Afghanistan: Sabzak Pass


Zwar war es nicht der Milkshake, der meinen Magen letztlich doch und quasi für den gesamten Aufenthalt durchgängig rebellieren ließ – aber irgendwas anderes. So war es denn am Morgen der Abreise nach Qala-i-Nau nicht klar, ob ich auch wirklich mitfahren würde. Bin ich aber doch und es wurde eine unerwartet spannende Fahrt.

Jedenfalls fahren wir so vor uns hin, bis dann ein entgegenkommender LKW anhält […]. Der Bekannte teilt uns mit, der Sabzak-Pass, über den wir nach Qala müssen, sei durch Steinschlag blockiert. Zu diesem Zeitpunkt waren wir schon […] nicht mehr allzu weit vom Pass entfernt. Beim weiteren Anstieg schlug das Wetter um, es wurde neblig und kalt. Die Landschaft, soweit erkennbar, hatte weiter ihren Reiz, denn zur Zeit sind die Berge noch größten Teils grün (sofern überhaupt bewachsen), mit farbenfrohen Blumen darunter.

It wasn’t the milk shake that did it but something else made sure I got tummy troubles that were to last all throughout my stay. On the morning when we were supposed to leave for Qala-e-Now it was not clear whether I could travel or not. But I did and it turned out to be an unexpectedly exciting trip.

As we are cruising along, a truck coming towards us stops. The friend [of our driver] tells us that Sabzak Pass which we have to cross to get to Qala is blocked due to a rockslide. At this point we’re not that far away from it anymore. We continued the ascent and the weather changed, fog moved in and it was cold. The landscape, at least what I could still make out of it, continued to be fascinating. At this time of year, the hills are still mostly green (if there is vegetation at all) with many colorful flowers.

Und dann kamen wir um die Kurve und das ganze Elend war klar ersichtlich:

In beiden Richtungen standen LKWs, Jeeps und normale Autos Schlange. Der Steinschlag war ein riesiger mudslide, auf einer Breite von sicher 100, wenn nicht mehr Metern. Riesige Brocken lagen da rum, hauptsächlich am Rand zum Abhang hin, die „Fahrbahn“ war „nur“ mit weiterhin fließendem Matsch in etwa 15cm Höhe bedeckt. Wir stehen mittendrin und hören auf einmal so ein Zischen – der linke Hinterreifen verlor mit rasender Geschwindigkeit Luft und binnen weniger Minuten war er total platt.

And then we turned a corner and the misery was in plain view:

Both directions were blocked with trucks, jeeps and normal cards, standing in line. The rockslide was more of a mudslide, about 100 meters wide, possibly more. There were huge rocks lying around, mainly towards the abyss, the „road“ was „only“ covered in about 15cm of flowing mud. We are right in the middle of it and suddenly hear this hissing sound – the left back tire was rapidly losing air and was completely flat within minutes.

Ich kann mir keinen schlechteren Moment und Ort für einen platten Reifen vorstellen. Der Fahrer sah sich die Lage bergauf und bergab an und entschied, sich wieder den Pass runter zu einer halbwegs trockenen Stelle vorzukämpfen.

Etwa einen Meter vorher blieb er stecken, mit einem ehemals russischen Armeetruck, jetzt turkmenischer Händler, der sich gerade den Weg bahnte, laut schreiend und gestikulierend daneben (der Händler, nicht der Truck). Mit viele Gedrehe der Räder und inshallah kam er rückwärts wieder raus, um dann im Rückwärtsgang den Berg wieder hoch zu rasen, um an einer unwesentlich breiteren Stelle dem LKW Platz zu machen. Das war dann der Moment (als ich rechts aus meiner Beifahrertür hinaus noch etwa 3cm und dann das 150m tiefe Nichts sah), an dem ich die Nerven verloren und darum gebeten habe, auszusteigen. […] Also habe ich mich dann in eine Menge feixender (?) Turkmenen begeben, die sich köstlich amüsiert haben [und den Pass zu Fuß überquert].

I can’t imagine a worse moment and place to have a flat tire. The driver checked the situation in both directions and then decided to backtrack down the path to a relatively dry spot.

With about a meter to go he got stuck. There was a former Russian army truck, now Turkmen trader, trying to inch his way up right next to him and he started yelling and gesticulating (the trader, that is). The wheels were spinning like crazy, the atmosphere very inshallah but our driver managed to back out and kept going backwards up the pass again, heading for a spot that was marginally wider to let the truck pass. That was the moment (as I could make out about 3cm of solid ground out of my door and then the 150 m nothing), when I lost my cool and asked to get out of the car. And this is how I ended up joining a group of sneering (?) Turkmen men who had a great time with all of this [and crossed the pass on foot].

Der Reifen wurde letztlich in tiefem Matsch gewechselt und

[…]IRGENDWANN waren wir dann durch diesen Engpass durch, zu fahren waren aber noch knapp zwei Stunden und die Straßen wurden auch nicht besser – und der Fahrer war natürlich fix und alle. Aber wir haben ihn wach gehalten und als er dann soweit war zu fragen, warum denn mein Bauch nicht verrückt spielte und ich ihm antwortete, dass die „microbes“ alle an einem Herzinfarkt gestorben seien, war er wieder der alte.

The tire was exchanged in deep mud and…

AT SOME POINT we had put this bottleneck behind us but still had about two hours to go and the roads weren’t exactly improving. The driver, of course, was dead tired, too. But we kept him awake and when he perked up enough to wonder why my stomach wasn’t acting up and I replied that the microbes had surely all died because of a heart attack, he was his old self again.

Und darüber, wie es sich in Qala-i-Nau so leben ließ, berichte ich beim nächsten Mal!

Next time I’ll have a look at what life was like in Qala-e-Now!

Barbara

2 Kommentare zu “Afghanistan: Sabzak Pass

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