Meine neue Küche XXL – die Doku-Soap aus Poppelsdorf, Teil 4

Upps, jetzt ist es schon Tag 4 der Renovierung und selbst der ist fast vorbei! Gestern gab aus fernöstlichen Gründen kein Update, weil auch nicht so viel lief, wie geplant: meine Mitbewohnerin hatte Geburtstag. Wie bereits erwähnt, hatte sich dazu der Überraschungsbesuch aus London eingefunden – ein sympathischer junger Mann, der weiß, wie man Frauen für sich gewinnt: mit Pralinen von „BUTLERS – Purveyors of happiness“ (Lieferanten des Glücklichseins – da hat es einer verstanden!). Typisch in diesem Falle auch, dass ihm an Frauen weniger gelegen ist… Mit ihm jedenfalls waren wir am Montag Abend noch Kölsch probieren und Mittwochmorgen, am Geburtstag, habe ich mich dazu hinreißen lassen, ein Geburtstagsfrühstück auszurichten – UM NEUN UHR! Hier wird aufgestanden 🙂 Dieser Ansatz wurde dadurch begünstigt, dass ich noch zu IKEA musste und nicht erst gegen 15 Uhr frühstücken konnte – wo auch der Besuch schon wieder im Zug Richtung Wahlheimat saß. Richtig interessant jedoch wurde es abends, da sind wir chinesisch essen gegangen: das Geburtstagskind, zwei Freundinnen, zwei chinesische Herren – und ich. Das war eine für mich sehr wichtige Erfahrung, denn es gibt sie, die Chinesen, die wissen wo Ruanda liegt. Auch wenn sie sich ob ihrer angeblich unzureichenden Deutschkenntnisse entschuldigen mussten, seit der Abgabe ihrer Diplomarbeit „leider kein Deutsch mehr gewendet zu haben“. Habe ich in letzter Zeit auch seltener. Einer der Herren hat eine deutsche Freundin und ließ dunkel durchklingen, dass es schwierig sei – zu viele Regeln. Die weibliche Riege aus Fernost wollte wissen, was das denn für komische Regeln seien, aber er ging nicht näher darauf ein. Dann entschuldigte er sich, nahm den anderen Herren mit zum Buffet und ich wurde gelöchert. Was das denn wohl für Regeln sein könnten? Ohne zu zögern entfuhr mir: „Im Sitzen pinkeln und den Deckel danach runtermachen.“ Großes Entsetzen, Sprachlosigkeit. Die Buffet-Besucher kamen wieder und eine lebhafte, mir nicht verständliche Diskussion entbrannte – ich hatte Recht. Ein chinesisches Wort kann ich mir nun auch merken, es fiel so oft: „bag wa“ [Transkription wahrscheinlich falsch]. Das heißt soviel wie „neugierige Tratschtante“ und wurde bevorzugt für meine Mitbewohnerin verwendet.

Aber kommen wir noch mal zur Renovierung. Bis Dienstag lag ich also im Plan, danach ging es stark abwärts. Heute habe ich versucht aufzuholen, was mit Blick auf einen zweiten, VIERSTÜNDIGEN Besuch bei IKEA ein Gewaltakt war, aber er ist gelungen. Was mich allerdings nicht davon abhalten wird, in der kommenden Woche erneut noch Köln-Godorf zu fahren, denn für die oberste meiner neuen Schubladen fehlt angekündigt die Blende (und die fantastische neue Bettwäsche war auch ausverkauft!). Nicht angekündigt hatte ich beim ersten Versuch keine Griffe für die neuen Schränke besorgt… nebensächlich. Den Hochschrank habe ich mit einer motorisch und logisch herausgeforderten Chinesin zusammengebaut und ich kann nun versichern: ich bin bereit für das angedachte vorweihnachtliche Plätzchen backen mit 5-jährigen, ich habe definitiv die Geduld dazu… Das ist der Stand heute Abend, 22 Uhr:


Die neuen Schränke… sieht aus, als bräuchte ich auch einen neuen Herd…?
The new cabinets… looks like I needed a new stove, too…?

Der Schrank mit den drei Schubladenelementen war ein Nagel zu meinem Sarg, fehlende Blende hin oder her. Er hat mir den unumgänglichen IKEA-Moment beschert: Schubladenschienen 87mal aus- und wiedereinbauen, weil es irgendwie nie passt und es bei der mittleren DANN merken, als die Schublade schon eingerastet war und sich nicht überzeugen ließ, wieder rauszukommen. Als ich schon dabei war, sie rückschreitend wieder komplett auszubauen, stellte ich dann fest, dass es vielleicht auch geht, während sie noch drin ist… Daran habe ich Ewigkeiten rumgebaut (insgesamt 4 Stunden), die anderen flutschen wie nix. Deswegen werden die Hängeschränke morgen auch schnell von der Hand gehen. Wenn ich dann noch einen finde, der mir vielleicht Montagabend (oder auch am frühen Nachmittag des Feiertags?!?!?) beim Aufhängen hilft, ist auch das geschehen.


Das Wand-Tattoo mit einem dreiteiligen kongolesischen Kunstwerk aus Butembo
The wall tattoo with a three-piece work of art from Butembo, DR Congo

Als mich das Schubladenelement in den Wahnsinn zu treiben drohte (und auch die Lieferanten des Glücklichseins keine Erleichterung brachten), bin ich in eine Ersatzhandlung verfallen und habe mich schon mal um Deko gekümmert. Ich bin ganz angetan von diesem Wand-Tattoo, muss ich sagen. Als ich es gekauft habe, habe ich lange überlegt, ob überhaupt und wenn ja welches. Dieses wird sehr gut zum Stoff der Vorhänge passen, die ich hoffentlich am Wochenende noch nähe. Es wird ja schon alles knapp, wenn ich dann Montag in einer Woche wieder in den Kongo aufbreche.

So, ich glaube mich ruft jetzt das Bett!
Barbara

P.S.: Vor einigen Wochen zum Thema Car-Sharing noch (wahrheitsgemäß) versichert, dass ich noch nie nicht das Auto bekommen habe, das ich haben wollte, wurde ich ausgerechnet in dieser Woche eines besseren belehrt… der Berlingo war komplett für die Herbstferien gebucht, jemand ist damit in Urlaub. Gott sei Dank ließ es sich bei einer Freundin einrichten, dass ich ihr (großräumiges) Auto kurzfristig leihen konnte…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s