Eine Hochzeit und kein Todesfall

Mit dem Fahrrad unterwegs am Rhein

Mit dem Fahrrad unterwegs am Rhein


Woche Nummer fünf liegt hinter mir… und man kann wohl sagen, dass es eine der schwereren war. Zwei Termine waren dazu prädestiniert, mein Vorhaben zu torpedieren: einmal aus Essen gehen mit einem neuen Kollegen (gutbürgerlich, zum Kennenlernen der deutschen Küche) und die erste Hochzeit dieses Sommers.

Die Zahl derjenigen, die diese „Lebensform“ schon einmal ausprobiert haben und mir das mitteilen, steigt ständig. Eine fühlte sich berufen, wieder anzufangen, nachdem ich dazu blogge, eine weitere überlegt sich, das einmal auszuprobieren (ich muss noch Detailinfos liefern) und eine dritte hat den Schritt am Freitag gewagt: angemeldet. Und wenn der Fitness-Level hoch genug ist, möchte diese Person mich auch auf den Radtouren begleiten. Dann kann ich mich auch nicht mehr rausreden! Ich freue mich drauf und hoffe, es zeitigt baldige Erfolge.

Auch in dieser Woche habe ich wieder interessante neue Dinge gekocht – eine feurige Chinakohlpfanne (bei mir nicht ganz so feurig), den fruchtigen Hähnchenbrustfilet-Salat und vieles mehr. Mein Lieblingsnachtisch, der eigentlich ein Snack ist, bleibt jedoch die Cappuccino-Creme. Und in dieser Woche ist mir zum ersten Mal was schlecht geworden. Ich hatte viel früher schon damit gerechnet, denn man hat so viele Lebensmittel gleichzeitig auf Vorrat und angebrochen. Ein Broccoli und ein halber Becher saure Sahne mussten vernichtet werden. Was einfach nicht schlecht wird, ist der fettreduzierte Käse – was ja an sich schon ein Widerspruch ist. Und den mag offenbar noch nicht mal der Schimmel. Die Packung ist fast seit dem ersten Tag auf und der Inhalt immer noch wie neu.

Aber nun zur Woche. Es fing alles ganz gut an auf dem Ausflug in die Gutbürgerlichkeit. Nachdem ich die gesamte Karte inklusive des Eisbeins, des Husarenschnitzels, der Holzfällerpfanne und des Rindergulaschs mit Rotkohl in ein Mischmasch aus Englisch und Französisch übersetzt und der Gast sich für das Eisbein entschieden hatte, war es an mir meine Wahl zu treffen. Es gab auch fünf Salate. “Gut,” dachte ich, “nehme ich doch einfach einen Salat Nizza, der hat fünf Punkte – wenn er groß ist, vielleicht sieben. Aber es bleibt übersichtlich. Salat Nizza. Ja, genau! Ich nehme den Salat Nizza!” Dann kam der Kellner und fragte nach unseren Wünschen und ich antwortete ohne mit der Wimper zu zucken: “Ich nehme die Steakpfanne.” Und dann war es passiert. Davon habe ich mich bis Samstagmorgen nicht erholt…

Und Samstag stand dann die Hochzeit auf dem Programm. In der Vorbereitung wurde alles extrem hektisch. Kurzfristig entschieden eine Freundin und ich noch, die allseits beliebte “Luftballonaktion” zu starten und es war an mir, die Postkarten dafür vorzubereiten. Außerdem wurde am Donnerstag offenbar, dass die Braut noch 120 verzierte Muffins brauchte – das haben wir Freitag nach der Arbeit noch eingeschoben. Was aber auch hieß, dass am Samstagmorgen noch übrig blieb, das Geschenk zu verpacken, die Karten zu kopieren und zu schneiden, eine Rose zu besorgen, allgemein einkaufen zu gehen, den Friseur aufzusuchen usw. Abfahrt: 12 Uhr. Noch vor 10 Uhr den Wocheneinkauf erledigt, besorgte ich die Rose, die Zellophanfolie für das Geschenk, spielte nebenher noch Lotto und kam um Punkt 10 Uhr zum Copy-Shop. Dort las ich zu meinem Entsetzen, dass selbiger im Sommer Samstags zu hat. Da hatte ich einen ersten Hugh Grant-Moment und wurde laut ausfallend. Ich eilte ans andere Ende unseres Stadtteilzentrums, wo meines Wissens ein weiterer Laden mit Kopierer zu finden war. Richtig – doch leider hatte auch er im Sommer Samstags geschlossen. Der Schweiß trat mir auf die Stirn, 10:15 Uhr. Schon an der Bushaltestelle Richtung Innenstadt entschied ich anders und suchte einen Internetkiosk auf – der hatte auch einen Kopierer. Es dauerte so seine Zeit, den Eigentümer vom Prinzip der Postkarten zu überzeugen – aber er schaffte es dann doch. 10:45 Uhr. Zuhause in aller Eile das Geschenk verpackt, Fotoapparat klar gemacht… 11 Uhr. Kurz Luft geholt und entschieden, den Friseur einfach zu vergessen, dafür aufzuhören zu schwitzen, umziehen und easy, easy, easy. Um 11:15 Uhr musste ich dann leider feststellen, das die Hose, dich ich schon vor einigen Monaten gekauft hatte, nun doch allen Ernstes schon wie ein Sack an mir hängt, wunderbar. Eine Wahl gab es nicht mehr, also musste sie trotzdem angezogen werden… Herrgottsakra. Um 12 rollte die Freundin vor und wir machten uns auf den Weg – die Baustellen an der Strecken verursachten unerwartet KEINEN Stau, so dass wir schon fast eine Stunde vor der Trauung an der Kirche waren. Was machen? Direkt nebendran war ein Friseur… also habe ich das dann dort noch nachgeholt (“Guten Tag, ich bin hier zu einer Hochzeit nebenan – ich habe noch 50 Minuten. Können Sie da was machen??”)

Für die Hochzeit habe ich mir die höchstmögliche “freie Punktzahl” eingetragen, 99, und gegessen, worauf ich Lust hatte – inkl. Mousse au chocolat, Hochzeitstorte und in Öl eingelegter Tomaten (unter vielen anderen). Mein Verdauungstrakt hatte damit etwas Schwierigkeiten, ist einfach nichts mehr gewöhnt, die Memme, aber es hat Spaß gemacht! Das Ergebnis war dann, dass ich meinen Level von der vergangenen Woche exakt gehalten habe:

Stand-der-Dinge-090803

Das verbuche ich unter den genannten Bedingungen als Erfolg. Nun muss ich jedoch zum Ende kommen. Vollkommen unerwartet konnte ich mich auch heute zu einer Fahrradtour aufraffen und bin dadurch wieder etwas in Zeitmangel geraten, was die Abendplanung angeht. Mein Wohnzimmer wird jeden Tag chaotischer und die Lieferung meines neuen Netbooks heute trägt auch nicht gerade zur Verbesserung der Lage bei… Aber so sitze ich hier und tippe darauf und es geht erstaunlich gut. Doch Schluss jetzt! Macht’s gut und bis bald!

Barbara

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s