (maybe we should have stopped at the Swedish furniture store we saw in Santa Cruz: the size of a shoe box… I guess you can only order stuff there that is then delivered?!). We ended up not having a lot of time but it was too soon to head home… and decided to pay a brief and utterly inadequate visit to the laurel forests of Los Tilos.

Der Zugang zu diesem Lorbeerwald erfolgt über die Schlucht Barranca del Agua. Das Gebiet ist ziemlich ausgedehnt und beherbergt verschiedene Arten von Lorbeerbäumen. Allein schon die Schlucht ist atemberaubend, quasi urwaldbewachsen, eng, und die Felswände ziehen sich ewig weit noch oben. Meine vorsichtige Schätzung: mindestens 150 Meter. Ein vorgeschlagener Rundwanderweg dauert 5 Stunden – nur, um die Ausmaße einmal zu beschreiben. Dieses Gebiet wurde 1983 unter Schutz gestellt, 2002 dann die gesamte Insel zu, Biosphärenreservat erklärt.

The laurel forests are reached via the canyon Barranca del Agua. The area is rather large and is host to a number of different laurel species. The barranca itself is breathtaking, clad in like jungle vegetation, narrow, and the walls of the canyon go up, up, up. My cautios estimate is of at least 150 meters. The hike to do takes 5 hours – just to give you an idea of how large an area it is. It has been protected as of 1983 before the island as a whole was declared a nature reserve in 2002.

Abends waren wir noch Fisch essen in Puerto Naos, bevor ich dann ziemlich platt ins Bett gekippt bin – kein Mojito mehr (der war übrigens gut!) mit Einführung in die innerkanarischen Beziehungen durch den Barkeeper… ich hatte am Montag gelernt, dass die Ostfriesen La Palmas auf La Gomera beheimatet sind… So – und nun hofft mit mir, dass die letzten beiden Tage auch noch von Sonne gesegnet sind! Adios!

We finished the day of with having fish for dinner in Puerto Naos before I simply crashed – no more mojito (which was good by the way!) and accompanying introduciton to the relationships between the different Canary Islands as per the bar keeper… I had learned on Monday that the people of La Palma usually make fun of the people of La Gomera and vice versa I suppose… Anyway, keep your fingers crossed that the last two days will also be blessed by sunshine! Adios!

Barbara

Bräune ade / Bye-bye tan

Was soll ich sagen?! Kurz und schmerzlos: es hat geschneit!! Hier auf La Palma… Heute morgen war es erst nur Regen, Regen, Regen. Der alte Optimist in mir ist dann trotzdem irgendwann schonmal nach Los Llanos gefahren, denn es würde doch bestimmt aufklaren und dann würde ich weiter… entweder zum Wandern nach Las Tricias oder zur Dokumentation der Seidenherstellung nach El Paso. Aber es wurde nicht besser. Also bin ich unverrichteter Dinge zurück gefahren – und als sich der morgens sogar die Berge umhüllende Nebel lichtete, traute ich meinen Augen kaum: SCHNEE. Und er ist auch heute Nachmittag noch da. Irgendwas läuft hier falsch.

What’s there to say? I’ll be brief: there’s snow on La Palma… This morning is was just rain, rain, rain and the good old optimist that I am I took off for Los Llanos anyway thinking it had to stop at some point. And then I’d move on either to Las Tricias for some hiking or to El Paso for a look at silk production. But it wouldn’t improve. So I just went back – and when the fog that had veiled the mountains all morning lifted I didn’t believe my eyes: SNOW. And it’s still there this afternoon. Something is very wrong here.

So habe ich mir dann eine Massage gegönnt und nun das Gefühl, zum ersten Mal seit Monaten aufrecht zu gehen. Man hat mir sehr ans Herz gelegt, das in Deutschland mal genauer ansehen zu lassen… werde ich dann wohl auch tun. Aber hier gab’s auch für Mittwoch noch Termine 😉

So I went to have a massage instead and now feel that I’m walking upright for the first time in months. It was warmly recommended that I have this checked closely in Germany… I guess that’s what I’ll do then. But they had a free slot on Wednesday, too 😉

Derweil werde ich zum Stammkunden in dieser Cocktailbar, wo es nachmittags auch Cappuchino gibt. Ich habe noch gar nicht erwähnt, dass ich die Preise hier unschlagbar finde, oder? Ich war ja eingestellt auf eher teuer, von wegen Insel und was weiß ich… aber nein. Cappuchino und eine Cola inkl. kostenlosem Wi-Fi 3,50 €. Ich glaube, ich habe in letzter Zeit „zuviel“ Urlaub im teuren Frankreich gemacht… Heute Abend werden dann mal die Mojitos getestet!

I’m getting to be a regular at this cocktailbar that also serves cappuchino in the afternoons. I haven’t mentioned yet that the prices here are more than alright, have I? I was expecting it to be on the expensive side, being an island and what not… but no. Cappuchino and a coke are to be had for 3,50 € – free wi-fi included. I think I was vacationing in expensive France „too much“ recently… Tonight we’ll check out the mojitos!

Barbara

Regen und Balkone / Rain and balconies

Leider habe ich heute unerwartet viel Zeit für einen Blogeintrag. Nachdem ich mich früh morgens aus dem Bett gequält hatte, um an der Wanderung Ruta de los volcanes teilzunehmen, war das Wetter so besch…eiden, dass eine Ersatztour angeboten wurde, an der Südspitze der Insel. Man hoffte, das Wetter sei dort besser. War aber auch nicht, so dass wir nach einem Vormittag im Bus wieder zum Ausgangspunkt zurückgekommen waren.

Unfortunately, I have a lot more time to blog today than expected. I had a really hard time getting up this morning to get ready for the famed Ruta de los volcanes but the weather has been really crappy so it was cancelled. We were offered an alternative route at the Southern tip of the island hoping that weather was going to be much better there… but no. After we had spent the morning on the bus we were back at square one at noon.

Das Dumme: die Vorhersage ist noch bis mindestens Dienstag ähnlich… und langsam gehen mir die kleinen Städtchen aus, die ich besuchen könnte. Wir werden sehen. Jetzt ist die Sonne draußen, aber es ist kalt und sehr windig. Immerhin hat das WLAN-Café jetzt auf. WDR2 läuft auch… Dafür nun die versprochenen Fotos einiger spektakulärer Balkone in Santa Cruz!

The worst part is that the forecast is about the same until Tuesday included… and I’m slowly running out of cute little towns to visit. We’ll see. The sun’s out now but it’s cold and quite windy. But the Wi-Fi café is open! A German radio station booms over the speakers… But now for the promised pictures of some spectacular balconies in Santa Cruz!

Den obenstehenden Balkon war so ziemlich der erste, den ich entdeckt habe… Aber da sollte ja noch viel besseres kommen.
The balcony above was about the first one I discovered… but there were going to be so much better ones.

Klein, aber fein. Gut auch die Gewächser auf dem Dach.
Small but nice. I particularly like the plants on the roof.

Das nächste wäre wohl schon ein leicht tropisches Ambiente…
The next one looks quite tropical, the green masses…

Sollte ich nicht zurückkehren, habe ich wahrscheinlich einen Kredit aufgenommen, unten stehendes Haus gekauft und in dem Ladenlokal unter dem Balkon ein Geschäft für selbstgemachte Karten und ähnliches eröffnet… das deswegen gut laufen wird, weil ich während der Siesta geöffnet habe 😉

In case I won’t return I will most likely have applied for a credit to buy the house below, opened a store for hand-made cards and similar things in the salesroom below the balcony… and it will be a success because I will not close for siesta 😉

Das heißt: wenn ich jemals von diesem Balkon runterkommen werde…
That is if I ever get down from that balcony…

Barbara

Die Bedeutung von grün / The meaning of green

La Palma ist die grüne Insel. Das hörte sich gut an. Und ist auch gut. Wo es grün ist, muss jedoch auch viel Wasser sein – und somit auch viel Regen. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag regnete es so stark, dass ich davon wach wurde und so ganz hatte es sich auch morgens nicht verzogen. Also würde Freitag weder ein Strand- noch ein Wandertag werden. Für ein bisschen mehr Besichtigungen hatte ich kurzerhand die Hauptstadt Santa Cruz de La Palma ins Visier genommen.

La Palma is the green island. That sounded just right. And it is right. Green places need to have lots of water, too – and therefore lots of rain. There were torrential rains during the night from Thursday to Friday that actually woke me up and in the morning it wasn’t all done yet. So Friday was going to be neither a beach nor a hiking day. So I decided on some more sight-seeing in the island’s capital Santa Cruz de La Palma.

Wieder den Bus nach Los Llanos, umsteigen und direkt weiter nach Santa Cruz, alles in allem anderthalb Stunden. Summe: 4 Euro. Die Fahrt war waghalsig, denn kurz nachdem wir in Los Llanos losfuhren fing es wieder an zu schütten, wie ich es selten erlebt habe. In El Paso gibt es glaube ich keine Kanalisation (oder sie war überfordert), aber es ist auch egal: hier geht alles immer bergab und verabschiedet sich somit irgendwann von selbst. Dass im Tunnel das Wasser jedoch weiterhin von oben kam, fand ich allerdings eher beunruhigend.

I boarded the bus to Los Llanos again, quickly changed busses there and moved on to Santa Cruz, one and a half hours in all. Total: 4 Euros. The ride was nerve wrecking as the torrential rains like I’d hardly ever seen before started anew shortly after we had left Los Llanos. It seems there’s no sewer system in El Paso (or it was overwhelmed), but then why bother: everything is swiftly going downhill anyway. I did find it a bit unnerving that water was coming from up above inside the tunnel as well, though.

Unglaublich, aber wahr: einmal in Santa Cruz angekommen, kam es mir erst fast hektisch vor (mit seinen gut 17.000 Einwohnern…). Aber vielleicht lag es nur an der wilden Straßenführung, der mittendrin liegenden Bushaltestelle und dem Hafen an der anderen Seite. Es sollte sich jäh ändern, als ich ein paar Meter in die Calle O’Daly reinspaziert war. In jener Straße steht u.a. das Casa Salazar – an welchem ich erst vorbeilief und dann wie so häufig die Siesta außer Betracht ließ und somit den „stilvollen Innenhof, diverse Balustraden und schöne Holzdecken [des beeindruckenden Palastgebäudes]“ verpasst habe.

Believe it or not: once I got there it almost felt hectic (with its appr. 17,000 inhabitants…). Maybe it can be laid down to the crazy set-up of the intersection, the bus stop right in the middle of it and the harbor on the other side. The feeling changed rapidly once I started walking up Calle O’Daly where among others the Casa Salazar is located. I missed it on this first try, though, and then AGAIN forgot all about the siesta and had to pass on the opportunity to see the „stylish patio, several balustrades and nice wooden ceilings of this impressive palatial building“.

Die Erlöserkirche (Iglesia El Salvador) am Plaza de Espana hingegen konnte besichtigt werden. Aber wieder war alles eigentlich viel zu dunkel – die angekündigt prachtvolle Holzdecke konnte man ein bisschen erahnen (und immer mehr verstehe ich die revolutionäre Bauweise um die sich Die Säulen der Erde dreht). Um den Platz ist ein ganzes Ensemble schöner Bauten, u.a. das Rathaus. Mich jedoch zog es weiter gen Norden, bis zum Plaza Alameda (Foto oben), an dessen Ende das Museo Naval in Form der nachgebauten Santa Maria von Kolumbus zu besichtigen ist. Das hatte jedoch geschlossen, wegen „Verbesserungsmaßnahmen“. Nun gut, dann wenden wir uns halt eine Parallelstraße weiter Richtung Meer und schauen uns das Castillo de Santa Catalina an. Leider war mir bei der Lektüre des Reiseführers entgangen, dass dieses seit 1951 nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich ist…

Luckily the Church of our Savior (Iglesia El Savador) on Plaza de Espana was welcoming visitors. But again it was much too dark inside to appreciate it – another beautiful wooden ceiling had been announced which I could only guess at (but it’s only now I fully appreciate the revolutionary changes in architecture described in The Pillars of the Earth). The Plaza is surrounded by a whole ensemble of beautiful buildings, among others city hall. But I was drawn further North to the Plaza Alameda (see above) and the adjoining Museo Naval, located in a replica of Columbus‘ Santa Maria. Alas, it was closed. Alright, so then we’ll just turn down one street toward the ocean and have a look at the Castillo de Santa Catalina. Unfortunately, I had failed to take note of the fact that it had been closed to the public since 1951…

Einige der schönsten Häuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert stehen auf der Avenida Maritima, der Uferstraße. Typisch sind ihre maurisch beeinflussten Holzbalkone, über die ich gesondert in einem „Nur Fotos“ Eintrag berichten werde. Interessant fand ich, dass die Fassade ursprünglich dem Meer abgewandt war – so erreicht man die nun in den Häusern vorzufindenden Geschäfte und Restaurants zumeist nicht von der Uferstraße aus.

Some of the most beautiful 16th and 17th centuries houses can be found on Avenida Maritima, the waterfront. They are famous for their wooden balconies of Moorish influence that will be the sole subject of a „Photos only“ entry soon to come. I found it particularly intersting to learn that these houses originally faced inland – even today there are some shops and restaurants housed in them that you can’t reach from the waterfront.

Es fällt mir auf, dass auf La Palma ziemlich viele Deutsche und Niederländer ihren Altersruhesitz gefunden zu haben scheinen. Ein Gedanke (neben einigen anderen), der mir aber recht bald kam war: was ist, wenn man dann nicht mehr so gut zu Fuß ist und hier alles immer den Berg rauf oder runter geht? Das lebhafte Gespräch eines deutschen Rentners mit einer Touristin aus der Schweiz war leider nicht zu überhören – er lebe seit 20 Jahren hier, von einer kleinen Rente, denn er habe nie länger als bis 50 arbeiten wollen, habe es nie bereut… in einer Art aggressiven Verteidigungshaltung. Ich dachte nur, „ist ja gut – mein Ding wär’s nicht,“ (ich brauche schließlich Winter und Weihnachten… wobei hier quasi immer Weihnachten ist, denn hier wachsen Weihnachtssterne wild und sind Motiv von handgearbeiteten Tischdeckchen…), „aber jedem das Seine…“

It’s not hard to notice that there are quite a few Germans and Dutch who have established their post work-life homes on La Palma. I can’t help thinking though whether this island in particular isn’t a bad choice once walking isn’t as easy as it used to be, when all you ever do is walk up or downhill. A German senior was loudly discussing this with a Swiss tourist – he had been living here for 20 years, on a small pension because he never wanted to work longer than up until his 50th birthday, never regretted his move… in some sort of aggressive defense. I only thought, „whoa, easy – it wouldn’t be my thing to do,“ (I need winter and Christmas after all… but then you could argue that it’s always Christmas here as poinsettias grow in the wild and offer a motif for hand-made tablecloths…), „but to each their own.“

Wieder am Ausgangspunkt angekommen, bin ich erneut gen Norden aufgebrochen, um mir das Museo Insular im ehemaligen Franziskanerkloster anzusehen. Die dazugehörige Kirche war leider geschlossen. Das Museo Insular ist… niedlich. Ich fand den Bau an sich faszinierender als die gesammelten Exponate. Aber vielleicht bin ich irgendwie ab von Museen, ich bin lieber einfach zu Fuß in der Stadt unterwegs. Ein ganzer Raum voller Muscheln, eine Wand voller Hobel… die Sammlung ausgestopfter Tiere hatte Kuriositäten wie Ziegen mit 6 Beinen oder auch eine mit vier Beinen nach unten und vieren nach oben zu bieten. Aber am besten finde ich den Humor, angsteinflößende Haie gleich über niedlichen Hasen und Hundebabies zu platzieren.

When I got back to where I had started from I turned North again to have a look at the Museo Insular at a former Franziscan abbey. The church that goes with it was closed. The Museo Insular is… cute. I found the buldings more fascinating than the exhibits. But maybe I’m not much into museums as such these days, I just so much prefer walking city streets. A whole room dedicated to shells, a whole wall covered with planers… the collection of animals featured a 6-legged goat or another with 4 regular legs and another set of four sticking up from its back. But I fully appreciate the humor that led to placing the truly scary shark jaws right on top of the cute little bunnies and puppies.

Mal sehen, wie das Wetter morgen wird – ich hoffe auf Strandwetter!
We’ll see what Saint Peter has in store for us tomorrow – I hope for beach weather!
Barbara

Klappt immer / Always does it

Weg – nur wohin? Nicht zu weit, aber schon warm… Kanaren. Ippchen, Dippchen, Silberflippchen… La Palma. Und da bin ich! Obwohl es regnete auf der Fahrt vom Flughafen in Santa Cruz de La Palma zum Hotel in Puerto Naos kam sofort das Urlaubsgefühl auf. Es muss das Meer sein. Als würde ein Schalter umgelegt.

Away – only where to? Not too far but warm alright… Canary Islands… La Palma. And here I am! And despite the rain that greeted us on the ride from the airport in Santa Cruz de La Palma to the hotel in Puerto Naos I got into the vacation feeling right away. I think it’s the ocean. As if somebody had pushed the switch.

Puerto Naos macht nicht viel her – ein Pauschalreiseurlaubsort ohne jeden Charme, scheinbar nur aus Hotels und ähnlichen Anlagen bestehend. Aber mit Strand und das war mir wichtig. Es gibt alles was man braucht… nur keins dieser auf meine kleine Brille passende Sonnenbrillenaufsteckdinger. Ja, ich habe tatsächlich mit Gedanken gespielt, mir solche zuzulegen, denn meine Sonnenbrille liegt im Handschuhfach meines Autos. In Deutschland…

Puerto Naos isn’t much to talk about – a place that apparently only consists of hotels and related infrastructure. But with a beach and that was what counted. You can get all you want… just not one of those pseudo sun glasses thingies that you attach to your regular glasses: yes, I actually considered getting one of those as my prescription strength sun glasses are in the glove compartment of my car. In Germany…

Aber ich habe schon einen Lieblingsort abseits der Touris gefunden. Ca. 100m die Straße rauf komme ich zur Steilküste, an der sich praktischerweise 69 Treppenstufen runterschlängeln zu einer Minihalbinsel aus Lavabrocken. Da sind außer mir und meinem Buch nur einige schweigsame Angler und die Brandung. Mit dem Buch ist das so eine Sache. Es begann mit einem Vorwort von 6 Seiten, warum man es lesen und durchhalten solle… immerhin 970 oder so Seiten, größer als DIN A5, dann noch 100 Seiten Fußnoten… und Fußnoten von Fußnoten. Hier wollte jemand kein Risiko eingehen. Es muss sich erst zeigen, ob das eine gute Wahl für diesen Urlaub war.

But I have already found my favorite spot off the beaten paths. About 100 meters down the road I reach the cliff – that can be descended via 69 steps right onto a mini peninsula of lava boulders. There it’s just me, my book and a handful of taciturn fishermen – and the surf. The book is quite something. It started with a foreword of 6 pages on why to read and finish it… About 970 pages in all, large ones, and an additional 100 in footnotes… and footnotes of footnotes. Somebody didn’t want to run any risk here. I have yet to find out whether it was a good choice for this vacation.

Heute habe ich es dann gleich gewagt und mich dem öffentlichen Personennahverkehr (hier ist in Kilometern alles nah) anzuvertrauen. Der Bus kam, war der richtige und brachte mich nach Los Llanos de Aridane, satte 9 km nördlich von Puerto Naos. Ein schönes kleines Städtchen (doch mit 18.000 Einwohnern das größte der Insel) mit schmucken Häusern und dem ziemlich großen Plaza de Espana vor der Kirche Nuestra Senora de los Remedios. Da haben mich die über 100 Jahre alten gigantischen Lorbeerbäume allerdings mehr fasziniert, als die Kirche – die war sehr, sehr düster; wohl auch wegen ihrer dunklen Holzdecke.

First thing I did today was brave public transportation to cover the 9km to Los Llanos de Aridane. The bus came, was the right one and brought me right there. A cute little town (though with a population of 18,000 the largest there is) with precious houses and the quite large Plaza de Espana featuring the church Nuestra Senora de los Remedios. I have to say, though, that I found the more than 100 year-old trees more fascinating; the church was very, very gloomy, probably in large part due to the dark wooden ceiling.

Die gewieften unter uns Passagieren waren gar nicht erst bis zum Busbahnhof gefahren, sondern schon vorher ausgestiegen. So jedoch entging ihnen die kleine, aber feine Markthalle, in der ich nicht nur appetitanregende Köstlichkeiten gesehen habe… Und sie kamen wahrscheinlich auch an keiner Tankstelle lang und somit zu der Feststellung, dass sich die Libyen-Krise offenbar noch nicht bis La Palma rumgesprochen hat. Hier kostet Super derzeit 0,98 Euro…

The clever ones amongst us passengers got off way before the central bus station. This way, they didn’t pass the small but picturesque market hall that featured also rather less appetizing culinary delights… And they probably also missed out on the gas station and thereby the realization that the „Libya crisis“ is apparently unheard of in La Palma. Gas of 95 octane is to be had at 0.98 Euros per litre.

Auf der kleinen Plaza Chica habe ich in aller Ruhe unter Palmen, neben Hibiskus und im Schatten eines Springbrunnens mein verspätetes Mittagessen eingenommen, ein bisschen im Reiseführer gelesen und gedacht, dass ich die scheinbar ewig währende Siesta, während der alles geschlossen hat, schon noch rumkriege. Aber gegen 15 Uhr hatte ich die Faxen dicke und habe die Bushaltestelle zur Rückfahrt gesucht.

I had a late lunch amidst palm trees and hibiscus sitting next to a fountain on Plaza Chica, browsed my guide some more and was positive that I would survive the seemingly endless siesta – when everything is closed. But around 3 pm I didn’t want to wait any longer and started looking for the bus stop to go back.

Vollkommen überraschend auch wieder die Tatsache, dass hier Spanisch gesprochen wird. Ich war total überfahren und mein Hirn kommt immer noch nicht damit klar. Ich zeige die übliche Reaktion, alle mir bekannten Sprachen zu mischen und kriege selten einen klaren Satz auf Englisch formuliert… es kommen so schöne Schoten wie „The addition, please!“ aus meinem Mund. Es hilft dabei nicht, dass hier die Hälfte verschluckt wird und ich mehr als 15 Laden-/Restaurant-/Postbesuche brauchte, um daran erinnert zu werden, dass „Auf Wiedersehen“ gemeinhin „adios“ ist. Ich habe es nämlich nie verstanden. Aber vielleicht wird auch das noch.

I was taken completely by surprise that La Palma is Spanish-speaking. And my brain still hasn’t really adjusted to the fact. I show the usual reaction to wildly mix all languages I speak and it rarely ever happens that I manage to say a correct sentence in English… Hear me ask the waitress „The addition, please!“ It doesn’t really help that so much of everything is not pronounced so that I needed more than 15 visits to shops/restaurants/post office to be reminded that „Good bye“ is a simple „adios“. That’s because I never understood it. But maybe that will get better.

Mit dem Internet ist es hier ein bisschen schwierig. In Puerto Naos habe ich kein Internetcafe finden können und eine Kneipe, die ein WLAN Zeichen auf der Hauswand hat, ist geschlossen. Offensichtlich wird hier noch bis Samstag Karneval gefeiert und einige Läden machen dann anderthalb, zwei Wochen zu. Rein interessehalber habe ich meinen UMTS-Stick dabei – aber bei Roamingkosten von 5ct pro 10KB lass ich da die Finger davon. Mal sehen also, wann dieser Eintrag online geht…

Internet access is a bit of a problem here. I couldn’t find any internet cafes in Puerto Noas and a pub that had a wi-fi sign on the front is closed. Apparently, they still celebrate carnival here up until Saturday and some places don’t open for 10 days or two weeks. I brought my UMTS stick just to see whether it would work – but at a cost of 5cents per 10 KB I’d rather not use it. So let’s wait and see when this entry will be online…

Es ist 21 Uhr und ich bin todmüde. Bis bald!
It’s 9 pm and I think I will crash now. Talk with you soon.
Barbara

P.S.: Posted from Santa Cruz de la Palma a day later!

Glück und Freiheit

In den USA ist es im Sinne der Unabhängigkeitserklärung das Glück, nach dem gestrebt wird – in Liberia ist es die Freiheit, the pursuit of liberty. Aber das ist sich alles schon irgendwie ziemlich ähnlich, finde ich. Und da gibt’s ja auch noch anderes, was einen an das Land der unbegrenzten Möglichkeiten erinnert: die Taxis sind gelb (wenn auch weiter nicht viel an ihnen an die New York City cabs erinnert, zugegeben), die Briefkästen, die es zumindest in Monrovia gibt, sehen genau aus wie die des US Postal Service, blaue Kisten. Die Uniform der Polizisten erinnert mich verdammt an amerikanische Cops, besonders, wenn sie noch ihre Kappe dazu tragen. In vielen Dörfern, oder auch nur Siedlungen, kann man am Straßenrand Donuts kaufen – die dann zwar nicht die kleinen Küchlein mit dem Loch in der Mitte sind, sondern in Fett ausgebackene Teigklopse. In der Eifel würde man dazu Muzen sagen (die sind ganz anders als die vertrockneten Dinger im Rheinland) und sie wären noch in Zucker gewälzt… eine Tante ist da der absolut unschlagbare Hersteller – leider nur zur Karnevalszeit. Aber zurück zu Liberia. Es gibt das White House und Capitol Hill… ganz zu schweigen von den ganzen Orts- und Distrikt-/Provinzbezeichnungen: Virginia, Maryland, Mississippi, Louisiana… selbst bei Greenville denke ich an South Carolina. Die Flagge, wie schon hier erwähnt. Und dann das Design der Geldscheine, zwar farblich intensiver, aber doch ganz klar in Anlehnung an die Greenbacks. Auf der Straße bin ich einem Mann begegnet, der sich stolz auf die Brust schlug und mir zurief I am American! und ich etwas irritiert gedacht habe Äh, schön…(?) für dich?! Ich vermute, das geht zurück auf die Entstehung Liberias, das als Gebiet so vor sich hin existierte mit seinen 20 Hauptethnien und zig Sprachen. Da meinten die Abolitionisten in den USA im 19. Jh., dass das doch ein ideales Gebiet sei, um befreite Sklaven umzusiedeln – was 1822 zum ersten Mal geschah. 1847 erklärte man sich dann zu einer unabhängigen Republik. Oft war die Befreiung aus der Versklavung zwingend gekoppelt an die Rückübersiedlung nach Afrika. Dass die wenigsten tatsächlich aus der Region kamen, war irrelevant. Heute heißen diese „Rückkehrer“ bzw. deren Nachkommen Congo People – angeblich, weil man vermutete, dass die meisten ursprünglich aus der Großregion des Congo Delta kamen. So gibt es denn auch in Monrovia einige Congo Towns, die hauptsächlich von dieser Gruppe besiedelt sind.

Ich glaube, Monrovia war mal richtig schön – von einigen größenwahnsinnigen Betonklötzen, wie bspw. dem leer auf einem Hügel stehenden Ducor Palace Hotel, mal abgesehen. Eine Lage am Meer ist irgendwie immer positiv, auch wenn das feucht-heiße Klima und die salzige Luft sicher deutlich mehr als anderswo an Häusern und anderem „fressen“. Es gibt einen schön angelegten Boulevard, die Broad Street, und das ganze Downtown Gebiet, Mamba Point, lässt ehemaligen Charme an manchen Stellen durchschimmern. Wenn man ausblenden kann, dass der Matsch im Markt wadenhoch und von Müll und wahrscheinlich anderen durchsetzt ist, abbruchreife Häuser bewohnbar gemacht werden (so ein bisschen muss das nach dem Zweiten Weltkrieg auch in Deutschland ausgesehen haben, Leben in Trümmern): abgerissene Fassaden ohne „Geländer“ – man sieht nur, dass mit Bambusmatten improvisiert Privatsphäre geschaffen wurde. Oder eher im Gebiet des Büro ein ghanaisches Restaurant auf einem Dach. Eigentlich ging da mal vorne eine Treppe hoch, die ist aber abgebrochen. Also muss man durch die Autowerkstatt im Hinterhof, vorbei an einigen privaten Küchen und einem röhrenden Generator, eine Hinterteppe hoch, um dann dort oben zum Klang von John Denver zu speisen, drumherum der Blick auf die Abrisswohnungen.
Und dann natürlich der Wahnsinn von Hochsicherheitskomplexen wie der amerikanischen Botschaft (die gerade nicht weit entfernt von der bestehenden komplett neu gebaut wird, angeblich 40m in die Tiefe…) oder riesige Compounds – und weniger als einen Steinwurf entfernt Wellblechhütten ohne Strom und fließend Wasser… oder nur da und dann fließend, wenn man es nicht brauchen kann. Es kann nicht wesentlich weiter auseinandergehen.
Wer übrigens mal was lesen möchte zu Liberia, dem seien die folgenden beiden Werke ans Herz gelegt – sie sind ganz verschieden, haben mir aber beide ausgesprochen gut gefallen (die Memoiren habe ich noch nicht ganz durch):
This Child Will Be Great. Memoir of a Remarkable Life by Africa’s First Woman President. Von Ellen Johnson Sirleaf. Das gibt’s auch schon auf deutsch, aber nur in gebundener Ausgabe.
Blue Clay People: Seasons On Africa’s Fragile Edge. Von William Powers.

Schönes Wochenende!
Barbara