Murphys Gesetz

Murphys Gesetz ist eine Art Lebensweisheit, die da lautet:

Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.

Die letzten zwei Wochen im Leben der Barbara K. waren eine Fallstudie, die auch zum Zeitpunkt des Schreibens dieser Mail noch nicht abgeschlossen ist.

Wo fange ich an… vielleicht mit meiner schon sehr viel länger anhaltenden, nun aber diagnostizierten Sehnenscheidenentzündung, die weiter die Renovierungsarbeiten stark behindert und mich zur Delegation aller möglichen Arbeiten zwingt. Am Donnerstag Abend zum Beispiel musste ich feststellen, dass Bohren mit links und ganz oben auf einer Leiter keine gute Idee ist. So hatte ich mich dann auch gefreut, per Vermittlung durch eine Bekannte jemanden gefunden zu haben, der mir die Decke im zweiten Zimmer streichen würde – denn auch das geht gar nicht mit links. Der kam, sah die Höhe der Decke und befand, dass das nun doch nicht ginge. Da war ich aber dann schon soweit, dass ich mich nur noch fragte, wie ich überhaupt davon hatte ausgehen können, dass das klappen würde. Wo doch sonst alles zusammenklappt. Es eilte Winni zu Hilfe, schon am folgenden Tag, und so kam ich nicht nur zu einer gestrichenen Decke, sondern auch zu nie dagewesenen Einblicken in Braunfäule bei Rubinien, was passiert, wenn ein Verkehr eröffnet wird und vielem anderen mehr. Ein ausgesprochen kurzweiliger Abend. Um das Bohren kümmerte sich Dirk und Ruth nahm sich dem Aufrauen und Streichen der Fußleisten an.

Zwischendrin verbrachte ich den großen Teil eines Wochenendnachmittags im dunklen Waschkeller, der immerhin kühl war. Dort war ich mit einem Buch vor der altersschwachen Waschmaschine platziert und versuchte ca. sieben Mal, sie zum Schleudern zu bewegen. Sie tat es nicht. In Anbetracht der Tatsache, dass sie wahrscheinlich schon 35 Jahre auf dem Buckel hatte und ich glaube, dass sie schon länger nicht mehr aufgeheizt hatte, was ich geflissentlich ignoriert hatte, entschloss ich mich zum Kauf einer neuen Maschine. Man KANN, wenn man WILL, bis zu 2000 Euro für eine Waschmaschine ausgeben. Das war mir neu und ich würde wohl eher in einen Kleinwagen investieren. So wurde es eine günstigere, „mit der können Sie nichts falsch machen“. Die Studentin von obendrüber, die sie immer mit benutzt, war glücklicherweise am Tag der Anlieferung da und regelte das, so dass ich nicht auch noch einen Tag Urlaub nehmen musste. Der erste Waschgang war ein Erlebnis und als ich so Afghan-Style vor der Maschine hockte und den stillen Schleudergang beobachtete, kamen mir fest die Tränen vor Erleichterung. Vielleicht stelle ich sie doch ins Wohnzimmer?!

Bevor die alte Waschmaschine den Geist aufgab, ruinierte sie mir noch zwei Sätze Vorhänge, die ich für’s Wohnzimmer gkauft hatte und färben wollte. Dass ich überhaupt auf den wahnwitzigen Gedanken verfiel, färben zu wollen, lag am Einfluss einer Kollegin, mit der ich im schwedischen Möbelhaus unseres Vertrauens unterwegs war. Die gibt nicht auf und möchte das nun nochmal probieren. Ich bin gespannt…

Durch die Anschaffung der Waschmaschine gibt es nun keine neuen Regale fürs Wohnzimmer, aber trotzdem muss ich bald nochmal zu besagtem Möbelhaus, denn der Basteltisch steht noch aus, das Herzstück der Renovierung sozusagen! Ich kann es nicht erwarten. Die amerikanischen Bastel-Cracks, deren Seiten ich regelmäßig aufsuche, sind nun in die offizielle Produktion der Weihnachtskarten 2010 gegangen und dann muss ich bald sehen, dass es auch bei mir losgeht 🙂

In so einem Zustand der technisch bedingten mangelnden Kommunikationsfähigkeit ist es noch schöner als eh, fast täglich eine Postkarte von irgendwo aus der Welt im Briefkasten zu finden, die einem dann, wie zum Beispiel im Fall des 19-jährigen Evgenij aus Weißrussland, ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Der schrieb, er sei Fußballfan und habe bei der WM den Deutschen die Daumen gedrückt. „And in case of defeat, the octopus Poul was guilt.“

So nebenher geht das Leben em Veedel weiter… heute morgen war im Supermarkt neben den Einkaufswagen ein Hund angeleint, der mich direkt an Tricky Woo erinnerte – aber dann nicht von einer Mrs Pumphrey abgeholt wurde, sondern von einem bierbauch- und schnurrbarttragenden Original im Blaumann, der gurrte: „Na, Liebschen, jehste jetz wieder mit no Hus?“

Schönes Wochenende
Barbara

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