Meine neue Küche XXL – die Doku-Soap aus Poppelsdorf, Teil 1

(Now that I have people worldwide psyched up about me rehabbing my kitchen, I will try to post a daily blog entry in English, too… just click on the “English?!” button… but as usual: pictures only on the German site.)

Lange schon hatte ich den Plan, die Küche zu renovieren (und den Flur und das Wohnzimmer und…), aber es gab immer einen Grund, warum ich das Projekt nicht angegangen bin. Meistens gingen die Gründe in die Richtung „Wer weiß, wie lange ich noch hier bleibe“ oder „Wenn ich die Wohnung dann ganz übernommen habe…“. Nun, jetzt bin ich es endgültig leid und mache es – egal, ich kann mir auch beim nächsten Becker-Hecht in der Haribo-Halle das Genick brechen. Wahrscheinlich hat diese Entscheidung zur Folge, dass das Gebäude Ende des Jahres als abbruchreif klassifiziert wird oder ich doch einen Job im Ausland annehme oder oder oder. Die Tatsache, dass ich uralte Dübel problemlos aus der Wand ziehen konnte und der Durchmesser der Löcher nun etwa doppelt so groß ist durch herausgebröselten Backstein, lässt schlimmstes vermuten. Wie auch immer, letztlich ausschlaggebend war die Reaktion des Kameramanns eines Lokalsenders, dem ich vor einigen Wochen bei der Erstellung eines Beitrags behilflich war:

„Wo filmen wir denn nun, was denkst du?“ fragte die Redakteurin ihren Kollegen.
Der antwortete ohne zu zögern: „In der Küche, die ist so schön… alternativ.“

Ich fiel fast vom Glauben ab (dass er sich dafür entschieden hatte) und war kurz davor, meine Zustimmung zum filmen in meiner Wohnung zurückzuziehen. Dann jedoch dachte ich: „Sch… der Hund drauf, ich stehe zu meinem Biene-Maja-Kalender und der Martinslaterne, die vom ehemaligen Hochbett-jetzt-Stauraum baumelt, mit dem „Religion-Poster“ des ZEIT-Wissen-Magazins daneben. Mein Musikgeschmack wurde ja schon immer als gefühlskrank beschrieben, warum sollte die Küche anders sein?!

Aber, es hing doch länger und intensiver nach, als ich gedacht hatte. So erreichte der lange gefasste Plan die nötige Reife, ich nahm eine Woche Urlaub und morgen geht es los! Wenn mich die Vorfreude nicht noch diese Nacht die Farbtöpfe öffnen lässt… dafür bin ich bekannt 😉

Hiermit habe ich es zu tun, sozusagen der „vorher-Teil“:

Klassische studentische Küche im Rheinland der 1990er Jahre (beachten Sie den zusammenklappbaren Grill unter dem versteckten antiken Sessel der 60er Jahre)
Kitchen typical for a student household in the Rhineland of the 1990s (observe the collapsible barbecue grill underneath the camouflaged antique 60s armchair)

Auch danach werde ich keinen Starkstrom haben, die Leitungen werden weiter über Putz liegen, der Ofen nicht gleichzeitig mit dem Wasserkocher und der Schnellkochplatte betrieben werden können, die Waschmaschine wird weiter 60 Treppenstufen tiefer und ein paar Schritte über den Hof stehen, eine realistische Chance im Kampf gegen wiederkehrende Lebensmittelmotten werde ich wohl erst im neuen Jahr haben, die fahren voll ab auf asiatische Produkte – aber ich liebe diese Wohnung (den Anbau eines Balkons muss ich noch üben)!

Es geht los!
Barbara

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