Lebendiges Französisch, Teil 1

Die Lektion 1 in “Lebendiges Französisch” liegt nun hinter mir und das war mal wieder was… Bin am Montag einfach los mit dem Gedanken, einfach in die erste Zahnarztpraxis zu gehen, an der ich vorbeikomme. Gesagt, getan. Ein Altbau, gegen den der, in dem ich wohne, hochgradig renoviert und sauber daherkommt. Ich hatte schon Bohrer mit Handkurbeln vor Augen. Im ersten Stock eine Holztür, auf der der Name des Arztes steht mit der Warnung “Strahlung!”. Tja, denke ich und klopfe an – erst passiert gar nichts, dann macht der Doc selbst die Tür auf – es war das Behandlungszimmer. Ich müsse doch im Wartezimmer warten – wenn ich doch nur wüsste, wo das wäre?! Neben dran, kein Mensch da, eine Videokamera die mich beobachtet und eine Preisliste an der Wand. Ich entschied mich, weiter zu suchen.

Der zweite Versuch war ähnlich. Von der Wand geplatzte Farbe, hohe Holztüren mit seit dem Krieg nicht geputzten Glaseinsätzen, ausgetretene Stufen, Leitungen und Stromzähler auf der Wand. Wieder eine Holztür mit dem Namen und dahinter höre ich die eindeutigen Geräusche von Bohrer und diesem Absaugerding, also bin ich erstmal draußen geblieben… da wird schon noch einer rauskommen. Kam dann auch und wieder so eine Mini-Praxis, zwei Zimmer. Ein Wartezimmer, ein Behandlungsraum – dazu der Zahnarzt und jetzt wenigstens eine Zahnarzthelferin. Mein Problem erklärt guckte er sich das ganze an und meinte, es sei kein Karies, das Zahnfleisch sei auch nicht angegriffen… aber er habe da eine Idee, es müsste geröntgt werden. “Ah ja, das dachte ich mir. Alles lebendig. Einige Füllungen und zwei nebeneinander, die gaaaaaaanz nah am Nerv sind. Da regt sich wohl jetzt einer auf.” Ich erinnerte mich daran, als die Füllung gemacht wurde und der Arzt ständig fragte “Und Sie spüren wirklich nichts??!” Und bis vor 5, 6 Tagen hatte ich auch nichts gespürt. Der Arzt meinte nun, er könne nicht entscheiden, welcher von den beiden der Übeltäter sei – da der Schmerz auch nicht durch Kälte oder Druck zu provozieren ist. Der kommt einfach aus dem nichts wie ein Blitzschlag.

Am Nachmittag habe ich mit meinem Arzt in Deutschland telefoniert, der erst beruhigt feststellte “Ach, Sie sind in der Zivilisation!“ und mir dann genau sagte, welcher denn derjenige welche sei, der “fast offen” ist und wir sind so verblieben: abwarten, denn dann kann man den Schmerz evtl. genauer lokalisieren und wenn es sich aushalten lässt und ich nicht für 2 Wochen auf Ibuprofen gehen muss, dann Termin am Morgen des 30.9. in der Heimat, sonst bitte den französischen Kollegen ranlassen. Bin seit 24 Stunden ohne Medikamente und es geht. Hoffen wir, dass es so bleibt. War auf jeden Fall in der richtigen Stimmung heute noch meinen Vortrag über den Karneval im Rheinland zu halten und sehe ich mir nun “Un prophète” im Kino an.

Na dann macht’s mal!
Viele Grüße
Barbara

Ein Kommentar zu “Lebendiges Französisch, Teil 1

  1. Hei Barbara!

    Dein „Urlaub“ in Frankreich liest sich wie ein Reality Bites Roman!!! 🙂 Wie gehts deinen Zähnen?? Wir können die Erfahrungen mit den französischen Zahnärzten bei deiner RÜckkehr mal mit den kongol. vergleichen- so viel nehmen die sich da nicht 🙂 Habe dann auch lieber bis Deutschland gewartet 🙂

    Wie gehts dir? Wann kommst du wieder?? Schade, dass du heute nicht da sein kannst!

    Aber ich wünsche dir noch eine traumhafte Zeit in Frankreich und freue mich, dich wiederzusehen!

    Alles Liebe von

    Rebekka

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