Intensive Care

In St. Emilion

In St. Emilion


Zwei Wochen vorbei. Kann ja alles gar nicht wahr sein. Mein bester Freund ist in der Zwischenzeit besagter Zahnarzt in Bordeaux. Man hatte mich ja bereits per Mail subtil darauf hingewiesen, dass auch französische Zahnärzte in aller Regel ein Hochschulstudium absolviert haben, ihnen also durchaus Vertrauen entgegen zu bringen sei, was letztendlich jedoch nicht entscheidend zu einem weiteren Besuch beitrug. Entscheidend war die VOLLKOMMEN durchwachte Nacht von Donnerstag auf Freitag, die ich sitzend und mich wie ein Thora-Schüler vor- und zurückwiegend im Bett verbrachte hatte – nur summte ich entlang Robbie Williams’ Intensive Care und ähnlicher Verdächtiger. Trotz 1200mg Ibuprofen in vier Stunden… (man nimmt gemeinhin so etwa 400 und das soll 8 Stunden helfen). Bei meinem Anruf um 8:30 Uhr erinnerte man sich an die Deutsche vom Montag, und um 9:30 Uhr hatte ich einen Termin. Das Warten hatte sich insofern gelohnt, als sich nun herausstellte, dass es ein Abszess am Backenzahn ist, der sich im Zustand der “Nekrose” befindet. Super. Jetzt bin ich auf Antibiotika und habe am kommenden Freitag, vor der Hochzeit am Fuß der Pyrenäen, einen Folgetermin in Bordeaux und in der Woche drauf muss ich dann zu dem in Deutschland, weil das ein langer Prozess ist, der auch in einer Wurzelbehandlung endet…

Nichtsdestotrotz habe ich mich am Freitag auf den nachmittäglichen Ausflug nach St. Emilion geprügelt, mit dem Gedanken, dass ich ja im Bus ein Schläfchen würde halten können. Daraus wurde zwar nicht viel und ich bin etwas schlaftrunken durch dieses kleine Weinbau-

Blick von und auf St. Emilion

Blick von und auf St. Emilion

Städtchen gewankt, aber ich war trotzdem sehr angetan davon und froh, dass ich mich dafür entschieden hatte. Es liegt östlich von Bordeaux und ich kann nun allen Ernstes behaupten, ein wirkliches Weinanbaugebiet gesehen zu haben. Also ehrlich, danach kann man eigentlich über das Ahrtal nur müde lächeln, so schön es da auch ist. Eine kleine “Touristen-Zug-Tour” habe ich durch die verschiedenen Château und ihre – sind das Felder, wenn es keine Berge sind? – unternommen und dachte mit Blick auf die schicken Gebäude ständig an Falcon Crest. In diesem malerischen Örtchen jedenfalls ist in der Folge auch mindestens jedes dritte Geschäft ein Weinfachhandel, was wiederum bedeutete, wahrscheinlich gekoppelt mit meiner Übermüdung, dass es wohl der einzige besuchte Ort bislang war, an dem ich überhaupt gar nichts gekauft habe. NICHTS. Denn vom Wein kann mich immer noch niemand überzeugen. Schon eher von den Macarons, den leckeren Mandelplätzchen, die ein weiteres Highlight sind. Und ehrlich: sie waren auch dort wesentlich besser, als alles, was ich bislang in Bordeaux hatte testen dürfen. Da liegt der Schwerpunkt ja auch auf den Canelés, denen ich allerdings nicht soooo viel abgewinnen kann. Auch wenn sich diese Ansicht etwas geändert hat, seit ich mal ein hausgemachtes probieren konnte.

Verboten für Nomaden und Camper

Verboten für Nomaden und Camper

Und nun… nun bin ich in Lacanau-Océan, die Sonne kommt auch raus, so ein bisschen zumindest, aber das ist auch egal. Einen stundenlangen Strandspaziergang bei stark bedecktem Himmel habe ich schon hinter mir, inkl. Drachen. Das Steigen lassen des letzteren war jedoch nicht die erwartete Herausforderung, denn die Brise ist so steif, dass er einfach am Himmel blieb und ich mir vorkam, als führte ich einen Hund aus! Dazu die Brandung, mindestens drei, eher vier oder fünf Wellenkämme hintereinander, darin Wellenreiter und auch der eine oder andere Schwimmer, bis auf wenige Ausnahmen alle in Neopren-Anzügen. Aber am Dienstag soll noch mal ein Sonnentag kommen und dann heißt es wahrscheinlich alles oder nichts: weil… man muss ja doch im Wasser gewesen sein, oder?! Hier, wo nichts mehr kommt bis Amerika? Mal sehen…

Obwohl ich mich seit Wochen gerade auf den Teil des Urlaubs am Atlantik gefreut habe, so ist es nun doch schade, Bordeaux verlassen zu haben. Nach zwei Wochen wächst der Stadtplan endlich zusammen, die “mental map” wird kompletter (zumindest die des Zentrums)… man kann den ersten Touris Wegbeschreibungen geben. Und dann ist es Zeit, sich zu verabschieden. Irgendwie macht das mal wieder Lust auf mehr, auf eine längere Zeit woanders. Und das Französische… man kann sich wohl erste Hoffnungen machen, wenn man im Kino schon selbst eine Karte für den Film “Ümp-Day” (HUMPDAY, übrigens eine Empfehlung) verlangt. Auch wenn ich beim Bericht über Schong-gei und die dort 2010 stattfindende Expo doch verdammt lange nachdenken musste, warum so eine unbekannte Stadt wohl die Expo kriegt…?! 😉

Zurzeit verfüge ich auch über einen Mietwagen, den ich wohl auch mal nutzen sollte in dieser Woche… aber ich könnte einfach nur am Strand abhängen. Bei der Anmietung desselben gab es noch das Problem, dass meine Schwester, die nun auch hier ist, als zweiter Fahrer eingetragen werden sollte. Sie war aber noch nicht angekommen und nur per Kopie des Führerscheins und Persos wollte man das nicht machen. Wir machten also weiter im Text und als sich dann am Ende herausstellte, dass der Vermieter ja schon geschlossen haben würde, wenn meine Schwester auch zur Verfügung stünde, meinte die Dame dann kurz entschlossen, “Ach, wissen Sie was, wir machen das jetzt. Sie sind ja Deutsche, da kann man ja vertrauen.” Und dann war auch das geregelt.

Da soll sich einer auskennen...

Da soll sich einer auskennen...

Nun denn. Es ist mittlerweile schon Montag und der erste Versuch eines WLAN-Zugangs in Lacanau ist fehlgeschlagen. Vielleicht lag es am Wetter, vermute ich hier doch ähnlich wie in der Eifel womöglich DSL nur per Satellit…?

Na dann – bis bald!
Barbara

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