A couple of days in… SPREEWALD!


Im Januar machte meine Freundin Anna aus Finnland den Vorschlag, eine gemeinsame Urlaubswoche zu planen. Erst ging es um eine Woche wandern, entwickelte sich dann aber zu einer Woche Berlin mit einem Ausflug in den Spreewald, einem UNESCO Biosphärenreservat etwa 80 km südlich von Berlin. In der Hauptstadt ging quasi der komplette erste Tag damit drauf, Sven zu treffen. Auch er gehört zu unserer Gruppe der Austauschstudenten, die wir uns 1998/99 in Lund kennengerlernt haben. An einem regnerischen Tag saßen wir geschlagene achteinhalb Stunden in einem Restaurant und haben gequatscht. Es hätte auch noch weitere acht Stunden so weitergehen können…

It was back in January when my friend Anna from Finland suggested that we go on a one-week vacation together. At first it was about hiking but then evolved into a trip to Berlin, including a couple of days in Spreewald (Spree Forest), a UNESCO biosphere reserve about 80 km South of Berlin. In the capital, however, practically all of the first day was spent meeting Sven. He was also part of our group of exchange students at Lund University who met in 1998/99. On this rainy day we spent eight and a half hours sitting in a restaurant and chatted away. And I think we would have continued for eight more hours if we hadn’t had to think about the early morning train…

Mit dem Zug ging es bis Vetschau, von wo wir mit dem Bus gleich weiter wollten nach Burg – uns aber dann doch entschieden, uns den Ort noch anzusehen. Das ist eine Ansage, denn der nächste Bus kam erst drei Stunden später. Dazu auch gleich die Anmerkung: Spreewald mit ÖPNV ja, aber nur, wenn man die Unterkunft im Zentrum einer Siedlung hat (hatten wir nicht…). Drei Stunden lassen sich in Vetschau schwer totschlagen. Das Zentrum ist wunderbar saniert, aber ich habe es alles in allem als ähnlich tot wie Putbus empfunden. Zu dem Stopp hat uns die Wendisch-Deutsche Doppelkirche bewegt:

We took the train to Vetschau from where we were going to take a connecting bus to Burg – but then decided to wait for the next one and have a look at Vetschau, too. That is saying something as the next bus was going to depart three hours later. A quick note on exploring Spreewald by public transport: yes, but only if you have booked accommodation in the center of a village (we hadn’t…). Three hours to kill in Vetschau is a tough call. The center has been nicely rehabilitated but to me it felt about as dead as Putbus. It was the Wendish-German double church that made us decide to have a closer look at the place:

Die Kirche war erst nur eine „normale“ Kirche der wendischen Bevölkerung und wurde später (1690-93), mit wachsender Größe der deutschen Bevölkerung, um den deutschen Teil ergänzt – verbunden über die gemeinsame Sakristei und der eine Turm wurde auch als ausreichend empfunden. In einem Café haben wir über einem Latte und einer Schillerlocke die Bücher ausgepackt und auf den Bus gewartet. Gegen 17 Uhr hatten wir über diverse Umwege unsere Unterkunft erreicht, wo wir angeblich keine Reservierung hatten, aber dann doch noch unterkamen. Für den nächsten Tag hatten wir uns die 35 km lange Heuschober Fahrradtour ausgeguckt.

The church was at first only a „normal“ church of the Wendish population in the area and was later (1690-93), when the German population had grown, added to with the German part. The two of them are connected by a shared vestry and there’s also only one steeple. We then took out our books and had a lengthy stay at a café where we enjoyed a latte and a „Schillerlocke“ (some pastry). It was about 5 p.m. when we finally made it to our guesthouse where they did not have our reservation but still found room for us. We then sat down to decide on the bike tour for the following day, the 35-km „Ride of the Hayricks“.

Den Bismarck-Turm in Burg haben wir bestiegen, aber die Aussicht war mit Wald und Windmühlen und Kraftwerken in der Ferne nicht sehr abwechslungsreich. Die Radtour hat uns aber großen Spaß gemacht und war größtenteils sehr gut ausgeschildert. Es ging durch Ortschaften, über die Felder, ganz wenig auf Landstraßen – und auch direkt an den Fließen lang:

We climbed the Bismarck Tower in Burg but the view was a bit boring: trees, trees and more trees, windmills and power stations in the distance. The bike ride was a lot of fun, though, and the route was properly marked. I t took us through the villages and fields and only short stretches on the roads – and some of it right next to the flow lines:

Wir kamen dann im Spreelandmuseum in Lehde an, einem Freilandmuseum. Leider setzte da auch der Regen ein, aber es hat mir trotzdem ausgesprochen gut gefallen. Da es weiter regnete und regnete entschieden wir uns, noch einen nachmittäglichen Snack zu nehmen und auf ein Abebben zu hoffen: mit Hefeplinse (im Bild links oben). Was die kulinarischen Erfahrungen angeht, verstehe ich nun auch den Hype um die Spreewaldgurken. Das erste Mal davon gehört habe ich durch den Film Good bye, Lenin! (!) und habe mich immer gefragt, was das soll… andere Gürkchen sind doch auch gut. Ja, mag sein. Aber die reine Auswahl an verschiedensten Gurken, die dann wiederum noch unterschiedlich eingelegt sind, war doch erstaunlich und sehr lecker. Die Grützwurst hingegen… um es mit Anna zu sagen: „Wenn man nicht darüber nachdenkt, was es ist und nicht guckt, wie aussieht, ist es ganz okay!“ Finnische Diplomatie.

We reached the Spreewald Museum in Lehde, an open air museum. Unfortunately, that was when it started to rain, too, but I still enjoyed it very much. The rain would not stop so we decided to have an afternoon snack and hope for improvement: with some special local pancakes called Plinse (upper left corner in the picture). As for culinary experiences in general, I now understand the hype about the Spreewald pickles, too. I first heard about them in the movie Good Bye, Lenin! (!) and always wondered… other gherkins are yummy, too? Well, yes – but the sheer variety of them, preserved in all kinds of different spices etc. was rather amazing and very delicious. The „Grützwurst“, however… or as Anna put it: „If you don’t think too much about what it’s made from and don’t look at it too closely, it’s pretty okay!“ Finnish diplomacy.

Am folgenden Morgen machten wir keinen langen Prozess und begaben uns mit dem Taxi zum Bahnhof Vetschau und fuhren nach Lübbenau, wo es uns nach einer kurzen Runde im Zentrum zum Kleinen Kahnhafen verschlagen hat. Und dann ging es holterdipolter, denn es waren gerade noch zwei Plätze frei und ehe wir’s uns versahen, waren wir auf einer vierstündigen Tour. Und es war wunderbar.

We didn’t think twice the next morning and called a taxi to take us back to the train station in Vetschau. From there, we went to Lübbenau, had a short tour of the center and then happened to walk to the small barge harbor. And then things happened very quickly: a barge was ready to depart but still had two seats so we practically just jumped on and were on a four-hour ride which was just wonderful.

Es war so still, so friedlich. Der Kahn ist einfach nur so dahingeglitten, hin und wieder wurden wir von Paddlern überholt oder ein anderer Kahn kam uns entgegen. Es waren ungefähr 20 Leute auf unserem Kahn und der „Kapitän“ hat uns quasi ohne Unterlass sehr unterhaltsam und informativ die Kulturlandschaft näher gebracht. Eine absolute Empfehlung – und lasst euch nicht auf die zweistündige Fassung ein.

It was so quiet, so peaceful. The barge was just gliding on the water, every now and then we were overtaken by people in cayaks or another barge passed. There were about 20 people on our barge and the „captain“ did a great job at giving us detailed insights into this cultivated landscape – very informative and entertaining at that. A must-do – and don’t go on one of the short two-hour rides.

Es ist tatsächlich so, dass viele Häuser nur per Boot erreichbar sind – und auch die Post per Kahn kommt. Die Briefkästen hier sind oft ziemlich besonders: sozusagen Modellvarianten eines traditionellen Hauses, oft groß genug, um auch Päckchen entgegennehmen zu können. Das wäre was für mich!

Many of the houses can only be reached by boat – and even mail is delivered by barge. The mailboxes are often very special: they look like small scale models of the traditional houses and are often large enough to receive parcels, too. I would love to have one of those!

Ich möchte mal behaupten, dass mich der Spreewald wiedersehen wird… gerne möchte ich mal selbst paddeln und noch die eine oder andere weitere Fahrradtour unternehmen. Und einige Töpferwerkstätten aufsuchen. Noch viele Hefeplinse essen 🙂

I think it’s save to say that I will see the Spreewald again… I’d love to do some cayaking, too, and try a couple more of the bike tours. And find some of the potteries. And eat many more „Plinse“ 🙂

Barbara

2 Kommentare zu “A couple of days in… SPREEWALD!

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