A Couple of Days in… LUND!

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Die Fährüberfahrt nach Schweden hat problemlos geklappt und nach all dem trüben Wetter bin ich in Trelleborg bei gleißendem Sonnenlicht von Bord gefahren und gleich durchgedüst nach Lund. Lund ist ein Ort am südlichsten Zipfel Schwedens, ein bisschen nördlich von Malmö. Für mich ist er bedeutend, weil ich dort vor vielen Monden mal ein Jahr studiert habe. 2002 war ich nochmal dort und seitdem nicht mehr. Deswegen wird das jetzt vor allem ein Nostalgie-Post… der am ehesten was ist für meine Freunde von damals – Kommentare willkommen!

The Baltic crossing to Trelleborg was uneventful and when I got there the dull weather of the previous days was all but forgotten: I drove off the ship in bright sunshine and floored it all the way to Lund. Well, as far as you can floor it, that is… speed limits abound. Lund is a city at the southernmost tip of Sweden, a little north of Malmö. For me it carries significance as I studied here for a year many moons ago. I had returned for a visit in 2002 but that was the last time. So this is bound to be a post reveling in nostalgia… friends from the Lund days will probably enjoy it most – comments welcome!

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Als erstes bin ich in ein neueres Wohngebiet gefahren, wo eine Freundin, die in Schweden geblieben ist, nun mit ihrer Familie lebt. Da gab es schon mal ein leckeres Barbecue – und auf dem Weg dorthin (im Norden der Stadt), die Feststellung, dass die Zahl der Firmen, die dort angesiedelt waren, sich vervielfacht haben muss. Es schien mir deutlich größer und die Gebäude deutlich höher als ehedem. Aber dann ging es auch schon ins Zentrum der Stadt und nach einem Besuch in Mormors Bageri zu Princesstårta und Kaffee trennten sich unsere Wege wieder. Vorläufig.

The first thing I did was go see a friend who stayed on in Sweden and now lives there with her family in a rather new residential area of Lund. Well… new-ish. I was treated to a yummy barbecue – and on the way there (in the north of the city) my impression was that the number of companies that have settled in that area must have multiplied. It appeared much bigger – and the new buildings taller than what I remembered. But then we went to the center of the city and after a visit at Mormors Bageri for Princesstårta and coffee our ways parted. For the time being.

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Vorher war ich noch schnell in meiner äußerst empfehlenswerten Unterkunft gewesen, wo ein Leihfahrrad inklusive war – und machte den Fehler, den Stadtplan dort zu vergessen. Irgendwann kam ich dann am Mårtenstorget an, wo es zu meiner Enttäuschung keine Pølserbude mehr gibt. Nicht, dass Pølser an sich ein Hochgenuss wären, aber so auf die guten alten Tage hätte ich schon noch einen genommen. Jetzt gibt’s eine Kebab-Bude, die wahrscheinlich besser ist, aber nicht das richtige war für den Tag. Und Leihfahrräder gibt es dort auch, für sehr erschwingliche 25 SEK für 3 Tage (ca. 3 Euro). Ich denke immer noch, dass ich das falsch verstanden habe.

Before that, I had made a quick visit to the place where I was going to stay for two nights (highly recommended) where a bike was part of the deal. And then I forgot the map there. I somehow reached Mårtenstorget a lot later than necessary and discovered that the pølser stand was gone. Not that pølser as such were a delicacy but I would have liked to have one for old time’s sake. Now it’s a kebab stand which is very likely a whole lot better but it just wasn’t the right time for kebab. And you can now easily get bike rentals there… apparently at 25 SEK (about 3 Euros) for three days but somehow I still think I must have gotten something wrong there.

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Das Universitätsgebäude habe ich problemlos finden können – aber insgesamt bin ich erstmal eine geraume Zeit total desorientiert durch die Innenstadt getorkelt und war fassungslos, dass ich es so schwer hatte, mich zurecht zu finden. Jetzt kann man sagen, okay, 14 Jahre sind auch eine lange Zeit… aber trotzdem, ich habe so Dinge eigentlich gespeichert. Und dann kam so langsam ein Kopf dran, als ich verstanden habe, dass Åhléns, quasi der Kaufhof Schwedens, umgezogen war. Offensichtlich war das auf meiner „mental map“ ein wichtiger Bezugspunkt. Dom? Viel zu einfach – dann lieber Åhléns, wo ich, zumindest in meiner Erinnerung, nicht wirklich häufig eingekauft habe. Apropos Dom. Auf der Sonnenseite sitzen immer noch Studenten und andere Sonnenanbeter (siehe oben). Diese Seite guckt nun auf ein neues Gebäude(teil), und ich habe lange davor gestanden und überlegt, ob ich es gelungen finde. Ich bin zu der Überzeugung gekommen: leider nicht.

It was easy to find the University – but in all I was stumbling through the center like a decapitated hen (as we so graphically put it in German) for a while and just couldn’t believe that I had such a hard time finding my way around. You might say, well, it’s been 14 years after all… but still, I usually remember things like that. And then suddenly I realized what at least partly caused the problem: Åhléns (a department store chain) had moved. Apparently, it was a very important landmark on my mental map. The cathedral? Way too easy – then I’d rather use Åhléns, where I didn’t even shop that much… at least if my memory is not playing games with me. Talking about the cathedral, though. There are still scores of people frequenting the built-in benches (and now also movable stools) on its sunny side (see on top). This side now faces a new building (part of a building) and I have spent a while standing there and wondering whether I find it appealing. I finally decided to give it a thumbs down.

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Und auch die Tatsache, dass es das gelbe Gebäude umschließt um dann an der Kyrkogatan eine weitere Front zu bilden, hat mich nicht gewinnen können. Also, der Grundriss vielleicht schon, aber diese „Kupfertonne“ – nein.

The fact that it sort of snakes around the yellow brick building to end up having another front on Kyrkogatan couldn’t win me over. Well, maybe the ground plan but this „copper barrel“ – no.

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Ein weiterer Punkt in der Kategorie „das kann doch gar nicht sein“ war der Botanische Garten. Ich kann mich weiterhin nicht erinnern, dort jemals gewesen zu sein. Vielleicht war ich da noch nicht zum Blumen-Fanatiker mutiert… aber dass ich nicht einmal da gewesen sein soll? Aber wie sollte ich mich nicht an diesen malerischen Teich erinnern – wo es zudem noch ein nettes Café gibt?? Rätsel über Rätsel.

Another one in the unbelievable category: the Botanical Gardens. I have no recollection whatsoever of ever having set foot in it. Maybe I hadn’t become this flower-loving maniac yet? But really – just general curiosity would make you visit at least once? Wouldn’t it? How can I not remember this picturesque pond – with a cute little café right beside it?? Another mystery.

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Unterwegs in der Sölvegatan wurde sehr klar, dass der akademische Aspekt dieses Austauschjahrs nicht im Vordergrund stand… ich habe das Geografische Institut nicht wiedergefunden. Doch ach: ich fand ein Geozentrum I und ein Geozentrum II und glaube, mich dunkel zu erinnern, dass von diesen neuen Gebäuden damals schon die Rede war. Nur: der wunderbare Altbau, in dem die Geografen damals unterkamen, wird ja wohl kaum abgerissen worden sein?! Kurz vor der Dehydrierung stehend habe ich die Suche abgebrochen und am „Gamla Kirurgen“ blitzten mir Erinnerungsfetzen durch‘s Hirn – Kristoffer war dabei und Holly. Sven vielleicht auch. Aber warum wir da waren oder ähnliches… keine Ahnung.

Cycling up and down Sölvegatan I had to face an uneasy truth: the academic aspect of this exchange year was only a backdrop to everything else. I couldn’t find the Geography Department. But I found a Geo Center I and Geo Center II and I believe I remember that these buildings were being planned way back then already. The fact remains that the wonderful old building that used to house the geographers very certainly wasn’t torn down?! I was getting dehydrated and aborted the search and while passing „Gamla kirurgen“ I had a memory flash of some event there – Kristoffer participated and so did Holly. Maybe Sven also. But why we were there? No idea.

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Keinen Neubau gab’s von Sparta, dem Studentenwohnheim, in dem ich untergekommen war. Architektonisch dem Brutalismus zuzuordnen und darauf basierend denkmalgeschützt, wurden uns Verschönerungsmaßnahmen untersagt (wir hatten überlegt, den Balkon hellgelb zu streichen). Jetzt ist der Beton mintfarben und nicht mehr grau, was seiner Hässlichkeit allerdings keinen Abbruch tut. Vier dieser Blöcke stehen hintereinander und wirken wie ein Hochsicherheitsgefängnis – es wird auch weiter als Knast bezeichnet, wie mir ein eher kürzlich graduierter Student über einem Kaffee berichtete. Die Wohnbereiche sind nur noch per Zahlencode erreichbar… ich bin mir ziemlich sicher, dass alles bis zu den Briefkästen offen zugänglich war und an der Flurtür ein stinknormaler Hausschlüssel ausreichte. Ich hätte sonst mal irgendwo geklopft und gefragt, ob ich auch drinnen mal gucken kann.

Unfortunately, Sparta – my former dorm – has not moved to new premises. The architectural style (yes, there is a „school“ behind this monster) is called brutalism and because of that it’s a listed building. That’s why we were not permitted to even paint the balcony in yellow, as we requested at the time. Now the concrete is mint colored and not gray anymore but it doesn’t take away any of its ugliness. Four of these blocks are lined up next to each other and have the appeal of a high security prison – and it’s still called the jail as a rather recently graduated student told me over a cup of coffee. You can only reach the dorms with a code now… I’m pretty sure that 17 years ago you had free access to the mailboxes and then a simple key was sufficient to enter. I would have loved to knock on some dorm’s door and ask to have a look inside, too.

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Ein weiterer Dreh- und Angelpunkt in diesem Austauschjahr war das Kulturen. Es ist ein Freilicht- und anderes Museum mit einem Restaurant, wo wir immer einen Stammtisch hatten, nur Austauschstudenten, die sich aber stoisch nur auf Schwedisch unterhalten haben. Zu einem Stammtisch hat es nicht gereicht, aber hier ist mir meine Freundin wieder über den Weg gelaufen, die eigentlich an dem Wochenende schon Familienbesuch hatte, in den ich ein bisschen reingegrätscht habe – wie noch zwei weitere Male in etwas mehr als 24 Stunden. Lund ist ein Dorf…

Another center of gravity during that exchange year was Kulturen, a (not only) open air museum with a restaurant where we used to have a weekly get-together of exchange students who stoically conversed in Swedish. Or tried to. There was no get-together of the kind now but I happened to meet my friend again who was actually hosting family already on that weekend… I crashed the party, so to speak – and met her two more times in a little more than 24 hours. Lund is a village…

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Neben den aus verschiedenen Ecken zusammengetragenen Gebäuden, die man größtenteils auch von innen besichtigen kann, hatte ich einen guten Tag erwischt (mittlerweile den zweiten in Lund): es gab ca. 3 Stunden Live-Musik, traditioneller schwedischer Art. Ich habe sage und schreibe eine Stunde auf einer Bank gesessen und den Damen und Herren gelauscht, die teils abenteuerliche Instrumente spielten, und das in immer wechselnden Zusammensetzungen. Erst waren es so 5, am Ende mehr als 20. Was will man mehr: in aller Ruhe am Teich in der Sonne sitzen, der Darbietung lauschen und an Nichts denken. Hat funktioniert.

There are the houses from different parts which you can usually have a look at from the inside as well but I had chosen a good day (my second in Lund): there were about 3 hours of live music, the traditional Swedish kind – that’s probably putting it too generally: music from Skåne, the southernmost province. I actually just sat on a bench by a tiny pond for an hour just listening to the ladies and gentlemen who in some cases played really unusual instruments – and with more and more joining in. At the start there were maybe 5, at the end more than 20. There’s nothing to be desired: sitting in the sunshine by the pond, all relaxed and listening to their concert, not thinking about a thing. It worked.

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Als ich die Fähre in Trelleborg verließ, war ich kurz davor, eine Verabredung für den ersten Tag „nach Lund“ abzusagen, weil ich irgendwie das Gefühl hatte, die Zeit würde nicht reichen. Ich habe es dann nicht gemacht und die Zeit hat gereicht. Es wäre sicher schön gewesen, mich noch länger mit der Freundin auszutauschen, aber das war an diesem Wochenende ja eh keine Option. Es war gut, wie es war… und es stehen ja noch viele weitere Stationen auf dem Programm, manche weiter auf der Nostalgie-Schiene, andere ganz neue. Bald mehr davon! Hej då!

When I got off the ship in Trelleborg I had the urge to cancel the meeting I had planned for the first day „after Lund“ because I felt I didn’t have enough time. I ended up sticking to the plan and it was enough time after all. Of course it would have been nice to have spent more time with my friend but unfortunately, that was not an option on that very weekend anyway. It was good the way it was… and there are quite a few more destinations on my schedule, some of the nostalgic kind, others whole new ones. Much more to come! Hej då!

Barbara

Ein Kommentar zu “A Couple of Days in… LUND!

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