Mystische Vulkanlandschaft

Von Jogja ging es in einer langen Tagestour nach Batu in Ostjava – wir saßen wirklich fast den ganzen Tag im Bus und sahen mit Zuckerrohr- und Apfelplantagen leicht veränderte Landschaften an uns vorüberziehen. In Batu selbst gibt es nichts außergewöhnliches zu erleben außer den ersten Blicken auf die Vulkane des Bromo-Tengger-Massivs… wenn es denn nicht neblig ist, doch leider war es das. Aber es war eh nur als Ausgangspunkt für den Folgetag gedacht.

Weiter ging es nach Sukapura, wo wir unseren Bus ein weiteres Mal verlassen und in kleinere Vans umsteigen mussten, die uns auf ca. 2.200m Höhe und in Laufdistanz zur Tengger-Kaldera und den Vulkan Bromo brachten. Dort sollten wir im Café Lava Hostel nächtigen und dass wir nicht mehr auf Meeresniveau waren, merkte ich schon beim “Aufstieg” über 50 Stufen von meiner Hütte zur Rezeption – die ich nur mit 3 Pausen bewältigen konnte. Es ist halt weiter nichts mit mir und der Höhe.

Des Nachmittags machten wir uns trotz Nebels und Regen auf in die Tengger-Kaldera – es hatte etwas sehr mystisches im Nebel eigentlich gar nichts zu sehen außer den nächsten vielleicht 20m schwarzen, mit einer Art Wollgras bestandenen Sands. Doch langsam verzog sich der Nebel, der Rand der Kaldera wurde erkennbar und immer mehr auch die in dieser Kaldera stehenden Vulkane Batok (noch komplett sozusagen) und Bromo, dessen Spitze bei einem oder mehreren Ausbrüchen weggesprengt wurde. Dieser ist touristisch voll erschlossen: man kann Treppenstufen zu seinem Kraterrand erklimmen und dort den Göttern opfern, indem man einen Strauß Trockenblumen in die brodelnde Masse wirft, die man unter dem schwefligen Dampf, der von ihr aufsteigt, nur hören kann. Die beliebte Online-Enzyklopädie berichtet außerdem folgendes:

Nach einer Geschichte hat am Ende des 15. Jahrhunderts die Prinzessin Roto Anteng des Majapahit-Imperiums zusammen mit ihrem Ehemann Joko Seger ein eigenes Fürstentum gegründet. Sie nannten es Tengger nach den Endsilben ihrer Namen. Das Fürstentum florierte, aber dem herrschenden Paar war es nicht möglich Nachkommen zu zeugen. So kletterten sie in ihrer Verzweiflung auf den Bromo und beteten zu den Göttern, sie mögen ihnen beistehen. Diese versprachen ihnen zu helfen, unter der Bedingung, ihr letztgeborenes Kind den Göttern zu opfern. Die beiden hatten 24 Kinder und als das 25. und letzte Kind Kesuma geboren wurde, weigerte sich Roro Anteng ihr Kind wie versprochen zu opfern. Die Götter drohten mit Feuer und Schwefel, bis sie schließlich das Kind doch opferte. Nachdem es in den Krater geworfen wurde, befahl die Stimme des Kindes den Einheimischen, jährlich eine Feier am Vulkan abzuhalten. Dieses Kassada genannte Fest wird auch heute noch abgehalten. Sie besteht hauptsächlich aus einer nächtlichen Prozession zum Gipfel, wo dann Tiere, Früchte und Reis geopfert werden.

Dann ging es früh ins Bett, denn um 3:30 Uhr des Folgetages sollten wir geweckt werden, um zum Sonnenaufgang auf einer Aussichtsplattform zu sein, von der man die gesamte Vulkanlandschaft inkl. des Semeru in wunderbarem Licht würde sehen können. Leider nicht in Nebel und Regen. Zwar lichtete sich der Nebel kurzzeitig wenigstens etwas, so dass wir Bromo und Batok von oben betrachten konnten, aber es war alles in allem doch sehr enttäuschend – und das nach dem frühen Aufstehen, das in Kombination mit der Höhe mit ziemlich starken Kreislaufproblemen meinerseits einherging. Solche Aktionen werde ich mir in Zukunft sparen. Man kann sich die Dinge auch nachmittags ansehen.

Nach einem Frühstück im “Hostel” ging es auch gleich weiter, wieder runter mit den Mini-Vans durch wahnwitzigen Kohl- und Kartoffelanbau an Berghängen zu unserem eigentlichen Bus, der uns entlang der Nordostküste Javas zum Fährhafen in Banjuwangi und nach der Übersetzung nach Bali bis Lovina Beach bringen sollte. Das hat er auch anstandslos getan und so sind wir wieder auf Meeresniveau bei 35 Grad, in einem tollen Hotel mit noch tollerem Pool 🙂 Der Strand ist mau, aber egal. Eine der Mitreisenden und ich haben uns heute fünfeinhalb Stunden auf Entdeckungstour durch den Ort begeben und haben es geschafft, in keine der wirklich ÜBERALL herumstehenden Opfergaben an alle möglichen Götter zu treten. Natürlich hat auch das Hotel einen eigenen Tempel. Bei Maddi habe ich Sarongs eingekauft, eine Wäscherei haben wir aufgetan und dann auch noch Obst gekauft. Da habe ich ja in den vergangenen zwei Wochen schon einiges neues kennengelernt, wie z.B. Durian, die “Stinkefrucht”, die meiner Meinung nach weder besonders stinkt, noch besonders schmeckt, aber deren Genuss mit Alkohol tödlich sein soll… woran das genau liegt, muss ich auch irgendwann noch rausfinden. Oder Rambutan, wohl eine Litschi-Art, in der Größe einer Pflaume, rot und mit “weichen Stacheln”. Auch lecker. Aber das Highlight kam mir heute unter: Mangustinen. Die könnte ich in etwa den Mengen verzehren wie bei uns die Erdbeeren in der entsprechenden Saison. Von vielen kann man auch frisch gepresste Säfte bekommen – da ist die Wassermelone mein Favorit und den Avocado-Saft mit Schokosauce finde ich auch ganz apart. Ist dann aber eher eine Hauptmahlzeit als ein Durstlöscher.

Viele Grüße mal wieder!
Barbara

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