Spritzgebäck / Piped biscuits

Wie jedes Jahr im Advent haben wir (mein Vater und ich) uns am heutigen 3. Advent die Zeit genommen, Spritzgebäck zu backen. Es ist mir ja nicht unbedingt das liebste, aber irgendwie hat es in den letzten Jahren deutlich dazugewonnen. Aus unerfindlichen Gründen schmeckt aber nur das nach unserem „Familienrezept“ gebackene – was vielleicht in den Zutaten begründet sein könnte:

It’s been a tradition for as long as I can remember to bake piped biscuits [what a word… but apparently it is the right one] at some point during advent. So on this 3rd advent we (my Dad and I) did it again. It is not exactly my favorite but somehow it has gained in the past years. For reasons unknown I only like those made accordign to our „family recipe“ – maybe it’s due to its contents:

250g Zucker / sugar
1 Ei / egg
250g Butter
375g Mehl / flour
125g gemahlene Haselnüsse / ground hazel nuts
1 Päckchen Vanillezucker / package of vanilla sugar

… bei 180°C ca. 8 Minuten backen / bake at 180°C for ca. 8 minutes

Dose 1 von 3 / Box 1 of 3

Und ich muss hinzufügen, dass – wenn wir uns schonmal drangeben – die oben genannte Menge gleich verdreifacht wurde. Aber in anderthalb Stunden waren wir durch. Ich bin ja oft auch noch dafür, die fertigen Teile in Schokolade zu tauchen, aber darauf haben wir dieses Mal verzichtet. Als käme es kalorientechnisch darauf noch an… 😉

Let me add that – once we decide to go about the production of piped biscuits – the amounts mentioned above were tripled right from the start. But we were all done within one and a half hours. I support to add a chocolate coating once they have cooled but we passed on that this time. As if it mattered, calories-wise… 😉

Frohen dritten Advent! Have a nice 3rd advent!
Barbara

Monika


Während das Tief Monika über uns tobt und selbst hier 10 cm Schnee liegen, ziehe ich mich in mein warmes Wohnzimmer unter den erleuchteten Tannenbaum zurück… nachdem ich für einen Heimweg von ca. 3km 45 Minuten gebraucht habe. Wäre ich doch zu Fuß gegangen. Da ist es doch schön, wenn man solch ein ruhiges Winterbild vom Bonner Münster von vor ein paar Tagen betrachten kann, oder?

While the low pressure system Monika surprised us (or me at least) with a snowstorm that left 10cm of the white cover even here, I prefer to retire to my nicely heated living room and admire the tree… after I spent 45 minutes to cover 3km – I wish I’d walked. How nice to have a look at the quiet beauty of Bonn cathedral of a few days ago, don’t you think?

Mistelzweig / Mistletoe

Hin und her habe ich überlegt, mir gedacht, naja, irgendwie kitschig ist es schon, aber dann… irgendwie auch nicht… und nun hängt diese wunderschöne Mistellichterkette, die ich zu einem Mistelzweig zusammengebunden habe, im Fenster meines Esszimmers und ich muss unbedingt noch eine weitere besorgen! Oder zwei 🙂

I was considering and reconsidering, thinking that, well, it does have a kitschy air to it, but then… somehow it doesn’t… and now that these wonderful mistletoe fairy lights are hanging in my dining room window, bound together like a branch of the real stuff, I realize that I have to get a second! Maybe a third 🙂

Plätzchen / Cookies

Dieser Tage läuft ja so einiges anders, als man sich das vorgestellt hat und oft auch spontan. So entwickelte sich auch der Samstag deutlich anders als geplant. Geplant war unser Mega-Weihnachtsklatsch in meinen vier Wänden. Er wurde vorab aus Zeitgründen schon zu einem „Kaffeeklatsch light“ degradiert – und kam dann komplett zur Absage: die Eifel ist von einer Epidemie an Nasennebenhöhlenentzündungen heimgesucht.

There are many things these days that turn out a little differently than imagined and very often things happen spontaneously. Saturday was a prime example for that. Our mega Christmas coffeeklatsch was on the agenda, to be held chez moi. Due to some limitations on my part it had already been degraded to a „coffeeklatsch light“ – and was then cancelled altogether: the Eifel is under the spell of a sinusitis epidemic.

Also stand ich da, ganz unerwartet mit einem Nachmittag und Abend zur Verfügung. Eine Freundin hatte kurzfristig Zeit zum Plätzchen backen und so entschieden wir, einen Test zu fahren. In der aktuellen Ausgabe von essen & trinken Für Jeden Tag gibt es auf Seite 32 ein Rezept für Zimtstangen – mit dem Hinweis versehen, dass Zimtsterne für Romantiker und Zimtstangen für Realisten sind. Der Unterschied sieht etwa so aus:

So there I was with an afternoon and evening on my hands. A friend was readily available to bake Christmas cookies and so we decided to run a test. There’s a recipe for cinnamon sticks on page 32 of the current issue of essen & trinken Für jeden Tag – noting that cinnamon stars are for romantics whereas cinnamon sticks are for realists – the difference looks somewhat like this to the right.

Auch, wenn die Zimtstangenplatte noch geschnitten wurde und geschmacklich den Zimtsternen kaum nachstand – muss ich noch darauf eingehen, in welches Lager ich mich da einordne?

Even if the cinnamon stick rectangle was later cut into sticks and I have to say it tasted nearly as good as the stars – I don’t need to tell you which team I’m on, do I?

Wünsche einen schönen Rest-Zweiten-Advent!
Barbara

Zu Fuß / Walking

Es hat sich schon öfter als grober Fehler herausgestellt, in der Mittagszeit mit der Straßenbahn fahren zu wollen – in nicht enden wollenden Horden von unmotiviert aber laut schreienden pubertierenden Teenagern, während ich versuche, meinen National Geographic zu lesen. Wenn dann auch noch die Bahn verspätet ist wegen eines Unfalls auf der Strecke und dann bis zum Anschlag gefüllt ist, steigt man besser früher aus und geht zu Fuß. An einem perfekten Wintertag.

It has earlier been a great misjudgment but I did it again: take the tram around lunch time among huge crowds of pubescent teenagers shouting mindless things as loudly as possible while I’m trying to read my National Geographic Magazine. Add insult to injury and the tram is late due to an accident along the way and when it finally does arrive it’s filled to the brim – so you’d better get off early and walk. On a perfect winter’s day.

Verliebt / In love

Es geschah an einem Samstag Ende November. Es traf mich wie ein Blitz aus heiterem Himmel – es war Liebe auf den ersten Blick. Es war noch gar nicht kalt und ich war auf dem Weihnachtsmarkt unterwegs, eine erste Runde drehen, einfach mal gucken, was es so gibt dieses Jahr.

It happened on a Saturday at the end of November. It struck me like lightning out of a clear blue sky – it was love at first sight. Temperatures hadn’t dropped yet and I was checking out this year’s Christmas market, a reconnaisance mission.

Sie ist Anfang, Mitte 60, hat hüftlanges, graues Haar, das sie in zwei geflochtenen Zöpfen trägt, bewegt sich selbtbewusst in einem wehenden, weißen Gewand und hat selbstgebackene Köstlichkeiten dabei. Ihr runzliges Gesicht strahlt Humor und Gutmütigkeit aus. Und sie ist nicht allein…

She’s in her early sixties and sports two braids of grey hair down to her hips. Her dress is a flowing mass of white and she brings self-made delicacies. Her wrinkled face exudes humor and good-naturedness. And she’s not by herself…

Es ist das Set Luciatåg med ljusbricka von Harvesttime. Und ich weiß, ich weiß: ich hätte diesen Eintrag für den 13. Dezember aufheben sollen, den Lucia Tag, aber wie hätte ich das machen sollen?! Dieses Glück muss man teilen, oder???

It’s a set called Luciatåg med ljusbricka made by Harvesttime. And I know, I know: I should have saved this entry for December 13, for Lucia Day, but how could I have done that? I need to share this, pure bliss!!

Alle haben es mir angetan! Der lange dünne mit dem schönen Stern – der erinnert mich irgendwie an den Adlatus aus der Serie „Pfarrer Braun“, das „Weichei Gottes““, wie er sich selbst zuletzt betitelte. Die beiden anderen Frauen, auch so schön nicht dem üblichen Bild der jungen Lucia entsprechend – und der Tomte, der sich die Manteltaschen mit Keksen vollgestopft hat, sowieso!


I’m taken with every single one of them! The beanpole with the beautiful star who reminds me of a certain character in a German TV show. The other two women who both so nicely do not meet expectations as far as the perfect Lucia goes – and of course the little „tomte“ who has filled the pockets of his coat with cookies!

Die Entdeckung dieser netten Zeitgenossen ging ja noch mit einer weiteren einher. Es gibt in der Südstadt ein neues Geschäft – vertreten eben auf dem Weihnachtsmarkt. Natürlich konnte ich es nicht lassen, auch das Geschäft zu begutachten. Dieser Entschluss könnte meinen Untergang bedeuten… ich habe das Gefühl, da noch ganz oft hin zu „müssen“. Es hat mich sofort erinnert an die heißgeliebten Geschäfte an der Küste nördlich und vor allem südlich von Boston – nur besser, da, zumindest in der Weihnachtszeit, mit vielen skandinavischen Deko-Artikeln. Aber vielleicht kommt der Name des Geschäfts, SÜDSTRAND, nicht von ungefähr… klar, es kann sich um einen Hinweis auf die Südstadt handeln… aber vielleicht auch auf die „south shore“ und weiter das Cape, Cape Cod. Egal… mein nächster Besuch ist vorprogrammiert!

The discovery of these lovable little dudes came with yet another: there’s a new store around the corner – which introduces itself with a stand on the Christmas market. Needless to say, I just had to have a look at the store as well. Which could in turn mean that I am doomed… I have a very distinct feeling that I just HAVE to go there on a regular basis! It immediately reminded me of the much loved stores I frequent north and south of Boston – only better as they offer so many beautiful Skandinavian design accesories (at least during the Christmas season). Maybe the name of the store is chosen even in reference to the „South Shore“, the Cape… Cape Cod. Anyway. My next shopping frenzy is pre-programmed!

Der Baum / The tree

Es hat alles etwas länger gedauert… erst das Abtrocknen, dann die Feststellung, dass ich eine weitere Lichterkette brauche (es sind jetzt ca. 250 Birnchen), dann wiederum, dass es auch noch ein paar Kugeln mehr sein könnten, Elche gibt es eh nie genug. Aber das Ergebnis ist wunderschön und ich freu mich auf heute Abend – da ich ab morgen ein paar Tage nicht da sein werde, gönne ich mir entgegen aller meiner Traditionen den erleuchteten Anblick schon am Vorabend des ersten Advent. Aber hier ist er:


Gestern Abend hat es mich dann noch halbwegs spontan zum allerersten Mal überhaupt zum Nikolaus-Markt auf der anderen Rheinseite verschlagen – was für ein nettes, kleines Ding! Der übersichtliche Markt war gut besucht, aber aufgrund der Kälte gingen wahrscheinlich Glühwein und Krakauer deutlich besser, als Geschenke jedweder Art. Am Stand der KFD der Gemeinde konnte ich ein paar Stricksocken erwerben (denn mein erster eigener Versuch ist immer noch nicht über die Ferse hinausgekommen), kleine weihnachtliche Kerle an einem anderen – und natürlich ein Besuch beim Motorsägenkünstler meiner Wahl, wo ich neben einem Stern aus Thuja einen kleinen Tannenbaum aus Ahornholz erwerben konnte. Da riecht’s so gut und sieht so warm aus – trotz der feuchten Kälte gestern. Und ein lockeres Schwätzchen lässt sich auch schön halten. Heute und morgen hat man noch die Möglichkeit! 😉

Ich. Bin. Glücklich.

… weil es schneit.
… weil gleich mein Weihnachtsbaum geliefert wird.
… weil sich meine Kaminofen-DVD ganz fantastisch macht 😉
… weil ich einen wunderschönen Adventskranz bekommen habe.
… weil ich mir einen Adventskalender gekauft habe.
… weil ich heute in Ruhe ein paar Dinge erledigen kann.
… weil ich vielleicht den Weihnachtsmarkt begutachten kann.
… weil ich ein schönes Buch lese.
… weil der Duft von Weihnachtstee durch die Wohnung zieht.
… weil ich die Weihnachts-CD’s raushole – und einlege.

… und weil Mama vorerst nicht wieder unter’s Messer muss.

Jetzt ist er da... und muss noch ein bisschen trocknen!

Unterwegs im Herbst


Der Herbst ist da – manchmal schön, wie bei den Sonnenblumen und anderen im Botanischen Garten am letzten Wochenende, manchmal so grau und etwas trostlos wie gerade jetzt, mit leichtem Nieselregen. Heute vormittag spazierte ich die Poppelsdorfer Allee hoch und stellte erfreut fest, dass es schon Kastanien zu sammeln gibt und es schoss mir durch den Kopf, dass Kastanien für mich das schönste am Herbst sind – wie Schlüsselblumen das schönste am Frühjahr. So hob ich also eine Kastanie vom Boden auf, schob sie von einer Hand in die andere, drehte und wendete sie in einer Hand und bewunderte die glatte Oberfläche. Im Geiste pfiff ich ein Liedchen vor mich hin, warf die Kastanie übermütig in die Luft und testete meine motorischen Fähigkeiten, indem ich ihren freien Fall durch einen einem Volleyballaufschlag von unten ähnlichen Schlag jäh beendete und sie auf die Grünfläche schickte. Federnden Schrittes ging ich nach Hause und dachte nicht weiter darüber nach – bis ich das Badezimmer putzte und feststellte, dass ich doch allen Ernstes einen Bluterguss davongetragen habe: einen fetten blauen Fleck auf dem untersten Fingerknochen am Zeigefinger (oder auch phalanx proximalis II, wie ich mich kundig machte… interessanter Begriff). Ehrlich…

Und das noch vor der Abreise nach Liberia morgen – eine zweiwöchige Dienstreise mit dem Besuch unterschiedlichster Standorte. Ich bin sehr gespannt… auf die schwüle Hitze, auf die hoffentlich letzten Ausläufer der Regenzeit, auf Land und Leute ganz allgemein und überhaupt. Was verbindet man allgemein mit Liberia? Nicht viel… Bürgerkrieg. Irgendwie Ärger mit dem Nachbarland Sierra Leone und Blutdiamanten. Und irgendwie hängt ein ehemaliges Topmodel da mit drin… so oder ähnlich nimmt man das Land wahr, wenn überhaupt. Ich wusste schon länger, ohne darüber nachzudenken, dass die Flagge der US-amerikanischen nicht unähnlich ist. Das kommt nicht von ungefähr: Liberia war gedacht als Land zur Wiederansiedlung ehemaliger amerikanischer Sklaven und war einer der ersten unabhängigen Staaten Afrikas. Und ab morgen wird sich dieses und anderes Wissen hoffentlich mit Leben füllen. Seit heute läuft auch die Malaria-Prophylaxe und wenn ich mich auch nicht in der ersten Stunde nach Einnahme übergeben musste oder halluziniere, so habe ich doch Kopfschmerzen und hoffe, dass das in den nächsten drei Wochen kein Dauerzustand wird.

Ich melde mich – hoffentlich direkt aus Westafrika!
Schönen Restsonntag
Barbara