A Fifth Day in… BANGKOK


Wer hätte das gedacht: Beton kann faszinieren. Bislang hatte ich nur Vertreter des Brutalismus näher kennen- und nicht gerade lieben gelernt. Und Liebe geht vielleicht auch hier etwas weit, aber besonders die „Schlangen“ der erhöhten Verkehrswege, zumeist des BTS Skytrain-Systems, habe ich mir immer wieder angesehen. Der Verkehr läuft hier gestapelt und mir fallen bis zu 6 Ebenen ein: U-Bahn, Wasser, Straße und dann bis zu drei Stockwerke in den Himmel rein, Züge, Straßen, Fußgängerbrücken oder -zubringer. Fußgängerbrücken auch schonmal locker 300m einfach über dem Bürgersteig, da lässt’s sich ja dann auch viel ruhiger flanieren…

Who would have thought: concrete can be fascinating. Until now, I had only come across brutalist architecture and hadn’t exactly grown fond of it. To say that I’ve now fallen in love with concrete mega structures would be pushing it but especially the „snakes“ of raised transportation arteries, mostly the BTS Skytrain system, caught my amazed eye on a regular basis. Transportation happens on several levels and I can think of at least 6: subway, water, street and then up to three raised levels on top of each other, trains, streets, pedestrian bridges or feeder paths (if that is a word). Pedestrian bridges can easily be 300m long, right above the actual sidewalk – and it makes for a much more relaxed stroll…

Ich war dann tatsächlich auch noch allein unterwegs – eigentlich ja an allen Tagen bis auf einen. Und den Golden Mount hatte ich mir auch noch vorgenommen, ein künstlich angelegter Berg innerhalb des Wat Saket Tempelkomplex. Der Aufstieg war weit weniger anstrengend als befürchtet und eine leichte Brise machte die Aussicht auf die Stadt noch angenehmer.

By the way: I did explore Bangkok by myself mostly – actually on all days except one. The Golden Mount was also on my list, an artificial hill within the Wat Saket compound. The ascent was a lot less demanding than I had feared and a wonderful breeze on top made me linger, looking at the city.

In Sachen Verkehrswege ging es dann weiter mit einer Kanalfähre. Oder vielleicht sollte ich sagen: mit einem eher nicht schnittigen Schnellboot. Das Tempo ist wirklich teilweise atemberaubend und die Schaffner brauchen keine spannenden Hobbies wie Bungeejumping oder Paragliding nach Feierabend mehr. Die balancieren die ganze Zeit außen auf den Booten rum, den Arm über dem Stahlseil, während sie Tickets verkaufen. Wenn es richtig schnell wird, gehen sie, den Arm weiter eingehakt, in die Hocke und machen sich windschnittig. Zu verstehen, wann man die Haltestelle erreicht hat, wo man aussteigen will, ist eigentlich unmöglich, aber es wurde mir von anderen Fahrgästen immer freundlich geholfen.

Talking about transportation arteries: I continued with a canal ferry. Or to give you a better idea: with a rather not streamlined speed boat. The speed really is breathtaking at times and the conductors do not need any after hours thrills like bungee jumping or paragliding. They balance on the outside of those boats all day, the arm hooked onto a steel wire, while selling tickets. When the boat really speeds up, they squat down, arm still hooked onto the wire, and try to be as streamlined as possible. It is hard to understand when you’ve reached the stop you had in mind, impossible really, but I always got very friendly support from helpful locals.

Eine Haltestelle gibt es nahe des Jim Thompson House (man kann so sehr gut dieses und den Golden Mount verbinden), das ich erst nicht so auf der Tagesordnung hatte – wäre aber schade gewesen, wenn das hintenrunter gefallen wäre. Der Herr war ein amerikanischer Architekt, der nach dem zweiten Weltkrieg in Thailand hängenblieb und erfolgreich in Seide machte. Das Haus ist eigentlich ein Komplex aus 6 traditionellen thailändischen Holzhäusern, die leicht verwunschen in einer Dschungellandschaft am Kanal liegen. Es hat mir sehr gut gefallen. 1967 machte er eine Reise nach Malaysia, auf der er verschwand. Bis heute weiß man nicht, was ihm passiert ist.

One stop is close to the Jim Thompson House (it’s a perfect connection between the Golden Mount and this), which I hadn’t originally considered – it would have been a shame if I had missed out on that. The gentleman was an American architect who decided to make Thailand his home after WWII and make a career in the silk business. „The house“ is really a compound of six traditional Thai houses, located in an enchanted little jungle garden by the canal. I really enjoyed the visit there. Thompson disappeared on a trip to Malaysia in 1967 and to this day nobody knows what happened to him.

Und nun ist’s mal wieder Zeit für Pause… auf bald!

And now it’s time for a break again… take care!

Barbara

A Fourth Day in… BANGKOK


Auf unserer Tour haben wir zwar auch gelernt, wie man die Blätter von Lotusblüten dekorativ faltet, aber worauf ich heute eigentlich eingehen will, ist das Essen. Darüber kann man gar nicht genug erzählen, auch wenn ich sicher nur an der Oberfläche gekratzt habe, denn schon von der Schärfe her muss ich ziemlich früh die Segel streichen.

We also learned how to fold the petals of a lotus (no, I don’t know why that is deemed necessary – I was so dumbfounded I didn’t even ask) but that is not what I want to talk about today. I want to talk about food. With regard to Thailand, you couldn’t possibly talk too much about it even though I certainly only experienced the tip of the culinary iceberg: dishes that are unbearably hot for me are sometimes considered about as unbearably bland by friends in Germany.

Das war eine meiner größten Sorgen, dass ich mich im Land der Köstlichkeiten eben deswegen womöglich bei dem Goldenen M und mit Pizza jedweder Provenienz durchschlagen muss. Doch weit gefehlt. Nicht alles ist von vornherein scharf. Manche Dinge werden erst durch extra Saucen oder einen Löffel geschnipselte Chili dazu… kann man ja dann weglassen. Wo wir auf der Tour langkamen, war die Old Siam Plaza. Und um es vorweg zu sagen: da war ich in der einen Woche dann noch zweimal. Und hauptsächlich deswegen:

It was one of my biggest concerns that maybe I would have to eat at the „Golden M“ all the time and have pizza in between – while being in a country known for its excellent cuisine. Well, no. To start with, not everything is hot. Some dishes are hot only after you’ve poured additional sauce or a spoonful of chopped chilis over it… so I just passed on that. The tour also brought us to the Old Siam Plaza and it may well have become one of my favorite places where I went two more times in the course of only that one week. And this is why:

Diese kleinen Pyramiden. Ich habe keine Ahnung, wie sie heißen, oder in welche eher harten Blätter der Inhalt gelegt wird – es ist auch egal. Noch weniger konnte ich mir bei Betrachtung der Einzelteile vorstellen, dass das schmeckt (getrocknete Shrimp-Flocken in einer Art Palmzuckersirup, Schalotten, Erdnüsse, Limonenstückchen) und ich kann auch nicht beschreiben, wonach das schmeckt – ihr müsst mir einfach glauben: sie schmecken göttlich. Und wahrscheinlich ist in den Blättern noch irgendein Suchtstoff versteckt… ich wollte die einfach nur immer wieder essen.

These little pyramids. I have no idea what they’re called or what those rather hard leaves are that they use to wrap the contents – but it doesn’t matter. When it came to the filling, I could not imagine that this concoction of shrimp flakes in palm sugar syrup (I believe), shallots, peanuts and tiny pieces of lime could be any good. And I also can’t describe what it tastes like – you just have to take my word for it: they are divine. And the leaves may or may not contain some addictive substance… they were always on my mind.

Süß oder herzhaft gefüllte Mini-Crepes, Fleischspieße, gedämpfte Knödel bzw. Teigtaschen… aber auch sehr viel leckeres im Bereich süßer Nachtisch. Allen voran sticky rice mit Mango und Kokosmilch, Mango- und Kokoseis mit diversen exotischen Toppings – alles sehr, sehr gut! Aber mein Favorit hier waren wohl die kleinen orangen Dinger auf dem Foto oben: Süßkartoffelbällchen in Eigelb getunkt und dann frittiert. Palmzucker wohl auch hier im Spiel.

Mini crepes, sweet or savoury, meat skewers, steamed dumplings… and quite a lot for a sweet tooth like me as well. First of all sticky rice with mango and coconut milk, mango and coconut ice-cream with several exotic toppings – very good, the lot of them! But my favorite must be these small orange things on the picture above: tiny sweet potato balls dipped in egg yolk and fried. I think palm sugar must have played a part here as well.

An wieder eher weniger geschniegelter Stelle (doch nicht weniger lecker) konnte ich wieder meiner Freude an unglücklich formulierten Schildern fröhnen. Hier darf man sich anstellen und wenn man die Theke dann erreicht hat, den Abgang machen – vermutet unverrichteter Dinge…

At one of the less fancy (though equally tasty) places again I found this hilarious sign: queue here… but „quit“ once you reach the counter, it seems to say…

Aber vielleicht wurde ich auch einfach schon ein bisschen müde, wie jetzt auch! Gute Nacht und auf bald!

But maybe I was just getting a bit tired, like now! Good night and take care!

Barbara

A Third Day in… BANGKOK

Ein weiterer Teil unserer Tour war ein Einblick in ein Verkehrssystem und einen Lebensraum, der Bangkok ursprünglich ausgezeichnet und für den Spitznamen „Venedig des Ostens“ gesorgt hat: die Khlongs (Kanäle). Die Stadt befindet sich im Deltabereich des Chao Phraya Flusses und viel bebaute Fläche ist ehemaliger Sumpf. Von der Hochzeit dieses Kanalsystems ist nicht mehr viel übrig geblieben, denn schon seit Ende des 19. Jahrhunderts wurden Kanäle zugeschüttet und durch Straßen ersetzt. Die massive Urbanisierung (1950 überschaubare 1 Mio. Einwohner, 2010 schon 8,3 Mio.) und Industrialisierung führten zu einer ungesteuerten Überbauung. Flächennutzungspläne sucht man wohl weiterhin vergebens.

Another part of our tour was a glimpse into a transportation system and living environment which used to be what Bangkok was all about and why it was called „Venice of the East“: the khlongs (canals). The city is located in the delta of the Chao Phraya river and much of the built-up area is former marshland. The heyday of this canal system is long gone, though: as early as the end of the 19th century, canals were filled in and replaced by roads. Massive urbanization (in 1950 there were a moderate 1 million inhabitants, by 2010 there were 8.3 million) and industrialization brought uncontrolled construction in their wake. Zoning plans apparently do not exist.

Die Reste sind immer noch sehr interessant. Mich hat dabei einerseits fasziniert, wie öffentlich der Lebensraum ist (in der Hinsicht aber eigentlich auch nicht anders als die Wohnverhältnisse in Chinatown) und andererseits, mit wie viel Liebe die Häuser und das wenige Drumherum oft gestaltet sind. Dazu kam, dass wir an allen Ecken und Enden Warane gesehen haben, die sicher hier und da auch mal in dem einen oder anderen Wohnzimmer auftauchen, und dass die Boote, die sich in den Kanälen bewegen größtenteils mit voller Fahrt unterwegs sind und es egal zu sein scheint, bis wohin die Bugwelle schwappt.

But the remains are still very interesting. On the one hand, I was fascinated by the sheer publicness of the living environment (which is not so much different from the situation in Chinatown, come to think of it), and on the other hand, how much love went into the creation of the homes. Then we saw Warane practically everywhere, which I’m sure drop by in living rooms here and there to say hi, and that the boats travelling through the canals usually went full throttle with no attention to what their wake might do to whatever it crashed against.

Bei der Lektüre zu Bangkok und den Khlongs im Besonderen bin ich auch über das große Hochwasser von 2011 gestolpert (und frage mich weiterhin, ob das nachrichtentechnisch tatsächlich an mir vorbeiging oder ob man so mit Informationen zugeschüttet wird, dass selbst solche Großkatastrophen in Vergessenheit geraten). Es gab 680 Tote, aber viel erschütternder finde ich, dass geschätzte 9 Millionen (!!!) Menschen ihre Wohnungen verloren haben. Der Deltabereich war 1-3 Meter unter Wasser – und das über mehrere Wochen. Nach dem letzten großen Hochwasser davor, 1983, hatte man wohl viele Maßnahmen zum Hochwasserschutz angeleiert, aber offenbar eher erfolglos oder nicht koordiniert genug, besonders mit Blick auf die Stadtentwicklung im Allgemeinen.

Reading up on Bangkok and the khlongs in particular, I came across the major flood of 2011 (and still wonder whether that actually passed me by on the news or if we are just flooded by so much information that even major disasters like this one are forgotten a mere 7.5 years later). There were 680 fatalities but what I found even more devastating was that an estimated 9 million (!!!) people lost their homes. The delta area was under 1 to 3 meters of water – for weeks on end. The last major flood before that had hit the city in 1983 and afterwards many measures were taken to increase protection but obviously that wasn’t very successful or not coordinated enough, especially with regard to the general rapid development of the city.

Im „Zentrum“ von Khlong Bangluan legten wir an, um eine Mittagspause zu  machen – da hätte ich insgesamt gerne mehr Zeit verbracht… vielleicht ein anderes Mal. Das Mittagessen jedoch war auch ein besonderes Erlebnis, denn wir nahmen es in den Privaträumen der Restaurantbesitzer ein, also ein Blick hinter die Kulissen (und unglaublich lecker war es noch dazu). Und dort war auch die benötigte Expertise, um uns zu unseren „Glücksstäbchen“ aufzuklären:

We docked at the “center” of Khlong Bangluan to have our lunchbreak – I would have loved to spend more time there… maybe next time. Lunch in itself was quite the experience as it was served in the living room of the restaurant owners, backstage so to speak (and it was incredibly delicious, too). There we also found the much needed expertise in translating and interpreting our „fortune sticks“:

Vor/in meinem Haus sollten fünf Pferde stehen, um mich zu beschützen, ob das denn so sei? Das musste ich verneinen, erwähnte aber, dass ich mit Unmengen an Elchen dienen könne, ob das wohl auch was wert sei? Nach kurzer Beratung wurde entschieden: ja. Dazu stünde ein Schwan im Goldregen – Schwan vorhanden? Auch nein. Den muss ich also noch besorgen, denn mir ist klar: deswegen klappt das mit dem Lotto nicht, der Schwan fehlt. Die Rettung naht, liebe Tippgemeinschaftler! Letztlich werde ich noch einen aufmerksamen, wohlhabenden Mann treffen, der mich beschützt. Die Spannung bleibt. In diesem Sinne: auf bald!

In (front of) my house there should be five horses to protect me – would that be the case? The answer had to be no but I mentioned that there were oodles of moose – did they count? After some deliberation it was decided that yes, they count. Phew. Then there is a swan in rain of gold – swan present? No again. So I have to get a swan because it hit me: that’s why we haven’t gotten the lotto jackpot yet, the swan is missing. I will take care of that soonest, my fellow lotto players! Finally, I will meet a very considerate and rich man who will protect me. The thrill is practically killing me. So… take care and talk with you soon!

Barbara

Another Day in… BANGKOK


Um es vorweg zu sagen: der „weitere Tag“ ist der erste von wahrscheinlich drei Beiträgen, die inhaltlich aus einem einzigen Tag resultieren. Ich hatte ein absolut fantastisches zehnstündiges Erlebnis mit den Bangkok Vanguards auf ihrer BANGKOK360 Tour – zu viert waren wir mit einem Guide den ganzen Tag unterwegs und haben Ecken gesehen und in Bereiche reinspingsen können, auf die kein Mensch in der Form gekommen wäre. Und angefangen hat das ganze am frühen Morgen in Bangkok’s Chinatown. Wenn ihr nur einen vollen Tag in Bangkok habt, bucht diese Tour.

Let me say this up front: the „another day“ is the first of probably three posts that are fed from only a single day. I had a downright fantastic experience with the Bangkok Vanguards on their BANGKOK360 Tour – there were four of us and a guide and we explored areas and literally caught glimpses of everyday life which the regular tourist largely wouldn’t even have thought of. It all started early in the morning in Bangkok’s Chinatown. If you have only one full day to spend in Bangkok, book this tour. There, I’ve said it.

Genau betrachtet ging es los am Haltepunkt Saphan Taksin: dort bestiegen wir eine Fähre der „Orange Line“, die wie Straßen- oder U-Bahnen Teil des ÖPNV in Bangkok sind. Der Ausstieg am Kai Rachawongse war der direkte Einstieg in Chinatown – und wir kamen rechtzeitig zum Frühstückswahnsinn der Street Food Händler… ich hätte fast überall probieren mögen, aber es reichte nur zu einer Tüte verzehrfertiger Ananas-Stücke und zweier Fleischspieße… Oh, und ein Päckchen Kokospudding in Bananenblatt – aber es war ja auch noch nicht mal 9 Uhr!

Strictly speaking, we started out at the Saphan Taksin stop: that’s where we boarded a boat of the „orange line“, which form part of the public transport system in Bangkok. We got off again at the Rachawongse stop and thereby had direct access to Chinatown – where we arrived right in time for the breakfast madness of the street food vendors… I would have loved to try just about everything but managed only a bag of ready-to-eat pineapple and a couple of barbecue meat snacks… oh, and a little banana-leaf packaged coconut custard – but then it wasn’t even 9 a.m. yet!

Wie bereits erwähnt, ist Bangkok eine eher junge Stadt und Chinatown gehört mit zu den ältesten Bereichen. Seit 1767 wurden die Dienste der chinesischen Teochew Händler in Anspruch genommen, um die Versorgung mit Reis und anderen Produkten sicherzustellen. Chinatown wurde dann 1782 gegründet, auf Land, das König Rama I. dafür vorsah. Der Handel florierte weiter und hatte in diesem Bereich Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts seinen Höhepunkt erreicht. Ganz zu Beginn wurde auch ein Tempel errichtet, den wir unter die Lupe nahmen.

As I’ve mentioned earlier, Bangkok is a rather young city and its Chinatown is among the oldest parts. The Chinese Teochew traders had been enlisted to make sure rice and other provisions made it to Bangkok in sufficient amounts. Chinatown was founded in its present location in 1782, on land designated by King Rama I. Trade continued to flourish and grow so that by the turn of the 19th/20th century it reached a peak. A temple also formed part of the earliest stages of the settlement, so we went to have a closer look at that as well.

Was zuerst aussah, wie ein überdachter Mopedparkplatz (der es ja vielleicht auch war), entpuppte sich als besagter chinesischer Tempel. Auch hier wird geopfert in Form von Essen, Räucherstäbchen und Spenden – es gab allerdings nicht nur eine Buddhafigur, sondern gleich drei: für Himmel, Erde und Mensch. Am spannnensten stellten sich für uns die „Glücksstäbchen“ raus. Das sind etwa 50 Stäbchen, die in einer Dose stehen. Mit der Dose kniet man sich vor den Altar und fängt an, rythmisch zu schütteln – bis eins rausfällt. Man muss nach der eingravierten Nummer sehen und sich den Zettel mit der „Prophezeiung“ aus einem Setzkasten-ähnlichen Regal ziehen. Was mir die Nummer 36 verheißt, blieb allerdings für’s erste im Dunkeln (da ich ja weder Chinesisch noch Thai spreche).

I first thought we had come across a roofed motorcycle parking lot (which maybe it was, too) but it turned out to be the entry to a Chinese temple. Here, too, you bring offerings of food, incense sticks and cash donations – but there wasn’t only one buddha statue, there were three: for the sky, the earth and us humans. The most interesting part for us where the „fortune sticks“. Maybe 50 of them are in a box. You take the box, kneel down in front of the altar and start shaking it rythmically until one falls out. Check for the engraved number and get the info from the shelf with the „prophecies“. It would be a little while, though, before I found out what no. 36 actually means (as I’m neither proficient in Chinese or Thai).

Bevor ich nach Chinatown kam, habe ich zwei Dinge erwartet: das Street Food (Haken dran) und die basarähnlichen Gässchen voller Geschäfte mit so ziemlich allem, was man jemals brauchen könnte (auch Haken dran – ich habe kurzzeitig mit dem Gedanken an einen Container und eine Spedition gespielt, ihn dann aber doch wieder verworfen). Worüber ich nicht so nachgedacht hatte, waren die Wohnverhältnisse und das Leben „hinter den Fassaden“ im allgemeinen. Man hätte ja auch gar nicht gewusst, in welchem Gässchen es sich lohnt, mal näher reinzusehen usw. Was als erstes auffiel, war die unglaubliche Enge – in den Gassen selbst und in den Wohnungen. Das Leben ist gefühlt komplett öffentlich: im Erdgeschoss fehlten den Häusern oft die Wände zur Straße, es waren nur Gitter, die dann oft auch zur Seite geschoben waren. Bei dem Klima an sich nicht die schlechteste Idee.

Before I came to Chinatown, I expected two things: the street food (done) and the little lanes with stores, not unlike a bazaar, where you can buy all you (n)ever dreamed of (done, too – for a while I was considering contacting a company to rent a container but relax, I thought better of it). What I did not think about was the housing and living conditions. And I wouldn’t have known which little lane would be worth turning into etc. The most obvious thing to notice was the narrowness of the backlanes, and the confinement of the accommodations. It feels like life is 100% public, a severe lack of privacy: on the ground floor, there were often not even walls on the side facing the street, only a lattice door which more often than not was not even closed. Considering the climate, maybe not the worst idea.

In diesen maximal 2m breiten Gassen wird gewaschen, Moped gefahren, auf schweren Karren gezogene Früchte verkauft, gekocht, gequatscht, gespielt – gelebt. In den Erdgeschossbereichen der Häuser ist das Wohnzimmer cum Lagerfläche cum Arbeitsplatz untergebracht (z.B. Goldschmiede, Friseure) und auf uns haben diese Bereiche meist sehr zusammengewürfelt und unwirtlich gewirkt, aber es hat ja nun jeder auch andere Dinge, die ihm wichtig sind bzw. ein anderes Empfinden von Gemütlichkeit. Oder gemütlich ist gar nicht das Ziel. Wie auch immer. Zum Ende unseres Besuchs in Chinatown kamen wir noch in den Bereich eines Kanals, der nach Angaben unseres Guides noch bis vor kurzem baumbestanden war und nun ein schicker weiterer „floating market“, für die Bangkok berühmt ist, werden soll. Die Notwendigkeit gerade dieses Entwicklungsschritts entzieht sich mir.

In these max. 2m wide lanes people do laundry, ride motorcycles, sell fruit off heavy hand drawn carriages, cook, chat, play – live. The ground floor level of the buildings house the living room cum storage area cum workplace (e.g. gold smiths, hair dressers) and to us the rooms appeared rather thrown together and somewhat barren but then everybody has their own priorities and definitions of „gemutlichkeit“. Or maybe nobody is even going for a cozy atmosphere. Anyhow, at the end of our visit to Chinatown we reached the area at a canal that was until rather recently tree-lined and is now being rehabilitated as a „floating market“. Why it has to be yet another of these Bangkok landmarks – of all the things that it could be – eludes me.

Wie lange kann das so bleiben? Will jemand, dass das so bleibt? Bislang ist Chinatown vergleichsweise schwer zu erreichen, aber das ändert sich voraussichtlich im Herbst 2019, wenn eine neue U-Bahn-Station eröffnet wird. Dazu kommt ein grundsätzliches Gentrifizierungsproblem und die Abwanderung von Teilen der Bevölkerung in „bessere“ Stadtteile. Im Vorfeld der zu erwartenden besseren Anbindung kam es schon zu Investitionsschüben, aber es werden auch Chancen gesehen, dass der Stadtteil seinen besonderen Charakter erhalten kann. HIER findet ihr einen interessanten (englischsprachigen) Artikel dazu. Doch für heute: auf bald!

How long can Chinatown retain its very particular atmosphere? Do people want to keep it? Up until now, Chinatown’s accessibility is rather limited but that will change by fall 2019 when a new subway station will be opened. Add to that a general gentrification drive and the move by parts of the population out to „better“ neighborhoods. Apparently, in the run-up to the improved connection, there has been quite some investment already, but there’s also reason to believe that this neighborhood will manage to retain its particular charme. You can read an interesting article on that HERE. But for now, I have to let you go!

Barbara

A Day in… BANGKOK!


Den „offiziellen“ zeremoniellen Namen Bangkoks wollte ich eigentlich schon im Titel nennen, aber das hätte alles gesprengt: Krung Thep Maha Nakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Yutthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udom Ratchaniwet Maha Sathan Amon Phiman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit. Laut der großen Online Enzyklopädie bedeutet das soviel wie:

Stadt der Devas, große Stadt [und] Residenz des heiligen Juwels Indras [Smaragd-Buddha], uneinnehmbare Stadt des Gottes, große Hauptstadt der Welt, geschmückt mit neun wertvollen Edelsteinen, reich an gewaltigen königlichen Palästen, die dem himmlischen Heim des wiedergeborenen Gottes gleichen, Stadt, die von Indra geschenkt und von Vishvakarman gebaut wurde.

Sehr bald ist klar: ein Tag ist wie kein Tag… Ich werde eine ganze Woche in Bangkok sein und es wird nicht annähernd reichen. Doch an diesem ersten Tag steht erstmal die Tempelanlage Wat Pho auf dem Programm (und eigentlich auch der benachbarte Königspalast, aber es kam anders). Wat Pho fokussiert auf einen riesigen liegenden Buddha – 46m lang und 15m hoch. Bei Durchsicht der Fotos fiel mir auf: ich habe viel zu wenige (nämlich exakt eins) seiner perlmuttverzierten Fußsohlen gemacht… Aber so als Größenvergleich sei mal vermutet, dass ein Zeh wohl ungefähr so groß wie mein Bein ist.

I had intended to use Bangkok’s „official“ ceremonial name in the title already but that would have been too much: Krung Thep Maha Nakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Yutthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udom Ratchaniwet Maha Sathan Amon Phiman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit. According to the famous online encyclopedia it means:

City of angels, great city of immortals, magnificent city of the nine gems, seat of the king, city of royal palaces, home of gods incarnate, erected by Vishvakarman at Indra’s behest.

(Now look at how that differs in length from the German version… mmmhhh…)

Soon enough it is obvious: one day feels like none at all… I will be in Bangkok for a whole week and it won’t be nearly enough. But on this first day we have put the (temple) Wat Pho on the agenda (and actually also the neighboring Grand Palace but things changed). Wat Pho’s center is the giant reclining buddha – 46m long and 15m high. When I was going through my pictures I noticed that I didn’t take enough pictures (one, to be precise) of the soles of his feet, inlaid with mother-of-pearl… To give you an idea of the size: I would estimate that one of his toes is about as big as my leg.

Sein „Zuhause“ bietet mit seinen Wandmalereien auch schon einiges, aber man bekommt realistisch betrachtet weder genug Abstand vom Buddha noch von den Wänden, um beides jeweils in Gänze bzw. in seinem Detailreichtum bewundern zu können. Das ändert aber nichts daran, dass es ein ziemlich beeindruckendes Ensemble ist.

His „home“ with the detailed murals is a gem in itself but really: you can’t get enough distance between yourself and either the buddha or the murals in order to fully appreciate the size and the details respectively. It’s an impressive site nevertheless.

Hatte ich schon erwähnt, dass dieser Beitrag eher bilderüberladen sein wird? Der treue Leser dieses Blogs wird es schon vermutet haben, bei diesem Thema… ein Tag, 250 Fotos. Wie soll man sich nur entscheiden? Und dann kam ich in dieses getöpferte Blumenmeer in Form unzähliger Stupas. Was ist diese Tempelanlage fröhlich, irgendwie. Voller Blumen, echten und getöpfterten, farbenfroh, kleingemustert:

Did I mention that this will again be one of those picture-heavy posts? The loyal reader of this blog may have expected as much, seeing the subject and all… one day, 250 pictures. How should I decide? And then I found myself in this sea of flowers in the form of countless stupas. What a happy temple this is, somehow. Full of flowers, real and clay ones, colorful, intricately patterned:

Selbst die Wächter machen einen gutmütigen bis humorvollen Eindruck… Die haben entweder eher chinesische oder europäische Züge und wurden wohl als Ballast genutzt und aus China importiert.

Even the guards seem to be good-natured or humorous even… They all seem to have either Chinese or European looks and were apparantly imported from China, as ballast on trade ships.

Hier gibt es außerdem eine Ausbildungsstätte für Thai-Massage… von der bin ich allerdings mit Blick auf die Bronze-Statuen weiter nicht überzeugt. Aber eine eher entspannende Herangehensweise wird ja wohl auch hier irgendwo zu finden sein?

This is also a place where people are trained in Thai massage… looking at the bronze statues around here, I’m not convinced this is my cup of tea. But I’m optimistic that I’ll find a more relaxing approach somewhere…?

Der Baubeginn für den Tempel wird auf 1688 datiert, als Bangkok noch ein kleines Fischerdorf am Fluss Chao Phraya war (das Gründungsdatum für die Stadt Bangkok ist 1782) – da wird einem schwindelig beim Gedanken an die heute wohl 10 Millionen Einwohner innerhalb der Stadtgrenzen und vielleicht 20 Millionen im Großraum? Wie auch immer, um das Datum der Stadtgründung wurde auch die Phra Ubosot gebaut, die Ordinationshalle:

The begin of the construction of the temple is thought to be 1688, when Bangkok was still a small fishing village on the Chao Phraya river (the city of Bangkok was founded in 1782) – I get dizzy thinking about the rapid development it has taken since then, having a population of about 10 million people within city limits and maybe 20 million in the greater Bangkok area. Anyhow, just about then, when the city was founded, the Phra Ubosot, the ordination hall, was dedicated as well:

Der Morgen war nur so an uns vorbeigerauscht und ich kam zu meinem ersten Lunch auf thailändischem Boden, und das gleich mit diesem Ausblick auf den Wat Arun, den Tempel der Morgenröte, auf der anderen Seite des Flusses. Essenstechnisch bin ich es mit Pad Thai vorsichtig angegangen und habe mich dann auf ein Boot Richtung Wat Arun geschmissen.

The morning flew by within the blink of an eye and I got to have my first lunch on Thai soil – with this particular view of Wat Arun, the Temple of Dawn, across the river. Foodwise, I decided to take it easy on that first day and enjoyed my pad thai before I boarded a boat and crossed the river, headed for Wat Arun (of course).

Der Tempel besteht wahrscheinlich seit dem 16. Jahrhundert, die markanten Türme kamen allerdings erst im frühen 19. Jahrhundert dazu. Sie sind noch detailverliebter und abwechslungsreicher gestaltet, als die in Wat Pho – und dabei weniger farbenfroh. Aber man könnte stundenlang immer neue Dinge entdecken.

The temple can be traced back to the 16th century but the distinctive spires were added as late at the early 19th century. Believe it or not, their decorations are even more detailed and with more patterns than those of Wat Pho – yet a little less colorful. But I could just sit there for hours and find more and more interesting details.

Blumen spielen auch hier eine Rolle – aber sehen diese „Topper“ nicht im äußeren Blütenkranz ein bisschen so aus, als hätte man Omas zerschlagenes Geschirr verwendet? Also, zumindest auf den allerersten Blick…

Flowers are at the center of things here as well – but when it comes to those „toppers“ of blossoms, don’t the outer layers look a little bit like pieces of Granny’s broken china? At first sight, at least…

Hüben wie drüben ist auch Gold angesagt und es gibt unzählige Steinskulpturen im Umfeld der großen Gebäude. Allerdings sind es kleinere:

Just as at Wat Pho, gold plays a large role here as well, and there are also countless stone sculptures around the larger structures. But they are smaller:

Abschließend bin ich noch ein bisschen durch die Wohnviertel hinter dem Tempel gestreift und habe den ersten Eindrcuk vom Leben an Bangkok’s khlongs, den Kanälen, bekommen.

I had a look at the neigborhoods adjoining the temple afterwards and got a first impression of life along the khlongs, the canals.

Aber dazu ein anderes Mal mehr – hier geht es auf 1:30 Uhr und ich muss in die Federn! Auf bald!

More about that later – it’s going on 1:30 a.m. here and I have to get some sleep! Take care!

Barbara

Frohes Neues! / Happy New Year!

2018 ist vorbei… Willkommen in 2019! Wir haben da so einen running gag unter Kollegen – „Ich sag euch: 2019 wird mein Jahr!“ Ich wäre stark dafür. Aber das alte Jahr haben wir noch gebührend verabschiedet mit dem traditionellen Raclette, Spieleabend oder eher -nacht und Gequatsche bis 5 Uhr heute Morgen. Ich kann mich kaum auf das Neujahrsspringen aus Garmisch konzentrieren…

2018 has come and gone… welcome to 2019! There’s this joke among the colleagues – „I’m sure: 2019 will be my year!“ I’m all for it. But we said good-bye to the old year with our traditional raclette, board games and catching up until 5 this morning. I have a hard time concentrating on the New Year’s ski jumping from Garmisch-Partenkirchen…

Das Essen war also reichlich, die Drinks lecker, das Glückslos in meinem Fall erfolglos, dafür die Glückskekse vielversprechend: „Sie meistern jede Situation“, „Prima, Sie haben ein offenes Ohr für Neues“ und „Prima! Auch wenn’s durcheinander geht, bewahren Sie einen kühlen Kopf.“ Was kann da schiefgehen?

So there was lots of food, yummy drinks, my scratch ticket did not bring riches but the fortune cookies were promising: „You master every situation“, „Great, you are open for new things“ and „Great! Even when things get messy, you keep a cool head.“ So what could possibly go wrong?

Bei VERTELL?S wurde ich unter anderem nach meinem größten Erfolg der letzten 12 Monate gefragt. Da würde ich sagen, das war der gemeinsam erreichte Erfolg des Basars für das Elisabeth-Hospiz in Lohmar… der, bis ich den Laden wirklich dicht gemacht habe am 27.12., unglaubliche 2.350 Euro erbracht hat – und dann noch um zwei sehr großzügige „Barspenden“ auf 2.750 Euro hochgetrieben wurde. Nochmal mein Dank an euch alle, das war ein Riesending! Und meine Bastelecke ist endlich wieder bereit, schöne Dinge zu produzieren. Und lasst euch gesagt sein: ich habe schon wieder Ideen für den nächsten Advent!

One of the questions I had to answer when we played VERTELL?S was about my greatest success of the past 12 months. I would say that was the success we all built: the fundraiser for the Elisabeth Hospice in Lohmar… which resulted in (when I finally closed shop on December 27) an incredible 2,350 Euros – which were then raised to 2,750 Euros by way of two very generous „cash donations“. Again: a big thank you to all of you, it was an amazing experience! And my creative nook is finally ready for a lot of fun crafting in 2019. So rest assured: I already have ideas for the next one!

Nicht zu vergessen ist außerdem, dass einfach mal so „nebenbei“ noch 74 Euro für Daw Thein Aye in Myanmar zusammengekommen sind, die ich ebenfalls in Kürze überweisen werde. Auch dafür vielen Dank! Doch nun wünsche ich euch ein frohes neues Jahr voller wunderbarer Begegnungen, spannender Abenteuer und ganz einfach viel Spaß und Gesundheit.

Last but not least, there were another 74 Euros that were raised „on the side“ for Daw Thein Aye in Myanmar which I will also transfer shortly. Many thanks for that as well! But now let me wish you a happy and healthy new year filled with wonderful encounters, exciting adventures and simply lots of fun.

Barbara

Der perfekte Job / The Perfect Job


Das wird mal ein Beitrag, in dem die Fotos nichts mit dem Text zu tun haben. Sie sind zwar am gleichen Tag entstanden, aber aus einer spontanen Laune heraus, die mich nochmal zum Weihnachtsmarkt und auf den Sky Liner gebracht hat. Aber eigentlich geht es um das:

This is going to be a post where the pictures are unrelated to the text. They were made on the same day but on a spontaneous return to the Christmas market where I wanted to go up on the new Sky Liner after all. But this post is really about this:

Im Briefkasten lag ein Paketschein – abgegeben beim Nachbarn drei Häuser weiter. Da wird viel angenommen und das ist eigentlich total praktisch. Jetzt allerdings wurde ich in 48 Stunden sicher zehnmal vorstellig und traf nie jemanden an. Schon der 22. Dezember… ich werde nervös. Was, wenn die in Urlaub sind? Also nochmal hin, zum zweiten Mal allein an diesem Vormittag.

There was a notice in my mailbox: a package had been handed over to a neighbor three houses down the street. They accept a lot of packages all year round and it usually comes in very handy. This time, though, I went there about 10 times in 48 hours and no-one ever answered the door. And it’s December 22 already… I’m starting to get a little nervous. What if they already left for a Christmas vacation or something? Well, let’s try a second time this morning.

Aus dem Hoftor getreten steht das gelbe Auto eine Paketdienstes direkt vor mir, der freundliche Zusteller einen Turm Pakete balancierend. Um nicht noch einen Paketschein zu kassieren frage ich: „Ist da auch eins für mich dabei?“ und nenne meinen Namen. „Nein, heute nicht,“ sagt er ohne zu zögern, „aber vor zwei oder drei Tagen – das habe ich in der 16 abgegeben, haben Sie das geholt?“ Ich war total perplex, der hat seinen Laden echt im Griff. „Ehrlich gesagt versuche ich das seitdem erfolglos, bin auch gerade wieder auf dem Weg dahin.“

When I open the gate to the street there’s a large yellow delivery truck parked right in front of the house and the friendly delivery guy is balancing a tower of packages. To be sure not to get another notice in the mailbox I ask: „Do you have one for me, too?“ and add my name. „No, not today,“ he says without missing a beat, „but two or three days ago and I handed it over to the lady in no. 16 – have you picked that up?“ I was completely dumbfounded, he really knows what he’s doing. „Frankly, I have tried a zillion times but no one’s ever home – was going to try again just now.“

Ein entsetzter Blick: „Oh, da ist keiner mehr, die sind schon weg! Aber da können Sie in dem Restaurant an der Ecke mal fragen, oder im Sushi-Laden, die sind irgendwie verbandelt, vielleicht können die helfen.“ Die Örtlichkeiten hatten zwar beide noch geschlossen und letztlich klingelte ich die anderen Hausbewohner durch und das Paket wurde mir ausgehändigt… aber dieser Paketzusteller hat mich echt nachhaltig beeindruckt. Erstens sowieso und dann in dieser sehr stressigen Zeit. Wow. Da hat einer ganz offensichtlich einen Job, der für ihn gemacht ist und der ihm Spaß macht. Und ich sitze hier noch 2 Tage und starre ein Paket im Weihnachtsdress an und frage mich, was da wohl drin sein könnte!

He looks at me terrified: „Oh, they’re not there anymore, they’ve left! But you could check at the restaurant on the corner or the sushi place down that street… they are connected somehow, maybe they can help.“ The places both hadn’t opened for the day yet and in the end I just rang everybody’s doorbells at no. 16 and someone was in fact able to give me that package… But this delivery guy really impressed me. Quite generally, to begin with, and then in this most hectic time of year. Wow. Someone seems to be having the job they were cut out for and be enjoying it. While I will now sit here two more days and stare at that package in Christmas finery and wonder what’s inside!

Einen schönen vierten Advent!

Have a wonderful fourth of advent!

Barbara