November Action


Herbstlicher Blick aus unserem Küchenfenster
View from our kitchen window in fall

Hier sind sie wieder, die kalten, regnerischen Tage, die zur Heimeligkeit in den eigenen vier Wänden einladen… Aber es gibt auch die Tage, die unseren Innenhof so fantastisch aussehen lassen!

Manchmal jedoch, Regen oder Sonne, muss man auch Dinge außerhalb dieser Wände erleben, sonst entwickelt man ziemlich abgefahrene Krankheitsbilder, wie ich innerhalb dieser Wände erfahre. Wie auch immer: ich habe es geschafft! Ich war auf dem St. Martinszug in Dottendorf und muss sagen: Geil! Es war der Tipp der Herbstsaison. In Dottendorf ist es nämlich so, dass man erstens über Straßenzüge voller Fachwerkhäuser verfügt und die Leute lieber mittendrin statt nur dabei sind. Die weitaus meisten Häuser sind mit Laternen und/oder Windlichtern geschmückt, manche Häuserfronten sind dazu noch mit papiernen Martinsgänsen beklebt. Ein Innenhof, in den man durch die Einfahrt gucken konnte, war mit sicher an die 50 Laternen geschmückt und man steckte mir, dass dort die Erwachsenen „schnörzen“ gehen, denn dort gebe es keine Süßigkeiten, sondern Glühwein. Eine Kollegin hatte glücklicherweise ihre Tochter und deren Freundinnen als Alibi-Kinder zur Verfügung gestellt, so dass ich mir mit meiner kurzfristig angeschafften Frosch-Laterne nicht total dämlich vorkam. Das Highlight war der Anblick der Montessori-Schule, in der man sich nämlich seit Menschengedenken die Mühe macht, alle Fenster komplett mit bunten Transparentpapieren zuzukleben und dann das Licht in allen Räumen brennen zu lassen, so dass man quasi an einer riesigen Fackel vorbeiläuft – was für Anblick! Schlussendlich konnte ich dann auch noch feststellen, dass es sich beim hier eingesetzten Pferd nicht um das gleiche handelte, das seit dem 5.11. in regelmäßigen Abständen abends an meinem Haus vorbeiklapperte, wohl immer auf dem Weg zu einem Einsatz in einem anderen Stadtviertel…

Aber ich sorge auch für Action für andere. Gerade hatte ich mein Fahrrad von der Radstation abgeholt und dachte noch, „Mensch, heute biste aber wirklich langsam unterwegs.“ Schnell genug jedoch, um nur aus dem Augenwinkel das ETWAS von links unter den Mülltonnen herüber rennen zu sehen. Noch bevor ich „Öh…?!“ zu Ende denken konnte, verfing es sich in den Speichen des Vorderrads – FLAPP-FLAPP, wurde herausgeschleudert, etwas schnürsenkelartiges wickelte sich für Sekundenbruchteile um meinen linken Knöchel, dann geriet es für eine Viertel Umdrehung in die hinteren Speichen, FLAPP-FLAPP, und landete dann verdattert auf dem Weg… Tags rennen die Ratten noch.

Action im Sinne von Zelluloid stand auch unerwartet wieder an. Eines unschuldigen Morgens sitzen meine Kollegin und ich im Büro, als der dritte im Bunde hinzukommt und nonchalant in einem Nebensatz verkündet, „Ach, gleich kommt wieder so ein Fernsehteam, da sind wir wieder gefragt.“ Etwas irritiert fragten wir „WIR? Du meinst, du gibst ein Interview?“ – „Nein,“ erwiderte er, „die wollen uns bei der Arbeit filmen.“ Ich malte mir schon aus, wie mir einer die Kamera über die Schulter hält während ich Zahlen von einer Excel-Zelle in die andere schiebe und hielt die dadurch zu erzeugende Spannung für das Durchschnittspublikum nicht für geeignet, als sich herausstellte, dass es eine „Besprechung“ sein sollte. Nun ja, die Details sind nebensächlich. Irgendwann tauchte das Team auf und ich sagte nur, „Ach, da kenn’ ich aber einen!“ und begrüßte den Kameramann, der nicht unerheblich zur Entscheidung meine Küche zu renovieren beigetragen hatte. Er fand sie ja damals „so schön alternativ“, was mir irgendwie nicht in den Kram passte. Wie schön, dass ich gerade an diesem Tag, einmal in ca. 2 Jahren, meinen riesigen Norweger-Pulli anhatte…. Wesentlich ALTERNATIVER hätte ich kaum rüberkommen können. Ich musste bei dem Gedanken daran, dass ich dieses Gütesiegel nun wahrscheinlich nie wieder los werde die ganze Zeit an mich halten, um nicht laut los zu lachen. Aber so arbeite ich eben an meinen warhol’schen 15 Minuten des Ruhms. 3,15 oder so habe ich jetzt schon zusammen! 🙂

Und da ich nun das Ergebnis dieses Drehs ansehen werde, verabschiede ich mich für heute! Alles Gute!
Barbara

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