A Day in…. BERGEN!

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Eine Bushaltestelle mit Aussicht… ich finde, das ist ein Superurlaubsfoto. Auch wenn es ein bisschen darüber hinwegtäuscht, dass die Bushaltestelle an einer zur Rush Hour stark befahrenen Straße steht, von wo der Verkehr von den Bergen vorgelagerten Inseln zur Stadt kommt. Und man sieht nicht richtig, dass ich erstmal quasi mit Schneeketten ausgestattet werden musste, um den Berg, auf dem meine Freunde wohnen, runterzukommen…

A bus-stop with a view… I think this is the perfect vacation shot. Even though (or because?) it fails to reveal that this bus-stop is actually on a very busy road, at least during rush hour, when people from the islands west of Bergen come to the city. And you can’t really tell that I actually needed to put on quasi snow chains to come down the very steep hill that my friends live on…

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Ich finde die Dinger so praktisch – vielleicht schaffe ich sie mir tatsächlich noch an, für den einen Tag Winter in 5 Jahren, den Bonn erlebt. Es wäre der letzte Schrei. Im Zentrum dann direkt die Kamera gezückt und diesen Pavillion abgelichtet – wer weiß, wie lange das Wetter mitspielt. Eigentlich regnet es „immer“ (wenn es nicht schneit oder hagelt oder schneeregnet) – das wurde mir jedenfalls gesagt. Kein so großes Wunder, habe ich dann nachrecherchiert, kriegt Bergen doch gut 2000mm Niederschlag im Jahr ab. Meine Gegend in Deutschland so zum Vergleich ungefähr 850mm. Oder lasst uns das berühmt-berüchtigte England zum Vergleich nehmen: Schocker, Liverpool kriegt nur 796mm ab!

I’ve really come to like these things – maybe I even get myself a pair, for that one day in 5 years that winter finds its way to Bonn. It would certainly be all the rage. Less than a minute after I hopped off the bus in the center I took a picture of this pavilion – who knows how long the sun will be with us. It really „always“ rains (if it’s not snow, hail or slush that’s coming down) – at least that’s what I was told. Not too much of a surprise: I read that bergen gets 2000mm precipitation a year. Just to give you an idea: the area in Germany I come from averages about 850mm. Or let’s compare with notorious England: oops, Liverpool only gets 796mm!

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Ich mache mich auf den Weg zum Hafen… in Teilen eine Schlitterpartie, weil ich die Spikes „in der Stadt“ dann doch ausgezogen habe. Erst bin ich nicht so angetan, große, nicht wirklich ansprechende Häuser, ein riesiger Platz mit einem obskuren Denkmal. Aber dann, den Hafen schon in Sichtweite, wird es farbenfroher und die Frage stellt sich: reicht das Wetter, um die Fløyenbahn zu nehmen, für einen Blick auf Bergen von oben?

I try to find my way to the harbor… a slippery undertaking in parts because I somehow decided to take off my „spikes“ in the city. At first I’m not very impressed, large, not really eyecatching houses, a large square with an obscure mounment. But then, in spitting distance from the harbor, things start to get colorful and I wonder: does the weather hold – and make a visit up Mount Fløyen worthwhile? I just love the bird’s eye view of things!

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Ja, ich mache das jetzt – schließlich ist der Himmel noch blau! Eine halbe Stunde später ist der Himmel nicht mehr blau, aber man kann immerhin noch etwas sehen:

Yes, I will give it a try – the sky is still blue after all! 20 minutes later the sky is not blue anymore but I can still see the city:

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BER6Die paar Minuten mit der Bahn und man ist in der Natur. Jogger, Langläufer, Wanderer, Familien mit Kindern, die auf diesen… hmmmm… wir nannten sie früher „Arsch-Bobs“ im Wald wieder runterrasen, ältere Leute, die zu Kaffee und Kuchen ins Café gehen… und Barbara, die eine kurze Runde durch den teils knietiefen Schnee dreht… bevor der Blizzard kommt!

A few minutes on that funicular and you are transferred into nature. There are joggers, cross country skiers, hikers, families with children who go down the hill through the forest on these flat plastic things with a handle (don’t know what they’re called), older people who came to enjoy the view over a coffee and a piece of cake at the café… and Barbara, who is on a short round through the (in parts) knee-deep snow… before the blizzard hits!

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Ein paar Minuten warten, gucken, ob sich das Wetter ändert… aber es schien nicht so. Und gerade den Tag begonnen, kann man doch nicht gleich eine Stärkungspause einlegen?! Also dann doch wieder runter. Aber es ist ja nicht so, als gäbe es sonst nichts zu sehen. Einmal wieder unten wird das Wetter natürlich gleich wieder besser und ich entscheide erstmal, an der Hafenfront Bryggen langzugehen.

I wait a few minutes, try to figure out whether the weather is going to change… but it didn’t look like it. Having coffee and cake just after I had started my day didn’t seem the right thing to do, either. But then it’s not like there isn’t anything else to see. Once back down, of course the weather improves almost instantly, so I decide to stroll along the Bryggen harborside for a start.

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Es war nicht wirklich auf irgendeinem Plan, den ich eh nicht hatte, aber es stellt sich raus, dass die Island Clipper ein „Open House“ hatte und ich kam gerade richtig. Aso rauf und rein da! Es war ganz gut besucht (200, wie ich hier nachlas), so dass es etwas dauerte, bis ich mal rausfinden konnte, was dieses Schiff und seine Besatzung eigentlich tun. Es wird zur Versorgung von Bohrinseln eingesetzt.

It wasn’t really on my non-existent plan but it turned out that the Island Clipper had an „Open House“ that afternoon and I got there just in time. So up onboard I went. Apparently, it had all been organized quite spontaneously but there were quite a few visitors (200, as I found our here).

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Zuerst ging es auf die Brücke, wo sich schon so ein bisschen ein Enterprise Feeling breit machte. Und all die Dinge, über die man sich nie Gedanken macht (warum auch)… zum Beispiel, dass solche „Steuerungszentralen“ vorne und hinten (heißt das wohl bug- und heckwärts??) sind, je nach angesagter Fahrtrichtung. Zig Bildschirme mit frag mich was. Sonar. Ölvermutzungsfinder. Und das sind nur die, auf die ich mir einen Reim machen konnte. Und noch so ein altmodisches Logbuch, ungefähr A3. Jedenfalls dachte ich dann, okay – das war dann wohl jetzt das Highlight gleich am Anfang. Falsch.

The only partially guided tour started on the bridge where I got a distinct Enterprise feeling. And then all those things that you never think about (why would you)… for example, that these „control centers“ are both in front and in back – or should I say towards the bow and towards the stern? – depending on which direction the ship is going. Numerous screens showing all kinds of data. Sonar. Oil spill detector. And these are only the ones I could make sense of. And an old-fashioned logbook. I’m talking PAPER. Anyhow, I thought that was the highlight right at the start. Wrong.

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Aus unerfindlichen Gründen habe ich nicht das Notizbuch gezückt – vielleicht, weil mich so ziemlich von Anfang an die diversen Volumina fasziniert haben. Alle Info, die ich hier jetzt unterbringe, ist deswegen der Skipsrevuyen entnommen. 740m³ Frischwasser sind an Bord. 1100m³ Diesel. 2500m³ Ballastwasser. 3300m³ „Schlamm“ (mud) – was wohl die euphemistische Umschreibung für ein Chemikaliengemisch ist, das beim Bohren gebraucht wird. Ich musste dann auch nachfragen: „Schlamm? Wird der hingebracht oder abgeholt?“ Ja, es waren in der Sache firmere Menschen an Bord.

For reasons unknown, I did not get out my little (paper!) notebook to jot the info down – maybe because right from the start I was a bit overwhelmed by the sheer size of it all. All the info (the numbers) that follow are therefore taken from Skipsrevuyen. 740m³ fresh water is on board. 1100m³ diesel fuel. 2500m³ water ballast. 3300m³ „mud“ – what apparently is a euphemistic word for a mix of chemicals that’s used in drilling. You would have heard me ask questions like: „Mud? Do you take it to the rigs or do you bring it back?“ Yes, there were many people aboard who clearly had much more of clue than I did!

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Zement wird in großen Mengen transportiert. Das Deck hat 1000m², wo 2500 Tonnen Cargo (in Containern) untergebracht werden können. „Wie oft wird denn eine Bohrinsel mit so einer Ladung versorgt?“ Kommt drauf an, aber einmal die Woche kann es schon sein. Läuft halt im Moment alles nicht so, weil die Ölindustrie kränkelt. Deswegen sind sie ja auch im Hafen und haben Zeit für ein „Open House“. Also, der Maschinenraum „und angeschlossene Bereiche“ hat mich am meisten fasziniert. Es war dann auch egal, dass dem engagierten Guide irgendwann die englischen Fachtermini ausgingen: „Machen Sie sich da keinen Kopf – es würde mir wahrscheinlich eh nichts sagen und mich selbst auf Deutsch im Dunkeln lassen!“

They also transport cement in large quantities. The deck has 1000m² to hold 2500 tons of cargo (in containers). „How often does an oilrig need a supply trip like this?“ Depends, but it can be weekly. It’s just not quite as busy as it used to be at the moment, the oil industry is shrinking. That’s why they are anchoring in Bergen and have time for on „Open House“. Anyhow, the engine room and „affiliated areas“ really were the most fascinating part. It really didn’t matter when the guide at some point ran out of the English technical terms for things: „Don’t worry – I probably couldn’t make sense of it anyway… even in German!“

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Neben der Kapitänskajüte hatten wir so Einblick in so ziemlich alles: andere Kajüten, die Messe, die Küche, Konferenzräume, Aufenthaltsräume, OP, Fitness-Studio… Keine Ahnung, vielleicht gibt es ja noch viel mehr, was ich nicht für möglich halten würde. Insgesamt würde ich sagen: da lässt es sich aushalten. Und wat kost‘ der Spass? Wohl so um die 40 Mio Euro.

That’s the captain’s cabin but we got to see just about everything else, too: other cabins, the mess room, the kitchen, meeting rooms, sitting rooms, an operating room, a gym… I don’t know, maybe there’s lots more… In all I’d say: you could be far worse off. And what does it cost? It seems the bill came to about 40 million Euros.

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Abschließend habe ich mir dann doch noch einen guten Kaffee und noch besseren Kuchen gegönnt, bevor ich mich in dieser Abendstimmung gegen 16 Uhr auf den Heimweg gemacht habe. Morgen ist auch noch ein Tag!

After that visit I did treat myself to a good coffee and an even better slice of cake before I went home in this nice light at about 4 pm. Tomorrow will be another day!

Barbara

4 Kommentare zu “A Day in…. BERGEN!

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