Afghanistan: Basarbesuche / Bazaar Visits


Einerseits ist es das Wetter, das mehr dazu einlädt, sich draußen aufzuhalten. Andererseits war es ein kreativer Großauftrag, der mich in den letzten Wochen in der Freizeit ziemlich gebunden hat. Aber nun ist es wieder soweit: Einblicke in den Basar in QIN.

On the one hand, it’s the weather that is more than an invitation to spend your days outside. On the other hand, I worked on a creative mega order that has eaten up a lot of my spare time in the past weeks. But now I’m back: insights into QIN bazaar.

Ich war etwas naiv unter anderem was die Herstellung von Kopien im Basar angeht.

Ein einschneidendes Erlebnis war es, im Basar die Kopie einer 50-seitigen Informationsbroschüre in Auftrag zu geben. […] Die Auftragserteilung hat eine volle Viertelstunde in Anspruch genommen. Schwierig sei das, ob’s denn auch einseitig ginge, zweiseitig wäre soviel Arbeit… Und dann 4 Afghani pro Seite, das sind immerhin teure 8 Cent. Am Ende einigten wir uns auf 150 Afghani pro kopierter Broschüre. Aber dieses Handeln für alles und jedes kostet soviel Zeit. [… ein Kollege] klärte mich auf [darüber, warum dann die Herstellung so lange dauert]: der Kopierer steht in einem Raum ohne Fenster und läuft über einen kleinen Generator, der gerade mal den Kopierer schafft. Also wird das Licht angemacht, zu kopierende Seite eingelegt, Licht aus, kopiert, Licht wieder an, neue Seite eingelegt, Licht aus,…

I was just a little bit naive about having copies made in the bazaar (among other things).

It was a drastic experience to order a copy of a 50-page leaflet in the bazaar. Merely ordering it took 15 minutes. It would be difficult and could he make it one-sided maybe as two-sided copies were so complicated… And then 4 AFA per page – that’s expensive 8 Cents after all. In the end we agreed on 150 AFA per copied leaflet. But all this negotiating is so time-consuming. A colleague later explained why the actual production took so long then: the copier is in a windowless room and is run on a small generator that just about manages the copier. So the light is switched on to put in the page to be copied, light switched off, copy made, light switched on, new page put in, light off….

Ich habe die Aufzeichnung zu den Spezialaufträgen beim Schneider nicht finden können, aber ich erinnere mich noch lebhaft an den Auftrag für Bettbezüge. Ich wollte eine Knopfleiste am offenen Ende, wie es hier so üblich ist, und habe das aufgezeichnet. Nun waren meine Zeichenkünste ja nie besonders und so kam es, dass beide aufeinanderliegenden Stoffteile am unteren Ende KnopfLÖCHER bekamen. Ich habe sie dann mit Kordel zugebunden. Ging auch. Die weihnachtlichen Stockings jedoch waren legendär, aus rotem und grünem Samt exakt nach Anleitung gefertigt, mit Goldrand.

I could not find the notes on my special orders at the tailor’s but I vividly remember the order for duvet covers. I wanted a button tab at the lower end, just like I knew it from here, and made a drawing. You have to know that my drawings have always left much to be desired and so it happened that both layers of material at the lower end of the duvet had button HOLES. I ended up tying them together with a cord. Worked well. But the stockings I ordered for Christmas were legendary, made from red and green velvet. Perfectly made to order, with a gold border.

Wieviel Gas möchten Sie denn?

How much gas would you like?

Foto gefällig?

Need a picture?

Es gab auch ein Restaurant, das wir mal aufgesucht haben.

Noch ist nicht klar, wie sich mein Verdauungstrakt damit abgefunden hat, aber der Rest von mir war ausgesprochen angetan. Irgendwo in einer der zahllosen Basarstraßen. […] Durch einen engen vorderen Raum, vorbei am laut plärrenden Fernseher mit irgendeiner an die Hitparade erinnernde Show aus Kabul ging es nach hinten. [Der Raum] vermittelte mit der Balkendecke und den ehemals weiß getünchten Wänden irgendwie das Ambiente eines Kuhstalls. Aber gemütlich. […] Wir saßen quasi wie in einer Sushi-Bar, nur nicht am Fließband sondern entlang einer langen, schmalen Plastiktischdecke in Richtung Gang. Innerhalb weniger Minuten stand vor uns ein Reisgericht mit Rosinen, dazu separat etwa 5 Stück Lamm in Gulaschgröße und etwas, das aussah wie Joghurt. Beim Probieren prickelte der wie wild auf der Zunge – ich hätte also der Tatsache, dass der in seiner Schüssel Blasen warf, vorher eindeutig mehr Beachtung schenken sollen.

There was also a restaurant where we went once.

It remains yet to be seen how my stomach has braved it but the rest of me was really impressed. Somewhere in the numerous streets of the bazaar. We went to a back room, leaving behind the narrow front room and passing the blaring TV with some seemingly old-fashioned music show from Kabul. The room with its high ceiling and beams and the formerly white walls sort of had a cow barn feel to it – very likeable. We were placed as if in a sushi bar, in a row in front of a plastic cover, facing the aisle – just that the production line was missing. Within in minutes we were served a rice dish with raisins, about 5 pieces of lamb (goulash-sized) on the side along with something that looked like yoghurt. When I tried it it made my tongue tingle like crazy – I guess I should have paid closer attention to the fact that it was bubbling in its bowl.

Es scheint überall gleich zu sein: "Papa, ich will..."

It seems to be the same wherever you go: "Dad, I want..."

Es sieht aus wie Erdnüsse… wir beschäftigen uns beim nächsten Mal mit Pistazien!

It looks like peanuts… but we will hear more about pistaccios next time!

Barbara

3 Kommentare zu “Afghanistan: Basarbesuche / Bazaar Visits

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