Murphys Gesetz

Murphys Gesetz ist eine Art Lebensweisheit, die da lautet:

Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.

Die letzten zwei Wochen im Leben der Barbara K. waren eine Fallstudie, die auch zum Zeitpunkt des Schreibens dieser Mail noch nicht abgeschlossen ist.

Wo fange ich an… vielleicht mit meiner schon sehr viel länger anhaltenden, nun aber diagnostizierten Sehnenscheidenentzündung, die weiter die Renovierungsarbeiten stark behindert und mich zur Delegation aller möglichen Arbeiten zwingt. Am Donnerstag Abend zum Beispiel musste ich feststellen, dass Bohren mit links und ganz oben auf einer Leiter keine gute Idee ist. So hatte ich mich dann auch gefreut, per Vermittlung durch eine Bekannte jemanden gefunden zu haben, der mir die Decke im zweiten Zimmer streichen würde – denn auch das geht gar nicht mit links. Der kam, sah die Höhe der Decke und befand, dass das nun doch nicht ginge. Da war ich aber dann schon soweit, dass ich mich nur noch fragte, wie ich überhaupt davon hatte ausgehen können, dass das klappen würde. Wo doch sonst alles zusammenklappt. Es eilte Winni zu Hilfe, schon am folgenden Tag, und so kam ich nicht nur zu einer gestrichenen Decke, sondern auch zu nie dagewesenen Einblicken in Braunfäule bei Rubinien, was passiert, wenn ein Verkehr eröffnet wird und vielem anderen mehr. Ein ausgesprochen kurzweiliger Abend. Um das Bohren kümmerte sich Dirk und Ruth nahm sich dem Aufrauen und Streichen der Fußleisten an.

Zwischendrin verbrachte ich den großen Teil eines Wochenendnachmittags im dunklen Waschkeller, der immerhin kühl war. Dort war ich mit einem Buch vor der altersschwachen Waschmaschine platziert und versuchte ca. sieben Mal, sie zum Schleudern zu bewegen. Sie tat es nicht. In Anbetracht der Tatsache, dass sie wahrscheinlich schon 35 Jahre auf dem Buckel hatte und ich glaube, dass sie schon länger nicht mehr aufgeheizt hatte, was ich geflissentlich ignoriert hatte, entschloss ich mich zum Kauf einer neuen Maschine. Man KANN, wenn man WILL, bis zu 2000 Euro für eine Waschmaschine ausgeben. Das war mir neu und ich würde wohl eher in einen Kleinwagen investieren. So wurde es eine günstigere, „mit der können Sie nichts falsch machen“. Die Studentin von obendrüber, die sie immer mit benutzt, war glücklicherweise am Tag der Anlieferung da und regelte das, so dass ich nicht auch noch einen Tag Urlaub nehmen musste. Der erste Waschgang war ein Erlebnis und als ich so Afghan-Style vor der Maschine hockte und den stillen Schleudergang beobachtete, kamen mir fest die Tränen vor Erleichterung. Vielleicht stelle ich sie doch ins Wohnzimmer?!

Bevor die alte Waschmaschine den Geist aufgab, ruinierte sie mir noch zwei Sätze Vorhänge, die ich für’s Wohnzimmer gkauft hatte und färben wollte. Dass ich überhaupt auf den wahnwitzigen Gedanken verfiel, färben zu wollen, lag am Einfluss einer Kollegin, mit der ich im schwedischen Möbelhaus unseres Vertrauens unterwegs war. Die gibt nicht auf und möchte das nun nochmal probieren. Ich bin gespannt…

Durch die Anschaffung der Waschmaschine gibt es nun keine neuen Regale fürs Wohnzimmer, aber trotzdem muss ich bald nochmal zu besagtem Möbelhaus, denn der Basteltisch steht noch aus, das Herzstück der Renovierung sozusagen! Ich kann es nicht erwarten. Die amerikanischen Bastel-Cracks, deren Seiten ich regelmäßig aufsuche, sind nun in die offizielle Produktion der Weihnachtskarten 2010 gegangen und dann muss ich bald sehen, dass es auch bei mir losgeht 🙂

In so einem Zustand der technisch bedingten mangelnden Kommunikationsfähigkeit ist es noch schöner als eh, fast täglich eine Postkarte von irgendwo aus der Welt im Briefkasten zu finden, die einem dann, wie zum Beispiel im Fall des 19-jährigen Evgenij aus Weißrussland, ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Der schrieb, er sei Fußballfan und habe bei der WM den Deutschen die Daumen gedrückt. „And in case of defeat, the octopus Poul was guilt.“

So nebenher geht das Leben em Veedel weiter… heute morgen war im Supermarkt neben den Einkaufswagen ein Hund angeleint, der mich direkt an Tricky Woo erinnerte – aber dann nicht von einer Mrs Pumphrey abgeholt wurde, sondern von einem bierbauch- und schnurrbarttragenden Original im Blaumann, der gurrte: „Na, Liebschen, jehste jetz wieder mit no Hus?“

Schönes Wochenende
Barbara

Der Bann ist gebrochen

Mensch, was hat das jetzt gedauert. Nachdem ich das erste Zimmer – welches das Wohnzimmer war und ist – gestrichen hatte, teilte mir mein rechtes Handgelenk unmissverständlich mit, dass jetzt eine Pause einzulegen sei. Klar. Ich wollte wieder alles schnell fertig machen und im Ergebnis dauert nun alles länger. Eine Woche lief überhaupt nichts. Auch am zweiten Zimmer konnte ich mit dem Boden nicht anfangen, denn der orange Baumarkt, der alles weiß, hatte die Versiegelung nicht mehr auf Lager. Aber der müsse quasi täglich wieder reinkommen. Und quasi täglich kam ich auf Stippsvisite. Bis ich nochmal nachfragte und mir ein freundlicher Herr mitteilte, der käme nie wieder rein, sie hätten ihn nämlich aus dem Programm genommen. Wunderbar. Auch alle anderen Baumärkte der Umgebung, orange oder anders, führen ihn nicht mehr. Aber im Internet findet man ja alles, so auch diese Versiegelung – nur zu welchem Preis. Nun gut…

Wohnzimmerliche Farbpalette - Living room color range

Gestern konnte ich dann trotz der Hitze nicht mehr anders und musste wieder was tun. Die Hauptwand hatte ich schon nicht mehr ordentlich gestrichen, wie ich hinterher feststellte. Wahrscheinlich hatte die Hand schon heimlich still und leise den Dienst quittiert. Da bin ich also gestern nochmal drübergegangen und kann nun aus meinem Wohnzimmer berichten, das sich doch auch tatsächlich schon wieder wie eins anfühlt 🙂 Ich bin mir noch nicht ganz darüber im Klaren, wie ich die Möbel alle stellen will, aber das ist erstmal zweitrangig. Und aubergine- oder brombeerfarbene Gardinenschals von 300cm Länge zu finden, und dazu noch bezahlbar, ist auch deutlich schwieriger, als ich gedacht hätte. Und eine Lampe. Aber das sind erstmal alles Nebensächlichkeiten. Morgen kann ich anfangen, das Schlafzimmer zu entrümpeln und dann wird alles noch besser. Was nämlich in diesem Durcheinander übrigens gar nicht mehr funktioniert, ist das Engagement bei den Anonymen Dicken – dieses Chaos lässt mich viel zu oft auch vor der Küche zurückschrecken und eine Pizza bestellen. Und die irgendwo vergrabene Waage lässt mich das auch alles wunderbar ignorieren.

Mein Freitagabend - My Friday night

Besagte Versiegelung kam heute per Spedition an, so dass ich auch da loslegen konnte – morgen dann die zweite Schicht und Sonntagmorgen noch die dritte, bevor ich mich aufmache Richtung Belgien, wo ich am Montag eine Etappe der Tour de France verfolgen werde. Ich bin mal gespannt und werde natürlich berichten. Das gibt meinem Handgelenk denn auch wieder Ruhe, denn nach den Arbeiten heute ist es wieder mit ordentlich Salbe elastisch verbunden für die Nacht und auf Kühlakkus ruhend, während Ghana laut meines Tipps bitte mit 7:6 im Elfmeterschießen erfolgreich sein sollte.
In diesem Sinne…
schönes Wochenende und morgen ordentlich Daumen drücken!
Barbara

Cassis 04

Das Regenwetter kommt meinen Renovierungsbestrebungen ja insofern entgegen, als dass ich nicht ständig genervt bin, dass ich nicht draußen sein kann… aber heute war es so „usselig“, dass ich fast das Gefühl hatte, die Farbe trocknet kaum. Nach stundenlangem Beobachten jeder Einzelheit der Hochzeit im schwedischen Königshaus habe ich gestern Abend noch erfolgreich die Decke weiß gestrichen, so dass ich dann heute mit den Wänden loslegen konnte.
Es sollte ein helles Altrosa sein und im Baumarkt hieß das dann Cassis 04. Und es ist farblich genau so, wie ich mir das vorgestellt habe. Heute musste dann auch die Sandsammlung dran glauben – und wurde wie millionenschwere ägyptische Grabbeigaben quasi aus dem Ausstellungsraum entfernt. Wahrscheinlich morgen sind sie nach gründlicher Reinigung dann wieder der Öffentlichkeit zugänglich 😉

Einen guten Start in die Woche wünscht
Barbara

Priorität am Bau

Mensch, schon der dritte Eintrag innerhalb von 24 Stunden (ja, weiter unten gucken lohnt sich auch!) – aber das kann ich ja, nachdem nun das eine Zimmer kommplett leer und mit der ersten Schicht Versiegelung versehen ist, keinem vorenthalten.
Viel Spaß heute Abend!
Barbara

Der Duft von Holzstaub

Nun sitz ich hier und blogge, dabei sollte ich mich auf die Knie begeben und die Fußleisten im Wohnzimmer aufrauen, alles staubfrei saugen und dann die gestern in zehnstündiger Arbeit abgeschliffenen Dielen versiegeln. Vielleicht sollte ich aber erstmal Erdbeeren kaufen fahren. Und spülen – SPÜLEN muss ich auch noch. Wichtig. Quasi überlebenswichtig. Oder allerwenigstens zuerst den Fernseher provisorisch aufbauen, damit ich nix verpasse in Südafrika. Oder aber ich raffe mich auf, denn das ist doch das Stichwort: provisorisch! Dieser Zustand muss wieder abgeschafft werden, ich werde verrückt in meinem Schlafzimmer, in dem ich die drei Teile einer Couch jedes Mal von einer Ecke in die andere bewegen muss, wenn ich ein Kleidungsstück brauche oder ins Bett will. Wenigstens träume ich noch nicht, dass mich alles im Schlaf erschlägt 😉

Aber holla, so sah das alles aus gestern, auf fast 50m², bevor die beiden Super Action Heroes aus meinem engeren Freundeskreis heldenhaft zur Tat schritten. Als ich die Geräte abholte, war ich erst etwas schockiert ob des eher antik anmutenden Äußeren, stellte dann jedoch mit Freude fest, dass es sich um ein Gerät schwedischer Produktion handelte. Und wenn man darüber nachdenkt… bei all dem Holz an und in schwedischen Häusern ist es fast neheliegend, dass Geräte zur Holzbearbeitung aus Schweden kommen. Oder Skandinavien insgesamt. Es ist jedoch wie mit Druckern: die kann man günstig kaufen und geht dann pleite an den Kosten für Patronen. Hier verhielt es sich mit den Schleifbändern ähnlich. Ich habe es noch nicht durchgerechnet, wäre ja auch müßig, aber wenn ich die Dinger dann am Montag zurückgebe, wird mir die Rechnung schon präsentiert werden. Während die Super Action Heroes also 10 Stunden lang die Geräte bedienten (und die Nachbarn meinem vergangenes Wochenende gemachten Vorschlag, das Haus zu verlassen, größtenteils aufgeriffen hatten), kam ich mir vor wie ein „Schrubber“ beim Curlen, denn ich fuchtelte 10 Stunden mit dem Staubsauger vor, hinter und neben der Walze bzw. Scheibe rum, damit sich das Schleifmaterial nicht unnötig zusetzen sollte.Derweil kam man sich geruchstechnisch trotz Feinstaubmaske vor wie in Gang 23 der SB-Halle – einfach Ivar. Das Ergebnis lässt Herzen höher schlagen, die Wohnung hat eine ganz andere Atmosphäre, es ist alles so HELL! Es wird mit der Versiegelung wieder etwas dunkler werden, aber trotzdem, ich bin BEGEISTERT.
So, nachdem ich nun 4 längste Pralinen der Welt verzehrt und die Fußballbildchen beiseite gelegt habe (!) wird es wirklich Zeit, dass ich mich wieder an die Arbeit mache. Schluss mit lustig.
Und heute Abend muss heftig angefeuert werden. Leider habe ich noch keine Vuvuzela. In all dem Renovierungstrubel gehen selbst solche unausweichlichen Trends an mir vorbei…
Schönen Sonntag
Barbara

Abgründe

So – heute geht es los. Einige Stunden habe ich noch, um die „Gulaschkanone“ zu füllen und Getränke kalt zu stellen und vielleicht noch die eine oder andere Vorarbeit zu machen. Die Maschinen nebst Materialien habe ich gestern abgeholt… aber die große ist noch im Auto, denn die kann ich allein überhaupt nicht bewegen. Das wird dann der erste größere Akt, wenn meine Helfer kommen.

Gestern Abend habe ich im „dritten Zimmer“ die zweite Reihe an Fußleisten entfernt, die mir bislang immer als überflüssig erschienen. Ha! An der Außenwand zeigte sich dann, wofür sie angebracht wurden, auch wenn man das auf dem Foto kaum erkennen kann. Da tun sich nämlich wahre Abgründe auf – wahrscheinlich kann ich abends den Schein der Straßenlaternen von unten hochkommen sehen. Die Dielen enden satte 10 cm vor der Außenwand, die da einfach roh steht, Backsteine, Beton, und viel, viel Dreck. Spinnen habe ich keine gesehen, aber ich hielt den Akkuschrauber immer zum Zuschlagen auf Ratten bereit… Zumindest an dieser Seite muss die Leiste also wieder dran. Und in Sachen Wärmeisolierung denke ich gar nicht weiter.

Schönes Wochenende
Babrara

Durchblick

Trotz des schönen Sommerwetters beschäftige ich mich derzeit viel zu viel mit Dingen, die sich drinnen abspielen. Irgendwann Mitte Mai hatte ich plötzlich den Geistesblitz, wie ich nun endlich mit dem verlassenen „dritten Zimmer“ in meiner Wohnung umgehe und dann überschlugen sich die Ereignisse. Ein wichtiger Bestandteil der Renovierung bestand in der Öffnung der vorhandenen Verbindungstür zwischen meinem jetzigen Wohnzimmer (oder, dem, was davon übrig geblieben ist) und besagtem nicht wirklich genutzten Zimmer.

Ein Freund wollte mir bei den Abrissarbeiten helfen. Im Baumarkt meiner Wahl hatte ich am Morgen besorgt, was ich in den letzten 35 Jahren für ein Stemmeisen gehalten hatte – ließ mich aber gerne aufklären, dass es sich dabei um ein Nageleisen handelte. Und so tigerte ich von einer Seite des „Verschlusses“ zur anderen und fing ungeduldig an, daran rumzufingern, mal zu gucken. Eh ich mich’s versah, war ich mitten drin und mit stetig steigendem Adrenalinspiegel konnte ich auch nicht davon ablassen, bis der Durchbruch geschafft war. Das alles in meiner üblichen perfekten Schutzkleidung bestehend aus – natürlich den Farben der Saison angepassten – Jesuslatschen, den Temperaturen entsprechend einer kurzen Hose und einer Kappe mit dem Logo einer deutschen Hilfsorganisation. Alles, was uns über all die Jahre trennte, war eine 1cm dicke Spanplatte mit mehreren Lagen Rauhfasertapete darüber. Und als es geschafft war, bin ich wie Rumpelstilzchen hin- und hergehüpft und fand das alles nur noch fantastisch.

Dann wurde es jedoch erst richtig interessant. Denn als Füllmaterial hier und da war Zeitungspapier verwendet worden – die Ausgabe des Bonner Generalanzeigers vom 11./12. Februar 1956. Es fühlte sich an, wie eine bahnbrechende archäologische Entdeckung. Da wurde ein Buch Wie die Wirtschaft funktioniert angepriesen, für 9,80 DM in Leinen gebunden. „LEISTEN“ hingegen, „rationalisiert die Hauswirtschaft – durch bessere Staubsauger, Hoover, Miele, Ruton, Siemens – gönnen Sie sich die damit verheißene Entlastung!“ Perser-Teppiche, preiswert durch Direkt-Import, bietet Bahman-Mobed in der Wesselstraße an. Und bei schlechter Verdauung? DRIX-Dragees, „das begehrte Mittel zur Verdauung erhält Sie jung, schlank und elastisch“ für 1,35 DM in der Drogerie Scheidt in Poppelsdorf. Gleichzeitig kostete der Eintritt zum traditionellen Rosenmontagsball im Rheinhotel Dreesen 4,00 DM („plus Steuer und Zuggroschen“).

Karneval war eh groß geschrieben, ob im Kolibri in der Sternenburgstraße („Samstag Großes Kostümfest! Sonntag Närrisches Karnevalstreiben! Rosenmontagsball! Dienstag Jazz-Kostümfest!“), im KroKoDil in Tannebusch („bei freiem Eintritt spielen die MARABUS. Zu einem Besuch ladet Sie freundlichst ein…“), in der Gaststätte am Verteilerkreis (Dienstag „Karnevals-Kehraus mit den Sester-Davids, Negerjazz aus Frankfurt a.M.“) oder aber – schockierend – der „Nachkarnevalsball“ am Donnerstag im Gasthaus Zur Traube in der Mechenstraße. Im Metropol wurde Höhepunkt der tollen Tage gegeben, „150 verdötschte Minuten mit den Spitzen des rheinischen Karnevals“, allen voran Trude Herr, Jupp Scmitz und Hummel mit der Laterne (???). Das Atrium hingegen bot „Eine köstliche Überraschung für unsere Jugend: Ein Abenteuer aus 1001 Nacht (Die Geschichte des kleinen Muck). Dazu ein reizendes Beiprogramm!“

Das Kinoprogramm ist ganz erhalten. Im STERN bewunderte man Lola Montez, „ein Farbfilm in Cinemascope“. Außerhalb des reizenden Jugendprogramms bot man im ATRIUM Bonjour Kathrin, während sich APOLLO und REX dem Wilden Westen verschrieben hatten: Sein Freund der Lederstrumpf und An der Spitze der Apachen. Spät abends jedoch waren es Boccaccios Liebesnächte.

Der Südwestfunk Koblenz sendete am 14.2. um 22:20 Der Dackel mit dem Schlapphut „Eine Kriminalgroteske“, während der Fernsehsender NWDR die Massen mit Rintintin „Ein Fernsehfilm für kleine und große Leute“ zu locken versuchte.

Dass es heute noch Klischeeanstalten gibt, ist mir erst seit wenigen Minuten bekannt – man erhelle sich im Internet, wo es KEINEN Eintrag dazu in der berühmten Online-Enzyklopädie gibt.

Neben dem Artikel über die Probleme der deutschen Bauern („Welt-Überschuß auf Kosten deutscher Bauern“) und der deutschen Textilindustrie („Prato-Stoffe drücken deutschen Tuchmarkt“) ist unten stehender mein absoluter Favorit. Schönen Restsonntag!

Meine neue Küche XXL – die Doku-Soap aus Poppelsdorf, Teil 5

In der letzten Woche war der Blog weniger täglich, es war einfach zuviel los. In der Zwischenzeit war ich selbst 2x im schwedischen Möbelhaus meines Vertrauens und habe mir weitere Teile von 2 weiteren Touren im Verwandten- und Kollegenkreis mitbringen lassen. Alles habe ich immer noch nicht, aber da die fehlende Schubladenblende nun angebracht ist und ich beruhigt auf Dienstreise gehen kann ohne befürchten zu müssen, dass die Schublade nach meiner Rückkehr total versifft ist, ist der wichtigste Teil erledigt…

Die Hängeschränke hängen noch – da war ich noch am gesamtdeutschen Feiertag, sicher zur Freude aller Nachbarn, mit zwei Freunden aktiv. Er bohrte, ich hielt den Staubsauger an die Wand, sie nahm Maß und schwenkte die Wasserwaage (technische Zeichner haben da so einen Genauigkeitsfimmel… 😉 ). Die Dübel Made in China haben uns den letzten Nerv gekostet – den Rest der Packung habe ich nach Beendigung unserer Arbeiten der Mülltonne übergeben und spreche hiermit eine eindeutige Empfehlung für die Qualitäts-Produkte aus dem Schwabenland aus, die können wirklich alles außer Hochdeutsch.


Die Arbeitsfläche und der Gecko…
The countertop and the gecko…

Die Hängeschränke haben eine beachtliche Höhe und die obersten zwei Fächer sind auch mir nur mit Hilfe eines Stuhls zugänglich. Da habe ich all das untergebracht, was nicht in falsche Hände geraten soll… funktioniert bislang. Auch wenn mich die „Schubladenelemente“ den allerletzten Nerv gekostet haben, so bin ich nun doch so begeistert, dass jeder zukünftige Unterschrank AUSSCHLIESSLICH mit Schubladen versehen sein wird. So was Wunderbares. Ich ertappe mich immer noch dabei, mit leuchtenden Augen und seligem Grinsen die Schubladen sinnlos auf- und zuzuschieben. Wenn ich nicht einfach auf einem der Stühle sitze und den Blick über mein Werk schweifen lasse. 😉 Die Küche wird damit für mich zum bevorzugten Aufenthaltsort und der Gecko zieht mich immer wieder in seinen Bann.


Die Lichtverhältnisse in dieser Küche werden nie ideal sein… aber dafür das Fenster bald geputzt 😉
Light(ing) will never be perfect in this kitchen… but soon the window will be clean at least 😉

Wenn ich von der Dienstreise, die nun erst am Mittwoch beginnt und Kongo aus aktuellem Anlass (mehr hier oder auch hier) nur als Thema und nicht als Ziel hat, zurückkehre, kann ich mich dem bis dahin sicher eingegangenen Basilikum zuwenden und sowohl ihn ersetzen als auch seine beiden Kollegen, wahrscheinlich Schnittlauch und Thymian, in meinen neuen Kräutergarten über der Spüle holen. Wenn ich an diesem Wochenende noch Nerv habe – das Werkzeug ist vorhanden – begebe ich mich vielleicht noch mal an die Aktion „Wir hängen die Kühlschranktür um.“


Aufgewertetes Poster
Poster as a new focus

Wichtige Elemente der alten Küche sind aufgewertet und wieder integriert worden, wie z.B. das Religionen der Welt-Poster. Der Biene-Maja-Kalender ebenfalls, allerdings etwas versteckt hinter der Tür. Die Martinslaterne harrt ihres Einsatzes im November. Ich hoffe, ich schaffe es EINMAL, zum Martinszug in Poppelsdorf auch dort zu weilen.

Mal sehen, was das Wochenende noch an interessanten Konversationen zu bieten hat. Gestern Abend entspann sich etwa folgender Dialog:

S: „Wie nennt man eine Frau, die noch keinen Sex gehabt hat?“
B: „Jungfrau.“
S: „Okay. Also ich habe diese Freundin, die ist keine junge Frau mehr…“
B: „JUNGFRAU. Sie ist keine JUNGFRAU. Nicht junge Frau, das ist allgemeiner und rein altersabhängig.“
S: „Okay. Also ich habe diese Freundin, die ist keine Jungfrau mehr, aber ihr Freund, der ist noch Jungmann…“

Leute, kommt mich doch mal auf einen Tee oder was in meiner neuen Küche besuchen… dann im November. Ich bin nämlich jetzt FERTIG 😉

Bis bald
Barbara

Meine neue Küche XXL – die Doku-Soap aus Poppelsdorf, Teil 4

Upps, jetzt ist es schon Tag 4 der Renovierung und selbst der ist fast vorbei! Gestern gab aus fernöstlichen Gründen kein Update, weil auch nicht so viel lief, wie geplant: meine Mitbewohnerin hatte Geburtstag. Wie bereits erwähnt, hatte sich dazu der Überraschungsbesuch aus London eingefunden – ein sympathischer junger Mann, der weiß, wie man Frauen für sich gewinnt: mit Pralinen von „BUTLERS – Purveyors of happiness“ (Lieferanten des Glücklichseins – da hat es einer verstanden!). Typisch in diesem Falle auch, dass ihm an Frauen weniger gelegen ist… Mit ihm jedenfalls waren wir am Montag Abend noch Kölsch probieren und Mittwochmorgen, am Geburtstag, habe ich mich dazu hinreißen lassen, ein Geburtstagsfrühstück auszurichten – UM NEUN UHR! Hier wird aufgestanden 🙂 Dieser Ansatz wurde dadurch begünstigt, dass ich noch zu IKEA musste und nicht erst gegen 15 Uhr frühstücken konnte – wo auch der Besuch schon wieder im Zug Richtung Wahlheimat saß. Richtig interessant jedoch wurde es abends, da sind wir chinesisch essen gegangen: das Geburtstagskind, zwei Freundinnen, zwei chinesische Herren – und ich. Das war eine für mich sehr wichtige Erfahrung, denn es gibt sie, die Chinesen, die wissen wo Ruanda liegt. Auch wenn sie sich ob ihrer angeblich unzureichenden Deutschkenntnisse entschuldigen mussten, seit der Abgabe ihrer Diplomarbeit „leider kein Deutsch mehr gewendet zu haben“. Habe ich in letzter Zeit auch seltener. Einer der Herren hat eine deutsche Freundin und ließ dunkel durchklingen, dass es schwierig sei – zu viele Regeln. Die weibliche Riege aus Fernost wollte wissen, was das denn für komische Regeln seien, aber er ging nicht näher darauf ein. Dann entschuldigte er sich, nahm den anderen Herren mit zum Buffet und ich wurde gelöchert. Was das denn wohl für Regeln sein könnten? Ohne zu zögern entfuhr mir: „Im Sitzen pinkeln und den Deckel danach runtermachen.“ Großes Entsetzen, Sprachlosigkeit. Die Buffet-Besucher kamen wieder und eine lebhafte, mir nicht verständliche Diskussion entbrannte – ich hatte Recht. Ein chinesisches Wort kann ich mir nun auch merken, es fiel so oft: „bag wa“ [Transkription wahrscheinlich falsch]. Das heißt soviel wie „neugierige Tratschtante“ und wurde bevorzugt für meine Mitbewohnerin verwendet.

Aber kommen wir noch mal zur Renovierung. Bis Dienstag lag ich also im Plan, danach ging es stark abwärts. Heute habe ich versucht aufzuholen, was mit Blick auf einen zweiten, VIERSTÜNDIGEN Besuch bei IKEA ein Gewaltakt war, aber er ist gelungen. Was mich allerdings nicht davon abhalten wird, in der kommenden Woche erneut noch Köln-Godorf zu fahren, denn für die oberste meiner neuen Schubladen fehlt angekündigt die Blende (und die fantastische neue Bettwäsche war auch ausverkauft!). Nicht angekündigt hatte ich beim ersten Versuch keine Griffe für die neuen Schränke besorgt… nebensächlich. Den Hochschrank habe ich mit einer motorisch und logisch herausgeforderten Chinesin zusammengebaut und ich kann nun versichern: ich bin bereit für das angedachte vorweihnachtliche Plätzchen backen mit 5-jährigen, ich habe definitiv die Geduld dazu… Das ist der Stand heute Abend, 22 Uhr:


Die neuen Schränke… sieht aus, als bräuchte ich auch einen neuen Herd…?
The new cabinets… looks like I needed a new stove, too…?

Der Schrank mit den drei Schubladenelementen war ein Nagel zu meinem Sarg, fehlende Blende hin oder her. Er hat mir den unumgänglichen IKEA-Moment beschert: Schubladenschienen 87mal aus- und wiedereinbauen, weil es irgendwie nie passt und es bei der mittleren DANN merken, als die Schublade schon eingerastet war und sich nicht überzeugen ließ, wieder rauszukommen. Als ich schon dabei war, sie rückschreitend wieder komplett auszubauen, stellte ich dann fest, dass es vielleicht auch geht, während sie noch drin ist… Daran habe ich Ewigkeiten rumgebaut (insgesamt 4 Stunden), die anderen flutschen wie nix. Deswegen werden die Hängeschränke morgen auch schnell von der Hand gehen. Wenn ich dann noch einen finde, der mir vielleicht Montagabend (oder auch am frühen Nachmittag des Feiertags?!?!?) beim Aufhängen hilft, ist auch das geschehen.


Das Wand-Tattoo mit einem dreiteiligen kongolesischen Kunstwerk aus Butembo
The wall tattoo with a three-piece work of art from Butembo, DR Congo

Als mich das Schubladenelement in den Wahnsinn zu treiben drohte (und auch die Lieferanten des Glücklichseins keine Erleichterung brachten), bin ich in eine Ersatzhandlung verfallen und habe mich schon mal um Deko gekümmert. Ich bin ganz angetan von diesem Wand-Tattoo, muss ich sagen. Als ich es gekauft habe, habe ich lange überlegt, ob überhaupt und wenn ja welches. Dieses wird sehr gut zum Stoff der Vorhänge passen, die ich hoffentlich am Wochenende noch nähe. Es wird ja schon alles knapp, wenn ich dann Montag in einer Woche wieder in den Kongo aufbreche.

So, ich glaube mich ruft jetzt das Bett!
Barbara

P.S.: Vor einigen Wochen zum Thema Car-Sharing noch (wahrheitsgemäß) versichert, dass ich noch nie nicht das Auto bekommen habe, das ich haben wollte, wurde ich ausgerechnet in dieser Woche eines besseren belehrt… der Berlingo war komplett für die Herbstferien gebucht, jemand ist damit in Urlaub. Gott sei Dank ließ es sich bei einer Freundin einrichten, dass ich ihr (großräumiges) Auto kurzfristig leihen konnte…

Meine neue Küche XXL – die Doku-Soap aus Poppelsdorf, Teil 3

Tag 2 der Renovierung! Und es war ein schwieriger Start – ich bin mit ziemlichem Muskelkater aufgewacht – aber da gab’s ja nichts zu ändern, die Küche lag im Chaos. Und einmal angefangen, fluppte es auch ganz gut – selbst den Bohrmaschinenquirl hatte ich im Griff: mittags waren die restlichen Wände in zitronengelb getaucht, und dass, obwohl ich die Flächen, die vorher orange waren, DREIMAL streichen musste. Dafür nutzte ich die Gelegenheit (durch die endlich gekaufte Leiter), zum ersten Mal in über sechs Jahren das Oberlicht in der Küche zu putzen. Sagen wir so: es hat sich gelohnt.


Der Kühlschrank an seiner neuen Position
The refrigerator in its new location

Die Ergebnisse bislang: das „Türsturzregal“, in dem bislang das Geschirr stand, beherbergt jetzt unsere Lebensmittel. Das Geschirr ist bis morgen in meinem Wohnzimmer zwischengelagert (also Chaos-Verlagerung sozusagen), denn die beiden gammligen Regale hatte ich über den Tausch- und Verschenkmarkt der Stadt Bonn bereits heute Morgen um 8:54 Uhr vertickt (Abholung später). Den Kühlschrank habe ich aus allgemeinen planerischen und energietechnischen Gründen von der Heizung weggeschoben – endlich siegte der Verstand. Da nun aber auch Praktikabilität wieder hergestellt werden muss, wollte ich die Türen desselben und des angeschlossenen Gefrierschranks auf der entgegen gesetzten Seite einhängen. Soweit so gut. Nachdem ich schmerzlich feststellen musste, dass beide im Zusammenhang stehen, dann aber blitzschnell handeln konnte und fast alles schon umgehängt hatte, fehlte mir das allerletzte Werkzeug (und ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob es das, was ich zu brauchen scheine, überhaupt gibt…) – also alles wieder retour, wobei ich fast erschlagen worden wäre von der oberen Tür, als ich die untere fixieren wollte… es muss ein wunderbarer Anblick gewesen sein, mich mit einem Schraubenzieher und einigen anderen mehr oder weniger sinnvoll anmutenden Utensilien vor dem augenscheinlich auseinanderfallenden Kühlschrank wirr lachend auf dem Küchenboden liegen zu sehen. Es war Gott sei Dank niemand außer mir in der Wohnung.


Die neue Vorratskammer… bitte beachten: die Martinslaterne habe ich noch nicht ganz abgeschrieben…
The new larder… please take note: I have not quite decided to get rid of the St. Martin’s lantern…

Bruch hat es gegeben, aber es handelte sich lediglich um einen Teller – und da es keiner vom Meißener war, werde ich das auch überleben… am Nachmittag habe ich noch einiges erledigt und rumgeputzt und morgen geht es zum schwedischen Möbelhaus meines Vertrauens für die Schränke, JA!

Viele Grüße
Barbara