Madagascar | Isalo National Park

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Okayyyyyy – ich gebe es ja zu: ohne dieses frühe Aufstehen wären solche Bilder nicht möglich. Und frühes Aufstehen war angesagt, denn der Weg zum Isalo Nationalpark war einer der längeren in unserer Route.

Alright, alright – I admit it: pictures like the one above would not have been possible without this constant getting up at ungodly hours. And that was again part of the plan of getting to Isalo National Park. That stretch was one of the longer ones on our route.

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Reisfelder, geschweige denn -terrassen, waren bald nicht mehr zu sehen, dafür wurde es erst felsiger und die ersten Personen mit interessanten Frisuren wurden gesehen. Auch Zebus gab es noch einige. Der Trupp hier erinnert mich irgendwie an eine Bande Geächteter, wie sie durch den Ort ziehen.

Rice paddies, let alone terraced ones, were soon a thing of the past, instead the landscape got increasingly rocky and the first persons with interesting hairdos were spotted. Some zebus were left, too. This group here makes me think they were a band of outlaws roaming the village…

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Dann erreichten wir das Plateau de Horombe, vierzig Kilometer fast absoluter Einsamkeit in einer savannenähnlichen Landschaft – „Little House on the Prairie“ schoss mir durch den Kopf (der Originaltitel von „Unsere Kleine Farm“):

Then we reached the Plateau de Horombe, fourty kilometers that felt completely deserted in a savannah-like landscape – I decided to call that picture „Little House on the Prairie“:

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Und Menschen sah man auch so gut wie gar nicht mehr.

And people were few and far inbetween, too.

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Am frühen Nachmittag erreichten wir Ranohira, den Ort am Park. Nach einem Mittagessen haben wir uns ein bisschen orientiert und einen Führer für den kommenden Tag klargemacht. Plan: in ungefähr sechs Stunden zwei Trails verbinden. Es stellte sich dann raus, dass das so ziemlich jeder macht.

We reached Ranohira, the town at the border of the park, by early afternoon. We had a quick lunch and got some information – and hired a guide for the following day. The plan: a hike that combines two trails in about 6 hours. It turned out later that this is what just about everybody else does, too.

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Letztlich war ich allein mit Baupage unterwegs, denn meine Freundin lag von Montezumas Rache niedergestreckt im Hotel. Ich hatte schon seit ein paar Tagen vorher schwerere Geschütze aus der Medikamententasche aufgefahren. Der Hike begann über einen Treppenaufstieg, der schon erste Ausblicke ermöglichte – unter anderem auch auf ein Grab, hoch in einer Bergwand:

I ended up doing the hike by myself (with Baupage of course) as my friend was exhausted after a night with „hotely belly“ and continued to prefer the proximity of a toilet. I had started to rely on medication a few days earlier already. The hike started with an ascent on steps and afforded the first views – among others a view of this tomb high up on a mountain:

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Der Sandstein erstrahlte in allen möglichen Nuancen von braun und rot bis gelb – die Färbung manchmal verursacht von Flechten und Moosen. Alles in allem schön… aber ich war schon mal beeindruckter.

The sandstone was gleaming in hues of brown and red and even yellow – the color sometimes caused by lichen and moss. Nice to look at… but I have to say I’d seen better.

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Gelesen hatte ich im Vorfeld von den bizarren Formationen, die Wind und Wetter aus dem Sandstein formen. Und ja, die gab es schon zuhauf:

During the preparations for this trip I had read about the bizarre rock formations, made by wind and water. And yes, they were there in abundance:

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So sind wir dann einen Weg entlang getrottet, der sich ewig zwischen den Felswänden hinzuziehen schien. Mittlerweile ging es auch schon auf den späteren Vormittag zu und es wurde wärmer. Immerhin gab es Iguanas und Elefantenfüße (Pachypodium rosulatum) zu sehen.

We were more or less silently trotting along a path between the mountains. And as we were getting towards noon, it got decidedly warmer, too. But we got to see an iguana and some elephant’s feet (Pachypodium rosulatum).

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Und dann, mit den ersten Salzkrusten auf der Stirn, sind wir vielleicht 15 Meter abgestiegen, in einen kleinen Canyon, und fanden uns in einer wahren Oase wieder – am Piscine Naturelle, dem Naturschwimmbad:

And then, the first salt crystals appearing on my forehead, we descended maybe 15 meters into a small canyon and in a small oasis really – the piscine naturelle, the natural pool:

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Das war auf diese kurze Distanz schwer üebreinander zu kriegen und ich stand erst ziemlich verdattert in der Gegend rum… war aber vorbereitet und konnte mich in den erfrischenden Pool werfen und bis zu dem kleinen Wasserfall schwimmen (man hätte auch waten können, maximal brusthoch), der warm war. Und ich hatte das Teil ganz für mich allein, zumindest für 10 Minuten – als die zwei britischen Frauen weg waren und bevor das australische Ehepaar ankam. Apropos: bis hierher, Tag 10 unserer Reise, ist uns noch nicht ein einziger deutscher Tourist über den Weg gelaufen.

I had a hard time getting that sorted in my head, this practically instant change of climate zones, and was rather dumbfounded for a while… but I was prepared and finally got into the refreshing pool and swam to that little WARM waterfall at the other end (I could have waded, too, as the water was maximum chest high). And I was all by myself, for 10 minutes at least – after the two British ladies had left and before the Australian couple arrived. Talking about nationalities: up until now, day 10 of our trip, we have not met a single German tourist.

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Doch irgendwann war Schluss und es ging wieder raus in die flirrende Hitze. Gut vier Kilometer lang, dann wurde es bewaldeter und wir erreichten einen Rastplatz und machten Mittag. Da am Tag vorher der 1. Mai war, nutzte ich das als Aufhänger für ein Gespräch.

„Ist der 1. Mai in Madagaskar auch ein Feiertag?“
„Ja.“
„Wird der groß begangen oder interessiert das keinen?“
„Nein so wirklich interessiert das keinen. Die wichtigen Feiertage sind der Unabhängigkeitstag und Weihnachten.“
„Wann ist der Unabhängigkeitstag?“
„Im Juni. Und wann feiert ihr Unabhängigkeitstag?“
Ich zögere einige Sekunden zu lang mit einer Antwort, wir starren uns an.
„Wir haben keinen Unabhängigkeitstag… wir, äh, waren eigentlich immer unabhängig… so – mehr oder weniger.“
Er guckt mich sprachlos an, grinst, lacht dann wissend und sagt nur: „Ja… klar.“
Ich beeile mich zu sagen, dass wir stattdessen den Tag der Deutschen Einheit feiern… aber es ist offensichtlich, irgendwie ist das Pipifax.

But there is an end to everything and we have to return to the scorching heat. We continue for about four kilometers before we reach a more forested area with a campsite and picknick area and break for lunch. As it was May 1 the day before I decide to start a conversation from there.

„Is May 1 a holiday in Madgascar as well?“
„Yes.“
„Is it important to people or does it just pass without much ado?“
„It’s not of interest, no. The really important ones are Independence Day and Christmas.“
„When do you celebrate Independence Day?“
„In June. And when do you?“
I hesitate a few seconds too many and we stare at each other.
„We don’t have an Independence Day… we, ahem, actually, we were more or less independent all along.“
He looks at me speechless, grins and then laughs and just says: „Yes… of course.“
I hurriedly add that we celebrate German Unity Day instead… but somehow that appears to be negligible in comparison.

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Nach dem Picknick steigen wir weiter ab, tiefer in einen Canyon, und bald sieht es schon fast dschungelartig aus. Aber es wird noch abgefahrener. Es wird eng, es wird nass, von unten und von allen Seiten, es wird richtig kühl. Wieder haben wir uns komplett woanders hingebeamt und von wo, verdammicht, kommt das ganze Wasser her?! Es kommt doch, den Gesetzen der Physik folgend, von oben – aber oben ist es staubtrocken!!

After the picknick we descend further, into another canyon and soon it starts to look jungle like. But it gets even stranger. It’s narrow, it’s wet, from below and from everywhere, it’s really cool. Again, we have practically beamed ourselves to a completely different climate zone and where, on earth, does all this water come from?! It should be coming, as per the laws of physics, from above – but it’s as dry as a bone up there!!

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Später wird mir in einem anderen Zusammenhang erklärt, dass das das besondere in dieser Gegend ist: der Boden fungiert als ein einziger riesiger Schwamm, der in der Regenzeit das Wasser speichert und die ganze Trockenzeit hindurch wieder abgibt. Ich finde das weiter schwer vorstellbar, aber so muss es wohl sein. Nach einer ganzen Weile des Streifens durch den Canyon kommen wir zum Blauen Pool, und kurz darauf zum Schwarzen Pool.

I was to learn later that this is what makes this region special: the soil works as one giant sponge that soaks up all the water during the rainy season and lets go of it all through the dry season. I still find this amazing or even incredible but I guess that it really is what happens. After quite a while following that canyon we reach the Blue Pool and little later the Black Pool.

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Die sechs Stunden waren schon überschritten, aber ein weitere Teil fehlte noch: der Nymphenwasserfall. Es wären nochmal anderthalb Stunden gewesen und 200 steile Höhenmeter (insofern eher zweieinhalb Stunden). Nach kurzer Denkpause siegte dann der Verstand und wir traten den Weg zum mit dem Fahrer vereinbarte Treffpunkt an. Wo ich nochmal diverse Fußballthemen diskutieren und ein selbst gemachtes Schwein und einen Lemur aus einer ganzen Armada aussuchen konnte.

We had already passed the 6-hour mark but one part was missing: the Waterfall of the Nymphs. Supposedly another 1.5 hours and 200 meters in altitude difference (so let’s face it: rather 2.5 hours). I considered it for a moment but then rational thinking kicked in and we started on the way to the meeting point with the driver. Where I was able to discuss soccer yet again and purchase a handmade pig and a lemur from a whole range of different young artits.

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Viele Grüße aus Madagaskar mal wieder!

And again best regards from Madagascar!

Barbara

3 Kommentare zu “Madagascar | Isalo National Park

  1. Es ist Wahnsinn,was du so alles erlebst! Die Bilder sind einmalig , und die Felsformationen sind faszinierend ( besonders der Drachenkopf).L.G.Rita

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