Negombo: Nachbarschaft / Neighborhood

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In Deutschland waren wir wegen des „Schneechaos“ zwar ziemlich verspätet losgekommen, sind aber dann trotzdem in Sri Lanka bestens angekommen. Am Flughafen wurden wir dann auch gleich von unserem Freund Klaus in Empfang genommen. Der wohnt mit seiner Frau Iko in Negombo, wo wir dann auch die ersten Tage verbringen werden.

Our departure from Germany was a bit delayed due to the snow chaos (yes, I do hear you laugh, Gail!) but we made it to Sri Lanka alright. Our friend Klaus welcomed us at the airport and took us home to Negombo, where he lives with his wife Iko. And this is where we will spend the first couple of days.

In der Nachbarschaft / In the neigborhood

In der Nachbarschaft / In the neigborhood

Negombo ist eine (wie mir scheint) ausufernde Lagunenstadt – überall Wasser, Brücken, Mangroven. Man sollte meinen, dass sie im Reiseführer als „Venedig Sri Lankas“ vorgestellt wird, aber es heißt „Rom Sri Lankas“. Und das liegt daran, dass sie zu gut 90% katholische Einwohner hat und dementsprechend über eine große Anzahl von Kirchen verfügt. Mit den Kirchen haben wir uns nicht so eingehend beschäftigt, aber an jeder Ecke steht ein größerer oder kleinerer Schrein. Anfangs habe ich nur welche mit Marienfiguren gesehen, aber es werden auch andere, erstmal nicht näher zu identifizierende Heilige verehrt.

Negombo is a city that’s sprawling on the Negombo Lagoon – water, bridges and mangroves as far as the eye can reach. You would think that the guide refers to it as „Venice of Sri Lanka“ but in fact it’s called „Rome of Sri Lanka“. That’s because it’s about 90% Catholic and features a large number of churches. We didn’t check those out but there’s a shrine dedicated to one saint or another on just about every street corner. First I thought they were all for the Virgin Mary but it turns out that there are different saints that I didn’t succeed to identify.

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Da Negombo außerdem eine Stadt der Fischer ist, könnte man ja den Schutzpatron dieser Berufsgruppe vermuten, aber da bin ich nicht sicher. Jedenfalls wohnen wir in einem „Fischerviertel“ an der Lagune (also auf diesem langen dünnen Stück Land südlich von Negombos Zentrum, das man oben auf der Karte sieht, der Lagune zugewandt) und waren auch gleich beim Nachbarn gegenüber, Susanthe, und seiner Familie zum Essen eingeladen. Es galt die erste Menstruation seiner Tochter zu feiern.

As Negombo is a city of fishermen maybe you would expect their patron saint to feature in these shrines but I couldn’t verify that. Anyhow, we live right in the middle of a neighborhood of fishermen right on the lagoon (which means on that narrow stretch of land to the south of Negombo’s center, on the side facing the lagoon – check out the map above) where we already had our first invitation for lunch over at the neighbor Susanthe’s house. The occasion was to celebrate his daughter’s first menstruation.

Fischerboote der Nachbarn / The neighbors' fishing boats

Fischerboote der Nachbarn / The neighbors‘ fishing boats

Fotos habe ich dort keine gemacht, aber das Haus fand ich in seiner Bauweise sehr interessant. Eine Grundfläche von vielleicht 10x6m ist am einen Ende über die gesamte Breite ca. 3m für die Küche abgetrennt. Der Rest Raum ist durch eine ca. 2,50m hohe Wand in der Mitte geteilt. Auf der einen Seite, mit Tür zur Küche, ist das Wohn- und Esszimmer, auf der anderen Seite ist nochmal eine Unterteilung in zwei Schlafzimmer. Aber da ist keine Decke eingezogen, darüber kommt der Dachstuhl und man sitzt quasi direkt unter den Dachpfannen. Was den Vorteil hat, dass die warme Luft nach oben steigt. Wo es ggf. sanitäre Anlagen gibt, weiß ich nicht. Die Innenwände waren unverputzt, dafür gab es neben Möbeln auch einen Flatscreen Fernseher. Und wenn ich so darüber nachdenke, wären das so auch meine Prioritäten, wenn ich mich entscheiden müsste (also ob Putz oder Fernseher… oder DSL!).

I didn’t take any pictures but I had a great time checking out the design of the house. It covers an area of about 10×6 meters and at one end there’s the kitchen over the complete width of 6 meters, and maybe a length of 3 meters. The rest is divided smack in the middle by a wall that’s maybe 2,50 meters high. The side with the door to the kitchen features the two-in-one dining- and livingroom, the other side is again subdivided into two bedrooms. But there is no ceiling – you’re sitting right underneath the roof construction which has the advantage that the heat can rise up and not stay so much where you are. Where there’s a bathroom or anything like that I didn’t get to figure out. The walls inside were not plastered but there was furniture and a flatscreen TV. Come to think of it – if I had to make that choice (between plaster and TV… or DSL!) I would probably end up with exactly that.

Herstellung von Trockenfisch / Laying out fish to dry

Herstellung von Trockenfisch / Laying out fish to dry

Ebenfalls interessant war natürlich das Essen. Da war zuerst mal der Ablauf überraschend. Hier gibt es nämlich sozusagen Appetizer mit Drinks („bites“). Die hätte ich schon für eine volle Mahlzeit halten können, gebratene Fische, einen Kichererbsensalat, eine Art Auberginenpfanne mit getrockneten kleinen Fischen und Kokosnote (werde ich mal nachzukochen versuchen). Und zu meiner Überraschung kam DANACH dann das eigentliche Essen.

Of course the food was also bound to be interesting. First of all, the course of events was somewhat surprising – I wasn’t expecting this to start out with appetizers („bites“) and drinks. I would have considered those a whole meal if I hadn’t been informed differently: grilled fish, a salad of the peas that hummus is made of (don’t have a dictionery at hand), an eggplant dish with tiny dried fishes and a hint of coconut (I will try to cook that at home). Only after all that was it time for the actual lunch.

Jungs beim Cricketspielen / Boys playing cricket

Jungs beim Cricket / Boys playing cricket

Da ich ja so gut wie gar nicht scharf essen kann, war ich mit ein bisschen Sorge hierhin gekommen und so ein nicht auf die europäische Zunge angepasstes Essen ist natürlich eine ziemliche Herausforderung. Dachte ich. Aber falsch gedacht. Bis auf einen feuerspeienden Chinakohl konnte ich alles essen – und ich hätte gar nicht aufhören wollen. Wieder Fisch, diesmal gekocht, Reis, eine Shrimps-Variation, Reis, Curry-Kartoffeln, Reis, eine Art Schweinegulasch, Reis, eben jener Chinakohl – und hatte ich Reis erwähnt?

As I really can’t eat anything too spicy I was a little worried and when a meal is not really „softened“ to meet the needs of my rather boring German palate, this could be a real challenge. Or so I thought. There was just one cabbage dish I could not eat – with all the rest I didn’t know where to start or stop. Fish again, cooked this time, rice, a shrimp dish, rice, curry potatoes, rice, a sort of pork gulash, rice and the abovementioned cabbage – did I mention rice?

Unbekannte Fischer bei der Reparatur der Netze / Unknown fishermen repairing their nets

Unbekannte Fischer bei der Reparatur der Netze / Unknown fishermen repairing their nets

So ein Festmahl – dabei geht’s den traditionellen Fischern hier gar nicht so gut. Ein anderer erzählte uns, dass einerseits hier riesige Flotten an indischen und chinesischen Booten auftauchen, die alles leer fischen, und dann wurde durch eine Steuererhöhung auch noch von einem Tag auf den anderen der Sprit 40% teurer. Da geraten einige Systeme aus dem Gleichgewicht. Sie sind nun dabei, eine Art Gewerkschaft zu gründen, damit ihre Interessen besser vertreten werden können. Ob das die Fischfangflotten abhält, wage ich zu bezweifeln, besonders, da man „den großen Bruder [Indien] ja nicht ärgern darf.“

What a feast this was – especially considering the fact that the traditional fishermen are not doing well here. Another one filled us in on huge fleets from India and China that catch everything that’s moving and then a tax on gas and diesel that increased prices by 40% literally over night. That would push any system off balance in no time. They are in the process of founding a trade union to better represent their interests. I doubt, though, that this will keep the foreign fleets from coming, especially as „the big brother [India] should not be angered.“

Blick von der Terrasse / View from the terrace

Blick von der Terrasse / View from the terrace

Und dann kann man natürlich auch schnell mal von der Lagunenseite den dünnen Landstreifen durchqueren und ans offene Meer gehen. Da sieht es dann so aus:

You don’t have to stay at the lagoon of course. You can easily walk from that side to the open ocean… where you find scenery like this:

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Und damit mache ich Feierabend wünsche ich euch allen eine gute Nacht!

And with this I call it a day and wish you all a good night!

Barbara

5 Kommentare zu “Negombo: Nachbarschaft / Neighborhood

  1. Einfach wunderbar! Da bekommt man so viel Fernweh, wenn man deine Berichte liest. Bin ganz verzaubert. Und uneeeeeeendlich neidisch! 😉
    Grüße aus Villip – Nadine 🙂

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