Der Baum kommt!


Boston Globe, 27.11.2008

Das erste Adventswochenende ist da!! Die Eröffnung des Weihnachtsmarkts in der Woche zuvor schockte mich noch, aber jetzt bin ich schon mittendrin statt nur dabei. Die ersten Plätzchen sind gebacken (endlich habe ich die berühmt-berüchtigten Wespennester nach althergebrachtem Rezept aus dem Münsterland mal ausprobiert – und das erfolgreich!) und die Weihnachtsdeko steht kurz vor ihrer Vollendung.

Gestern begann es mit der Lieferung des Baums. Ja: LIEFERUNG! Das war in diesem Jahr ein ganz besonderes Unterfangen. Über Wege, die zu erklären zu weit führen würde, wurde mir eine Nordmann-Tanne beliebiger Größe geschenkt… und eben kostenlos nach Hause gebracht. Bestellt hatte ich also, für meinen Altbau mit etwa 3,60m Deckenhöhe, eine hoffentlich wunderschöne Tanne à 2,50m. Schon als sie jedoch geliefert wurde, sank mir das Herz in die Hose: sie hatte gigantische Ausmaße und ist, wie sie nun da steht, gerade mal 20cm von der Decke entfernt. Eigentlich perfekt, nur ist mein Wohnzimmer weiterhin außerdem mein Esszimmer und mein Arbeitsraum und ich hatte mir ursprünglich vorgestellt, auch mal mit mehr als einer Person außer mir die weinachtliche Stimmung zu genießen. Da stand sie dann, beim ersten Versuch vollkommen aufrecht im Ständer, und mir entfuhr ein ungläubiges Lachen und kurz zweifelte ich, ob ich dieser Herausforderung gewachsen sein würde.


Der Baum, erster Tag
The tree, day one

In Ermangelung einer Säge (HALLO: Wunschzettel!!!!!) musste ich den allerausladensten untersten Ast mit einem Tomatenmesser absägen, was erstaunlich gut funktionierte und den Tomaten nun ein herzhaftes Harzaroma verleiht. Meine übliche 150-Birnchen-Lichterkette stellte sich alsbald als unzureichend heraus; leider ist das Werk auch mit einer zugekauften 50-Birnchen-Kette nicht vollendet. Ebenso abzusehen war, dass die vorhandenen Kugeln und Elche aussehen würden wie gewollt und nicht gekonnt – also musste ich auch in diesen Bereich investieren. Und muss ich auch noch weiter… Aber so läuft das dann, wie ich das in meiner amerikanischen Gastfamilie dereinst kennenlernte: der Baum wird am ersten oder spätestens zweiten Advent aufgestellt (im Falle besagter Familie ein 5-6 metriges Monstrum, das wir zuvor höchstselbst in den dunklen Wäldern westlich von Boston geschlagen hatten) und bis Weihnachten immer weiter geschmückt. Noch heute sehe ich meinen Gastvater über die Balken unter der „Zimmerdecke“ balancieren und die obersten Dekoarbeiten vornehmen. Bei mir war es nun die Gott sei Dank im Rahmen der Küchenrenovierung angeschaffte 6-Tritt-Leiter.

Mal sehen, wie das alles nun voranschreitet – ich komme mir schon hier und da ein bisschen größenwahnsinnig im Stile der verrückten amerikanischen Weihnachtsfilme vor, oder auch wie der häufig zitierte Heimwerkerkönig. Doch keine Angst: ich werde Abstand davon nehmen, leuchtende Plastik-Elche auf’s Dach zu stellen und noch hält die Sicherung die Lichterketten. Ich erhoffe mir von dieser Illumination den Verzicht auf weitere Beleuchtung und vielleicht auch Heizung, wenn dann wahrscheinlich 250 Birnchen vielleicht genug Wärme abstrahlen!!

Einen schönen ersten Advent wünscht
Barbara

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