Umuganda

Den Tag heute habe ich genutzt, um den letzten Schliff an den Gesprächsprotokollen der Tage in Kampala zu bringen, den Sitzungsraum auszustatten und einkaufen zu gehen für die Sitzungen der kommenden Tage… so spannende Dinge wie Kaffee, Zucker, Wasser, Bananen. Und dachte danach noch: „Bananen! Ausgerechnet Bananen! Der ganze Kongo ist voller Bananen und ich kaufe Bananen für die Kollegen…“ Tja, wonach greifen die Kollegen als erstes, als sie heute Nachmittag eintrafen? Bananen.

Die Planung für den morgigen Besprechungstag wurde unerwartet zu einer logistischen Herausforderung, da wir noch nicht in einem Hotel sind – die Kollegen kommen erst morgen in meins. Das Problem: morgen ist Umuganda. Das ist ein Tag, wo zwischen 8 und 12 Uhr kein Auto bewegt werden darf und jeder aufzuräumen hat in der Stadt, Müll aufheben, Abwasserkanäle entschlammen u.ä. Ich habe mir sagen lassen, dass in Deutschland der Begriff Sobotnik gebräuchlicher ist. Jedenfalls sitze ich dann im einen Hotel, die Kollegen im anderen… Wir haben aber festgestellt, dass wir ja einen Wagen mit einem kongolesischen Kennzeichen haben – dann wird das wohl kein Problem sein, wenn dann auch noch nur Weißnasen drin sitzen, die werden nicht zum Hackenschwingen aufgefordert.

Während des Einkaufens kam ich ins Gespräch mit dem Fahrer und der Hausangestellten. Die wollten wissen, wie denn Bonn im Vergleich zu Kigali aussieht. „Kigali hat 800.000 Einwohner, habe ich gehört,“ begann ich. „Naja, in Bonn leben so um die 300.000 – Kigali ist also viel größer.“ Das Erstaunen war noch größer. „Und in Bonn leben ganz viele Studenten und alte Leute.“ Alte Leute, alle zusammen? Großes Gelächter! Was für ein langweiliges Dasein die doch fristen müssen! Der Fahrer, schon 60, wie er betonte, freut sich darauf, bald im kleinen Häuschen in Ost-Ruanda zu sitzen, die Kinder um sich herumspringen zu haben und über die Hügel zu schauen. So ein Hotel für alte Leute – das sei doch nichts! Die Hügel… „Ja,“ sage ich, „Kigali (und Ruanda) hat auch viel mehr Hügel als Bonn, da gibt es sieben auf der anderen Seite eines großen Flusses, der Rhein heißt.“ Sie haben sich fast unter die Sitze gelacht und atemlos gesagt: „Ouiiiiii! Le pays de mille collines – et mille problèmes!“ – „Jaaaaaa! Das Land der tausend Hügel [Ruanda] – und der tausend Probleme!“

Macht’s gut!
Barbara