Rock on!

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Schon auf dem Weg zur Kölnarena wurde klar: wir sind unter die Rentner geraten! Die große Mehrheit des Publikums hatte so ungefähr das Alter des Interpreten (68) und kam in Abendgarderobe. Mit Platzkarten ausgestattet zögerten wir das Betreten der Arena noch hinaus und nahmen lieber in der Sonne auf den Stufen davor Platz. Bald sprach uns ein junger Spund an und die Absurdität nahm ihren Lauf:

Hallo, wird hier Hockey gespielt?
Hockey?
Ja, Eishockey. Da unten sind so Schilder.
Äh, nein. Hier singt heute Joe Cocker.
Aha.

Dann ging er zurück zu seinem Kumpel, teilte ihm mit, John Cocker würde auftreten. Der sah ihn nur verständnislos an und fragte zurück: „John Cocker?!“ Und sie zückten ihre Smartphones.

We hadn’t even reached KölnArena yet and realized: we were fallen amongst the seniors! The vast majority of the audience was about as old as the singer (68) and attended in coat and tie (almost). As our seats were reserved we decided to sit outside on the steps in the sun a while before going in. Pretty soon a young guy walked over to us and that was when it started to get absurd:

Hi, will there be hockey here tonight?
Hockey?
Yeah, like ice hockey. There are signs down there.
Eh, no. Joe Cocker is performing tonight.
A-ha.

Then he returned to his buddy to tell him that John Cocker would be performing. His buddy looked at him confused and asked: „John Cocker?!“ And then they got out their smartphones.

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Gerade hatten wir uns entschieden reinzugehen, da kamen sie nochmal auf uns zu:

Joe Cocker! Die kommen alle wegen Joe Cocker!?!? Diesem abgesessenen Hippie?
Äh, ja…??
Boah, ich fass‘ es nicht!
Naja, ist wohl wie mit Wein – je älter je besser!
Voll krass. Dann viel Spaß…

… und zogen fassungslos ihres Wegs.

We had just decided to go inside when they passed us:

Joe Cocker! They’re all here to see Joe Cocker?!?! This washed-up hippie?
Eh, I guess so…?
I’ll be damned!
Well, wine gains with age, too!
Wicked. Well, enjoy…

… and took of rather stunned.

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Wir sahen auch eine Auswahl an Frisuren der 80er – allen voran eine unglaubliche VoKuHiLa, blond gesträhnt und das VoKu im Mecki hochgegelt. Wir nannten die Gute nur „die Frisur“, konnten sie aber unter den etwa 10.000 Zuschauern nicht wiederfinden. Es kommt echt alles wieder. Der mir bis dato vollkommen unbekannte Johannes Oerding heizte derweil die Massen ein – ein undankbarer Job, denn es wollten wirklich alle nur den einen sehen. Und gegen 20:45 Uhr kam er dann!

We also got see a variety of 80s hairdos – the most amazing being an incredible mullet, with blond streaks and the front part gelled to stand proud. We only called her „the hairdo“ but we never saw her again amongst the about 10,000 strong audience. Everything’s coming back. Johannes Oerding was the opening band – never heard of them before – a thankless task because there was only the one we wanted to see. And then he came at about 8:45!

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Wir waren zwar nicht ganz in der ersten Reihe, aber die Videoleinwände machten ja dann rein optisch einiges wett. Mit der Stimmung war es anfangs etwas schwierig, aber das wurde dann schnell besser.

We weren’t quite in the front row but the huge video screens were great. At first people had a hard time „firing it up“ but that got better soon.

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Und wenn alle sitzen, hat man eben auch freie Sicht! Aber anfangs waren wir die einzigen, die wenigstens im Takt mit den Beinen wippten – wir vermuteten schon Rheuma-geplagte Fans…

And when everybody else has taken their seats, my view is perfect! At the start we were the only ones who so much as moved their feet with the beat – we were already thinking it might be due to wide-spread rheumatism among the audience…

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Es war schon ein bisschen gewöhnungsbedürftig, dass fast alle sich nach jedem Song erstmal wieder hingesetzt haben… war ein bisschen wie in der Kirche, aufstehen, hinsetzen, aufstehen, hinsetzen – nur mitgesungen wurde eindeutig mehr!

It did take some getting used to people sitting down again after each song… it was a bit like being in church, getting up, sitting down, getting up, sitting down – only that people sang along a lot more!

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Ich war beeindruckt – über zwei Stunden hat uns der gute Joe bei bester Laune gehalten, drei Zugaben inklusive. Zwar wurden Instrumentalpartien deutlich ausgeweitet, so dass da auch mal Erholungspausen waren… aber für geschlagene 20 Minuten hinter die Bühne verschwinden wie Rod Stewart vor etwa 10 Jahren hatte er nicht nötig. Es war außerdem eine sehr gelungene Mischung aus Stücken seines neuen Albums FIRE IT UP und alter Klassiker wie UP WHERE WE BELONG oder UNCHAIN MY HEART. Ich muss betonen, dass ich als militanter Nichtraucher sogar an ein Feuerzeug gedacht hatte… aber ach, nichts darf man mehr. Am Eingang wurden kleine LED-Taschenlampen verteilt und auch wenn diese brav benutzt wurden so muss ich doch sagen: es ist nicht das gleiche. Und sie werden auch nicht an meinen Weihnachtsbaum kommen.

I was impressed – Joe Cocker performed for more than two hours, including three encores. We did notice that the instrumental parts were longer than we knew them in order to give him some rest I suppose… but he didn’t need to hide behind the stage for 20 minutes as Rod Stewart did about 10 years ago. He presented a successful mix of pieces from his new album FIRE IT UP and old classics like UP WHERE WE BELONG or UNCHAIN MY HEART. I have to mention that even though I’m almost a militant non-smoker I remembered to bring a lighter… alas, nothing is permitted anymore. We were each given little LED flashlights at the entrance and even if they were all put to good use I have to say: it’s not the same. And they will not be used on my Christmas tree either. So there!

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Hier und da fehlte mal ein Ton, einmal sogar ganz offensichtlich, aber das „kommentierte“ der Interpret mit einem verschmitzten Lächeln und versuchte es nochmal und da war er. Es wurde ihm vergeben – da waren wir schon bei deutlich über anderthalb Stunden.

Sometimes, a note went missing, once very obviously so, but the singer „commented“ on that with a whimsical smile, tried again and there it was. He was pardoned – that was at more than one and half hours already.

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Ich würde sagen: ein gelungener Abend!

I think I can say: a good time was had by all!

Barbara

7 Kommentare zu “Rock on!

  1. Und mit ein bisschen Glück kannst Du Dir das Konzert noch ein paar Mal angucken… Das Kölner Konzert wurde für eine DVD-Veröffentlichung aufgenommen.

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  2. Liebe Barbara,
    danke für diese tolle Schilderung. Voll krass die Typen vor der Arena. Ich habe Joe Cocker vor ca. 15 Jahren auf dem Katschhof in Aachen gesehen. Der alte Luftgitarrenschmuser. Bin jetzt mehr auf Bruce Springsteen und Emely Sande. Aber egal. Die Kölnarena füllt sich mit Fans aus allen Genres.
    Das ist ja das Schöne dabei.

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