A Day in… the Watersheds of Zerafshon Basin


In Sarvoda, einer ehemals modernen Bergbausiedlung mit Wohnblöcken, Heizkraftwerk und Kino, biegen wir von der M34 ab und machen uns auf in das erste von insgesamt sieben Wassereinzugsgebieten, die im Rahmen eines ehrgeizigen Projekts von fünf Hilfsorganisationen betreut werden: Pasrud. Es geht dabei um nachhaltige Bewirtschaftung und Schutz natürlicher Ressourcen und Wasservorkommen in den oberen Einzugsgebieten des Zerafshon. Das soll – ganz grundsätzlich gesagt – passieren durch eine Sicherung der Lebensgrundlage für die Bevölkerung in diesen Gebieten (etwa 70.000 Menschen): nachhaltige Armutsreduzierung durch bewussten Umgang mit den Ressourcen bei verbesserter Ernährungssituation.

We take a turn off M34 in Sarvoda, a formerly modern mining settlement with housing blocks, heating plant and movie theater, towards one of a total of seven water catchments which are managed as part of an ambitious project of a consortium of five non-governmental organizations: Pasrud. It’s all about protection and sustainable management of water and natural resources in the upper catchments of the Zerafshon basin. This is supposed to happen – to sum it up – via a stabilization of livelihoods of the population (about 70,000) through sustainable poverty reduction via conservative utilization of the resources for an improved food and nutrition security.

Bergbau? fragt man sich… Unter anderem Steinkohle, die Flöze liegen teilweise direkt an der Oberfläche. Fotografisch festgehalten habe ich nur kleinere Anlagen, die teilweise unglaublich an steile Felswände „geklatscht“ scheinen. Aber es gibt auch Abbau im großen Stil, was auf dem Weg nach Dushanbe, auf dem sich ein Kohle-beladener LKW an den anderen reiht, nicht zu übersehen ist.

Mining? one wonders… Hard coal, among others, with the beds to been seen protruding from the mountains in places. I managed to take pictures only of the smaller enterprises which were often precariously situated, seemingly „glued“ to steep mountain sides. But there is large-scale mining, too, which you can’t miss going back to Dushanbe where all you seem to be doing is pass one coal truck after the next.

Doch zurück zum Thema… aber eigentlich ist es Teil des Themas, wenn du bei der Trinkwasserversorgung einer Ortschaft feststellen musst, dass der eigentlich vorgesehene Fluss dafür nicht in Frage kommt, da schwerst belastet durch Einleitungen einer Goldmine. Und auch wenn sich alles ums Wasser dreht, geht es in diesem ersten besuchten Einzugsgebiet erstmal nur indirekt um Wasser: Testfelder anhand derer man rausfinden möchte, wie sich die Qualität der Weideflächen verbessern lässt. Mehr Gras und variantenreicheres, so dass man größere und gesündere Herden halten kann. Von der Maßzahl „Großvieheinheit pro Hektar“ sollte man sich nicht verwirren lassen: hier oben (wir kamen bis etwa 2.300 m) sind wohl eher Schafe das Vieh der Wahl. Außerdem gibt es Testflächen, die mit Terrassierungen, dem Anbau trockenresistenter Büsche und Scheibenpflugtechniken experimentieren. Der Weg war ziemlich belebt mit bepackten Eseln, die natürlichen Dünger aus den Orten zu den Feldern transportiert haben. Wie so ziemlich alles hier eine langwierge Arbeit.

But let’s return to the subject… but actually, the mining is also part of it if you’re trying to figure out how to set up a drinking water supply for a village and find out that you can’t use the river you thought to use because it’s polluted by the gold mine upstream. Even if all is about water here, I get to see activities in this catchment that are at first sight only indirectly related to water: demo plots on which tests are being run to find out how to improve pasture quality. The goal is to find a way to grow more grass and more varied pasture in order to be able to have larger and healthier herds. If you want to phrase it more academically, you speak about „livestock units per hectare“. We reached about 2,300 m and not that far below there were more demo plots experimenting with banking, cultivation of drought resistant bushes and low-tillage techniques. The „road“ was pretty busy with donkeys carrying sacks of natural fertilizer from the village to the fields. A time-consuming and tiring work, like so many here.

Ja, ich konnte mich mit den Fotos nur ganz schwer entscheiden! Neben vielen anderen Dingen kann einen die Landschaft hier, in mehrfacher Hinsicht und im positiven Sinn, fertig machen: Hochgebirge an sich, mit atemberaubenden Felsformationen, die nach jeder Kurve wieder komplett anders aussehen und an mancher Stelle ein wahnsinniges Farbspektakel bieten. Hier kann man, wenn man mit der Höhe umgehen kann, wunderbar wandern. Die kleinen Orte sind auch, in bescheidenem Maße, auf Touristen eingestellt und bieten Homestays an. Eine Wanderkarte gibt es auch. Lust?

Yes, I had a hard time deciding which pictures to include. This landscape can really be too much (in a positive sense) on many levels: high mountains, breathtaking rock formations and a completely different look every time you turn a corner and sometimes the colors are almost too much to take in. If you can handle the altitude, this is a hiker’s heaven. You can get a map with hiking trails. The villages are prepared for tourists, too, and offer home stays. Wanna try?

Weiter geht’s zum Madm-Tal, wo es riesige Aprikosenhaine gibt, kurz vor der Blüte. Ich bin vielleicht zwei Wochen zu früh dran – es muss ganz wunderbar aussehen. Alles, was da so rot wirkt an den Bäumen, sind die Knospen. Hier gibt’s wieder ein Testfeld zu begutachten: Anbau von Obstbäumen mit Wasserversorgung. Ein Tank oberhalb des Testsfelds wird durch eine solarbetriebene Pumpe versorgt, so dass auch in den Sommermonaten, nach der Ernte, gegossen werden kann. Die Wasserversorgung dann ist wichtig, damit die Bäume quasi in der Vorbereitung auf die nächste Saison nicht in Stress geraten. Dazu gibt es Trainings im Pflanzen und Obstbaumschnitt, damit auch in dieser Hinsicht das beste rausgeholt werden kann. Dazu kommt, dass die bestehenden Aprikosenbäume schon viel Totholz aufweisen und dann gelegentlich auch mal ersetzt werden sollten.

On we go to the Madm valley, to large apricot groves, about to bloom. I’m maybe two weeks early – it must be an amazing sight. Everything that looks red on the trees are buds getting ready to bloom. There’s another demo plot here: cultivation of fruit trees with water management. A tank higher up on the hill is filled with the help of solar-powered pumps so that the trees can be watered in the summer months, too, after the harvest. It’s important to have water around then as well so that the trees don’t get stressed in preparation for the next season. Add to that training in planting and pruning and things look good for a higher yield. The old apricot trees feature a lot of deadwood already and should be replaced at some point in the not too far future.

Im langsam weniger werdenden Tageslicht war Kum der letzte Anlaufpunkt, wo wir uns die Uferbefestigung des Kum mit Gabionen (diese steingefüllten „Käfige“) angeguckt haben. Als Gartenbauelement finde ich die immer ziemlich fragwürdig bis geschmacklos, aber hier sind sie offenbar am richtigen Platz. Die Dorfgemeinschaft wies außerdem darauf hin, dass eine neue Brücke vielleicht auch mal eine Maßnahme wäre. Könnte man drüber nachdenken, aber da sollte erstmal geklärt werden, ob sie die notwendige Eigenbeteiligung stemmen können.

In the fading daylight we reached Kum where we had a quick look at the bank reinforcement by way of gabions (those „cages“ filled with rocks). I always find them a spectacularly bad choice in landscape gardening but here they seem to be in the right spot. The community took the opportunity to mention that a new bridge could be a helpful measure as well. That could be taken into consideration but the community would need to discuss how to make sure they can offer the financial contribution that would be expected of them.

Das war nur ein kleiner Einblick in einen sehr vielfältigen Korb an Maßnahmen und Aktivitäten. Da wären u.a. noch Latrinen-/Toilettenbau, Kanalrehabilitation, die Unterstützung von Frauengruppen, Saatzuschüsse, die Bildung von Gesellschaften zur Organisation der Wassernutzung, Vermarktung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Trainings, Trainings, Trainings. Aber damit muss hier Schluss sein – Glückwunsch an alle, die bis hierher gekommen sind!

This was just a glimpse into a very varied „basket“ of measures and activities. Add to that the construction of latrines/toilets, canal rehabilitation, the support of women’s groups, grants for seed purchases, the formation of water user associations, marketing of agricultural produce and trainings, trainings, trainings. But this just has to be the end of it – congrats to all who made it this far!

Barbara

3 Kommentare zu “A Day in… the Watersheds of Zerafshon Basin

  1. Was du erlebst ist ganz große Klasse! Man kann Dich nur bewundern, wie du all die Extremsituationen meisterst und auch noch so interessant und lebendig davon berichtest. Komm gut nach Hause

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  2. It breaks my heart so see how hard life can be for many people… Thankfully there are people like you in the world who do your best to help… It’s so easy to forget how fortunate we are and complain about the little things. Thanks so much for sharing and I hope that things are successful and bring a happy outcome.

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