Madagascar | Ranomafana National Park

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Ihr könnt es ruhig zugeben: ihr habt euch schon gefragt, ob es in Madagaskar nur Ortsnamen gibt, die mit „A“ beginnen. Nein. Aber es kommen schon noch ein paar. In Ranomafana war Natur pur angesagt. Der gleichnamige Nationalpark ist 41.000 Hektar (oder 410 km²) groß – und für Touristen ist nur ein klitzekleiner Teil erschlossen. Wir haben uns für eine vierstündige Tour entschieden, bei der es uns hauptsächlich um das Sichten von Lemuren ging – eine Tierart, die es nur in Madagaskar gibt. Erstmal sahen wir nur Menschen, die für irgendwelche wissenschaftlichen Untersuchungen mit Pipi-Fängern ausgestattet auf der gleichen Suche waren.

Admit it: you have been wondering already whether all place names in Madagascar start with an „A“. No. But there are a few more ahead. In Ranomafana we were ready wo explore nature some more. The national park of the same name covers more than 41,000 hectares (or 410 km²) – and only a fraction of that is accessible for tourists. We went on a four-hour hike that was to show us some of the lemurs that are endemic to Madagaskar. At the start we only saw people on the same mission but equipped to catch lemur pee for some scientific reason.

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Aber es gab auch interessante Dinge am Wegesrand zu sehen – eigentlich viel zu viel und ich musste höllisch aufpassen, dass ich von den ganzen Pflanzen und Tieren nicht zu sehr abgelenkt war und mir womöglich unaufmerksam noch ein Bein gebrochen hätte oder so. Es war faszinierend, wie unser Führer, Dauphin, die abgefahrensten Sachen einfach mal so im Vorbeigehen gefunden hat… mir kommt meine kleine Collage schon vor wie eine neue Ausgabe von Wo ist Walter?

But there were countless interesting things to see just along the path – too much really, I got so distracted by all the plants and animals that I had to be careful not to break a leg or something. It was even more fascinating to see how our guide, Dauphin, just ambled along the paths and found all kinds of amazing things… my little collage already reminds me of a new edition of Where’s Wally?

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Aber ich kann euch sagen: wir haben sie in Massen gesehen, die Lemuren. Sifakas, deren Rückenfell eigentlich vermuten lässt, dass der Blick ein Stück tiefer ruht.

But boy, let me tell you: we saw loads of lemurs. Sifakas, whose back fur actually makes you think for a moment you’re looking at a part a little lower.

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Das Fotografieren durch Farne, Zweige, Blätter und Früchte war schwierig, aber eins ist ganz gut geworden:

It was hard to take pictures – the view being obstructed by ferns, branches, leaves and fruits but one really turned out well:

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Ich muss ganz ehrlich sagen, bei den anderen geraten mir die Namen durcheinander, aber diese Lady hat sich ganz schön lange vor uns rumgeräkelt.

I have to admit that I got confused with all the different types but this lady was showing off in front of us for quite a while.

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Genau wie dieser kleine Kerl:

Just as this little dude:

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Dieser hingegen hat sich hoch über unseren Köpfen genüsslich den Bauch vollgeschlagen:

This one was having a feast high above our heads:

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Ganz heimlich, still und leise bin ich dann noch zum Hand- und Fußfetischisten geworden:

And almost unnoticed, I seem to have developed a hand and foot fetish:

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Zusammenfassend: ein wunderbarer Tag!

In a nutshell: a wonderful day!

Barbara

Doch Frühling? / Spring after all?

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Es dauert wieder alles ein bisschen dieser Tage… aber vielleicht ist es ein Wink des Schicksals für alle, die nun schon seit einigen Tagen in einer grauen Nebelsuppe (oder schlimmer, wenn ich an Freunde an der amerikanischen Ostküste denke) rumdümpeln. Denn dieser Beitrag ist der pure Frühling.

It’s taken me a few days… but maybe it’s just a great coincidence for all who have been surviving in this grayish mess called weather (or worse, come to think of my friends on the American east coast). Because this post is pure spring.

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Letzten Sonntag kam es nämlich zu einer spontanen Wanderung im Siebengebirge. TROTZ zweier Biathlon-Entscheidungen, aus Oslo auch noch. Aber ich habe es nicht bereut. Auch nicht, dass die Tour fünf statt der angegebenen 2:40 Stunden dauerte. Ich war unterwegs mit der Wanderfibel Siebengebirge und habe mich auf Route Nummer 14 begeben, eine Rundtour ab dem Parkplatz am Einsiedlertal zur Löwenburg.

Last Sunday I went on a spontaneous hike in Siebengebirge near Bonn. DESPITE the fact that the day also had two biathlon races on offer, from Oslo. But I did not regret it. I also didn’t regret that the tour took five instead of 2:40 hours that were specified in the Siebengebirge hiking booklet that I had bought, choosing route no 14, a circular hike reaching Löwenburg (ruins of Lions‘ Castle) as the quite literal high point.

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Das erste Fünftel der Tour ist ziemlich nah an der Straße und selbst der Verkehr am Sonntagmittag hat mich genervt. Aber das liegt wohl erstens an einer gewissen Basis-Genervtheit und zweitens daran, dass die Bäume noch vollkommen laubfrei waren… wenn die bald grün sind, wird das gedämpft sein.

The first maybe fifth of the hike was rather close to the road and even what little traffic there was on a Sunday got on my nerves. But I would assume that is due to both, a certain general stress level and also to the fact that the trees were all still bare. Once the leaves are back, that will be a lot quieter.

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Nur gut 25 km von meiner Wohnung entfernt war ich, besonders zu Anfang, vollkommen alleine unterwegs. Ein Wegstück wirkte wie eine Mangrove der gemäßigten Breiten… Ein Umweg war aber zu finden. Hier und da fühlte ich mich beobachtet…

I was only about 25 km aways from my apartment and still all by myself for a lot of the hike, especially at the beginning. One section of the path looked like a mangrove in our temperate climate… A detour was easily made out. Sometimes I felt I was being watched…

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Ich habe mit Sicherheit 40 Minuten „verloren“ an der Stelle, wo ich endlich weg von der Straße kommen sollte. Ich glaube immer noch, dass die Karte oder die Beschreibung da nicht stimmt, schließe aber auch Unfähigkeit meinerseits nicht aus. Allein deswegen will ich das eigentlich nochmal wandern. Aber, wäre ich nicht vom Wege abgekommen, wären mir auch diese Entdeckungen verwehrt geblieben. Ist das der Unterkiefer eines Fuchses?

I think I „lost“ at least 40 minutes when I was supposed to get further away from the road. I still believe that either the map or the description is faulty there – but I wouldn’t outrule incompetance on my part, either. That’s reason enough for me to walk that again some time soon. But, if I hadn’t strayed from the path I would have missed the following discoveries. Is that the lower jawbone of a fox?

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Große Teile der Wanderung sind im Buchenforst – wenn der in nicht allzu langer Zeit in grün explodiert, ist es wahrscheinlich nicht mehr zum Aushalten vor „Schönheit der Natur“ und Entspannung.

Large parts of the hike were through beech grove – and when that, not too far away in the future, will explode in green, the beauty of it will be hard to bear. And wonderfully relaxing, too.

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Es war so sonnig, dass ich mir sogar einen leichten Sonnenbrand eingefangen habe. Aber es war kein gleißender Sonnenschein, sondern so einer, der einen auch von innen warm werden lässt.

It was sunny – so sunny in fact, that I returned ever so slightly sunburned. It was not a glistening sunshine but an orange one, that makes you feel warm from the inside, too.

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Von der Löwenburg hat man dann einen Ausblick auf den Rhein – der dann aber überraschend diesig daherkam.

From Lions‘ Castle you have a spectacular view of the Rhine – which on that day turned out to be unexpectedly hazy, though.

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Auf dem Weg nach unten wurde es eher touristisch, aber da ich mich wieder für einen „Parallelweg“ entschieden habe, war auch das schnell erledigt… Und als zum guten Schluss noch zwei Züge Kraniche zu hören und zu sehen waren, da wusste ich: der Frühling kommt!

On the way down it became a lot more touristy but as I somehow decided on a „parallel hike“ again, I didn’t see too much of it after all… And when two groups of migrating cranes were heard and seen overhead I knew for sure: spring is in the air!

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Und nun: habt alle ein schönes Wochenende!

And now: have a good weekend everybody!

Barbara

Dritter Tag im… / Third Day in… KLEINWALSERTAL

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Es ist passiert: ein Foto, das nur in schwarzweiß „funktioniert“… Der dritte Tag im Kleinwalsertal war vom herannahenden Orkantief geprägt. Morgens machten wir und auf den Weg zum wenig beeindruckenden Wochenmarkt im Walserhaus. Dann ging’s wieder weiter nach Mittelberg zur Mittagspause. Dabei unter ständiger Beobachtung durch diverse Heilige.

It finally happened: a photo that only „works“ in black and white… With the storm front looming at our doors we were thinking indoor activities. In the morning we went to see the less than impressive market at the Walserhaus. Then on we went to have lunch in Mittelberg again. Under constant supervision of several saints.

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Heute hat sich auch die Sammlung von Krippenfotos vervollständigt, hier die aus Mittelberg und Hirschegg:

Today I also finished collecting pictures of nativity scenes – the following ones from Mittelberg and Hirschegg:

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Die Krippe in Leidtobelkapelle Maria Hilf hat mir eher einen Schauer über den Rücken gejagt… Puppen?

The nativity scene at Leidtobel Chapel Maria Hilf sent shivers down my spine… dolls?

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Der Regen blieb immer noch aus, so dass wir zu Fuß einen weiteren Winterwanderweg erkundet haben, von Mittelberg nach Hirschegg.

There was still no rain so that we decided to explore another winter hiking trail from Mittelberg to Hirschegg.

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In Hirschegg war es immer noch trocken, so dass wir uns entschlossen, auch den Rest des Wegs nach Hause zu gehen (den Teil war ich gestern schon gegangen). Das sollte sich als Fehler rausstellen – wir wurden klatschnass. Aber dafür haben wir heute gleich zwei gedeckte Brücken gesehen und man fühlte sich wie in Die Brücken am Fluss, nur ohne Meryl Streep und Clint Eastwood.

At our arrival in Hirschegg, there was still no rain so we decided to continue walking home (that last stretch covering what I did yesterday already). That turned out to be a mistake – we were soaking wet. But we got to see two covered bridges and remembered The Bridges of Madison County… only Meryl Streep and Clint Eastwood were missing.

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Jetzt fegt der Wind über de Dächer und ich bin gespannt, wie es morgen aussieht…

Now the wind is howling outside and I wonder what it will be like tomorrow…

Barbara

Noch ein Tag im… / Another Day in… KLEINWALSERTAL

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Die Wettervorhersage sagte Regen für den Nachmittag voraus, also habe ich mein Programm kurzfristig umgebaut: ein bisschen wandern am Morgen und bei Regen am Nachmittag dann die Dörfer erkunden. Die Winterwanderwege hier sind gut ausgeschildert (zusätzlich kann man sich für 2,50 Euro bei der Touri-Info eine Wanderkarte besorgen) und gut präpariert… warum manche trotzdem durch die Loipen latschen müssen, wird ein ewiges Rätsel bleiben.

The forecast was for rain in the afternoon so I switched my plans at short notice: a little hiking in the morning and in case of rain in the afternoon a little tour of the villages. The winter hiking paths here are well tended and there are just the right amount of signposts, too. If you don’t use the map you can get for 2.50 Euros at the tourist information. Why some people need to trample on the cross country skiing tracks remains a mystery.

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Meine kleine Wanderung blieb im Bereich von Hirschegg und fing quasi mit dem Heraustreten aus dem Gästehaus an. Schnell ging es dann aber nach Querung einer Piste auf einen vereinsamten Höhenrücken mit Blick auf Riezlern und dann wieder runter ins Tal, zum Karolinenweg.

My little hike remained in the Hirschegg area and basically started the moment I walked out the door of my guest house. After briefly crossing a ski slope it was up on a deserted ridge with view of the village of Riezlern and then back down into the valley to Karolinenweg.

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Es gab einen Wasserfall zu bestaunen (wahrscheinlich auch nur dank der nun doch sehr eindeutigen Schneeschmelze) und eine Naturbrücke. Offenbar war der Schwarzwasserbach hier früher mal unterirdisch und von der Höhlendecke ist bis auf die „Brücke“ alles eingestürzt.

There was another water fall to admire (and probably only because the snow melt had become rather obvious) and a natural bridge. Apparently, the Schwarzwasser stream used to be subterranean here and the „bridge“ is what remains of the cave ceiling.

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Nach einer Runde Kässpätzle in Hirschegg bin ich nach Mittelberg weitergefahren. Der Ort gefällt mir soweit am besten – da sieht man irgendwie, zumindest in Teilen, noch mehr Dorfstruktur und nicht hauptsächlich große Gästehäuser und Hotels. Vom Friedhof hat man den besten Blick auf den Hang, wenn man nicht gerade vor der Lourdeskapelle steht, deren Innengestaltung mich massiv an hinduistische Altäre in Sri Lanka erinnert hat.

After a lunch of cheese spaetzle in Hirschegg I continued to Mittelberg. I have to say that it’s my favorite of the villages I’ve seen so far. There seems to be more of the old village structure left and it seems the number of large guest houses and hotels is smaller. The cemetery affords a marvelous view of the slopes. That is if you don’t stand in front of the Lourdes chapel… the interior design of which felt like a flashback to hinduistic temples in Sri Lanka.

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Mitten im Ort steht auch das denkmalgeschützte Klara Drechsel Haus – ein 1452 erbautes sog. Walserhaus. Meine Aufmerksamkeit wurde aufgrund des „ungepflegten“ Zustands geweckt. Im Eingangsbereich sind laminierte Schreiben angebracht, aus denen ersichtlich wird, dass es unter Denkmalschutz steht u.a. Aber das ist es dann auch. Man kann es nicht besichtigen und es sieht aus, als könnte es jeden Moment auseinanderfallen. Wie schade!

In the village center you can find the landmarked Klara Drechsel house – a so-called „Walser house“ built in 1452. My attention was drawn to it due to the dilapidated condition it seems to be in. Laminated official letters stating its designation as a protected building are fixed to the boards on the front porch. But that’s it. You can’t visit it and it looks as if it could fall apart any moment. What a shame!

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Einige Häuser weiter befindet sich das Café Behringer. Und ein Stück Kuchen am Nachmittag ist ja eigentlich immer eine gute Wahl. Die Bestuhlung von ca. 1979 hat mich zwar erst fast zurückschrecken lassen, aber ich kam in den Genuss der allerbesten Marzipan-Walnuss-Torte überhaupt.

A few houses down the street, there is Café Behringer. Who can pass on a delicious slice of cake in the afternoon? I almost shied aways from it when I noticed the ca. 1979 furniture but I ended up having the best marzipan-walnut cake EVER.

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Und ist euch übrigens das „schlechte Wetter“ aufgefallen??

And have you noticed the „bad weather“??

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Mehr oder weniger entlang der Breitach bin ich zurück zum Gästehaus – ein weiterer schöner Winterwanderweg. Und dann war es Zeit für ein kleines Schläfchen 🙂

I followed another winter path more or less along the Breitach back to the guest house. And then it was time for a little nap 🙂

Barbara

Ein Tag im / A Day in… KLEINWALSERTAL

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Zu einer kleinen winterlichen Auszeit hat es mich ins Kleinwalsertal verschlagen. Auf freiwilliger Basis bin ich ja kein Freund des Hochgebirges, aber eine gute Freundin feiert hier ihren 40. Geburtstag. Der Plan war, meine Langlaufski zu entstauben. Da ich aber weiterhin (seit Heiligabend) an einer fiesen Erkältung laboriere, habe ich größere körperliche Anstrengungen ausgeschlossen.

Little Walser Valley is my destination for a short winter break. I do not usually go to high mountain areas on a voluntary basis but a good friend celebrates her 40th birthday here. The idea (for me) was to take the cross country skis out of storage. But as I still try to recuperate from a nasty cold that’s been with me since Christmas Eve I decided to pass on excessive exercise… what this would inevitably turn out to be.

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Heute habe ich mich für einen Besuch der Breitachklamm entschieden. Bestens erreichbar über den, wie ich bislang berichten kann, exzellenten (und für Übernachtungsgäste kostenfreien) öffentlichen Personennahverkehr, geht es erst steil hinab hinein in die Schlucht. Den Anfang fand ich schon wunderschön – aber so richtig zur Sache geht es dann erst, nachdem man das Kassenhäuschen (3,50 €) passiert hat.

I decided on a hike through Breitachklamm, the canyon of the river Breitach. It’s very easy to reach on the excellent public transport in the valley (which is free if you are staying a night or more in the valley). It’s a steep descent and I was fascinated by those first 15 or so minutes – but you only reach the real thing after passing the pay kiosk (3.50 Euros).

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Das Schild gibt die Info allumfassend durch…

This is where a rock avalanche of about 50,000 m³ created a barrier and a lake with a depth of 30 meters formed behind it. The dam broke with the snowmelt about half a year later and caused damages of about 300,000 DEM at the time (1996).

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Die fast senkrechten Wände der Breitachklamm sind gut 90 Meter hoch und teilweise nicht weiter als zwei Meter voneinander entfernt. In den letzten Tagen ist wohl ziemlich viel Schnee geschmolzen, was für die Atmosphäre in der Klamm sehr förderlich war: es war ein Riesengetöse und in den „Strudeltöpfen“, die durch das mitgeführte Material ausgeschliffen wurden, wurde das sonst eher grünliche Wasser zu einer weißen, brodelnden Masse.

The walls of the Breitachklamm are an almost vertical drop of more than 90 meters and in some places the rock faces are a mere two meters apart. Apparently, a lot of snow has been melting over the past days which really made for quite a feeling in the gorge: it was a wild roar and the churn holes, which were created by the incessant grinding of materials that the river carries, were a mass of angry white bubbles instead of the greenish hue the water had elsewhere.

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Unter dem Pfad sind es vielleicht 5 oder 6 Meter – die grüne Pegelsäule gibt diverse Höchststände über dem Pfad an, bis 6,60 Meter – gar nicht mehr zu sehen auf dem Foto unten. Sich das vorzustellen… dazu reicht meine Vorstellungskraft nicht aus.

There are probably between 5 or 6 meters underneath this path – the green level meter you can see on the picture below shows a few records, up to 6.60 meters above the path. You can’t even see that mark on the picture. I just couldn’t visualize that, I have to say.

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Ich glaube, es war ein Glückgriff, sich die Klamm im Winter anzusehen – im Sommer wird man vor Touristen wahrscheinlich kaum treten können. So gab’s hin und wieder sogar Abschnitte, in denen wir vollkommen allein unterwegs zu sein schienen. Und die vielen Eiszapfen u.ä. hatten natürlich auch einen besonderen Reiz.

I think we were lucky to come here in winter – I would think that the place is absolutely crowded with tourists in the summer. There were even some sections when it seemed we were by ourselves. And all those icicles were of course an attraction in their own right.

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Und diese Wand an Eiszapfen und anderen gefrorenen Formationen sollte doch bei Our Beautiful World in dieser Woche unterkommen, wo die Beiträge unter dem Motto „stachelig“ stehen sollen…

And I thought that this wall of iciles and other frozen creations would be perfect for this week’s „Prickly“ prompt at Our Beautiful World.

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Ich hätte auch etwa 50 Fotos von eingeklemmten Baumstämmen machen können, in allen möglichen Positionen… Folgendes gehört zu meinen liebsten!

I could have taken about 50 pictures of tree trunks stuck somehwere… The following is among my favorites!

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Und nun werde ich noch was essen und dann hoffentlich in einen nachtfüllenden Schlummer versinken 😉

I’ll have some dinner now and then hopefully lie down for a good night’s sleep 😉

Barbara

Auge in Auge mit der Verwandschaft

Wie mir zu Ohren kam, hat das Osterfest in Deutschland eher an Weihnachten erinnert, so in Sachen Schneefall und Temperaturen. Also kann das mit dem Klimawandel vielleicht doch noch nicht so weit her sein, denn erst kürzlich las ich eine uralte Bauernregel, die sinngemäß so etwa lautete: wenn es an Weihnachten grün ist, wird Ostern weiß. Traf also wohl zu?

Das Osterfest in Butembo war ein festliches in großer Runde. Seit Mittwoch war ich schon in Butembo und dort bei den Kollegen „Chez Rebicky“ gemütlich in einem gerade eingerichteten Gästezimmer untergebracht. Für die Feiertage, die hier nicht zwingend solche sind, hatte sich viel Besuch angesagt – es war Full House; neben mir noch einige Kollegen und andere Bekannte aus Bunia, dem nördlichsten unserer drei Standorte im Ostkongo… alles in allem 8 Leute. Ostersonntag war zum organisationenübergreifenden Brunch geladen worden, für den nicht nur Ostereier gefärbt wurden. Unser Buffet hatte durchaus was festliches.


Brunch am Ostersonntag
Easter Brunch

Dass der Gorilla zum Centerpiece wurde und nicht etwa ein Osterhase, hatte zwei Gründe. Erstens sind die Kunsthandwerker der Region weder traditionell noch aufgrund etwaiger moderner Nachfrage auf die Produktion niedlicher Häschen eingerichtet: hier sind Löwen, Elefanten und eben Gorillas angesagt. Der zweite Grund war der, dass es ein besonderes Überraschungsei seitens der Gastgeberin gab: einen anderthalbtägigen „Ausflug“ zu den Gorillas im Virunga Nationalpark, dessen erfolgreichen Abschluss wir mit der Gorillafigur nochmal besonders gewürdigt haben. Jede weitere Würdigung meinerseits gestaltete sich äußerst schwierig, da sich der „Besuch“ bei unseren Vorfahren als Gewaltmarsch herausstellte. Die Auswirkungen auf meinen Körper sind in etwa mit denen zu vergleichen, die mich nach dem (Kort)Vasa-Lauf 1999 ereilt haben… zwei Zeugen können davon berichten. Aber fangen wir von vorne an.

Für diesen Besuch bei den Gorillas war eine kleine Ecke des Virunga Nationalparks gewählt worden, die in der Nähe unserer Projektgebiete liegt, von Butembo über Kyondo nach Tshiarimbi – Orte, die auf dem Kartenausschnitt unten nicht erscheinen. Aber man finde Ishango am Westufer des Edward-Sees und bewege sich weiter Richtung Westen auf den Gipfel von 3095m zu… um den haben wir uns rumbewegt.


(Source: ReiseKnow-How Karte Kongo 1:2.000.000 (2007) – Maßstab durch Scan mit Sicherheit verzerrt)

Die Planung war wie folgt: am Nachmittag des ersten Tages anreisen. Mit dem Auto bis zum Parkeingang auf 2200m: wir waren auf dem Weg, uns die berühmten Berggorillas anzusehen und mir war vorher bewusst, dass das allein wegen der Höhe, die ich schlecht vertrage und noch schlechter überwinden kann, nicht einfach werden würde. Österreich-Urlaube sind mir in traumatischer Erinnerung geblieben und ich kann mein Einverständnis zu dieser Unternehmung nur damit erklären, dass der Besuch einer 6-köpfigen Gorilla-Familie einen ungleich größeren Reiz ausübt als ein Glas Kräuterlimo und ein Kaiserschmarrn in einer Almhütte im Gasteiner Tal.

Am Parkeingang entrichteten wir die Eintrittsgebühr: 150 USD, die den 7 Tage geltenden Zutritt zum Park erlauben, in dem es neben Gorillas auch noch viel anderes zu sehen gibt: Elefanten, drei Sorten Antilopen, Krokodile, Nilpferde und vieles mehr. Und das ziemlich weit ab von allem Massentourismus – dafür in symphatischer Begleitung eines Vertreters der kongolesischen Armee mit Kalaschnikow. Von dort ging es noch am gleichen Tag weiter auf 2700m zum Basislager, wo wir die Nacht verbringen sollten. Diese knapp zwei Stunden Weg haben mich schon übermenschliche Anstrengungen gekostet und ich sah aus wie frisch geduscht, als ich ankam, eigentlich immer weit hinter der Truppe her, aber in Begleitung des Italieners Sergio, der ein außerordentliches botanisches Interesse entwickelte und jeden Bambusstamm einzeln fotografierte, damit ich nicht alleine vor mich hindamfen musste. Er erzählte außerdem, dass er aus der schönsten Stadt Italiens stamme, der südlichsten an der „Ferse“ des Stiefels, und wusste nicht, was er anrichtete, als er erklärte warum es die schönste Stadt sei: es gebe dort vier verschiedene Sorten Sand! Nichts wie hin!!

Sorge um mich breitete sich schnell aus, sah ich doch wie gewohnt bei sportlicher Aktivität binnen weniger Minuten aus als stünde ich kurz vor dem Herzinfarkt. Zu diesem Zeitpunkt war meine Sauerstoffschuld schon so hoch, dass ich eh kein Französisch mehr hinbekam und selbst auf Englisch nur noch gedröseltes von mir gab. Anstatt aufzuklären, dass ich anämisch („anemic“) bin, beharrte ich darauf, ich sei „anorexic“ – magersüchtig 🙂 Das versammelte Gelächter später beim Abendessen, als wir aus gegebenem Anlass darauf zurückkamen, war langanhaltend und Victoria, die Amerikanerin in der Truppe, versicherte mir, sie sei ehrlich froh zu wissen, dass ich nicht in dem Sinne krank sei! Die von uns mitgbrachten Nahrungsmittel wurden in stundenlanger Arbeit zubereitet und noch bevor das Essen auf dem Tisch stand, fragte der anwesende Armeechef, ob wir denn nicht die einen oder anderen Alkoholika dabei hätten. Hatten wir, wiesen aber darauf hin, dass es wohl doch noch ein bisschen zu früh sei dafür. Nach Anbruch der Dunkelheit und im Scheine des Bambus-Lagerfeuers packten wir unseren Whiskey aus, der in großer Runde und zum Gesang kongolesischer Armeelieder recht schnell ein Ende fand. Wir aber ebenfalls, denn schließlich sollte es am kommenden Morgen um 6:30 Uhr losgehen. Die Gorillafamilie sei nämlich gewandert und leider nicht mehr wie meist nur anderthalb Stunden entfernt, sondern drei. Und ob wir denn nicht doch lieber nur die kleine sehen wollten, eine dreiköpfige, die viel näher logierte. Aber wir waren beharrlich – hinterher wurde uns gesagt, dass die Parkranger und alle drumherum nicht davon ausgegangen waren, dass wir es schaffen würden.

Die Gruppe vor dem Start – teilweise kopflos da dem „Chef“ die Füße wichtiger waren… im Nachhinein gar kein so abwegiger Gedanke
The group before setting off – partly beheaded as the boss decided that feet were more important… not such a bad thought after all

Es begann ganz einfach in mehr oder weniger ebenem Terrain, wenn auch sumpfig und sehr matschig. Abgesehen von den mit langen Flechten behangenen Bäumen und übermannsgroßen roten Blumen hätte man sich, da der Blick ja meist auf den Boden gerichtet war, auch im Hohen Venn fühlen können – das etwas größenwahnsinnige Sternmoos erinnerte an die Austattung einer Eifler Krippe. Und zu bedenken ist ja auch, dass man bei dieser afrikanischen Landschaft nicht die Serengeti mit weiten, heißen Savannen im Kopf haben sollte: Bambuswald bei vielleicht 15 Grad und Nebelschwaden, was dem ganzen einen deutlich märchenhaften Charakter verleiht. Und Berge, bergauf, bergab. Dass wir denselben Bach sieben mal in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden queren mussten, war nicht wirklich nervig 😉

Bachüberquerungen
Crossing the stream

Aus Spaß wurde Ernst: ein langanhaltender Anstieg in nicht einfacher Umgebung: überall Wurzeln, sowas wie Brombeerbüsche (einige behaupten, auch Brombeeren gesehen zu haben), riesige Büsche, die aussahen wie Brennesseln aber nicht brannten, Übergang in Laubwald. Ich hing bald zurück und Jonathan, der kongolesische Armeeangehörige unseres Vertrauens, blieb immer einen Schritt hinter mir, während die anderen mit den Führern vorangingen. Nein, so wirklich freiwillig sei er nicht in der Armee; eigentlich sei er Lehrer in Goma gewesen, aber die Umstände hätten ihm keine Wahl gelassen und mit einem verlegenen Blick in den Wald sagte er, er würde eigentlich lieber wieder Lehrer sein. Als wir noch Empfang hatten, rief seine Mutter an, um zu hören, ob alles klar sei, denn ihr gefiele sein neuer Job auch nicht so besonders, die Patroullien im Park, auf der Jagd nach Wilderern und bis vor kurzem auch Mai-Mai Milizen, sie würde sich viele Sorgen machen. Aber sie seien mit 11 Kindern zuhause, der Vater seit 1995 tot – und die Mutter ist heute 48, jetzt fangt mal an zu rechnen… Der junge Mann hat jedenfalls eine Engelsgeduld mit mir und meiner Kurzatmigkeit bewiesen und nicht verstanden, dass ich in der Ebene nach einem Anstieg nach kurzer Pause in meinem üblichen strammen Gang verfallen konnte, als sei nichts gewesen. „Oben“ angekommen, vielleicht knapp unter 3000m, hatte sich der Nebel gelichtet und wir hatten einen atemberaubenden Blick über den Park, die Ebene, „le Graben“, hin zum Edward-See und auf Ishango – siehe Karte.

Blick auf den Virunga Nationalpark und den Edward-See
View onto Virunga National Park and Lake Edward

Von da an ging es abwärts… was mich aber auch nicht wirklich erfreute, denn wie schon Till Eulenspiegel feststellte, muss man ja jeden Berg den man runter geht, früher oder später auch wieder hochsteigen. Das versuchte ich aber zu verdrängen. Irgendwann erreichten wir eine Stelle, wo uns die Park Ranger sagten „Tja, gestern waren die Gorillas noch hier, aber sie sind wohl weiter gezogen…“ Ich kam nicht umhin mich zu fragen, wer in dieser Umgebung freiwillig eine Wohnortverlagerung in Erwägung ziehen würde. Jonathan erklärte, dass es länger nicht mehr ordentlich geregnet habe (bis auf die letzte Nacht, was für den formidablen Matsch verantwortlich war) und dass deswegen der Bambus keine frischen Sprossen habe, die die Gorillas am liebsten essen – deswegen hatten sie sich eh schon in den Laubwald zurückgezogen und nun eben noch weiter. Eben: weiter. Und so ereilte uns der Hammer, was wir den „Hike from Hell“ tauften, den Höllentrip. Ein Abstieg, den wir über schätzungsweise 200-300 Höhenmeter (es kam mir vor wie 2 km, aber das kann schlecht sein…) bei einem Gefälle von 45 bis 90 Grad größtenteils auf allen Vieren bewältigt haben und einige unangenehme und plötzliche Zusammentreffen mit dem Mutterboden und dem Gestein erleben durften. Ob meine Jeans und die Goretex-Jacke jemals wieder ohne Braunschleier zu tragen sein werden, wage ich zu bezweifeln. 10 Höhenmeter in 30 Schritten überwinden – wenn man die am Stück schafft. Dafür hätte ich mir den Spruch aus dem letzten Eintrag aufheben sollen: „Macht ihr Bergheinis das eigentlich öfters?“ – „Jeden gottverdammten Tag!“… denn das ist tatsächlich so: dieses Stück ist Teil Jonathans täglicher Route…

Dann: Spuren der Gorillas! Wer hätte jemals gedacht, dass man beim Anblick frischer Gorilla-Scheiße ekstatisch werden könnte… die sieht übrigens ein bisschen aus wie helle, leicht geplättete Pferdeäpfel, falls es jemanden interessiert. Fast alle Leiden waren vergessen und wir waren voller Spannung und plötzlich hieß es: Silberrücken in Sicht!! Aber wo???? Deutlich sichtbares Geraschel in den dann doch Bambusbäumen etwa 20 Meter vor uns gab uns den Tipp. Da oben sollte er sitzen, aber man bekam nicht soviel zu sehen, wildes Geraschel. Dann weiteres wildes Geraschel in den Baumkronen nebendran… da war der Rest zu vermuten. Diese schweren „Geschosse“ auf den dünnen Bambusdingern? Aber so musste es wohl sein, denn der Big Boss begann den Abstieg.

Der Silberrücken
The silver back

Wie er da so scheinbar gelangweilt in den Hang gelehnt saß, hatte er was von Marlon Brando, fand ich. Die Arme verschränkt kratzte er sich hin und wieder mit einem Finger am Kopf und checkte die Lage – ob wir wohl eine Gefahr für seinen Harem darstellen könnten? Aus dem Dickicht der Bambuskronen kam Geschrei, wahrscheinlich von den beiden halbstarken Damen, die zur Gruppe gehören, was den Chef dann auch veranlasste, sich zu voller Größe zu erheben und seine Macht zur Schau zu stellen – gebleckte Zähne und im wahrsten Sinne des Wortes tierisches Gebrüll. Und wir standen irgendwas unter 10 Meter daneben und waren instruiert, einfach ruhig stehen zu bleiben (vergleiche auch „Bär“ in „Mörderischer Vorsprung“…). Ich weiß nicht, wie sich Faszination noch steigern lässt. Dann zeigte sich in den Baumkronen auch noch Frau Chef mit dem anderthalb Jahre alten Nachwuchs – auch ohne den Gedanken an anstehende Strapazen wollte ich eigentlich nur noch sitzen bleiben und die Nacht mit den Herrschaften verbringen.


Mama Gorilla und anderhalbjähriges Baby, darunter ein „Teenager“
Gorilla Mom and her one and a half year old, a „teenager“ below

Aber das war natürlich nicht möglich… ein laaaaaaanger Rückweg stand uns noch bevor. Und da der Big Boss sich langsam auf den Weg weiter hangabwärts machte, wollte der Rest gerne folgen, traute sich aber nicht wegen uns, so dass das Geschrei immer größer wurde und wir als weitere Maßnahme in den zweifelhaften Genuss von Gorilla-Exkrementen von oben kamen, was dann weniger Anlass zur Ekstase gab.

Belassen wir die Beschreibung des Rückwegs damit, dass es alptraumhaft war und ich danach durchaus in der Lage gewesen wäre, jeden, der mich von meiner Digitalkamera mit den Fotos hätte trennen wollen, kaltblütig und ohne mit der Wimper zu zucken mit meinem frisch geschlagenen Bambus-Wanderstab zu pfählen. Eins ist sicher: Massentourismus stellt für diese Gorillas keine Gefahr dar…

Im Basislager gab es dann zum dritten Mal in weniger als 24 Stunden Reis mit Rindfleisch und Sauce, was eilig runtergeschlungen werden musste, da uns ja noch der Abstieg zum Parkeingang und die Heimfahrt bevorstand, wo wir dann auch ankamen:

Die Gruppe zurück am Parkeingang – kurz vor dem Zusammenbruch
The group back the park entrance – ready to crash

Was für ein Trip – es ist nun Mittwochmorgen danach und ich habe immer noch Muskelkater, unglaublich. Ostern 2008 war wohl DAS Ostern, dass mir am besten in Erinnerung bleiben wird 🙂
Auf bald!