Dämlich, absolut dämlich

Herbst-Eifel

Auch in der Eifel ist es herbstlich, hier am vergangenen Wochenende bei Barweiler

Kinners, der Herbst ist da. Auch wenn’s nochmal 30 Grad werden morgen. Wir müssen der Realität ins Gesicht sehen. Bei meiner Tour am vergangenen Freitag musste ich es anerkennen, es führte kein Weg daran vorbei. Es war ein fantastischer Spätnachmittag und ich habe mich ein bisschen geärgert, dass ich meinen Lenkdrachen nicht eingepackt hatte, um in den Rheinauen einen ersten Start des Jahres zu wagen. Für’s Fahrradfahren war es anstrengend, böig und fast kalt. Dazu heruntergefallene Blätter, die schon diesen typischen Herbstduft verströmen und allen Ernstes schon KASTANIEN am Boden – alles provozierte quasi den inneren Aufschrei: “Nein! Das kann doch nicht!! Es war doch noch gar nicht richtig Sommer!!“ Und auch die Wespe (oder vielleicht eine Hummel, es fühlte sich pelzig an), die vom Wind unkontrolliert hinter meine nicht gerade kleine Sonnenbrille katapultiert wurde, was zu hektischen Schlangenlinien auf einem stark frequentierten Rad- und Fußweg führte, auch als ich mir die Brille heruntergerissen hatte… mit -8 Dioptrien ist das Fahrverhalten ohne Brille nicht wesentlich besser als das mit Brille und Wespe dahinter… Jedenfalls, auch diese Wespe schien etwas verzweifelt ob der aktuellen Witterungslage. Mit tränte derweil das Auge und ich dachte, “Super, jetzt kommst du vom Fahrradfahren auch noch mit einer verschwollenen Visage nach Hause – diese Woche steht unter keinem guten Stern!” Aber es wurde halb so schlimm, ein bisschen geschwollen, ein Stich wie ein Pickelchen unter dem rechten Auge.

Da freut man sich dann umso mehr, wenn man die Erfolgsmeldung eines Neu-Rekrutierten erhält, der sich bald in der Lage sieht, einen auf den Touren zu begleiten – dann hätte man auch einen Nothelfer gleich zur Hand:

[Hallo] Barbara,
im Prinzip läuft es gut mit den AD (anonymen Dicken) wobei ich im Dorf ja eher als bekennender Fresser bekannt bin. Schlecht sieht es mit meiner Disziplin aus und insbesondere mit meiner Bewegung. Ab und zu raffe ich mich auf und fahre ne halbe Stunde wirklich stramm Fahrrad, aber leider noch nicht täglich. Bis jetzt habe ich fünf Kilo runter, aber man sieht natürlich noch nix. Aber ich halte das durch. Geburtstag war nix zu feiern weil was sind schon 58. Ich feiere erst in drei Jahren wenn ich in die AKTIVE Phase meiner Altersteilzeit wechsele. Bis dahin muss ich dann 20 Kilo runter haben damit ich den Abend geniessen kann :-[ .

Im Moment habe ich dienstlich etwas Stress, aber ich denke Ende September schließ ich mich dann Deinen „Quäl Dich Du Sau“-Touren an.

Danke für Dein Mitgefühl

Ich freu mich drauf!

Eines stellte sich in dieser Woche allerdings heraus: Situationen, in denen negative Emotionen (à la „Raging Bull“) hohe Wellen schlagen, haben auch nach 8 Wochen bei den Anonymen Dicken ein Abendessen bestehend aus einem Schoko-Crèpe, einem Magnum Classic und einem Duplo zur Folge. Diese Situationen sind also zu vermeiden bzw. sollte man besser dafür ausgestattet sein. Die Überlegung geht zu einer immer am Mann zu tragenden Notration. Habe ich aber noch nicht im Detail ausgearbeitet 😉 Auch war es unklug, um nicht zu sagen dämlich, absolut dämlich, einen Viererpack Magnum als vier Wochen währendes „söndagsgodis“ zu kaufen. Manchmal kann ich nicht fassen, wie naiv ich bin. Natürlich ist erst ein Sonntag rum, Stand-090831aber drei Magnum weg… Um so erstaunlicher, dass es trotzdem stetig weiter abwärts geht. Zur Feier des Tages noch mal eine Grafik, denn dann gibt es in Ermangelung einer Waage drei Wochen lang keine, dafür aber vielleicht umso interessantere Fotos.
Mit Blick auf Frankreich habe ich mir schon seit einer Weile die Frage gestellt, was ich in Bordeaux wohl ohne Fahrrad an Sport treiben könnte. Nicht, dass ich Laufen ernsthaft als Möglichkeit in Betracht zöge, aber ich habe mir nun trotzdem Turnschuhe zugelegt – auch, damit man nicht bei etwas fordernderen Spaziergängen schon die Trekkingschuhe anziehen muss. Also, mal sehen, was wird.

Bis nächste Woche, dann aus Bordeaux!
Barbara

Letzte Rettung: lördagsgodis?

Eifel Vista bei Barweiler

Eifel Vista bei Barweiler

Eine weitere Woche ist um und der September naht… ich bin fast schon in konkrete Planung übergegangen, was ich unbedingt mitnehmen muss nach Frankreich, am 5. geht’s los.

Auch jetzt komme ich von einer Radtour, der üblichen Runden, die heute aber trotz offener Schranken und grüner Welle 5 Minuten länger war. Unerwartet war ich im Haribo-Stadtteil fast in den letzten Tag der Kirmes gerast… Ich hatte schon am Anfang schwere Beine und es wurde auch nicht mehr wirklich besser. Dabei mache ich es schon so viel besser, als Ullrich damals, mache nicht den Fehler, mit zu hoher Übersetzung zu fahren (warum hat ihm das eigentlich nie jemand gesagt? Warum halten Radsport-Kommentatoren dies für das Laien-Publikum zurück?? 😉 ).

Ich stellte fest: es lässt sich rheinaufwärts netter fahren, da überholt man die Lastschiffe, die in der gleichen Richtung unterwegs sind und fühlt sich wie eine Feder, weil man diese Kolosse im Staub (oder der Gischt) hinter sich lässt. Wie auch immer, ich glaube fürs Winterhalbjahr muss ich mir was anderes suchen… für wettermäßig ganz schlechte Tage eine andere Sportart und für „ganz nette“ Tage eine andere Strecke… Auf allen momentanen Routen sind Abschnitte dabei, die ich im Dunkeln eher nicht würde fahren wollen. Mal sehen. Heute nervten mich nach umschiffter Kirmes die deutlichen ohne Rußfilter fahrenden Vans mit polnischen Kennzeichen, die langsamer unterwegs waren als ich und ständig unvermittelt zum Stillstand kamen. Sperrmüll in der Haribo Neighborhood.

Bei uns wurde der schon heute abgeholt, so dass ich am gestrigen Sonntag zwar noch mal ausgeschlafen habe, aber als ich um 10:30 Uhr wach wurde, fast senkrecht im Bett stand und dachte: „Sperrmüll!!“ Es stand an, einen bereits zerlegten Schrank 40 Stufen nach unten und an die Straße zu befördern. In 17 Touren ging das. Dann fiel mir ein, dass im Kabuff im Treppenhaus ja auch noch einiges stand. Und dass ich da immer mal sauber machen wollte, seit mir die Blumenerde umgekippt war. Und wo wir dabei sind – die Treppe hätte es auch mal wieder nötig. Meine eigentlichen Putzziele fürs Wochenende waren noch gar nicht angetastet und ich war klatschnass geschwitzt… DAS würde ich mir auch als Aktivitätspunkte anrechnen. So insgesamt hat sich die Woche, trotz der aktivitätslosen, lass-mich-in-Ruhe-auf-der-Couch-vor-mich-hin-verdunsten-Tage, gelohnt. Zum Stand der Dinge:

Der-Stand-der-DingeIn der letzten Woche ist der Schokoladen- bzw. Süßkram-Jieper auf den Plan getreten. Und ich habe ihn noch nicht wieder weggekriegt. Die nicht allzu verwerfliche Schokocreme aus der Kühltheke schaffte etwas Abhilfe, aber so richtig… Chocolate is on my mind… Bei der Radtour eben kam mir die Idee, eine schwedische Tradition einzuführen, das „lördagsgodis“. Frei übersetzt so was wie der „Samstagssüßkram“. Früher gab’s das für Kinder eben nur samstags (ich könnte mir das gut sonntags zum Krimi im Ersten vorstellen, also eher als „söndagsgodis“…). Aber da habe ich Bedenken, dass der Jieper dann am Tag drauf noch stärker da ist…? Es käme wohl auf einen Versuch an.

So, hier kommt es jetzt auf Motivation an: spülen und noch mal in den Keller rennen und Wäsche holen steht auf dem Programm! Am besten auch noch bügeln, aber werden wir mal nicht größenwahnsinnig…

Macht’s gut!
Barbara

Und dann kam München

Hirten

Irgendwas klappt heute mit den automatischen Bildunterschriften nicht, deswegen manuell: Kreative Namensgebung in München

Hm. Ich dachte, ich sei schon „in der achten Woche“, aber es ist erst die siebte. Kann das wirklich sein?? Wie auch immer – der Stand ist der gleiche wie in der letzten Woche (trotz 20 Aktivitätspunkten, erreicht bspw. durch die Besteigung des „Alten Peter“ – 304 Stufen!). Und das trotz 5 Tagen in München, u.a. in bekannten amerikanischen Kaffeehäusern, bei den gebratenen Hühnchen aus den Appalachen (zum ersten Mal in meinem Leben, das goldene M ziehe ich weiter vor), den Naschbällchen ohne Schokolade beim abendlichen Schwätzchen und natürlich der unnachahmlichen Fidelio-Torte… ach, ich sag nur Himbeer-Creme, Biskuitteig, Marzipan, Buttercreme… Hammer. Aber es war es ja alles wert: nach dem Besuch meines ehemaligen AuPair-Sohnes im Mai war ich nun wiedervereint mit zwei anderen AuPairs, die im gleichen Bostoner Vorort ihre ersten USA-Erfahrungen machten wie ich. Da schwelgten wir natürlich in Erinnerungen und brachten uns auf den neusten Stand der Dinge, was die jeweiligen Gastfamilien angeht. Ähnlich war es auch am Samstagnachmittag, an dem ich bei einer Freundin aus Schultagen war. Der Zwetschgendatschi war zudem fantastisch…
MaibaumWer mir unerhofft (aber vielleicht nicht wirklich unerwartet) zur Hilfe eilt in meinem Diät-Vorhaben ist die der öffentliche PersonenFERNverkehr. Als ich am Sonntag wieder zuhause war, war ich derart geladen, dass ich dachte „MANN! Fahr noch ne Runde Rad, sonst schlägst du gleich die Küche zusammen!“ Schon kurz hinter München bildete ich mir ein, komische Geräusche zu hören, dachte aber dann, „Ach Quatsch!“ Kurz vor Nürnberg verkündete man uns jedoch, dass wir wegen eines technischen Problems 8 Minuten Verspätung angesammelt hatten. Es war aber erst kurz vor Frankfurt, als wir die Durchsage vernahmen, dass der Zug dort ende werde und „am gleichen Bahnsteig gegenüber“ ein Ersatzzug bereitgestellt würde. Gute Idee. Der stand aber nicht da. Nach 10 Minuten (16:20) die Mitteilung: „Die Bereitstellung dauert ca. 20 Minuten“. Um 16:28 Uhr dann die Korrektur: wir stellen wohl doch eher keinen bereit, bitte begeben Sie sich zu Gleis 18, dort fährt um 16:29 der EC XY ab. Mein Ticket ging nur bis Siegburg/Bonn, wo dieser Zug leider nicht halten würde und bis Köln und dann wieder zurück durfte ich nicht. Also musste ich am Flughafen wieder aussteigen, 20 Minuten später in einen anderen umsteigen, der außerplanmäßig auch die Dörfer anfuhr und somit dann selbst ebenfalls wieder verspätet war… Wahrscheinlich hatte der Praktikant die Planung übernommen.

Ernährungstechnisch habe ich aus München mitgenommen, dass der frappierende Cappuccino der bekannten amerikanischen Kaffeehaus-Kette in der leichten Variante nur wunderbare 2,5 Punkte hat, die etwas dröge Zimtschnecke allerdings 11!!!! Das Croissant lässt grüßen.
Schneizlreuth

Miss Schneizelreuth, die Zeit ihres Lebens in der Leopoldstraße 77 wohnhaft war

Gefreut habe ich mich sehr über folgende Mail… direkt zu kommentieren traut sich offenbar kaum jemand. Ich zitiere (voll autorisiert) fast in Gänze:

Weiter so!
Hallo Barbara,
ich freue mich seit Jahren über deine E-Mails bzw. über deine neuen Blogeinträge. Deshalb wollte ich mich auch mal zurückmelden. […]
Speziell die Verlockungen der Hochzeitstorte kann ich mir gut vorstellen, obwohl ich beim Thema Hochzeit im Moment weniger an Essen denke, als eher an ein Zitat von J.R.R. Tolkien:

Ein Ring sie zu knechten, sie alle zu finden,
ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.

😉

Meine Trennung und Scheidungsvorbereitung haben mir etliche extra Kilo eingebracht. Obwohl der Wille etwas dagegen zu tun, schon längst da ist, klappts noch nicht.
Als alleinerziehender Vater mit Hund, Haus und Garten bleibt kaum die Zeit um Sport zu treiben. Letzte Woche habe ich mich dann endlich aufgerafft mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Prompt bricht mir der Rahmen des Rades glatt durch. Jetzt muss ich erstmal wieder Auto fahren und hoffe auf weitere Motivation durch deinen Blog.

Also, der nächste ist kurz davor, beizutreten 😉 Ich weiß momentan von vieren, die sich nun auch (wieder) mit den anonymen Dicken beschäftigen und vier weiteren, die schon ständig so viele Fragen stellen, dass sie im Geiste wohl schon dabei sind! Die Blogstatistik zeigt ebenfalls leicht verwunderliche Entwicklungen: waren die Zugriffe zwischen den Posts bislang eher bescheiden bzw. oft gar nicht vorhanden, ist jetzt immer was los – und gestern hatten viele wohl schon mit einer Fortsetzung gerechnet und nachgeguckt… aber es kommt eben erst heute was!
Obelisk
Ich musste heute der Schokolade nachgeben… konnte aber Gott sei Dank in der Kühltheke was wenig verwerfliches auftreiben.

Bis nächste Woche wieder zu diesen und anderen Themen!
Barbara

Badminton und Himbeeren

Schon wieder eine Woche um… und wieder ein Abendessen mit einem neuen Kollegen, wieder eine Hochzeit. Déjà-vu? Nicht ganz! Ich konnte mich erfolgreich gegen eine Steakpfanne wehren und stattdessen einen leckeren italienischen Salat essen 😉 Es war allerdings an besagtem Abend auch so heiß, dass ich mich wohl auch mit einer halben Wassermelone zufrieden gegeben hätte.

Die Hochzeit kam mir entgegen: zum ersten Mal kein Buffet, sondern ein 3-Gänge-Menü plus ein Dessert-Buffet mit Hochzeitstorte. Von letzterer mussten auch drei Stücke gegessen werden, denn jede Etage hatte eine andere Geschmacksrichtung – alle aber mit Marzipan überzogen. Ein Gedicht! Mousse au chocolat musste auch sein… man gönnt sich ja sonst nichts. Und – TATAAAAA – trotzdem ein weiteres Kilo abgenommen. Die Kurve ist leider etwas abgeflacht, da Excel automatisch auf 2-kg-Schritte umgeschaltet hat. Es lässt sich sicher auch irgendwo ändern, aber ich habe es nicht finden können.

STANDEs outen sich immer mehr Leute… und meine Blogstatistik finde ich auch interessant: durchgängig Besucher auf der Seite, nicht nur einen oder zwei Tage nach einem Eintrag. Es muss also Menschen geben, die auf Fortschrittsberichte warten. Eine Kollegin meinte heute, dass sie große Motivation daraus schöpft. Sie meinte außerdem, dass es ja nichts schöneres gibt, als dieses Gefühl wie fliegen, wenn es klappt. Wenn man merkt, dass die Dinge auf einmal leichter gehen. Wenn man am oberen Ende der Treppe nicht mehr keucht wie eine Lok. Wenn die Hose flattert, speziell um die Oberschenkel. Wenn die sonst 70-Minuten-Fahrradrunde auf einmal nur noch eine 60-Minuten-Runde ist. ODER aber (und das nahm ekstatische Züge an), wenn man einen Kollegen im Badminton nach drei knapp verlorenen Sätzen (19:21, 19:21, 20:22) dann mit 21:15 schlägt, danach zwar mit 21:10 vor die Hunde geht, aber doch noch kurz vor dem Zusammenbruch atemlos stammeln kann: „Gib… mir noch… ein halbes Jahr… dann hau… ich dich an die Wand… alles nur noch… eine… Frage… der Kondition… alles das…. WART AB.“ Fürs Hirn scheint’s auch zu helfen, denn ich habe außerdem seinen Schwachpunkt ausgemacht…

An der Obst- und Gemüsetheke wird man von alten Damen angesprochen:
Dame: „Haben Sie da gerade Himbeeren in den Korb gelegt?“
Ich: „Äh, ja…?“
Dame: „Da habe ich ein interessantes Buch zu gelesen… wie hieß es doch gleich?? Hm. ‚Krebszellen… Krebszellen mögen keine Himbeeren!’“

Sprach’s und verschwand ohne weitere Worte in der Konfitüren- und Kaffeeabteilung.

Jetzt müssen wir dann sehen, wie sich 5 Tage München ausmachen… Ist dann doch noch eine andere Nummer… Ich komme nicht zu den mittlerweile eingependelten dreimal Sport pro Woche…

Macht’s gut!
Barbara

Eine Hochzeit und kein Todesfall

Mit dem Fahrrad unterwegs am Rhein

Mit dem Fahrrad unterwegs am Rhein


Woche Nummer fünf liegt hinter mir… und man kann wohl sagen, dass es eine der schwereren war. Zwei Termine waren dazu prädestiniert, mein Vorhaben zu torpedieren: einmal aus Essen gehen mit einem neuen Kollegen (gutbürgerlich, zum Kennenlernen der deutschen Küche) und die erste Hochzeit dieses Sommers.

Die Zahl derjenigen, die diese „Lebensform“ schon einmal ausprobiert haben und mir das mitteilen, steigt ständig. Eine fühlte sich berufen, wieder anzufangen, nachdem ich dazu blogge, eine weitere überlegt sich, das einmal auszuprobieren (ich muss noch Detailinfos liefern) und eine dritte hat den Schritt am Freitag gewagt: angemeldet. Und wenn der Fitness-Level hoch genug ist, möchte diese Person mich auch auf den Radtouren begleiten. Dann kann ich mich auch nicht mehr rausreden! Ich freue mich drauf und hoffe, es zeitigt baldige Erfolge.

Auch in dieser Woche habe ich wieder interessante neue Dinge gekocht – eine feurige Chinakohlpfanne (bei mir nicht ganz so feurig), den fruchtigen Hähnchenbrustfilet-Salat und vieles mehr. Mein Lieblingsnachtisch, der eigentlich ein Snack ist, bleibt jedoch die Cappuccino-Creme. Und in dieser Woche ist mir zum ersten Mal was schlecht geworden. Ich hatte viel früher schon damit gerechnet, denn man hat so viele Lebensmittel gleichzeitig auf Vorrat und angebrochen. Ein Broccoli und ein halber Becher saure Sahne mussten vernichtet werden. Was einfach nicht schlecht wird, ist der fettreduzierte Käse – was ja an sich schon ein Widerspruch ist. Und den mag offenbar noch nicht mal der Schimmel. Die Packung ist fast seit dem ersten Tag auf und der Inhalt immer noch wie neu.

Aber nun zur Woche. Es fing alles ganz gut an auf dem Ausflug in die Gutbürgerlichkeit. Nachdem ich die gesamte Karte inklusive des Eisbeins, des Husarenschnitzels, der Holzfällerpfanne und des Rindergulaschs mit Rotkohl in ein Mischmasch aus Englisch und Französisch übersetzt und der Gast sich für das Eisbein entschieden hatte, war es an mir meine Wahl zu treffen. Es gab auch fünf Salate. “Gut,” dachte ich, “nehme ich doch einfach einen Salat Nizza, der hat fünf Punkte – wenn er groß ist, vielleicht sieben. Aber es bleibt übersichtlich. Salat Nizza. Ja, genau! Ich nehme den Salat Nizza!” Dann kam der Kellner und fragte nach unseren Wünschen und ich antwortete ohne mit der Wimper zu zucken: “Ich nehme die Steakpfanne.” Und dann war es passiert. Davon habe ich mich bis Samstagmorgen nicht erholt…

Und Samstag stand dann die Hochzeit auf dem Programm. In der Vorbereitung wurde alles extrem hektisch. Kurzfristig entschieden eine Freundin und ich noch, die allseits beliebte “Luftballonaktion” zu starten und es war an mir, die Postkarten dafür vorzubereiten. Außerdem wurde am Donnerstag offenbar, dass die Braut noch 120 verzierte Muffins brauchte – das haben wir Freitag nach der Arbeit noch eingeschoben. Was aber auch hieß, dass am Samstagmorgen noch übrig blieb, das Geschenk zu verpacken, die Karten zu kopieren und zu schneiden, eine Rose zu besorgen, allgemein einkaufen zu gehen, den Friseur aufzusuchen usw. Abfahrt: 12 Uhr. Noch vor 10 Uhr den Wocheneinkauf erledigt, besorgte ich die Rose, die Zellophanfolie für das Geschenk, spielte nebenher noch Lotto und kam um Punkt 10 Uhr zum Copy-Shop. Dort las ich zu meinem Entsetzen, dass selbiger im Sommer Samstags zu hat. Da hatte ich einen ersten Hugh Grant-Moment und wurde laut ausfallend. Ich eilte ans andere Ende unseres Stadtteilzentrums, wo meines Wissens ein weiterer Laden mit Kopierer zu finden war. Richtig – doch leider hatte auch er im Sommer Samstags geschlossen. Der Schweiß trat mir auf die Stirn, 10:15 Uhr. Schon an der Bushaltestelle Richtung Innenstadt entschied ich anders und suchte einen Internetkiosk auf – der hatte auch einen Kopierer. Es dauerte so seine Zeit, den Eigentümer vom Prinzip der Postkarten zu überzeugen – aber er schaffte es dann doch. 10:45 Uhr. Zuhause in aller Eile das Geschenk verpackt, Fotoapparat klar gemacht… 11 Uhr. Kurz Luft geholt und entschieden, den Friseur einfach zu vergessen, dafür aufzuhören zu schwitzen, umziehen und easy, easy, easy. Um 11:15 Uhr musste ich dann leider feststellen, das die Hose, dich ich schon vor einigen Monaten gekauft hatte, nun doch allen Ernstes schon wie ein Sack an mir hängt, wunderbar. Eine Wahl gab es nicht mehr, also musste sie trotzdem angezogen werden… Herrgottsakra. Um 12 rollte die Freundin vor und wir machten uns auf den Weg – die Baustellen an der Strecken verursachten unerwartet KEINEN Stau, so dass wir schon fast eine Stunde vor der Trauung an der Kirche waren. Was machen? Direkt nebendran war ein Friseur… also habe ich das dann dort noch nachgeholt (“Guten Tag, ich bin hier zu einer Hochzeit nebenan – ich habe noch 50 Minuten. Können Sie da was machen??”)

Für die Hochzeit habe ich mir die höchstmögliche “freie Punktzahl” eingetragen, 99, und gegessen, worauf ich Lust hatte – inkl. Mousse au chocolat, Hochzeitstorte und in Öl eingelegter Tomaten (unter vielen anderen). Mein Verdauungstrakt hatte damit etwas Schwierigkeiten, ist einfach nichts mehr gewöhnt, die Memme, aber es hat Spaß gemacht! Das Ergebnis war dann, dass ich meinen Level von der vergangenen Woche exakt gehalten habe:

Stand-der-Dinge-090803

Das verbuche ich unter den genannten Bedingungen als Erfolg. Nun muss ich jedoch zum Ende kommen. Vollkommen unerwartet konnte ich mich auch heute zu einer Fahrradtour aufraffen und bin dadurch wieder etwas in Zeitmangel geraten, was die Abendplanung angeht. Mein Wohnzimmer wird jeden Tag chaotischer und die Lieferung meines neuen Netbooks heute trägt auch nicht gerade zur Verbesserung der Lage bei… Aber so sitze ich hier und tippe darauf und es geht erstaunlich gut. Doch Schluss jetzt! Macht’s gut und bis bald!

Barbara