Madagascar | Ambalavao

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Da sind wir wieder bei einem „A“ angekommen… ansonsten muss ich konstatieren, dass ich wohl noch nie in einem Urlaub derart regelmäßig derart früh aufgestanden bin. Verdammt oft steht eine 5 vorne. Es liegt daran, dass der Tag nach hinten raus ein sehr frühes Ende nimmt – um 18 Uhr kracht die Sonne mit Karacho weg und dann ist Schluss. Also sollte man jede Minute bei Tageslicht nutzen. Meine Motivation wabert immer um den Tiefststand, zumindest, bis wir dann wieder solche Landschaften sehen. Was ja nie lange dauert 🙂

Here we go again with another „A“… other than that I have to say that never before being on vacation meant getting up so darn early on a regular basis as this time. There is a 5 to be seen rather a lot when the alarm clock rings. That has its justification, though, as the days here are really limited towards the end. The sun more like crashes than sets here at about 6 pm and it’s pitch dark from one moment to the next. So you really want to make use of all the daylight you can get. I really admit that my motivation has a hard time getting off the ground each and every morning – until we see landscapes like this one again. Which luckily never takes long here 🙂

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Heute waren wir also auf dem Weg nach Ambalavao. Dort findet jeden Mittwoch der große Zebu-Markt statt… nun ist es schon Donnerstag und da geht er noch bis mittags und die meisten Tiere sind schon verkauft, aber man kann sich wohl immer noch einen guten Eindruck verschaffen. Erstmal fiel mir auf, dass der Ausdruck „zur Schule GEHEN“ hier noch mal eine ganz andere Bedeutung bekommt.

Today we were on the way to Ambalavao. They hold a large zebu market there every Wednesday… now, it’s already Thursday and most of the action has passed but until noon there is still business to be made and you can get an idea of what’s going on. But before we got there, I noticed that „GOING to school“ has a very literal meaning here.

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Mal zur Einordnung: Ambalavao ist ein ziemliches Kaff – die berühmte Online-Enzyklopädie gibt zwar 30.000 Einwohner an, aber es wirkt eher wie 3.000. Rote Staubpisten mit Schlaglöchern „existentieller Größenordnung“, das übliche Markttreiben in hölzernen Buden bzw. Unterständen. Und dann sieht man in der Ferne auf einer Anhöhe eine Menschenmenge, wie sonntags auf dem Fußballplatz. Da müssen wir hin. Problem: es kommen uns auf diesen vielleicht 4m breiten Beleidigungen des Begriffs Straße schwere LKW entgegen. Beladen bis unters Dach mit verkauften Zebus, die nun abtransportiert werden.

Just so you can somehow properly place all this: Ambalavao is the proverbial one-horse town – the popular online encyclopedia notes a population of 30,000 but to me it looks more like 3,000. Red earth roads with potholes „of existential proportions“, the usual market activity in wooden stalls. And then up on a hill in the distance you see the crowds, not unlike on a soccer ground in Germany on a Sunday. That’s where we’re headed. The problem: on these roads that are mabye 4m / 13 feet wide and a insult to any proper road we face huge trucks head on. They are filled to the brim with zebus that have been sold and are now being transported by their new owners.

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Über zwei bis drei Wochen lange Märsche komme die Zebus in Herden mit ihren Eigentümern hierher. Wir haben sie überall gesehen. Allerdings dann wohl eher die, die es erst nächste Woche schaffen. Es werden auch immer ganze Herden verkauft, weil man sonst Ärger mit dem Transport hat – die wollen sonst nicht. Ich dachte nur: ist ja wie bei Michel von Lönneberga… der hatte bei einer störrischen Kuh auch bemerkt, dass sie nur keine Lust hatte, allein zu gehen. Wie auch immer. Die verkauften kommen in solchen Gattern unter, bis der nächste LKW bereit ist.

The zebu herds get here with their herders walking for two to three weeks. We’ve been seeing them everywhere. But I guess those were the ones that will only make it for next week’s market. They are always sold by the herd because otherwise they’ll cause trouble with the transport. All I could think of was: just like Emil from Lönneberga did it (a children’s book hero created by Astrid Lindgren)… he noticed that the stubborn cow bought on the market just didn’t want to be by herself. Anyhow. The sold herds have to wait in these corrals until the truck is ready.

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Die meisten Hirten, mit denen ich eine Unterhaltung versucht habe, sprachen leider so gut wie gar kein Französisch. Und fällt euch was auf? So langsam sehen die Leute deutlich weniger asiatisch aus – es wird alles afrikanischer. Jedenfalls konnte der ältere Herr im Jackett, dem untiges Prachtstück gehörte, zumindest mal eine Hausnummer angeben: den würde er wohl für 500.000 Ariary verkaufen, wasd etwa 150 Euro entspricht. Das hört sich jetzt nicht so gigantisch an, aber wenn man sich vor Augen führt, dass das durschnittliche Jahreseinkommen bei 1.000 Euro liegt (habe auch noch deutlich niedrigere Zahlen gelesen), dann sieht das schon ein bisschen anders aus. Und, kurzer Einwurf: ein Liter Benzin kostet ungefähr 1,20 Euro. Kein Wunder also, wenn die Taxifahrer gelegentlich erst tanken, wenn sie auch Kunden haben.

Most of the herders I tried to strike up a conversation with unfortunately did not speak a word of French. And have you noticed something else? Slowly people are starting to look less Asian around here, more African. Anyhow, the old gentleman in the coat who was the owner of the beauty below was at least able to tell us which price he expected to get for that bull: 500,000 Ariary which is about 150 Euros. It doesn’t sound like all that much but when you take into account that the average annual income here is about 1,000 Euros (I’ve even read numbers far below that level) things start to look differently. And, as a passing comment: one liter gas currently costs 1.20 Euros. No surprise then that taxi drivers sometimes fill up their tank only when a client is already on board.

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Die Stadt macht mit dem Markt ordentlich Geld. Für jedes Tier, das angeboten wird, muss der Hirte eine Art Steuer abführen. Wenn er das Tier nicht verkauft bekommt, kann es gegen Zahlung einer weiteren Gebühr bis zum kommenden Markt weiter in Ambalavao stehen. Wenn ich mich richtig erinnere, kann das bis zu drei Wochen so gehen.

The city makes quite some money with that market. For every zebu on offer, the herder needs to pay a kind of tax. If he can’t sell it it can stay in the city until the following week – for a payment of another fee. If I remember correctly, that can go on for up to three weeks.

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Irgendwie wurde ich in der Summe das Gefühl nicht los, dass Viehmärkte irgendwie überall gleich sind. Stoische, wortkarge Bauern, die hart verhandeln, aber auch den sozialen Aspekt nicht so ganz außer Acht lassen.

I somehow felt that cattle markets like this are about the same the world over. Stoic, tight-lipped farmers who negotiate firmly but who also enjoy the socializing aspect of the whole endeavor.

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Beste Grüße… aus Ambalavao!

All the best… from Ambalavao!

Barbara

2 Kommentare zu “Madagascar | Ambalavao

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